Ausgabe 
21.4.1917 Erstes Blatt
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saichtschaft rn London mit, daß der dänische DampserR o - bert von 1445 Tonnen, der von Schweden nach England nchr, m der Nordsee versenkt wurde. Von der Besatzung wurden siDölf Mann, darunter ein Schtververletzter, gerettet und m Kirkwall gelandet. Sieben Mann sind umgekommen. Nach einem wetteren Telegramm der Londoner Gesandtschaft wurde der dämiche DampferB re t a g n e" von 1110 Ton- nen, der von England nach Kopenhagen fuhr, mit einer Koh- .e'ataoung rn der Nordsee versenkt. Die Besatzung wurde gerettet. Acht Mann wurden in Peterhead, der Rest der Be­satzung, darunter der Kapitän, in Aberdeen gelandet.

Haag 20. April. (WTB. Nichtamtlich.) Die Necder- iairchche Eagraas Agentschap erfährt, daß in Schevieinngen die Besamungen des SchleppbootesMarcel" und der bel- gttchen SchisseTela-gi" undMorance", die am Donners- ttwh acht Meilen nördlich vom Noordhinder 2eucl)t- 'chrft von einem deutschen U-Boot iversenkt worden sind, gelandet wurden

Aus dem Reiche. 1

Xwv Parteiausschuß der deutschen Sozialdemokratie hat sich lautVorwärts" am gestrigen Freitag mit der ,vrage der politischen Neuordnung und ber Frie - ^ Cn ?J ra P c k e fa6t An den Berhaird Zungen nahmen von '.--er Parteivertretttng der deutschen Sozialdemokratie in ^.eiberreich Dr. Adler, Seih und Dr. Renner, vorn Partei- Vorstände der lingarlMidrschen Sozialdemokratie Gagany lind seltner als Gäste teil. Am SciLusse der Verhandlungen wurde einstrmnlig eine Fried e nsent s chl i e ß u n g der ceittschen Sozialdemokratie zum Beschluß erhoben Darin beißt Mit Entschiedenheit verwerfen wir die von den semdlrchen Regierungen verbreitete Znnruttnig, daß die F^nftuhrung des Krieges wütig sei, um Deutschland zu freiheitlichen Staatseinrichtungen zu zwingen. Es ist Auf­gabe des deutschen Volkes allein, seine inneren (Änrich- iuntzen irach seinen Ueberzeugungeii zu entwickeln.

Eine Neichstagsersatzwahl.

^5 -l tn ' 21 April. Bei der gestrigen im 16. Hannover­ern Reichstagswahlkreise Uelzen-Lüchow-Dannenberg-Jsen- haben vorg^lommenen Ersatzwahl für den auf dein Felde der (£grc gefallenen Abgeordneten v. Meding wurde Gras Ge­org Ernst Bernstorff-Wehningen mit 3260 Stim- inen gewählt. Einige kleinere Bezirke stehen bei diesem Ergeb­nis noch aus.

Aus Stadt und Tand.

Gießen, 21. April 1917.

Der Mord in Butzbach.

Butzbach, 21. April. Zu der gestern scho-n gemeldeten Mordtat des Strafgefangenen Fruwrich Hans; erfahren )vir von zuverlässiger Seite noch folgende Einzelhciteii: Der .sttörder ist am 6. Februar 1899 in Wange im Elsaß geboren. Wiederholt vorbestraft, verbüßte er eine neue Strafe für deu Eier-Diebstahl, den er in der Nacht vorn 23. zum 24. Ok­tober ini Sprudelhotel in Bad-Nauheim begangen hatte. Hanß wicrde bei Fauerb^rch ergriffen und noch gestern mtt der Leiche des ermordeten Gefangene na ufsehres Arnold konfrontiert. Er legte dabei ein offenes Geständnis ab, ohne eine Spur von Reue zu zeigen. Die Dat hat er begangen, um die Freiheit zu gewinnen.

Deu Mord selbst hat er auf folgende Weise verübt: Er war als Korbmacher beschäftigt und hatte sich aus Weiden ein keulenartiges Instrument verfertigt. Ms nun der Aufseher Arnold in seine Zelle trat und, um das Fenster zu offnen, einen Schemel nehmen mußte, den >)anß mtt Vorbedacht für seinen Mordplan günstig auf­gestellt hatte, übersiel er den sich bückenden Aufseher von bürten mit der Keule und versetzte chm einer: Ion ch tagen Schlag auf den Hinterkops, der die Schädel- decke durchlöcherte. Nicht genug danttt, strangu- > l r er t e er der: zusammenge brodytncn Auffeher mit einer Schlinge, die er ebenfalls aus Weidenruten hergestellt hatte, sodann zog er die Uniform des Aufsehers an und schnitt i h m, da er immer noch Lebenszeichen von sich gab, mit dem Kvrbmachermesser die Kehle durch, .hieraus ent- lernte er sich aus der Z»lle und gelangte mit den schlüsseln des Aufsehers ins Freie. Hinter der Anstalt über­stieg er die Mauer und wurde dabei von einem jugendlichen Gefangenen beobachtet, der aber erst später Meldung er­stattete.

Hanß begab sich hierauf nach Bad-Nauheim, wo er einen neu Einbruch in das Sprudethotel machte, dessen Räumlichkeiten ihm von früher her bekannt waren. Er ent­wendete eine Pelerine, die er über seine Uniform hing.

Verhaftet wurde er von dem Hilfsschutzmann Keßler aus Friedberg, der gerade von fernem Dienst nach Hause gekommen war und feiner Frau von dem Mordfall erzählt hatte. Die Frau sah einen verdächtigen Menschen am Fenster vorübevaehen uud machte ihren Manu, der sich schon zu Bett gelegt hatte, darauf aufmerks-am. Keßler eilte sofort dem Mörder nach und nahm ihn zwischen 6 uud 7 Uhr morgens aus der Kreisstraße zwischen dem Stadtteil Fauer- i buch und Ossenheim in der Nähe des Fauerbacher Fried­hofes fest.

Obtoohl der Verhaftete mich das Portenwirnaie des Aufsehers erltwendet hatte, hatte er e§' dock) nicht gewagt, lerne Wsicht, irach Frankfurt zu fahren, auszuführen, son­dern juchte )rch rn der Umgegend von Friedberg zu ver­langen.

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Lebensmittelmarken.

Für die Zeit vom 23. bis 29. April 1917 haben nachsichende Lebensmittelmarken Gültigkeit:

Brotmarken der 17. Woche, gültig vom 23. bis 2V. April 1917 Bnttc'rmarken 17. 23. 29, r

Fleischmarken w 17. , 23. , 29. ^

Kartoffetmarken. 16. 23. 23.

Luckerinarken Nr. 10 und 11, gültig bis 30. April 1917. Seifenmarken für den Monat April

Ein Umtausch verfallener Marken findet nicht mehr statt: ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt.

GeschäftSstunden deS Stadt. LebensmittelamteS von 912 Uhr vorm., 24 Nhr nachm.

Markenansgabe kür Urlauber:

Sonntags voll 1012 Uhr vormittags.

** Amtliche Personal Nachrichten. In den Ruhe- Nand versetzt wurde: am 17. März der Lehrer Peter Joseph Kohl zu Nieder-Mörlcn auf sein Nächsten unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Avril 1917 an. Gleichzeitig wurde ihm das Ritterkreuz 2. Kl. des Ver­dienstordens Plstlipps des Gwsxinütigen verliehen. Entlassen 'ivurde: am 14. Slpril die Lel^errn an der Volksschule zu Bvetzen- itein«, Kreis Diainz. Katharine Stell wagen, auf ihr Nach suchen aus dem Schuldienste vom 1. Dkai an. Mn 12 April

ds.. wurde Georg Tröller M Laubcvch twrn l. April ds. IS. an zum Schreibgehilfen der Oberförfterei Laubach ernannt.

** Auszeichnung. Dein Musketier Otto Luch aus Gießen wurde das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen.

** Jung wehr. Sonntag, 22. April, Antreten 21/4 Uhr an der neuen Ka-erne (Licher Straße).

** Eine hessische Goldwoche. Im der Zeit vom Mitt­woch. 25. April, bis einschließlich Mittwoch, 2. Mai, soll eine hessische Goldwoche Gelegenheit geben zu einem wuchtigen Ergebnis an Gold, Edelsteinen ured Plattn. Tie Hingabe von Goldsachen ist nicht mir von wittschaftlicher, sie ist auch von tiefgel-ender politi­scher Bedeutung, als Zeugnis siegl-asten Opserwillens! So sei es denn: Trennen wir uns 00m entbel-rlichen Schmuck, bis eine bessere Zeit ihn wieder zu einer Freude macht. Hohe vaterländische Zu^cke forivcm das. Wir verweisen auf den Aufruf in unsereni heuttgen Blatte.

** Der erste Maikäfer ist^gestern abend tatsächlich über irnseren Redaktionstisch geivandert. Seinem Ehrgeiz, der Redaktion seine Fruhlulgsbotschast zu überbringen, kam ein wackerer Feldgrauer zu Hilfe, der uns daS Tierä-m überbrachte. Tie Frühlingsbotschaft konnnt uns aber immer noch nickst vertrauenswürdig vor.

** Der heutige Wochen mar kt hatte eine etwas besieg Zufuhr wie die bisherigen. Kohlgemüse, Spiunt, Feldsalat- und Moerretttch waren vorhanden, fanden aber raschen Absatz. In nächster Zeit wird eine bessere Zufuhr zu erwarten sein, da die Beschickung des Wochenmarktes auch durch auswärtige Händler in Äussickst steht. In den einyeimisck)en Geschäften find auch heute Kopfsalat, Radies­chen und sonsttges ftisches Grünzeug vorhanden.

** Heber eine halbe Milliarde Kriegsanleihe- z eich nun gen der landwirtschaftlichen Genossen- s cha f t e n. Die Gesamtzeichmmgen der Kreditorganisation des Reichs Verbandes der deutsckien landu-irtschastlichen Genossenschaften (es sind dies 26^ Zentvalkassen und 11 640 Spar- und Darlehns- kassen) bei der 6. ikriegsanlei'he belaufen sich auf rund 550 Mil­lionen Mark gegen 375 Millionen Mark bei der 5. Anleihe. Im ganzen sind auf die sechs Kriegsanleilien durch die im Reickis- verband zusannnengeschlossene Ktteditvrganisation rund 1,9 Mllliar- den Mari gezeichiltt worden.

** Land Wirts chastsarbei ter auf der Eisens bahn. Die preußisch-hessische Eiseubahngemeiuschaft uud die Reichseisenbahueu getvibreu mit Gültigkeit bis Ende Mai Arbeitern, die zu landwirtschaftlichen' Arbeiten, die die Sicherstellung der Frühjahrsbestellung bezwecken, nach auswärts verpflichtet worden sind, eine Fahrpreis­ermäßigung derart, daß bei der einmaligen Reise nach der Arbeitsstelle und zurück nur der halbe Fahrpreis d e r v i e r t e n Klasse erhoben wird. Die betreffenden Arbeiter müssen mit erltsprechenden Ausweisen versehen sein, die für Hür- und Rückstchrt besonders ausiustetlen sind.

** D ie S ch m i e d e befinden sich jetzt z-um großen Teil wegen des Fehlens geeigneter Kvhlen in 9Lot, sie müssen mitunter feiern und die Interessenten haben darunter sehr zu leiden. Man ruft nach sogenannten Scbmiedekohlen, man schweift in die Ferne und das Gute liegt, so schreibt unS ein Sachkundiger, so nahe. Vor hundert Jahren wurde noch ganz vl)ue Steinkohle geschmiedet. Da nahm man einfach die beim Backen aus dem Backofen übrigbleiben-- den Holzkohlen, mischte sie mit Pferde- oder sonstigem Dünger, da- sie nicht beim Glühen auf der Esse fortslogm, mrd man erhielt ausgezeichnete Schweißtcnnperaturen. Schmiede! probiert die alte Methode, mischt Holzkohlen nnt ettovs Steinkohlengrus, und ihr könnt euch aus diese Werfe selbst helfen.

** Der Aliee-Franen-Verein Gießen teilt mit, daß ine Gederckblätter für die in die Listje der Vereine ein- getragenen Sammler und .Sammlerinnen vm Altmaterial für die Namen AK ein Montag, den 23. April, für die Namen L-7Z Donnerstag, den 26. 9tpril, nachmittags von 3 Uhr an, in rmserer Kasse in der alten Klinik (Liebigsttaße) von den Empfangs- berech-ttgten abgehost werden können.

** In der Gewerblichen Fortbildungs schule bemunt der Unterricht Dienstag, den 1. Mai, nach­mittags 2 Uhr. Neuanmeldungen müssen bis zum 28. April erfolgen. Siehe Anzeige.

** Jm Lichtspielhaus Bahnhvfstraße wird von heute ab ein Filnwrama in drei Akten,Marjas Smmtags- ge,vanlst' gegeben. In der Hmwttolle spielt die bekannte Tänzerin Olga Des mo nd, die vor einiger Zeit in einem FilmSeifen- blaien hrer m Gießen großen Beifall fand, eine russische Bäuerin, tue als Natwnaltänzerin den Weg zu den Brettern findet, wäl-rend ehr r'eamckunleben darunter zu Grunde geht. Neben diesem Draina ist ern Film schvank in zloei Akten vorgesehen,Ein teurer Kuß", der mel Heiterkeit Verswicht. Die musikalische Illustration wird von der anerkannt guten Künstlerkapelle ausgefühtt.

. Im Fürstenhof Gießen findet Samstag und Sonn tag Konzert statt. Siehe Anzeige.

er Freiw. Feuerwehr hält Montag,

30. April 191/, abends 8V2 Uhr, eine ordentliche Hauptversamm­lung ab. Näheres im Anzeigenteil.

** Bestandsaufnahme der Gemüse-Kon erven. In einer Bekanntmachung in unserem heutigen Blatt fordert der Oberbürgermeister nochmals alle Gr0st­und Kleinhändler der Stadt Gießen, die die Anmelduna bisher unterlassen haben, auf, ihren Bestand an 0>emüse- Konserven unter Angabe des Inhalts und Gelvichts schrift­lich dem Städtischen Lebensmittelcrmt spätestens bis znm 24. > April anzuzeiaen. Wer keine Gemüse-Konserven in Besitz hat, hat Fehlanzeige zu erstatten.

** Das heutige Kreisblatt enthält Bekannt machnngen über Verkehr mit ausländischen! Mehl Ent­eignung, Mwfernng und Einziehimg von Gegenständen aus Kilpfer ustv. MerkbKltt für Hüfsdienstpflickstige. Gewährung von Famillenmtterstützungen. dlusschieszung von imzm>erlüssiaen Personen vom Handel und Abliestrmig vrm minderwertigem Rindvieh.

Landkreis Gießen.

z. Geilshausen, 20. April. Die Hinden b u r gsp ende brachte an siemnlligen 0jaben 2 X U Pfund Schmalz, 5 1 /* Pmnd Butter IV4 Pfund Speck, I6V2 Pftmd geschälte Gerste, 16 Pfund Dörrobst, 8^/z Pfund Mehl, 2 Gläser 05elee, 1 Flasche Rübö! und 170 Eier. Das Endergebnis der Schülerzeichnung zur 6. Kriegs­anleihe betrug 3337 Mark. Mit den beiden vergairgenen haben unsere Schüler 8897 Mark zusammen gebracht. Konrad Engel bei einer Musketen-Kvmpagnie im Westen, erhielt die Hessische TapserkeitsmedaUle.

^ Du ngen, 21. April. Bei der hiesigen Spar- imd

Lechkasse, e. G. m. u. H., wurden zur 6. Kriegsanleihe 235 000 Mk gezeichnet.

Kreis Büdingen.

Kreis Friedberg.

Friedb e r g, 21. April. Ter Kreistag setzte den Haus­haltsplan des Kreises Friedberg für das Rechnungsjahr 1917 in Einnahmen und Ausgaben auf 774 525 M7. fest. Eine Erhöhung der Umlagen ist ttotz des Krieges nicht erforderlich gewesen.

* Wohnbach, 21. April. Zur 6. Kriegsanleihe wurden von den Schülern 2600 Mk. gezeichnet. Zusammen wurden in der Sch'iile in den drei letzten Anleihen 6841 Mt. gezeichnet.

Hessen-Nassau.

st Marburg, 21. April. Laut landrätlicher Verftiguna sind sämtliche P r i v a t s ch c 0 t m ü h l e n im Kreise durch Anlegung von Siegeln izu schließen, Benutzung ist nur gegen besondere Erlaub­nis zulässig. Ter Anspruch der Zieiien Hutter auf Butter und Milch ruht so lange, wie die in der Wirtschaft gewonnene MilÄ zur Deckung des Bedarfs ausreicht. Ein Liter Ziegenmilch wir» gleich 40 Grainm Butter gereckxnet. Dir hiesigen Kolonial- und Lebensmittelgeschäfte bleiben jetzt Sonn- und.Feiertags ganz 0» schlossen.

VernrrschLes.

Ein weiteres Eisenbahnunglück.

Erfurt, 20. April. (WTB. Nickftanttlich) Der Stutt­gart Berliner Schnell zug D. -4 7 stieß tn der vergange­nen Nacht um Vr3 Uhr im Bahnhof Ritschenhausen mit einem Güterzuge zusammen. Beide MaWnen und der Packwagen von Zug D. 37 wurden stark beschädigt, ferner vier Wagen des Güterzuges. Menschenleben sind nicht zu bellagen, dagegen vmrden der F ü h rer und der Heizer des D. Zuges verletzt: außer­dem erlitten drei Reisende leichte Verletzungen. Das Gleis tvar bis 7'/- Uhr gespertt. Ein Ersatzrug für D. 37 wurde in Wteiningen abgcsandt. D. 38, der von Berlin «ach Stuttgatt fuhr, wurde über LichtenfelsBonibergSckiweinfurt geleitet. Dia Sck>uld an dein Unfall ist noch nicht festgestellt.

Berlin, 20. ?lpril. (Priv.-Del-) DaSBerliner Tageblatt^ meldet -aus Augsburg: Die Zahl der Todesopfer bei dem Eisen­bahnunglück hat sich auf 26 erhöht und bei mehreren Schwer verletzten besteht noch Lebensgefahr.

# Büdingen, 20. April. Hier starb der langjährige mrft- liche Diener Wilhelm Hardt II. im 88. Lebensjahre.

^ # Ober-Widdersheim, 21. April. DieHrndenburg-

spende' zerttgte hier ein sehr erfteuliches Resultat. Gesammelt wur­den: 36 Pfund Mehl, 14 Pfund geschälte Gerste, 8 Pfund Gneß 15 Pfund Dörrobst, 8 Pfund Aepsel, 20 Pfund Erbsen, 13 Pfund Bohnen, 1 Pfund getrocknete Bohrren, 2V2 Pftmd Speck 2 Pfund Butter, 1 Psmch Wurst, 7 Pftmd Zwiebeln, 170 Pfund Kvhlraben, 60 Pfund Honig, 340 Eier und andere Waren. Ein Zmtner Kar­toffeln mußte wieder zurückgegeben werden, da dieHindenbnrg- spende" diese nicht annimintt

Kreis Schotten.

e. Schotten, 21. Llpril. Für den Kreis Schotten ist eine K r i c g s w i r t s ch a f 1 s st e l l e im Anschlllß an das Kreisamt errichtet worden. Ms Mitglieder würden vom Großh. Mmtste- rinnr des Innern ernannt: Landwitt Theodor Eellarrus-Schotten, Gartsbesiher Thsodor Fischer-Hof Zwiefalten, Bürgermeister Karl Vlehl-3^lmrod, Bürgermeister Rühl-Ulrick>srein. Forstmeister .Bin- gothösfer-Gchern und Bürgeigneister Rudolf Ritter-Laubach

Letzte

Die Wirkung des Ostettrlasses.

Berlin, 20. April. Wie aus den Berichten ncuttaler Zeitun­gen hcrvorgeht, hat der kaiserliche Ostererlaß im feindlichen Aus­lands eine weit stärkere Wirkung ausgeübt, als die gegnerische Presse zugcben will. DieOstschweiz" vom 12. April erfähtt aus Paris, daß die kaiserliche Ankündigung nicht nur in ftanzösisckM« Sozialistenkreisen sondern ^uch weit rrüber rstnaus sensationell getvirkt l)abe. Ein Führer der russischen Sozialisten in Paris nannte die Botschaft eine kalte Dusche ftir die demokrattsctzen reden zu Ehren Wilwns im Senat und in der Kammer. Die. entschlossene Jnangrifftiahme der Verfassungsreform in Deutsch­land-Preußen sei ein Ereignis von ungel>eurer Tragweite. ES sei fetzt unmöglich, den Krieg noch mit Hilfe von Schlagworten unÄ leeren Programmreden zu führen. Vor allem müsse man sich ftagerr, ob Wilson glücklich inspiriert gewesen sei, als er im Namen des demokratischen Gedankens den Krieg gegen Deutschland prollamierte. Die monarchisch-demokratische Evolution, die das deutsche Volk heute ohne Erschütterung durchwache, sei eine gewonnene Schacht sttt Deutschland.

Oesterreich uud die Friedensfrage.

Wien, 20. LLpril. Tie Präsidien der drei zentraliTidustriellM Verbmrde Oesterreichs brachten dem Minister des Aeußern eine End- sckSestimg znr Kenntnis, wonach die Verbände sich völlig mit dem Lchrrtt des Ministers zirr Hettöeiführung eines Fri^ensschlnsses einverstanden erklären.

Das Ende der MtnisterkrisiS in Wien.

Wien, 21. April. Tie beiden deutschen Minister rm Kvbmett Clam-Martmitz werden nicht znrücktreten, sondern im Amte bliei- ben.^ Wir erblicken darin einen Beweis dafür, daß die Gründe, die zu ihrem Rückttittsgesuch führten, zurzeit nicht mehr vorhandeü^ sind. Kaiser K«rl hat am Donnerstag Vertreter der deutschen Par­teien in Audienz empfangen. Er hat den besorgten Wotten Gehör geschenkt, die ihm bei dieser Gelegenheit vorgettagen wurden. Die deutschen Patteren k)aben infolgedessen darauf verzichtet, jetzt kurz vor dem Zusammentritt des Reichsrats eine politisckre Krisis hervor­zurufen und ihre Vettranensmänner im Kabinett werden dem­gemäß ans den Posten bleiben.

Die Hofsmmgen Frankreichs.

Bern, 20. ?tpril. (WTB. Nichtamtlich) Zur militärischen Lage schreiben französische Blätter, die Offensive sei der Anfang der großen wtb endgültigen Befreiung Frankreichs und Belgiens, warnen jedoch gleickWeitig vor der Hoffnung, daß die Befreiung sehr schnell vor sich gehe. Berichterstatter der Pariser Preise an! der französischen Front erzählen, daß die Kohlenbergwerke bei Lens durch die deutschen Truppen so unbrauchbar gemacht worden seien, daß lange Monate rwtwendig sein werden, um die Kohlen- sördermrg wieder betreiben zu kömcen.

Frankreichs Mißerfolg.

Bern, 20. April. Hervs schreibt in der ZeitungVittorr>e<tt Mir sind tfrtn Plateau von Craonne ausgehalten worde,:. Die Kämpfe sind derartig schvierig, daß unsere s-chLimmsten Befürch­tungen nbettvoffen nnttden. Die Uebereaschung des Feindes miß­lang, er hielt Reserven bereit.

Der U-Bootkrreg als Entscheidung.

-Köln, 20. April. MeKöln. Ztg." meldet anS Zürich: Die westlichen Kämpfe werden in der Schweiz mit großem Interesse ver­folgt, wenn auch die polittschen Kreise zu der Auffassung neigen, daß die Entscheioung nicht nur im Westen erfolgt, sondern auch durch den U-Bootskrieg herbeigeftihrt wird. Ein gut unterrichteter Schwei­zer, der in hervorragender Stellung steht, versichstt, die Wirkung des U-Bootkrieges mache sich in einer Att geltend, die alle Erwar- ttmgen und Befürchtungen übertteffe Der militärische Mitarbeiter derZürcher Post" erklärt, daß von einer Erschütterung der deut­schen Front im Westen bisher nichts zu vmspitten sei. Weite poti- ttsck)« Kreise stellen fest, daß andere Erttscheidungen reisen, bevor die lveitgesteckten ftanzösisch-englischen Ziele eine- mit ungeheuren Opfern unternommenen Durchbruchs auch nur annähernd ermd# sind.

Der Lebensmittelmangel in England.

Amsterdam, 20. April. lWTB. Nichdamtkich.) DieDaily Mail" vom 13. April schreibt: Ter Vorrat an Weizen urrd Mehl wird immer geringer. Wenn die freiwillige Einschränkung ni<A größer wird, tvird es notrvendig sein, den Zwang einzuführen wird man uns befehlen müfs-en, brollvse, fleischlose imd kartoffet- lose Tage einzuhalten. Die Warnung ist Fu dringend, als daß man sie in den Wind schlagen dürfte. Sie ist das Ergebnis einer Unter­suchung des LebensmittelMinisteriums, die sich über das aanze Land esitreckte. Es besteht wenig Aussicht daß der Vorrat grö^c wird, so lange die U-Boote vor allem am die Getreidefchisfe Ja^> machen.

Deutfthenfurcht rn Südarnrnka.

Rotterdam, 21. April. (L. A.) Wie dieDimeS" aus Newl)-ork melden, habe sich nach unbestätigten Mel­dungen aus Buenos, die dieUnited Preß" verdkferttlicht, die deutsche Bevölkerung in einigen Staaten Brasiliens mit der Waffe in der Harw erhoben. Die Deutschen sollen gut betvasfnet sein und über reichliche Munition verfügen, auch etwas Artillerie besitzen. Meldungen «uS Rio de Janeiro besagen, die Dentschen hätten versucht, die Eisen­bahnbrücke bei Santa Maria zu sprengen.

Mexiko.

Genf, 21. April. Nach einer MeVnmg der Pariser Ausgabe des Nero York Herald halbe man eine Aussöhnung Carranzas mit Villa und eine Vereinigung ihrer 25 000 Mann starken Stteit- kräfte in Chi^iahua znr Bedrohung de,- Bereinigchen Sts«t«i Dr niöglich. Me Washingtoner Regierung sei darüber beunruhigt