ur. 92 Swett« Blatt
scheint täglich mit «hcfcrafone beS SwmiftgS.
Beilagen: „Siktzcnkr SamilitnälStttt“ und „KteisOlatt fUl de« K«is Sietzen".
paftlchecktani»: $ranffart am Main Ur. U686. Bankverkehr: ««»etätfcairt «legen.
167. Jahrgang
»zeiget
General-Anzeiger für Gberheffen
GieKener
Zreitag, 20. Aprll W
ZwillrngSrunddruck und Verlag: Brühl'jcheUnwersttälS-Buch-u.Steindruckerei«
R. Lange, Gießeir.
Schriftleiwng, Geschäftsstelle und Druckerei:
Schulst: atze 7. Geschäftsstellen. Vertag: ^uW-1, Schriftleuung: 112.
Anschttft für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.
Eine albanische yuldlgMgsabordnung beim österreichischen Aaiserpaar.
et ^n. en ' April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Wiener ■ cec E“*- Kaiser und die Kaiserin empsttig«: am Nack)- urrwrg ur der Hofburg die gestzer:: eingettoffene albanische .ynldlgnngsabordnir:: g, der sich örnfji General TreN- mrt nte .^ Cl ‘^ Offiziere:: an geschlossen hatte. Ter Fahrer der ttvovommg richtete an den Kaiser eine Ansprache, in der er ans - J-r? r r cr Habsbirrger Dynastie und die Fürsorge der öster-
reichasch-angarischon Monarchie für das albanische Volk hinlvies, ^ ^ silier .Hort des Schliches für das ganz-c albanische Volr^tnm erwiesen und sich dadurch ein unvergängliches Anrecht ^ E me versiegende Dankbarkeit aller Albaner gesichert hätten.
^ 'vdann hervor, daß die Bevölkerung Albaniens emrraclKlg mll Heu Truppen der Monarchie in Albanien zusammen- lebe und dal; ^aufnide seiner albanischen Briider an den Grenzen dev Landes gemeinsam mit den ru! nreichen Soldaten des Kaisers Führer versicherte schließlich den Mänarchen der Gesimle treuester Anhänglichkeit und elriger Dankbarkeit und drückte 1 ein e^GIücktm'insche zur Thronbesteigung <r::s.
.A5F Kaiser erwiderte: Mit besonderer Freude nehmen Ihre '--^Eftat und ich die uns im Namen Albaiiiens dargebrachte::
Wunsche und die Versickerung der Dankbarkeit des alban:sck>en -oo-lres mtgegen. Seitdein meine heldenmütigen Truppe:: imter Mitwirkung der tapferen Söhne Albaniens den geni-einsamen c^eirw znriickgeworsen haben, ist meine M:l itärverwalttmg bestrebt, Mif der Grundlage der vollen Gleichberechtigung aller Stämme und Konfessunien. inller Ackstung der nationalen Eigenart inid der Sprache sowie altehrwürdiger Reckte und Gewohnheiten des Volkes Vorbereitungen für die künftige Selbstverwaltung des Landes zu treffen. Ich verfolge brcfc Bestrebungen mit dem lebhaftesten Interesse und sehe in dem Umstande, daß eine Abordnung der albanischen Städte rind Landschaften mit dem Führer meiner in Albanien flehenden Truppen vor irns erschienen ist, ein erfreuliches Au- zeicheri des vollen Verständnisses, welches diese Bestrebungen aus ^eiteii des albani»ck.en Volles finden. Ich versichere die albanisck>e Natioil meines Wohlwollens und meiner aufrichtigen Wünsche für deren künftige glückliche Entwicklung und werde derselben auch weiterhin, wenn mit Gottes Hilfe den Völker der Friede rvieder- gegeben sein wird, zur Verwirklichung und Erhaltung der nationalen Selbstvertoaltirng meine Förderung und nreinen Schutz mr- gedeil)en lassen.
Die Mordnung nahm die Worte des Kaisers mit stiirniischer Begeisterung aus. Der Kaiser und die Kaiserin zogen die einzelnen Mitglieder der Mordnung ins Gespräch>, wobei sie sich nach den Schicksalen rrnd Verhältnisse des Landes teilnahmsvoll erknndig- ten. Tie Audienz mackst e auf die Abordnung tiefen Eindruck.
Nach Eo!dr drängt — am Golde hängt — doch aller - auch in diesem Nriege.
Nie GMMaWeAe
in den Ammen der Bestttssparkaffe Gießen ist morgen von O bis \ 2 % Uhr geöffnet!
Ru» und Land.
Gießen, 20. Aprtl 1917.
Lebensmittel.
** Fleisch-Sonder zulage. Samstag, den 21. d. Mts., werden während der bekcrnnbgegebenen Verkaufszeiten in den Mehgergeschäften der Stadt Gießen auf die Fleischznsatzkarten der Stadt Gießen 200 Grannn Fleisch und 50 Gramm Wurst an die Besteller abgegeben; auf Kinberkarten ivird die .Hälfte der arrgegebenen Mengen verabfolgt. Für die auf lila Fteischznsatz karten zu bezieh enden Fleisch- und Wurstmengen erinäßigt sich der Preis um .1-40 Mk. für das Pfund; es kosten also: Mndfteisch das Pfund 70 Pfg., Kalbfleisch 60 Pfg., Schweinefleisch 60Pfq.. Fleischwurst und Preßkopf 40 Pfg., Blut- und Leberwurst 20 Pfg. Für die auf gelbe Karte:: zu beziehenden Fleisch- und Wurstmeirgen tritt keine Preisernüißigirng ein; es sind die üblichen Ladenpreise zu errtrichten. Die Bestetl-Ausweise sind dein Metzgergeschäfte znrückzirgeben. Ans Fleischzusatz- karten, die von den: städtischen Lebensnnttelamt abgestempelt sind, erfolgt die Mgabe von Fleische und Wurst in den oben angegebenen Mengen durch die Metzgergeschäfte Möhl. Bahnhofstraße und Kühn, Marktstraße. Die' Ausgabe von Fleisch auf die Reichsfleischkarte erfolgt Anfang nächster Woche; Verkaufstag und -zeit werden noch besonders be- kanntgegeLen.
** Verkehr mit Milch. Nach Bekanntmachung m unseren: heutigen Blatte sind die 6-emeinden der Provinz Oberhessen verpflichtet, für jede im Gemeindebezirk befindliche Kuh lvenigsteirs 2 Liter Vollmilch täglich dem Kommunalverband zur Verfügung zu stellen und zwar gegen Zahllmg des gesetzlichen Höchstpreises. Tie Ablieferung hat in der städtischen Milch verteilirngsstelle (Molkerei Gebr. Grieb), Schanzenstraße, vormittags bis 12 Mw zu geschehen.
** Die Ausgabe de r Eierkarten ftndet Samstag, den 21. April 1917, in den Kartenausgabenstellen statt. Tie Gültigkeitsdauer der einzelnen Eiermarken wird durch Ansckstäg. in den Verkaufsstellen jeweils bekannt gegebeir Näheres über die Ausgabe der Eierkarten und den Verkehr mit ihnen siehe Bekannt- machung.
** Herabsetzung der Rei sebrvtmarken. Tie Neichsgetrcidestelle hat bestiurm't, daß von: 16. April 1917 ab aus Reichs reisebrotmarken durchsck-nittlich nichl inehr als 200 Gramm Gebäck täglich zu uerabfolgen sind. Für jeden Tag'der Reise dürfen hiernach nicht mehr als 4 Rteichsreisebrvtmarken, die je einen auf 40 (tzrmnm und einen solcben aus 10 Gramm Gebäck lautenden Abschnitt enthalten, ansgehäivdigt werden. Es sindnoch bis zum 15. Mac 1917 die Marken alten und die neuen Musters rieben einander in Geltung, von genanntem Tage ab aber nur noch die Marke:: neuen Musters. Sr. he Bekm:ntn:achnng.
** Tie hessischen Landes b e zu g s s chei ne für den Bezug von Zucker für die Mo:mte Ata: und Inn: 1917 sind eingetroffe::. Diese Bezugsscheine müssen spätestens bis zun: 30. ?lpril 1917 vorgelogt sein: später eingehende Scheine werden als ungültig zurückgewiesen. Es ist daher dmlichsre Deschlennigimg bei der Einlösung der Land es-Zucker-B ezugsscheine geboten. Siehe Bekanntmachung.
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** A uszcichnu it g. Architekt Fer'dinaiw Noll, bei einer Pionier Park-.Kvmp., erhielt am 13. März die .Hessische Tapfer- leitsnredaille.
** Für Kunstdünger sind die Bezugsscheine ans dem Le- b^rsmittelamt, Zimmer Nr.6, gegen Bezahlung abznholen. Es findet nur noch eine einmalige Ausgabe des Tiingiws statt. Näheres hierüber siehe Bekanntmachung.
** Drei lebenslängliche P fründen aus der Pllockischeu Stiftrmg sind an geborene Gichener zu vergeben. Siehe Bekanntmachung.
**,Die Zeichnung für die s e ch st e Kr i e g s a n l e i h e durch die Bediensteten im Eiscirbahndirekt:onsbezirk Frankfurt a. M. hat das Ergebnis von rund 1100 000 Mark erreicht gegeirüber 1000 000 Mark bei der vierter: und 560 000 Mark bei der fünften A:üeihe.
Spart mit Kartoffeln, denn sie müssen bis 15. Nngust reichen.
Landkreis Gießen.
te* Beuern, 20. April. Zur sechsten Kriegsanleihe worden in unserem Orte 102 7 20 Mark gezeichnet und zwar 5600 Mark bei der Postagentur, 96 000 Mark bei den Kassen und 1120 Mark durch Kriegsspavkarten der Schule. — Seit dieser Woche sind 25 Mädchen und 5 KNaben aus Herne bei hiesigen Familien für den Sommer uhergebracht.
i. Ett:ngshausen, 20. April. Nachdem unser Dorf lange verschont geblwben war, wurde es dieser Tage doppelt l-art getrosten. In den Kämpfen in: Westen fielen Gefreiter Wehrmann L::d:mg Römer :nü> Unteroffizier .Hmnrich Keil. Beide ttmren smt Beginn des Feldzuges vor dem Feinde. Ihre Tüchtigkeit war durch Krwgsanszeichnungen und Beförderung anerlaimt
B- Großen-Buseck, 19. April. Ter Larchwehrmann Hermani: Wallenste:::, Sohn des Viehhändlers Löb Wallen- ßern, welcher se:t Kriegsbeginn im Felde steht, wurde mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. — Der Kanoniers Fritz Hühnergath, welcher sck-on vor längerer Zeit mil dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet wurde, ist jetzt mit der Hess:scheu Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet worden. Hühnergath steht schon seit Kriegsbeginn ununterbrochen in Feiudeslarrd.
** G r ü n b e r g , 20. April. Am Sonntag, den 22. ds. Mts nachmittags 3 Uhr, findet im Hotel Hirsch eine Versamnüung des Kreis-Obst- und Gartenbau Vereins Gießen statt. <KreiSobstbau- techniker H eberer-Heuchetheim wird über das Thema- Tie Manzung von Kriogsbännren und ihre Pflege" sprechen. Näheres siehe Anzeigenteil'.
. 20 April. Kanonier Philipp Schardt. bei
einem Felv.-ArtÄlerie---Reg1., wurde in: Januar mÜ der Hessischst Tapserkcitsmedaille ausgezeichnet :md auf Ostern znm Gesrevan befördert.
. ^ O b e r - B e s sin g e n b!ei Lich, 20. April. Diwch eine rüh- mge VermMlung des hnsigei: Lehrers Jakob konnten bei der Bevölkerung unserer Gemeinde 2 1 O f f e n b a ch e r K i n d e ^ (8 Knaben und 13 Mädck>en) in: Alter von 12—13 Jabren mrtergebracht werden. D:e Schüler sind durch die Stadt Offe::bach versichert und find «verpslichtet, im Haus und in der Landwirtschaft mitzuarbeiten 1 Es wäre außerordentlich wünschenswert, wenn iwch recht vielt- he sss che Stadtkinder für die nächsten Monate ans dem Lande mrtergebracht werden könnte::. Diesblezügliche Anftaaen richte mau> ar: Lehrer Ludwig Dern in Osfenbach a. M.
* Utphe, 18. dbpril. Außerordontlich zahlreich beteiligte sich die hiesige Einwohnerschaft an der Zeichnung der 6. Kriegsanleihe. Annähernd 8000 Mk. wurden einem Vertrauensmoarw in bar ausgehändigt; 12 000 Mark wurde:: von ihm aus Zeich- imngsscheinen entgegengenommer: und an die zuständigen .Kassen weiterlwgeben. Die Schulkinder zeickMeten bis jetzt zur 6. Kriegsanleihe 1360 Mark. Dre Schulzeichrnng wird fortgesetzt. — Unter anderem gingen #ux' Hindenburgspende unentgetlich ern^ 231 Eier, 25 Pfmrd Vdehl, 16 Pfund geschälte Gerste, 17 Pfund Dörrobst, 9 Pfund Bohnen, 7 Pfund Wurst, 140 Pfund Gemüse, 18 Pfi:nd Zwiebeln, 4 Laib Brot und Obst. Gesammelt wurden die Lebensmittel von Mittgliedern des Alice - Frauen - Vereins. — KriegsfteiwiUiger Unteroffizier Ludwig Wetterhahn ivurdej in den schwere:: Kämpfen im Westen verlvundet. — Heute abend ftndet ein ^Vortrag über die Hebensnvittelversorgang der Städte statt.
W. V i l l.in gen, 20. April. In der Osterwoche wurde die Hindenburgspende erhoben, die einen schönen Erfolg hatte. Es wurden gesammelt: 478 E:er, 11 Pfund Butter, 8 Pfund Speck, 2 Würste, 1 große Kiste mit Gemüse und Obst, 1 Kiste Dörrobst, 1 Sack Mehl, 1 Kiste Graupen mit» Grieß, Hülsenfrüchte und etwas Honig. — Schuloerwalter Hahn, der ein Jahr lang die erste Stelle versah, ist wieder znm Heeresdienst eingezogen worden: Lehrer Walldlors lourde vorläufig beurlaubt intb erteilt mit Schuldermalter Eckert den Unterricht. — Bürgermeister Rühl verunglückte beim Einfahren eines jungen Pferdes und erlitt einerv Obers chen ttlbruch.
W. Villip gen, 20. April. Zur sechsten Kriegsanleihe zeichneten die Schiller über 1500 Mk.
Kreis Schotten.
8 H e r ch en ha in, 20. April. Ein seltenes Vorkommnis, welches für spätere Zeilen ausgezeichnet zu Werder: verdient, bot sich uns am 18. Aprll: Fuhrwerke, welche heute hier die Sttaße passierten, waren bespannte Schlitten mit schönstem Pserdegelänü als wenn wtt mitten im Winter ständen.
Starkenburg und Rheinhessen.
s) Darmstadt, .20. April. Am Aäontag, den 23. ds. Mts., sllidet nachm. 3 Uhr im Sitzungssaal des Landessynodalgebändes hier die diesjährige ordentliche Hauptversammlung des „H e ssi sch t n D iak oni e ve r e: n s" statt. Die Tagesordnung weist außer dem Jahres- und Kassenbericht für 1916 und dem Boranschlag für 1917 vor allen Dinger: die Wahl des Verwaltrmgs^ ausschusses und verschiedene wichtige Anttäge auf.
Vsvmischte».
* Augsburg, 20; April. (WTB. Amtlich.) Von den bei dem Eisenbahnunglück in Narmhofen ums Lebep Gekonnnenen srndi bis. jetzt 14 Namen festgestellt: 1. Thomas Datze, I.Ers.-Batl. 3. Jnf.-Negt., Genesungskompagnie, Berchtesgaden. 2. Heinrich Back>zahner, Landsturm-In.-Ers.-Batl. Augsburg, Rekruten-Depot^ 3. Gesreitcr Kock, 2. Ersatz-Batterie, 4. Bayer. Feld-Art.-Regt., Garnison Mindelsingen. !•. Friedrich Rau, Techn. Betriek^-Batl^ Komp. B. 5. Korporal Karl W^endler, österreichisches Militär-Kommando Graz. 6. Josef Ott, Reserve-Jns.-Regt. 5. Komp., beurlaubt nach Birk, Bezirksautt Neustadt an der Waldnaab. 7. Josef Maurer, 7. Landsturm-Jnf.-Ers.-Batt., 2. Kvmp., Augsburg. 8. Josef Wörlen, Landsturmmaun, 1. Ers.-Ball, 3. Jnf.-Regt., 7. Konrp. 9. Georg Wiedemmm, 2. Reserve-Jns.-Regt. München, beurlaubt nach Hader, Bezirk Zusmarslwusen. 10. Georg Bräu, 1. Armeekorps, Bettiebs-Mt. I, 3. Komp., Oekonomiehandwcrker. II.Jrsef Hollllrger, Landstt:rn:mann, 1. Ers.-Ball., 3. Jnf.-Regt, Augsburg, beurlaubt nach Fürstenfeldbruck. 12. Ernst Bahlo, Kaufmann, Elek- trizitüts-Jndustrie, München. 13. A. Wl. H. Geißler in Berlin, Elekttoteckmiker. 14. Vietus Johann Wiüheim, München, Find- linger Tor-Platz 9. — ' Die Persönlichkeiten von sieben tveitereni getöteten Reisen, drei Soldaten, einem Zivilisten, zwei Damen unft einen: .Kinde komtten bisher nickst festgestellt werden. _
2lmi?Scc£?e Nach rechten.
Israelitische Religwnsgemeinbe.
Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).
Oamstag, den 21. April 1917. Borabd.: 8.15 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Abds. 8.45 und 9.20 Ühr.
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft.
Sabbatsüer, den 2t. April 1917. Freitag, abds 7.50 Uhr. Samstag, vorm. 8.30 Uhr, nachm. 5 Uhr. Sabbatausgang 9.20 Uhr: Wo^;e::gottesdienst: morg. 7 cibds. 8 Uhr.
^rieffoften Ser NedcrktSon.
-Anonyme Äuirngen bleiben nnverrnLfichttst»tz
h.§. Die Aufnahme in die Unteroffizierschnle kann, fofem Sie inzwischen nicht zum Heeresdienst eingez-ogen werden, bis zum 18. Lebensfahr ersvlgrm.
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Der Triumph Ser SenchendekSmpfmrg im deutschen Heere.
Die deutsche:: Heere sind im Weltkriege danke der^ Tättgkell des hervorragenden FeldsanitätSwesens.von Seuchen verschont geblieben: gegenüber den großen Verlusten durch Seuchen, die in allen fri'lberen Kriege:: ausgetreten sind, kam: sich die lieuttge Sei:chenbekämpftmg eines förmlichen Triumphes rühuren. Bei den Verhandlungen des Deitts-ck:e:r Kongresses für imrere Medizin, der im Vorjalwe in Warschau abgehalten worden ist, haben eine Reihe deutscher Aerzte hierüber Berichts erstattet, und die „Naturwissenschaften" (Verlag von Julius Springer, Berlin) geben jetzt an der Hand der Kongreßberichte eine übersichtliche Zusan:menstellung der Erfolge der Seuchenbekämpfung. Es handelt sich dabei vvr- nehnllichi um vier Kriegs solchen, Cholera, Unterleibstyphus, Dihr und Fleckenfieber. Die Cholera drohte vom Osttn und Süden her emgeschleppt zu werden^ :md der Russeneinfalt in Galizien im ersten Kriegsjahr hat dieses Land tatsächlich mit der Cholera verseucht. Allster allgemein-hl-gienischen Maßnahme:: wurde daher im Osten 'wie an der Südfvont die Jnrpfung der Tri:ppen auf Grund der theorettschen Arbeiten .Kalles sogleich in Angriff genommen, mb dadurch wurde der Ausbruch der Seuche im Heere verhindert. Es traten Ovar einzelne Fälle auf, aber.selbst bei der Armee im Buggebiete, die die meiste:: Cholera-Krankei: batte, betrug die Anzahl der Fälle nock) -nicht ein Drttbel soviel, wie seinerzeit 'wahrend des Balkankrieges im gleichfalls geimpften griock-ischen Heere. Beim gesamten de::tschen Feldheere kamen bis zmn ersten Januar 1916 nur 0,065 v. H. Erkrankungen an Cholera vor, und die Mortalität schwankte zwischen 30 und 35 v. H. Das Osd- heer 'war es beinahe ausschließlich, das getroffen wlcrde. Trotz ausgiebiger Tr:rppenVerschiebungen zwischen beide:: Fronten gelang es durch die allgemeine Impfimg, den Weste:: so gut wie cholera- frei zu halten, dem: an der ganzen Westfront wrrrden mrr 13 Fälle beobaclftet. Ten gleick^en Weg der Seuchenbekämpfung, die all- gemettre Impfimg, wählte man auch) hej der BMimpfimg d<Ä
Unterlybswphus. H:er waren die Erfolge nicht ganz so glänzerä) nne bel der Cholera, und man mußte sichi damit abfinden, daß wele Ansteckungsquellen der Krankheit imaufftrchbar blieben. Tank der In:pttmg ,ank der Zugang an Typhuskranken in: zweiten Kr:egsiahre b:s auf 0,14 v. H. der Kopfstürke, war also nur noch ™ J L \ MDß, wie in: erste::. 'Auch der Rückgang dar
Mortalttät sprrcht ftir de:: Wert der Schutzinrpfung: von den Nrchtgeimpften starbe::: 9,6 v. H., von de:: iviederholt geimpften- 2,6 v. H Tic absolute Zahl der Todesfälle an Typhus beim, deutschen Heere währmd deslletzten Vierteljahres 1916 ivar 8,5mal so groß, wie in der gleichen Zeit des Jaches 1915. Aehnliche Ersahrunge:: wie :nll dem Unterleibstyphus machten die Aerzte in: Felde mit der Ruhr. Ebensoirenig :oie beim Typhus smll> mau bei der klinisch als Ruch bezeichneten Krankheit eine einheitliche Ursache. Es wurden im Körper der Kranken die Ruhrbazille::, wie m:ck> Pseudodysenteriebazille:: imb m:dere Keime ausgeftlnden, bn manche:: Epedemien dagegen war alles Suchen nach einem bekannten Rucherreger vergeblich. Während aber m den früheren Kriegen die Ri:ch eirre der schlimmste:: Seucheu gcka>es-en ist — 1870 71 traten 38 000 Erkrankungen mit 6 v. H. Mortalttät auf — zeigt die Ruhr wachend des gegemvärtigen Krieges einen wesentlich mill>eren Charakter. Schutzimpsüugeu imrrixn: gege:: sie nicht dnrch- gefücht, vielmehr wurde durch Ntaßnahmen allgemerw-hygie- nischer Att erreicht, daß die Krankchtt nirgends in besorgniserregender Ansdechumg auftrat. Bei der letzte,: der großen Kriegs- ser:chen, beim Flecksieber, liegen die Verhältnisse wesentlich anders, da man den Erreger der Se::che nicht mll Sicherheit festgestellt hat und mrr zuverlässig toeiß, daß die Kleiderlaus der Ueberttäger ist. Tie wichtigste Maßnahme gegen das Fleckfieber war daher die Bekämpfung der Kleiderläuse, die bei ben deutschen, :vie bei den verbündeten Heeren :nit größtem Nachdrilcke duochgefübrt wrrrde. Tie ^Erfolge blieben auch der Fleckfieberbekäu:pftmg nicht versagt; die Seuche hat nicht im entferntesten die Ausdehnung zu aewnmen vermocht, die sie in früheren Kriegen.znm Schrecken aller Heere machte, und die Hemmt ist fleckfieberftei geblieben.
or .D^^?!^re-Lternhe:ms „Ge:ziger" in Berlir Aus Verl::: w:rd uns geschrwbe::: Nach dem außerordentlic starken Erfolg, den d:e Inszenierung von Moliöres „Eingebildeter Kranken" :n: vorigen Fahre in den Berliner Kammerspielen hattt brachte Max Reinhardt jetzt die z-oeite bedeutendste Arbeit de ftanzöfischen Klassll'ers, den „Geizigen" in: Deutsche- Theater zur Ausführung. Die Inszenierung, die übrigens v leber Bezrekmng ausgezeichnet war, läßt die grundsätzliche Frag auswerfen, ob Werte, d:e :n jedem Wort Und jeder Szene wahrhas uanrsch geworden sind, der Bearbeitung durch eine:: moderne: dichter bedürfen. Diesmal hat,Carl Sternheim, der bereit- seit e:inger Zell de,anders eifrig als Erneuerer nnrksam ist, fiä dreier Aufgabe meterz^en. Es soll nicht geleugnet werden, dal der „Gnäfige vielleicht d:n;ch einige rein dramaturgische, sedvs keinen--We:e::szng antastende Ettlgriffe für unser heutiges Bühnen empfinden gewmnen könnte. Tie mit sehr weitgehenden Fveiheika arbeitende 9cachd:chtu::g ^wrnHeims erscheint aber üt>erfrüfftn wei lie den Abend mir durch allerdings geschicktes, Flickwerk verlängert ^e Taftackie per Mttarbert aber nirgends vollgültig rechtfertigt g. aber soll nicht etiva dem sickperlic!: starken dichteriscl>en Könner Lternherms Mb ruck) getan, vielmehr ein sozusagen grundsätzlick>e- Epiwand mlsgesprt>ckim werden. .Hiervon abgeMjnt, >var dm Mend wie bereits eingangs bemerkt, in seiner Gesamtheit und lns in di, kleinsten Einzellersttingen höchst erfteulich. Max P allenbe ra der brreits im ..Eingebildeten Kranken" als überaus rcMr Ncvli6re-Tarsteller in de:: Vordergrund getreten war, MxrnVf* auch diesen Abnck völlig. Aus hmrdei-terlei kleinen Zügen mll charaktenstrsche:^ Beol«ckstun<wn. ist mll einer säst unheinrlich an- mutenden, in ihrer Ecktl-eit irmner wieder verblüffenden Iw- ^^"Oskimst eine ebenso vielfältige, wie lebendige Gr-statt <\c schaffen. Die übrigen Ncitivirkeiche:: fügten sich dem fein abge- stimmten Rahmen ausnahmslos ein. Mit besonderer Anerkemnmc find Hermann Thimig, Max Gülstorfs, Margaretc Christians, die Tochter des einst in Berlin so beliebten Rudolf Christvmis, die hier znm erstenmal anftrat, und Paula E b e r t y -u nennen. Ter Erfolg Ivar groß.


