Ausgabe 
13.3.1917 Zweites Blatt
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M.d,

Swelies Blatt

Erfcheinl mit Ausnahme des Sonntag».

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veilagen:«ietzcner ZamMendlSNer" und Krelsbla« für den Kreis Sketzen".

Postscheckkonto: Krankst,rt m Main Nr. M686. Sankverkedr: Gewerbedank Sichen.

tbr. Jahrgang

, eirer

General-Anzeiger für Sberhejsen

Dienstag. \d. März \%Z

ZwillingSrunddruck und Derlrp;:

B r ü hl'jche Unwersitäts-Buch-u.Et' indruckerel.

R. Lang e, Gießen.

5christ!eitung. SeschSstrsteSe und Druckerei:

Schulst-.atze7. Geschäftsstelleu.Verlag:

Schriftleilung: 112.

Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerVie^en.

Neue große Erfolge im Mittelmeer.

_ MTD.) Trotzes yauptqnartier, 12. März.

(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Sehr klare Sicht hatte an 'vielen Stellen der Front ge- ßk^erbe Tätigkeit her Fernwaffen und Flieger zur Folge.

Besonders stark imar das Feuer im Aue re-Gebiet Mischen Bucguol) und Le Transloy, lebhafter in manchen MMnWkn längs der Aisne und in der Champagne.

Südlich von R ipont griffen die Franzoftn heute mor­gen Teile unserer Stellungen an; sic wurden abgewiesen.

*

Durch Luftangriffe unserer Flieger verloren die Gegner16Flugzeugeundzwei Fesselballons, durch Abwehrfeuer eit» Flugzeug.

O e st! i ch e r Kriegsschauplatz.

Bei vielfach reger Artillerie- und Vorfeldtätigkeit keine grotzerrn Kampfhandlungen.

Mazedonische Front.

Zwischen OchrDa- und Prespa-See haben sich kleine Ge­fechte vor unseren Linien abgespielt.

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.

*

Der Abendberrcht.

Berlin, 12. März, abends. (VZTV. Amtlich.)

Im Somme-Gebiet, zwischen Ame und Oise, sowie in der Champagne lebhafte Gefechtstätigkeit.

Auch im Osten war bei klarer Sicht die Artillerie in mehreren Abschnitten reger als in den Vortagen.

Beiderseits des Pvespa-Sees und im Cerna-Bogen nahm gleichfalls das Feuer zu.

* * *

. Me zwischen homerischen Schlachtfronten werden heute auf dem westlichen Kriegsschauplätze Worte herüber und hinüber geworfen, die uns sagen, daß ein neues, wuchtig as Messen der Kräfte unmittelbar bevor steht und jede Kampf­partei dabei voll Zuversicht ans die Gunst der Götter hofft. Nur ist es noch etwas anderes, als die Spannung künstlerischen Spiels, die uns ans der Harmmrienwelle der Made entgegensteigt, wenn wir jetzt lefeu, was die fran­zösische Heeresleitung ankündigt und die unsrige darauf sofort entgegnet. Eine Havasnote erklärt, die Westfront beginne aitS ihrer Erstarrung zu erwachen und Frankreich sehe^dies jjtit den besten Erw^Lungen. In der Absicht und Wirkung kommen solche Ankündigungen durchaus denen der homerischen Helden gleich. Man übt damit die Spannkraft des Mutes, und wenn solches Schlachtenpathos in fest­gegründeter Stärke und Vorbereitung begründet ist, so ist nrchts dagegen einzuwenden, denn es erleuchtet oie heroische Welt denn doch majestätischer als etwa die leider ebenfalls vorzugsweise von unseren Feinden vor großen Angriffen geübte Berauschung mit alkoholischen Getränken. Es ist ganz natürlich, daß unsere Heeresleitung auf den prahlew deir Anruf aus dem Westen erwidert hat. Die heimat­lichen Herzen fühlen sich durch die ruhige Zuversicht der maßgebenden Stellen neu gestärkt, und unsere Kämpfer draußen werden, nach dem Kaiserwort, Stabl bleiben

In der inneren Politik hat sich zwischen entgegw- Eschten Lagern ebenfalls ein solches Zwiegespräch anae- Achpst, das aber nrchts von! homerischem Gepräge an sich hat. Lte Mehrheit des preußischen Herrenhanvs hat die Diäten­vorlage fiir die Land tags abgeordneten, über die Abgeord- netmrhaus und Regierung sich bereits einig waren, kurzer­hand abgelehnt. Der Wortftchrer der Konservativen des Herrenhauses, Gras Aorck von Wartenburg, hat dabei eine Reoe gehalten, die wahrlich nicht nach dem'guten Willen ernarNenori.entteru.ntz" roch. Er rühmte das preußische Systein gegenüber der ftanzösischen Demagogie und dem gehermen Parteiausschuß, der: man das englische Kabinett zu nennen pflege. Es ist interessant, wie darauf von der Ernten rn der Presse geantwortet wird. Der Wolkenerschüt- terer einer Neuorreirtierung, Herr v. Bethmaun Hollweg, ^wesend, und nun muß er sich gefallen lassen, von bitteren Zweiflern recht derb angerusen zu werden. Was weiß nun eigentlich," so ruft dieBoss. Ztg." aus ^rderrts che Reichstags über die Ziele der Reichsregierung? Welche Politik soll rn der Zuttrnst getrieben werden? Was ist der politische Sinn der letzten vier Kanzlerreden? Die Abgeordneten wissen es nicht. Und wie steht es in der inneren Politik? Hat der 5lanzler als preußischer Nttnister- prasident das große Ziel und die gewaltige (Stärfe gezeigt?

Fedeikommißgesetz, die Wlehrmng der Di.i- tenvm:la.ge durch das Herrenhaus, der Streit der Crmihrungssy sinne und die Unstinnniqkciten

rm Schatz des preußischen Staats'mimsteriums

rmrcheu uns doch rn dieser 5ziirsicht recht dcdmi'lich" aber spricht ebenfalls von einemunauf­findbaren Ministerpräsidenten" und fragt:Warum hält

berr v, Bethmann nicht eine seiner großen Fortschrilts- urL Frecheitsrcdcn im Irrenhaus als Antwort auf die Re- rmd Buch? Warum kündigt er nicht dort die ivr" » 1C er ergreifen will, umWust und Mo-

e§ .? -Unrat"?) der Vorkriegszeit zu be- einer: Ze,t. tn der so viele Beispiele hcldenmüti- man dem Gesamtheit geboten werden, möchte

^chem 'N 6 ,t gern zumutcn. daß er sich in

lei^tatz- der berühmten Tochter der Weisheit

mam i rerie daß das jüngst von Scheidc- liftÄlTTl "Mehr Angst als SBaterlcmbS*

IttttÄ, "Sh*" F- herrschen Wir-

rafchendm MvDimy nicht An «weffckln. Die EknZÄHeitvn fehlen, unb wir wissen noch nicht, wie es den GnAändern so rasch gelungen sein kann, von dem erst vor kurzem wieo^ von ihnen genommenen Kut el Amara bis zur Ka­ll senstadt vorzudoingen. Wir dürfen nicht leugnen, daß unsere Feiirde einen wichtigen Erfolg errungen haben. Von wher hatte, st> wird in einem Artikel derKöln. Ztg." dargetan, England ein Auge auf die Stadt geworfen, deren o -aS^ ne ^ü^sch«.st für den nraßgebenden Einfluß in: Zwelsrrvme-Land vom Euphrat bis nach Persien und den Ketten des nördlichen Randgebirges bis zum Meere sichert. Em britischer Generalkonsul mit einer starken Wache in- ^ und einer Dampfjacht saß in

Vagoav und hatte seine Hände in den vielen Ränken, die hrer unter den unruhigen Stämmen mtb Bekennt-- uflsen gegen die türkische Oberherrschaft gesponnen wurden. Der Telegraph bedeutete schon eine Stärkung der türkischen Mgrerungsgeroalt und iwch mehr wäre dies der Fall 90 Vot\ax, wenn erst einmal der Schienenweg sich von dem Bos­porus bis zum Persischen Golf erstreckt hätte. Aber ebeich sosehr widerstritt dies in Angriff genommene Riesenwerk den englischen Wünschen, und der zähe Widerstand, den die Lon ooner Diplomatie dem Bau entgegensetzte, hatte eine durch aus natürliche Erklärung. Zur Tragweite der jetzigen Be setzung Bagdads meint das Kölnische Blatt:

Tie Bedeutung des Erfolges geriilgzuschätzen, »väre ein Fehler aoer gleiajBeitig muß man sich darüber klar werden, daß sie in Mter Lime auf fNlitischem Gebiet liegt, nicht auf militärischem. ^ r? rp.r Veririclstmrg geschlagen gewesen, als sie

^^keu, die Hauptstadt des JrÄ zu räumen. Sie setzten chre Armee nicht der Gefahr aus, vmr mehreren Seiten um- saßt und zu emer Schlacht gez 4 vungezi zu tverden, deren Ausgang ^ Überlegenheit des Feindes nur eine Niederlage sein konnte. Stvw-eggch hcurdelten sie rickstig und den Umständen entsprechend, so sehr sie selbst von dem poetischen Gewörn überzeugt sein mögen, deir^ England dadurch, davonträgt. Daß sie ihre Truppen gleich- zeitig aus dem eroberten Gebiet SiLdperftens zuri'nlüalimen, ist ebenfalls m diesen Verhältnissen begrividet und nicht eine Folge des russifchnr Drucks, wie die Petersburger Telegramme es hiil- f teilen mochten. Es ist darntt gelungen, die türkischen Streckkräfts von den Herden Fronten murnder zu nähern und zugleich der ge­meinsamen neuen Operationsbasis. Während die Engländer sich mehr und mehr von den: Etappen hauptort Basra entfernen, haben fich die osnvanischen Truppen dem ilmgen in Mvssül genähert Zu- gleich aber wirkt, auf die WeiterentwiMmg der Operationen ein, daß me Flußschssahrt in Bagdad aufhört. Stromaufwärts findet überhaupt kein Verkehr statt, stromabwärts vom Gebirge bis M-gdad vermitteln ihn nur die lmrdesüMchen Flöße von auf- gelilalenen Hammelhäuten, So steht militärisch int Zusmmnenhang der großen Ereignisse erne Entscheidung aus, die nur in der Schlacht geprnden werden kann."

. _ Es Et ein Nebenkriegsschauplatz, auf dem England sich letzt einen Erfolg geholt hat. Er wird die Hauptentscheidung nicht beeinflussen

Zeichnet die sechste Kriegsanleihe

Die Kriegsopfer für alle Völker abzukürzen, hat Kaiserliche Großiniit angeregt.

Nun die Friedenshand verschmäht ist, sei das deutsche Volk aufgerufcn, «den verblendeten Feinden mit neuem Krastbeweis zu ostenbaren,,.daß deutsche Wirtschastsstärke, deutscher Opserwille unzerbrcä>lich find und bleiben.

Deutschlands heldmhafte Söhne und Waffenbrüder halten unerichutterlich die Wacht. An ihrer Tapferkeit wird der frevcl- hafte Verinchtimgswille unserer Feinde zerschellen. Deren Hoffen aus ein Müdewerden daheim aber muß jetzt durch die neue Kriegs aiilekbe verinchtet werden.

Fest und sicher ruhen Misere Kriegsanleihen auf dem ehernen Grunde des deutschen Volksverinögeirs und Einkoinmens, auf der deutschen Wirtschafts-^md Gestaltungskraft, dem deutschen Fleiß, dein Gmst von Heer, Flotte und Heimat nicht zuletzt auf der von unseren Truppen erkämpften Kriegslage.

Was das deiltsche Volk bisher in kraftbewußter Darbietung der Kriegsgelder vollbrachte, war eine Großtat von iveltgeschichtlich strahlender.Höhe.

Und wieder wird einträchtig rmd tvetteifernd Stadt mtb Laiid ^^L^Ibich, Groß und Klein Geld zu Ctefö und damit Kraft zu Kraft ftigen zum neuen wuchtigen Schlag.

UnbeschräiEter Einsatz aller Waffen draußen, aller Geldgewalt im Jnnerii.

ALachtvolt mtb hosfnungsfwh der Erttscheidung entgegen'

Die Engländer melden in ihrM Bericht nus Mesovo- tttmien daß fte Bagdad besetzt hätten. Die Türken qebm «u. daß ftc srch zurückgezogen haben, urid so ist an der über-

Der österreichrsch.nngarlsche Tagesbericht.

. Wi«". 12. März. (WTB. Nichtanttlich.) Amtlich wird verlautbart: 12. März 1<)17.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Gegen Vre Karst-Hochfläche unterhielten die Italiener zeitweise ein stärkeres Geschütz- und Minenstner. .Heute früh wurde ein 'ein?..scher Angriff uor Ltvstanjcvica abgewiesen. Unsere Flreger bewarfen Pesma mit Bomben.

S ü d ö st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.

Mi Buzi. 25 Kilometer südlich von Berat, zersprmaten unser- Patrouillen eine feindliche Llütcilung.

Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs v. Hofer, Fcldmnrschallcntnant.

^ 1 - *

Die kommenden Ereignisse an her Westfront.

Berlin, 12 . März. (WTB. Amtlich .) Eine amtliche Havasnote kündigt Ereignisse au der Westfront au, die man in Frankreichmit größtem Vertrauen er­wartet". Auch wir sehen diesen Ereignissen mit großem Vertratlen entgegen.

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Envcr Pascha über die allgemeine Lage.

Konstantinopel, 10 . März. (WTB.) Meldung der Telographenagentnr Milli. Der stetlvertreteiide Ober­befehlshaber Enver Pascha ist heute von der Sinai- 8 'vont zurückgekehrt. Gelegentlich der Besprechung des .'lkriogsbudgels gab er in der Kammer Aufklärungen über die a l t g e m e i n e L a g e und sagte u. a.:

Die Verbündeten ei-nxirten mil Ztul/e die OsfLusive, du die

Feiride vermutlich im konftn'enbcN Frühjahr ans krgvnd tycvtä

planen köirnten. Die Kammer nwge entschuldigen, wenn er über das von >den Mittelmächten geplante Vorgehen Schweigen, bewahre. Der Mftrister betonte, daß die Verteidigung der Moevengen und der Küsten niemals gesicherter sei, namentlich seit dem verstärkten Tanchbootkrieg. An der Sinaia-Front sei die Lage fast unver- ärrdert. An der mesopotamischen Front sind wir," so fügte er hinzu, infolge militärischer Maßnahmen gegen den Nordtigris zuribk- gegmigm. An der persischeir Front haben wir uns aus denselben Ennägimgen heraus gegen Kermianschah zurückgezogen. Tie Lage an der Kaukasusfront ist urwerändert." Enver Pascha schloß, indcmr er betonte, daß wir im Bertrmwn auf die Zukunft und drei Gnade des Allmächtigen den endgültigen Sieg erringen werden.

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firne groß; Sitzunq der italienischen ttammer.

Rom, 12. März. (WTB.) Tie Kammer erörterte gestern die vZ nterpellation über die wirtschaftlichen Fragen. Marrneini niste r Cor so sagte: Tie Tauchbootblockade, die man nach neuen Grundsätzen anwenden will, ist eine Drohung gegen die Handelsflotte der ganzen Welt. Tie Frage geht nicht irur Italien an. Tie getroffenen und noch zu tteffanden Maß­nahmen stehen im Einklang mit denen der Alliierten. Wir haben zahlreiche Küstenorte armiert, einen Ueberwochungsdienst längs ^5. ^Perrlinien und andere Verteidigrmgswerke einge-"

richtet. Tre Tiefe unserer Meere gestattet nicht die umfangreiche ünweicdung von Netzen, die anderswo ausgezeichnete Er-.febnisse ^zrelt haben. Seit Monaten tun ungefähr 200 kleine Einheiten L-ienst au der Straße von Ottaitto. Die von uns ergriffenen Maß- ^ 5 I^ln waren nicht vergeblich. Das beweist die große Zahl der Lchcffe, die fast mit derselben Sicherheit wie in Friedenszeiten in unsere Hafm einlaufeN und aus ihnen ausfahren. Die Verteidig Mngswittel werden noch durch zahlreiche kleine Lenkluftschifse und Ftugzeuggefchwader verstärkt. Für eine eiftferntere Verteidigilng trafen wir mit den Alliierten Vereinbarungen. Ter Minister er- otterte die Wirffamkeit der Bewaffnung der Handels-

- 1 ar un .b faote: Die feindlichen Tauchboote beharren niemals Jvemt sie geschicktem Widerstand begegnen. Die Wunsche nach Bewaffnung sind sehr zahlreich. Mehr als 100k Geschütze ivmden berefts dafür verweridet. 60 Prozent der italie- nrfchen Handelsmanne wurden belvaffnet, inehrere Hundert- funken- telegraphische^ Stationeil eingerichtet. Demnächst werden alle un­sere Handelsschiffe beivaffnet und mit ftmkentelegraphischen Ein­richtungen versehen werden.

Ter Minister bespracl) das Stiften! der ko n vo h ierkeN) Fahrten und der Uitterstützung durch funkentelegraphische Sig­nale und durch Flugzeuge, die gute Ergebnisse erzielt hätten. Tre Organisation der tron der italienischen Marine ergriffenen weatznahmen sec von hohen Marine-Kommandostellen der Alliier­ten als ausgezeichnet erachtet worden. Man habe ernste Schwierig- keiten uoerivnwerl müssen, um die Schiffe zu bewaffnen und Be. aleitboote zu suchen. Tie Organisation der Verteidigung gegen dii Tauchboote werde noch verbessert. Tank der ergriffenen 'Maßregeln und dank des bewährten Aufopferungsgeistes unserer Seeleute, fiun Corso,fort, darf man das Vertrauen hegen, daß der letzte verbrecherrfche Versuch des Feindes unterdrückt wird. Die Verdienste der italienischen Seeleute inüsserc in unauslöschlichen Zeichen im Buche mx nattonalen Anerkennung verzeichnet werden. Ter Mi- liister schloß mft den Worten: Die Gesamttonnage aller Alliier- ten und der neuttalen Staaten genügt nicht, um die Ansvrüchf des Seehandus zt: befriedigen. Turcb eine st r e n g e E i n s ch r ä n. kung des Verbrauchs und dank der Tätigkeit der .Handels, flotte unb Marine wird man mit dem Feinde fertig werben rönnen. Ter Munster entbot den Gruß rmd die Anerkennung der itanemichen Regierrmg den italienischen und befteundeten Geb­leuten. (Lebhafter Beifall.)

Nach der Rede des Marineministers sprach der Lebensmittel- lommiffar Ca ne Pa über den Nutzen und die Tätigkeit de^ Er­nähr u u g s-Ko m m i s s a ri at s und sagte: Tank der L>aus-

Haltung mft dem Getreide wird man bis zur nächstetr Ernte durchkommen können. Das für den Endsieg des Landes unerläßlich pirrchl-allen des Landes wird gesichert sein. Ern zu 90 Pro-^m

f >$\T »C(t* V-w> Vi Ss /M4 fV iV J--U-- --- . < -1 ' Lm

aus gemahlen es Mehl ist von den Fachmännern als geeignet gehalten woroen. Die Mühlen werden überwacht, um Betrügereien zu verhüten Territorial-Soldaten, die Fachinänner sind, roerden m die Mühlen geschickt, im Notfälle werden die Mühlen beschlag­nahmt Canepa teilte ferner mit, daß eine Organisation zur Rege­lung der Getreideverteilung geschaffen worden ist, und leate die guten Ergebmsse dar, die durch die Beschränkung des Fleisch­verbrauchs und das Verbot der Abschlachturig von Kälbern erzieh worden ist. Tank der VeNnendung von Sacck>arin »verde es auck an Zucker nicht fehlen. Die Veröffentlichung eines Dekrets stehe bevor, das die Herstellung von Zuckerwarengebäck untersagt Denn augenblicklich sei jede Merflüssige Ausgabe ein Verbrechen 'An Fetten und Oelon werde auch kein Ntangel sein. Canepa legte hierauf andere Maßregeln dar. die gettoffm werden, um der Preistreibern der Lelwnsmittel Cinhalt zu Mn. Die Brot- und Zucker karten wurden in allen Provinzen eingeftrhrt Die gegenwärtige Krise treffe alle Alliierten und Neutralen und vor aUemäte Feinde. Eine Gefahr der Hungersnot bestehe nicht, aber Land,müsse sich diszipliniert zeigen Mid müsse die nötige Willenskraft zuni DnrckstMen haben, das den endgültigen Siee sichern und beschleunige nnrd. (Lebhafter Beifall.)

* * *

Das schwankende Kabinett Briand.

Bern, 11. März. (WTB. Nichtamtlinh,.) Die 'Aufmcrksamkeft der französischen Presse nordet sich ganz den letzten Kammera-usfpracl-en zu. sie erklärt, diese Ansspvachm hattan durch dos Cangreisen vou Klotz und Briaird ganz einen pvlftistheu Charaiter <ni genommen. Selbst die regimmgstreue Presse gibt zu daß die Lage des Kabinetts. Briand einen Augenblick lang sein gefährdet war UntersMtzt wird die Regierimg durch denPcftt Parisren hEcho de Paris",Journal des Dabats" rmdLiierte" me ihre altgetvohnMi Angriffe gegen das Parlament weder- M 01 "nd darauf hinweisen, daß die Swmerigkeiten wirtschaft­licher Art augenblicklich von den Regierungen aller Länder be­wältigt rverden müssen.Journal des' Döbats" schnWt- L.ie unangenelMe Seite an der Lage ist die. daß das Parlamen­tär!, ct,e mW gouvernemaiitale Unbehagetl durch die ftäubige Wieder- holuilg der Vertimrensfrage nicht geniildert werden kann. Mmi mich sich wieder daran gewöhnen, daß das Parlament wie in kvraedenszeften ferne Getvohnhüt, die politischeil Känipfe und die Berainpfnng der Recherimg nneder aufgenoinrn-en hat. m "Echo de Paris" schreibt: Man müsse angimblicklich alle Parteiinterenen deonnr des Landen nnirrordnen. Es sei die Frvqe wie irnrn aus der Anarchie tml> dmi Clmos, die ans der allzcilsnaen perrode der Untätigkeit entitandeii seien, wieder !)eraiisft>mm>en werde.

,,Radical" betont, daß die Regierung es niemals an Bcr- spreanmgen. habe fehlen lassen. Angesichts de^> Versagens der megrerung sei es schwierig, ncm. ihr ein energisches Voraelren ftrr dae Zukunft zu ettvatten.

L'Oeuvre" schreibt, die Mehrlvnt, die Vriand sMeSnk iioch geflindeu l-abe, icuti# citthusiastisch gervesen. Das P«rlMn«n