Ausgabe 
2.3.1917 Zweites Blatt
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Nr. SS

Erscheint lögUch nttt Nnsnsfime de« VomckAy».

Beilagen: ^Gteßrkrr ^nmMen-kLtter" wrd

^«rei5blatt für bt* «reis Sietzen".

postfchcckkovt»: Znnttftttt am Mais Nr. U6M. Sa-rverke-r: S«ser-«tt Sied».

m

107. Jahrgang

Freitag, 2 . Marz 1917

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Sberhchen

ZwillingSrunddruck vnd Verlag:

Vrü hl'icheUniverfitLtS-Bnch-u.Stn»druckervi. R. Lange, Giessen.

rchrkstlfttimg. GeschästrfieLe mrd VcvSeretr

Schulftraße7. GeschäfkssteNeu. Perlag Schristleitung: «ÄZ- 112.

Ans chrift f tt r Dra htn a ch ri chten: Anzeig «Gie ge n.

Mb. Deutscher Reichstag.

85. Äitz»»s, Donnerst«-, 1. «Sr-

9m BundeSratMsch: Herfferich, Li»co, Zim««r<- »ann, Roedern. Kraetke, Ster».

Präsident Dr. eröffnet die Sitzung mm 19h Uhr.

IsüschmT der yimshMerakssg.

RriegSminkPer ». Dtei«; Gestern ist das Los unserer Gefangene» in Feindesland zur Sprache gebracht urck nach den Gosemnatzregeln gefragt worden. In den letzten Tagen habe» die Zeitungen Zusaminenstellrutgen über Grausam- kette» unserer Feind« gebracht, die allen bene«, welche Angehörige in Feind Äand Wußten, nicht zum Tröste gereichen konnten. 3n imfecm Bol? aber werden sie wieder einen heili­ge» Zorn entfachen, sie werden auch unsere neutralen Vertreter veranlassen, sich rntt aller Kraft der Milderung des Loses unserer Gefangener; in Feindesland anzunehmen.

Am fchkimmfie» -.st di-e Lag« in Frankreich. (Hört, hörtN 5!»er ist öS Jo, daß die Verhältnisse nicht besser, sondern schlimmer werden. (Hört, Horts)

Der Feind bemüht sich, unsere imgiückKchen Kameraden an Leib nud Ge«ke zu bedrücken. Die Freihstten, die wir den Gefangenen in unseven Lagern durch Betätigung von Kunst. Wissenschaft, kurz in allem. waS ihnen lieb und gewohnt war, haben ange^eihen lassen, kennt man in FranEreich nichts (Hört! hört!) Zuruf: Barbaren!) Daher haben wir diese Frei- beiten in nuferen eiaeneu Gefangenenlagern abgeschafft. (Beifall und Schr richtet) Die Zeit der Verwarnung, die früher auf vier Mo^n festgesetzt war, nach dsn-en erst Gegen, maßregeln einfetzen sollten, kenn nur dem Feinde zugut. (Sehr richtig!) Wir behänd eiten unsere Gefangenen in derselben Zeit anständig, unsere Gefangenen in Feindesland mußten vier Wochen länger die Quaken «Luiden. Ich habe beantragt, diese Zeit cvbzuschneiden, u«b dem ist heute nachgegeben. Sofort weä>en die Gegenmaßregeln ergriffen, bis wir von der feindlichen Regierung die Nachricht von der Nuchebung der feinlichen Maß- nahmen erhalten. (Lebb. Zustimmung.) Tausende von Gefangenen müssen unmittelbar hinter der französischen Front im Ferrer unserer Äyenen GefMtze arbeiten. (Hört! hört!) Die Versuche dieser Nngvücklichen, sich gegen daS Feuer zu decken, haben franzosrfcke Qssiziere mit der Waffe «rbgewehrt. (Lebhafte Pfuirufe. Kulturnatton? DaS lassen wir uns so lange gefallenl) Wir haben Gegenmaßregeln ergriffen und französische Gefangene i» dieselbe Lage hinter unserer Front gebracht. (Sehr richtig?) Da» wird fortgesetzt, bis sich der Feind entschließt, unsere Forderung zu erfüllen, di-e Gefangenen 60 Kilo­meter hinter die Front gnDN^uKiehen.

Das gemeinste Vst aber, daß gerade in der ne uest e n Heit unsere Gefangener? unmittelbar nach der Gefangennahme mit allen Mitteln gequält werden, um Aussagen über militärische Verhältnisse an machen. Von diesem schauder­hafte» 2oS werden in erster Linie Offiziere mrd llnterofsi ziere geLroffen. Man sperrt sie tagelang in käfigartige Behälter, (große Entrüstung, Kufe: Donnerwetter! Pfui! Unerhört!) und läßt ft« tagelang hungern, nt sie mürbe g» mache». (Zuruf recht»: Die französischen Brüder der Herrn Haas«!) Es f5&t un» nicht ein, dem Ferno auf diesem Wege ga folge», aber eS ist der Front anbefohten, daß von den dort gemachten (Be­fangene» einige znrückgehatten werden und in ähnliche Lage ver­setzt werden, nur Gemeruheiton begehen wir rricht. Ich habe in Frankreich eine urmezäMe Menge französischer Gefangener an mir dorüberziehen sehen. Unsere Feldgrauen drängten zwar neugierig Hinz», ich habe aber rnematS ein Schimpfwort gehört und noch diel weniger eine TÄlichkeit gesehen. (Beifall.) Das waren wir Barbaren.

Ich bin mir bewußt baß frie scharfe» Maßregeln,

die als Gegenmaßregüln ai^eordnet sind, nicht immer von allen Organen in derftDen Schärft zur Ausführung kommen. Die deutsche Gutmütigkeit, die sich bisweilen zur Gefühlsduselei verdichtet, kommt Mtet gann Vorschein. (Lebhafte» Sehr richtig!) Vor einige» Tagen ging durch die Zeitur« die Nachricht, daß aus einem unserer nordischon Seen große EiSftste französischer und englischer gefangener Offtgiere stcritsäuden. Sobald ich davon erfahren habe, habe ich der Sache ein Ende gemacht. (Bravo!) Eine andere Nachricht, die neuerdings au-tzgetoncht ist, behcnrptet, daß man sich so wert vergessen haben sollte, alle möglichen Ein- richtungen der Woihkfahct, wie wir sie für unser« Mitgenosien rtnfc Landsleute eingerichtet haben, auch auf die Gefangonankager zu übertragen, Arbettcrausschüße, die Mischen den Gefangenen und den Avbeitaebern verhandelt sollen und dergleichen. Sie hat sich bis jetzt nofe nicht bestätigt. Sollte sie sich bestätigen, so werde ich dem groben Unfug ein Ende machen, (Lebhafter Beifall.)

Ich knüpfe hieran die Bitte, daß mir Angaben dieser Art zu- gehen möchten, möglichst unter Bezeichnung von Ort, Zeit und Person. Bei der ungeheuren Menge von Papier, von der ich täglich überschwemmt werde, ist es nicht möglich, daß rnan garrz allgemeine Angaben, wo man gar keinen Anhalt hat, oder auch Dinge vom HSrenftrgen verfolgen kann. Für jede bestimmte Angabe bin ich dankbar.

In England liegen die Dinge ander«. Die EnglLicker

leugnen meistens alle Schandtaten. Aber es muß doch anerkannt werden, daß fie in Violen Fällen Mißstande abgestellt haben unb daß überhaupt b»e Behandlung in England eine b e s s e r e ist. Das schließt aber nicht aus. daß auch die Engländer vwle unserer Gefangenen unmittelbar hinter der Front im Feuer beschäftigen. (Hort! Hört!) Deshalb ist ihnen Miches mit Glei- chem vergolten worden. (Bestall.) Ferner wissen wir, daß deutsche Gefangene nt französischen Hafenstädten durch die Engländer unter ungünstigen Berlstamsssn zu übertriebenen Arbeiten an- gehalten werden. Aus diesem Grunde haben roir an bestimmten Stellen der Front auch enalische Gefangene in die gleiche Lage versaht. (Bestall.) Sofort nach der Erklärung des U-Boot-.Krieges haben wir die englische Regierung wissen lassen, daß eine etwa eÄttretercke Sonderb«Handlung un­serer tapferen N-Boot-Kämpfer von uns sofort mit ähnlichen Maßnahmen würde beantwortet werden. (Leyh. Beifall.)

lieber Rußland stt nicht viel zu sagen, manches ist noch unklar. Ob die traurigen Verhältnisse an der Burmair-Dahn vollständig geklärt find, sieht noch dahm. Einige Flieger, osstziere von uns schmachten moch immer in Ketten in einem Kerker. (.Hört! Hört.) Es soll aber nicht verschwiegen werden, daß trotz alledem in Rußland in vielen Orten die Verhältnisse eher besser als schlcckster geworden sind. Das ist zu danken der hingehenden Tätigkeit des Schwedischen und Danstchen Roieu Kreuzes. (Stürmischer Beifall.) Seitdem Schweden unsere Beetretüng in Rußland übevitommen hat, wird

dort

Kameraden «earbettek. hochherziger Weise, de»

Lose»

(Allseitig« Beifall.) Dänemark hat in rühmlichen Beispiel der Schweiz folgend.

sich dazu verstanden. Elnftchrnnaen für AuStauschgefangene zu schafft». (BestaL) Auch der Kömyvoy Spanien hat in derselben Richtung fein« Hitfr augeboten.Lebhafter Beifall.) All« diese warmherzige« Destvebungen begrühc» wir mit aufrichtigem Dank. (Stürmischer Bestall Zuruf r^ht»: Wo bleibt Amerika 7) Ick burn an dem Schicksal »rrseuer Gefangene« nicht vor- übevgehen, ohne der Vsrschleppten an» Qstprentze» zu gedenken. (Sehr richtig) Dort mögen sich noch größere Tragödieu abgespeelr bab-ev als &S unfetcn Gefangenen. (Sehr !) Ich hatte in laetaem Korps einen jungen «Sffch'sischen bei fern« junge 0rta« mit dem eben geborenen mußte. Die Kram mutzte wochsn-krug in «nem Keller sitzen, wurde dann von den Franzose» weg- geschleppt und der unaküMche Vhenwam hat bi» heute mchts von ferner FanriSe Hört! tzort! Zurmft Un-

erhöret) vor kurzer Arik biÄfiMe ArDetter «nd Sinwohner nach Dvuksihlanrd zu ArbLften üLeiMyrt wurden, erhob sich im Ausland ein Sturm der Entrüstung, und auch bei uns hat mau dazu nicht ge^ßixnegcTi Die Drlgrer sind msteve Feinde und mancher von chnen wird au» sicherem Versteck feiner* zeit auf nnfex« 9f«tippen geschossen Hecken. (Sehr richtig.) Da peLsu mir meine oschreußstchen und estästr scheu LarrdSkeute viel »Mer, Leider konnten tmz gev«rde für diese Unglücklichen bisher nur das wenigste evrStchen.

Frankreich versteckt sich hinter allen mögliche« Ausreden. ES gibt an, die Leute sollten nicht zurücDonunen. Tatsächlich sind nur ganz wenige, etwa einige 80, zurückgaksmmeu. Aus Rußland ftllte dieser eine <Pchw«stsr znrückkommen und

Kinder mitbringsu. Sft ist mit leeren Händen erschienen. (LeSh. Hört! HörtN Ob die Kveite Schwester, die in den nächsten Tagen kommt, mehr Mlrck haben Wied, weiß ich iwch nicht. Die russische Ragieuuita stützt sich auf unser Hilfsdienst­gesetz und will deühsLb die Leute nicht hsranSgeben. Ich bin jederzoit bereit, dafür entzntrsi«t. daß wir auf die Mitwirkung dieser llngtückllchen im Hchsdtenst vedchtcn, um den Preis, daß sie uns zurückge^ben werden. (Bvftallh

Unseue ungbückkichon Kamevaden im Feindesland kerben schwer, seelisch und kvrperLich, wett fie fürchten, man hätte sie zuhause vevgoffsn. man mache ihnen sogar Vvrwüttft. Wir wollen keine« Fweifel oüsf§o«vmen lassen, wir danken unseren Kameraden ßk das schwere Opfer. d-Ä auch sie in rhrer Lage für ihr Vakeeiand berngen. sÄürnrlscher Beifall.) ES sind nicht immer die schlechteften Soldaten, oie gefangen genommen werden. (Lebhafte L«sftn»mrn^ Gerade der, der üwfer und ausdauernd tn einem uuslü«L«chen Kampf sein« Gtmvung be­hauptet, Msgt am ersten rmy «sgWMchsn Lose der Gefangen­schaft ^nSmmzufallen. (Sehr wahrfi A»ch wegen der äutzoven Ehren »»b Nu »z eich wringen, die wir ihnen jetz-t nicht -«Sets werden kassen können, sollen «nseve Gefangenen mrbesovgt sein. Wenn sie nach Be­endigung de» KrrvaeS in untere und ihre Heimat zurückrehren werden, dann weroen ftfo ihnen auch dioft äuße re n Zeichen ÄnMfcCTrantc «ttht verengen. (Stürmischer wiederholter

«Lg. De. KnYw-SsUs-Nr«» Me^r OkS inte dem Kriegs mtnster für diese energischen Worte. Leider Vnnen wrr durch Repressalie» nicht alles Leid Unseren G e f a ngenen ab­nehmen, denn in btt Tat: solche Gemeinheiten sind die

Deutschen nir^ ßMg. Die MalAschiebungen find keine bayerische SpszüÄt«. Dix &erurttjften «rat der gleichen Schärft ihre mittel- und norddsntsthen ArrMter und Mittäter. (Sehr richtig! im Ztu) Wir verurteilen aber auch die ostpreußi­schen G e trei deschieber. (Zustivrmuny i. Ztr.) Diebayeri- scheu Behörde« find gegen die Särsbnngen mit der größten <Är«nge doweycTage». Wenn zunächst der größte Wert auf die materielle»ö5jn< gelegt wurde, fa wegen der Unzulänglichkeit der in Frage kommenden Strafbestimmungen. Die Höctzsistraftn be­liefen sich ans 1500 M-, deshalb haben die MilitSrbehöicken dafür gesorgt, daß die Summen, um die da» Reich betrogen wurde, diesem wieder zugstourmen fmk Materiell können wir urrs mit dem Fideikommißgesstz hier nicht befassen, da» ist Sache der Einzekstaaten. Den Eintelstaaten darf man auch nicht alle Steuergsellen deuschriss^eu. M» Nacht rag »»tat zu­gunsten de» Rhein-Äain-Donan-Kanal» ist not- wendig. Die Kohbm- and die Vmkehesft«««en geben uns einen Vorgeschmack von dem, was werden mrrß, wem» der Satz sich er- füM: »Zeder trage ftme LastN

Darum: dolle W i« ds allen Schadens,

der un» «ntgatan worden sst! (Gehr richttgt rechts.) Der Krieg muß so rasch wie möglich beendet Weeden. Die Kohienkrfte hat uns gezeigt, daß wir «ine Ueberorgani sieru ng und UeKerzentralisierizgg Hab««. ist kein Raum für

Differenzen Msschsn MttftSn- und ^dMchöeden. wir brauchen eine Zusannnonfassung aller schäftenden Kräfte. Einzelne Kri egSgesekls chaßtan werfen daS Geld zum Fe u st er hinaus. ES wäre eine gaofre Schädigung unserer VoWwirtfchaft, nanwntvch der Valuta, w^nn die^ftn der KrieySrmieihen auf Tlnhiben (^normnen würden. Daß diesmal nach dem SichernngSgefttz GO Proz. bar Gewinne Aurückzulegen sirrd, ijt zwcckenftprechenb. Die neuen verkehr »steuern sind rnrtten in die B«hracksungsn über etue allgemeine Tarif- verbeffernng der dsutstbcm Mfendahnen hirretngeplatzt. die damit erledigt sein dürften. Unter dom ZrrMag auf Güter werden besonder» einzeln« Gegenden leiden, die ihre Roh­stoffe von welthar bsztsben und ihre FobuiLate weithin versenden müssen. Im Verein mit der Koh5ensteuer wird da» für manche Industrien geradezu vuinöS wirken. Die Kohlen sollten wenigstens von dem Zuschlag frei bleiben. Gegen Einbezielsimg der Straßenbahnen in sie VerkehrSstouer habeit wir große Bedenken.

AliZ. Seyda s-P77e): Das Reich muß alle Mittel bekommen, deren e« zur KrregSführirng bedarf. Ein Burgfrieden ist nur zwischen gleichbe»ochtiaten Parteien möglich Eine seit Jahrzehn­ten unterdrückte Minderheit kann Tiicftf schweigen. Auch die an­gekündigte milde Praxis erfchemt nicht vurchxreifeud. Deshalb verlangen wir ungefiünnt Aufhobung aller gegen uns gerichteten Ausnahmegesetze und Duvckftihruns der vollen Gleichberechtigung. Trotz des Manifestes der beiden Kaiser ist die Verbindung mit Warfthau ftir uns noch außer- ordentlich erschwert (Hört, hört!) Auch rm't den: Sprachenpara­graphon ist iroch alles beint «ttteit. Noch jeden Tag wird er zu BeLsanrmlungSvcrvoren anigewendet. Im Reich und in Preußen muß ein grundsätzlicher Wechsel in der Po^lenpolitik eintreten. Der Retzner beklagt die Lage des Papste», die der Würde des Heilligen Stuhles nicht entspreche. Kein Volk ist be­rechtigt, ein anderes zu Unterdrücken. Wenn diese Erkenntnis

Allgemeingut gewogen i% wtrd dt eltwot bewemfoen ffritSxa geben.

Abg. Keil (Soz.): Die französischen Offiziere «rrd Regie­rungsstellen, die Grausamkeiten gegen unsere gefangenen Lands­leute begehen, sind nicht unsere Klassengenossen, sondern Auge- ^rrge der Bourgeoisie Die ArbeiterauSichusse bei ftindkichen Kriegsgefangenen können^ im Interesse der Arbeltsleifturrg liegen. Der Abg. Ledebour hält sich für einen dreifach geeichten Marxisten. Mitsamt seinen Varietescherzen fit er auch heute noch wir vor 25 Jahren ntrr ein rabiater Spießbürger, er hat vom Marxismus keine Ahnung. Wir bewilligen die Kriegskredite, da­mit unser Land unversehrt bleibe und übernehmen dafür die Ver­antwortung. Auch mit den Bedingungen QedebourS würden wir jetzt keinen Frieden bekommen. In dieser hochernsten Zeit der- zichton wir darauf, uns mit Witzeleien und Frozzsieien zu hänseln, wofür die Soldaten im Schützengraben die Sache be­zahlen müssen.

Hätte der Mg. Gral Wosi«rp seine vorgestrige Rede es» 12. Dezember v. I. gehailsn, so hätte er den geytwt^en Staats- leitecn di« vollständigste Begründung für ihre MSehnung des Friedensangebotes gegeben. Mt solchen Poliiikastereien ncrck) Stammtischart kräftigt man die engKsche Hetze gegen Deutschscrnd. Wir sind für einen Frieden, der Dauer verspricht und kerne Nacho- gelüste zurückkäßt. Kein deutscher SievstSmcmu darf den Krieg einen Dag länger sichren, wenn das Ziel der Sicherung erreicht ift. Sie (ztrr Rechten) haben keine Fühlerng mit den Trespen (Widerspruch und Unruhe rechts), sonst würden Sie wicht solche verderbliche Reden halten.

Auch nach dem Kaiserlichen Armeebefehl soll eine .Verständi­gung" erzwungen werden. Wir können nicht die ganze Welt mit Nevanchegsist gegen uns erfüllen, um sie dauernd gsyan uns zusammenzufchmieden. Ein Zuwachs an voll ssre mden Gebieten wäre kein GewinnWr ein homogenes SteaMvesen. .(Sehr wahr! bei den Soz.) Wir wollen nicht den Kevm n«7tisualer Zerrüttung in unser Volk tragen. Man spricht so viel vom ^eg. Wir haben bereits gesiegt, denn wir haben alle ftindlichen An­schläge siegreich zuvückgeschlagen.

Nun zur Hauptsache, zu den neuen Stenern. Die Kriegslasten aller Staaten wachsen in demselben BerhÄt-niS. ht dem die Unmöglichkeit wächst, daß die eine Mchtagruppe die ge­samten Kriegslasten der anderen Gruppe ersetzt. Die Kriegssteuer ist gar keine Steuer. Sie ist nur eiine teilweise Zurtü^erstattung der dem Reiche abgezapften U^berProfite Ans dieser Quelle allein können wir das ganze Desizi-t decken. Die Kriegswucherer, die oft am Zuchthaus hart vorbeigsftreift sind, sollen zurück geben, was sie unrechtmäßigerweise zusammersgerafft haben. (Sehr gut! UnkLs

Notwendig ist ein Re^chSderatrlugnugsgesetz. Wir fordern den Ausbau der Erbschastssbeuea: und die Meder­erhebung deS W ech rbei tr-agS. Dazn muß treten eine Er­höhung der Besieuer nnb eine ReichSDermögen». ft cu et. Das Ideal ist eine allgemeine Reich Sbefttzstruer. Sind das nicht s^r einfache W«ye,'Herr Schaßsekretär? Statt dessen will Gras Rödern den Verkehr und die KoHe besteuern. Damit rüttelt er an den Fundamenten de-r dentschen Volks­wirtschaft! Am hellrchten Ta-at schleicht et heran «nd will diese Fund a mente untergrasen. Durch dir Verrirchett- llchung der Ekserckahnen »ach den Kirchhaffsche» Vorschlägen würde sich ans Grund der erzielten Verernfachunge» eine Er­sparnis von 1 Milliarde ergeben. Warum denkt man nicht an ein staatliches Schleppmonopok? Mit der Kvhlensteuer gesellt sich das Reich zu den Preistreibmn wichtiger Bedürfnisse. DaS Reich muß seine Hand auf alle Bodenschätze legen. Wir brauchen ein staaMcheS KoblengewinnuTrgsnwmTpol urck ein Reichskohlenhandelsmonopol. Durch die Kohlensten« winden solche Pläne begraben ftin.

Abg. Dr. Stresememn (natk.): Mit sieftr Mr

alle die Worte des Kriegsministers über das schwere Lok unserer Kriegsgefangenen gehört. Mt tiefstem Be» dauern bören wir von diesem Rückfall Frankreichs i» die Bar­barei. Napoleon I. sagte srnmal:Wenn die ScPacht zu Ende ist, dann gibt eS auf dem Schlachtfelde nur noch Merrftberc und keine Feinde!' (Sehr richsigi) Jetzt aber steht Frcuckrsftb an der Spitze dieser Kr i eg »g es a ngen-en - M a rt e ru n g e n. (Sehr richtig!) Gsgenmaßregeln sind erforderlich. Wir danken dem Kriegs minister, daß er festgsstellt bat. daß dir Kriegs- gefa-ngenenfchaft nichts militärisch ttnebrenhasteS zu sein brcrucht! DaS wird diele seelisch Bedrückte aufrechten. (Sehr wahrt) In einem Erlaß vom 13. Februar 191t werden Arbeiteraus­schüsse von Kriegsgefangenen aTrgeregt. (Sörtl Hortt) Als man sc^che Ausschüsse für die Ersen-bahner ftrderte, da drohte da? ganze Hilfsdienstgesotz daran zu scheftern. da schien das Deutsche Reich in seirwn Grundlagen bedroA. (Sehr gntft Die feindlichen Kriegsgefangenen erhalten dioseS Recht obne werteres. Sollen nun die Arbeitgeber ferb^ch lernen, damit fie mit serbischen Kriegsgefangenen verhandeln kkrrr»en? Aus der Pfalz höre ich, daß dort die Krieg Hg e^angenengrstzere Fleisch'- und Brotportionen erbalte» als unsere Lands­leute. (Hört! Hört!)

Die Rede LeidebourS war ein Bewots daftir. daß auch die großen Geschehnisse disftr Zeit nichts an dem Godenketraauge eines HirrrS ändern, das von armseligen Dogmen erfüllt ist. 'Nach seiner Meinung kann das Vaterland unteichen, wen^ da? Dotima nur bestehen bleM. Ihm feylt da? Berftandni? MrdieSeicht- sertigkeit seiner Ablehnung der Krieg?kredite. DieTimes', derTernps', dir italienischen und russischen Blätter, werden diese Mehnung mit besonderem Destagen hervorhÄbpt. Herr Ledebour fvvut sich scher die Anerkennung der feindlichen Matter, für das eigene Vvck hat er kein eimzigs? Wort der An- erbennung gehabt. Wenn etwas der Weit sin halbe? Jcchrbnnd^-rt lang den Frieden erhalten hat, dann wdr «S die Macht Dar:tftb- land. (Sehr richkig!)

Im Besitz der stärksten MIitLvmmM Ückt»A<Mk»ck dft-kv niemals rnißbraucht, nm die Kleine» zu unterdrücken. Herr' Ledebour sprach von densn rchtch ett en wirtschaft­lichen Folgen^ ds-e Bruches mit Amerika. Der Bruch wird von niemandem begrüßt werdon. AVer aennn be­sehen ändert er toenig an dem' Derhältt»? zu «mevsßa. ?knb hier zeigten fich^ von jeher misteyren-te Mögtichkeiten der trnsität (Sehr richtig!), rncke^^r-nxte MögAcEBettsn de? dit?ks7nn- tischen Notenwechsels. Die Geschi5ttsfor.säkrnrg wftd später wobl emmal den besonderen Begrrfisa m e r r ran^sche Neutra­lität' einführen. lSchr gukt) Ick) lmbe »vei Wa«ee>en de? Präsidenten Wilson gehört, er ist ein weSsrencker Schnl- meister. der die Welt draadßen nur mrsicht wie «m fMicr aus die Retorte blickt. Er kennt Europa irkckst. cvbsr er Rllt sich für berechigt, es zu belehren! Hände weg von nuferem nnieren Loben. ^ Das »Zerrbild DeirHchdrnd? im Arrskande war nnx mög- l)ch, weil der Nachricht endivnst. verfirgke> weil wir auch »Uckt eb>