Die Revolution in Rußland.
Das Fest des 1. Mai.
Petersburg, 3. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung frei Petersburger Telegraphen-Agentur. DasFestdes 1. Mai Dauerte bis spät üt^bit' Nacht hinein. Ud&cr 300 Tribünen nmen in den verschiedenetl Stadtvierteln errichtet, wo von den Rednern der verschiedenen PaNeien se.br viele Reifen gehalten wurden. Tic großa Mehrzahl forderte das V-olk auf, die eroberte Freiheit bis zum äußersten »l verteidigen. Es wurde keine Rede übler den Sonderfrieden gehalten. Jedes Wort gegen den Krieg nnu.de mit der größten Külte ausgenommen. Die Reden der Parteigänger- Len ins riefen fast überall die Rufe: „Genug!" und „Schweigt!" bervvr. Unter der: Rednern, die im Autonwbil von Stadtteil zu Stadtteil fuhren, befanden sich Plechanowi Lenin, der Vor fitzende des Arbeiter- und Soldatmrates Tscheidse, der stellvertretende Vorsitzende Skobelew und JustrMinistcr Ke renski, der zu einem engen Zufainnrenschluß aller sozialistischen Parteien anfforderte. Nirgends wurde die Ordnung gestört. In ganz Rußland wurde das Arbeitersest am 1. Mai mit der gleiclx'n Lebhaftigkeit und Begeisterung gegiert wie in Petersburg. In zahlreichen Städten tvie Kronstadt, Minsk und anderen, die in der Nähe der Front liegen, nahmen Truppen in ausgedehntem Maße an den Kundgebungen der Arbeiter teil. In Jassy veranstalteten die russischen Truppen eine genmltige Kundgebung, die auch General Schtscherbatjschow besuchte. Die Soldaten boten ihm ein rotesBandan, das er dankend annah m. Er erklärte, daß er es sein ganzes Leben lang als Zeichen des Vertrauens, ferner Truppen bewahren werde.
Das Chaos in PeterSbnrg.
Stockholm, 3. Mai. Der Londoner Korrespondent von „Stockholm Tidningen" berichtet von ernenr Telegramm des Petersburger Vertreters der ..Morningpost", ür welchem die dortigst Zustände sehr pessinristisch geschildert werde,r Es wird, so telegraphiert der Engländer tm sein Blatt, unnröglich, von Petersburg wrs etwas über Rußland zu berichten, da sich diese Stadt zur politischen Arena für die Parteikämpse entwickelte. Die Bevölkerung der Stadt ist hauptsächlich beschäftigt, ihre Freude über den ehrenvollen Sieg der Revolution knndzntml, doch dort man^ auch unzufriedene Stimnven. Die Lebensmittel Verhältnisse belferten sich rn den letzten sechs Wochen keinesweg-es, urrd die pen'önliclw Sicherheit ist geringer denn je. Die Gesängrusse scheinen mit Feinden des Volkes und Beau wen des Men. Regimes an gestillt zu sein. Die Dicch.- werden von ^en (Berichten rrergesproche-i und bekommen mcr Verweise. Schwere Verbrechen werden immer häufiger. Auch alübenbe Bewunderer der Freiheit beginnen zu fühlen, daß man >elbft von ihrem Glück iutbtei bekommen kann. Lllle Eisenbahn fahr- karten sind für einen Monat schon im Voraus ans verknust. Die von Petersburg abav! -?nden Züge sind täglich vollgepfropft. Der Qrganisotionsmcrngct bei der Zufuhr uird Verteil-mg von Lebens- Mitteln belvirtt, daß biz örtttchen Verteilun.gsämter hilflos dastehen. Zu diesem Gesamtbild der beginnenden Auslösung füge:,, einige schwedische Blätter noch Einzelzüge hinzu.
„Stockholms Dagblad" übernimmt aus den finnischen Blättern die Mitteistmg, daß der Osfiziersrangim russischen Heer abgeschafft worden, ist. Me Mitglieder der Armee sollen nunmehr Soldaten heiße-r. Die konrmandierenden Offiziere ober ^.befehlshabende Soldaten"
„Svenska Dagblad" erfahrt aus Haparanda, daß di? Arbeiter einer großen Petersburger Fabrik dm Beschluß gesasr haben, di- provisorische Regierung, die nirr eine Bremse der Revolution sei, müsste gestürzt und ihre Macht dem Arbeiterrat übertra reu »verden.
Quelle erfährt, hat der britische Botschafter zu Petersburg im russischen Auswärtigen Amt verlangt, daß die im Ausland weilenden Russen nicht mehr Heimreisen dürfen, selbst wenn sie dazu Pässe von dm russischen Gesandten oder Konsulaten erhaltttr. Ebenso forderte er, die rnssisckren Sozialisten in der Heimat sollten keine Erlaubnis zur Ausreise erhalten.
Aus England.
Rotterdam, 2. Mai. lWTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Das Reichs- k r i e g s k a b i n e t t hielt gestern die letzte Zusammenkunft ab. Auch die ReichskriegSkonfevenz geht ihrem Ende zu. Nach der „Times" ist das Ideal, für welches sich die Reichskonscreuz erstatte, daß das britische Reich sich selbst mit allem, was es nötig hat, versorgen muß. Tic gefaßten Beschlüsse beziehen sich n. a. ans die Instandhaltung der natürlichen Hilfsquellen des Reiches, die Förderung versclstedener Industriezweige und die möglichst gründliche Ansnützung aller vorhandenen Hilfsquellen, ferner darauf, das Reich von Lebensmitteln und Rohstoffen, die aus dem Auslande kommen, unabhängig zu machen.. Schließlich wurde der Wunsch ausgesprochen, das Reich von der ausländisckwn Schiffahrt unabhängig zu machm.
Dem „Nieuwe Notterdamsche Courant" zufolge gibt der parla- mentarisch? Mitarbeiter der „Daily News" folgende Erklärung für die Gerüchte über den bevorstehenden Rücktritt C o r s o n S. Die Nachrichten über die Lage in Irland find entmutigend. Es verlautet, daß die ci.tremm Elemente in der Ulfterpactei überlwnd genommen habet! und daß sie sich wieder der Untcrsbutzung des Premierministers versicherten. Am Montag kam es offenbar zu einer Krise hinter den Kulissen. Darauf gelangte Carsons Rücktrittsgesuch zur Sprache. Unglücklichem eise wurde die Krise auf verkehrte Weise l>eigelegt. Man glaubt fetzt, daß die extreme Auffassung der Ulsterpartei itt dem Kriegskabinett Eingang saiid.
Ancste.rda m. 2. Mai. >WTB. Nichtamtlich.) In der eng- lisck?n P a p i e r i n d iisst r i e trat, wie daS „Allgemeen Handelsblob" aus London meldet, eine Krise ein. Tic Zufuhr von Rohstoffen hörte fast gänzlich auf. Mehrere Papierfabriken, vor allem die, welch? Zeitungspapier Herstellen, mußten den Betrieb einstellen. Das „Allgemeen Handelsblad" meldet aus London: Der König Unterzeichnete heute den Aufruf zur freiwilligen Einschränkung d e s B r o t v e r b r a u ch e s. Iu dem Aufruf wird mitgeteilt, daß bei Hofe die von Lord Devonport festgesetzte Ratio- nicrung befolgt wird. Ter König ermahnt das P"blikum zur Vermeidung der Einführung von Brotkarten, dem freiwilligen System . zum Erfolg zu verhelfen.
Die Zwangsratio,lierurig.
Rotterdam, 3. Mai. (WTB.) Nach
dem
Cnglandseindtichc Stimmung in Petersburg.
Stockholm, 2. Ndai. (WTB. Nichtamtlich. „Aftvnbladet" erfährt über Haparanda aus Petersburg, daß di? dortigen' französischen mrd englischen Kreise die Entwicklung der Dinge im neuen Rußland mit ivachsender Sorge verfolgen. Besonders tritt die feindliche St im mung gegen die Engländer nutz aller amtlichen Schönfärberei immer deutlicher hervor. Man erwartet daher unangenehme Ueberraschungen mrd iveitgehende Folgen für Rußland in seinen Bezielmngen zu den übrigen Ententeländern. Daraus deutet schon der Umstand bin, daß das Ha us des britischen Botschafters in Petersburg von 600 englischen Soldaten und Matrosen bewacht wird, die mit Maschinengeivehren versehen sind, und von über 1000 russischen Soldaten mit schiverer Artillerte. Ein besonderer Eis enba hnzng steht bereit für die englische Bot schalt für den äußerster: Fall.
A m st erd a m, 3. Mai. WTB. Nichtamtlich. ..Daily Erpres" bringt ein Interview seines Korrespondenten mit/K er o n s ki i. das über die Stellung des russischen Volkes zu den. Engländern eine bemerkenswerte torfnrng enthält. Kerenskji sagte, daß das englische Volk von den Russen .sehr geschätzt n-orden sei, daß aber seine Derbindmig mit bzm Zarismus dm durch das Bündnis mit Rn r (ans ausgedrückt rvirrde, seine frühere SÄlrmg in Rußland geschwächt hat. Außerdem führte eine Reihe rmgiückliche merkwürdiger Um- stärrde dazu, die Stellung der Engländer bei den Russen zu gefährden.
Stockholm, 3. Mai (WTB.) , „Aitonbladct" veröffentlicht einen aufschlußreichen, Aussatz über „Englands Gewalt herrsch aft in R irß land". Darin 'wird ansgefühtt, daß sich dre englischer Bemühungen, einen Sonderfrieden zwischen Rußland und Deutschland zu verhindern, die sich zunächst nur vorirchtig ans Licht wagen, jetzt ganz frei au die Oeffentlichkeit träten.
„Unzählige Summen britischer. Goldes (heißt es weiter) sind in russische Taschen geflossen. Tie russischen Telegrapyenlinien werden rwn den Engländern beaufsichtigt. Durch ein solches wohl- organisiertes System hat man gewisse Ergebnisse erzielt. Zudem mau die Friedensfreunde verdächtigte, konnte man die Ablehnung des Sonderfriedens durchsetzen. Bekanntlich gingen hierbei die engssichen Behörden so weit, daß sie die russischen Revolutionäre in Halifax zurückhalten ließen und peinliche Verhöre mir ihnen anstcllten. Die russischen Klagen beanttvortete man durch Au»- ssüchtc über angebliche Verkchrsschwierigkeiten. So gelang es, den Arbeiter^rat zu der Erttarung zu bringen, nur einen all- geniemen Frieden gutheißen zu können. Tie Fortsetzuna des Krieges lregt jedoch allein im Interesse der enqli'chen Großkapi- lal'.sten, die sich durch die Vernichtung Deutschlariüs zu Herren über die ganze Welt machen wollen. Für diesen Zweck müssen die Bundesgenossen ihr Blut vergießen. Seit einiger Zeit versuch: mein durch Schreckmittel zu wirken. So mal: man jetzt den Russen Im- japanisch e Ges pen st an die Wand, obwohl Japan nicht daran denkl, sich in die europäischen Fragen einzumischen. Dabei bexmdcrt ciu dernmralisi.'rlcs Russland keineswegs die imperialistischen Bestrelurn gen Japans, während im Gegenteil die Verhinderung eines Sonderfriedens den Sieg des imperialistischen M i l - ju ko w bedeutet, dessen Politik Japan noch unangenehmer fein dürtte, als dtcienig? des ^rüb-eren Scharen.
Ein anderes Schreckmittel sind die L ü g e n m e l d u n g e n über kie deutschen F l o t t e n o pe r a t i o n en und Truppen.- FUl aw men Ziehungen an .der Ostfront, die einer Offensive gegen Petersburg gelten sollen. Gleichzeitig ist London eifrig bc- schä'tigt, russische Ostscögeliete zu enteignen. Es ist allgemein bekannt, daß mqwaii Zerrten umfangreiche LandankäufS Um Reval, 'imc bei Calais, vornehmen. Als dies bekannt wurde, vecrlte !man isick'. cs ab^.lleugnen. K^ezeickmienderweise bestreitet man runsschersettS nur .die .Verpsäudnng^r russischer Ländereien an England Auammenhän^end anit der Kriegsanleihe. Dies ist bewncers ausfallend und zeigt, daß das Abkommen an und für ssch nrcht ctjtvemxn tut. Wie neutrale Beobachter erzählen, herrscht auaenbkrcklrch in London in den vermögenden Kreisen eine reine Fa st nachtstinmru n g, so ss.üer und siegesgeioiß fühlt inan die lleber- ßeugung, daß fick ::r russische Koloß fester denn je im Schlepptau >och nicht ausgeschlossen, daß die Errgländer bald lt alles Irdischen wieder erkennen müssen Genien darauf hin, daß der Tag eher konrmen kann -,i! btc englssche ^Gewaltherrschaft in Rußland
Nieutve
Rvtterdmnfchen Courant" fordert die „Times" in einem Leitartikel die sofortige Zwa ngs rationierung.
Bern, 3. Mai. (WTB. Nuchtamtlich.) Bei der Erörtermig der „eine wahrhaft erschreckende Perspektive" möffnenden neuerlichen Schsisssrersenkungen und der gegen die Tauchboote ergriffenen. Maßnahmen, führt ein Leitartikel im „Ma nchest e i Cuor öian" vom 27. April aus, die Lebens- T"ssc n^kMgen seien eine nützliche und notwendige Mass-
mittelbM
nähme, wiewohl das „stärkere Anziehen des Leibriemens für eine die Meere beherrschende Macht eine nicht eben heroische Attir.:do Die Uwerbiudnng des auswärtigen Handels sei
nur durch Schmälerung der Einkünfte Englands mrd Aufgabe ferner imr.ena!isti.m'en Stcunng möglich-: beide Maßregeln aber seien leoigliö Paltistivmirtel zur Be'ch.oiLTgunF der Krankheitssymptome und nickt eine Heilung der Kran check selbst. Die Radikalkur beste io lediglich in der Vernichtung- der Tauchboote mrd in der Erbauung von mehr Schiffe, als die Tcucchboote versenken konnten. Es sei niöglich, daß gegen den Tanchibookkneg kein Kraut gewachsen sei, mrd daß die anerkannten orthodoxen Grundsätze über Seemacht nack'-geprüft werden müßten. Darm müsse man sich mit aller Macht auf Neubauten Wersen.
Die Etatrede Bonar Laws.
Amsterdam, 3. Mai. (WTB.) Das „Algemeen Handelsblad" meldet aus Land an: Bonar L a'w sagte in seiner Etatsrede ferner, daß die täglichen Kriegskosten im neuen Etatsjahre auf 6275 000 Pfund Sterling g-egen 0 022000 Pss.'nd Sterling im letzten Jahre geschätzt tverden. 'Alle Schiffe über 1600 To-nnerr sollen nach MöglickKeit requiriert rverdeu. Die Reeder sollen nach Tarifen bezahlt werden, die ihnen keine so großen Kriegsgewinne gestatten wie bisher. Man erwartet, daß die täglichen Kriegskosten noch mehr steigen werden. Bonar Law sagte ferner, daß die Kriegsgewinne zum großen Teil von den Munitionsfabriken und Reeden: geinacht würden. Diese Steuererhöhung für die Kriegsgewinne soll rückwirkende Kraft haben und vom 1. Januar ab gelten. Die fünfprozentige Kriegsanleihe und der Verkauf von Schatzwechseln brachten zusammen den Betrag von 06 048 000 Pfund auf.
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Französische Stimmen über den U-Boottrieg.
Bern, 2. Mar (WTB. Nichtamtlich.) Der Abgeordnete Ti s i er legte in der französischen K a m m e r einen Bericht über die Tätigkeit der U-Boote nieder, nach welchern bis Ende 1016 3,5 Millionen Tonnen Schiffsraum versenkt tvurden, darunter 2168000 Tonnen für 1916, 1 228000 Tonnen für 1915. Für 1917 s e i m i t d e r B e r s e n k u n g v o n 6 M i l l i o n e n T o n - nen zu rechnen. Dabei sei nicht berücksichtigt, daß seit Eintritt des guten Wetters die Tätigkeit der U-Boote sehr zugenommen t>aüe. Der Ernst des N -Bo ot krieg es' dürfe nicht mehr weg geleugnet werden. Trsier richtete dann heftige Angriffe gegen die Marinemrnisterien der Entente, die nichts getan haben, um die Gefahr rechtzeitig zu Lekanrpfen, die sie hätten erkennen müssen. Die große Stärke der U-Boote liege darin, da'ß zu ihrer Be- tämpfung ungeheure BerteidigungsmiLtel aufgewendet werden müßten. Tie N-Boote ständen ^
ein militärisches isier verlangt
befindet. Es ist die Bergäi wisse An-, als er vorüber 11 S to c tretet von
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2 , agligt
(WTB. Nichtamtlich.) Wre der Per- Allemanda" in Haparanda aus bester
re u-Booto standen als Werkzeug von wunderbarer Wirkrrng da schließlich, dass die Seetransporte zur Sicherheit unter einem geineinjamen Geleit fahren soilten. „Petit Puristen" meint jedoch, daß das einzig wirksame Mittel gegen die Tätigkeit der U-Boote sei, neue Schliffe zn bauen. Leider sei es fraglich, ob die Elltente imstande ist, soviel Schiffsraum herzustetlcn, wie versenkt wird.
Aus Spanien.
Bern. 1. Mai. „TempS" nreibet aus Madrid, ftcrcat habe einstimmig beschlossen, die Cortes mw ztvar wahrscheinlich ans Ende Mai.
der M i n i - einzuberufen,
Griechenland.
Athen, 3. Mai. (Havas.) Zaimis ikbernimmt das Ministerium des Aeußern, Rhallis wieder das Finanzministerium. Die übrigen Minister Iverden l/eute abend ernamct iverden.
5eekrieg.
Die Beschießung von Dover und das Nachtgefecht vor den Dorvns am 2l. April.
Berlin, 3. SDfai. (WTB0 Eine deutsche Torpedobootsslottille unter Führung des KoroettLnkapcküns Gautier steuerte in der Nacht zum 21. i'lprck zwischen 12 und 1 Uhr in beit englischen Kanal und manövrierte sich an Dover heran. Ettvv um IH^ÜHr
begann die Beschießung Dovers, wobei das Gelände mit ixnbU* geschossen beleuchtet wurde. Nachdem mck dem erwünschten Ersmge der Beschießung gerechnet werden konnte, ging die Flottille nahe lckn die auf der Reede zu Anker liegenden BewachUngs^ dumpfer, von denen einer mit vernichtendem Erfolge unter Feuer genommen wurde. Die Sck>einwerser waren bemüht, die Angreifer zu entdecken, aber ohne Erfolg. Hierauf wurde die R ü ck- fahrt angetreten, nach 2 Uhr wurde nvchrnals Kehrt ge* wacht und Kurs auf die Downs geiwnunen, in der Abftcht, auslausende Seestreitkräste anzngreifen. Ungefähr um 2 Uhr 40 morgens wurde etwa vier Seemeilen südöstlich vom South Good»- win-Feuerschiff ein abgebleirdetes feindliches Sckssff gesichtet. Die Flottille ging sofort zum Angriff heran, und es kamen auch bald em oder zwei lueiterc feindliche Fahrzeuge in Sicht. Es entspann sich zwvchen den ersten drei deutschen und zwei bis drei feindlichen Zerstörern ein scharfes Gefecht. Um 2 Uhr 45 Min. erhielt 1ms feindliche Führerschiff einen Torpedotreffer unter der Kommandobrücke. Das Schiff brcul) unter einer starken Explosion in sich zusammen und sank, mit dem Heck zuerst, in die Tiefe. Nunmehr drehte der andere feindliche Zerstörer zum Rammstoß auf die vordere deutsche Gruppe von drei Booten zu. Unser Schlußboot wicki, dem Rammstoß durch ein geschicktes Manöver aus, so daß der feindliche Zerstörer hindurchstieß und hierbei von unserer Artillerie mit Geschossen überschüttet wurde. Es wurde festgestellt, daß ec ein größeres Schnßloch in der Bordbrücke hatte, daß die Kommandobrücke zusammengeschossen war und nach Backbord überhing und das; das Achterdeck brannte. Die Gegenwirkung des Feindes mit Torpedos und Artillerie war erfolglos. In der Dunkell^eit kam dann der Gegner aus Sicht.
Während sich das Gefec^ zwischen zwei bis drei englischen Zerstörern bezw. Führer schiffen und der deutschen vorderen Gruppe von drei Booten abspielte, war ebenfalls die hintere deutsche Gruppe in einen heftigen Kampf mit mehreren feindlichen Zerstörern und Führerschiffen und Zerstörer vernickelt. Ans das vorderste^ Boot der hinteren deutschen Gruppe setzte etwa imt y 2 3 Uhr ein feindliches Zerstörer-Führer jchif f znm Ra mm stoß an; dieser wurde durch Ausweichen vermieden. Während des Passte- rens wurden auf den Gegner zwei Treffer in Back und ein Treffer in die Kommandobrücke erzielt. Tie drei deutschen Boate suchten dann sich zu sammeln, wobei starke Funken aus den Schornsteinen sprühten und^ so in der dunklen Nacht ein verhältnismäßig gutes Ziel für die feindliche Artillerie geboten wurde. Hierbei gelang es, auf einen ^ feindlichen Zerstörer mit drei Schornsteinen einen Torpedotreffer zn erzielen, der ihit sofort in Flammen hilllte. Unmittelbar darauf, kurz vor 3 Uhr, erhielt das zweite Boot der Hinteren deutschen Gruppe^ einen Torpcbotreffer. Das Boot brach auseinander. Im Verlaufe dieses Gefechtes wurde dann wahrscheinlich auch das zweite deutsche Boot, das seit dieser Zeit nicht mehr gesichtet wurde, vernichtet.
Bei diesem Kampf gelang es einem der deutschen Zerstörer (wahrscheinlich später vernichteten), an einen feckiblicki-en Zerstörer heranznkommen. Unsere Mannschaft kenterte an Bord des Wegners, wobei es zu einem harten Kampf Mann gegen Mann kam. Inzwischen kamen weitere feindliche Streitkräfte in Sicht, die unsere Boote veranlaßten. dem an Zahl überlegenen Gegner auszuweichen und den Rückmarsch anzutreten. Die in letzter Zeit vielfach verbreitete Ansicht, daß der ganze nächtliche Kampf zwischen sechs deutschen und nur zwei englischen Zerstörern sich abgewickelt habe, ist dnrctzans unzutteffend. Vielmehr war der Ge g ti c r unseren Streitkräften erheblich ü b e r l e g e n. Den wenigen deutschen Zerstörern standen nick« nur eine große Anzahl englischer Zerstörer gegeitüber^.-sondern vor allem auch nach eigener englischer Angabe, ganz erheblich an Gefechtskrast überlegene zwei Zerstörerführerschissc.
Zwei feindliche Torpedomotorboote versenk.
B e r l i n, 3. Mai. (WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 2. zum 3. Mai wurde ein feindlicheSTorpedomotor- b o o t durch unsere Vürpostenftreitkräfte vor der flandrischen Küste versenkt. Ein zweites wurde so schwer beschädigt, daß seine Vernichtung wahrscheinlich ift.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Die Tätigkeit der N-Boote im April.
Rotterdam. 3. Mai. (WTB.) Bei Lloyds sind bis 28.Avril Meldungen über 30 3 Schiffsverluste Im April eingegangen. Bis zum gleichen Tage des Vormmmts waren nur 220 als verloren gemeldet.
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Haag, 3. Mai. (zf.) Reuter rueldet aus LouLmr offi^iekl: Die Admiralität teilt mit, daß das Truppentransportschiff „B a l t a r a t" (11120 Tonnen), unter- Wegs nach England mit einer großen Anzahl australischer Truppen, am 25. Wril vmt einem deutscheir Tauchboot versenkt wurde und in einem ALstarrd von 35 Meilen von der Küste gesunken ist. Dank der ausgezeichneten Disziplin und der Ruhe der Truppen konnten alle Mannschaften in die Boote gebracht loerden, die dcrrrn durch das rasche Hinzueilen britischer Patrouillei rschiffe an Land geführt wurden. Verluste waren nicht «u verzeichnen.
Die britische Admiralität berichtet strner: Das britische Dampfschiff „G e n c" ist am Dienstag durch ein Torpedo ans einem deutschen Wasserflugzeug bei Aldebugh (Suffolk) versenkt worden. Me Marm wurden gerettet. Durch Geschützfeuer von der „Gena" aus wurde ein anderes an dem Angriff beteiligtes Flugzeug herunter geschossen (vgl, die gestrige deutsche Meldung. D. Red.) Die Mannschaft des Flugzeuges wurde gefangen genommen.
K o p e n h a g e n. 4. Mai. Das Ministerium des' Aeußern teilt mit: Das därüsche Segelschisf „Narthorabank'st auf der Reise von Buenos Aires nach Dänenrcuck über (Ärg- land nnt einer Maisladung, ist am 25. Llpril nördlich vvn Schottland versenkt worden. Ein Boot mit dem Kapitän und axfyt Mann wird vermißt. — Der dänische Darnpftr „Carbo 2", auf der Reise von Norwegen nach England, ist in der Nordsee versenkt worden.
Kopenhagens. Mai. Das Ministerium des Aeußern teilt nrit: Ein Telegramm des dänischen Konsulates' in Rotterdam meldet, daß oas dänische Segelschiff „Arevlcckst von England nach Dänemark mit Kohlen unterwegs, durch Auslaufen aus eine Mine in der Nordsee gesunken sei. Zwei Mann der Besatzung wurden in. Rottercham gelairdet. Das Schicksal der übrigen 12 Mann ist unbekannt.
London, 2. Mai. (WTB.) Meldung des Reuterfche» Bureaus. Die Lkdmiralität teilt mit: Der britische Dampfer „Genu <t", 2784 Donnen groß, ist Dienstag bei Aldebourgh dtrrch einen Torpedo versenkt worden, der von einem detttschen Wasserflugzeug abgeschossen worden war. Die gesamte Besatzung wurde gerettet. Der Dampfer holte durch Geschützfeuer ein zweites Wasjerftugzeng herunter, das au dem Angriff teitgenvMTneu hatte. Die Insassen dieses Wasserflugzeuges wurden gefangen genoinmen.
liriegszielanfragen im Reichstag.
Berlin, 4. Mai. Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages hat folgende Interpellation ein gebracht:
Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß die provisorische Regierung Rußlands sowie die uns verbündete österreichisch-ungarische Regierung in gleicher Weise erllätt lzaben. znm 'Abschluß eines Friedens ol;$tc Annexion bereit zu sein? Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, mit die IteberemfHrmmmg aller be- teiliflten Regierungen darüber herbeizuführen, Imß der kommende Frieden auf Grund gegerrfeitiyen Einverständnisses ohne Annexionen und ohne KriegSentschädigun« geschlossen werden Laim?


