Ausgabe 
27.4.1917 Zweites Blatt
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Nr. 98 Zweiter Blatt

Erscheint-llch mtt Ausnahme des SsrmtagS.

Veilagen:Gietzener ZamMendlatter" und ..«retrUrtt für den Kreis Sichen".

Postscheckkonto: Sranffarf am Main Nr. Nö8d. Soakverkehr: Sewerbedank Sietzen.

16Z. Jahrgang

_ eiger

General-Anzeiger für Gberhefien

Stettag, rr. Apill 19JT

ZwilltngSrunddruck und ©erlafl; Brühllche Unu>crluätÄ-'©ucfy-u.fttei»vörud«fU R. Lange, Gießen.

Zchristleltnng. SeschSstrsteüe und Vrnckerei:

Schuistrave7. Gejchäj.s,teile u.Verlag:

Schrift ieuung: 112.

Anschrift für T ru htnachrrchten: AnzetgerGießen.

Der Lhes des Nriegsamts und die Rüstungsarbeiter.

Berlin, den 27. April 1917.

Der Chef des Krieg.samts hat folgenden Aufruf er-

lassen:

An die Rüstungsarbeiter!

Im Mesteir bei Arras, au der Aisne und in der Champagne

steben unsere feldgrauen Brüder in der sckMcrften und blutigsten Schlacht der Weltgeschichte.

Unser Heer braucht Waffen und Munition. Habt Jhrnicht Hindenburgs Brief gelesen?

Eine unsühnbare Schuld nimmt derfenige auf sich, der in der Heimat feiert, statt zu arbeiten. Für Eure Schuld mühten un­sere Feldgrauen bluten."

Wer wagt es, dem Rufe Hindenlmrgs zu trotzen? Ein Hunds­fott, wer streikt, solange unsere Heere vor dem Feinde stehen!

Hiermit ordne ich an, daß unverzüglich in den Rüsttmgs- lrettiedeu aller Art haxirgesinnie Arbeiter, mutige Männer und Frauen sich zusarmuentun und ilrre Kameraden ausklären, was die Rot der Zeit und die Zukunft des Vaterlandes von uns allen fordert. Arbeit und wiederum Arbeit bis zum g cf - lichen Ende des Krieges. Dies« mutigen Arbeiter sollen rücksichtslos gegen alle diejenigen Vorgehen, die heben und auf­reizen, um dem Heere die Waffen und die Munition zu entziehen. Leset Hindendurgs Brief immer wieder und Ahr lvcrdet er­kennen, wo Misere schlimmsten Feinde stecken. Nicht draußen, bei Arras, an der Aisne und tu der Clfampagne - mit diesen werden Eure feldgrauen Söhne und Brüder fertig. Nicht drüben _ in London. Mit diesen werden, unsere Blaujacken auf den Untersee- Booten. gründliche Mreckmung halten. Die s ch l i m m ft e n Feinde stecken matten unte r uns das siird die Kl eiii - mutigen und die rr»h viel Schlirmneren, die zum Streik hetzen. Diese müssen gebrandmarkt werden vor dem^ ganzen Volke, diese Verräter am Daterlande und am Heere. Ein Feigling, wer auf ihre Worte hört. Leset inr Reichsstvafgesetzbnch, fvas ^ 89 über den Landesverrat sagt. Wer wagt es, nicht zu arbeiten, wenn Hindenburg es befiehlt?

Der Brief Hmdenburgs und dieser Aufruf sind in allen 'stüstungsbetrieben so anzuschlagen, daß jeder Arbeiter tagtäglich sie vor Augen hat als dauernde Mahnung zur Ueberwinduug des Meinmuts, zur Erfüllung der Pflichten gegen unser geliebtes deut­sches Vaterland. Wir sind nicht wieit vom Ziel. Es geht ums Dasein unseres Volkes.

Glückauf zur Arbeit!

Der Chef des Kriegs-^«?»

Groener, Generalleutnant.

den. Für die Durchführung des Planes sei bereits ein Komitee und ein Geschästsausschuh gebildet worden, denen die besten stca- men Dänemarks angehörten. In einigen Tagen tollte em Auf­ruf an das dänische Volk zu weiteren Spenden ergel-en Durch che vorzeitige Verössentlick/ung sei der ganze Plan möglicherweise in Gefahr gekommen. Thorson erklärte weiter, wie aus dar Pre,,fe ersichtlich, sei, sei die Stimmung anläßlich der vielen ^orpedre- rungen solcher dänischen Schisse, die, von neutralen Hasen kom­mend, Dänemark die dringend notwendigen Fullen bringen sollten,

ohne die Dänemark dem Ruin entgegengehe, im Volke «üßerordeut- lich bitter. Er habe selbst viele Beweise dafür erhaltein diese Ent-

Wicklung der politischeu Beziehungen zwischen beiden Landern de rühre il,n als aufrichtigen Deutschenfreund sehr schmerzlich. Wenn Deutschland den gegenwärtigen Untmeckrieg gegen Dänemark auf- geben wollte, würden nicht nur 15 009, sondern 50 000 dentsclf-e Kinder in Dänemark überall freundliche gastfreie Aufnahme smden. Das Komitee werde demnächst eine Sitzung abhalten, um zu der neuen Lage Stellung zu nehmet« -wenn sein Plan zur «-tiTrco* führung reif sei, werde er sich nicht als Privatperson an den Ber­liner Magistrat wenden, sondern die Angelegenheit der dänischen Regierung übergeben, die die Ausgabe gemeinsam mit der deut­schen Regierung lösen müßte.

Kreis Büdingen.

»Büdingen, 26. April. In der Gefangrnschoft starb der Landsturwmann Johannes Bor g n e r. -

rcits früher die Hessische Tapferkeitsmedaille, erhielt der Unter-

n Rinderbügen, 26. April. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Heinrich Herd.

Kreis Alsfeld.

Up. Aus dem Ohmtale, 26. April. Nmr werden di- Bromvecrhecken endlich grün. Die Stachelboer- undJ o Hannes^«- sttäucker grünen bereits. Aber die Baumknospen schlafen noch den Winterschlaf, sie treiben noch nicht. Man kann che Bruten- von den Blattknospen noch nicht unterscheiden, rmthm .noch kemm Schluß auf die Aussichten zur Obsternte machen. Es ist, doch eme, wahrend eines Menschenalters nicht vorkommende Erscheinung, daß der Mai vor der Türe ist und die Vegetation noch soweit Mrück- sleht. Nach der alten Wetterregel soll das allerdings einen O b st- fegen verbürgen. Das Korn hat auf den Ackerstelle n, w o rau f der Schnee so lange gelegen, Schaden erlitten; es ist ausgewintrrr.

)n der Zeit vom 25. April bis 2. Mai findet eine

statt.

Erneut ergeht der Aus:

Das GM

.Dänische lttiegziinderlsilfe."

Kopenhagen, 21. April. (Privottneldnngft Tie Berliner Meldung, daß ein dänischer Arzt eine Million Mark zur Verfügung gestellt hat, um 15000 Berliner Kindern während des Krieges Aufnahme bei Kopen­hagen zu schaffen, hat hier bedeutendes Interesse erregt. Die Presse beschäftigt sich lebhaft mit der Meldung und bereiter ihr durchgängig keine freundliche Aufnahme, wobei sre Qis die vielen Torpedierungen dänischer Sclnsfe brnsveist. Ta verschiedene einander widersprechende Naclrrichven über den Plan m Umlauf lind, hat ein Pressevertreter bei dem betteftenden Arzt selbst Er­kundigungen eingr^ogen. Es handelt sich um den dänischen pcrzt Tlwnvald Thorson, der während des Krieges wiederholt für die deutsche Sackie erngetteten ist. Thorson stellt entschieden in Abrede, > er sich an den Magistrat, von Berlin mit dem genannten An- gebrt gervandt habe. Er habe lediglich miter der Hand m Teutsch- ,and die Stimmung für einen s'olcksen Plan untersuchen lassen, lieber die Entstehrrng und Entnücktung des Planes sagte Thorson, er habe sich im letzten Jahre mit dem Plane der Unterbringung invalider Kriegsgefangener in Dänemark beschäftigt und zu diesem Tvrviu eine lalbe Million Kronen gesammelt. Als die

-Zwech bereits eine halbe Million Kronen gesammelt. Als die Lösimg dieser Ausgabe sodann von der Regierung übernommen sei, habe er von den Spendern die Ermächtigung erhalten, den ge­sammelten Betrag zu einem anderen meuschen freund U chm Zweck

zu" verwenden. Sinter 'der BezeichmngDänische Kriegst'inderhftse" lebe er darauf dm Plan gefaßt. Kindern nn Alter von.,12 >>ah-

i/aoc ki wittui u, u ..;-. ,

reu ohne Rücksicht auf Nationalitä: und Glauben m angesehenen dänischen Familien Unterkunft und Pflege zu verschalsm. Au, Grund der Verhältnisse würden namentlich den t'che, österreichische, polnische und belgische Kinder in Betracht kommen.

Die gesammelten Geldbeträge luerbat n. a. nrr Bekleidung. Beförderung und ärztliche B-Handlrmg der Kinder versvandt wer

Kreis Schotten.

e Gedern, 26 April. Nach, dem Abschluß des hiesigen Vorschuß- und KredftVereins A. G., betrug das Gesamtoermogm des Vereins 1064 584,73 Mk. An Dividmde wurden mr 1916 3080 Mk. verteilt, dem Unterstutzungs- bezw. Pensionsfonds 5.o00 Mark überwiesen und für Betriebsrücklage V5^4S'Ml. bernt- gestellt. Das Aktimkapttal belauft sich wif 28 000 Mk, der Re­servefonds aus 31500 m. und die Spareinlagen »fln«

Höbe' von 988164.24 Mk. erreicht. An SttNc-des aus geschienen >sMitglieds Julius Eloos, nmrde Karl M ü l l e r IV. und

Die Goiöantaufssteste ist während der hessischen Goidwoche geöffnet:

Samstag. 28. April vorm. i>. 10 - \ 2 % Uhr. Dienstag. HIat nachm, von 24 Uhr.

Mitbürger! Sorgt dafür, daß der Kreis Gießen sein Teil zum Gelingen des vaterländischen Werkes beiträgt!

liefert Euer Gsldgeschmeide ah.

Gießen, den 21 April Mi.

Namens der Goldantaufsstrüe für den Areis Gießen

Dr. Ufingcr.

33581)

Aus Stadt und Land.

Gietze.n 27. April 1017.

** M e h r O el ku che n für die An bau er v on M o h n

und Dotter. In Abänderung der Verordnung über Oelfruchte und daraus gewonnener Produkte vom 2H. Juni 19!5 i.l.cichs- Gefctzbl. S. 842. hat der Dundesrat oe.tlüos'.en, das Recht des ow- zmgcrs auf käufliche Erwerb von Oellüu<u bei Mohn und matter aus der Ernte des Jahres 1917 voll 35 kfc aut 50 kg Tirr ic 100 kg abgelieferter Oelftüchw zu erböhen. Die 'AuSttcht. gconcre Mengen von den als .Futt« rnritle! o wertvollen ^clkuch.'n zu erhalten, wird für zahlreiche Lmrdwirtt einen großen Anveiz bieten, M.ohn simd Dotter, deren r'knss.rat kurz bevorstent, in erhöhlmr Umfange anzubaucn. zumal daf.'.r -^orgc getta tz.m worden ist, daß in diesem .Fahre die Verzögerungen . sveleße, intz r ei v:v Rücklieferung der Oelknü-en an di' Oelsrn.^tabli-tzerer nn vergange­nen Wirtschaftsjahre -ergehen haben, dur-.l: entsprechend-.' Vor­kehrungen unter allen Umständen vermieden iverden können.

an Stelle''des'verstorbenen Aufiichtsratsmitglieds Karl Hölker wurde

^akob ^färben, 25^Äil! Dieser Tage gelangte hierher die Nachricht, daß bei den schweren Kämpfen rm Westen der hiesige Lelrer ?ldoli Eichhorn auf dem Felde der Ehre gefallm^ift. Er hirtterläßt eine Witwe mit einem Kinde, welchen wer die größt« Teilnahme über den schweren Verlust mtgegmgebracht wird.

Hessen-Nassau.

X Gelnhausen, 24. dlpril. Der Kreistag des Kreis^ Gelnhausen hat den Kreisausschuß ermächttgt, den Beitrttt des .Kreises zuin .Kriegshilfsverein des Regierungsbezirks Kasiel für den Landkreis Stallupönen zu erklären und einen Beittag mt 7574 Att ,u übernehmen, der zu je einem drittel m den .r?rns- baushaltsplan für 1917. 1918 und 1919 eingestellt werden soll Zur Bestreitung dr'r Familiemmteritützungen soll ein weiteres Tarlehen von 1 Million Mk. ausgenommen werden. Für die Milck- und Dutterversorgimgsregelung m den Gemeinden des Vogelsberges hat der Kreistag einen einmaligen Zuschutz von 1000 Mk zur Verfügung gestellt, aus dem vom Kreisausswusse im Bedarfsfälle Beihilfen zu den Kosten des Fuhrwerks gewahrt

o^hurg 25 Avril. Der Landrat macht im Kreisblatt bekannt ^..Die 22 Jahre alt - Dienstmagd MinnaHetz m Hängen bat mit einem Kriegsgefangenen mttmen ^kebr unterhalttru Dieses gegen dir guten Sitten ^rstoßende Vor aalten der vetz bringe ich lnermit üir öffentlichen Kenntnis."

-- Au sderRhön, 26. Avril. Aus VeDanlaisungder Mstän- digen Amts stellen wurden zahlreiche besonders geschickte vo^minitzer dc4 G«birg.-s nncni besonders lohinnchrn Ärbnts-.wria ihres Be-

rliis znpesülirt: ber s e r stell UN-, kün st l rcher G t lei>« r^l».

sonders Sünde. Die irnher von den S-lnnKcrn hcrpestcllten Arderten wurden obne Vorlagen angefertigt und entsprachen natnraemah nicht den Ansordornngen der Wissenschaft. Jetzt bat die Milrtsti- bcbördc eine Anzahl Schnitzer gründlich Leoret-ich und praktisch vorbilden lassen. Der Ersolaist. datz die '^jon'Knnstsamitzer min, m'br durchaus einwandfrei künstliche Glic!»-iaßen Herstellen, 5tem großen Mengen von der Heeresverwalttma gekauft werden. Eine von den Schnitzern gegründete Fachorga'nsatwn gewährleistet zu- 'NI, die sachgeinähe Herstellung oller 6stiedpMn durch eine ge- .tau- Nachprüfung der abzuüefernden Gegenstände. Bei der An- sertigung der künstliche Hände, kommen zwei Formen m Frage:

,Hand zum Tragen und eine offene Hand m Rnhestillung. Versuche der KriegSs^-kulatioa. sich zwischen. Erzeuger und Ad- rr 'hmer als Vermittler bezw. Kettenhändler ernzusünebrn. durften 'lücklickscnvcisc erfolglos bleiben, da die zuständigen Reaierun-eq. bie bavcri'ckte und die mnmarifdie, diesem ausftchtsvollen neuen Erwerbszweig der Rbönschnitzer ihre ganze Aufmerksamkeit schenken.

Aunst nnd w?;?enschaft.

- Die Deutsche Shakespeare-Gesell sch a f r tagte am 23. Äpril in Weimar und stellte hiermit.den schmäi»red.".l

daß ^es nach dem reinigenden Ansturm dir,e> Krieges wid unter der Jübnmg Shakespeares viel von seiner sensationellen matt heit

abstoßen und uns um so

am 60. itiriu i = 4. i v. ^ .... .

unterer Feinte über deutsche Unkultur iraeder eine Tat entgegen. Der Voriitzcnde, Geh. Reg.-Rat Brandl-Berlin, hatte cm -teigen

ber Milglicderzahl zu meiden. In ,einer Ansprache rühmte er das Poesietheater, wie es unsere Klassiker nach ^gakespcares Muster auibrachren, als einen Kulttirschatz, besonders für unsere Staate Er erinnerte daran, datz es gerade loO Javr«. ber !md, seit Lessing in derHamburgischen Dramaturgie dazu die Losung ausgab Auch für unfern dramatischen Nachnmcvs oi der 0Kqenwart ttat er ein und verlangte Anerkennnng und Hilfe für ,cne Lyeater leiter die statt ausländische Dutzendware zu importieren, sich unserer heimischen 'Talente mmehmm. ,,Wie haben cs die Londoner Schauspielhäuser zu Sl-ak^'peares Zette,^erm gehalten. Sw haben fick, so gu,t wie ausschließlich auf englisck»? Werke beschrankt Mail wag dies cngl-erzig nennen und verglich auf vre krasses und vlumpes Zeug Hinweisen, das bei solchem.Vorgehen auf die Bretter kam Aber allmählich bildete sich doch -nne Reche gewandter Dramentechniker, die den gewöhnlichen Tagesbedarf deckten, und dann eine Gruppe hervorragender Tranunidickttcr, die bald auch vom Ausland begehrt wurden, und schließlich. em Weltgenn-, das noch heute in allen Erdteilen - sür den englischen Namen eine unnJeure Propaganda macht. Hätten rm damalige:! London Fran osen und Italiener, deren Stücke anfangs wel geoüdeter waren, das Vorrecht der Aufführung genossen. ,o -wäre der lunge Shake­speare läng.- nicht so angeregt :md gehoben worden. Den eigenf lichcn Bortrag hielt dann der Intendant der Leipziger Theater Geh Hoftat Mart er steig. Er sprach aus reich'r v>r ahruua über Sbatespeare-Regie. Edlere Theaterkunst möglichst an das Volk hcranzubringen, bekannte er als'sem Ziel. Die Ruckstm -n einer detoratiouslosen Bühne, wie sie Samts, soeben m entern posthumen Buch empfahl, ist abzulehnen, »veilunser .lv.ttrr Schaubühne heißt und ist, nicht Sp rech bühne . chnswauung erhöht unfern Kunstgewuiß. weil sie unsgleich in das Haupt- inte resse der inneren Handlung" versetzt. Solche Bereicherung ist der moderneii Psyche erwünscht und braucht ihr nur 'nrt Sickxi hnt des Geschmacks zugefühtt zu werden. DiespannnngAöten- den Llusl-anpausen" sind zu vermeiden, wozu es letzt viele Mtttel mbt- aber ivo deutliche Haudlungseinsckmitte ein geistiges Utem- ,Mlen gebieten, ist mit dem H<nrptvorl)Mig eine Aktpanse KN machen. Ohne fcüraUflflt geht es nicht: ein ungekürzter ,.vam tt" wurds Stundvii dauern: aber nur entbelwlicher ^clw'uck blnbe nx^g. "<-r deutsche .Text sei spvedchar.lieber mit den fünf Srnncn. aeschäpft als nur mit philologischer (Gelehrsamkeit". Was Fürsten ui-' dem deutschen Tl-eater kurz vor dem Kriege jährlich

^moendeten, belief sich auf 18 ÄMumar Mi da zst rar hassen,

ir-irb Tic zahlreich desuck^c Versammlung ging mit dem ^tede Deutschland über alles" auseinander. Der Grv'cherzog vertuv dem Redner, Intendant Martersteig. gebürtiger Weimaraiier. das

mehrWachi'tnm der Seele" gewähren

lirill .Ul'IUl, OHll» Ulli «kV., iu . I.v VW , .yx .

Komtunreuz des »veis.en Falken. ^aS HotAca'e- aasVerl-orene

narbeitung von Oberreg isst uv Jürgens.

imd

Liebesmüh" in netrer ^ - .... ... .. . .

Mit der ungarischtm Shakespeare-5 -ellsckxift »vurden arbeite waffenbrüderlich.' Grüße ausgetausch-t.

Karl Schönherrs., Volk -in^Not" in Berlin. Aus Berlin wird uns geschrieben: Karl Schön her rs Drama der Tirolcr Erhebung unter Andreas Hofer kam nun auch in Berlin in einer Darstellung zur Ausführung, die die nahmhaftesteu Kräfte der Reindardt-Bülmen aufbol. um das szenisch, nichts weniger a.:> leichte Stück zu greifbarem Leben zu erwecken, a.er ^Mhalt bt» Dramas, dessen 2. Akt als Höhepuntt die Sch acht am Berge g.sel mit Schützengräben, wehender Frhne. Kugclgictzen. Bader und Handgemenge zeigt, der Inhalt dieses Freskogemäldes lüjrrfce bereit.' gelegentlich der Wiener Ucaussührung m ,emcn nicht allzu wesent­lich qenlicbcrtcn Em^lheiten näher erörtert. Wie mGlaube und Heimat", so wählte Schonherr auch diesmal zum Heiden cm ganzes Volk, einen Baucrnstamm. der in edel au,flammender Glut ent­schlossen ist. seine überrumpelte Sckwlle vom Feinde zu befreien, für das Blut der Vater. Gatten. Brüder und Söhne Rache zu nehmen. Der etwas gedehnte Auftakt bringt die Garung und den Ausbruch der Bolkserhebimg im Hause des Notadlwtrts, der den napoleomschen Soldat nt bereits eilten Sohn hatte opfern müssen. Es ist die historische Szene, in deren Verlaus der Sandlmrt Andreas Hofer die Fülfruug an sich reißt: uüt etwas billigen Mttteln und unglaubhaft theatralischer Schnelligkeit ist dies gestaltet. Hieran schlitzßeii sich der Kampf in bcu Bergen, zun,cheu deren grünbe- wochsenen Felsen unter zahllosen anderen Troolern mich der Rotadl- wirt Mid seine drei letzten Söhne ihre Leben für das Freiheit st, eal lassen Essen, und endlich der Schlußakkord, dtt den Scymerz der Mütter imd Frauen mit inviduelleren Tönen auSklmgcn laßt. Das Motiv der dramatischen Arliftt ist mit Geschick an die gegenwärtige ftcitstimmlmg gelehnt, leider hat aber SchönIftrr sich säst ganz auf die hieraus entspringende Wirtung verlassen. Eine uincie. dramatisclfc Enttvickttmg und die Zeichnung wirklich persönlicher, tn ihren besonderen Dusmas^n ulid Grenzen^verttcster Charaktere verspürt mau mir flürlnig an veremzetten stellen. Iw Volks- b Ü h n e n h a .i s a m B ü l v w P l a tz tat Max 3t e i u h a r d t mtt Professor O^regoris Mitwirkung alles, um dem breiten Bild einen eindringlich natürlichen 'Rahmen zu geben, lmd me Dar­steller zeigten sich gleichfalls bemüht. Dathettk zu Natur lwralr- zumildern. Am üeshen selmta die EUe Le.h mauu, dem AudvaaS

Hofer Eduard von Winter st eins, der Rotadttmrt ^>sef ft l e i n s Paul H a r t ma n n und der außerordentlich degevteu Auguste Pünkösdy. Als Gast erschien Frau Anna Milden­burg. die Gattin Hermann Bahrs, m Berlin bisifer rurr als hervorragende Altistin bekannt, mit großer Gebärde und stark wirkender Zßraft. Das Publikum spendete viel Verfall, der aber nicht zum svenigsten der ausgezeichneten Aufführung galt.

- Mommsen über Wilson. Bor etwa 20 Jahren er-- schien lftcr für kurze Zeit die internationale dreisprachige Monats-

rift " Cosm'opolis","deren dautt'ckvn- Teil der ietzige. Herausgeber des Literarisäxm Echos" Ernst Heilborn leitete. Die,« veronent-

licht "heute '.um ersten Male den Beittag eines seiner damaligen berülmicsten Mi:arl>eitcr: Theodor Mommscns. Und ferne Ansicht genagt über den gevadc durch die Bereinigten Staaten vom Zamr gebroä-.eueu amerikatnsch-ipanischen Krieg.,erwiderte der greise Ge- lelntt mit einer Schärfe und Offenheit, die es dem diplomattschett Redalti». ns stad vortCosmopolis" geraten crsche.nen lrctz, Aromm- sens Antwort nicht zu veröffentlichen. Mommsen schrieb nämlich i Geehrter Herr!

In meinen, jungen Jahren lvar der Glau..' ziemlich alt gemein verbreitet, daß die Weltordnwrg stetig zum Besseren wrts.chrerto un.d daß dieser Fortschritt durch die mcbr und mehr allgemeine Ern- sühning der Republick zmn Ausdruck kommen sverde. Dieser Jugend- efc.tci I>at mau sich allmählich entwöhnt, nachdem man Gei egen heil gebabt hat. dergleichen Umgestaltung, tatsächlich mitzu«kcbm. Aber auf die arge EnttäusckMig. die dieser spau.i> " .zmerilanuche Krieg den Republikfreimden bereitet, war man doär nickt gesagt- Die Heuchlern'.be Hummrftät, die Bergdsrxtltigung des Schnächmn. die Kriegsührmig zum Znrcck der Speklüatiou und der gehofften Agiotage drücken diesem amerikanischen Unternehmen em Gepräge aus. welches noch nichts würdig er ist als die schlimm cu sogenann­ten Kabinettsfriege, iimb sind wo ist eignet. den letzten Republv

kaner von seinen Träumten zu befreien. Was jeder rechte Mwutz

wünscht^ darüber kcmH Zweifei sein: leider ist Wüusclx'n nickt ^ Charlottenbnvg, den 27. Aipril 1899.

Theodo r Mvm m»eu."

O^ott sei Dank, daß dieses kostbare Dokument ans Lickt go- zogen wordeil ist. Gott sei Daiik, daß wir jetzt keine Ruaftchi mehr zu nehmen brauchen auf ein Land, dessen käufliche Presse 'ich n^ rnals gescheut hxt, uns mit Schmutz zu betverfen. wenn ihren Auf­traggebern es in den Kram paßte. Gott sei Dank, daß wrr jetzt! eine Katze eine Katze mrd Rolet einen Schuft neunen dürfen. Gott sei Dank, daß wieder einmal die Stimme eines mtserep Guoßen erklingt, n^nugLeich sich uns dabei die schmerzlis-e kelmttris aufdriflngL: kdiimus Droes.