Ausgabe 
10.4.1917 Erstes Blatt
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Die österreichisch-ungarischen Tagesberich e.

> Wien, 7. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird 'verkmwart: 7.SLpril 1917.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

In den Waldkarpathen und südlich von SlaniSlan stießen russische Auflläkungsabteilungeu vergeblich gegen un­sere Linie vor. An vielen Stellen Vorfeldgeplänkel.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant.

Wien, 8. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird perümttmrt: 8. Slpril 1917.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

In den Waldkarpathen und in Ostgalizien lebhafte Er- kurHrmgstätigkeit. Sonst nichts zu melden.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Wien, 9. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 9. Avril 1917.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Bei der

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen

brachten Stoßtrupps nördlich von Forsani 46 Gefangene und 2 Maschinengewehr? ein. Gegen die

Front des Generalobersten Erzherzog Josef

suhlten an mehreren Stellen russische Aufklärungsabteilun­gen ergebnislos vor.

Weiter nördlich nichts von Belang.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Besonders zu melden.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant.

EreignisseznrSee.

Am 8. April früh haben feindliche Flugzeuge Bomben aufBarco laund Sistiana abgeworf'n. .Kei­nerlei Schaden. Bald darauf griffen mehrere unserer Flug­zeuge die feindlichen Barackenlager von Vermigliano an und lbelegten sie erfolgreich mit Bomben. Die Seeflugzcugc sind vis ans eines, das seither vermißt wird, wohlbehalten zulÄck- gekchrt.

Flottenkommando.

* * *

Amerika; Uriegsentfchlntz.

12. Tic Untertanen bei fentoitojen Landec, deren Bewegmlgs- frecheit mit Grund als eine Gefahr für den öffentlichen Frieden und 'die öffentliche Sicherheit angesehen wird, unterliegen der summarischen Festnahme oder Hast.

Oe,»erreich-Nngarn brrcht die Beziehungen mit Amerika ab.

Wien, 9. Avril. (WTB. Nichtamtlich.) Infolge des Eintritts des Kriegszustandes zwischen dem Deutschen Reich lmd den Ber­einigten Staaten ist der diplomatische Vertreter in Washington angewiesen worden, von der Regierung der Vereinigt«! Staaten die Pässe zu ver l an gen-und mit dem Personal der Botschaft das Land zu verlassen, Tein hiesigen ame­rikanischen Geschäftsträger wurden die Pässe zugestellt.

zum vollen Sieg, zum ehrenvollen Frieden, z"l baldigen Heimkehr unserer Truppen) Alle Deine Angehörigen,

Deine Verwandten, Deine Nachbarn müssen helfen!

Zeichne

Kriegsanleihe

dann warst auch Du dabei, als die Ent­scheidung erzwungen wurde. Wie bei den Wahlen auf jede Stimme, so kommt es bei dieser Kriegsanleihe auf j e d e Mark an.

Wilsons Erklärung des Kriegszustandes.

Washington, 6. April. (WTB.) Meldung des Reu- terschen Birveaus. Wilsons Erklärung des Kriegs­zustandes mit Deutschland beginnt mit einer langen Ein­leitung über die gesetzlichen Bestimmungen wegen der Be- B<mt>hnn 9 der Untertanen feindlicher Länder im Falle eines Krieges. Die Erklärung sagt werter:

Ich Woodrow Wilson, Präsident der Vereiniateu Staaten von Amerika, verkündige hierdurch, daß -wischen den Vereinigten Staa­ten und der Kaiserlich Deutschen Regierung der Kriegszustand be­steht. Ich befehle besonders allen Beamten imb Offizieren der Bereinigten Staaten, khre Pflichten in Bezug ans den Kriegs- Mftand wachsam und freudig zu erfüllen. Ich appelliere an alle amerikanischen Bürger, daß sie in loyaler Ergebenheit cm ihr Land, das seit seiner Begründung den Grundsätzen der Freiheit und Gerechtigkeit geweiht ist, die Gesetze des Landes aufrecht zu er­halten und die Maßregeln willig und einig unterstützen sollen Äie die verfassungsmäßigen Behörden ergreifen, um den Krieg M einem erfolgreichen Ende zu führen und einen sicheren und ge­lachten Frieden zu erlangen. Allen Untertanen des feind­lichen Staates, vom 14. Lebensjahre an, wird zur Pflicht »gemacht, den Frieden gegenüber den Bereinigten Staaten zu chewcchven, kein Verbrechen gegen die öffentliche Sicherheit zu be­uchen und sich gesetzlich zu verhalten. Dann sollen sie in der fried­lichen Verfolgung ihrer Geschäfte ungestört sein und alle Berück- stchtigung erhalten, die alle friedlichen und gesetzestvcuen Personen boanipruchen können, soweft nicht Beschränkungen zu ihrem eigenen Schutz und zur Sicherheft der Vereinigten Staaten notwendig sein werden. Gegenüber solchen Untertanen des feindlichen Landes, die sich dem Gesetz gemäß verhalten, wird allen Bürgern der Ver­einigten Staaten zur Pflicht gemacht, den Frieden zu bewahren und sie mft aller Freundlichkeit zu behandeln, die s 'mit der Loyalität und der Treue gegenüber den Bereinigten Staaten ver­einigen läßt.

Ich verkündige hierdurch folgende

Verordnung für die öffentliche Sicherheit:

1. Die Untertanen des feindlichen Landes dürfen in ihrem Besitz keine Feuerwaffen, Waffen, Munition, Explosivstoffe und Material haben, das bei der Herstellung von Explosivstoffen ver­wendet wird. '

2 dürfen fte in ihrem Besitz keine Flugzeuge, Apparate für drahtlose Telegraphie und keine Art von Signalvorrichtungen oder Ghiffrecodes haben.

3. Alles, was int Widerspruch zu diesen Bestimmungen im

Besrtz von Untertanen des feindlichen Landes gefunden wird, unter­liegt der Beschlagnahme. j

4. Die Untertanen des feindlichen Landes dürfen sich nicht im Umkreise von anderthalb Meilen von einer Bundes- oder Staats- Festung, eines Lagers, eines Arsenals, einer Fliegcrstcftion oder von Marinewerften oder von Fabriken und Werkstätten für Kriegs- nrunftwn auchalten.

5. Die Untertanen des feindlichen Landes dürfen keine An­griffe oder Dvdhnngen gegen die Negierung oder den Kongreß oder gegen Maßregeln oder die Politik der Vereinigten Staaten oder gegen Vermögen von Personen im milftärischen, Marine- oder Zivildienst der Bereinigten Staaten schreiben, drucken oder ver­öffentlichen. 4

6. feie dürfen keine feindlichen Handlungen gegen die Ver­einigten Gimtai begehen oder solche unterstützen oder Informa­tionen mir Unterstützung oder Ermutigung des FeindeS geben.

7. £u dürfen einen önWrntn Bezirk, außer mit besonderer &foatkw&, *Mfpt besuchen oder sich darin aushalten.

8. Bie U ir tz» » tz M, en deS kvaklidr* Landes, deren 'cwegungs- «ft «touwb »lS eine '^hr ftir den öffentlichen Frieden

oder für die ifttntlvtp. Sicherheit der Bereinigten Staaten an- Mfchhen sollen sich entweder nach dem Ort begeben, den der betztmiXA wtzkd, oder die Bereinigtelt Staaten verlassen.

9. Koü« ÄnfcBWteCTT des fchMichen L«it>eS dürfen die Ber-

amchtzsn. fkltmim* '«riaflon.

10 feww Antrcfcmn && femblbchen ÄanftrS d-üo-« sich «ch de» G too ten beg«ben, außer unter solchen Beschrän­

kungen oder noch solch«, Orten, btc der Präsident bestimmen wird.

.11 .Itumanw deS femdlichen LandaS sind verpflichtet, srch m eur Register eullcagen zu lasse«.

TaS deutsche KartonenbootEormvran".

Washington, 7. April. (Rentermoldung.) Die Be- ätzung des deutschen Kanonenbootes Cormoran, das inr 5-afen von Guam interniert war, hat sich geweigert, es den amerikanischen Behörden zu übergeben, nno hat es zer­stört. 2 Unteroffiziere und 5 Matrosen wurden getötet, 20 Offiziere, 12 Unteroffiziere urrd 321 Matrosen gefangen genommen.

Notiz: Es handelt sich um den zu Kriegsbeginn von der Emden aufgebrachten, in Tsingtau in einen deutschen Hilfskreuzer mngewandelben und voit dem früheren dent- scl)en Kanonenboot Eormoran bemannten und bestückten ehemals russisck)-en Dampfer Rjäsan, der als deutscher Hilfs­kreuzer Eorinoran alsbald in Dienst gestellt wurde.

London, 5. April. (WTB.) Tos Reutersche Bureau meldet ans New Dort: Tie deutschen S ch i f f e in New York, Boston, Baltimore und New London sind besckstag:rahmt worden. Diese Maßnahme wird wahrscheinlich auf alle 5) äsen ausgedehnt werden, wo deutsche Sckniffe liegen, deren Zahl insgesamt 91 be­trägt. Ter vom Lchatzsekretär erlassene Befehl gibt nicht an, was weiter mit den Sckfiffen geschehen soll.

Washington, 6. April. (WTB.) Ter Senat hat die erste Kriegskredit Vorlage über 100 Millionen Dollars angenommen, die Wilson nach seinem Ermessen verwerten kann.

Washington, 6. April. (WTB.) Reuter. Senator L o d g e hat im L>enat einen Gesetzentwurf eingebracht, durch welchen der Kriegssekretär ermächtigt wird, die zur Verfügung stehenden Ge­wehre samt Munition den Mannsck-asten des iuneren L>ichernngs- dienstes in allen Staaten und Territorien aus zu händigen.

Washington, 6. April. (Priv.-Tel.) Das Reutersche Burecin berichtet: Das Iustizdeparteinent erließ Haftbefehle gegen etwa 65 Deutsche.

Ungefähr hundert deutsche Schiffe Mrrden in den verschiedenen Häfen beschlagnahmt und die Mobilisierung von Heer und Flotte und einer Küstenpatrouille von Tauchbooten angeordnet.

Washington, 6. April. (WTB.) Von unterrichteter Seite verlautet, die V e r e i n i g 1 en S t a a ten würden die Beziehungen zu 9 st errcich-Ungarn, der Türke: rmd Bulgarien nicht abbrechen, noch ihnen den Krieg erklären, so lange sie nickst dazu gezwungen tourden.

Auch Kuba im Kriegszustand mit Deutschland.

Washington, 6. April. (WTB.) Das Reutersche Bureau meldet: Aus Havanna wird berichtet, daß der Präsident N e necal den Kongreß ersuchte, zu ^erklären, daß zwischen Kuba und Deutschland der Kriegszustand mugetreten sei.

*

Lloyd George an die Amer kaner.

L o n d >» n, 7. April. (WTB.) Reutermeldung. Lloyd George empfing eine Anzahl Vertreter der amerikani- 'chen Presse und übermittelte ihnen namens des KriegsauS- .chuffeS des Kabinetts folgende Mitteilung an das amerika­nische V»lk:

Amerika ist mit einem Male Weltmacht geivorden in dem Sinne, in tan; es das nie zuvor gewesen ist. ES hat gewarnt, dis eS einem sein« Usbcrlieferungen ,vückzsgen Grund gefunden hat Das MneriInnische Volk hielt sich zurück, bi» es völlig davon über- tuntiwtr, d«tzSer Kampf nickst ein nvchrigeS Näugeinum Macht oder Besitz, srmds«! «n selbstloser Kamps ist, im die finsteren Anschläge gsgen Mrnschmfveihnt und M«nfchonr«bt zu unterdrücke. Nach­dem einmal diese Ueberzeugung gewonnen war, spieang die große

Repüdftl des Westens auf den Kampfplatz und steht je^t Seite an Seite mit den, europäisck-eu Temot'rarim, die, von Wunden beoeckt und blutend nach einem dreisahrigen harten Streite noch gegen bert graiiscnnst'en Feind kämpfen, der jemals die Freiheit der Welt bedroht hat. Die begeisternden Worte in der edlen Ansprache des Präsidenten erhellen den L)vrizont und lassen llarer als ie das Ziel erkennen, das wir zu erreichen suchen.

Drei Wendungen werden für immer in der Geschichte dieses . Krän-zuges bedeutungsvoll bleiben: die erste ist, daß. die Well Sicherheit haben m'ub für die Detnokratie, die nächste ist, daß die Bedrohung des Friedens uns der Freiheit in dem Bestehen einer autokvatij-chen Regierung liegt, die gestützt lotrb von einer organi- Ireiten Riacht, die nur ihren Willen un wrstützt und nicht den Willen des Dolids. Der Ausspruch aber, der die Ansprache des Präsidenten! krönt, ist der, daß die feste Bereinigung für den Frieden nur auf­recht erhalten werden kann, wenn delnokratische Nationen die Teil­nehmer sind. Diese Worte sind der Ausdruck für das Vertrauen, das unser Volk bei den furchtbaren Opfern, die es gebracht hat und noch bringt, besoelt und aufrecht erhält. 2buch unser Volk glaubt, .» Einigkeft und der FriÄre der Menschheit nur beruhen können auf der Demokratie und idem Rechte derer, die einer Obrigkeit untertan sind und eine Stimme in ihrer eigenen ILegierung haben, auf der Achtung vor idon Rechten und Freiheiten der Nationen, großen und kleinen, und ans der atlge.ncin-en Herrschaft des öiscn:- lichetk Re-chtes. Ein UnerbittlickM Feind alleb dieser Vorbedingungen ist die pre>us;isck-e Militär-Autokratie. Ter Kriegsausschuß ie:» Kabinetts als Vertteter aller Nationen und Völker des britisckvn Reiches wünsckft, daß ich in seinem Namen die Ritterlichkeit und den anerkenne, die das Voll der Bereinigten Staaten dazu aus- rusen, alle seine Hilfsmitt-et dem Dienste der größten Sack)e zu nndmen, der semals menschliche Anstrengungen gegolten haben.

Miljukow öder die Urieasziele.

Petersburg, 9. Llprft. (WTB.) Meldung der Peters­burger Delegraphen-AgenLnr. Ter Minister des Aeußern M i l j n k o w hat in einer den Vertretern der Presse getvölirten Unterredung eine Erklärung abgegeben, der wir folgendes ent- nehm.en:

Briand, Asqufth und Grey haben immer die Notwendigkeit ausgesprochen, darauf hin.^narbeften, bewaffnete Konflikte durch die friedliche Löstmg von internationalen Streitfragen zu ersetzet: und eine neue Organisation der Völker zu schaffen, die auf der Rechtsordnung des internationalen Lebens beruht. Diesen Er- llärungen kann auch die l>efrefte russische Tenwkralie sich völlig airschließen. Tie Gleick)iheft der Ansck-auungen der Vereinigtcm! St.-.a.eir und der Ententemächte ans idealem Gebiet war die beste Gewähr für die baldige Teilnahme Amerikas an hart Kanrpf dr-r Weft gegen TeutschLand. Es muß hervorgehoben werden, daß selbst bei Nennung seither Friedenswünsche Deutschland niemals versäumt hat, seine Führung zum Ausdruck zu bringen und zu erklären, daß esan der Spitze der ivieder znm Frieden ge­brachten Menschheit", .marschieren wolle. Das einzige, was uns von dein internativna.len Programm Wilsons getrennt hat, bestand in dem Grundsatz:Fricdeusschlnß ohne Sieg." Ein Verzicht ans den Sieg seitens der Alliierten hätte einfach die Un- nwglichkeft bedeutet, die großen Probleme uir Ausführung zu bringen, deren Lösimg sowohl von Wilson wie von den Alliierten für v.numgänglich angesehen wird. Während die Ententemächte keine Absicht auf die Weltherrschaft haben, betont Deutschland fort- nährend, den Geidanken, daß das alte Recht nicht mehr besteht, daß die gegen Deiftschland kämpfenden Völker sich in vollem Verfall befindet:, nur daß Deutschland die Ausgabe obliegt, ein neues Recht zu verschaffen und Europa nach seinen eigenen Interessen zu re­organisieren. Unter diesen Umständen hat Deutschland das e:nzrge Hindernis dargestellt, endgültig Grenzen sestznlegen und normale internationale Beziehungen zu cwtwickeftr Nur ein Sieg über Deutschland wird die Bertvirllichung der Be­strebungen des Präsidenten.Wilson ermöglichen. Bekcrmrtlich hat Wllsvn sich nicht nur über die allgemeinen K'riegsziele ausge­sprochen sondern auch über konkrete Fragen, zum Beispiel die Besveiuna der Völker,^ besonders der Polen, und das Recht der Völker Zugang znm foeien offenen Meer zu fytben. Tie Antwort der Ententen:ächte m:f den Friedensschritt des Präsidenten hob mft Genauigkeit alle diese internationalen Leitsätze hervor. Kei ner der Alliierten verfolgt Eroberungsziele. Wir alle streben, sei es nach Zurückgabe mft Getvalt entrissener Gebiete, sei es nach Errichtung endgültiger nationaler Grenzen. Mit anderen Worten- Tie Ententemächte können ihren Sieg nur dam: als voll­ständig betrachten, wenn sie die Grundbedingungen des Wilsow scheu Programms erreicht 'haben, das heißt die Umformung der Karte von Europa, besonders im Sndosten m einer Weise, die die Bedingungen eines dauerhaften Friedens völlig erfüllet u:ch daher alles ausscheidet, was neue Konflikte verursachen könnte. Man kann daher von einem Frieden ohne Annexion unter der Bedingung sprechen, daß das Wort Annexionen eine Usur­pation bed<n:tet. Ohne diese wichtige unumgängliche Berichti­gung bedeutet der Wahlspruch:Friede ohne Annexionen!" die Formel die von den deutschen Sozialdcmvkratew den Alliierten vorgeschlagen wurde.: Ein unentschiedener Frieden ein Frieden, abgeschlossen auf der Grund­lage des status guo ante. Alle diese Formelir, die in der Haupt­sache deutschen Ursprungs sind, entsprechen ganz und gar dem deut­schen Interesse. In seiner Erklärung hat Wilson die M e e r - engcnfrage nicht nur im Sinne ihrer möglichen Neutralisation, sondern auch ihrer Erwerbung durch Rußland erlvähnt. In dieser Frage kann es keine verschiedenen Meinungen geben. Im Falle der Neutralisation würde die freie Durchfahrt von fremden Kriegsschiffen in's Schwarze Meer Rußland zwingen, sich die Befestigung seiner Küsten mn Schwarzen Meer ständig angelegen sein zu lassen und eine starke Kriegsflotte zu haltert. Diese Lage wäre schlimmer, wie die vor dem Kriege bestehende. Rußland zieht die Oesftmng der Häfen im Schwarzen Meere für die Kriegssckstffe anderer Nationen immer noch dem vor, die Meerengen in der schrvachen, im Verfall befindlichen Herrschaft der Türkei zu lassen. Wenn diese Lösung augenblicklich rmnOglich wurde, war es nur deswegen, weil Deutschland seine Ansprüche auf das türkische Erbe geltend machte und die Frage aufgeworfen hat, ob die Meerengen Ruß­land oder Deutschland gehören sollten. Dabei wurde als Ausgangs­punkt der Anspruch Deutschlands genommen, ein ununterbrochenes Gebiet der Verbündeten von Berlin bis Bagdad zu schaffen. Das Programm bet Alliierten schafft züvci' mit den natio­nalen Ansprüchen der Völker vollkommen vereinbare Ziele, nämlich die Befreiung der der türkischen Herrschaft unterwor- 'enen Völker Und die Reorganisierung ^Oesterreich-Ungarns von Grund aus. Die Schaffung eines tschechi sch- slowakischen Staates wird als Grenze gegen die usurpatorischen Pläne DiMtschlatckis bezüglich der flatoischen Länder dienet:. Deutsch- Oesterreich und Ungarn muffen auf ihre ethnographischen Grenzen beschränkt werden. Tie ukrainischen Gebiete werden mft unserer Ukrarne verschmölze:: tverden. Die natürlichen, von der Geschichte gezeichneten Probleme verlangen eine Vereinigung der ll r b i s ch c n Gebiete, und Armenien muß :mter russischen Schutz konrmen. Die letzten Ereiguisse habetr klar bewiesen, daß es nicht angcht, das armeniscki« Volk nuter dem türkischen Joch zu belassen. Alle diese Probleme, die schon lange von den Alliierten aufgeworfen wurden, widersprechen nicht nur incht denk Programm WilsonS, sondern sie bilde:: seine unvermeidliche Weiterentwuklung bei der tatsächliche:: Regelung der B-eziehrrngrn zwisckun Europa und dem Orient.

Ein Kougres; der konstitutioneken Demokraten.

Petersburg, 9. Aprll. (WTB.) Meldung der Peters^ bnrger Telegraphen-Agentur. Der siebente Kongreß der Partei d«v konstitutionellen Demokraten wurde drmch den Bov- tBcnba: des Zentralkomitees, Fürsten Dolgoruki, eröffnet, der in einer lebliast begrüßten Rede hervorhob, daß der Kongreß in ftder Hinsicht die Autorität der provisorisäten Regierung unter- 'tützen müsse. Alle Organisationen mußten der Unterstützung der w'ovi so rischen Regierung binten. Die Partei müsse fick: über den Krieg äußer::. Im Namen des Zerrtralkomitees schlug Redner vor. das Los.mgswott:Krieg biiS zum siegrsichen Ende" m Wraft zu lassen und zu vervollständigen durch den Gruudfatz: