Ausgabe 
13.3.1917 Zweites Blatt
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ÄTTfpe Brürnd nicht msty, begnüge sich aber noch mit seiner Regierung. 'Ties werde solange dauern, bis die Abgeordneten es müde sein würden, ihn zu stützen.

Evenement" stellt schließlich die Tatsache fest, daß zwei Abstimmungen rwtwerrdig gewesen sind, um nach der Geschäfts­ordnung des Hauses die erforderliche Zahl von Stimmen für die Mehrheit zu erhalten. Tas stehe in der varlamentarischen Ver­gangenheit Fwntreichs eirrzig da. Für die Kriegszeit sei dies jedcn- mlls eine unmögliche Lage.

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Die Krisis in Rußland.

Petersburg, 11. Mürz. (WTB.) Meldrmg des Rru- terscherc Bureaus. Der Koiumaudant der Petersburger Trup­pen, General K o w a t o w , macht in einer Proklama­tion bekannt: Infolge der Unruhen in den letzten Tagen sowie der Gewalttätigkeiten und der versuchten Angriffe aus Lioldaten und Polizei und der trotz des Verbotes in den Straßen abgehaltenen Versammlungen wird die Bevölke­rung darauf aufmerksam gemacht, daß die Truppen Befehl haben, von der Waffe Gebrauch zu machen und vor keiner Maßregel zurückzuschrecken, um oie Ordnung in der Hauptstadt aufrecht zu erhalten.

Die Zeitungen erscheinen nicht. Die Straßenbahnen sind außer Betrieb.

Bern, 22. März. (WTB.) Der Petersburger Kor- vespondeut desCorrieve della Sera" meldet, daß die Lebensmittelkrise sich in den letzten Tagen noch verschlimmert habe. Der Mehl- und Brotmangel seien be­sonders in Petersburg und Moskau fühlbar. Außer der Transportkrise kommen noch zahlreiche Momente in Be­tracht, durch die die geregelte Versorgung der beiden Haupt­städte behindert wird. Die Einführung der Brotkarte mit einer Tagesration von 140 Gramm wurde beschlossen, sie soll innerhalb zehn Tagen in Kraft treten. Außerdem wur­den wiederholt Personenzüge für die ganze Woche nnter- drückt, um den Lebensmitteltrcrnsport zu steigern.

Die Duma nahm einstimmig eine Tagesordnung des ^lbgeordneten Miljukow an, die die sofortige Versorgung Petersburgs, Moskaus und der anderen industriellen Städte verlangt. Die Tagesordnung fordert außerdem die Zulas­sung von Arbeitervertretern in das Komitee für die nationale Verteidigung. Die Annahme der Tagesordmmg erfolgte, während die Arbeitermassen streik­ten. In den letzten Dagen feierten zahlreiche Manifestanten, irm gegen die Bvotnot Einspruch zu erheben. Es kam zu blutigen Zusammenstößen.

Der Ministerpräsident Golizyn rief nachts einen dringendeir Ministerrat zusammen, zu dem auch der Präsident und der Vizepräsident des Senats und der Duma, der Oberbürgermeister vou Petersburg und andere Persön­lichkeiten eingeladen wurden.

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Aus Mexiko.

Bern, 12. März. (WTB.) DerPetit Parisien" meldet aus Washürgton: Die Lage in Mexiko wird beun­ruhigend. Irr Washington eingelaufene Nachrichten be­sagen, daß geheime Versammlungen von Deutschen, die in Mexiko ansässig sind oder aus den Vereinigten Staaten eingetroffen sind, in Vera Cruz und Monterey fast täglich stattstnden. In der Nähe der Stadt Mexiko wuvoe kürzlich eine sehr starke Fu nken statt an errichtet, die direkt mit Deutschland verkehrt. Die Gerüchte, daß Stützpunkte für die Tauchboote im Golf von Mexiko bestehen, schei­nen sich zu bestätigen, ebenso, dafß die dortigen deutschen Tauchboote die Aufgabe haben, die Petroleumausfuhr nach England ru unterbinden.

Für die heute stattsindende Präsidentenwahl ist Tarranza bisher der alleinige ernsthafte Kandidat. Viel­leicht tritt in der letzten Stunde noch der Minister Obreg on als Kandidat auf. Die Regierung in Washington gab In­struktionen, alle deutschen Treibereien m bekämpfen, und Lehrtet sich auf alle Fülle vor.

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«raf Veruftorff auf der Heimreise?

KuveuHagen, 12. (WTB. Nichtamtlich.) Tas Ein­

treffen des DampfersFrederik 8" im hiesigen Freihafen tmude tan einer großen Menschenmenge erwartet. Nachdem gegen 11 Ugr die Verbindung zwischen dem Schiff und dem Lande her- SchrlA worden war, begab sich der deutsche Gesandte Graf Brock- dorff-Rantzau mit den Damen und Herren der Gesandtschaft sofort an Bord zur Begrüßung des Bo-tschafterpaares, das vor- züMch ausfäh und die lange beschwerliche Seereise gut Überstunden M haben schien. Nach eiustündigem Aufenthalt verließen der Ge- hmtäe und die Mitglieder der Gesandtschaft das Schiff. Gegen 1 VBfye begdb sich das Botschaftenpaar nach dem Hotel d'Angleterre, wo daS Frühstück eingenommen wurde. Darauf unternahm es eine Sptyiersahtt in die Stadt irntb^ Umgebung. Abends 1% Uhr gibt Gras.Brockdorff-Rantzau Ztu Ehren des Grafen und der Gräfin Bernftorff eine Festtafel, wozu die Damen und Herren der früheren Washingtoner Botschaft und der hiesigen deutschen Gesandtschaft geladen worden sind. Die Abreise nach Berlin vn Sonderzug ist für morgen früh 7*/* Uhr festgesetzt worden

Seekrieg.

Neue U-Booterfolge im Mittelmeer.

Berlin, 12. Mürz. (WTB. Amtlich.) Im Mittel­meer wurden versenkt sechs Dampfer und acht Segler mit zusammen über 35 000 Tonnen, darunter am 17. Februar der bewaffnete französische, von Zerstörern ge­sicherte TruppcntransportdampftrAthos" (12 644 Ton­nen) mit einem BataillonSenegalesensowietau- send chinesischen Munitionsarbeitern an Bord, am 27. Februar ein bewaffneter, begleiteter Transportdampfer von etwa 5000 Tonnen mit Eisen- bahrrmaterial als Ladung, am 6. März der italienische DampferPorto di Smyrne" mit Mehl und Stückgut von Genua nach Alrandria, am 7. März ein bewaffneter von Begleitfahrzeugen gesicherter Transportdampfer von etwa 8000 Tonnen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

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Haag, 12. März. (WTB. Nichtamtlich.) Die nieder­ländisch-indische Tankstvomboot Maaffchappij erhielt aus Lissabon die Nachricht, daß der DampferAres" vierzig Merlen von Casoaß in der Tajomündung van einem deut­schen U-Boot torpediert worden ist. Dre Besatzung wurde nach dem v-vr lieg enden Bericht gerettet.

Der holländische DampferAetroom", von dem das Gerücht ging, daß er torpediert worden sei, ist gestern wohlbehalten in Jmuiden angekommen.

Kristiania, 12. März. (WTB.) Der Haugesunder Dampfer Lars Fostenaes wurde in der Nordsee außer­halb der Gefahrzone versenkt. Die Mannschaft ist in Pem^- brohe gelandet. Das Crimstader Segelschiff Silas (750 Br.-R.-T.) wurde versenkt. Der Kristiansunder Dampfer As- bjoern (3450 Br.-R.-T.) wurde in der Nordsee, außerhalb der Gefahrzone, versenkt. Ein Schiffsoffizier wurde getötet,

drei Leute sind krank oder verwundet. Das Schicksal der übri­gen Besatzung ist unbekannt. Das Tvedestrander Segelschiff Sparta (2287 Br.-R.-T.) wurde außerhalb des Nordsee­sperrgebietes versenkt. Die Mannschaft ist in Irland gelandet.

Stockholm, 12. März. Wie Swckh. Dagbl. aus Göte­borg erfährt, werde beabsichtigt, die Schiffahrt zwischen Schweden und Holland wieder aufzunehmen.

Äur dem Reiche.

Die Beisetzung des Grafen Zeppelin.

Stuttgart, 12. März. (WTB.) Tie Familienangehörigen des Grafen Zeppelin fanden sich heute vormittag 11 Uhr rn dem würdig ausgeschmückten Empsangsraum des Prag-Friedhofes zusammen und nahmen dort die Kranzspenden und Beileidsbezeu­gungen der zahlreichen Abordmcngen und sonstigen Vertreter vN- gegen, die von fern und nah herbeigeströmt waren. Als Vertreten des Kaisers war erschienen der hieftge preußische Gesandte Frhr. v. Seckendorfs, zugleich in Vertretung des Reichskanzlers. Gleichzeitig schwebten über der Stadt zwei große Zeppelin­kreuzer und mehrere Fliegergeschwader. Sie entboten dem Be­zwinger der Lüfte den letzten Gruß- _

Um die Mittagsstunde begannen die Glocken akker Kirchen der Stadt zu lautem Ter König und die Königin erschienen mit mehreren Mitgliedern des königlichen Hauses in der Trauerver­sammlung, die sich um 12 Uhr m der prachtvoll geschmückten! Friedhofskapelle zusammengefunden hatten. Nachrufe wurden nicht gesprochen. Nur Hofprediger Tr. Ho ff mann hielt eine längere Trauerrede unter Zugrundelegung der Worte:Ich muß wirken, so lange es Tag ist." Er schilderte das Leben urtb Schlaffen des Verstorbenen, entwarf ein liebevolles Bild seiner Charaktereigen­schaften: von Geschlecht zu Geschlecht würden noch im fernsten Dorfe die Kinder seinen Namen jubeln. Ferne Enkel würden ihn lesen in den Tafeln der Geschichte. Tann wurde der Sarg z»um Erb­begräbnis der Familie Zeppelin geleitet, das von der Stadt­gemeinde eine besonders schöne AussckMückung erfahren hatte. Ter König folgte zum Grabe nach. Nach Gebet mck Einsegnung feuerte ein Bataillon Infanterie und eine Batterie Feldarttllerie den Ehren sa lut.

Von Friedrichshafen war ein Sonderzug veranstaltet worden, der Hunderte von Barmten und Arbeiter der Zeppelin- Werft hierher führte.

Stuttgart, 12. Marz. (WTB. Nichtamtlich) Die Stadt ehrte ihren verstorbenen Ehrenbürger, den Grafen Zeppelin, heute nachmittag 5 Uhr noch durch eine besondere Trauer fei er im königlichen Kunstgebäude, wo die nächsten Angehörigen und eine große Anzahl geladener Persönlichkeiten erschienen waren. Ter König und die Königin hatten Vertreter gesandt. Ein Vorttag der königlichen Hofkapelle eröffnete die Feier. Sodann sprach der Generaldirektor des Luftschiffbau Zeppelm, Kommerzienrat Holz- m a n, ergreifende Worte tiefster Trauer um den Verlust des Meisters und der unvergänglichen Dankbarkeit für sein Wirken und Schaffen. Weitere musikalische Vorttäge bildeten bat Schluß der überaus stimmungsvoll verlaufenen Feier.

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Berlin, 12. März. (WTB. Nichtamtlich.) Dem Ab­geordnetenhaus ist nachstehender Antrag des Abg. Friedbevg (Mtlib.) zugegangen: Das Hans der Abgeordne­ten wolle beschließen, die könrigliche Staatsregierung zu er­suchen, einen Gesetzentwurf vorzulegen, rmrch den eine Veränderung in der Zusammensetzung des Herren­hauses in der Art herbeigeführt wird, daß unter Aufrecht- erHaltung der königlichen Berufung, aber unter Beseiti­gung aller Familien- und Standesrechte, die bisher die Mitgliedschaft zum Herrenhaus begründeten, allen größeren Kommunal verbänden, sowie allen für das wirtschaftliche und kulturelle Leben unseres Volkes wich­tigen Berufskreisen eine aus Wahlen hervorgehende, ihrer Bedeutung entsprechende Vertretung im Herrenhause ge­währt wird.

Aus Stadt und Land.

Gießen. 13. März 1917.

** A örtliche Personal Nachrichten. Tie Großher- gin hat am 11. März, als am Geburtstage der Prinzessin! Elisabeth, folgende Ehrenzeichen für langjährige treu ge­leistete Dienste in ein und derselben Familie an folgende Dienst­boten verliehen: A. Das Goldene Kreuz mit Brillan­ten. 1. Marie Göbel aus Wiesenfeld, 40 Jahve bei der Familie des f Möbelfabrikanten Heinrich Tibelms in Mainz. 2. Marga­reta Honecker aus Klein-Krotzenburg, 40 Jahre bei Frau Chri­stoph Eckert Witwe in Mainz. 3. Anna Reichel aus Felsberg im Waß, 47 Jahve bei Frau Mathilde Lichtnecker Witwe in Oppen­heim. 6 . Das Go ldene Kreu z. In der Provinz Oberhessen : 1. .Katharina K lin kcl aus Lollar. 25 Jahre bei Herrn Konditor Heinrich Hettler in G i e ß e n, 2. Wilhelmrne Baiser aus Lich, 26 Jahve bei Herrn Christian Güngerrch in Lich. 3. Wilhelmine Frick aus Friedberg, 34 Jahve bei Herrn Stadtrat Heinrich Thomas in Friedberg. 4. Anna Kuhnert aus Laubach, 25 Jahre bei Herrn Tivektor Otto Weber in Lollar. 5. Susanne Lvußlev aus Alsfeld, 25 Jalwe bei der Familie des Conrad Carl Waldeck in Alsfeld. Gesuche imt Verleihung desGoldenen Kreuzes" zum 11. März 1918, welchen eine Bescheinigung der zuständigen Bürgermeisterei oder Polizeibehörde beigefügt sein muß, aus der hervorgeht, daß die Bedingungen für die Verleihung desGoldenen Kreuzes" erfüllt sind, müssen bis längstens den 1. Februar 1918 bei Freiherrn Riedesel zu Erfenbach, Ober-Kammerherr, Torrn- stabt eingeveicht fern. Der Großherzog hat am 10. März den Oberförster der Oberförftevei Kirtorf, Johannes Eggers zurzeit in Assen heim, auf fern Nachsuchün aus dem Staatsdienst entlassen. Ter Gro ß Herzog hat am 10. März der Stadt Darmstadt auf ihr Nachsuchen ihr althergebrachtes Wappen bestätigt. In den Ruhestand versetzt wurde der Grvßh. Eisen­bahnassistent in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn ge meinsck>aft Georg W eher in Bingen vom 1. April 1917 ab. Ter Groß­herzog hat am 10. März den Oberlehrer an der Augustnrerschule zu Friedberg, Professor Paul Helmke, zum Oberlehrer an dem Lmchgraf Ludwigs-Gymnasium zu Gießen und den Oberlehrer an der Realschule und Progymnasium zu Bingen, Prof. Dr. Georg Blech er, zum Oberlehrer an der AuMstinerschule zu Friedberg, beä»e mit Wirkung vom 1. April 1917, ernannt. Ernannt wurde am 9. März dir Schulamtsaspirantin Jda Schüler aus Tarm- ftadt zur Lehrerin an der höheren und erweiterten Mädchenschule zu Gießen unter Belastung in der Kategorie als Volks schullehrerin. > Uebertvagen wurde am 5. März der Schulamtsaspirantin Eli­sabeth H u n k e l aus Lampertheim eine Lehrermstelle an der Volksschule zu Wieseck, Kreis Gießen. Urbertragen wurde am 28. Februar der Schulanttsaspirantin Elsa Kunze aus Karlsruhe eine Lehrerin stelle an der Vollsschule zu Ober-Seemen, Kreis Schotten; am 7. März der Schülamtsaspirantin Georgine K l e i n m a n u aus Mainz-Kastel eine Lehrerin,teile an der Volks­schule zu Laubenheim. Kreis Mainz: am 8. März der (Schul­amtsaspirantin Ottilie Bach aus Langenselbold eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Sie in back, Kreis Gießen; der Schulamts- aspivanlin Elisabeth Herge aus Tarmstadt eine Lehrerinstelle an der evangelischen Schule zu Wimpfen a. B., Kveis Heppenheim; der Schulamtsaspirantin Rosa Schmitz aus ZiMiausen, Kreis Kochem, eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Heidesheim, .Kreis Bingen; den Schulamtsaspirantinnen Klara Köhler aus Bornheim, Kreis Alzey ,und Hechoig Bolz aus Ibersheim Qeh- rerinnenstellen an der Vollsschule zu Guntersblunt, Kreis Oppmheim.

** Beförderung. Lehrer Ludwig Becker in Gießen, Pizefeldwebel im Landwehr-Jnf.-Regt. Nr. 116, wurde zum Leut- nmrt befördert.

** Berichtigung. Nicht die goldene Hochzeit feierte, wie in vor. Nr. nritgeteilt wurde, der Obecpostschaffner Wilhelm Kern, sondern nur das 25 jährige Dienftjubil äum.

** Sein 80. Lebensjahr vollercket am 15. März Ph. M t ck e l, Briefträger a. D., Mühlstr 32.

** Jung wehr. Die Uebungen fallen, solange die Ferien dauertr, aus.

** Militärische Ausbildung der Jugend. Das Kriegstninisterium hat durch Erlaß vom 29. Januar 1916 denjenigen Jungmannen, die bei der Musterung eine Bescheinigung über regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an der militärischen Vorbildung vorweisen können, die Ver­günstigung zugesprochen, Wünsche aus Einstellung in einem Truppenteil der Waffe äußern zu können, für die sie aus­gehoben sind. In den letzten Monaten sind nun wiederholt MusterungsPflichtige, die früher einmal an den Uebungen der Jugendkompagnien mehr oder weniger teilgenonnnen haben, an den Vertrauensmann der militärischen Vorberei­tung mit dem Wunsche herangetreten, ihnen über ihre ftühere Teilnahme ein Zeugnis auszustellen. Sie mußten mit ihren Gesuchen abgewiesen werden, da das Kriegsmini­sterium am 3. Mai 1916 besttmmt hat, daß diese Bescheini­gungen nur solchen Jungmannen zu erteilen sind, die un­mittelbar aus der militärischen Vorbereitung in das Heer übertreten. Folgerichtig muß das Bezirkskommando auch benachrichtigt werden, wenn Iungmarrnen zur Muste­rung eine Bescheinigung erhalten haben und dann bis zu ihrer Einziehung sich an den Uebungen nicht mehr beteiligen.

** Einbruchsdiebstahl. In der verslossenen Nack)t wurden mittelst Einbruchs aus eitver Bäckerei in der Bahn- hofstraße dahier 3 2 Brote gez. ^L. K" ,K." und etwa 60 Brötchen entwendet, die in eirvem Henkelkorb und einem schwarz und weiß geflochtenen Korb, sogen. Bäcker- Wanne, fortgetragen worden sind. Die Tat ist gegen halb 12 Uhr geschehen. Sachdienliche Mitteilungen bittet man der hiesigen Kriminalpolizei mitzuteilen, insbesondere dar­über, lver zu dieser fraglichen Zeit in der oberen Bahnhof- straße Per,onen beobachtet hat, die solche Körbe trugen.

** Oberhessischer Kunst verein. Die Ausstel­lung ist morgen Mittwoch von 11 bis 1 und am Nachmittag von 3 bis 5 Uhr geöfftret. Eirttritt für Nichtmitglieder, da letzter Tag dieser Ausstellung, 20 Pfg. Bon Donnersdag bleibt die Ausstellung wegen vollstärrdigen Wechsels der Gemälde einige Tage geschlossen. Eröffmrng der Ausstellung des Ausstellungsverbandes Münchener Künst- ler am 25. März. Verkauft wurden noch aus der jetzigen Ausstellung von I. G. MohrAus dem Weiltal", von I. BraschWaldidyll", von I. ScholiererBei Dachau".

** Prüfung der Handarbeits- und Haus- Wirtschafts lehrerinnen. Unter dein Vorsitz des Geh. Oberschulrats Dr. Scheuer mann fand vom 5. bis zum 7. März an der Aliceschule in Gießen die mündliche Staats- Prüfung der Aspirantinnen für die Fächer der Handarbeits­und Hauswirtschaftslehrerinnen statt. Sie war die erste, die auf Grund des Uebereinkommens mit Preußen und dev hiernach erlasienen neuen Priisungsordmtng gehalten wurde. Es bestanden sämtliche Damen, 13 erhielten die Befähigung zur Handarbeitslehrerin, 6 die zur Hauswirt- schaftslehrerin. Das neue Semina-rjahr beginnt am 16. April, Gesuck)e mn Zulassung zu den Seminaren können noch bis zum 16. März eingeretcht werben.

** Ungeheizte Z üge. Auf Aitordnung der zuständigen Verkehrsämter werden feit Ädontag folgende Züge bis auf rverte- ves nicht mehr geheizt: FrmrffurtUsingen, Frankfurt< Wächtersbach, FrankfurtStockheim, Höchst©oben, Gießen Gelnhausen, GießenDillen bürg, GießenLimburg, die Wester- waldzüge, ferner GemündenEtmSchlüchtsrn und Ganünden Wieden.

** Wegen Kohlenmangel sind die sämtlichen Schulen nrtd das Stadttheater bis auf lveiteres ge­schlossen.

** Ernst-Ludwig-Medaille. Eine offizielle IM- läums-Gedenkmünze hat das Mitglied der Darmstädtcr Künstler- kolonie Professor Heinrich Jobst aus Anlaß des 25jährigeu Regie- runas-Jubiläums im allerhöchsten Aufttage nwdelliert. Auf der Vorderseite der in Kriegsmetall geprägten 27 Mllimeter großes Münze beftndet sich das nach dem Leben modelliette Proftlbildnisl Sr. Königl. Hoheit, aus der Rückseite im Hinblick auf den Ernst der Kriegszeit ein sturm gerüsteter Musketter mit aufgepflanztem Seiten­gewehr. Der Erlös aus dem Verkauf der Ernst-Ludwig-Medaille kommt der Kriegsfürsorge des Großl)er^ogs zugute.

**Schwarz-Weiß-Theater,Scltersweg81. Das Programm von Diattag, den 13. bis einschließlich Freitag, den 16. März, enthält den großen kriminalistischat FilmRechts­anwalt Tr. James Burns'". Nach einer wahreit Begebenheit irr 3 Akten mit ersten Berliner Schauspielern in dar Haupttollen. Maskenspiel der Liebe!" Filmroman in 4 Akten. In der Haupt­rolle Hedda Vernon Und Ertch Kaiser-Titz, sowie einige Humoresken und nenesdes von den Kriegsschauplätzen.

Landkreis Gießen.

** Hattenrod, 13. MÄH. Dem Kammrier Otto Schal Ms Hattenrod nmrde im Mrfang des .Krieges die Hessische Tapfer­keitsmedaille verliebeir;. nachdem er in der Chanipagne-Schlachh 1915 schwer verwundet tmnHe. erhielt er nun am 23. Febniar 1917 Mch rvoch das Eiserne Kreuz II. Klasse.

:: Hungen, 13. März. Am 11. März wurde rm Saale deS Gasthauses zur Traube ein Lichtbilderabend zur Aufklärung über die neue KriegSanleil)e abgehalten. Bürgermeister Fendt leitet« in vorzüglicher Weise durch eine von Herzen Üommende und zu Herzen gehende Ansprache den Aberw ein. Daraus sprach Lehrer Jakob über die Wirtschaftskräfte, des deutschen Reiches. Im Schlußwort betonte Bürgermeister Fendt, daß es eine nattonalc Pflicht eines jeden sei. sich wge bei der Zeichnung der 6. Kriegs­anleihe zu beteiligen.

m Münster, 12. März. Eine große Zähl unser« Ortseinwohner hatte sich am Freitag abend in unseren! Schulsaale versammelt, um dem Lichtbitdervvrtrag des Herrn Lehrer Jakob aus Oberbessingen beizuwöhnen. Durch 35 Lichtbilder, zu denen Herr Pfarrer Ahlheim die nötigeir Erläuterungen gab, wurde Deutschlands Volksvermögen und Volkswirtschaft graphisch ver­anschaulicht. Tie Anwesanden folgten den klaren Ausführungat mit großer Aufmerksamkeit. Zum Schlüsse ermahnte Herr Jakob die Zuhörer zu reger Beteiligung bei der sechsten Kriegsanleihe!. Mit dem schönen Liede: O Tsttschland hixh in Ehren schloß der interessante Abend.

h. Rüddings Hausen, 12. März. Welches Verständnis man-in hiesiger Genroinde für die schwierigen Ern ähruns verhälb- n-isse in den Städten hat, beweist die Tatsache, daß die Bewohner imseves Ortes in den Lammenden Osterferien 56 Ferienkmder aus Gießen mlfnehmen tvollen.

:: Weickartshain, 12.März. In sehr gut besuchter Bersamnllung wurde gestern rrachmittag 3 Uhr im Schulsaal ein Lichtbildervortrag über die Wirtschaftskräfte des deutschen Reiches abgehalten. Man konnte den Ei-nbruck gewinnen, daß die Anwesenden von den Ausführungen überzeugt wurden und eine rege Beteiligung an der (neuen -Kriegsanleihe zu erwarten ist. Trotz des Hellen Tages waren die Bilder sehr scharf.

** Weitershain, 12. März. Am Samstag sprach hier im vollbesetzten Theischck>eu Saale Lehrer Jakob aus Ober-Bessingen überDeutschlands Wirtschaftskräfte". An der Hand von 35 scharfen Lichtbildern verstand es der Redner, seinen Bortrag interessant zu gestalten mid die Zuhörer zu überzeugen, daß man dem Deutsckien Reiche ohne irgend'.velche Bedenken sein Geld anverttaucn kann. Im Sch-lußloort gedackM Lehrer Jnderthal der guten Beteiligimg der Gemeinde cm den vorausgegangenen Anleihen und forderte sie aus, auck) bei der sechsten Kriegsanleihe der vaterländischen Pflicht voll und ganz zu genügen.. Hier erklärten sich 41 Familien bereit, erholungsbedürftigen Schulkindern der Stadt Gietzen über die Ostemr 23 Wochen Aufnahme zu gewähren. Der Reservist