Avvat Mid L« Pvmoelle. In der Champagne haben mir im Massiv vvir Moronvilliers unseren Erfolg fortgesetzt. Unsere Angriffe sind überall gelungen. Wir haben den Mont Laut und webverr Hö!)en östlich des Punktes 257 genommen. Bei den südlichen Zugängen von MvronvUliers haben nur im Verlauf der Kämpfe dieser Nacht zwei loeitere deutsche Batterien erbeutet. Wir l^lben aus der Front zwischen Soisscms und Auberive die Anwesenheit ton z m ö l f neuen deutschen Divisionen fest- gestellt. Inder Gegend von St. Mi'hiel ist ein feindlicher Angriffs- versuch auf das schüft von Nvmainvillc in unserem Feuer gescheuert. Der Feind hat Gefangene in unseren Länden gelassen 11 Uhr abends: Zwischen Somme und Oise ziemlich heftige ArtiUerieaktionen. Nördlich der Aisne zog sich der Feind unter unserem energischen Druck fortwährend gegen den Chemin des Dames zurück. Unsere Truppen bei Laffaux lstelten den Kontakt mit dem Feinde eng aufrecht. Tas Fort Emrde fiel auch in unsere Land. In der Gegend von .Lcnrtebise bemächtigten wir uns nach lebhaften Kämpfen eines Stützpunktes.. Nördlich dieses Gehöftes nrachten wir etwa 500 Gefangene und erbeuteten zwei 105er Kanonen. Westlich voi: Bemericourt verwirklichten wir ernsthafte Fortschritte und nrachten etiva 50 Gefangene. In der Champagne setzte sich der Artilleriekampf sehr heftig fort. Auf dem Moron- villiers-Massiv enveiterteu wir unsere Stellungen nördlich des Mmtt .Lallt rmd wiesen zwei deutsche Gegeirangriffe aus diese Gegend und den Mout Cornület ab. Sridwestlich twn Auberive eroberten unsere Truppen aus einer Front von zwei Kilometern glänzend ein stark befestigtes Grabensystem. welck)es das Dorf mit dem Movonvillierö-Walde verband, und warfen den Feind dis an den Südrand von Vaudesincourt zurück. Iin Laufe dieser Aktion werden 15>0 Gefangene gemacht. In den Argonnen wurde ein deutscher Versuch aus einen unserer Gräben bei Bolante leickft abgewiesen. Jii der Gegend vari Vauqrwis lind aus deni linken Maasuser beim Morl Lamme war der Artilleriekamps zeitiveilig ziemlich lebhaft. Sonst überall ruhige Nacht.
Der bulgarische Bericht.
Sofia, 20. April. lWTB.) Bericht des 6?eneralftabes vom 10. April. Mazedonische Front: Feindliche Artillerie beschoß lebhaft unsere Stellungen auf der Crvena Stcna, im Ccrna- bögen und in der Gegerrd rvestlich vom Toiran-Sce. In der Ebene von Serres versuchten Erkn.ndungsabteilimgen und feindliche Infanterie westlich von Barakli Tjumaja und südlich von ScrreS vorzugehen, würben aber durch das Feuer unserer Posten vertrieben.
Rumänische Front: Lebhaftes Artillerie- und Jnfantc- ricfeuer bei Tulcea. Russische Artillerie wirf an vierzig Granaten aus die Stadt, in der zwei Frauen und ein Kiird verwundet wurden.
Bulgarische KriegSziele.
Bern, 19. April. (WTB.) Zu einen, Mitarbeiter des ..Berner^ Tageblattes" äußerte sich der bulgarische Gesandte in Bern, Passaroff. ikber Bulgariens Kriegsziele:
Wir verlangen Mazedonien, die Dobrudscha und das serbisch Mora'nxrtal, weil sie bulgarisches Land sind. Die provisorisch russisch Regierung erklärte in einer Proklamation, sie wünsch einen dauerhaften Frieden auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes der Völker herzu stellen. Mit diesen Grundsätzen ist die bulgarisch Regierung einverstanden. Die Bewohner Mazedoniens, der Dobrudsch und des bisher serbischen Morawa-TaleS sollen in freier Abstimmung cntschiden, ob sie Bulgarien an gehören wollen oder reicht. Die bulgarisch Regierung kennt die Wünsch der befreiten Gebiete und sie weiß, daß der Ausfall der Wahl unzweifelhaft ist, denn nur ein Ideal beseelte alle Bulgaren seit Jahrhunderüm, die Errichtung eines geeinigten, unabhängigen, demokratischen Bulgariens.
Der türkische Bericht.
Konftantinvpel, 20. April. (WTB.) Amtlicher Heeresbericht Vsuv 10. 2lpril.
Irakfront: Auf dem rechten Tigrisufer schanzt der Feind vier Kilometer von Unserer Front. Auf dem linken Tigrisnfer lebhafteres Artilleriefeuer, an der Ujala schwaches Artilleriefeuer.»
Kaukasusfront: In unserem rechten Flügelabschitt wurden mehrere für uns günstige Patrouille! urnternehmungen ge-, meldet. An einer Stelle gelang es, die feindlichen Kavallerie Posten zu Überfallen, dem Feinde einen Verlust von 12 Toten beizubriugen und einige ^Lebensmittel m erbeuten. An einer anderen Stelle lernt eine von uns vorgehende Offizierspatroullle mit einem feindlichen Zuge, der ldirrch zaoei Maschinengewehre verstärkt war, ins Gefecht. Nach zweistündigem Kampf wurde der Feind in nördlicher Richtung zurückgetrieben, ^luch hierbei wurden Gewehre und Munition erbeutet. einer dritten Stelle zwangen unsere Patrouillen! durch ein kurzes Gefecht feindliche Patrouillen zum Zirrückgehen. Im linken Fliigelabsckmitt, rurmentlich auf dem äußersten linken Flügel beiderseits leichtes Artilleriefeuer. Abends flüihe. Im allgemeinen l>e schränkte sich der Feind darauf, seinen Stellungsbau zu vervollständigen. Es wurde festgestellt, daß das feindliche Lager, das vor einigen ,Tagen von unserer Artillerie beschossen wurde, zurückverlegt ist.
Don den übrigen Fronten sind keine besonderen Ereignisse gemeldet worden. Vor einigen Tagen machten die R ebe k- l e n wieder einen Versuch, unsere Bahnlinie zu ziwstören und eine Eisen bal-nsiation m besetzen. Sie wurden dank dem tatkräftigen Eingreifen er res Tscherkessenkavallerieregimertls mit schweren Ber- llusten in die Flucht geschlagen. Die geringen Beschädigungen an der Bahn konnten sofort ansgebessert werden. Bei den Rebellen befand sich auch ein englischer Offizier.
Die Revolution in Rußland.
Wachsende Agitation gegen die provisorische Regierung.
Berlin, 21. April. Die Matter berichten über die wachsende Agitation gegen die pro vi so rische Re- gierunginRußland. Das „Bert. Tagebl. hebt die Gegensätze hervor zwischen Lenin und Plockvnow. Wie der Lolalanz. sich melden läßt, beurteilen die bürgerlichen Blätter in Rußland den mühelosen Sieg der RevoUction jetzt pessimistisch. Außerdem heißt es in dem Lvkalanzeiaer: Der Militärbezirk Petersburg wurde am 10. April abends auf Befehl der pwvisorisclMn Regier:mg von neuem in deir Zustand des verstärkten Schutzes versetzt. Die De reist S- und Versammlungsfreiheit ist vorübergehend aufgehoben.
Ueber die englischen Machenschaften in Rußland heißt es in einer Mitteilung der „Voss. Zbg.": Durch das Lervortveten der Arbeiterpartei und deren immer mehr überwiegenden Einfluß ist die Bewegung in Rußland den englischen Länden mehr oder weniger entglitten. Man ist in London über diesen Misserfolg erbittert, hält aber trotzdem an dem Plane fest, nicht etwa eine Republik, sondern eine konstitutionelle Monarch e zu verwirftichnr und die Wi^ereinfeyirng des Zaren in seine Rechte zu erreichet.
Bern. 20. April. lPriv.-Tel.) Der Petersburger .Korre- spondertt des „Evrriere della Sera" drahtet, daß die Be- wegung für und ^egenden Krieg und gegen die provisorische Regierung einen immer größeren Umfang annehme und wrter den Volkswagen Besorgnis und Verwirrimg Hervorrufe. Die Lage erscheine düsterer als je. Die Regierungsmit- glieder stünden einer sehr sckstvierigen Aufgabe gegenüber. Die Reaierun^ bemühe sich mit aller Energie um die Erhaltung des Gleich ' ib!s wischen dem Streben nach inner en Reto-rmen und den Djsii'chnl cmStvärtigen Interessen. Das Arbeiter- und Soldaten- tomilee mit seinen übertriebenen Forderungen oermehre die Erregung. In Petersburg ständen sich heute dret Parteien gegenüber. di.' fick) offen bekämpften. Plechanoff, der Führer der Ba'ch'w.Ti, gelte als treuer Regierungsanhänger, während Lenin, der 7 iitycn der Bolfck?7wi7i, offen führ einen Sonderfrieden ein.t r-. Um Lenin sclrarten sich die Arbeiterizruppen, die schon i" den ersten Revolutionstagen vollständig kampfbereit gcivesen seien Der größte Teil der aus dem Zeughaus iortgekonrmenen Wacken, eNoa 40000 Gewehre und 30000 Revolver, seien im Beiitze der DolschewkK Neue Kämpfe seien vorvuLPrsehen, in
denen neben der provisorischen Regierung unter den politisch sich gegen übe rstehenden Persönlichkeiten, Pleelianoff und Lenin eine Rolle spielen würden.
Englische und franzvsische Sozialisten vor der provisorischen Regierung.
Petersburg, 18. April. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegrapherr-Agentur. Fürst Lwow und mrdere Mitglieder der Regierung empfingen die Vertreter der französischen und englischen sozialistischen Parteien.
.Im Namen der provisorischen Negierimg erklärte der Minister des Aeußern Miljukow: Wir verstelLN, daß Sie im ^Augenblick der Revolution und der Nied-erwerfung des alten Regimes befürchten konnten, daß wir, Ihre Verbündeten, die Kraft zum Widerstande verloreir haben. Auch sind wir besonders für Ihre Ankmtft imd Ihre Erklärung danibar, daß die Epv<li-e der Unruhe, die Rußland durchmacht, Ihneit keinerlei Furcht einflößt. Bei Ihrer Rückkehr in das Vaterland Birrten Sie mitteifen, daß das freie Rußlaird dmik der Demokratisierung aller seiner Einrich- Mngen doppelt so stark geworden ist mrd daß es allen Schicksalsschlägen des Krieges Ividerstelst und trotz der Revolution das gleiche vom Kriege auferlegte Hauptziel verfolgt. Wir können sagen, daß die provisorische Regierung mit größtem Nachdruck die Vernichtung des deutschen Militarismus erstrebett wird, da unser Ideal darin besteht, für die Zukunft jede Möglichkeit eines Krieges zu beseitigen. Gegenwärtig bestiehl unser Problem darin, die durch die Revolution erschütterte Kraft der Verteidigung! zu organisieren. W»r werden dem Feinde mit verdoppelten Kräften, überzeugt vom bevorstehenden Sieg, l>egegnen.
Nach Miljukow ergriff Justiz ntinister Kerenskij das Wort. Er sagte: Ich begrüße Sie im Namen der Demokratie und der russischen Sozialisten. Ich stehe allein in denr Kabinett, meine Ansicht stimmt nicht immer mit d e rj enigen der Mehrheit überein. Bisher lmben im Namten des russischen Volkes^ Vertreter der führenden Klassen gesprochen. Sie sollen ivissen, daß die russische Temokixttie gegenwärtig Herrin des russischen Bodens ist. Wir haben beschlossen, für immer in unserem Lande allen imperialistischen usurpierenden Versuchen ein Ende zu setzen, beim nur wollen niemandes Knechtung, sondern dienen dem Gedanken der Freiheit, Gleichheit imd Br'üder- lichkeit aller Völker. Tie Begeisterung, die die russische Demokratie beseelt, rührt von dem Bewußtsein her. daß der Traum ter Verbrüderung der Völker der ganzen Welt der Verlvirklichung nahe ist. Tie Denrokratien der Welt werden verstehen, daß zwischen den Völkern keine Feindseligkeit mehr bestehen kann. Die russischen Denwkraten werden bis zum Schluß ihre Stellungnahme beibehalten, rvio sie in der Erklärung der provisorischen Regierung imd des Arlieiter- und Soldatenrates zum Ausdruck gekommen ist. Wir werden eine Rückkehr deS alten usnrpatori- schen Krieg szi elS nicht gestatten. Wir erNrarten von I'lmen, daß Sie mtf die anderen Klasseit der BevAkerrmg Ihrer Länder den gleichen entseheidenden Einfluß ausüben werden, wie wir auf unsere bürgerljch?n Klassen, die gegenwärtig auf die i m - perialistischeu Bestrebungen Verzicht geleistet lziaben.
Plcchanow nud der „TcmpS".
Bern, 20. April. lPrio.-Tel.) Ter „Temps" bespricht die Lage Rußland' und schreibt^ daß P l echan ow, der in einer Rede für den Krieg bis zum Weißbluten ein getreten sei. der Dolmetscher der wirklichen Gefühle der russischen Nation sei. Die anarchistischen, marxistischen und pazifistischen Elemente der äußersten Liukcn seien bemüht, die Masse in ihr Fahrwasser zu bringen nud Agenten Deutschlands, die im Trüben fischten, ermutigten alle demagogischen Treibereien, die in Ermangelung eines Sonderfriedens Deutschland zum mindesten den Vorteil der ständigen Agitation brächten, woourch die russische Armee gar .an Kraft verlieren könnte. Tas russische Volk in seiner Gesanrtl.ieit lege sich davon auch Rechensck-aft ab. Deshalb werde der Appell Pkecksanows zur heiligen Eirrigkeit gehört werden.
Das anrerrkanifche Heer.
Washington, 10. ?lpril. (WTB.) Meldung des Reu- terschen Brrvsaus. Die Militärkonrmissiou des Senates erstattete den Bericht über das Heeresdienstgesetz der Rogierirrrg. Der Bericht bezeichnet das Fr ei w illige n syst ent als unsicher und unzureichend. Der Plan der Regierung stelle die schleunige Aushebung und Erhaltung der erforderlichen Streitmacht von 600 000 sickier. Ter Gericht nimmt Bezug arrf die früheren Kriege, in denen die Vereinigten Staaten von Amerika das Freiwilligensystenr als unbefriedigend und kostspielig erkannt hätten. Er erwähnt mrcl) Englands Erfahrungen im gegenwärtigen Kriege. Es tväre daher eine Torheit, wenn die Vereinigten Staaten von Arnerika in dieser späten Phase des Krieges und angesichts der Erfahrungen Englands da beginnen wollte, wo England begonnen habe.
Der Bau von Handelsschiffen in Amerika.
Washington, 20. April. (WTB.) Meldung des Reuter scheu Bureaus. Marinesekretär Daniels teilt mit, daß ein vorübergehender Aufs chub des Baues von fünf neuen Schlachtkreuzern uird anderer großer Schisse erwogen wird, damit sich ein Teil der Schiffsbauindustrie, soweit er nicht mit dem Bau kleiner Kriegsschiffe beschäftigt ist, dem Bau von Handelsschiffen widmen kann.
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Aus England.
Amsterdam. 20. ?lpril. (WTB. Nichtamkkich.) Das „Al- gemem Hanbelsblad" meldet aus London: Demnächst wird eine weitere Einschränkung dos Personen- nud Güterverkehrs auf den inrglifchcn Eisenbahnen vorgenommen.
Das Ackerland soll in England imd Wales um 300 000, in Schottland um 50000 und iit Irland um 500000 Acres vermehrt werden.
Eine englisch-franzvfisch-italienische Konferenz.
Paris, 20. 9lpril. (Havas.) Ribot und Lloyd George begaben sich gestern nach Saint-Iean de Mau- rieirne, um über eine gewisse Anzahl von Fragen zu verhandeln und sich mit dem italienischen Ministerpräsidenteit Boselli und dein italienischen Ntinister des Aeußern Somrrno zu besprechen. Sie kamen heute früh wieder in Paris air.
Spanien nnd England.
Madrid, 20. April. (WTB. NichtamtlichMeldung des Korr.-Bureaus. „Diario Universal" meldet aus London, daß die spanisthe Regiertmg in die Charterung spanischer Handelsschiffe durch die englijckze Negierung eimMtikligt habe.!
Rücktritt des spanischen Kabinetts.
Madrid, 10. April. (WTB.) Meldung der Ägence Havas. Ministerpräsident Ra ma non es' erklärte, er habe dem König die Gesamtdemission des Kabinetts mit Rücksicht auf die politischen U m st ä n d e überreicht. Er fügte hinzu, in jeder Hinsicht werde er sich bemühen, daß oie l i be r a l e P a r t e i weiter am Ruder bleibe. G a r c i a Prieto 1)at lange mit dein König konferiert. Nach Bk'- endigung der Unterredung erklärte er, daß er am vlbend wieder ins Schloß gehen werde. Mm: glaubt, daß Garcia Prietv nach einer Unterredung mit Romanones de:c Auftrag angenommen habe, das neue Kabinett zu bilden und dag er im weiteren Verlaufe des Abends dem König die Liste der Minister zur Bildung vorlegen werde.
Das (ptreben des im Fahrwasser des Vierverbandes segelnden Graferi Romanones ging dahin, Spanien an Englands und Frankreichs Seite in den Weltkrieg zu ver
stricken. Gs ist nur ein fleiner, in seinen kapitalistischen Interessen bedrohter Kreis mit Romanones an der Spitze, der Spanien vor den Wa^en Englairds spannen möchte. Nahrung haben die Gegensätze in der letzten Zeit erhalten durch Ereignisse, die RonranoneS anscheinend zun: Änlatz einer Kraftprobe genommen hat: die Versenkung des spanischen Schiffes Sarr Fnlgencio, den Abbruch der Beziehungen der Bereinigten Staaten und Brasiliens zu Deutschland. Letzthin verlautete auch von einer neuen Note Spaniens! au Deutschland, über deren Inhalt indes noch nichts bekannt gewordtnr, deren Ankunft in Berlin auch noch nicht bestätigt worden ist.
Garcia Prietv, der sich um die Bildung eines neuen Kabinetts bemüht, der Führer des rechten Flügels der liberalen Partei, in der zahlreiche Elemente einer Ausrechterhaltung der Neutralität zuneigen.
Madrid, 20. ?lpril. (WTB. Nichtamtlich.) Das neue Kabinett ist wie folgt gebildet worden: Vorsitz: Garcia Prieto, Auswärtiges: Inan Alvarada, Inneres: Don Itüw Burell, Krieg: General Aquilera, Marine: General Mi- randa, Justiz: Ruiz Balariuo, Finanzen: Santiago Alba, Oeffentlicl)e Arbeiten: Herzog Atmade Varvalle, Unterricht: Josä Frances Rodrignez.
Stratzenunruhen in Lissabon.
Madrid, 17. April. (WTB. Nichtamtl.) Funkspruch des Vertreters des K. K. Wiener Korr.-Bur. Nach einer Mitteilung der Zeitung „Epoca" ist es in Lissabon zu Straßenunruhen gekommen, die blutig verlaufen sind. Die Manifestanten, denen sich auch Militärpersonen anschlossen, wurden durch ein starkes Polizei- und Truppenaufgebot zerstreut.
Seekrieg.
Ein kleiner englischer Kreuzer schwer beschädigt.
Berlin. 20. April. (Amtlich.) Am 14. April wurde nirfthco von Alexandrien ein zu den Bewachnngsstreitkräften gehörender kleiner englischer Kreuzer, wahrschein- rich der Forglove Klasse, von einem Unterseeboote im Nacht- angri^f durch zwei Torpebotreffer schwerbeschädigt. Das sinken konnte wegen Dnnkestlckt nnd feindlicher Gegenwirkung nicht mehr ftstgestelll werden, Ist aber mit ho her Wahrscheinlichkeit anzunehmen.
Eine Lüge über angebliche Prisengclder der deutschen N-BootSmannschasten.
Berlin, 18. April. (Nichtamtlich.) Das in Amsteroam erscheinartde Blatt „Telegraaff' behauptet in seiner am 8. dlpril 1017 erschienenen Nummer u. a. folgendes z „Deutsche Unterseebootsmannschaften erhalten eine Zulage, die 10 Proz. mehr als auf anderen Kciegs- schiffen beträgt. Der Kommandant sowie der erste Ingenieur erhalten je 5 Proz. des vom Prisengericht festgestellten Wertes eines aufgebrachten Schiffes, die Offiziere zusam- uwn_ 1.> Proz. und die Besatzung 25 Proz. Bei torpedierten Schiffen bekommen Kommandant uuö erster Ingenieur je ) Proz., die Offiziere 4 Proz. und die Besatzung 10 Proz. des Versicherungswertes. Während der ersten sechs Monate seiner Tätigkeit sei die Belohnung für ein U-Boot etwas höher. Weiter bekomme der Kommarrdant. der auf seiner Reise die meisten feindlichen Kriegsschiffe zerstört habe, noch eine besondere Belohnung. Der „Telegraast" knüpft an diese Behauptnitgen die Frage, ob nicht dieses System die Ursache der rücksichtslosen Torpedierungen sei, die dann später als Jrrtümer bezeichnet würden.
Diesen Angaben steht als Tatsache gegenüber, daß die Mannschafteir deutscher U-Boote außer der schon in Friedenszeiten gezahlten sogenannten Tauchznlage, d. i. einer geringfügigen Zulage für Tage, an denen Fahrtm unter Wasser ansgefiihrt wurden, keine Zulagen oder Vergütungen irgeudwelä)er Art bekommen.
Die Angaben des „Telegraaf" sind also erlogen. Das ist zwar nichts Besonders, kennzeichnet diese Eigenschaft doch fast alte Nachrichten, die der ,,Telegraast' über deutsche Verhältnisse bringt. Es wäre daher auch unnötig gewesen, sich mit dieser 'Nachricht zu befassen, wenn sie nicht in anderer Beziehung charakteristisch wäre. Bekanntlich ist „Telegraaf" ein in holländischer Sprache und auf holländischem Boden erscheinendes englisches Blatt. Es ist ihm deshalb auch nicht möglich, mit anderem Maße als mit englischem zu messen. Daher vermutet das Blatt auch ohne iveiteros, daß das System des Kopf- und Prisengeldes' elnmfalls in der deirtscheit Marine Geltung habe. Dieses' System ist aber in diesem Kriege nur von England bei- behalten worden. England bedurfte seiner, uni seine Sölonerscharen zu Heldentaten anzusporrien, wie sie im Baralong- und Cromptonfall ihreic deutlichsten Ausdruck erlangen, Heldentaten, die sicher den Beifall des „Telegraai" gefnÄdeu haben.
Ein Versehen eines deutschen U-Bootes.
Kopenhagen, 20. Llpril. (Privattel.) Das Ministerium des Aeltßerir teilt mit: Die von deutscher Seite vor- genommene Untersuchung über die Torpedierung be3 dänischen Dampfers ,,£>. B. Suhr" in der Nordsee am 25. Januar d. I. hat ein Versehen des betreffenden Tauch bootkonrm an darrten ergeben. Die. deutsche Regierung drückte der därrischen ihr Bedmrerri arrs und erklärte sicn zürn Schadenersatz bereit.
Die Versenkungen.
Amsterdam, 20. April. (WTB.) Eure hiesige Schifffahrtsagentur sagt in ihrenr letzten Bericht über die Schifssverluste: Vom 16. MärL bis zum 15. April irmrden versenkt: 117 englische Schiffe, 44 fvarrzösischl', 16 italienische, 5 belgisckre, 0 rnssiscl)e, 1 kanadisches, 0 amerikanische, 1 brasilianisches, 2 portuaiesisclre, 67 irornvegische, 14 dänische, 4 schlvedische, 7 niederländische, 3 spanische, 5 griechische.
Madrid, 20. Llpril. (WTB.) Fnnffpruch des Vertreters des Wiener Korr.-Bureaus. ,^Fmpareial" meldet: Südwestlich von Huelva wurde arn 14. Llpril der portugiesische Danrpser „Tres de Mas", der von Lissabon nach Gibraltar fuhr, von einem Unterseeboot versenkt. — In Tanger wurden Schiffbrüchige des italienischen Dampfers „Giuseppe 2 e c a n a" (4000 Tonnen), der am 13. Wpril nordwestlich von einem Unterseeboot verseirkt wurde, gelandet. Die Mannschaft war Augenzeuge, als dasselbe Unterseeboot etuen englischen Truvpen- und Viehtraus- portdampfer von 8000 Tonnen torpedierte, der in tvenigen Minuten unterging.
Kopenhagen, 20. April. (WTB.) Das dänische Ministerium des Aeußenr teilt mit: Der dänische Konsul in Barcelona meldet, daß der dänische Dreimastschoner „Ansgar" (301 Tonnen), mit einer Holzladung von Amerika nach Spanien, im Mittelmeer in B r a n d g e st e ck t nnb die Besatzung in Barcelona gelandet wurde. Das dänisä>e Ministerium des Aeußern teilt ein Telegramm der dänischen Ge-


