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31.3.1917 Erstes Blatt
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Eine demokratische Republik.

P c t e r s b u r g , 29. März. (WTB.) Wie die Petersbur­ger Telergaphen-Agentur meldet, trug das R eg i m en t Lo­me novsky, das gestern als erstes mit Musik durch die Straßen nach der Duma zog, eine große rote Fahne mit der InschriftDie freien Soldaten des Regiments Some- novsky". Vor dem Regiment marschierten Leute, die Banner mit der Aufschrift trugen:Soldaten, in die Schützengrä­ben!",Arbeiter, in die Werkstätten!",Krieg bis zum letz ten Hauch!",Es lebe die Freiheit, es lebe die Republik!'

5* das Regiment vor der Duma angekommen war hielt T sch i d s e eine A n spräche, in der er u. a. sagte: Beweist Soldaten, daß ihr die Löwen der Revolution seid, daß ihr nicht gestatten werdet, daß man einen Anschlag auf eure Freiheit macht. Es lebe die Armee, deren Disziplin auf dein gegenseitigen Verständnis zwischen Soldaten und Offi zieren beruht." Tscheidse befürwortete eine k o n st i t u i e r e n d e Versammlung zur S ch a s f ii n g einer bcmofratiidjCH Republik. Ein kraftvolles Hurra aller Soldaten war die Antwort auf die Ansprache. Rod- Kianko. umgeben von 20 Abgeordneten, trat heraus und sprach unter tebbafren Kundgebungen zu den Soldaten, die er aufsorderte ,gegen den furchtbarsten Feind, die Deutschen, zu kämpfen. Er sagte:

Wir werden unser Möglichstes tun. damit die konstituierende -o^Aammlimg cllsbclld cinberufen wird, die Rußland regieren wrrd. Wir »vcrden allen ibrerr Entscheidungen gehorchen und wer- «'u. mit unterer ganzen Kraft die Regierung verteidigen, die in Rußland durch den Willen des Volkes ein geführt wird. Was die Verteilung der Ländereien betrifft, so erkläre ich euch, Soldaten, dan das Land, wenn die konstituierende Versammlung sich dafür entscheidet, dem Volke ohne den geringsten Widerstand gegeben wird.

Die Soldaten spendeten Rodzianko begeistert Beifall und trugen ihn auf ihren Armen durch den ganzen Saal.

Darauf näherte sich das dritte Schützenregi- me n t, die Marseillaise spielend, der Duma mit einer Fahne, die die a sj: rfnirc trug:Krieg bis zum äußersten, Kamera­den, macht Geschosse, cs lebe das freie Rußland!" Das Regi- ment wurde von den Abgeordneten Tscheidse und Skobeliew mit Ansprachen begrüßt, die die Soldaten zur Organisation und Dnziplm ermahnten.

Ant gleichen Tage kan: in Petersburg eine Abordnung der Schwarzen Meerflotte und der Besatzung Se- b n st o p o l s , Arbeiter dieser Stadt und der Regimenter des Schwarzen Meeres, im ganzen dreißig Mann,'an. Die Ab­tönung hatte den Auftrag, die provisorische Regierung der Duma und die Abgeordneten der- 2trbeiter und Soldaten zu begrüßen und ihnen zu danken. Der Präsident der Abord- nung teilte mit, daß die Stärke der Schwarzen Meerflotte dre gleiche sei und sich nicht verringert habe, denn die Flotte, i;te Besatzungen der Städte des Südens und die Werftarbei­ter seien beseelt von zwei Wahlsprüchen, erstens, Krieg bis zürn äußersten, bis zu einem vollständigen Sieg auf der ganzen Linie uiid ein großes, freies Rußland, zweitens, die Schwarze Meerflotte leiht ihre ganze Mast der provisori­schen Regierung, damit sie' die konstituiereiide Versamm lung cnlberuft, die sestlegt, wie Rußland leben soll. - Gutschkow dankte. Darauf wurde die Abordnung von Rodzianko und den Mitgliedern der Dmna empfangen. Reue Reden wurden gewechselt. Rodzianko sagte u .a., daß ore)er Krieg bis zu einem vollkommeneii Siege geführt werdeii müsse, denn ohne ihn würde Rußland' nicht frei lern, weil die 'Deutschen dann den Russen das aiiserlegen wur^n, tvas ne in den letzten Tagen niedergeworfen hätten.

^l ür *- ^TB.) (iorrierc della Sera" nieldet aus Petersburg: Finomzmmcher -re re scheu ?o konferierte mit den Direktoren der grötztm Banken über die beabsichtigte fünf- proznitige Freiheit Sank ei he, die im April zum Cmis. iwnskurie von 85 ausgegeben wird

Amsterdam,. M. Mär,. (WTB,) Rnitrr meldet aus Pe­tersburg! Tre Negicrmlg hat beschlossen, alle Rcqiernn^s- SmI*Ä MEEellm ben Frauen zugänglich zu machen, Fürst G o l y tz r n und G o rem h k i n [mb wieder in Frei­heit geletzt worden.

,Allgemeen Handelsblad" meldet aus Petersburg- Tie pro- vlwrllche Regierung beschäftigt sich bereits mit der polni- LÄfJ 1 ***£ ! i * ki u i I chen Frage Ter Jnstizminister hat ein Gcretz flirtflMtüftw, diirch das bestimmt ltnrb, daß alle ein- lryränkenden komesswnellcn Gesetze abgeschasft werden. Für Li- Vß . 11 ^vurde ein beso itderer Rat ins Leben gerufen um die verschiedenen pwl ich chen und wirtsckaftlick m Bildungsfragen zu loicn L'- s Uiuc-eii für dreien Rat 24 Mitglieder ernannt: die Hälfte fr "nd Litauer steben Russen, davon z,oei Weitzrnsse», ->vci Dolen und orci Jtchcn, Es wird in Klirre ein Aufruf an das li- tcniiirtvc Volk erioartet, tn dem aufgefordert werden soll in Pe­tersburg einen allgemeinen Landtag zu halten.

Das Komitee der Arbeiter- und Solbatenab- 8 L 57 dncten von Petersburg hat ch: aus sechs Mitgliedern be- svelxmdes Bureau eingerichtet, das alle im Exekutivkomitee zur Behandlung gelangenden tyragen auszuarbeiten hat. Das Bureau Ä Ä C i td berchlolsen, m allen russischen Industriezentren Z^.s^erichte zu crrrchten, die in erster Instanz über Strei tigkei ten zwischeni Arbeitgebern entscheiden. Außerdem soll

!°«dcn, das als jtuette Instanz

Zum Kommandanten der ivestlichen Arnieegruppe lvurde nicht wie früher gemeldet, General Leschitzki, sonder:: General Gurki eriiannt. Leschitzki bleibt Kvrpskommandant.

Englands HandelSftottenbau.

Amsterdam, 30. März. Im englischen ll:tterfiaufi tourde seitens der Regierung mitgeteilt" daß 30 Standard Schiffe für die englische Handelsflotte im Ban seien. In ganze:: werde der Ban von 100 solchen Schiffen geplant.

Englands Heerespermehrung.

Berlin, 30^ März. Ans Anlaß der Einbringung de: Vorlage im englischen Parlanrent, in der erklärt tvird, das oie Heeres stärke um 100 000 Mann zu gering sei und des­halb neue Mannschaften gefordert werden müßten, heiß! es rn einen: englischen Blatte, es liege hiermit ein Bewei- dachr vor, daß auch dem Maunschaftsersatz Englairds eink Grenze gezogen fei. Ein anderes englisches Matt glaubt daß vielleicht eine Erhöhung der Llltersgrenze gute Ergeb­nisse zeigen werde.

LautB. T." wurde Calais von deutschen Fliegerv am letzten Sanrstag bombardiert. D<vs Bombardement for­derte mehrere Opfer.

Die Frauenrechtserinnen bei Lloyd Georges.

, London, 30.März. WTB.>Daily News" meldet, das gestern abend eme große 2lbordnuug der Frauenrechtlerin, neu bei Lloyd George vorsprach. Lloyd Gcorae sagte, di< W.ahlre:-.wmlnll sei sofort nach Anuahnie des Konnuissiousbericht^ in: UnterlMp'e m Angriff genmnmen worden. Die Frage, vb das grauen Wahlrecht in die Bill aufzunehmen sei. werde dem Unter­bause überlassen bleiben, aber die Mehrheit, der Regierimg sei dafür. Er zweifle istcht, daß eine ubertvältigendc Mehrheit iur Unterhansk stch,al>e7lfalls dafür entschließen werde. Lloyd George fügte hinzii, es :ei sicher, daß der Krieg zu der UeberzeuMNg führen werde, daß bp: Frauen oollständige Gleichberechtigung in der Bejvrgung der^ Regieiungsgeschäfte cinzuräumen sei. Ec glaube bestimmt, dap sie, rvenn sie zu den Negienlngsgeschäften zugelassen fstw, dazu beitragen, den Frieden unter den Völker:: zu sichern und eine Wiederholung des jetzigen bedauerlichen Kriegs zu verhindern.

* * *

Das neue schwedische Kabinett.

. . § t o ck h o l m , 30. März (WTB.) Hier wird allgemein

die Tatsache, daß der konservative Parteiführer Swarz mit der Kabi.nettsbildnng beauftragt worden ist, als ein gutes Anzeichen angesehen, daß die bisherige absoült neittrale Politik der schtvedijchen Regierung sich in keiner Werse ändert. Eine solche Aeiideruilg würde auch der Stim- muiT iJ.. b ^ Landes entsprechen, die die Haltimq der .Ham- marjtjold-Wallenbergscheii Politik in den Grundzügm bil- :gte. Selbst ein so vorsichtig neutrales Blatt wieStock- >olms Tidmgen" schreibt, rvelchen Ausweg inmi auch wähle * ba§> unabweisliche Hauptziel sein, daß Schwedens Berhattms zu irgend einer der kriegführenden Parteien in kenier Werse verschlechtert werde.

Seefrfeg.

r ^, onbon ' 3RÖXÄ- (WTB.) Das Reittersehe Burea ^'englische DampferAlnwiek Castle", ei Schiss voi: o893 Bruttoregistertonnen, ist am 19. März ii Atlantischen Ozean versenkt worden. Es hatte vorhc die Beiatzung eenes anderen englischen Dampfers aufaenoir men Passagiere und Mannschaften der beide:: Schiffe ve: lregen dreAlnwiek Castle" in fünf Booten. Eines Vv ihnen landete an der spanischen Mste. In dem Boot b: fände:! sich 29 Personen, darunter eirie Stewardeß und ei Kind. Acht von diesen Personen sind gestorben. Die lieber lebenden leiden alle an Erfrierrrngen. Drei weitere Boot wurden ebenfalls aufgenonimen, die 27 und 29 lieber lebende und fünf Leichen enthielten. Ein Boot wird noc vernnitzt.

fe dem Reiche.

Hilfsdienst der Ocsterreicher-Ungarn in Deutschland.

. Der Hilfsdienstausschuß des Reichstage s .?c rC J ta ^ ba P rübcr ' ob zur Erweiterung der na

p 1 des Hilfsd:enstgefetzes diesem Gesetz unterstellten Pe wnen e:n Beschluß des Reichstages erforderlich ist, oder : da<. durch Bundesratsvcrordnung mit Zustimmung d. Resthvtagsausschusses geschehen könne. Es können nämlich ' Oesterreich-Ungarn auf Grund der dortigen Kriegsleistunq gesetze mich Reichsdeutsche zu persönlichen Krieasleistunm herangezogen werden. Es ist nun zwischen dem Deutsche Reiche und Oesterreich-Ungarn vereinbart worden, daß au d:e in Deutschland lebenden Oesterreicher und Ungarn zu vaterlandisclieu Hilfsdienst herangezogen werden könne Der Ausschuß beschloß mit geringer Mehrheit, einer oa Aundesratzil erlassenden Verordnung über die.hera::ziehur osterre:ch:ich-ungar:scher Staatsangehöriger zum Hilfsdien widersprechen. Diese Verordnung soll bald ergehe: Selbstverständlich hat der.Hilssdienstausschuß und der Reich,

tag dann das Recht, sie zu prüfen und auch ihre Wieder­aufhebung zu verlangen.

Die schwarze Lifte.

Berlin, 30. Marz, jju 2 toroo. Allg. Ztg." bringt ein Verzeichnis der in neutralen Ländern ansässigen Fir­men und Mannschaften, mit denen gemäß den britiscl-eii Proklamationen vom 29. Februar und 23. Mai 1916 briti* scheu Staatsangehörigen jeder 5)andelsverkehr untersagt ist (sogen, schwarze Liste). Die Zusammenstellung ist im R^ichs- amt des bewirkt. Sie bezieht sich auf den Stand

vom 8. Mrgust 1916. _

Sechste Kriegsanleihe.

Kz. Am Mittwoch, den 28. ds. Mts., vormittags 10V 4 Uhr wnd m der Turnhalle der Höheren Mädchenschrcle hier für die Vertrauensmänner des Kreises Gießen ein Vortrag des Herriv Privatdvzenten an der Grvßh. Landesuniversität iuid Hilfsarbeiters beim Kriegsernährungsamt, Tr. Briefs über die sechste Kriegsanleihe statt.

Die von etwa 400 Personen besuchte Versanrmlung, an der auch die .Herren Staatsrat Süfsert und Finanzrat Loy aus Darm-- stadt teilnahmen, wurde von Herrn Provinzialdirektor Gehermerar Tr. U sing er eröffnet, welcher die Anwesend«:, die sich vor­nehmlich aus den Herren Geistli-cl-en, Bürgermeistern, Lehrern, Reä-nern und anderen Personen zrrsaimirensetzten, begrüßte und dem Redner des Tages das Wort zu seinem Vortrag erteilte. Aus seinen Darlegungen sei hier nur Lchz folgendes erwähnt:

Ter letzte Abschnitt des großen Völkerringens sei nun gekom­men. Es gelte eben um Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes. Die Gegner versuchten uns unter allen Umständen auf wirtschaft­lichem und polittschem Gebiet an die Wand zu drücken. Es sei wohl klar, daß, ivenu dies gelinge, die deutsche Geschichte aus sei. Man führe lernen Krieg, der von Heer zu Heer geführt würde, sondern eine:: Krieg von Staat zu Staat und von Volk zu Volk. Man müsse auch bei uns an den englischen Ausspruch denken, der dort überall z:r lesen sei: Das Vaterland braucht dich! Abi einem icden einzelnen von uns sei das Gelingen des ganzen .Werkes gelegen. Der Krieg iverde nicht mm Berlin aus gemacht, sondern er ginge Iebcrt_ einzelnen selbst an. Man werde wohl fragen, wozu braucht der Svaat wieder Geld? Er weise hier nur darauf hm, daß monat­lich ctipa 2 V 2 Milliarden Kriegskosten aufzubringen seien, und daß eiil Tag Kriegführung etwa 100 Millionen Matt koste. Die Masse von Geld werde gebraucht für die techniscl-e Ausrüsttmg des Heeres, man denke da z. B. an die Kosten der U-Boote, mau denke nur an jeder: einzelnen Torpedo, der Zehn- bis Zwar:zigtausend Mark koste, an die wertvollen Granaten, die Geschütze und, ganz abgesehen davon, an die Ausrüstung der Soldaten im einzelnen usw. Das .Heer stehe nun schon zweieinhalb Jahre im Felde, und vor allem müstten die Soldaten doch auch mit Lebensmitteln versorgt werden. Weiter kämen hinzu noch die ^lufwenüungen für die Kriegswvhl-- fahrtspflege und die Riesenbeträge für Unterstützungen von Familien cingezogener Mannschaften. Aus alledem werde rnan sich dann schon darüber klar werden, wo all das viele Geld hin kommt. Wenn :run diese Kosten nicht mehr aufgebracht werden könnten, dann müßte rum: die Folgen davon ins Auge fassen. Wenn man dann sage: Wir machen Schluß, dann müsse man auch bedenken, daß damit die deutsche Zuttmft zugrunde gerichtet sei. Oder es müßte einfach die L-tei:erschraube angezogen werde::, ivie in England, und dem ständen 'wieder säwere Bedenkm entgegen, da man dabei die gesamte Bollsivirtschast töten würde, oder man müßte es wie Frankreich, Italien und Rußland machen, ivo mit der Notenpresse gearbeitet würde und ungedeckte Banknoten unter das Volk geworfen würden. Tie Wirkung dieses Vorgehens seit natürlich geradezu iurchibar Wir würden dadurch unsere Währung vernichten, mrd unsere Stellung dem Aiislande gegenüber ginge zugrunde. Diese drei Punkte seien also für uns indiskirtabel. Weil unsere Zukunft uns vor allem anderen lieb sei, müßten wir darum jur KriegSanleil>e greifen. Es sei ein großer Vertrauensbeweis, loerat dem Volke jetzt die sechste Kriegsanleihe zur Zeichmrng vorgelegt loerbe Keine andere Nation der Erde habe es jetzt soweit gebracht, und das sei für :ms kein bedenkliä-es Lob. England fei erst mit drei Anleihen herausgekommen, Italien mit vier mib sv rank reich habe erst zwei Anleihen fertig gebracht. Und alle nrit kläglichem Erfolg! Im Deutschen Reiche hätte nun: bisher 47 Milliarden .Mark zu­sammengebracht, dies sei doch eine Riesensumme, und das Schönste dabei sei, daß diese Summe völlig ohne Zwang herausgebracht worden sei. Nicht weniger als 17 Millionen Menschen hätten im Deutschen Reiche als kleine Zeichner für die dlnleihe gewirkt. Tann käme der Mittelstand mit 5 bis 6 Millionei: Zeichrern, Tann erst die Großen! Das alles beweise doch, daß die Zeichnungen aus dem Berttauen auf die Zukunft des Deutschen Reiches von allen Schichten des Volkes getragen seien. Diese riesige S::mme auf­zubringen, je: nur dadurch niöglich gewesen, well die Wirtschafts- lrast des deutschen Volkes .gesund geblieben sei und weil sie leistungsfähig bleibe und weil ihre Kraft gestählt lvorden sei, sich gesteigert habe, und weil das Geld, das gezeichnet wurde, immer im Lande bliebe und nickst in das neutrale Ausland fließe, wie bet den feindlichen Mäcksteii, welche nach Amerika, Japan usw. zusam- me:r zahlen müssen.

Nachdem der Redner hiernach die Zeichnungsbrdingungen näher erläutert hatte, ging er noch auf die neuen 4st2prozentigen Schatz- aniveisungei: ein. die unkündbar :md auslosbar seien. Er beschriÄ hierbe: eingehend die äußerst günstigen Olewinnnwglichkeiten des einzelnen Zeichners und die dem gegenüber verhältnismäßig ge­ringen Vorteile, die dem Deutsck-en Reiche ans einer recht großen Menge von Zeichnungen auf diele Schatzamveisnngen erwuchsen. .Hierauf warf der Redner noch einen Blick a::f das Ausland und ivics gleich zu Anfang darauf hin, baß bis Ende Januar dieses Jahres wir mit unseren Verbündeten an Kriegsschulden etwa 93 Milliarden z:: verzinsen getrabt hätten, wogegen unseren Geg­nern etwa 218 bis 230 Milliarden Mark Kriegsschir^den bis jetzt erwachsen seien. Das betverse doch %\rc Genüge, daß unsere Gegner ich ber iveitem nicht mit dem messen können, ivas das deutsche Volk, im Verttauen auf die Sache, aus sich selbst heraus vollbracht hat. Dazu komme, daß das, was die Gegner außgewendet hätten, meist in die Taschen der Neutralen gewmidert sei, hmrptsächtich nach Japan und Amerika. Vor allem sei dann :wch auf die be- chäinende Anleihe bei den Vereinigten Staaten hinzuweisen, die England, der Großbankier der Wett, zu über 6 Pwzcnt verzinsen müsse. Hierzu müsse man aber wohl fragen: Wenn nun die Gegner 0 von der Schuldenlast gedrückt werden, weshalb führen sie dann trotzden: den Krieg Iveiter? Tie Antwort hierauf sei außerordent­lich leicht. Ter Kriegswllle sei deshalb bei .niiseren Gegnern so ausa^iprockren und die Entschlossenheit ims niederzilringer: sei des­halb so groß, iveit man den ungelMieren Truck der Kiregsanleihen aus'die ivirtschaftlichen Verhältnisse, der durch den Krieg im feind- ticf>en Aikslaill) entstanden ist, auf uns, die Besiegten, abwälzen will. Wer unterliege, müsse die Kosten bezahlen; wie es rm Privatleben sei, so gebe es auch km Volksleben. Teskialb setze der Feind alles ailf eine Karte unter den: Gesichtspunkte, daß sie uns äxh nieder- rriigen könnten, und dann sollten wir selbstverständlich alles be­zahlen. Tann sei aber natürlich nicht :mr das Staats vermögen, sonder:: auch das Privatvermögen verloren. Tie Feinde glaubten fest, daß wir über kirrz oder lang zirsammenbrechen müßten, und solange wollten sie noch warten. Er stelle hier ganz unwiderleglich fest, daß in dem Augenblick, wo das Ausland davo:: überzeugt ist. daß ivir dock- nicht auszuhungern sind und mit der Zeit doch nicht unterliegen, der Krieg aus sei. An dem deittsche:: Volke iege es, dies zu verhüten und dafür zu sorgen, daß die Tinge den von uns allen gewünschten Verlauf nehmen. Wie jeder andere, so habe auch der Landwirt rm gegenteiligen Falle alles zu verlieren, seinen Woblstand. ferne Konsumfähigkeit, und in gleicher Weise handle es sich auch um die Iiidusttiebevölkerung. Auch für diese wäre die so sehr erwartete weiteuropäische Freiheit verloren, von der sie so sehr träumten und Frondienst hei fremden Mächten sei ihr Los. Unser per,önliches Loein oder Nichtsein sei deshalb engftims mit dein Ausgang des Krieges verknüpft. Hierzu wolle er darauf brnwersen, daß em schleichendes Gift der im Dolksmmid verbreitete Latz sei: Wer Kriegsanleihe zeichnet, verlängert den Krieg oder wer nrcbt zeichnet, beendet den Krieg schneller! Diese Aussprüche seien erne Infamie, em Hochverrat. Wer nicht zeichne, kürz«