tafftmrftat, bannt jte feljat, Wie bie Dinge imb Welche Maß
nah men möglich und, und damit sie auf diese Weise nüever juriich \wrBfu romt en auf ihre Kameraden. Ich hoffe, daß diesem Rat. vn wertesten Maße Folge gegeben wird. Ich habe mich erneut iroch ML.S den ^preußischen StoatHonunissar in dieser Richtung ge- AZrndt. 'Das rit nicht, wie in einigen Artungen bcsprrckuen watde, C ^ nC a«?? 11:l! " < * ?e .^^önaHmo, ttirijit eine Sozückdenwkratisierung bei (rrnahrnngspelitik. Dar- ist Inickts anderes. al 4 eine immens vrak- ttffle Maineget, wir wir sie jetzt in die'er Situation für die Durch Nrhrung des Krieges bi-anchen. Also ich verirrt eile die Presse, d^e nun aus dieser Maßregel heraus darum nach einer anderen Ruhtimg eine politische Drahtzieherei betreibt. Das ist das eure Sprachrohr, und rant das zweite. Wir haben das H i l f s d i e n st - ge setz. Dieses gibt den Arbeitern bestimmte Rechte, die der Reichstag gewollt hat. Und durch dieses Sprachrohr müssen alle Beschwerden, alle Lohn fragen ihren Aus trag finden und ich werde koenso, wie ich einerseits gieren die Streiibetzer vor gehe. ebenso scharf gegen diefenigen Vorgehen- die die Rechte, die die Arbeiter bttommen^haben durch das Hisisdienstgesetz, verkürzen trollten. (Bravo.) 2eint ban'iber tarnt kein Zweifel sein, das Kricgsamt nnd rckr stehen ans absolut neutralem Boden.
Was den: einen recht ist, muß «ruchi dein mrderen billig sein. >^ch werde affo auch gegen diejenigen Hetzer Vorgehen, die gegeit das Luffssdienstgesetz ju hetzen suchen. Ich richte von dieser Stelle aus einen sehr 'warnten, aber and- letzten Appel l auch an die Arbeitgeber, daß sie sich absinden mit dem, was den Arbeitern an Rechtest zngebrffigt worden ist, daß sic restlos mit- iDtrfen zur loyalen Ausführung des .HilfsdienstGesetzes. Ich meine, ttoerm wir uns alle auf diesen Boden stellen und in einer Weise vergehen, habe ick? gar leinen Zweifel, daß unsere Arbeiterschaft in der treuesten Weise las zum Ende des Krieges hinter dem Heere stehen Wirb und den: Heere Waffen und Munüion liefern wird, die wir drängend, dringend notig haben. Deshalb muß das Motto nnn: Arbeit und wiederum Arbeit bis zunr glücklichen Ende des tt-rtcgeS! (Bvavo.)
Der butgarrsche Bericht.
Sofia, 25. April. (WTB.) Bulgarischer Heeresbericht.
Mazedonische Front: Zwischen War dar und Doj- ran-See äutzerst heftiges ÄrtiÜericfEr. das den ganzen Tag anhielt. Die Engländer griffen mit beträckstlichen Krästnl an. worauf sich in drejein 2ffschnitt der .stampf mit größter Erbitterung entwickelte. Ueherall .wurde der Feind znrückqesckckagen, hauptsächlich im Handgranatenkampf und in Mutigen Ringen Mann an Mann. Rnr rings um B o l d z e l t dauert der Kampf fort. Bei Seidelt wrirde ein französisches Flugzeug farmt tcrgeiplt. An der übrigen Front ziemlich schwaches Artilleriefeuer.
Ru m anifche Front: Bei Ntahnurdia stemlick spärliches ArtiNerieieurr. Oertlich von Xulcea schwaches Gewehrfeuer. Bet Iiaceea einzelne Kmrvnenschüssc.
Die englischen Niederlagen in Mazedonien.
^ Berlin. 26. April. In Mazedonien wurde ein neuer Borlton gegen die Doiransteffmtg seicht abgewiesen. Nachträglich wird über den letzten englischen Angriff am 24. Avril zwischen Bai'dar- und Doiransee. der mir einem gänzlichen Mißerfolg der Engländer endete, gemeldet, daß der'Angriff auf dem ichmalen Raum vom Westraiide des Doiransoes bis Tvldzeli mit ^.wei englffchen Divisionen «usgeführr wurde, die tief durchstoß-n fohlten. Wochenlang wurde der Angriff hinter eer Front vorgeübt. Der Hauptstoß richtete sich gegen ben Inircu Flügel am Doirans-e. wo^ dickte Infanterie;üiien oorstürmten, die zum Teil im G"g.m- stoß, von der ,ni großer Topü'rieit' kämpwnd m bulgarisch^?- Inrmrterie mrlernüw, durch 'vorzüglich wirkende Artillerie zurück- grnwrse'.i wurden..^ Besonders ausgezeick-nct Hai sich bei der 2ck>- wchr oieserAngiifsc eine düuische Geb-rrgsma sch in eipi elvehrabteilnn g. Reiter westlich Dolzeli mar der Kampf äußerst erbittert. Der Verlust der Engländer war schwer, lieber 300 Tote wurden in den gesäuberten Gräben nnd Hindernissen gefunden. Enre große Anzahl liegt im Vorfelde verstreut. Auch südöstlich Bogorodira icheitette der feindliche Eingriff völlig.
Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 25. April. (WTB. Amtliche
L> i n a i f ron t: Ant^ 19. April vollbrachten die Fliegeroberleutnants Felmy und Falke eine kühne Tat. Nachdem sie die kindlichen Linien überffogen hatten, landeten sie weit hinter der feindlichen Front in der W ü >t e und zerstörten die von den Eng- llmdorn zur Versorgung der Truppen gebaute Wasserleitung gründlich. Ion den übrigen Fronten sind keine besonderen Ereignisse m melden.
Die englischer» Verluste bei Gaza.
Berlin, 26. April. WTB. Nichtamtlich.) lieber den zweiten ^teg der -rürkon bei Ga - i wird nachträglich noch gemeldet: Die Verluste der Engländer sind viel höher, als sie zuerst erngeichätzt intrbnt und übertreffen bei weitem die Verluste der «witrn^-chlacht bei Gaza. Sa lagen GefangtMe ans. daß von einem Bataillon nur 19 Mann übrig geblieben sind. Eine Division sei naw dem Angriff nur noch 4000 Vtann stark gewesen. An einer kleineren Stelle wurden allein 800 tote Engländer gezählt. Aehn- liche Meldungen kommon von vielen anderen Steffen. Bei sehr vorsichtiger Schätzung übersteigen die Verluste der Engländer an -roten affein 30OO, mehrere hundert Mann NTurfan gefangen genommen.
^..Amsterdam, 26. ?lprit. (WTB. Nichtamtlich.) Nach eng- MÄen Zeitungen betragen die englischen Verluste im Marz bei der Armee 1765 Ofsiziere (344 gefallen^ und 28 709 Mann 4909 geiaffen. bei der Flotte 123 Offiziere ^40 gefaffen) irnd 1423 Mann (328 gefallen).
Die Revolution in Ruhland.
?<us Petersburg.
Amsterdam, 25. April. (Privattel.) Nach dem „Alb- ckemeen Handelsbtad" meldet der Petersburger Korrespondent des „Drrffy Expreß", daß viele Menschen aus Furcht vor einem Angriff der Deutschen zu Wasser nnd zu Lande die H a u v t st a d t v e r lasse n. Me Züge rmch Moskau sind überfnfft.
Verhaftungen von Armee-Kommandanten.
Wien, 27. Avril. (L. A.) Wie die Korrespondenz „Rundschau" aus Stockholm meldet, bestätigt die Petersburger Telegraphenagcmtur die Verhaftung der Armeekomman- danten Kurovatkin, Jarofejew nnd Knrlow wegen Organisation einer revolntionareir Betvegung. Strastenkundgebungen gegen Amerika und England.
Berlin. 26. April. (Privattel.) Der „Verl. Lokalanz." meldet aus Kopenhagen: Meldungen aus Petersburg zufolge veranstalteten die radikalen Sozialisten dieser Tage lärmende Straßenkundgeb ungen gegen Amerika und England. Die ersten gegen sie ansgefand'ten Trnvpen- abteilunaen schlossen sich ohne weiteres den Demonstranten Mi, die unter beständigen Rufen: „Es lebe der Frieden!" Nieder mit Amerika! Nieder mrt England!" durch die Straßen zogen. Die Volksmenge veranstaltete (Pegenknnd- gebungen. Schließlich gelang es den von der Regierung ans- gesandten Kosaken, die Sozialisten ausernanderzujagen.
Der „Berl. Lokalanz." meldet ans Lublin: Zwischen Lublin und Eholm wurden drei Reisende und ein Mädchen ermordet und beraubt.
Der König von Dänemark in Stockholm.
Stockholm, 25. April. (WTB. Nichtamtlich) Svens ka Telegrambvran. Der König von Dänemark wohnte mit der schwedischen Könchsfamilie gestern nach der Festtafel im Schloß einer Aufführung der Oper „Parsival" bei. Heute frühstückte der König bei dein Prinzen Karl nnd
machte in der Stadt Spaziergänge. Am döachmitbcvg brachten Gesangverein« dein Könige im Schloß ihre Huldigungen dar. Wends 8 Uhr erfolgte die Rückreise nach Kopenhagen. Der König wurde von der Königspamilie nach dem Bahnhof geleitet und von der Menge mit .Hurrarufen begrüßt.
5eeüieg.
Im Mittelmeer verfeukte Schiffe.
Berlin, 26. ?lpril. (WTB. Amtlich.) Im Mittelmeer wnwen nenerdings 10 D-ampser und 6 Segler mit rund - 0 00 B r u t t o r eg i st e r t on n en versenkt, darunter am o. April der bewaffnete englische Dampfer „Eitv of Paris" (9239 Br.-R.-T0 von Bombay nach Marvcklc mit Stückgut, am 10. April der taatmetc' englische Tinipfer „Dalton" (3486 Br.-R.-T.), orni Salonik nach Malta bestimmt, und der italienische Dampfer „Porto di Rode" (2480 Br.-R.-T.) auf dem Weg von Alepandria nach Genua mit Stückgut, am 11. April der griechische Tanipfer „Merckos" (2500 Br.-R.-T.) mir Kohlen von England nach Port am 12. April der bewaffnete englische Dampfer „Kildale" (3830 Br.-R.-T.» mit Kohlcnlädung, am 15. )lpril der beivaffnete englische Dampfer „Mishobra" (8236 Br.-R.-T.) voll beladen mit Mais und Lebensmitteln von Italien iiach Marseille unterwegs, am 16. ?lpril ein englischer Truppentransportdampfe r von ettva 12 000 Br.-R.-T., wabrscheinlich zur Orient- linic gehörig, im Aegäischon Meer und der griechilche Dampfer „Eeuobia" (4000 Br.-R.-T.) mit Kohlen von England nach Italien, am 17. April ein unbekannter ticibclabeiicr Dampfer von etwa 3500 Br.-R.-T., am 18. April der bewaffnete englische Dampfer „Rinaldo" (4321 Br.-R.-T.) mit Kohlen, wahrscheinlich für Italien. Die ver)enkteii Segler hatten hauptsächlich Schtvesel nach italienisckp'n Häsen geladen.
Nach eingetroffenen Ergänzungsmcldüngen befanden sich unKr den am 16.^ April hefanntgegebenen U-Booterfolgen im Mittelmeer noch folgende Danrpfer: der bewaffnete englische Dampfer „Britania" (3129 Br.-R.-T.) mit Daumwoffe von Alexandria nach Liverpool, der bewaffnete englische Dampfer „Eaffiope" (3829 Br.-R.-T.) mit 5000 Tonnen Köhlen von Cardiff nach Malta, der bewaffnete englische Dampfer „Trefuses" (2642 Br.-R.-T.) mit 4000 Tonnen Kohlen von Eardiff nach Alexandria, der bewaffnete englische Dampfer „Tremorva" (3674 Br.-R.-T.).
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Der TLugriff auf Dünkirchen.
P aris , 25. Aprü. WTB.) Die Agance Havas meldet: Das Marineministerium teilt mit: Ein Geschvader deutscher Zerstörer beschoß von ^der hohen See aus in der Nacht zum 25. April> zwischen 2I5 und 2,25 Uhr Dünkirchen. Die Batterien, an der Küste antworteten. Französische und englische Patrouillen- fahrz.ii^e vanmckelien den Feind, der sich in großer Schnelligkeit itach Onende Mrückzog, in einen Kampf. In dem kurzen Kampfe wu.de einer unserer Zerstörer versenkt. Die Verluste des Feindes sind nnl'ekanni.
Die englischen und französischen Lazarettschiffe.
Berlin, 26. April. (WTB/) Bei dap fortgesetzten Beratung des Heer.setats im H a n v t a n s s ch n ß des Reichstags verlangte ein Zentrumsredner Gegenmaßnahmen für den Fall, daß die Franzosen und Engländer unsere Gefangenen auf Lazarettschiffe bringen und mit diesen die Sperrgebiete der See befahren lvürden. Hierauf antivortete General Friedrich, die deutsche Regierung habe durch ihre Schutzmacht, die 3ri;'.i>ei;„ der englischen 9iegieru.ng mit teilen lassen, daß die deutsche Regierung, wenn Gefangene auf .Hospitalschisfe gebracht und der Gefahr des Torpediereus ausgesetzt würden, die schärfsten Vergeltungsmaßnahmen anordnen werde. Der französischen Regierung lverde mrmnehr eine Nvte desselben Inhalts zugehen.
Ein falscher englischer Bericht.
L o n d o u, 26. April. (WTB.) Die Admiralität teilt mit: Drei englische Wasserflugzeuge griffen am )rach- mirtag den 23. April fünf deutsche Torpedoboots- z er st ö rer fünf Meilen von der belgischen Küste entfernt an. Ein Zerstörer wurde getrvffen. Man glaubt, daß er gesunken ist. Abends wurden vier Zerstörer bei der Rückkehr ltadh Zeebrügge gesehen.
Zn der vorstehenden Meldung der enalischeti Admiralität ist zu bcmerten, daß am 23. April nachmittags fünf Uhr einige unserer Torpedoboote, die vor der flandrischen Küste übten, von fünf feindlichen Kampfflugzeugen ohne jeden Erfolg angegriffen wurden. Irgendwelcher Schaden oder nennenslvcrter Mensck>enverlust ist nicht entstanden. Die feindlichen Flugzeuge wurden durch unsere sofort zur Abwehr ausgestiegenen Kampfeinsitzer vertrieben.
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London, 26. April. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Amerikauische Blätter berichten, der Kapitän des amerikanischen Dampfers „Mongoli", eines Sck)iffes von 13 639 Tonnen, habe gemeldet, daß sein Schiff von einem deutschen U-Boot durch Gcschützfeuer zum Sinken gebracht rvorden sei.
Kopenhagen, 26. April. (WTB.) Das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten teilt mit, daß nach einer Meldung der Vereinigten Dampffchiffahrtsgefellschaft der Dampfer „Dd uu" auf der Reise, von Frederikshavn nach Kristiania mit Reisenden und Ladung von einem deirtschen Kriegsschiff aufgebracht und nach einem deutschen Hasen überführt worden ist.
Aus dem Wche.
Hindenüurg an den Reichstagspräsidenten.
Berlin, 26. April. (WTB. Amtlich.) Generalseldmar- schaff v. H i n d e n b nr g hat an den Präsidenten des Reichstages Dr. Kämps auf den ihm übermittelten Gruß des .Haushaltsausschnsses des Reichstages folgendes Antwort- telegramin gerichtet:
Euerer Exzellenz nutz den mitunterzeichneten Mitgliedern des 5^aushaltsauSfchuffes des Reichstages danke ich für die Uebermittelung der Kundgebung an unsere selo- grauen Helden. Mit freudiger Znjtimmung Sr. Majestät des Kaisers, meines allerhöchsten Kriegsherrn, habe ich die Kundgebung dem Feldheere bekannt gegeben. Das Gelöbnis des ganzen Volkes, mit aller straft itnd unerschütterlich unserem geliebten Baterlande den Frieden zu er- kämpsen, eint Heimat und Heer.
Der N-Vootkrreg und der HaupLausschntz des Reichstags.
Berlin, 26. April. (WTB.) In der heutigen Sitziurg des Hau Pta ns, chusscs des Reichstages mackte bei der Beratung des Marineetats dr Staatssekretär des Reichsmarineamts vettraüliche Mitteilungen über die Scekriegsführung. Wie bisher, stätrde der U-Boots krieg umer dem Zeichen: Große Erfolge, geringe Verluste. Auch für den Neonat April sei nach den bisherigen Meldungen ein sehr günstiges Ergebnis zu ernrarten. Tie mit machematischer SicKrheit er- fotgenfr' Zusamrnenscheumpffmg des unseren Gegnenr zur Ver sügung stöl-enden Schiffsraums und die hierdiircki bedingte steigende Lebensmittelnot. der stets wachsende Niaugel an Kohlen, Erz und Grubenholz äußerte sich) bereits in schärfster Firn:. $lu einioen Bei- ftiekn erläickerte der Staatssekretär den Einfluß, den der U-Boot- Aieg ans die wirtschaftlich- und nlilitärische Lage unserer Gegner ausgeübt lxit. Trotz der scharfen Zensur in den Ententeländenc (amen doch genügend Nachrichten zu uns. die epfcmtcit ließen.
wie der ff-Bootkrieg England und damit auch automatisch seine Hilfsvöffer an seinem Lebensnerv getrvffen habe. Sehr bezeichnend sei folgende Auslassung der „Mornrng-Post" vom 16. April: „Die Zahl des wirtlich versenkten englischen Schiffsraums würde zwar geheim gehalten, doch neige sich die Wagsclmle zu Gunsten Deutschlands, und dieser Gewinn der Unterfedwotc werde tvahrscheinlich in arichlnetischer Progression zmrehmcn." Die Marine habe bisher alle Ertvartungen, die sie aus die^Verhängung der Seesperre gesetzt hatte, vollauf bestätigt gesunden und zweifle nicht, daß England in absdl)barer Zeit gezwungen sein mürbe, die nötigen Schlußfolgerungen M ziehen.
Falsche Gerüchte.
Berlin, 26. April. (Amtlich.) Von unverantwortlichen Elementen wird in letzter Zeit das Gerücht verbreitet, daß eine weitere H e r a b s e tz u ii g der M e h l r a t i o ir für die nächste Zeit geplant sei. Ties Gerücht ist aus der Lu ft gegriffen. Tie vorhandenen Bestände bieten die völlige Gewähr, daß die zurzeit deu Konmiunalv-erbändeu überwiesene Mehlmenge weitergegeben tverderr kaum Das Publikum würde sich ein großes Verdienst erwerben, wenn es die Verbreiter derartiger beunruhigender Gerüchte zur Anzeige bringen würoe.
*
Berlin, 26. April. (WTB.) Am 25. April 1917 wurde die Vereinigung großstädtischer Zeitungsverleg e re. V. mit dem Sitz Berlin SW. 68, Zimmersttaße 7, begründet. Derselben hat sich bereits der weitaus größte Teil der maßgebenden Berliner Zeitungen arlgeschlossen.
Augsburg, 27. April. (B. T.) Der bayerische Minister des Innern Dr. v. Brettreich wendet sich in einem Flugblatt an die b a y e r i s ch e La n d b e v ö l k e r u n g. Es wirb in allen landwirtschaftlichen Betr^eberr verbreitet und erinnert an die Mihrpflicht in der jetzigeir schweren Zeit.
Aus Stadt und Land.
Gießen. 27. April 1917.
Arbeitszeit und Behandlung der Kriegsgefangenen.
Bon sachverständiger Seite wird uns mitgeteilt:
Bon der Jnspck.iou ist die Arbeitszeit für ^iegsgesangen^ i;t der Landwirtschaft auf 12 Stunden ohne die Pausen festgesetzt. Arbeiten während der Heu-, Körner- und Karwsfelernde oder sonst bei besonderen Gelegenheit^ die Landwitte länger, so sind auch die Kriegsgefangenen verpflichtet, länger zu arbeiten! Für jede Stunde, welche über 12 Stunden gearbeittt wird, hat der Arbeitgeber aber eine Prämie von 20 Pfennig für die Arbeitsstunde an ieben Kriegsgefangenen zu zahlen.
Wenn also der Laridwirt beispielsweise morgetrs 0 Uhr mit der Arbeit beginnt, so hätte der .Kriegsgefangene bei zweistündigen Eßpausen bis abends 8 Uhr zu arbeiten.
Wenn es die Verhältnisse erfordern, daß nach 8 Uhr werter gearbeitet wird, so ist der Kttegsgefangeue gleichfalls rerpflichtet, weiter zii arbeiten. Nur ist dann für jede weitere Stunde die oben erwähnte Prämie, zu zahlen.
Die Arbeitszeit an Sonn- und Feiertagen soll 6 Stunden' liieht überschreiten. Für diese 6 Stunden sind 30 Pfennig, wie au Werktagen an den Kriegsgefangenen zu zahlen. Wird an Sonn- mtb Feiertagen länger als 6 Stunden gearbeitet, so ist für jede n'eitcre Arbeitsstunde au dir Kriegsgefangenen eine Zulage von 20 Pfennig zu zahlen. Das Viehfüttcrn wirb nicht als Sonntags- ci"l eii int Sinne der vorgenannten Berfügimg angesehen.
Bei dem Mangel mt Dienstpersonal ist streng daraui zu achten, daß die .Kriegsgefangenen diesen A-nordmmgeii der Inspektion iiachlömmen. Keinesfalls dürfen die Kriegsgefangenen besser gehalten irrtb vor allem besser verpflegt werden als deutsche Arbeiter. Da insbcsolidere auf landwittschaftlichen Arbeitskommandos die Eruährungssätze des von der Inspektion herausgegebenen Merkblattes für Ernährung der Kriegsgefangenen auf Arbeitskomman- dos nicht eingehalten Mid sogar Eier, Vollmilch sowie Butter als Brotausstricb an Kriegsgefangene verabfolgt werden, wird die Inspektion iür die Folge dieienigen landwittschaftlichen Arbeitgeber, welche nicht die Einsicht haben, daß sie sich d>rcch die Berab- solgung der oben genannten Nahrungsmittel an Kriegsgefangene schwer an ihren Vvlksgeiwssen versüirdigen, denen sie durch ihre .Handlwigsweise die Nahmugsmiitel vorenthalten, durch Entziehung der Vcrpslegungsrückvcrgütung für die Dauer eines Monats bestrafen.
lffiserc wichtigste dlufgabe besteht jetzt darin, die Feldbestellung durchzuführen, stzamit unsere Bevölkerung mit Nahenngs- mittcln versorgt werden kann.
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Lebensmittel.
B r o t g e t r c i d e n n d M e h l. Es wird wiederholt darauf hin gewiesen, daß die Brotmarkcar nur während des ausgedrnckten Zeitabschnittes Gültigkeit haben. Es ist deshalb unzulässig, daß Backwaren oder Mehl auf diese Karten bereits vor dem Gulsigkeits- termiu abgegeben oder entnommen werden.
** Zuckerverbrauchs-Regelung. Um den Bedürfnissen der bäuslichen Obstversorgimg enteegenzukonnnen, ist die 2lus- gabe des Zuckers durch eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in iluscrem heutigen Blatte so geregelt, daß die Mengen für Mai mid Juni schon im VLai verteilt werden und daß außerdem eine Sonderzulage für Obstvetteilung,, im ganzen 3000 Gramm Zucker, zur Ausgabe gelangen. Näheres darüber siehe Anzeigenteil. Da mir einer späteren Obstznckerverteilung nickt mehr zu rechnen ist, müssen diese Mengen bis zur Einmachzeit aufgehoben werden.
** Eier. In der Woche vom 30. April bis> 5. Mai ds. Js. werden in beit bekanmeir Verkaufsstellen Eier abgegeben. Giltig ist die Eiermarke 1, auf die ein Ei entfällt.
** Gemüse-Konserven können gegen Bezugsabsckintt8 der Lebensmittelkarte in Kleinhandelsgeschäften verabfolgt werden. Itt>er Abschnitt berechtigt zur Entnahme voll Konserven im Gewichte voti ' i Kilogramm. Siehe Anzeige.
** Der Bezugsabischuitt 5 der Lebensmittelkarte nürd als verfallen erklärt.
** Hessische Goldw o che. Dem Aufruf des Ober- bücoermeisters der Stadt Gießen zu. opferwilliger Betätigung bei der hessischen Gvldwock>e schließt sich in turserem heutigen Blatte ein Ausruf des Proviuzialdir. Gehennerat Dr. U s i n tz e r für deu Kreis Gießen an. „Das Gold hercnts" ist jetzt die Losung. Und siirwahr, auch auf dem Lande lvird nach manches Ewld zu finden fern, das beit goldenen Panzer unserer Rüstung verstärken helfen muß. Wer in den Truhen und Kästeil nachsieht, wird sicher erneu veralteten Goldschmuck oder alte Goldmünzen hervor- lramen, abgesehen von vielen Goldfüchsen, die noch immer wie ein Schatz gehütet werden und damit für die Lfflgemcin- heit entwertet sind. Diese verborgenen Füchse dürfen nicht länger in Strumpf und Truhe liegen bleiben. Wer das tut. ist wie der Knecht in der Bibel, der das Talent, das ihm! anvertraut war, vergrub, statt damit zu wuchenr. Und der Staat kann damit wuchern ziun Besten der Allgemeinheit. Wir brauchen Gold für die Bezahlung wichtiger Einfuhrwaren und für die Unterlage von Banknoten, für deren Ausgabe die Verstärkung der Reichsbaukveserveu unerläßlich ist. Es wird vielen nicht leicht fallen, sich von alten und neuen Schmuckgegenständen zu trennen. Möge aber jeder bedenken, daß es eine vaterländische Tat ist, die ihm selbst nnd seinen Brüdern im Schützeirgrabeu wieder zugute kommt. Das Opfer ist auch nicht einmal so groß, da die Goldankaufsstelle den vollen Goldwert vergütet. Liefert daher ohne länger ^u zögern euer Goldgesckvncide ab. ^Gelegenheit dazu bietet brs zum 1. Mai die hessische Goldwoche. Sorgt, daß der Kreis Gießen sein Teil ziun Gelingen des va^r- ländischen Werkes beiträgt.


