Ausgabe 
10.3.1917 Erstes Blatt
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A«s um Cant«

Gießen. 10. März 1917.

** Fettausg ave. Bon Montag, den 12. d. Mts. ab gelangt in den Verkaufsstellen der Firma Grieb gleichzeitig mit der Butter Margarine gegen Ablieferung des Be- zugsabschnittes Nr. 1 der Lebensmittelkarte zur Ausgabe.

** O b e r h e s s i s ch e r K u n st v e r e i n. Die gegenwär­tige Ausstellung verbleibt nur noch 4 Tage bis einschließ--. iich Mittwoch. Somit ist den Wünschen einiger Kunstfreunde Rechnung getragen, die jetzige Ausstellung etwas länger wie vorgesehen, zu belassen. Geöffnet ist sie morgen Sonntag von 11 bis 3) an Werktagen von 11 bis 1 Uhr.

** Jungwehr: Samstag, 10. März. Antreten: 8'/ 4 Uhr. Unterricht in der Turnhalle der Oberrealschule.

** Vorzüge am Sonntag. Morgen werden, wie uns die Eisenbahndirettton mitteilt, folgende Vorzüge gefahren: Vor­zug 173: Gießen ab 11" mittags bis Marburg. Vorzug 794: Gießen ab 4" nachm, bis Frankfurt. Vorzug 778: Gießen ab abends 8" bis Frankfurt 10". Vorzug D 76: Von Frankfurt 8" abends ab, in G i e ß e n an 10°*. Ver- sonenzug 792 : Gießen ab 6" bis Frankfurt, sonst bis Fried­berg, Frankfurt an 9°.

** Gießener Hausfrauen-Vereiu. Die Lebrkurse für Selbstanfertigung von Schuhwerk und die jeden Mittwoch geöffnete Schuhflicklehr st ube erfreuen sich dauernd einer sehr starken Jnanspruchlnahu«. Ter Verein hat aus eigenen Mitteln reichliche Vorräte, viel Werkzeug und eine neue Schuster- lühinaschine angesäiasft. Immerhin mag, wer einen eisernen Drei­fuß und Zdammer besitzt, beides mitbringen, um unnötiges Watten zu vermeit>en. An dem laufenden Kursus für Anfertigung von Schuhrnerk nehmen Marburger Damen im Aufträge des Marburger Nlttioualen JrauLndienstcs teil. In Marburg soll ein gleiches Unternehmen, wie das vom Gießener Hausfrauen verein ins Lebe n gerufene, eingerichtet werden. Der dortige Magistrat beschafft Schusternckhmaschine, Material und Werkzeug, und der Nationale Fr,rurndienst wird das Undernehmen leiten. In Wetzlar wurden mttcr Anleitung und nach dem Muster des Gießener Hausfrauen- Vereins gleichfalls Lehrkurse eingerichtet. Ebenso in Erserfeld a. d. Sieg. Auch haben Frauen aus der näheren und weiteren Um­gebung Gießens die Kurse des Gießener Hmisfrauenverein-Vererns besucht, um das Erlernte in ihren Heirnatsotten weiter zu ver­werten. In den seit Mvnal-m andauernden Kursen wird der Unter­richt aussclcheßlich von Mitgliedern des Vereins ehrenamtlich erteilt. Um Jrrrümer zu v. rmeiden, mag 'hervorgehoben sein, daß die Lehrkurse und die Sck: ihflicklehrstube wie bisher fortgesetzt werden, wenn auch die Oberrealschule geschlossen ist. Während dieser Zeit ist dar Eingang von der Stepl-anstraße aus geöffnet.

Der 1. Kaufmännische Buchs ührnngsturs für Frauen und Töchter aller Stände, eingerichtet vom Allg. deutschen Frauenverein (Ortsgruppe Gießen) geht fernem Ende zu. Zahl­reiche Anmeldungen für einen neuen Kursus sind bereits ein- gegangen und der Verein wird einen zweiten Kursus folgen lassen. Wir verweisen auf die Anzeige im heutigen Blatt.

* Bedarf an «enz«! «t non twn wn&mt utnwwrs- schafklicher Maschinen (Dreschmaschinen, Pflüge) sowie Inhabern von Reparaturwerkstätten von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten bis spätestOis 12. März 1917 «vrzumeldem. Näheres siehe Bekanntmachuug.

** Schmiede-Zwangsinnung. Diejenigen Schmiede­meister der Innung, welche keine Kohlen haben, müssen sich bei ihrer Bür^erirceisterei unter Angabe des nöttgeu Quantums Kohlen melden. Siehe Anzeige.

** Steinkohlen-Bezugs-Gesellschaft Gießen. Eiformbriketts-Abgabe findet Montag, den 12. März, von 812 und von 26 Uhr statt. Nummerkattcn 101200 sind gültig. Siehe Anzeige.

** Stalldung für Gemüsegärtnereien. Auf An­ordnung des stellv. Generalkommandos des 18. Armeekorps wird der Dünger von Militärpferden berittener Truppenteile an Ge­müsezüchter, Handels gärtmereibetriebe. die sich zur Anzucht von Frühgemüse verpflichtet haben, sowie an Landwirte, die feld­mäßigen Gemüsebau ttril^n, abgegeben. Näheres siehe Bekannt­machung.

Landkreis Gießen.

* Annerod, 10. März. Wilhelm Schäfer, Sohn von Karl Schäler, der seit Beginn des Krieges im Felde steht und vor einiger Zeit zum Gefreiten befördert und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde, ist zum llnterokftzier befördert worden.

** Oppenrod, 9. März. Kraft'ahrer Heinrich B a 11 c t von hier, zurzeit in der Türkei, wurde mit dem Eisernen Halbmond und der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.

* RüddingShausen, 9. Mär;. Der Kriegsfreiwillige Jakob Nikolai, zurzeit beim Jnf.-Rgt. Nr. 390, welcher sich in, September 1916 das Eiserne Kreuz 2. Klaffe erworben hatte, wurde vor kurzem mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Kreis Büdingen.

^.Bleich^nbach, 10. März. ,DaS deutsche Heimatheer und seine Waffen" ist das Thema eines Vortrages, der von Pfarrer Lic. Hervel- Lißberg an, Montag abend um '/,8 Uhr in unserer ^Gemeinde bet einer vaterländischen Veranstaltung gehalten wird. Der Eintritt ist frei.

\ )( Gelnhaar, S. Marz. Durch einen unglücklichen Zufall

b'tim Auftauen der eingefrorenen Iauchepumpe geriet gestern vor­mittag die Scheune des Landwitts Diebener in Flammen und bin nte innerhalb kurzer Zeit mit allen darin besindlichen Fruchtvorräten nieder. Der Schaden ist dadurch besonders groß und nur teilweise durch Versicherung gedeckt. __

Letzte Hndtricfetm.

England und Graf Zeppelin.

Aus dem Haag, 9. März. (L.-A.) Me englischem Blätter besprechen den 'Tod des Grafen Zeppelin und feiern die außerordentlichen wissenschaftlich-en Verdienste des Grafen. Meist wird bedauernd hinzugefügt, daß so viele geniale Erfindungen durch die unglückseligen Weltereignisse vielmehr der Vernichtung von Menschenleben als der Frre- densarbeit gewidmet waren.

Benzol ist

den Besitzern lmrdwiLtz«

Für Verdienste um das ltnterstevoot.

Berlin, 9. März. Senat und Rektor der Technische« Hochschule in Danzig haben einsttmmig einen Antrag der Abteilung für Schiffs- und Schisfsmaschinenbau aut- geheißen, dem Marinebaurat für den Schiffsbau in Del, Franz Werner, die Würde des Dr. ing. zu verleihen. Die Ernennung erfolgt in Anbetracht der hervorragenden Dev- drenstc des Genannten um die schiffbauliche Entwicklung de§ Unterseebootes.

Ein russisches N-Boot gesunken.

Berlin, 10. März. DerBerliner Lokalanzeiger" meldet aus Stockholm: Nach vollkommen zuverlässigen Nach­richten ist Ende Februar ein unter russischem Kommando stehendes U-Boot gesunken. Die Gründe seines Unterganges sind in Rußland selbst unbekannt. Das U-Boot war von dem Kapitänleutnant Krschtschanowskow kommandiert.

Bryan gegen Wilson.

And dem Haag, 9. März. (Berliner Tageblatt.) MlsonS Erkrankung, durch die er mehrere Tage sich den Staatsseschäsle^ nicht widmen kann, wird einen Aufschub der vorgenommenen Be­waffnung der Handelsschiffe mit sich bringen Da die Meinungen über die Gesetzmäßigkeit dieser Bewaffnung noch immer weit an-- einandergeheu, während der Attorney General die HechtsgÄttig^Ä befürwortet, hat Bryan eine geharnischte Opposition gegen die Bewaffnung angefangen und öffenttich aus die Gefahr hingewiesen, daß, falls die Schiffe einmal bewaffnet fiitb, die Entscheidung über Krieg und Frieden nicht mehr in den wänden der Regierung liege, sondern in denen des erstbesten Kaiwniers, der, ohne die folgen; seiner Tat zu erwägen, losseuett und damit den Casus belli schaHA Dir Bewaffnung der Handelsschiffe.

Berlin, 10. März. Laut verschiedenen Morgenblöttern soll ,Wilson nach einer Konferenz mit Lausing die Beroaffnung der L>andelsschiffe ohne Befragen des Kongresses besohle,: haben. Ten Schiffswerften sei vom Mtrrimmrinisterrum staatliche Beschlagnahme angetwoht worden, falls sie den Bau der von der Regierung, bestellten Schiffe nicht beschleunigten.

Basel, 10. März. Die Baseler Nachrichten" melden cuS Paris, daß über Wilsons Beschluß, die Handelsschiffe zu bewaffnen, mxf) keine amÄiche Bestätigung vor! rege. Es wäre wenig wahr-i scheinlich, daß Wilson ohne einen Parlamentsbeschluß handeln werde. Villa in Japan?

Köln, 9. Mär^. DieKölnffche Zeitung" meldet aus Genf: Me der Gaulois wissen will, ist nackx einer Mitteilung aus den Vereinigten Staaten der mexikanische General Billa verschwunden. Es lieißt, er sei nach Japan abgereist. Ter New Port Herald be- zv^eifelt diese Amml/me.

Die Beteittgu'ng Äayerns an Heeresliefcrungen.

Müncben, 10. März. (B. T.)-Jm bay-erischeu Land­tage teilte oer Kriegsminister mit, daß der Prozentsatz der Beteiligung Bayerns crn den HeereSlieferringen des Reiche- 10,6 betrage. Nach Ansicht des KriegSininisters sei Bayern damit entsprechend bedacht worden.

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Todes-Anzei^e.

Allen Freunden, Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass mein lieber einziger, hoffnungsvoller Sohn

Ludwig Jung

ganz plötzlich und unerwartet im Alter von 29 Jahren heute morgen 9 Uhr an einem Schlaganfall verschieden ist.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Kar! Jung i.

Wieseck, den 9. März 1917.

Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. März, nachmittags 2 Uhr vom Sterbehause Giessener Strasse 100 aus statt. ' 1974

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Freunden, Bekannten und Verwandten hierdurch die traurige Mit­teilung, dass meine innigstgeliebte Gattin, unsere unvergessliche Sehwester, Schwägerin, Tante und Nichte

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heute morgen 6 Uhr nach langem schweren Leiden im 41. Lebensjahre sanft dem Herrn entschlafen ist.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Hermann Dieül, Metzgermeister.

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Reißkirchen, den 9. Marz 1917.

Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. März, nachmittags 3 Uhr, statt.

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Tieferschütternd ganz unerwartet erhielten wir am 25. Februar durch ein Telegramm vom Chef­arzt die schmerzliche Nachricht, daß mein lieber Mann, der treusorgende Vater seiner zwei Kinder, unser treuer Bruder, Schwager, Onkel und Pate

Wilhelm Stein

Landsturmmann im Garde-Inf.-Rcgt. Nr. 6

nach 28monatiger treuer Pflichterfüllung im 42. Lebensjahre durch einen schweren Kopfschuß den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist

In tiefer Trauer:

Frau Katharine Stein und Kinder nebst allen Angehörigen.

Trohe, den 10. Marz 1917.

01429

ML

Unser lieber Vater

Professor ßr. Ernst Wilhelm Benecke

in Strassbarg i. E.

ist am Abend des 6. März im fast vollendeten 79. Lebensjahre sanft verschieden.

Marie Schmidt ged. Benecke Professor Dr. Arthur B. Schmidt

Tübingen, den 7. März 1917. 1947 D

Wir bitten von Beileidsbezeugungen absehen zu wollen.

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Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange meiner lieben Mutter sage ich zugleich im Namen der Familie besten Dank.

Max Lüttringhaus

.Apotheker.

Giessen, den 8. März 1917.

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