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9.3.1917 Erstes Blatt
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hmcherte von Millionen erspart, ohne dm Eur^elstaaten iLre bis­herige Rente $u schmälern, dann solle man das nicht avlrhireu. Redner bespricht kurz die Frage der Neuorimti-erimg, bei der alles daran? ankomme, wie sich das Volk selbst nach dem Kriege dazu stelle, und geht dann aus die Ernährnngsfragen über. Hier stehen sich die Mernmigen gegenüber, ob zuviel oder zu tvenig Zwang und Organisation da sei. Wo Mangel herrscht, wird auch die beste Organisation keine volle Zufriedenheit bringen und ohne ivillige Unterstützung durch die Bevölwrung versagt jede Organisation. Der Ernst der Lage ist noch nid# im ganzen Volke erkannt, die eine Hälfte hat immer noch Ueherfluß, die andere Mangel. Tie vielen Verordmmgcn allein tun es nid>t, man kennt sich darin nicht mehr aus. Mehr Rat und Voraussicht ist nötig. Ter gesetzlich# Zwang ist nötig, aber wenn er angeuieichct werden muh, dann ist es schon gefehlt. Bedmklich ist es auch den Anreiz zur Produktion durch fortwährende Preissteigerungen zu schlffm, das ist eine Schraube ohne Errde. Wie will man sich da ivickder zu Friedenspreisen zurück­finden? Richtig ist nur die Schaffung eines vernünftigen Ver­hältnisses in den Preisen untereinander. Mit am meisten spürt die Last des Krieges der Fehbesoldete, weil er sein Einkommen nicht selbst regeln kann. Tie Vorlage über die Teuerungszulagen für Beamte sei deslxüb trotz ihrer kargen Zahlen mit Tank zu be­grüßen, hoffen tliw seien noch Besserungen möglich, namentlich zugimsten der Pensionäre und der Witwen. Dankbar zu begrüben sei auch die Besserstellung der Staatsdienstanwärter und die weiter gehenden Beschlüße des Finanzausschusses. Tagegm sei es ein beklagmswerter Mangel, daß in der Unterstützungsvorlage für den Mittelstand der Pnvatangcstellten nick# .gedacht ist. Anlaß zu Meinungsverschiedenheiten imd damit zur Parteibildimg sei auch nach dem Kriege noch gegeben. Tas wäre kein Unglück, wenn nur alle sich belaubt sind, daß sie nach aubm hin eine einige und ge­schlossene Einheit zu bildm haben. Ziel und Aufgabe sind für alle Vaterlands freunde die gleichen: des Volkes Wohlfahrt uitb des Reichs Schutz. Jede Meinung über den Weg dazu bat das Recht gehört zu werden. Darum freie Bahn für jede ehrliche Ue-nw- zeugung imd für jeden Glauben, dann werde dm politischen Kämpfen die meiste Bitter? ft genommen. Nickis errege mehr als Rechtsungleichheit. M.an müsse nach Gerechtigkeit suchen.

^ Rach einer kurzen Paine kommt zunächst ein Antrag übw einen Staa'sl'eilrag zier Grosther'e^-Ernst-Ludwig-Jubilw' msift"na. Der Antrag des Finanzausschusses geht dahin: Der Spmde des l#ssischen Volkes an Sa Mwigl. .Hoheit dm Grobherzog ans An­laß des allerhöchsten Regierungsjubilänms aus Staatsmitteln den Betrag von 200 000 Mark in bar zu Lasten des unter Kapitel 118 des Hauptvoranschlags in Einnahme nachgewiesenen Vermögens­restes oder diesen Wert in anderer Gestalt zuzuwmdm.

Abg. Dr. O s a n n erstattet namens des Finanzausschusses dar­über kurzen mündlichen Bericht und beantragt die Dringlichkeit des Antrags und danach dessen Annahme: der Finanzausschuß habe dem Antrag einstimmig zugestimmt.

. Der Ausschußantrag wird darnach ohne Debatte vom Hanse einstimmig angenommen.

Es folgt hierauf die Fortsetzung der Generaldebatte über den Staatsvoranschlag.

Abg. Adelung (sozd.) führt aus, die Finanzlage Hessens sei in dem vorgetragenen Zahlenmaterial recht ikosig dargestelllt worden. Dir müßten uns aber doch immer dabei vor Augen halten, daß wir jetzt von unserem eigm.m Fett zehren. Unsere Einnahmen fließen zum Teil aus einer Raubbauwirtschast. Die Eismbahnein- nahmm werdm zurückgehm, wenn nach oem Ksi-ege die jetzt nichft vorgmommmm Unterhaltungs- urcd Emeuerungsanträge zur Aus'-, sührung kommen. Da werden erhebliche Summen verschlungen wer­dm, umsomehr, als sich auch die Transporteinnahmm nicht auf der gleichen Höhe halten werdm. Bei Schilderung der finanziellen Auf­gaben nach dem Krieg hält es der Redner im Gegensatz zu dem Finanzminister und dem Abg. Dr. Osann für unumgänglich, daß das Reich in die finanzielle Sphäre der Einzelstaaten übergreife. Doch sei auch kein Glamch zu übertriebenem Pessimismus. Vor allem sei das zu betonen, angesichts der ^vorstehenden Kriegs­anleihe. Hier müsse jeder seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit tun. Der Redner fordert wirkliche Durchführung der staatsbürgee- lick#n Gleichheit. Manches Vorurteil sei ja infolge des Krieges dahingeschmolzen. Weiter beklagt Redner die Planlosigkeit in der Organisation, besonders in der Einengung von Lebmsmitteln. Die Anreizpolilik habe versagt und fordere Produktions^wang. dm An­bau aller Oedflächen. Redner spricht sich dann gegm die Brotver- tmerung aus, die die Unbemittelten schwer belasten würde, und für welche die Verbilligung der Fleisch Versorgung keinen Ausgleich bilde. Die Sozialdemokratie sei kein Feind der Landwirtschaft. Sie wisse, daß sich ihre Arbeit rmtierm müsse. Allein die Lebensmittelpreise habm in der Leistungsfähigkeit der Verbraucher gciu'iffe natürliche Grenzen. Der Abg. Bauer habe gestem eine Käpuzinerpredigt u la Abraham a Santa Clara ge§en die Städter gehalten. Der Redner zerpflückt in längeren Ausführungen die gestrige Rede des Mg. Bauer. Die Sozialdemokratie sei absoluter Anhänger des Frei­handels, sie sei da, n*3 es fülr das Land nötig ist, sWr Schutzzölle, nran müsse aber auch an die Nottvendigkeit von Absatzmärkten den­ken. Das Kvhlmmonovol hätte bei richtiger Voraussicht vermieden werden müssen. Auch die Regierung müsse für Brennmaterial aus ihren Forsten sorgen. Unerhört und ungerechtfertigt seien die Koh- lmpreise. Man sehe nur die Dividmdm der .Kohlmzechen. Der Redner wünscht eine Beteiligung Hessens an dem RheinDonau­kanal. Mainz finde nicht die Unterstützung von der Regierung, die die Entwicklung Mannheims bei Baden finde. Hierauf berührt Red­ner die Fragen der Bevölkernngspolitik. Der Assessorismus und das Aspiranterrwesen sei auf diesem Gebiete ein Krebsschaden. Cw fordert Abstufung des Gehalts nach Minderzahl. Die Rede des Mg. Dr. Schmitt sei sehr erfreulich gewesen. Herr Dr. Schmitt sei zu seinen demokratischen Jugendtagen zurückgckehrt. Er werde

sich diese Rede aufbewahren. Der Redner stimmt der Forderung der Verhältniswahlen und der Aufhebung aller Ausnahmegesetze zu. Wir Sozialdemokraten machen unsere inneren Streitigkeiten unter uns ans. Wir brau chm keine Hilfe von außen. Meine Herren, wmn wir Sozialdemotraten unsere Pflicht erfüllt habm, so haben wir getan, was wir vorher stets gesagt haben!. Mr beanspruchen dafür keinen besonderen Tank. (Fortsetzung folgt.)

Ar»s Stadt und Land.

Gießen, 9. Marz 1917.

Wo melde ich mich für den vaterländischen Hilfsdienst.

Die neue Bundesratsverordnung hat die gesetzliche Meldepflicht bei den Ortsbehörden zur Registrie­rung für oie Hilfsdienst-Stammrolle fest­gesetzt. Von dieser Meldspflicht zur Stammrolle sind ge­wisse Berufskreise ausgenommen; diese Ausnahme von der gesetzlichen Meldepflicht besagt aber durchaus nicht, daß nur diese Kreise als im vaterländischen Hilfsdienst bereits tätig ^angesehen werden. Mle übrigen müssen sich zwar zur Stammrolle melden, die Entscheidung aber darüber, ob der Einzelne bereits im vaterländischen Hilfsdienst tätig ist, und zwar mit seiner ganzen Arbeitskraft, wird dem­nächst von den Einberufungsausschüssen (in der Regel bei den Bezirkskommandos) bezw. von den Feststellungsaus- schüssen (für den Korpsbereich in Frankfurt und Siegen) getroffen werden. Für alle diejenigen Personen, bei welchen dies verneint wird, ist die alsbaldige Ueberweisung zum vaterländischen Hilfsdienst in Aussicht geuommen.

Es ist daher von größter Bedeutung, daß alle diese Hilfsdienstpstichtigen schon jetzt eine Beschäfti­gung im vaterländischen Hilfsdienst suchen, denn dadurch wird di«D^)urchführung des Gesetzes erleich­tert und jeder Hilssdienstpflichtige wird an einer Stelle verwendet, die seinen Kräften, Kenntnissen und persönlichen Wünschen entspricht. Ausorücklich sei betont, daß niemand ans einein landwirtschaft.ichen oder kriegsindustriellen Be­trieb zwecks Uebernahme eines anderen' Hilfsdienstpostens ausscheiden soll. Schrveres Unrecht gegenüber der Allgemein­heit begeht, wer jetzt aus der Landwirtschaft zur Fabrik übergeht. Auch Frauen und Mädchen werden dringend ge­braucht.

Jeder melde sich baldigst bei den neu errich­teten H i l f s d i e n st m e l d e st e l l e n oder bei einem be­ruflichen Arbeitsnachweis, z. B. in Frankfurt für Techniker bet der Zweigstel e des deutschen Technikerverbandes, Fried­berger Landstraße 45 a, für Ingenieure bei dem Bezirks- Verein deutscher Ingenieure, Schil.'erplatz 7, für Kanfleute bei dein Kaufmännischen Verein. Wer keiner beruflichen Organisation angehört, oder keinen derartigen Arbeitsnach­weis in Anspruch nehmen will, für den bleibt die Meldung bei der zuständigen Hilfsdienstmeldestelle, weiche überall öffentlich bekannt-gegeben, auch bei jeder Gemeindebehörde zu erfragen ist. Man soll sich nur an e i n er Stelle schriftlich melden. Es sind dabei vorgedruckte Formulare auszufülleu, die bei der Hilfsdienstmeldest-elle, al.en Arbeitsnachweisen, Gemeindebehörden usw. erhält ich sind.

Es sei aber besonders darauf hingewiesen, daß diese Meldungen, die zum Zwecke der Arbeitsvermittlung im vaterländischen Hilfsdienst erfolgen, vollkommen unabhängig sind von der gesetzlichen Meidepflicht zur Hitfsdienststamm- rolle und von dieser Meldung nicht entbinden.

*

Fleischverbrauchsregelung. Wir verweisen uf ole^heutige Bekanntmachung des Oberbürgermeisters. 'Danach darf künftighin Fris wnrst nur noch aus die Fleisch­marken Rr. 1, 2 und 3 abgegeben werden und zwar 50 Gramm aus jede Marke. Maßgebend sind die aufgedrnckten roten Nummern. Diese Maßregel wurde notwendig, da infolge der geringen Anlieferung von Sck)weinen Frisch- wrrrst in dem bisherigen Umsang nicht mehr hergesbellt werden konnte, so daß die Ansprüche der Bevölkerung auf Frischwurst nach den bisherigen Bestimmungen nick# mehr befriedigt werden konnten. Infolgedessen war bisher an Samstagen ein gewisser Andrang an den größeren Metzger- geschckften bemerkbar; es ist zu hoffen, daß dieser durch die neuen Bestimmungen beseitigt wird.

** £ e b e u s m i 11 c l f a r t e tt. In unserem heutigen Blatte sind Vorschriften über die Abgabe von Lebensmittelkarten bei vor­übergehender Abwesenheit und beim Wegzuge von Gießen enl- halten, aus die wir an dieser Stelle be>onderS Hinweisen.

"Das G i e ß e n e r Bolksbad ,sl von jetzt ab Freitags und Samstags wieder bis 8 Uhr abends geöffnet.

""Zur Ablieferung von Z i n n g e g e rr tt ä n d e n wird nochmals ans Mittwoch, den 11. März 1917, vormittags von 812 und nachmittags vvil 26 Uhr ein Abnahmetag festgesetzt. Tie Zinngegenstände werden ans dein Stadt. Gas- und Wasser­werk, technisches Bureau. Gartenstrabe Nr. », entgeaengenommen

** Ein öffentlicher Impftermin wird am Donners­tag, den 15. März 1917, nachmittags 4 Uhr, in der Turnhalle der. Stadtmädchemchule (Schillerstrabe 8) abgehalten,, in welchem die­jenigen Angehörigen von Jmpfpslichttgen, welche Aufforderung er­halten haben, ihre Kinder kostenlos der Impfung unterziehen lassen! können. Näheres siehe im Anzeigenteil des heutigen Blattes.

** Vernichtet Die Engerlinge! Bei der Vorbereitung der Kartoffeläcker sollte man die Engerlinge auflesen und vernichten. Nehmt also ztim Pflügen Linder mit, die die Engerlinge tn Gefäße sammeln. Es empfiehlt sich, die Tiere an Schweine und Hühner zu verfüttern-

* Städtischer Eierverkauf. In der Woche vom Montag, den 12 ., bis Samstag, den 17. März, werden in den be­kannte!, Verkaussstellen Eier abgegeben. Näheres siehe Bekannt­machung

**DicimFebruar1.900geborenenLandsturm- pflichtigen der Stadt Gießen müssen sich am 15. ds. Mts., vormittags von 812 Uhr und nachmittags von 26 Uhr, im

alten Rathaus am Marktplatz zur Landsturnrrolle melden. Strtzs Bekanntmachung.

** Anbauverträge für Sommerölfrüchte schließt der Kriegsausschuß für Oele und Fette in Berlin. Siehe Anzeige.

wer morgen Zeit hat, verschiebe nicht den Sang zur Ablieferung seines Goldes aus später!

Die Goldanlausstelle

iu den Räumen der VezirksspattLsse Gießen ist morgen von $ bis \ 2 % Uhr geöffnet!

vermischtes.

* Gera, 8 . März. (W. B.) Gestern nach 12 Uhr mittags fand zwischen den Stationen Oelsen und Spora an der Strecke GeraMeufelwtyWuitz ein Zusammenstoß eines Güter» znges mit einem Personenzuge statt. Hrerbei entgleisten die beiden Lokoinotlven und Wagen. Sechs Reisende und ern Beamter sind leicht verletzt.

Ein Mord in Japan.

Berlin, 8. März. (Priv.-Tel.) DieB. Z. a. M." meldet nach den ,.Neuen Zürcher Nachrichten", daß die Tochter des Staats­sekretärs des Reichsmarineanrts v. Capelle, die Gcniahlin des, in Japan internierten deutschen Offiziers v. Saldern, in ihrer tn der Nähe des Konzentrationslagers Fukuka gelegenen Wohnung ermordet wurde. Es liegt R-ccubmord vor.

Letzte llcucbrtcbUtu Zum Tode Zeppelins.

Berlin, 8. März. Sämtliche Morgenblätter widmen deni Grasen Zeppelin warme und ehrende Nachrufe. ImBerliner Lvkalanzeiger" sckveibt Rudolf Herzog: Wenn der Wind hoch über uns brausend dahinfährt, werden wir die Köpfe strecken und mit Augen und Herzen suchen. Wenn am blauen Sommerhiminel ent­lang, der Sonne nahe, ein tveißes Wölkchen segelt, wird uns vor Freude der Atem stocken. Zeppelin, werden wir sagen mit einem! Glücksläck-eln in der Brust. Unser Heer schirmt das Land, unsere Scksiffe die Meere, hock) über uns aber in den Lüften hält Zeppelin die Sonnenwacht. Zeppelin, der deutschen Sonne getreue Eckatt.

ImBerl. Tgbl." wird gesagt: In Trauer und Dankbarkeit legt das deutsche Volk seinen Kttmz an der Bahre des Mannes nieder, dessen genialer Erfindergeist einen, über die Grenzen und Hemmungen der bewohnten Erde hinweg neuen und freien Weg C* chloß. Wetr von uns erinnert sich heute nicht jener Sommertage des Jahres 1909, wo Graf Zeppelin guer über den deutschen Boden Istnweg die ersten Wcitsahrten mit seinem Luft­schiff unternahm und bald in der einen, bald in der anderem, deutschen Stadt als Gast erschien.

Die amtliche Nnterfuchung der Dardanetleu-Expeditorr.

London, 8. März. (WTB. Nichtamtlich.) Der Bericht der Königlichen Kommission, die ernannt war, um eine Untersuchung! über die Dardanellen- Expedition anzustellen, ttmrd-e heute veröffentlicht. Es heißt darin u. a., daß die Frage des Angriffs aus die Dardanellen von Churchill als eine ideale Methode zur Verteidigung Aegyptens angeregt wurde. K i t s ch i n e r erklärte, daß er keine Truppen für den Angriff auf die Dardanellen verfügbar habe. Wenn man aber, so fahrt der Bericht fort, Erkundigungen eingezogen hätte, hätte sich heraus- gestellt, daß genügende Truppen fiir eine gemeinsame Operation zur See und zu ÜMlde vorhanden gewesen sind. Tie, Möglichkeit eines überraschenden Angriffs ans Gallipoli zu Wasser und zu Lande hätte große militärische icnd politische Vorteile ergeben und daß die übereilte Entscheidung, einen reül maritimen Angriff zu unternehmen, mit dem man das geroünschte Ziel nicht vollständig err ichen konnte, ein verfehltes unbesonnenes Ansgeben dieser Mög­lichkeit ivar.

Die irische Frage im englischen Unterhaus.

London, 8. März. (WTB.) Unterhaus. Tie Nationalisten­partei hatte einen Antrag auf sofortige Einführung von H o - m e r u l e mit denr Hinweis daraus eingebracht, daß dadurch die Stellung der Alliierten in ihrem Verlangen nach Anerkennung gleicher Rechte für die kleinen Nationen gestärkt werde. Im Laufe der Besprechung sagte Lloyd George, die Regierung sei bereit, allen Teilen von Irland, die es unzweideuttg verlangten, Selbst- regierimg zn gewähren. Die Iren könnten zu jeder Zeit mit aus- drücklick>er Zustimmung aller Parteien in England die Selbstregie- rung für jeden Teil ihres Landes erlangen, der es fordere, aber keine Partei werde die Forderung unterstützen, daß Ulster in irgend welches Abkommen hineingezwängt werde. Lloyd George legte zum Schlüsse folgende Resolution vor:

Das Haus begrüßt jedes Abkommen, das ein besseres Einver­ständnis zwischen Irland und dem übrigen Teil des Vereinigten Königreiches l)crbeizuführen geeignet ist, aber es hält es für un­möglich, irgend einem Teil oder einem Gebiete in Irland eine Form der Negierung mit Gewalt aufzuerlegen, die nicht dessen Zu- stimniung hat.

Asquith schlug vor, die Vermittlung einer außenstehenden arcswärttgen und unparteiischen Autorität auzurufen, um die ver­schiedenen Interessen und Neigungen in Einklang zu bringen^ R e d m o n d drückte seine tiefe Enttäuschung darüber aus, daß die Regierung mit keinem endgülttgen Plane hervortrete, und riet den Nationalisten, an der fruchtlosen Besprechung nicht weiter teil­zunehmen. Darauf verließen Redmond und die Natio- nalisten das Haus. Es gab einige Zwischenrufe, aber keinen Zwischenfall Die Besprechung wurde von den anderen Mitgliedern des Hauses ruhig fortgeführt. Die Nationalistenpartei wird niorgen tzher die Lage bevatcn.

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