Ausgabe 
21.3.1917 Erstes Blatt
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® eorac teilte ge, rer n im Uuterhause mit, daß Donnersrag die ^Dseridung einer Glückwunschadresfe an die russische Dum« beantragt werden würde. Der Premierminister sagte ierner, mcnr könne nach den vorliegenden Informationen noch nicht sagen, daß in Rußland alle Gefah vorüber sei.

Das Ministerium Ribot.

Basel, 20. Marz, (zf.) lieber die Bildung des neuen Kabi üetts teilt Havas auS Paris von gestern folgendes mit:

Ribot begab sich mittags zu Poincarö. dem er seine linier Handlungen mitteilte. Er erklärte, daß er am Abend eiin definitive Antwort geben türme. Havas teilt dann weiter vone -0- init: Ribot begab'sich RLontag abend 11 Uhr ins Elysöe und teilte die Bildung des Kabinetts mit, das folgendermaßen zu mmmengesetzt ist:

Präsünmn und Auswärtige Angelegenheiten: Ribot; Justiz: B i o i a n i;

.Krieg: Pai n l ev 6;

Marine: Admiral Lacaze: .

Bewaffnungen: Thomas;

Finanzen; Thicrry;

Inneres: Malvp;

Oeffentlicher Unterricht: Steeg;

Oeffentliche Arbeiten: Tesp 1 as - Handel: Clementel;

Ackerbau: Fernand David;

Versorgung: Vivlleite:

'Arbeit: Leon Bourgeois;

Kolonien: M a g i n o t:

Unterstaalssekretär des Flugwesens: Daniel Vincent.

Es wurde beschlossen, daß Maginot als Kvlonialminister cm den Beratungen und Entschließungen des Komitees teilnehmen imrd.'Tie Erlasse mit den Ernennungen der neuen Minister wer­den rmverzüglich erscheinen. Tie neue Regierung wird sich morgen. Mittwoch der Kammer vorstellen. Der erste Kabinettsrat wird Dienstag nachmittag 3 Uhr im Fttranzministeriimr statt finden um den Wortlaut der minister lallen Erklärung sestzulcgen.

Englische Besorgnisse.

Jur Beurteilung der neuesten Ereignisse an der Westfront ist etn Leitaufsatz der .Ration" bedeutungsvoll, den wir auszugs­weise wredergeben. Er spricht für sich selbst. DieNation" schreibt

am 3. Mär- 1617:

K'önntsn wir den Krieg leidenschaftslos beurteilen, so müßten wir zngeben. daß TeutsckLand immer nock) iin Ueberraschen Meister ist- Nichts, was es seit August 1914 getan hat, sieht ganz so nach 'kühler Berechnung mis als seine Täte,: der letzten Monate und

besonders der letzten Woche

V ist augenblicklich fast unmöglich, die Tinge in der richtigen Perspektive -zu sehen. Alles erscheint in salsäMi Maßen. Wir wer- den durch unseren Premierminister mit Unheil (disaster) bedroht, wenn .wir nicht eine nicht näher bezeichnet^ Änderung unserer Lebensführung erntveten lassen. Eine unglaubliche Finanzopera­tion hat in,wenigen Wochen eine Summe aufgebraclLj, die das, Äorsiellungsvernrögen lähmt. Und endlich haben wir an der West- rront den Rückzug eines Heeres, das stand hielt, als es nur zwei Drittel so stark war wie heute. Offenbar sind nur an einem kriti­schen Zeitpunkt angelaugl.

sogleich wir eine Milliarde Pfund in der Anleihe ansgebracht haben, müs,en wir begreiftm, daß wir im wahren Sirme des Wortes belagert sind. Kein Zweifel an dem Ernst der Lage, die durch den U-BootfeÜHNg geschaffen wird, ist möglich und, soweit ersichtlich, fehlt es Aarzeit an jeder Spur einer vernünftigen Äegen- maßregel. Tie Minister beschränkerr sich daraus, auf gebauschte 'Anjprüche jeder für seine Verwaltung zu erheben, und es fehlt an einer sie verbindenden und ordirenden Macht. Tjabei haberi wie - nn letzten Monat einen Reinverlust von 500 000-issstonnen lgehabt und, was unseren Augenblicksbedarf betrifft, so können wir wenigstens 50. wenn nicht 100 v. H. mehr absckneiben (womit Fern Haltung der neutralen Schiffahrt gemeint sein dürfte. Red.).

Die Aussichten zur See sind daher bedrohlich und fast kritisch. Ilm sie Fu bessern, bedarf es einer von Grund aus geänderten Behandlung der Lage. Aber dies darf man jetzt auch von der Lage zu Lande sa^n. Das Ereignis, auf das unsere Anstrengungeri seit wft fünf Monaten gerichtet waren, hat stattgefmrden, aber unsere Soldaten haben ihm gegenüber versagt. Der größte Rückzug im Westen feit den Marnetagen hat Platz gegriffen; aber in diesem Falle ist es der Feind, dem fast aller Ruhm gebührt. Freilich lärmen wir über den Rückzug fein Endurteil abgeben, bevor wir seine Masse nicht keimen. Mer wir rvissen etwas von seiner Art und Weise, und das ist nicht ermutigend. Eine Zeitlang hat unser Heer unnachdlich den Mschnitt bedrängt, aus dem die Deutschen sah zurückgezogen haben, und dennoch mrden nur, daß der Feind Illll erschlichst, wenig Gefangene oder Material hrnterlass-end. Tie Deutschen haben Grandwnrt ohne unser Wissen geräunit und seit- l^r haben sie einen Ort nach dem andern, die wir seit Wochen) isoliert und betrvmmelt haben, geräumt und die Verfolgung durch eine Handvoll .Scharfschützen abgehalten. .Ter Vorteil dieser Operation für sie ist bemerkenswert. Ter U-Bvotseldzug braucht Zeit, um seine Wirkung zu äußern. ,Deshalb ziehen sich die Deutschen aus ihren zerrissenen und chaotischen Grabenstellungen zurück und lassen sie uns als Erbschaft. Sie ziehen sich, auf ihren Eisenbahnendpunkc, auf festeren Boden zurück. Wir müssen unsere Stellung ändern, von tmferen Verbindungen weg in den wilden Morast hinein, den unser Feuer geschaffen hat. Offenbar ist es ganz unmöglich, mit dieser Lage durch solche Methoden, wie sie bisher ausgearbeitet wurden, fertig zu werden. Wir müßten neue Straßen, Trambahnen Und (Eisenbahnlinien bauen und wir fürchten, daß, wenn wir vielleicht auch wüßten, wie wir uns einem Rückzug von zehrk Meilen gegeriliber zu verhalten hätten, wir nicht ver­stehen, Vorteile aus dem Rückzug in der Tiefe des Grabensyüems zu ziehen. Wie wir unsere Geschütze über drei bis vier Meiler, Geschoßtrichter voll Schmutz und Wasser schleppen sollen, das ist die Frage, die zurzeit die Köpfe unserer Generäle beschäftigen mutz.

Bis jetzt haben die Deutschen nur die kleineren Vorsprünge an der offenen Flanke, von Serre bis Gueudeconrt, geräumt. Sollten sie sich aber entschließen, den ganzen Vorsprung zu raumen und auf dre Lrme ArrasSaillh zurückzugehen, so können wir nur an­nehmen, daß bessere Köipsc als je dort die Opera­tionen leiten. Das Deutschland, das unter allen Opfern Com- dies, Thiepval, PoziereS usw. zu halten beschloßt war ein viel schwächerer Gegner, als dasjenige', das Stellungen räumt, die nur mit unerschwinglichen Opfern gehalten werden können. Das crftecc war schwach und töricht: das letztere ist klug und furchtbar.

Und ganz, besonders setzt es in Verwirrung. Wir wissen, daß im Westen eine große Ansammlung deutscher Kräfte stattgefnnden hat, und doch stoßen wir auf diese neue Wleisheit des Sparens mit den Kräften. Wir können mit vernünftiger Sicherheit annehmen, daß die Deutschen ihre Kräfte im W>esten nicht müßig lassen werden Die Roste Verteidigung entspricht durchaus nicht der preußischen Ueberlmerirno. M'o sie zuschlagen werden und wann und wo, das Pilsen wir nicht. Man har gemeint, daß die Deutschen gern zum BewesuNqskrreg in der Hoffmrng aus schnellere und größere Er­folge zurnckkehren würden, denn es ist sicher, daß die Verluste in den ersten lechW Wochen des Krieges größer waren, als jemals seither Und »me mögliche Art, dem Stellungs'krieg ein Ende zu machen, »ä*e ein Rückzug, der uns zum Folgen veranlaßtc. Was sicherest, ist, daß dieser Rückzug in irgendeiner W>eise in den deutschen Plan gehsrr, daß er nicht unter irgendeinem Zwange erfolgt, sondern nsfc einer füllen Entschlossenheit und Absichtlichkeit, die unsere An- crhmuzif Jivben muß, daß er nicht erfolgte, bevor neue Streit- Wfte im Westen gesammelt waren und ein neuer und furchtbarer DM«S Segen unsere Verbindungen geführt war. Es ist möglich, daß d^Rettegungskrieg über unS kommt, ehe wir unS dessen versehen.

^nn sei», daß Deutschland einen Angriff ans einer anderen D-relle tonferer tywmt plant und nur unsere Offensive an dm Ancre lahmen ~-' c - ,

Der französische Bericht

vom 19. März nachmittags. Fm Laufe der Nacht behielten unsere leichten Abteilungen die enge Fühlung mit dein Feinjoe bei intty testen ihren Marsch ohne Anhalten fort. Ocstlich Nestes erreichten wrr an verschiedenen Punkten die Bahrrstrecke HamNestes. Nördlich von Nohon besetzten wir Gniscard. Wir trieben imsere Patrouillen an der Staatsstraße von St. Quentin enllang vor. Oestlich der Oise bemächttgten toir uns einer ziveiten deut- chen Stellung. Die Zahl der Flecken und Törser. die durch die Franzosen seit drei Tagen befreit worden sind, erreicht gegen­wärtig hundert. Viele Ortschaften sind auf gehässige Weise vom Feinde zerstört und geplündert worden. Tausende von Einwohnern, welche die Deutschen nicht abtransportst cert konnten, kamen un­seren Soldaten entgegen. In den Arg-e.. >en in der Gegend von .Havazsec machten wir einen Harrdstteu!^ der uns nrelwere Ge­angene einbrachte. Aus dem linken Maasufer machten die Deut­schen gesterrr zu Ende des Tages nach, einem heftigen Bombarde­ment gegen die Front Avoconrt Toter Mann einen Ittarken Angriff auf unsere Stellungen zwischen diesen beiden Purikten. Unser Sperr- und Maschinen gewehrfeuer brach die An­griffswellen auf dem grüßten Teil der Front, bevor sie unsere Linien erreichen konnten, und fügten dem Feinde große Verluste bei. Ajuf der Hjöhe 301 und am Wialdranoe von Avoconrt, in denen es Mteilungen des Feindes gelungen war. in unsere Linien auf einem Raume von mrgesähr 200 Meter einzudringen, ent- ^spann sich ein hefttges Hmidgemenge, nachdem der Feind teilweise aus unseren vorgeschobenen Stellungen herausgeworf-en wor den war.

llMaa Miä l .

anzusammeln und liegen zu lassen

ü? stichst der Gefabr des Abhanden, ljz 3ui iU /1 immens und wegen des Zins-

verlusies.

weil in 2'/s!ahriger Kriegsdauer der untrügliche Leweis erbracht ist. daß man im Ledarfsfalle gegen Kriegs, anleihe immer Geld haben kann,

für die Allgemeinheit, weil unsre Feinde aus derDerzagtheitSchwach. mutiger stets von neuem die Hoff» nung schöpfen, uns unterzukriegen.

Was folgt daraus?

Klug, vorflchiig und nützlich handelt nur, wer sein ganzes Geld in Kriegs, auteche anlegt.

«««MN!

ISIIilmlllininnnjiuiw.

u- Auf alle Fälle ist einmal wieder der Vorhang vor grotz^en Ereignissen hoch gegarrgen, und bis jetzt haben wir wenig

ürsache» mr- zu unserem Anttnl daran -u beglückwünschen.

Flugwesen. Im Verlaufe des 18. März führte Feldwebel Madon einen Angriff aus nächster Nabe aus und schoß sein achtes deutsches Flugzeug ab. Während des gleickren Tages zerschellte ein anderes femdlickies Flugzeug im Kampf mit einem unserer Flieger kvestlich von Altkirch auf der Erde. Es wird bestätigt, daß ein anderes deutsches Flugzeug am 17. März nördlich Cernv-en-^ Lanois abgeschossen worden ist. In den Abendstunden des 17. März und in der Nacht auf den 18. März belegten unsere Geschwader die Fabriken mrd Hochöfen von Tiedenhofen und im Becken von Briey soivie seindlickie Truppentransporte auf dem Marsche in der Gegend von Oöuiscard mit Bomben.

Vom 19. März abends. Im Laufe des Tages über-

g »ritten unsere Truppen Ham an der Somme und Channy an der i'e. Zwischen diesen beiden Städten halten wir eine große Anzahl von Orten besetzt. Unsere Kavallerie operiert mehrere Kilometer nördlich von Ham. Sie verjagte einen Transport, der sich in der Nicht?.mg St. Quentin znrüchog Unser Vormarsch erreichte an diesem Punkte eine Tiefe von 35 Kilometern. Südlich von Chaurch erreichten unsere Abteilungen die allgemeine Linie der Ailette. Svissons ist wll'Ändig frei. Nordöstlich von Group (dicht nördlich von Sois'ons^ rückten rmsere vorgesckwbenen Mteilnrrgen längs der Straße von Maubeuge vor. Im Laufe des Tages wurden etwa 20 Dörfer und Flecken befreit. Der Feind zerstörte das Land, ehe er sich znriichvg. Tie Frnchtbänme find zerschnitten oder zerissen, die Felder dnrchwühlt durch weite Minenkrater. Viele Dörfer wurden vollständig verbramll. Die nahrungs- und obdach­losen Bewohner werden von im seren Soldaten verpflegt. Tie Verkehrswege sind an mehreren Stellen unterbrochen. Alle Brücken sind zerstört. In der Champagne zeigte der Mtilleriekanrps diesen Nachmittag an der Butte du Mesnil und westlich von Auberive eine gewisse Heftigkeit. Ans dem linken Ufer der Maas gewannen wir fast alle Grabenteile zurück, in welche der Feind emgedrnngen war. Ter 5rampf dauert an. Ununterbrochene KaTuinade auf der übrigen Front.

Errglncher .Heeresbericht

vom 19. März.

Die Verfolgung des Feindes dauerte heute fort, wobei Kavallerie ^und vorgeschoberre Posten die feindlichen Nachhuten Mrücktrieben. Der gewonnene Boden erstreckt sich in eine Tiefe von 2 bis 8 Meilen. Vierzig weitere Dörfer fielen in unsere Hand.

*

Englischer Heeresbericht aus Mesopotamien

vom 19. März.

Wir gingen Samstag nacht über die D i a l a mrd besetzten das Dorf Bahriz und einen Teil der Stadt Bakubah. die ein guter Vorratsmittelpnnkt ist. Die Bewohrrer siird freundlich und bereit, uns Vorräte m verkaufen. Der Feind zieht sich inzwischen, eilig gegen Khan i kin zurück.

Seekrieg.

Ein französisches Großkampsschiff versenkt.

Berlin. 20. März. (Anitlich.) Eines unserer Un­ter s 11 b o o 1 1 , Kommandant Kapitänlentnanl Moraht, hat am 19. Mürz im westlichen Mittelmecr ein durch Zer­störer gesichertes französisches G ro tzkamp fsch iff der Danton-Klasse durch Torpedoschutz ver­senkt. Das Linienschiff, das Zickzack-Kurs lief, legte sich nack; dem Treffer sofort stark über und kenterte nach 45 Minuten.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Berlin, 20. März. (Privattel.) DasBerl. Tagebl/' teilt mit, daß die Schiffe der Danton-Klasse in den Jahren 1909/10 entstanden sind. Die Schiffe haben eine Wasserverdrängung von 18 400 Tonnen, eine Geschwindig­keit von 19 bis 20,7 Knoten und die Besatzung zählt 856 Kopfe.

Ein französisches U-Boot von einem französischen Torpedoboot versenkt.

Bern, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Mitte Fe- vrirar hat ein französisches Torpedoboot in der Marseiller Bucht ein französisches U-Boot in der Annahme, es sei ein deutsches, versenkt.

Englischer B.richt über den deutschen Torpedoboots­vorstoß.

Haag, 20. März, (zf.) Reuter meldet aus London: Wre dre Admiralität mitteilt, habey sich die deutschen Tor­pedobootsjäger, nachdem sie gestern nacht den unvertei­digten Badeort Ramsgate beschossen hatten, in aller Eile vor unseren Patrouillenstreitkräften zurückgezogen. Eiirer unserer Torpedojäger wurde torpediert und sank, ein zweiter wurde torpediert, jedoch nur leicht beschä­digt. Außerdem wurde ein englischer Kausfahrteifahrer ur den Grund gebohrt. Es war nicht möglich, den Schaden zu beobachten, der den feindlichen Schiffen zugesügt wor­den ist.

*

Christ iani a. 20. März. (WTB. Nichtamtlich? Nach einer Mitteilung der englischen Admiralität ist der Stavan- ger DampferExpedit" (680 Tonnen) in der Nordsee v e r° renkt worden.

Deutsche Auszeichnung des türkischen Großwefirs.

Berlin, 20. Mirz. (WTB.) Der Kaiser verlieh dem Gvoßwesir Talaat Pascha den Schwarzen Adlerorden.

Aus dem Reiche.

Havenstem über die Kriegsanleihe.

Berlin, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) In einer Sitzung der Handeiskamlner ergriff Exzellenz Haven- fteiir das Wort. Er führte u. a. aus: Die konunenden Wochen werden entscheiden über die Zukunft unseres herrlichen Vaterlcnrdes, vielleicht auch über die Zrtkunst Europas mrd der Welt. Darum ist keine der früheren Kriegs­anleihen so wichtig gewesen wie gerade diese. Wir vertrauen bei dein Ergebnis der sechsten Kriegsanleihe, daß wir auch diesmal siegen werden, weil wir siegen können und Jicgeit wollen. Wir können siegen, weil Deutschlands wirtschaslliche Kraft unberührt und ungebrochen dasteht mrd die deutsche Arbeit auf deutschem Boden und im deutschen Gewerbe neue Werte urrd /eue Kapitalien unausgesetzt haben. Wir wollen und werden siegen, weil es gill, euren, erbarmungslosen Gegner niederzurirrgen und das Vermächt­nis von hundert tausenden unserer >Ä>hne und Brüder, die nicht mehr zurückkehren, zu erfüllen haben. Es ist nicht nur unsere Pflicht, sorrdern unser stolzes und heiliges Recht, an diesem Kanrpfe mitznwirken zur Erringung des Sieges, well wir nur durch einen Sieg den Frieden bekonrmeir werden, der urrs das bringt, was wir brauchen, um die Lasten des Krieges zu tragen, eine starke Kriegsentschädi­gung. Töricht ist das Gerede, daß das Reich durch eine Beschlag nghme der Guthaben bei den Sparkassen und Bairkerr zwangsweise seine Titel erhöhen wird. Es kann nicht die Rede davon sein, daß vor dem Jahre 1925 eine Ver- kürzurrg des Zinsgenusses aus der Kriegsanleihe in irgend einer Form erfolgen wird. .Heute weiß jeder Deutsche, daß es sich für uns nur darrrm hairdelt, zu siegen, und siegen kömren wir nur, wenn die ganzen Kräfte des Volkes da^u beitragen. Wer die Anleihe zeichnet, wirkt dazu mit, den heimischen Boden zu schützen und einen starken Frieden herbeizuführen.

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Berlin, 20. März. (WTB.) Der Aeltesten-AuS- schuß desReichstages trat heilte vor Beginn der Voll­versammlung zu einer Besprechung der Gesä-ästslage des Hauses zusammen. Angesichts der derzeitigen Unübersichtlich­keit einigte man sich dahin, den Fortgang der Beratungen über den Etat des Reichsamts des Firnern in den nächsten zwei Tagen abzutvarterr und damr in. eine erneute Be­sprechung der Geschäftslage einzutveten. Nach dem vor- läuftgen Plärre ist in Aussicht genommerr, zu Begirm der nächsten Woche beu Etat für den Reichskarrzler und die Reichskanzlei zu beraten, dem voraussichtlich der Wirt­schaftsplan und die Ernährurrgsfragen folgen werden.

Berlin, 20. März. (WTB.) Bei der heutigen Ersatz­wahl eines Landtagsabgeordneten rm 11. Ber­liner Landtagswahlkreis an Stelle des früheren Abgeord­neten Dr. Karl Liebknecht erhielten Schriftsteller Dr. Frmrz Mehring (ic%. Arbellsgem.) 341, Ingenieur Franz .Haus­berg (liberal) 44 und Eisenbahnaä>erter Brunner (Soz.) 42 Stimmen. Mithin ist Dr. Franz Mehring gewählt.

^cfjifcbcr Landtag.

Zweite Kammer.

D a r m st a d t, den 20. März 1917.

Präsident Köhler macht Mitteilung von einem imDarm- städter Tageblatt" enthaltenen mitll rsus" unrerzeichrreten Ar- ttkel, in welchem dem Harrse der Vonv-rrrf gemacht wird, daß die Mitglieder derr andeverr Leuten Sparsanrkeit predigten, wäl-rend sie telber drrrch unnötige lange Reden in der Kamnrer das Geld des Landes verschwerrden. Der Präsident erllärt, er begnüge sich damit, dieses Elaborat zrrc Kennttris des Hauses zu bringen (Bravo!) '^as Hans setzt daraus die in der vorigen Woäx abgebrochene Verharrdlnng über Kapitel 35, Kirchm, fort.

Die Ordensdebatte.

Mirrister des Innern v. Hombergk kommt auf die schweren Borwitrie des Abg. Dr. SckMitt vom vorigen Donnerstag zurück und legt Berwahrrmg dagegen ein. Ein Aufrollen der Ordens- gesetzfrage zur Unzeit und ohne vorl-erige Verständigung diene weder dem iimeven Frieden, noch auch letzten Endes 5en Wün­schen der katholischen Bevölkerung selber. Wemr man sie des­halb während des Krieges urller allen Umständen ruhen lasse, so dürfe man ^hoffen, daß uns die Erfahrrmaen des Krieges für die ZkA Friedens einen genreinsamcn Boden der Betrachtrmg dafür fmden lasl en, rvas an der besteherrden Ordens gasetzgcb un g etwa als ungerechtfertigte Ausnahnrenraßnahme cmpfunderr Iverden könne und geändert werden müsse.

Abg. v. Brentano (Ztr.) führt aus, die heutige Erklärung des Atinrsters veranlasse ihn, den Ausführungen des ^lbg. Dr SchmrL beizutreten. Im Veralcvch zu tax früheven erregten Debatten