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10.4.1917 Erstes Blatt
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Krieg mlirjj .geführt loerben bis sotc vollständigen Vertrei­bung des Gegners vom russischen GMete." Der Vorsitz wurde vm ersten Tage des -Kvngresses Winover übertragen, der bei Beginn der Arberten vorschlug, einen sympathischen Grus; an alle Alliier- ten -u senden und ihnen zum Ausdruck zu bringen, daß Rußland! permich alle alten Verpflichtungen aufrccyt erhalten werde. Wina- ^r schlug vor^ besondere OKrrugtuurrq darüber auszudrücken, das; die Berenngten Staaten sich an die Seite der Ententemächte gestellt ?S cn - Schritt bedeute die Festlegung der ganzen demokra-

^ Verteidigung Grundsatzes:Freiheit gegen den Militarrsmus, der von den Zentralmächten personifiziert werde Der Vertrete- von Moskau, Mondelstcrmm, legte dar, daß eme feste Macht rmmer notwendig und besonders unentbehrlich in der gegenwärtrgen Stunde sei. Doppelt unzulässig sei gegenwärtig bie Sache der Freiheit, Integrität und Unabhängig­keit Rußlands bedrohe. Der Mgeordnete Kokoschino legte in seinem Beucht dar, die Aenderung des Programms der Partei beweise, daß die Wärter der konstitictionellen Demokraten auf den alten Grundsatz einer konstitutionellen Monarchie verzichten und die neue Regierungsform Rußlands unterstützen müsse. Es wurde folgende Resolution zur Annahme vorgeschlagen:

Rußland soll eine dcnrokrallsc^parlamentarische Republik fern.. Das Oberhaupt der ausführendeu Gewalt soll ein von der National Vertretung aus Zeit gewählter Präsident der Republik sein. Er führt sein A-mt mittels eines der nationalen Vertretung verantwortlichen Ministeriums.

Der erste Teil der Resolution wurde unter lebhaftem Beifall einstimmig angenommen.

Eine Kriegsanleihe.

Kopenhagen, 7. LLpril. (WTB.) Eine Petersblwger Drahtung meldet, daß Finanzminister Tere st schenk» in einer vertraulichen Dumasitzung eine Vorlage über die Ausnahme einer neuen nrneren Staatsanleihe, der sogenannten Freiheits - an lei he cinbrachte. Tie .Höhe des Betrages ist nicht vorher be- stinuut worden, sondern abhängig von den Zeichnungen, die sich nach einer vorläufigen Bestimmimg über zwei Monate erstrecken sollen. Der Kurs beträgt 85 Prozent, der Zinsfuß 5 Prozent, dre Amvrtisterungsfrist 49 Jahre. Ein Konsortium russischer Privatbanken hat mit dem neuen Petersburger Bürgermeister Glebow ein Abkommen wegen Aufnahme einer kurzfristigen Stadt- vnleihe von 300 Millionen Rubel zu einem Zinsfuß von 6 Prozent abgeschlossen.

Tic Regierungskomimission betreffend den Bau neuer Eisen- ^hnlinieu hat der Domak-BahngesMschaft die Konzession zum Aau von zwei neuen Eisenbahnlinien, die das Mowsche Meer nnt Zaritsin an der Wolga verbinden sollen, erteilt.

Die englische Schlappe bei Gaza.

Konstantin vpel, 7. April. (WTB.) Meldung der Agence Milli. Das erratische Miirisöerinm hat erklärt, daß die Engländer sich nach der Schlacht von Gaza freiwillig zurückgezogen hätten, nur wegen Nebels und Mangels an Tvinklvaffer, und daß sie nur einen Verlust von 400 Mann gehabt, tvährend sie den türkischen Truppen mehr als 8000 Mann Verluste hergebracht hätten. In Wahrheit ereignete sich folgendes:

Es l»t kein Nebel bestanden. Was den Mangel an Trinkwasser vnbetistsft, so hat ein Kvmmanidarnt, der eine Truppenmachr von! sechs bis sieben Divisionen zum Angriff gegen Gaza führt, natürlich rm voraus die Frage der Wasserversorgrmg seiner Truppe geregelt. Man unrß fiel? fragen, warum die Engländer, ivenn sie nur 400 Mann Verluste gehabt haben,^ das Bedürfnis gehabt haben, sich zurü ckztu/z iehen, ohne daß es ilmen gelungen wäre, Gaza zu halten. Was unsere angeblichen 8000 Mann Verluste anbetrifft, so bemerken wir, daß die Besatzung von Gaza:, die im ganzen noch nicht diese Zähl betrug, die wiederholten Angriffe der Engländer auf Gaza während des ganzen Tags und der Nacht, die mit ganz unverhältnismäßiger Ueberlegenheit unternommen wurden, blutig abgeschlagen fyrt. Sie hat einen solchen Msut berviesen, daß die Engländer selbst diese Truppennracht auf 20 0OO Mann geschätzt haben und ihre überlegenen Kräfte mit schivercn Verlnsten zurück­ziehen mußten. Nach einem am 30 . März eingegangenen Bericht wurde festgestellt, daß mehr als 1500 englische Leichen begraben würben. Man versteht daher leicht, daß die 3000 bis 4000 Mann englische Verluste, die irr unserem frül)eren Bericht gemeldet wor­den waren, der ivahven Zahl der englischen Verluste entsprechen. Was die Gefangennahme des Konrinandanten der 53. Division an­belangt, so bemerken wir, daß der Kommandant zufällig von Er- kundungspa trou.il len der Engländer gefangen genonrmerr wurde, als diese versuchten, Gaza von Norden her zu umgehen, während der Komnrandant sich vor seinen Truppen in Begleitung einiger Offiziere nach denr genannten Ort begab, um ans den 5lampfvlatz zu gelangen. Ter Stellvertretende Oberbefehlshaber.

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Veränderungen iw französischen Oberkommando.

Basel, 10. April. (L. A.) Nach denBasl. Nachr." stehen im französischen Oberkommando wichtige Verände­rungen bevor. General Fach wurde seines Kommandos enthoben und zur Disposition des Kriegsministers ge­stellt. General Lhautey kehrt nach Marokko zurück und General Gouraud, der bis jetzt in Marokko den Befehl führte, erhält sein früheres Kommando wieder.

Unsere Erfolge zur Luft und die Anerkennung de4 .Kaisers.

Berlin, 9. April. (WTB. Amtlich.) Se. Mcrj. der Kaiser hat denr Kommandierenden General der Luftstreit­kräfte Generalleutnant v. H o e p p n e r, dem Chef des Gene- ralstabes der Luststreitkräfte Oberstleutnant Thomsen und denr Leutnant der Reserve Boß von der Jagdstaffel Boelcke den Orden Pour le merite verliehen, ferner den Oberleutnant Freiherrn v. Richthofen vom Ulanenregi­ment Nr. 1 zum Rittmeister befördert.

Englische Fliegerangriffe auf die Mole von Zeebrügge.

London, 9. April. (WTB. Nichtamtlich.) Die Ad­miralität gibt bekannt: See flu g zeuge griffen in der Nacht zum 8. April die Mole von Zeebrügge an und warfen zahlreiche Bomben ab. Im Zusammenhang damit wurden auch militärische Angriffe auf die Munitions­niederlagen in Gent und Zeebrügge gemacht: die Flug­zeuge sind unversehrt zurückgekehrt. In derselben Nacht torpedierten wir irr der Höhe von Zeebrügge zwei feindliche Zerstörer. Einer von ihnen wurde sinkend gesehen. Das Schicksal des zweiten ist uirgewiß, er wurde aber sehr schwer beschädigt. Wir erlitten keine Verluste.

Zusatz: Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, ist militärischer Schaden durch die Fliegerarrgriffe nicht an- gerichtet worden. In Brügge wurde ein Belgier getötet und zwei Bauern verwundet. Wie durch den Chef des Admiral­stabs bekanntgegeben worden ist, wurde ein Torpedo­boot von einein feindlichen U-Boot vor der flandrischen Küste versenkt. Ein zweites Torpedoboot wurde wohl angegriffen, der darauf abgegebene Torpedo- schuß giug aber vorbei.

Prinz Friedrich Karl f.

Berlin, 9. April. (WTB. Nichtamtlich Das Befinden des Prinzen Friedrich Karl hatte sich in der letzten Zeit, wie aus den fortlaufend günrtrgen Nachrichten hervorging, er­freulicherweise gebessert. Aus diesem Grunde war ivvhl die Uebersührung in ein weiter rückivärts goldenes Lazarett ins Auge gefaßt ivvrden. Nunnrehr ist jedoch, durch die Nachricht des Körrigs von Spanien, der sich die ganze Zeit hindurch in besonderer Weise um die llebecnrrtteüing von Nachrichten an die besorgten Eltern benüchte, bekannt geworden., daß der Prinz in der 'Nacht

vom Samstag auf Eomrtas an einer inneren Verblu­tung gestorben ist.

Der Kampfflieger Oberleutnant Berr gefallen.

Berlin, 9. April. (WTB. Nicht crmtlich.) Wieder hat der Tod einen der'Besten auls den Reihen der Fliegertruppen gerissen. Kampfflieger Oberleutnant Berr ist am 6. April gefallen. Sein Flugzeug stieß während eines Luftkampfes mit denr Flugzeug eines Kameraden zusammen. Beide Füh­rer stürzten tödlich ab. Berr ist am 20. Mai 1890 geboren. Vor dem Kriege gehörte er dem 4. Jägerbataillon zu Naum­burg an. Am 3. März 1915 trat er zur Fliegertruppe über. Nachdem er neun Flugzeuge und einen Fesselballon ab ge­schossen hatte, erhielt er am 5. Dezember 1916 den Orden Pour le merite. Ms unbesiegter Sieger ist er geschieden. Sein Gleist utib sein Gedächtnis leben in der Fliegertruppe weiter.

Seekrieg.

N-Booterfvlge im Mittelmeer.

Berlin, 9. April. (WTB. Amtlich.) Im M i t t e l - me er sind 11 Dampfer und 13 Segler mit 38224 Tonnen versenkt worden, darunter am 23. März der grie­chische DampferArtheinis" (1500 Tonnen), der italienische DampferNoli" (1569 Tonnen), d?r rwrwegische Dampfer Bellatrix" (2568 Tonnen). Am 25. März: der bewaffnete englische DampferQueen Eugenia" (4358 Tonnen) von Amerika nach Karachi mit Stückgut, am 26. März: der be­waffnete englische DampferLedebury" (3046 Tonnen) mit Getreide von Karachi nach Italien, am 27. März ein zur englischen Tigrisflottille gehöriges Fahrzeug nach Mesopota­mien mit Proviant. Am 31. März: ein unbekannter belade­ner bewaffneter Dampfer von 4000 Tonnen. Am 3. April: der bewaffnete französische DampferErnest Simon" (5555 Tonnen) von Marseilte nach Port Said, und der bewaffnete französische DampferSaint Simon" (3419 Tonnen) von Biserta nach Huelva. Am 4. April im Jonischen Meer der beladene griechische DampferVasilefs Eonftantinos" (9272 Tonnen). Die versenkten Segler waren größtenteils mit Schwefel beladen.

Ern deutsches Torpedoboot versenkt.

Berlin, den 9. April 1917. (WTB. Amtlich.) Unser Torpedoboot 6 88 ist in der Nacht vom 7. zum 8. April vor der flandrischen Küste von einem feindlichen U-Boot durch Torpedoschus; versenkt worden. Die Besatzung konnte größten­teils gerettet werden.

Der Chef des Admiralstabs der Marine. Falsche norwegische Beschuldigungen gegen ein N-Boot.

Berlin, 9. April. (WTB. Amtlich) Bei der Seever­klarung des von einem unserer U-Boote am 14. März ver­senkten norlvegischen DampfersStornas" wurden von dem Führer des Schiffes beleidige;rde Anschuldigun­gen gegen die Offiziere und Mannschaften des U-Bootes erhoben. So beharrvtete der Schiffsführer, ein 20jähriger Leutnant des U-Bootes habe versucht, eine Krawattennadel, ein silbernes Zigarren-Etui mrd arrdere dem Kapitän ge­hörige Gegenstäiwe mitzunehnren. Er habe den Offizier mit Gewalt aus der Kajüte entfernt. Ferner seien eine Menge Proviant und andere Gegenstände entwendet worden. Da ein Teil der nortvegischen Presse diese Behauptungen des Schiffsführers zum Anlaß für verletzende und verhetzende Artikel genonrmen hat, ohne erst die Klärung des Sachver­halts abznwarten, wird hiermit auf Grund der dienstlichen Meldung des U-Bootes folgendes festgestellt:

Ter DampferStornas" chatte, nachdem er angehalten worden war, zwei Boote ansgesetzl, in deren einem sich der Schiffsfi'ihrer befand. Die Insassen dieses Bootes, bis auf vier, ivnrden an Bord des U-Bootes genommen. Dann wurde das Boot mit den vier norwegischen Seeleuten von einem Sprengkommmrdo unter Füh­rung eures Leutnants vom U-Boot zu dem Dampfer zurück- ge)chleppt. Dort begab sich das Sprcngkommando mit dreien der vier Norweger es 'waren der zweite Steuermann, der Niaschinist imd der Koch an Bord des Schiffes, um es zu versenken. Der Schrffsführer, desStornas". der als vierter Nonvecun: in dem Boot ivar, blieb'hreird der ganzen Zeit im Boot. Er hat also fern Schiff iiberhaupt nicht mehr betreten. Seine Behauptung, er habe den Offizier mit Gewalt laus der Kaji'ite entfernt, kennzeichnet sich daher als wissentlich f a l s cd e Beschuldigung. Die Leute desStornas" brachten ihren Bedarf an Proviant in ihr Boot. Sic zeigten den Leuten des Spreng ko m man dos die Vorratsrchlnce und halfen ihnen, Proviant in ein weiteres in Reelinghöhe hängen­des Boot zu bringen. Lediglich dem militärischen Bedürfnis ent­sprechend und in voller Uebereinstinrmuug mit den völkerrechtlichen Bestimmungen, wurde zur Anssu lang der eigenen Bestände Proviant und zur Ergänzung der Ausrüstung des U-Bootes folgendes m i t - ge n ontrnen: Seekarten, nautische Bücher, nautische Instrumente, Flaggen, Bojen, ein Faß Zylinderöl und Köjenzeug als Ersatz für durch die Nässe an Bord unbrauchbar gewordenes Zeug. Eine Kiawattcnnadel oder silbernes' Zigarrenetui ist Werder auf dem Swrnas" gesehen geschweige mitgenommen worden. Die auf Grund der unwahren Aussagen des Schiffsführers von der norwegi- schen Presse erfolgten Anwürfe gegen die Besatzung des deutschen U-Bootes entbehrten daher jeder Begründung und werden hiermit aüfs schärfste zurückgewieserc.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

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Perpignan, 8. April. (MTB. Nichtamtlich.) Meldung derAgence Havas". Ein deutsches Unterseeboot tor­pedierte einen a m e r i k a n i s ch e n Dampfer zwanzig Meilen von Bari puls für mer. Eine Schaluppe aus dem Hafen Benares begab sich mit Volldampf an Ort und Stelle. Der Dampfer war aber schon gesunken.

Christiania, 7. April. Heute abend werden 7 nor- w e g i s che D am p fer als ver senkt gemeldet. Laut Sjöe- farts Tidende sind in der Woche vom 24. bis 31. März- 19 Schiffe mit zusaminen 22 470 Tonnen, in der letzten Woche bis heute 18 norwegische Schiffe mit 28661 Tonnen versenkt worden.

Kopenhagen, 7. April. Das Mnisterium des Aeußern teilt mrt: Laut telegraphischer Meldung des däni­schen Konsuls in Newcastle sind der Esbj-evger Dampfer Helga, von HuN nach Kopenhagen mit Koks­ladung und der Kopenhagener Dampfer N. I. Fjord (1425 Br.-R-T.) von Newcastle nach Odense mit Koksladung in der Nordsee versenkt worden. Die Mannschaften wur­den gerettet.

Ein Erlaß des Kaisers über die Beseitigung des Klassen- wablrechtcS und die Umgestaltung des 5ierrenhanseS.

Berlin. 7. April. (WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser und König hat an den Reichskanzler und Präsidenten des Staxrtsministerinms Tr. von Bethman n H o llweg folgen­den Erlaß gerickstet:

Noch niemals hat sich das deutsche Volk so fest gezeigt wie in diesem Kriege. Das Bewußtsein, daß sich das Vaterland in bitter­ster Notwehr befand, hat seine wunderbar versöhnende Kraft aus­geübt, und trotz aller Opfer an Blut draußen im Feld und scknverer Entbehrungen daheim ist der Wille unerschütterlich geblieben für den siegreichen Endkamps das Letzte einzusetzen. Nationaler'und sozialer Geist verstaichen und vereinigten sich uich haben uns aus­

dauernde Stärke verliehen. Jeder empfand: Was in langen Jahren des Friedens unter manchen inneren Kämpfen aufgebcrut war, das war doch der Verteidigung wert.

Leuchtend stehen die Leistungen der gesamten Nation in Kampf und Not vor meiner Seele. Die Erlebnisse dieses Rin­gens um den Bestand des Reiches leiten mit erhabenem Ern st e eine neue Zeit ein. Als dem verantwortlichen Kauz ler des deutschen Reiches und ersten Minister meiner Regierung in Preußen liegt es Ihnen ob, deir Erfordernissen dieser Zeit mit dlnr rechten Mitteln und zur rechten Stunde zur Erfüllung zu ver­helfen. Bei verschiedeneir Anlässen haben Sie dargelegt, in welchem Geiste die Formen unseres staatlichen Lebens auszubauen sind, um für die freie und freudige Mtarbeit aller Glieder unseres Volkes Raum zu schaffen. Tie Grundsätze, die Sie dabei entwickelten, haben, wie Sie wissen, meine Billigung. Ich bin mir bewußt, dabei in den Bahnen rNeines Großvaters, des Begründers ix' 1 - Reiches, zu bleiben, der als König von Preußen mit der Militär- organisation und als deutscher Kaiser mit der Svzialresorm mo narchische Pflichten vorbildlich erfüllte und die Voraussetzung dafü. schuf, daß das deutsche Volk in einmütigem Ans harren diese blutcgc Zeit überstehen wird.

Tie Wehrmacht als wahres Volksheer zu erhalten und den sozialen Aufstieg des Volkes in allen seinen Schichten zu fördern, ist von Beginn meiner Regierung an mein Ziel gewesen. Bestrebt, in festbewährter Einheit zwischen Volk und Monarchie dem Wöhle der Gesamtheit zu dienen, bin ich entschlossen, den Ausbau unseres inneren politischen, wirtschafllichen und sozialen Lebens, so wie es die Kriegslage gestattet, ins Werk zu setzen.

Noch stehen Millionen von Volksgenossen im Felde, noch muß der Austrag des Meinungsstreites hinter der Front, der bei einer eingreifenden Verfassungsänderung unvermeidlich ist, im höchstien vaterländischen Interesse verschoben werden, bis die Zeit der Heim­kehr unserer Krieger gekommen ist, und sie selbst am Fortschritt der neuen Zeit mitraten und -taten können. Damit aber sofort beim glücklichen Ende des Krieges, das, wie ich zuversichtlich hoffe, nicht mehr fern ist, das Nötige und Zweckmäßige auch in dieser Beziehung geschehen kmrn, wünsche ich, daß die Vor­bereitungen unverweilt abgeschlossen werden.

.Mir liegt die Umbildung des preußischen Land­tags und die Besieiung uifferes gesamten innerpolitischen Lebens von dieser Frage besonders am Herzen. Für die Aenderung des Wahlrechts zum Abgeordnetenhause sind auf meine Weisung schon zu Beginn des Krieges Vorarbeiten gemacht worden. Ich beauf­trage Sie zunächst, mir bestimmte Vorschläge des Staatsminist?- riums vorzulegen, damit bei der Rückkehr unserer Krieger oiese für die innere Gestaltung Preußens grundlegende Arbeit schnell im Wege der Gesetzgebung durchgeftihrt werde. Nach den gewaltigen Leistungen des ganzen Volkes in diesem furchtbaren Kriege ist nach meinerUeberzeugung fürdasKlassenwahlrechtinPreu- ß e n kei n Raum mehr. Der Gesetzentwurf wird ferner eine unmittelbare und geheime Wahl der Wgeordneten vorzusehen haben.

Tie Verdienste des Herrenhauses und seine bleibende Be­deutung für den Staat wird kein König von Preußen verkennen. Das Herrenhaus wird aber den gewaltigen Arrforderimgen der komm enden Zeit besser gerecht werden-nnen, wenn es in weite­rem und gleichmäßigerem Umfange als bisher aus den' verschie­denen Kreisen und Berufen des Volkes ft'chrende, durch die Achtung ilhrer Mitbürger ausgezeichnete Männer in seiner Mitte vereinigt.

Ich handle nach den Neberlieferungen großer Vorfahren, wenn ich bei der Erneuerung wichtiger Telle unseres festgefügten und stsurmerprobten Staatswesens einem treuen, tapferen, tüchtigen und hochentwickelten Volk das Vertrauen entgegenbringe, das es verdient.

Jcb beauftrage Sie, diesen Erlaß alsbald bekannt zu geben.

Großes Hauptauartier, den 7. April 1917. v. Bethmann Hollweg. ' Wilhelm I. R.

An den Reichskanzler und Präsidenten des Staatsministerrums.

Aus Stabt und Land.

Gießen, 10. April 1917.

** Die im März 1900 geborenen Land» st u r m p f l i ch t i g e n der Stadt Gießeir muffen sich am 16. b. Mts., vormittags von 812 und nachmittags von 2 bis 6 Uhr im alten Rathaus am Marktplatz zur Ümrd- sttrrmrolle melden.

** Expreßgut. Bis auf weiteres werden Güter als Expreß­gut ohne ausdrückliche Zustimmung der Eisenbahndirektion nur in­soweit angenommen, als das Einzelgewicht eines Stückes 50 Kilo­gramm nicht überschreitet. Auch behält sich die Eisennbahnnverwal- tung vor, innerhalb dieser Gewichtsgrenze die Annahme von Expreß­gut und Bahnpaketen dann einzustellen, wenn die aufgelieferten Mengen so groß werden, daß sie ohne Störung des Zugverkehrs nicht mehr befördert werden können. Ebenso werden die Dienst­stellen besonders sperriges oder schver zu verladendes Expreßgut dann znrückwcifen, wenn sich ans seiner Annahme Störungen in der püirktllchn Abfertigung der der Beförderung dieneTchen Personen­züge ergeben würde;:.

** Ortsgewerbeverein. Mt Rücksicht darauf, daß eine geordnete Buchführung selbst für den kleinsten Ge­werbetreibenden unerläßlich ist, andererseits auch jeder Ge- sck>äftsmann über die wichtigsten Bestimmungen her Steuergesetzgebung informiert sein muß, hat der Orts- gewerbeverein euren Unterrichts kursu s für einfache Buchführung und Steuerfragen eingerichtet, an dem 14 Personen, und zwar sieben Damen und sieben Herren, teil­nehmen.

** Zum Anfanger-Lehrgang m Gabelsbergerscher Stenographie werden noch Anmeldimgen ontgegengenommen. Nä­heres siehe Anzeige.

** Lichtspielhaus, Bcchnhofstr. 34. Llb heute bis ein­schließlich Freitag, den 13. Aprll, gastiert das beliebte Künstlerpaar Wanda Tveumann und Viggo Larsen in dem großen Sensation^- drama in 3 AktenPaul Banners Schicksal". Ms zioeiter Schlager Ter Journalist", Lebensdocmra in 3 Akten. Dazu eine wunderbare NaturanftralMeWinterstimmnng". Die Värsikbegleitimg wird ansgefülwt von der guten Kmisllerkapelle.

Schwarz-W eiß-Theater, Seltersrveg 81 . Im Pro­gramm vom Dienstag, den 10. bis emschl. Freitag, den 13 Aprll ist zu sehen:Der Schnsterprinz", ein pikantes Lustspiel in drei Älkten mit ersten Minstlecn mm Theater Budapest Ein Sillen­drama in zwei Akten, betiteltDie Rache", sowie der Balkankricg^ schau Platz und ern gutes Beiprogramm nnt kimstlerisckwr Musik- beglertnng. Ab Sonntag, den 14. April, ist ein Henny Porten- Gastsprel vorgesehen.

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W'e bei den Wahlen auf jede Stimme, so kommt cs bei der Kriegsanleihe aus jede Mark an.

Landkreis Gießen.

bringen, 10. April. Tein Unteroffizier Wilheln Schäfer, Sohn des Zig -Fabr. H. Schäfer IV., zu Daubringen der rm November 1914 als Ers'atz-Nes. ins Jrld rückte und in Mlkchen das Eiserne Kreuz erhielt, wurde nunmehr am 13 Mär' 1917 dre Hesspche Tapferkeitsniedarlle verliel^en.

+ ©clters, 8. April. Leutnant Weber, Sohn des Forst merfters mrd Landtagsa1>geordneterc Dr. Weber ans Konradsdors der bcr einer Batterie der' fchioeren Artillerie stand, starb de- Heldentod fürs .Vaterland. Damit ist auch der zioeiie und letzi. Sohn von Forstmeister Dr. Weber gefallen und deshalb die Trauei mit der schwer heinigesuchteil Familie allgemein.

^.^^^rskirchen, 7. April. Das Eiseine Kreuz erhiel Musketier Heinrich Rahn.

Hessen-Nassau.

.,-T Cass-el, O. Aprll. Um einen verlorenen Fnßbrll eutfrain bmrnn den Mitgliedern ernes Eesi.ml Fnßballvereui-?- eine blutÄ» Schlägerei, rn deren Verlar,s der l8jährige Lederarbeiter Rolwr Ehrlick;. durch emen Messei-stich in ixm Rücken getötet wurde Der 4>ater fam m .Haft.