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10.4.1917 Erstes Blatt
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Nr. 83

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Erstes Blatt

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(WTB.> Großes Hauptquartier, 7. April. (Amtlich.) ,

Westlicher Kriegsschauplatz.

Der Artilleriekampf hielt von Lens bis Ar ras mit kurzen Unterbnchungen in unverminderter Heftigkeit an.

Im Gebiete beiderseits der S o m m e mehrere Gefechte kleiner Abteilungen. Die Franzosen beschossen St. Quentin. Bei Lasfaux, nordöstlich von SoissonS, scheiterte ein fran­zösischer Vorstoß.

Längs der AiSne und am AisneMarne-Ka­tt a l nahm vielfach das Feuer an Stärke zu.

Ein Angriff der Franzosen zur Wiedernahme der ihnen entrissenen Gräben bei S a p i g n e u l wurde verlustreich ab- germefen.

Durch Ftiegerauftiahme festgestellte Batterien, Vcuni- ticnssrapcl, Befestigungsanlagen uni> beobachtete Trmppen- ansammluugen in Reims wurden von uns unter Wir­kungsfeuer genommen.

In dm Argonnen wurden feindliche C'rkmwungs- trupps vertrieben.

Auf dem linken Maas -Ufer griffen nach starker Feuervorbereitung französische Bataillone am Wald von Malancourt dreimal, aber stets vergeblich, an.

*

Um ArMlerktzesbachtung und Aufklärung zu erzwin­gen, setzten die Gegner starke, zusarnrnengefatzte Luststreit- kräste ein: sie erlitten schwere Verluste. Mehrere der feind­lichen (Geschwader können als vernichtet gelten. Leutnant Voß schoß sein vierundzwanzigsks Flugzeug, Leutnant v. Berirab seinen vierten Gegner im Luftkampfe ab.

Zwischen So is so ns und Reims unternahm der Feind einen einheitlichen Angriff gegen unsere an dieser Front stehenden Fesselballons. Durch schnell einsetzendes Ab­wehrfeuer und Eingreifen unserer Jagdstaffeln hatte der Geg­ner nicht den erhofften Erfolg. Rur zwei Ballons wurden abgeschossen. Ihre Beobachter landeten im Fallschirm.

Die Gegner verloren gestern 24 Flugzeuge, davon im Lustkampf 33, durch Wmehrka nonen 8, durch Notlandung hinter unseren Linien 3, ferner durch Luftangriff einen Fesselballon. Fünf, unserer Flieger sind nicht zurückgekehrt.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

In zahlreichen Abschnitten rege Feuertätigkeit. Vor­stöße von russischen Streifabteilungen bei B aranowit­sch i und südlvh von Slanislau wurden zurückgeschlagen.

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

In dm Waldkarpathen und in den Grenzbergen der Awldau vielfach Vorfeldgefechte.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Keine Aenderung der Lage.

Mazedonische Front.

Zwischen Wardar und Dojran-See täuschten die Engländer nach starkem Feuer durch Kommandos und Hurras einm Angriff vor. Unser Vernichtungsfeuer lag wirkungs­voll auf den besetzt erkannten feindlichen Gräben.

Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 8. April. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nahe der Küste und im Wytschaere-Bogen stießen nach heftiger Feuerwirkung an mehreren Stellen starke Er- kundungsabteilungen gegen unsere Stellungen vor. Sie sind vor den Hindernissen südöstlich von Ypern im Nahkampf, bei dem einige Gefangene in unserer Hand blieben, abgewie­sen woitzen.

An der Artois-Front war die Kampstätigkeil ge­ringer als in den letzten Tagen.

Im Sommegebiet unterhielt der Feind ob Engländer oder Franzosen, war nicht festzustellen ein Lebhaftes Feuer gegen St.Quentin, dessen Kathedrale dunh mehrere Treffer beschädigt tvurde. Ein neuer Versuch der Franzosen, bei Laffsur Boden zu gewinnen, schlug in unserenl Feuer verlustreich fehl. Eine uw rer Kompagnien stieß dem weichenden Feinde nach und nahm ihm achtund­vierzig Gefangene ab.

An der Aisne und in der rvestlichen Ehanqmgrre war in einzelnen Abschnitten der Artillerie- und Minen- kampf stark.

Stwwestiich von Mülhausen wurden bei einem Er- kundwiHgsvorsbiß nKhrere Franzosen gefangen.

Gestern nmrvm zwölf fci-Hliche Flnazcuge im Lust-

I tamps, eins durch Abwehrfeuer, henrnterseschosteu.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Außer zeitweise lebhaftem Feuer bei I l l u r t, westlich von Luck und an der Zlota-Lipa keine wesentlichen Ereig­nisse.

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

In den Waldkarpathen brachten erfolgreiche Streifen unserer Sturmtrupps aus den mehrfach vorher zerstörten russischen Stellungen über 40 Gefangene und einige Ma­schinengewehre ein.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Keine Amderung der Lage.

Mazedonische Front.

Auf dem Ostufer des Wardar hielt unser Vcrnich^- tungsfeuer einen englischen Angriff nieder.

>. *

Vorausschmrende Weiterentwickelung der Luftstreit­kräfte. Vervollkommnung des Flugzeugbaues auf Grund der am Feinde und in der Heimat gesammelten Erfahrungen, Schulung der Beobachter für Artillerie und.Infanterie, Er­haltung des bewährten Angriffsgeistes unserer Kamvfflieg.r haben im Monat März große Erfolge gezeitigt. Auch die Flng-Abwrhr-Geschühe haben daran wesentlichen Anteil.

Unsere Gegner dabei auch die schon lange vor Er­klärung des Kriegszustandes im französischen Flugwesen ver­tretenen Amerikaner haben im Westen, Osten und auf dem Balkan einhunderteinundsechzig Flugzeuge und neunzehn Fesselballons durch unsere Angnffs- und Abwehrmittel verloren. Hiervon sind durch Luftangriffe einhundertdreiundvierzig Flugzeuge und die neunzehn Fessel­ballons. durch Feuer von der Erde aus fünfzehn Flugzeuge abgeschossen worden. Drei feindliche Flugzeuge sind durch un­freiwillige Landung hinter den Linien in unseren Besitz ge­kommen.

Der deutsche Verlust beträgt fünfundvierzig Flugzeuge, keinen Fesselballon.

Der Erste Generalmmrtiernieister Ludendorff.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 9. April. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern.

Zwisckzen Lens und Neuv i lle-Vitasse (südöst­lich von A rra s) erreichte der Artilleriekampf gestern wieder große Heftigkeit: seit heute vormittag ist nach mehrstündigem stärkstem Trommelfeuer die Schlacht bei Arras im Gange.

Im Gebiete. Mischen den von Albert auf C a m b r a i und Perönne führenden Straßen haben sich kleinere Ge­fechte entwickelt, die den von uns beabsichtigten Verlauf nehmen.

Heeresgruppe des Deutschen Kronprinzen.

Von S o i s s o n s bis in die westliche Champagne be­kämpfen sich die Artillerien in erhöhtem Matze.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Herzog Alb recht von Württemberg.

In Lothringen uild in der Burgundischen Pforte zeitweilig rege Feuertätigkeit.

*

Durch unsere Flieger und Abwehrkanonen sind gestern 17 feindliche Flugzeuge und zwei Fessel­ballons ab ge schossen worden. Rittmeister Freiherr von Richthofen blieb zum 38. und 39. Male Sieger im Lustkampf: Leutnant Schäfer brachte den 12. Gegner zum Absturz.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Bei Sagorje (nordöstlich von Varanowitschi), bei Wiclick (südöstlich von Kvwel) u.rd bei Brzezany sind Vorstöße russischer Jagdabteilungen zurückgeschlagen worden.

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

In den W a l d k a r p a t h e n hat bei Külterückfall starkes Schneetreiben eingesetzt.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vo n Macke nse n.

Nördlich von Focsani drangen nach kurzer Feuer- lwrbereitnng unsere Stoßtrupps in die russische Stellung bei Faurei ein. zerstörten die Gräben und kehrten mit 46 Ge­fangenen und zwei Maschmenaewchrcn zurüL

MazedonischeFront.

Lebhaftes Gffchützfeuer e*if dem rechten Wardanrfer und südwestlich des Doiran-Sees.

Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.

*

Die Abeudbsrichte.

Berlin, 7. Llpril. abends. (WTB. Amtlich.) Bei reg­nerischem Wetter blieb die Artillcrietätigkeit im Westerl gegeu die der Vcrtage an Starke zurück.

Vom Osten rmd aus Mazedonien sind keine wichtigen Ereignisse gemeldet.

Berlin, 9. Avril, abends. MTB. Anrtlich.) Beider­seits von Arras ist den Tag über schwer gekämpft worden. Der Gegner ist in Teile unserer Stellungen ein- gedrungen.

An der Aisne- und Champagne-Front zeitweilig star­ker Artilleriekampf.

Im Osten und in Mazedonien nichts Neues.

Deutsche Flugzeuge über England.

Berlin, 7. April. (WTB. Amtlich.) Am 5. April nachts belegte ein deutsches Flugzeuggeschwader die in den Dow ns liegenden Schiffe sowie Scheinwerfer mrd Befesti­gungsanlagen nordwestlich von Ramsgate ausgiebig und mit gutem Erfolg mit Bomben.

* * *

Das; un3 die Natur au den Ostertagen fernen rechten Sonnenglanz bescherte, hat die Gemüter nicht arg bedrückt, denn wir wissen ja, lver und was die Vorläufer des Lenzes sind, deraus leisen Sohlen über Nacht" sich bei uns ein-- finden kann. Ist der Friede nach rauhem Kampfe ein gleich­artiger Verwandter des Frühlings'? Wir hoffen, daß auch er nahe vor der Türe stehe und rvollten u.ir§ mit einigen stürmischen Vorboten wohl vertrant machen. Aber wenn unsere Hoffnung berechtigt ist, so viel sehen wir, daß der Friede mit noch größerein Brausen sich nähert als der diesmalige Lenz. Mit einem freundlichen Sormenblick war die Osterbotschaft unseres K a isers' begleitet, der die innere politische Erneu.eru.ng in Preußen mit einer feierlichen Zn- sage an das Volk neu verankerte und dabei, was das übrige Deutschland vor allem interessiert, einem nahen Frieden entgegenschaut:Damit sofort beim glücklichen Ende des Krieges', das, wie Ich zuverjichtlich hoffe, nicht mehr fern ist, das M-tige und Ztoeck^nähige muh in dies«: Beziehung geschehen kann, wünsche Ich, daß die Vorbe­reitungen unverweilt abgeschlossen werden." Es ist eine frohe und freudige Botschaft, und wir kürrnen sie heute um so lebhafter begrüßen, da sie auch den Beifall der äußersten Linken in vollem Maße erhalten hat. Geht doch ans dezr Aeußernpgen desVortvartS" hervor, daß auch die Sozial­demokratie Verstäuduis für leinen Aufschub der Aus­führung des kaiserlichen Versprechens besitzt,bis die Heim­kehr unserer Krieger gekommen ist und sie selbst am Fort­schritt der neuell Zeit mitraten und taten können". Wir er­kennen in dein kaiserlichen Erlaß eircen liberalen Geist des Fortschritts, der uns freut rurd den wir loben di'crfen. Solches Auferstehen feiert ein Volk nicht jedes Jahr. ?tber in der Tat, was wir in diesem Kriege erlebt haben, das drängt und sproßt wie die Frühlingslräfte, die zu- sanlmenwirken, um die Erve neu zu kleiden. Des Kaisers Wort hat alle Henrmungeu kraftlos zur Seite fallen lassen und Lenzeszuversicht in die Herzen gegoffen.

Aber es war der einzige Sonnenstrahl, der ims das Osterfest verschönte. Im übrigen gab es Trotz und Sturm. Wir blicken mit ängstlichen Schmrern auf diese Vorboten des Friedens, die uns nicht so bekannt urrd vertraut sind, wie die Bahnbrecher des Frühlirrgs, sondern uns wie fremde, strenge Gesichter anstarren. Bei Arras wütet eine große Schlacht, deren Ausgang iwch nicht zu übersehen ist. Welche Bedeutung wird ihr von der Obersten Heeresleitung beigelegt, wird es ihre Absicht sein, daß der Feind blutig znrnckgeworfen wird, oder daß lvir unsere Reihen von ihm lösen und strategisch bessere Stellungen beziehen lasten? Wrrd es gellngen, die Gegner hinzuhalten, bis vielleicht an ga^rz anderer Stelle unserer ausgedehnten Fronten der deutsche Frühlingssttlrm aufbraust? Wir harren mit ängstlicher Spannung und weilen mit unserem 5>erzen wie­der jede Stunde draußen bei unseren Tapferem denen wir Gottes Schutz und Hilfe wünschen. Düsterer Ernst umgibt uns noch, da das Zukunftsbild uns noch nicht deutlich wer­den kann. Me Feinde lärmen und zerren an den Schran­ken, die sie überwinden wollen. Arnerika echält ihre Lob­preisungen. Namentlich die Herren Engländer enAvickeln dabei eine phrasenhafte Beredsamkeit, die man ihrem LMen, nordischen Mnnperament gar nicht zugetraut hätte! Llolch George schreibt mit dev Feder Briands! Auf seinem Riesen­lager hingestreckt, gebärdet sich der russische Nachbar noch Ulmchig und gegen sein Schicksal sich sträubend. Ihn stillt kein ruhiger Auserstehnnasgeist, lvenn er im Bann der eng­lischen Hirngespinste bleibt. Vtiljnkow entrollt uns das alle Bild der auswärtigen Politik Ltußlands, nur mit ein bißchen anderen Worten.. Er hofft auf die Retter und Helfer, die außerhalb d^s Reiches stehen. Fieberpl-antasien, denen ein schmerzliches Erwachen folgen ^vtrd! Ainl) Rußland wird auferstehen, aber nicht in der altcnr Gestalt slmvffrben Machtdünkels, und die FrühlingsMrme werden bei ihm wohl länger dauern als bei allen anderen am Krreae be­teiligten Bölkern.