Die konservative Anfrage im lautet:
..Der Beschluß des so-ialdenu>kvattsthen ParwirmSschusfts vom
30. April d Js., der die Forüerrmg aufstetlte, einen gemeinsamen r^rveden ohne Amrexionen und KriegseirtschädigiMMM abtziffchlreße::, i»t mangels einer klaren. Streslungnahme des Herrn Reichskanzlers dazu in Ivetten Kreisen des deutschen Volkes schwere Beunruhigung I^ervorgerufeu, Iveil ein solcher Friedensschluß zwar internationalen Grundsätzen, nicht aber den Lebensnottveirdigkeiden des deutschen Volkes entspreä-en würde. Ist der Herr Reichskan.zter bereit, über seine Stellung zn diesen: Beschluß Llusknnft 31 t geben?"
Die übrigen Parteien haben sich weder der konservativen noch der sozialdemokratiscl>en Interpellation angeschlossen.
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Zur Eindringung von Anfragen im Reickxstag seitens der Kmr- servativen imd der Si'zialdemvftate:: über die Kr: e gsz i ekä der R e i ch s l e i t n n g sagt die „Germania": „Die Reichstags- ragrlNig nnrd mit außerordentlick schwierigen und entscheidend schoeren Fragen belasset. Wir hoffen aber, daß das Parlament ms Ganzes die Rnl ? in:d Kaltblütigkeit nicht verlieren wird, sondern das eine Nitwerchige fest im Auige behält wie bisher, wass die y'öt des Vaterlandegebieterisch fordert."
lieber, die M öglichkeiten von Stockholm schreibt im „Vorwärts" Fritz Eberr: „Wenngleich der Sozialdemokratie Den.tschlan.ds auf einer allgemeirvan Äusspvcvche viel gelegen sein müßte, so wird ihre Delegation, in Stockholm sich doch zur Auf grebe machen, positive möglichst erfolgreiche Friedensarbeit zu leisten. Die Grundlage für eine Berstäüdigmrg der sozialistischen Parteien aller kriegsichrenden Länder muß gesichert werden.
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Eine Kundgebung für einen siegreichen Frieden.
Eine Reibe wirtschaftlicher und anderer Verbände veröffentlicht eure Kundgebung zu den Krregszieleu, deren wichtigste Stellen lauten i
„Wir brauchen Entschädigungen für die ungelreuren Opfer unseres Volkes, um unser wirtschaftliches, kulturelles und soziales Leben auch nach dem siegreichen Frieden wieder aufhauen und die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten -und die Hinterbliebenen unserer gefallenen Helden sicherstellen zu können. Es gilt, unsere Grenzen besser zn schuhen, unsere Seegeltung zu stärken und durch Erweiterung unserer Rohstosfgewinwung unsere Industrie zu för- iNeni und unsere Rüstung^ur Verteidigung des Vaterlandes sicher- Kustellen. Wir brauchen Ziedelungsland für die Kräftigung unseres Volkes und für die Mehrerzeugung von Nahrimgsmitteln. Ein Friede unter Berücht auf jede Forderung fdjafft unserem Volke keine Erleichteruiitj seiner wirtschaftlichen Lage, er verschärft vielmehr für lan.re Zeit die Ernährimgsschwierigkeiten. in denen wir heute leben. Nur ein Friede, der unS die Möglichkeit bietet mit unserer Machterwetterung auch die Sicherung von Nahrungsmittel- u?ck> RvhstoffTicfcrungen zn fordern und durch- zusetznen, vermag den: deutschen Volke die ivirtschaftlichen Erleichterungen zu bringen, die cs unmittelbar nach dem Frieden braucht. Nur ein Friede mit Entschädigungen, mit Machtzuwachs und Landerwerb kann unserem Volke sein nationales Dasein, seine Stellung in der Welt und seine wirtschaftliche Entwieklungsfreiheit dauernd sick-erstelle::. Den Weg zu diesem deutschen Frieden öffnet :urs allein der deutsche Sieg. Der .Kaiser und die Führer von Heer und Flotte verheißen ihn und verbürgen ihn, und es gilt ihnen zu vertrauen und durchzuhalten, bis der Sieg der: deutschen Frieden bringt. Angehörige aller Volkskreise und aller Körperschaften, die unsere Anfchaimngen teilen, bitten wir. dieser Erklärung beizutreten."
Diese Erklärung ist unterzeichnet von: Deutschen Land mirtschaftsrat, vom Krie«sausschuß der deutschen Landwirtschaft, vom Bayrischen Landwirtschafts rat, vom Bund der Landwirte, von der Vereinignnq deutscher Baueruveveine, dem Deutschen Bauernbund, dem Reichsverband der deutschen landWirtschaftllchen Genossenschaften, dem General- verband ländlicher Genossenschaften für Deutschland (Raiffeisen-Verband), dem Zentralv-erband deutscher Industrieller, den: Verein deutscher Eisen- und Stahlindustriener, dem Mitteldeutschen Fabrikantenverband, dem Bayrischen In- dustriellerrverband. dem Verein zur Wahrung der gemeinschaftlichen wirtschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen, dem Reichsdeutschen Mittelstandsverband, dem Verband der Handelsschutz- und Rabattsparvereine Deutschlands, dem Württembergischen Bund für Handel und Gewerbe, dem Bayrischen Handwerker- und Gewerbebund, der Mittelstandsvereine im Königreich Sachsen, dem Deittsch- natronalen Handlungsgehitfenverband, dem Hauptausschnß nationaler Arbeiter- und Berufsverbände Deutschlands, von der Kirchlich-sozialen Konferenz, dem Deutschen Ostmarkenverein, dem Deutschen Wehrverein, dem Mdeutschen Verband und dem Unabhängigen Ausschuß für einen deutschen Frieden.
Line Erörterung über Belgien im hauptansschuh des Reichstags.
Berlin, 3. Mai. (WTB. Nichtamll.) Der Hauptaus- schu ß des Reick^stages erörterte am Donnerstag n. a. die belgisch« Frage. Der Redner der fortschrittlichen Volks Port ei erllarte. Die Annerion Belgiens als erledigt anzuschen, ist mich unerwünscht gegenüber der nationalen Geschlossenheit. Die Freiwilligkeit des deutschen Reichszusammenhangs ist es, die unsere Stärke ausmacht. Ein halbsouveränes Belgien mürbe einen steten Protest xmb eine stete Kriegsdrohung bedeuten, aber auch der volle Status quo ante schlösse die schwersten (befahren in sich Der einzige Weg, der zum Ziel führt, ist die staatliche Trennung von Vlamen und Lüallauen. Ta es imsicher ist, ob wir nach dem Frvedeusschluß Belgien politisch beherrschen, so ist cs jetzt an der Zeit, an vlamiichen Werten unter Dach zu bringen, so viel als möglich ist. Was davon bei unserem Ab- zng vorhanden ist, kann man im Friedens vertrag« schützen. Wir können an eine während des Krieges mächtig er- stärkte vlamische Bewegung anknüpfen. Ist ein Königreich Flandern für uns unerreichbar, so bereitet der innerbelgische Dualismus eine annehmbare Lösung vor.
Der Staatssekretär des Innern wies zunächst auf wurr im Februar im Ausschuß gemachten Aeußeruugen über die Bla.nenpoltttt lstn. Er gedachte sodann in warmen Worten des Gen e r algvuverneurs von Bist mg, dessen Verdienste als treibende Kraft in der Vsamenrwlitik auf immer mit der Geschichte des Krieges verbunden sein ivcrden. Sein Werk werde mit allen: Nachdruck fortgesetzt. Die Ve r wa l t n n g s t r c n n n n g werde in engster Fühlung mit dem Rat von Flandern bearbeitet und mache gute Fortschritte. Die einheitliche Durchführung der Blamen- rwlittk auch in den dem Heer und der Marine unterstellten Gebieten sei gesichert.
Der Redner des Zentrums lehnte es ab, jetzt schon über die deutschen Kriegsziele in Belgien sich anszulassen. aber unter allen Umständen müsse eine zielbeivußte und besonnene Vlamenpolittk «eftihrt werden. Ein Mitglied der deutschen Fraktion! wies ans die Bedeutung der flandrischen Küste hin. ans die Not wendigkett einer Flankendeckung für das niederüheinische Industrie y*™* au ^ ^ie Wichtigkeit des Hafens ^llitwerpen. Aus vielfacher kndblung mit sübrenden Vlamen heraus erachtet er den Plan d^r „veremigten Staaten von Belgien" unter der alten Dynastie nrr eine ern,w (defahr. Inzwischen ist ein a e m e i n s a m e r A n - trag aller Fraktionen emgelanfen: den Reichskanzler alsbald die erforderlichen Maßnahmen behufs sofort:- ger RullDefordernng der belgischen Zwangsarbeiter aus Nordsrank- reuki m die Leimat zu treffeii. Ein Redner der Konserven tiveii erklärte, für die Gestaltung der Verhältnisse in Belgien .^.^Enie geben: die Sicherung der Zukunft, unieres Bolkc^ Belgien sei wie geschaffen, ein Pufferstaat zwisckieri Frankreich und Deutschland zu sein. Es habe diesen Zweck aber nicht erfüllt. Welche Gestalt auch Belgien annehmen sollte, wcr standem lum vvr der Frage, ob die flandrische Küste unter unseren Einfluß oder den Englands vom men soll. Seine Freunde
müßten fordern, daß diese Küste unter deutschem militärischem Einflllß bleibt.
Hierauf Mb Ministerialdirektor Dr. L e w a l d nähere Auskunft über die Durchführung der Bettvaltungstrennung hinsichtlich der einzelnen Behörden. Es sei zu etmarten, daß trotz einiger Schwierigkeiten die Trennung in ivenigen Wochen vollendet sein ti^erde. Ein Mitglied der sozialdemokratischen Fraktioir erklärte: Nicht dtcrch eure Vi'rgegvaltiMingSpolittk ivcrde ein Zustand im Westen geschaffen, ixt die Zukunft des deutschen Volkes sichere, sondcrii dunh eine Polittk der gegenseitigen Verständigung. Das Ziel müsse die Wiederherstellung Belgiens in der Form seiii, die auch den Wünschen der Belgier selbst, der Wallonen wie der Vlamen, entspreche. Das könne nur ein Belgieir sein, unabhängig nach beiden Seiten hin.
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Berlin, 3. Mai. (WTV.) In der Henti-Fen Sitzung des Bundesrcrts gelangten zur Annahme der Entwurf einer Bekanntmachung über den Schusz der im vaterländischen Hilfsdienst tätigen Personeii, der Entlonrf einer Dekannt- maeliung über Ergäitzulig der Bekanntnlachung über den Verkehr mit Knochen und der Entnmrf einer Bekanntinachung über die bei Behörden oder in kriegswirtschaftlichen Organisationen beschäftigten Personen.
Berlin, 3. Mai. (Privattel.) Die „KoenMitung" meldet: Den: Bernehineii liad)' stehen für die wichste Woche ninfangreiche Veränderungen in der p r e nf;is chen inneren Vertvaltung bevor. Es verlautet:, daß sieben Regierungspräsidenten und dreißig Landräte aus ihrem bisherigen Wirkungskreift ausscheiden.
Auch der kleinste Goldgegensiand ist willkommen!
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in den Räumen der Bezittssparkasse Gießen ist morgen von 19 dir \2i Uhr geöffnet!
2 Im 5 Sta-t und Canö.
Gieß eit, 4. Mai 1917.
Hindenburgspende der hessischen Landwirtschaft.
Da noch vielfach Unklarheit darüber herrscht, zu lvelchen Preisen die Spenden der Landbevölkerung an die Fabriken weitergegeben werden, veröffentlichen wir im folgenden eine Liste von Preisen, die bei der Weiterberechnung der Warm an die Fabrikeil ohne jeden Zuschlag zur Anwendung gelangen. Die in der Stadt geltenden Verbraucher-Höchstpreise werden dabei nickt erreicht. Ten vermittelnden Stellen kommt bei der Hindenburg-Spende der hessischeil Landwirtschaft nicht der geringste Verdienst zu. Ein Ueberschnß bei iinentgeltlich gespendeteii und gegen Bezahlung weitergeleiteten Gaben liommt allein der Spende zugute, die durch Zukauf von Lebensmitteln von außerhalb vergrößert werden soll. Bohnen das Kilogramm 70 Pfg., 1 Laib Brot 60 Psg., Butter das Kilogramm 4,20, Dörrgemüse 1,50, Dörrobst 3 Mk.. Eier das Stück 25 Pfg., Erbsen das Kilogramm 60, Frischgemüse 8 , Frischobst 20 Psg., Gemüsekonserven die Tose 1,50 Mk., gesalzenes oder geräuchertes Fleisch das Kilogramm 5 Ml., Graupen 60 Pfg., Grieß 50, Haferflocken 80 Pfg.. .Honig 3 Mk., Julienne 1,50 Mk., Käse 80 Pfg., Kochbutter 5 Ml.. Marmelade 1.20 Mk., Malzkafsee 90 Pfg.. Margarine 4 Mk., Meerrettig 50 Pfg., Mehl 40 Pfg., Nudeln 80 Pfg. das^.Kilogramm: Oel das Liter 10^ Mk., Rüben das Kilogramm 8 , Sauerkraut 25 Pfg.. Speck 5, Schmalz 4.50, Wurst 4,50 Mk.. Zwiebeln 35 Pfg. das Kilogramm.
Ferienkinder.
Von zuständiger Stelle schreibt matt un-s:
Die Unterbringung städtischer Schulkinder auf deut Lande soll in diesem Smnmer in größerem Umfang lvie in den Vorjahren in die Wege geleitet werden. Der Landesausschuß für den Larrdausenthalt von Stadtkindern hat in allen hessischen Gemeinden einen Anfruf an die Landbevölkerung mischlagen, und das Großh. Ntinisterium des Innern hat den Kreisämtern genaue Weisungen über Unterbringung, Ernährung und Einschulung bev Kinder zugehen lassen. In den Städten und in den Landgerneinden haben sich Ortsausschüsse gebildet, die in Verbindung mit den bereits bestehenden Orgmlisativiren die Unterbrirrgung der Stadtkinder auf dem Lande bewirken. Zahlreiche Familien haben bereits Stadtkinder in Pflege genormnen. Möchten noch recht viele Londwirte diesenr Beispiel folgen. Sie werden großen Segeti stiften.
Zur Frage der städtischen Milchverforgung erhalten wir aus unserem Leserkreise folgeirde weitere Zuschrift:
Es war hohe Zeit, daß die Frage einer gerechteren Verteilung der städtischen Magermilch in Ihrem geschätzten Blatte aiigeschnitten wurde. Sie hat an sich mit der gewiß zuzngebenden schwierigen Hereinschaffung der Milch in die Stadt oder in die Molkerei nur einen lockerer: Zusammenhang. Beide Aufgaben: Milchbeschafftriig und Milcl)vertei- luyg tsörurten fast ebensowohl zwei verschiedenen Stellen oblieget:, wie z. B( die BesclMfning >des Brotgetreides und die Mehlverteiluilg in der Stadt Gießen v>on verschiedet:er: Stellen besorgt werden. Das eine kann und darf aber i:nsere Bevölkerung ganz gewiß verlangen, nämlich eine gerechtere Verteilung der zur Verfügung stehendet: Magerntilchmenge. Ihre Verteilung auf Stockwerke mochte für die allererste Zeit ein Notbehelf sein, um die Milch nicht dem Zahlungsfähigsten oder dem zuzuführen, der über die stärksten Ellenbogen verfugte, — auf die Dcnrer wirkt aber diese in volkswirtschaftlichem Sinne als „roh" zu bezeichnende Vertei- lmigjsweise verstinrmend. Es ist schlechterdings mrangänglg, daß das Ein-n t:d Zwe:kil:dersystem — vom Nullkindersystem ganz zu schweigen — städtischerseits indirekt geradezu belohnt wird, indem man Familien von zwei bis vier Köpfen dieselbe Magermilchmenge gibt, wie solchen mit höherer Personelyülhl, und lveiter aurl) kinderreickw Familieii in keiner Weise berücksichtigt. Hier muß also Abhilfe geschaffen werden. Ist die städtische i'Nilchv-erj'ovgnngc-'stelle überlastet, so sorge man für lveitere Arbeitskräfte. Die Milchversorgung wird der Stadt in der kommenden heißeren Jahreszeit noch viel zu schaffen mackwu. Ztvei Probleme harren leben- falls zurzeit der Lösung: Beseitig::ng der volkÄmrtschöstlich urstgerechteu Berteill:ng und Verhüllmg der Milckü>er- derbnis in der heißeren Iahres!ze:t. Eile tut Not.
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** Amtl i che Personalnachrichten. Ilebertragen wurde: aur 27. Llpril der Sckulamtsaspiraiitiir Atme Al brecht aus Darmstadt nrit Wirkung vorn 1. April 1917 ab eine Lehrerin- steile an dcr Volkssck'inle zu Gießen, dem Lehrer Rl:dolf Blank ans Bckbcnihausen nrit Wirkung vom 1. dlpril 1917 ab ettre Lehrer- stelle m: d<'r Volksschule zn Gießen, der Schlllmntsaspirantin Pml- line Großart aus Grimcklich (Kr. ^St. Wendel) mit Wirkimg vom 1 . Vlpril 1917 ab eine Leinerinstelle an der Volksschule zu Gießen, am 28. ^lpril der Schiilamtsaspirairtin Pmila Alberti ans Dchr.ckerg (Bayern- eine Lel-rerinstelle an der Volksschule zu Arheilgen, Kreis Darnrstadt, der Schnlanttsaspirm:tin Margarete Bnnmüller m:s Darmstadt eine Lehrerinstelle au der Volksschule zu Arheilgen, Kreis Darnrstadt.
** Eine ordentliche L? i tz u n g des P r o v i n - zialtags der Piwvinz Oberhessen firchet am 13. d. Mtst
hier im Reg^erungsgebäupe mit folgender TageKordnAUg statt: 1. Rechmrng der Provinzialkasse urrd Berwaltungs- bericht für 1915. 2. Voranschlag der Provinziallasse für 1917. 3. Rechnung und Verwaltnngsbericht des Provinzial- Wasserwerks fiir 1915. 4. Voranschlag des Provinzial- Wasserwerks für 1917. 5. Rechnung und Verwaltungsbericht der elektrischen Ueberlandanlage für 1915. 6 . Voranschlag der elektrisck^en Ueberlandanlage für 1917. 7. Antrag des Provi nzial ai:ssck>usses betreffend Aenderirng und Ergänzung der Satzrnig über die Dienstverhältnisse der Angestellten der Provinz Ooerhessen.
^ Rentenempfänger bei landwi rtschaktkichen: Arbeiten. Die augenbliclliäMn Arbeitstierhältniss-e verlang: üi Landwirtschaft und Industrie dririgetid die Mitarbeit aÄer irgendlvie verfügtaren Kräfte, auch c-iterer oder in ihrer Er- wcrbsfäkngkeit teilweise beschränkter Personen. Mitmiter werden sich diese l n-eits im Besitz einer Unfall- oder Invalidenrente de- fiilden imd unter llmständen befürchten, dmA) llebernahme von Arbeit könne ihre Rente gekürzt oder ganz- ausgehoben werden. Es wird von den Versicherirngsträgerir dahi'r gm:z besonders darxmf lingennesen. daß die Beteiligung an vaterländischen Arbeiten tri** mals Anlaß zn Rentcnmi'ndrrimgen geben wird. Etwaige Anzeigen von dritter Seite nach dieser Richtting iyai werden unbeachtet gelassen, so daß das bei den Rentenempfängern etwa bestehende Niißtrauen gegen eirve Betätigimg völlig unbegründet ist.
** Kanincheitmarkt. Um den in Züchierkreisei: noch bestehenden Zweifeln zu begegnen, wird ausdrücklich bewnt, daß sich an dem Kaninchenmarkt, der während des ganzen Sommers avt jedem ersten Sonntag im Monat znr festgesetzten Stunde abg^ Halter: wird, nicht nur Vereinsmitglieder zum Ver- und Ankauf beteiligen können, sondern auch alle übrigen in Meßen wie in der Umgegend wohnenden Kleintierzüchter. Der Zweck des Marktes soll ein sozial fürsorglicher sein, der alterr zugute kommen soll, ltm die segensreiche Kaninäwnzucht in der vcrsorgungsschweren Zeit in alle Schichter^ der Bevölkerung hineinzutragerr.
** Der Schützen verein hat seine für ?Nontag, 7. abends 8 V 2 Uhr, anberanmte Generalversarnmlung auf Dienstag, 8 . Mai, verlegt. Siehe Anzeige.
** T i c B eam ten-Sterbeka sse hält nächsten Sonntag ihre 15. Mitglieder-Bersarrrmlirng ab. riefte ?lnzeige.
** Das heutige Kreisblatt, 9cr. 77, enchält Bekanntmachungen über: Regelung der Beschaffung, des Msatzes und der Preise von lebendem Vieh. — Verkehr mit fettlosen Wasch- und Reinigungsmitteln. — Verordnung über Oelfrüchte rmd daraus ge- Produkte. — Zusatzfteischkarten. — Brot Versorgung der Militär Personen und Kriegsgefangenen. — Gartenbaukolonie (Ließen. — Verdunkelungsmaßregeln gegen Fliegerangriffe. — Fällen von Ed-elkastanieiibänmen. — Bekanntmachung bettessend Wege- Vergütung.
Landkreis Gießen.
— m. Hunden, 3. Mai. Nachdem erst vorige Woche die Kunde von dem Heldentod des Artilleristen Fritz Nickel, lediger Sohri der Witwe Nickel, hierher gelangt ist, traf gestern durch einen Känreraden die Ncut>richt ein, daß der mit dem Eisernen Kreuz und erst vor wenigen Tagcu: mit der Hessisä)en Tavferkeits- medaitle ausgezeichnete 36 jährige Landsttirinmann Hermann Bender, Sohn des Schlossermeisters Bender, durch einen Granatsplitter ein Opfer des Krieges geworden ist. Bender stantz seit Beginn des Krieges in einem Infanterie Regiment im Westen. Er hinterläßt eine Wittve und zlvei Kinder.
Kreis Büdingen.
P B 0 b e li ha u s e n ,4. Mai. Für die durch den Verttanens- mann des Roten Kreuzes Ortenberg und sunge Ptädchen in unserer (Äemeind-e durchgeführte Hind-enbnrgspende gingen ein: 24,5 Vfd. Mehl, 86 Eier, 1 Pfd. Speck, 2,25 Pfd. Dauerware, 1,75 Pfd. Böhmen, 0.5 Pfd. Eicksen, 14 Pfd. Dörrobst, 1 Pst», frisches Obst, 1,25 Pft>. Zwiebelm 3,25 Pfd. geschälte Gerste, 1 Pst). Kaffeeersatz.
4- Lißberg, 4. Mai. Zur Hindenburgspende. dv aus Veranlassung deS Roten .Kreuzes Ortenberg durch den Orts- geistlicheii und Ldhrer unter eifriger Mitwirkung der Schulkinder eingesammelt wurde, gingen folgende Gaben ein: 157 Eier, 36 Pfd- Meerrettig, Sellerie, Rübeii und Zwiebeln, 30 Psd. Sauerkraut, 26,5 Pst>. Mehl, 13,5 Pst). Dauerware, 16 Pfd. Dörrobst, 9ck Pfd. Siwpenbohnen, 4,5 Pfd. geschälte Gerste, 1,25 Psd. Butter, alle gaben, wie immer, gern und brachten so das für die kleine Gemeinde hervorragende Ergebnis zifftande.
kirchliche Nachrichten
Israelitische NeligionSgemeinde.
Gotter-ienst in der Synagoge (Zild-Anlage).
Samstag, den 5. Mai 1917: Vorabend: 8.30 Uhr. — Morg.: 8.30 Uhr. — Abds.: 9.10 und 9.45 Uhr.
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft.
Sabbatfeier, 5. Mai^1917. Freitag, abd. 8 . Savistag vormittag 8,30, nachm. 5. Sabbatausgang 9,40. Wochengvttesdienst: morgens 7, abds. 8 Uhr.
Letzte llncbricbtcn.
Die Veränderungen in der preußischen Verivaltung.
B c r l i n , 3. Mai. Der „Berliner Lokalanzeiger" schreib!: ^Weitgehende Dcräiiderungelr in der höheren Beamtenschaft ber preußischen Vertvaltung sollten narb einer gestern sehr bestimmt Mlftrelenden Meldung bevorstehen. Devigegennber körmen wir auf Ohmnb von Informationell, die rms an Inständiger Stelle zilteil geworden sind, mrtterben, daß die Gesanttänderimgen sich daruus beschränkeii, daß fünf Relffermigspräsidentcn und die gleiche Z>ackl von Ltindräetn, sei es aus (Äesnudkeitsrücksichten, sei es aus anderen persvnlick-en UinstäTiden, ihre Entlassung erbeten haben. Italienisches Urtril über die Weftoffensive.
Bern, 3. Mai. Ein militärischer l'lrtifd der ..Stampv" bcstwicht idie West offerffive tmv stellt fest, daß die öffentlich: Meüumg Italiens sich mehr für die Rdrßirahlnen Deutschlands'und Oesder- reicks interessiere. Die Deutschen leisteten verzweifelten Wider- staiid. Die Englmider imd Frcuizosen hätte:: die .Bedeutung de? Artillerie gegenüber dem Meirschenmaterial überschätzt.
Kriegsmiwigkeir in Frankreich.
Gens, 3. Mai. Der frühere Pariser Vertteter des Journal de Geneve"^ sagt, daß wieder eine Wöge der Ulizufriedenlieit und Müdigkeit über Frankreich geht. Er >benrleilt die französische Stimmung nach den Enttanschnngen der letzten Offensive in einem Leil- crrtikel wie folgt: Es zeigt sich uftd>er neue Unruhe in Fraiikreiäi. Der Krieg ist lang Die ftai^ösischen Nerven sind nach den viele:: bisherigen Entttiuschiingcn lvenig widerstandsfähig. Das Ergebnis der Schlackst in der Ehampagne hat den Hofftumgen, die die lange industrielle Vorbereittmg envirkte, rricht enffprocken. Daher nervöse und bereckstigte Unrulw. ^lLier diesmal lvird aus die Depression ein neues Aufflammen der Energie folgen unter der Bedingung, daß ei: Heilmittel gegen die U-Boote gefunden wird.
Die Swckholmer Konftrenz.
Kopenhagen, 3. Mai. „Berlingske Tw^che^ mekdet ans Stockholnr. daß Silysmans erklärte, die Sozial dem okrate:: würde:: in Stocklwlm solange vagen, bis der Frieden geschlossen sei. Er sei überzeugt, daß auch Bciche:: Vertreter zu der Konrereiiz schicke:: werde.
Der nnsische Wirrwarr
Bern. 3. Mai. Der Petersburger Bericktei-statttr des „Cor- riere della Sera" berichttst über die nstitenden Angriffe, denen Lenvr und seine Gknwssen ansgefetzt sind. Das Mmitee der Offizien' beantragte bc: dem Arbeiter^ und Soldatenraten die Verbawing Lenins aber der Antrag würde im dffime:: der Freiheit abgelelmt. Aus den Straße:: und in den Bi'rsamnüungen kam es luruffg zu heftigen Zusamnwnswßen, rvobei die (Gegner Lerrins ihre Anbauger verhaftete:: imd umgekehrt.
Amerikas Kriegskoftcrmoranschlag tp'nrbmigt.
Haag. 4. Mai. (L. A? Wie aus Washmgtv:: geuwldet nnrd habe das Rew-cheirtontenhmls nrit 369 geg<m eine Stimme, mid zivar «e des Sozialisten Meyer London, dn: KriegsköstenVoranschlag genelnnigt, der 2827 MÄlstmen Dollars beträgt.


