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10.3.1917 Erstes Blatt
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«te erottltenber Kraft tmb' in^chütkerllcher Zuversicht. Dies Vorbild soll für alle Zukirnft unser Streben leiten.

Der Chef des Generalstabes des Feldheere-)

V. Hindenburg, Gen e ra lseldmarschall.

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Eine angebliche Aeußerrrng Hindenburgs.

Be rIin, 9. März. (WTB. Amtlich.) Vlad) eine r auch im neutralen Ausland verbreiteten Mitteilung derTimes" sollte Geueralfeldmarschal'l v. Hindenburg gelegentlich eines Lazarettbesuches mißfällig bemerkt haben, daß ver­wundete englische Offiziere von englisch sprechender: dntt- scheu Kran keusch westeru gepflegt wurden. Wie festgestellt ist, hat der Generirlfeldtuarschall keine solche Aeußerurig stettru, im Gegenteil wünschte er, ,dnß auch fernerhin spräche::- kundiges deutsches Hilfspersonal bei den Kriegsgefangene:: Verwendung findet, um. die ärztliche Versorgung dadurch zu fördern.

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Die RSmpse im Westen.

B e r X i n, 9. März. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Franzosen erneuerten gestern ihre wi ^»erholt blutig geseheitetter: Versuche, die Höhe 18 5 zurüchuerobenr Nachdem starkes Feuer auf den deut­schen Stellungen südlich' von Ripvnt gelegen hatte, steigerte es sich gegen 3 Uhr zürn Trommtelfeuer: um! 4 Uhr bracher: die Fran­zosen gegen die ganze Front der am 15. Februar von de'n Deut­schen eroberten Stellung vor, wobei es ihnen gelang, vorüber­gehend in einem Grabenteile am Südost- und Südwest-Dang der Höbe 185 einzudringen. Diese Grabenteile gehörten zum vierten Grabei: des seinerzeit von den Deutschen genommenen französischen Grabensystems. Durch rasche energisch geführte Gegenstöße wurden die Franzosen wieder aus diesen Grabe:cabschlitten zurückgeworfen. Nur die Champagne Ferme und ein westlich davon gelegenes Grabenstück blieben in ihrer Hand. Die beherrscheirde Höhe 185 selbst, auf die es die Franzosen naturgemäß abgesel-en hatten blieb fest in deutschem Besitz. Bei zahlreichen Erkmckmngs- Vorstößen und Batcrouil! errkämpfen erzielten die Deutschen Erfolge. So stießen deutsche Stoßtrupps gegen Abend nach ivir- krurgs vollen: Artillerie- urid Minenieuer westlich von Wytschaete bis in den dritten feindlichen Graben vor. Die Gräben lagen voll von toten Engländern, der Rest der Besatzung wurde unter heftigen Handgranatenkämpfen vertrieben. Nach Sprengung der Unterftäube lehrten die deutschen Abteilungen mrter sehr geringen Verluste:: mit den ^meldeten 27 Gefangenen, einem Maschinen­gewehr und einem Miuenwerfer in ihre Ausgangsstellung zrrrück. Wertere gelungene deutsche Unternehmungen erfolgten westlich der Maas sowie zwischen Maas und Mosel. Air verschieden.en Stellen drangen Sttßttnpps bis in die zlveiten französischen Linien vor und brachten Gefangene, Maschinengewehre und Schiiellade- gewehrc zurück. Dagegen wurden feindliche ErkundungsVorstöße mehrfach verlustreich Nr den ArMvifer abgewieseu, so bei Buc- auay, lvo von einer stärkeren engllichen Patrouille der Führer und sechs Mann getötet und zehn Mann gefangen wurden. Weitere Verluste erlitten die En gl ä: wer und Franzosen bei Erkundungs- Versuchen beiderseits der Ancre, südlich der Somme und au der Maas.

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Wilson leicht erkrankt.

Washington, 8. März. (WTB.) Meldung des Reu- terschenBursaus.Präsident Wilson ist leicht erkrankt. Es ist ihn: unbedingte Ruhe verordnet Worten. Er wird wahrschernlicb mehrere Tage bas Bett hüten

Die Opposition im ar»erikanischerr Sevat.

Berlin, 9. Mörz. (PrivcttleL.) Wie verschiedenen BLät- Lern MLs Wash ington gemeldet wird, umfaßt die O P Po­sition gegen die von Wilson beabsichtigte Aendernng der Geschäftsordnung des Senates wider Erwarten 36 Sena­toren.

Washington, 8. März, (WTB.) Meldung des Ren- Lerschen Bureaus. Der Senat hat mit 76 gegen 3 Stirn- «rorr beschlossen, daß eine Zweidrittelmehrheit die Debatte schließen kann.

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Die Abstinenz in Rußland.

Petersburg, v. ^äx*. (WTB. Nichtamtlich.) Mel­dung der Petersburger Telearaphen-Agentur. Der Sonder­ausschuß des Reichsrates nahm die gestern von der Reichs- dnma bereits angenommene Gesetzvorlage über die endgültige Einführung der Abstinenz in Ruß­land an. Gleichzeitig beschloß der Ausschuß die Ausarbei- ttrng zahlreicher dahin zielender Maßnahmen. Es wird be­richtet, daß die Mehrzahl der Moholdestillerien bereits für andere Industrien, besonders zur Herstellung von Zucker, eingerichtet seien.

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Aeußerungen Hötzendorft.

Wien, 9. Marz. (WTB.) Die ,,Neue Freie Dreffe" Ver­öffentlicht ein Gespräch des Feldmarschalls Conrad von :oötzendorf mit dem Vertreter derAssociated Preß" Schreiner. Hotzendorf erklärte:

Die Enckente machte zwei schwere Fehler; der erste Fehler war der Glaube, daß die Nationen, die die österreichisch- ungarische Monarchie bilden, sich bei Ausbruch des Krieges vonein­ander losreißen würden, der zweite Fehler, daß die Entente das Frr e de ns amg ebo t der .Mittelmächte nicht angenommen hat, offenbar m dem Glauben, daß sie wirtschaftlich und militärisch vor den: Zusammenbruch stehen. Ter Tauchbvotkrieg ist ein völlig recht- matzrges Mittel m dem Sflantpf um die Existenz. Der Krieg wäre schorr beend: tt, wenn der TauchÄootkrieg früher begonnen worden Ware. sstittclmächte wollten das iMttel nicht mrwenden, ohne zu ermöglichen zur Wffinnung zu kommen, ^stbsen sie geringschätzig ab; sie können niemand als,:ch selber Vorwurfe machen.

. Hötzendorf besprach sodann das tadellose Zusammen­wirken der österreichifch-ungorif,chen und deutschen Truppen. Die Ausnutzung der modernen Verkehrsmittel ermöglichte jederzeit eine ernvernehmliche Arbeit der Generulftähe der verbündeten Mittelmächte, roelcher ein großer Teil des Er­folges zuzuschreiben sei. Hohendorf lehnte es ab, ans mili­tärische Erörterungen oder eine Erörterung der durch den Bruch zwischen Washington und Berlin geschaffenen Lage einzugehen.

Zeekrlez.

Phantasien über U-Bootverluste.

Berlin, 9. März. (WTB. Nichtamtl.) Zur Beruhigung der eigenen Völker und zur Täuschung der Neutraler: wird die Entente nicht müde, wie schon früher sv besmrderS seit dem Einsetzen des ungehemmten U-Bootskrieges, überall Nachrichten über große deutsche U-Bovtverlnste zu verbreiten. Solche allgemein gelial- tenen Behauptungen ohne jegliche positive Unterlagen sind billig wie Brombeeren und lassen sich nicht sachlich widerlegen. ES wiederholt sich hier dasselbe Spiel wie bei der Berichtersiattiln, über Flugzeugverlustr im Landkriege. Bekanntlich veröffentlicht Unser Heeresbericht schon seit langer Zeit bei der periodischen Be- ra:mtgabe der Flugzeugverluste unserer Gegner nicht nur nackte f£? lcn ' ganz detaillierte Angaben über Nationalität. Ur-

I p rung und Charakter der einzelnen Flugzeuge und ihre Motoren sonne über Namen und Rang der Insassen. Hierin lag die Auf- rowwrng an un,ere Gegner, das Gleiche zu tun, um die Nichtlg- kett chrer Angaben über deutsche Flug zeug Verluste zu beweisen. Be­

kanntlich sind unsere Feinde dieser Aussonderung nicht nachgv- kommen. Tie Gründe dafür liegen auf der Hand. Ebenso wie die berußten uwvahren Behauptungen über deutsche Flugzeuge, so sind auch düstenigen über deutsche U-BvotsVerluste lediglich auf tende nziöse Driln-mrrngSmache berech- iret. Tie meisten konkreten GinzelsäLe, wo deutsche U-Boobe dem M,ü>e zum Opfer gefallen oder schwer beschSdigt s«n soll«,, haben, abgesehen von Weddingen, Crompton> Dem Brral-ougstlll, cm deren Bekauntw^cden die englische Regiermra wohlweislich kein Interesse hatte, sich immer noch mit L<rwlL widerlegen lassen. Es sei nur erinnert an den angeblichen von U 61 an der

portugiesischen Küste durch einen Zerstörer, f«ner

an die Beschießimg von Bayo«ne du«Y ein U-DeoL, w»obei dieses durch die fvanyösifcye Küstensstill»rst mehrfach getraffen fein sollte. Gelegentliche Verllcste sind selbstverst-^ndlich ukvmZbleü>lich bei einer technisch so empfindlichen Waf^, bei dem Wagemut irnftrer U^Bvot- leute und dem icngel-enren AbwehMPPavat, de:: der Feind in Be­wegung gesetzit hat. Die Verkriw habn: sich MLch nto vor in yermgsn Grenzen geh»tten :md L4eib»n im beis«s«»M autzeD,rd«M:ch hinter der Zckhl zurück!, die m dem schlich«: ursd zrrm Teil a:uch dem nerttralen Ausland verbotet wack>, im die Wirksamkeit unseres U-BootlliegeS herabzrrsetzen.. Tie ^Körksamkeit des il-Nov<- krieges wird durch gele«mM'iche Verluste nicht im geringsten beein­trächtigt, rrmsoweniger, als der lauf«be und dauerns steigende Zuwachs an U-Booten selbst etwaige größere Berlufbe um ein viel­faches übertrifft. An diesen Tatsachen werden auch in Zukunft die vom Feinde bombastisch ange-»ii^>i^chen n«LN v.v& durchgreifenden MwM- und Ver:nA^n^rr ll^«i ösabern.

Ms Dem Reiche.

Aus dem hsuptsusschuß -es Reichstags.

Berlin, 9. März. (WTB. Nichta:ntkich.) Der Hauptaus­schuß des Neichsita Aes lehnte bei der Abstimmung über den 1 des Enttmrrfs betreffend die Ettl-edtung eines Zuschlag- zur Kriegs st euer den sozialdemokratischer: Alnttag auf Erhebung! eures Zuschlages von 3sVs Prozent ab, nahm dagegen einen Zen- trumSanttag betreffend das Kinderprivileg in seiner neuen Faffung an. T-anach soll sich der Zuschlag, sofern das Gesamtver­mögen Steuerpflichtiger nach dem Stande vom 31. Dezember 1916 mit Vermögenszuwachs 106 800 Mark nickt übersteigt, ermäßigen: bei Struerpflichtixen mit mehr als zwqi unter 18 Jahren

auf 15 Prozent, mit mehr als drei Ki'.ck>ern u>^er 18 Jahren auf 10 Prozent,, mit mehr als vier §dmdcrn unter 18 Jahsen aus 5 Pro­zent; bei Steuerpflichtigen mit mehr als fünf Kindern urttcr 18 Jahren soll der Zuschlag nicht erl-oben wo*den.

Angenommen wurde ferner eine konservative Entschließung, dem Reichstag möglichst bald eine Statistik iLber die verschiedenen Erwerbsgruppen und BerufSftände vorzutegen, auS der hervorgeht, in welchem Mrße nach den Erstrhrungen der preußischen Ergän- zun^Ssteuerveranlagungen das Terurö^reii der G-in-elPersonen durchs sch«ittlich innerhalb drei'Jahren gestiegen ist. Mit diesen Ergän­zungen wurde der 8 1 (Lwai^igprozenriser Zuschlag zur KriegS- fteuer) angenommen. *

Born HauptcruSfchuß Reichstages wurde nach § 1 des Z u s ch l a z g e s e tz e 5 in rascher Fo-lgs auch dar Tkest des Gesetzes in erster Lesung rrnsenor-tmen.

Dstocki über die neuen Fleifchpreise.

Berlin, 9. März. (WT-B. Ni-chtEnKich.) In der heuti­gen Sitzung des Ausschusses des Reichstages für Ernäh- rungSfrngen erwiderte Präsit>ent Batocki aus die Worte eines national li» tvtitez i 8irDner5, der er Karte, daß frühestens im Herbst an die H«r«<bsetznkNU der Schweine­preise hc-ramtzeAMrgern tonbtn Umat, da sonst die ganze Weidewirtschaft nicht: artSgenutzt werden könne, eS sei in

Termin für das Inkrafttreten der den 1. Mai und der neuen Ninder- preise für den. 1. JunK^seftizusetzen. Ms zum Herbst könne man irmnogltch warten, weil dann wieder andere Gründe gegen die Preisfenkur^l ins Feld geführt würben.

Berlin, S. März. (Ä Nichtamtlich.) Der Reichs- baasatlSfchuß ftir DewLhmr.'rg?ftagen stellie sich in der Mehr- hett auf den Boden der RegierungLvo^chläge, ssinrmte also der Senkung der Biehpreise zu,

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Berlin, 9. März. (Prüviattel.) Nach Meldungen der Berliner Morgenblätter besinnen sich auf den Sparbüchern der Berliner Sparkasse jetzt 4M Millimren. Mark Sparei n lagen.

. . . »o-w wii 1 ,, ».

hessischer Landtag.

Zweite Zkamnrcr.

Darmstadt, 9. März.

Aw MegicrungZtische: Tie drei Minister, Staatsräte Wil- b r an b pud S(ü(ffert , O berregierunssrat Wagner . Geh. Finanzrat B-alser.

Bizepräsidnrt Tr. Schmitt eröffnet die Sitzung um 9 Uhr. Tss Haus beginnt die

Einzelberatung des StaatsvoranschkagS.

Kap. 1. Reste mrS früheren Jahren. Evnrcchme 3 147 636 Mk., Ausgade 6416 Mk. wird oh::e Debatte sevrehmigt. De: Kap. 2, Kameval- inib Forstdomänen, Einnahme 7115 67a Mk., Ausgabe 5 728 360 Mk., ei^spmnt sich eine Debatte.

Abg. Reh (Fertschr. Äp.) begnüget einen von ihm ein ge­brachte:: und von fast allen Abgevrdneten mNerz-ei^-eteu Antrag, den. Gerneinden aus den Domanmlveewaltungen Holz zu Taxpreisen zur Verteilung m: die Minderbemittelten zur Verfügung zu stellen.

Siticmtsr-at Wilbrand legt dar. daß die Staatsforstver- waltung bereits entsprechende Mchnahm«: getros^i: habe. Tic Obersörstereien seien anö*mief«t, das LestholI vm: der ärmeren Devölkerurrg jetzt tägkich sammeln zu kaffen, anstatt tvie ftüher, nur an bestimmten Wochentagen. Da§ Dürrholz wird zu mäßige:: Preisen, das Brennholz Zu den festgef^stsi'. TäiprRftn an lkrieaer- sivcnren und Mi:cherbc7niÄe!te, die ein Tin Komme:: bis zu 15M Mk. haben, abgegeben. Die Loshokzprvise seia: von der Forstverwaltung nicht erhöht worden. Der SUbner hält es für sehr empfehlenswert, daß auch seitens der Gemeinden in ihren WaDmrges nach dem Beispiel der Regierun- verfahren werde.

Mg. Raab (Soz.) erkennt daS Gorg^l^m der F-rrstverwalLung an pnd dankt für die Erlnchtrr:mgS««i^<chme. Gr betont, daß die Kohlennot von der Bevökkerung iroch schwerer empfunden werde, als die Lebensmittelknappheit. Man konnte doH dir Kohlen ebenso gut rationieren, wie Brot urtd Fleisch. Das müßte aber rasch ge* scheheNs ehe es zu spät sei.

Mg. Korel:-IngMeim (Fortsckn. Bp.) bemerkt, die .Kvhlen- n>ot üvrd der Man^l en Brennmaterial sei »tm Teil so groß ge­wesen, ^daß die Bedürfttgen vielf«^ch zur SEbschllfe geg-rifstu und die Wälder nach.Hotz «sS-e-Sündc-rt hätten. 8,4 sei 'oorgedammen, daß selbst Bäcker«ren kein Lest zu bLckeu in der Lage waren, weil sie kein Drmmmatesial er halten konnten.

-Abg. Cal man (natk ) fn^t aus, daß an der Kvhlenknaptz^ 5ftt nicht die nicht hinreichende Förderung der Kohle, sondern die Transportschwierigkeiten schuld gewesen seieru

Abg. Gißnert ffs,.) wendet sich gegen \mk Behauptung des Vorredners. D«S KWenkvntor hebe mit Absicht und aus Gründen der Bverstreiberei die Koblenfördenmg ein geschränkt, eS seien auch vielfach die früher zur Verfügung gestellten Kriegs gefangenen wieder «bberufen worden.

Abg. R e h (frs. Vpt.) wendet sich dagegen, daß von der Forst­verwaltung die Einbrfiiiwevstcuergreirxe fLr den Holzbe^ug willkür­lich auf 1500 Mk. festzzesetzt wEex sei.

Ter N«h wird darnach «.s-ensmmeU und das Kapüel

:m üwagen fonmülgt.

Einband»mäuen, Emvahme 212 955 Mark, Ausgabe 213 0c>4 Mark, tvvg genehmig. 5?tzp. 4 und o fallsu aus. Kap 6 Kapntalzmsen und Sonstiges, Kap. 7 Kame«Ä- und Fvfttdomm:en. Emnayme 436 430 Marl, Ausgabe 191 643 Mark und Kap 7a Braunkohlttckergwerk imb Kraftwerk SudwigShOffmmg werden ge- nehmrgt. *

Bei Söst). 8, Salzwerf. Badeanstalt und Tiefbauamt Naul-eim und Badeanstalt Salzhausen, Einrmhmc und Ausgabe 1314 500 Mark, bemerkt Abg. Dr. Osann (natl.), die von der Regierung M:geforderte Summe für den Leiter der bäderkund-- lichen Abteilung sei vom Finanzausschuß besonders im Hinblick auf die für d:esen Posten in Aussick>t genommene sachlundigq Person bewilligt rrwrde::. Das Kapitel wird dar:rach genehmigt, ebenso Kap. 9, Samenklengonstolt zu Gammelöach

Bei Kap. 10, Eisenbahnen. Einnahme 18 643 000 Mk., Aus­gabe 273 000 Mk., spricht Abg. Calman (natl.) der Eisens bahuvenvaltung und ihren Beamten und Angestellten, besonders auch den in: Bahndienst tätigen Frauen für ihre Loistturgen wnrnre Anerkennung inib Tank aus.

Abg. Tr. Osann (natl.) bÄauert, daß die Eiseribahnverwal- tung einzelrre Stationen, wie Wirhousen und auch mehrere Odon- n?aldflationen aufheben werde. Mit Rücksicht aus die arbeitende Bevölkerung sollte doch von solchen Maßnahmen Abstand ge- iiontmcit werde::.

Abg. Hartmann (soz.) stimmt diesen Ausführungen des Bvrreduers zu u:ch bellagt besonders die Schließung von Linden- Zell-Kirchbrombach und Minnling-Cruinbach

Abg. Kredel lnatl.) werckret sich gegen die Schließung von Kallbach und Zell i. O.

^ Flucmzmmister Dr. Becker richtet auch diesmal wieder das Er,uchen an die Abgeordneten, derartige Einzelwünsche und Eise;:- bghnsckMerzen doch schrrftlich eiiczureichsn. Auf eine Anfrage des Abg. Calman:me er mitteilen, daß die Regierung im öial Die im preußischen Eisenbahnetat enthaltenen Zahlen eingesetzt Nur die wirklichen Eingcmge aus den Vergütungen der Dcllitärverwaltuug würben in den Voranschlag eingesetzt, nickst etwa iwch uuverrechiutte Forderungen. Dem Dank an die Eijenbahn- venvaltung bis zum letzter: Beamten schließe sich auch die Ne- grerung gerne an. Tie großartigen Leistungen der Eisenbahnen könne man nur^ bewurü-er::. Bezüglich dcS Schtießens einzelmue Stationen oder Strecker: dürfe man das Vertrauen zur Eiserckxrha- venvaltung und zur Großherzoglichen Regierung haben, daß sie nur im äußersten Falle erfolge. Die Regierung habe sich auch sofort <m bie Eiseubahndirektion Mainz gewurärt und er Dösfe, daß die Schliewmg der Stattorren Wfthausen und Zell-Kttchbirm- dach vielleicht noch abßtfseuM werden komw. Wenn Mümling- Crumbach geschlossen werve, so geicheye es aus zroingenoer Rot- wend:gkeit.

Mg. Hartman (fo.) tritt in Rücksicht auf die HolzaLfuhr aus den: Odemvald für Beibehaltung von Mümling-Crumback) ein, Abg. Dr. Osann (natl.) schließt sich den Ausführungen des Abg. -jix. Schmitt in der Gerrerolausspräche über die Zusammen­setzung der Laichcskommissivn für Steuersachen an. Es u:üsse, da diese Kvm.m:ssion in vielen Fällen eirdgüttig entscheidet, sv be­züglich der Tatfrage::, eine unabhängige Behörde enlsch-rt^m, tvährelch jetzt die Referenten nn Finanzministerium den Vo<itz m der ÜMchesbourmtssion führen. Weiter weist der Redner darauf Im, daß durch ein Urteil des Venixütrmgsg'erichtshofs fest gepellt :vorden sei,^daß Zinsen aus ausländische:: Wertpapieren der im3 ferichlichen Staaten nicht der Einkommensteuer unterworfen seicm Da sie in dein bett. Jahr nicht einbringtich seren, könnten sie nach' den gsfetzlrchcn Bestin:mungen überhaupt nicht mehr zur Ein- ?ou::nenstcucr heran gezogen werden, we::n sie auch später eingn:gen. H:er se: eine gesetzgeberische Tätigkeit der Regiermrg nötig, eg fei nicht gerecht und billig, toenn die später eingehenden Zinsen nachrräglich zur Steuer herangezogei: werden können.

... Abg. Calman (natt.) dankt den hessischen Steuerbehörden für die rasche Veranlagung zu ben ineueit Reichs steuern. Die M ichs- behörde:: seien^ dagegen vielfach z-u spÄ Mkommen. Auch sei die kpassnng her Steuerfvrnrulare unklar.

^ Abg. Wolf-Stadecken (Bbd.) findet im Gegensatz M besä -Lvcrrrdyrter die Fassung sehr klar nn Gegensatz yn den Formularen der hessischen Ett-ckvnrmensteuer.

Finm^minister Tr. Becker erktütt dem Dbg. Dr. Osann gegenüber, es sei sehr gut, daß die Landeskommissvon rächt ouZ lauter Jnnsten Maurmeng^etzL sei. Dem Abg. Dr. Schmitt gegenüber erklärt der Minister, es fti Everchig eine Revisiovs- grenze feMusetzen, weil man sonst nicht ein Berrc«ltungSgeriäst, sondern vielleicht ein ganzes Dutzend brauchTN würde. Es werde lue Praxis beobachtet, den Steuernzadlern die auf uneirrbring- lrchen Zffffen lastenden Steuern zu sdm^?::. Mit der enoähr.te« ^r-chchMung^ dos Verwaltung«gerätstShosies sei er nicht em- oeriLanden. Sollte dieser die Entscheidung wiederholen, und die SteuerZohler sich auf die Stmstnrng«: :nckst einlassen wollen, so müßte eine Gesetzesänderung in Aussicht gerwmnKN werdrm. Die Reickssteu'erbehörden hätten nnt anerkernrenswerter Sckmcll:gleit b^^beitet und die neuen Stenergesetze herausgebrscht. Er gebe zu, l>ag me Fassung der Formulare etwas unklar sei. auch er habe :m Gegensatz zum Abg. Wolf die Bestimmungen nicht voll erkannt.

Das Kapitel wird daraus genehurigt. ,

. . Bei Kap. 15, Auswärtige Angelegenheiten, ü^i sprrcht Abg. Reh (fortschr. Vp.) noch einmal bie schm früher er­örterte Angelegenheit der Abdeckung des Küpferdo-chs d.-r ruffi- schen Kapelle in Tarnrstadt. UnbegroiflicherNVise sei sein diesbe. üb­licher Antrag von der Ersten Kammer abgel zlynt word<en. Jetzt sei die Einziehung der Kivckienglocken und -Orgelpfeifen angeordnes worden, man habe auch das Kupferdach der Christuskirche in Aiatt« beschlagnahmt und da sei es jetzt auch an der Zeit, das Küpfer aus der russischen Kapelle zu enteignen,

sSLbg. Wolf-Stadecken wendet sich gcyen verschiedene ver­altete Zopfgewohnheiten.

Abg. Dorsch beklagt, daß der Namenszug des Zaren imn:er noch m.cht von den Achselklappen des Dragoirer-Reginrents ent­fernt wirrde, woraus

Staatsminister Tr. v. Ewald unter Hürweis aus seine dies- bezügttchm Erklärungen ftststM, daß das ^rpfer der Kirck)en nicht ncehr- beichlagnahntt werde. Tie Beseitigung des Ncm^nszuges des ZttrS:. von den Ack^elllappen werde erloisS:, sobald dies auch in Preußen geschehe.

Nach weiteren Bemerkungen der Abg. Reh, Dorsch und Leun Ichließt die Debatte und das Kapitel wird bewilligt.

Nach einer Pause widmet Kamnverpräsideitt Köhler dsni gestern verstorbene:: Grafen Zeppelin einen längeren warm­herzigen Nachruf, worin er die unstrstrtzbm-en Verdienste des Ver­ewigten um das Deutsche Reich schi/dertze und ihn alÄ den größten m:d genialsten Erfinder der M«ffchl)eit bezeichnet. Tie Venäwm- lnng hatte sich zu Ehren des Verstorbenen von den Plätzen erhoben. Zur Beratung kam dann der Etat des

, Ministerium des Innen

Be: Kap. 23 Ministerium ging Minister des Innern von Hombergk ausführlich auf die Ähwierigkeitsn in der Lebens- :nittelversorgung ein. Er ertante dankbar die Haltung der städti­schen Bevölkerung <cn, die sick> in loyaler Weise in das Unvermeid­liche gefügt habe und erwähnt die jüngste Rede des Staatssekretärs Helfferich y-om Durchhalten urck> Siegen. Ein Vwduktion könne nur insofern in Betracht k-nmnLn, als jedes brach liegende Land zarr Be,tellnng herangezogen tverde. Um die Produktion vcm Oelfrüchten ertergisch zu fördern, würden Prämien von 150 Mark für den Hektar bewUligt werden. Durch eine NQwrdnrmg der Preise werde das Brot nicht verteuert werden. Besondere Anfurerk- fanräeit widme bie Regierung der Beschaffung von Saatkvrtofittn; es Komme ein Bedarf von etwa 170 000 Zeutnern in Fragr, wovon bisher 65 000 Zentner vorhanden seien. Man müsse im Noichrll die Speisek-artoffeln mit M Hilfe -nehmen. Eine Bereinbarmrg mit andere:: Bwchesstaaten wegen der Abgabe von Speck, besonders mit Preuße::, fei nx*aeu der Kürre der Zeit nicht mehr möglich gttoefen ; der in Msfeld abycgeberre Speck dürfe mit höchstens 3 Mk bezahlt werden. Der Doclchlag, die Hausfck^lacchtung«: ge-rer: die Deipft:ckstung zur Mästung eiue$ «weiten Schweines zu Matten, Ui bei dem jetzigen ^Futtennangel nicht durchfülsirbar. Zw Be- Ultigung der ftolrteimot sei«: die Gemeinden angerviesen worden, Holz aus den Gemeinden in lihnlicher Werfe alrzugebkm, mir die S'«atssvrstperwaltuns. Die Brsunfohlenwerke würden M möglich ergiebiger Förderung von Kohle mrgckhaltsn.

Adg. Leun (Bbd.) spricht senre Aenvunderung dar:1ber aus, daß mcm auch de:: euerarbvtten:. die Hausschlachtimgen machten, den Pflichtteil an Fett abfordere. Die Abgabe von Speck müßte sich nach der Schivere der Schweine richten.

Die Debatte wird darauf um 1 Uhr abgebrochen- Nächste Sitz?m:g: Dienstag Bormittag 10 Uhr»