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9.3.1917 Erstes Blatt
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Der Srrlsarische Bericht

Sofia. Mars. (ADV.) Amtlicher Bericht vom 6. SB tu*. . M cr z eoo nt s che tfroitt: Schwache Ärtill erierä ti g keit auf «r ge,amten k 5 ront. Westlich Bitolia Patrouillengeplänkest Unsere Dosten nahmen eine französische Patrouille gefangen. Im Varvar Tale Tüttgkert der Flugzeuge. In der Ebene von SerreS lebhafte Patro unten tätigkeik Eine englische Kompagnie mit Maschinenge-- wehre?i rückte gegen das Dorf Kpperi vor, wurde aber von dem Feuer unserer Posten empfangen und mutzte in der Richtung auf das Tori Kumla fliehen.

Rumänische Fdont: Zwischen Tuleea und dem Meere ^euerwechrcl zwischen Wadftabteilungen und Patrouillengesechtc auf dem Kugesrvrenen Arm deS St. Georgs-Kknals.

^^o fia, 6. Marz. (W.TB.) Bulgarischer Heeresbericht vom (. Marz.

.Mazedonische Front: Aus der ganzen Front schwaches Arttllerie- und M aschin kngeivebrfener. Line englische Kompagnie versuchte westlich dom T»jran-See gegen das Dorf Köpri vorzw- rücken, wurde aber von dem Feuer mrückaetrieben.

Rumänische Front: Oestlich Tulcea näherte sich eine russische Kompagnie auf dem zugefrorenen St. Georgs-Kanal unse­ren Posten, wurde aber durch Gewehr- und Artilleriefeuer zerstreut.

Drr türkische Bericht

K o n st a n t i n o p e l, 6. Mürz. (WTB.) Amtlicher HeereS- k«richt vom 6. Mürz.

Tigris-Front: Am 5. Mar» morgens griffen die Engländer mi't zwei Kavallerie-Regimentern, sechs Panzer automobilen und zwei Kanonenboo­ten von: Lande und vom Flusse aus unsere Vorposten westlich Dzizie, 8 0 Kilometer südöstlich Bagdad, an. Der An­griff wurde mit schweren feindlichen Verlusten zurückgeschlagen. Wir nahmen einen Offizier uird drei Soldaten gefangen. Am Nachmittag wiederholten die Engländer den Angriff mit Infanterie. Auch die­ser hatte dasselbe Ergebnis wie der vorhergehende. Nachdem imftri Vorposten ihre Aufgabe dnrchgesüstrt hatten, wurden sie nachts be­fehlsgemäß in die Hauvtstellung zrrrückgenommen.

Von den anderen Frortten wird kein Ereignis von Bedeutung gemeldet.

Kon stau tinope l, 7. Mürz. (WTB.) Amtlicher Heeres­bericht vom 7. März. ,

Tigris-Front: Die Engländer nähern sich zögernd unse­ren Stellungen.

Kaukasus-Front: Nur an einigen Stellen Gefechte von ErkundnngSpatrouillen.

Sinai-Front: Versuche der Engländer, gegen unseren rech­ten Flügel vorzugeben, wurden durch unsere Vorposten mrückge wiesen. Ein feindliches Flugzeuggeschwadcr machte einen Bomben amgriff auf die Station Del el Eheria. Es gelang ihm aber nickt Schaden zu verursachen. Unsere Luftabkvehrgeschühe schossen ein feindliches Flugzeug, dessen Führer und Beobachter gefangen wur­den, ab.

Galizische Front: In der Umgebung von Dnkielany schlugen unsere Truppen im Laufe eines Bombenkamvfes den An griff eines russischen Bataillons ab und fügten ihm schwere Ver­luste zu.

Aus den anderen Fronten kein Ereignis.

Der englische Bericht ans Mesopotamien vom 7. MHry.

Unsere Kavallerie ist Qm 5. Mau?, mit der AcnMtt der Türken bei L a j j in der Nachbarschaft von Ktesivöom ins Gefecht geraten. Die vom Feind Zürückgel-assene Beute liegt über ein Gebiet von 80 Meilen verstreut, so daß es nickt möglich ist, ihnen ganzen Umfang anUrgeben. Bis heute wurden achtundbreißig Geschütze «Ms dem Fluß geholt.

Ein englischer Bericht aus Aegypten.

London, 7. März. (WTB.) Meldung des Reutersckwn Bureaus. Das Kriegsamt teilt mit: Der Oberbefehlshaber in Aegypten mcÜ>et am 6. März, dass türkische Streit­kräfte eine sehr starke Stellung in der Nachbarschaft von Scheik Muran, westlich von Shellal, nachdem sie zwei Monate auf die Anlage mächtiger Verteidigungswercke ver­wendet hatten, ansgaberr Am 6.' Mürz führten unsere Flug­zeuge Bombenangriffe auf feindliche Eisenbahnzüge und Eisenbahnwagen aus und verursachten große Verluste an Menschenleben und Material.

vion der BsrneMmg b?S preußischen M ilita rismuÄ Wocke. In En gland herrsche schon em p f i n d li ch e N o t.

Ir» den letzten Tagen sei die tägliche Brotration auf zwei Unzen festgesetzt worden- Kartoffeln seien fast gar nicht inehr zu haben.

Die englische Landwirtschaft.

Lugano, 0. März. Dem Corr. d. Sera wird Von einem Londoner Korrespondenten gedrahtet, in ganz Eng­land werde bereits eifrig mit der P s l u g a r b e i 1 begonnen. Auch nach t s werde gearbeitet, und zwar bcistr Scheine von Acetylenlampen. Es werde gerechnet, daß die Tag und Nacht betriebenen mechanischen Pflüge, von denen fortwährend große Mengen vom Festlande eingeführt würden, in fünf Tagen und vier Nächten dieselbe 'Arbeit lei fielen wie ge­wöhnliche Pflüge mit Pferdegespannen in 56 Tagen.

Gens, 9. März. In der Erklärung des Grafen Ro­ma non es, er werde dem Beispiel seines Vorgängers Dato folgen und bew a ff ue te n 5) ande l s sch i f fen den Auf­enthalt in spanischen Häfen gestatten, findet der Lyoner Pro- gves eine bedeutende Annäherung Spaniens an den ameri­kanischen Standpunkt.

Die Nöte in Italien.

Bern, 8. März. (WTB. Nichtamtlich.) In der gestri­gen Sitzung der italienischen Kammer erklärte der Sozialist B e l t re m i, daß im Kreise Patlanza ein geradezu besorgniserregender Getreidemangel herrsche, der umso fühl­barer sei,' als es nicht nur an Getreide, sondern auch an an­deren Lebensmitteln fehle.

Corrierc della Sera" zufolge teilte der Handelsminister mir, daß die italienische Negierung in London Schritte untere nommen habe, um das Einfuhrverbot zugunsten Italiens teilweise abändern zu lassen.

Eine große Kundgebung in Paris.

Paris, 8. Mär». (WTB.) Meldung der Agence Havas. Gestern nachmittag fand eine große nationale Kundgebung str der Sorbonne statt, bei der Poinccrre awoefend war und Kammerpräsident D e t- ch a n e l bnt Vorsitz führte. Der Justiz- minister Vi vian i erklärte namens der Regierung, nach dreißig Kriegsmonaten habe Frankreich unbezwingbar und entschlossen die Niederlage tu die Ferne gerückt und sich dem Siege genähert. Wie eS sich im Ktttege ausrechlerhalte, so iwrcte es morgen auch auf- rechtstehenimFriedenzusammenmitElsaß-Loth- iin gen , in einem Frieden auf Grund des Sieges, den Frankreich feiner Geschichte zu Ehren und gemäß der Achtung für seinen Namen allein mrnehmen könne, gegenüber dem preußischen Militarismus, der die Geisel des Krieges eirtfesselt habe, eines Sieges, der et ermögliche, daß die Kinder seiner Kinder frei unter der Sonne leben könnten. Für das ReckK und im Bunde mit den Alliierten bleibe

r ankreich aufrecht. Daraus hielten Deschanel. Barthou und orrcö Reden, in denen sie Frarckreich ausriefen, bei den An­strengungen zu beharren, dem: niemaG biete sich eiuü gleich günj- stige Gelegenheit, den Sieg zu vollenden und den Erbfeind endgültig zu bezwingen, der sich im Laufe der Jahrhunderte bereits nnnnnd- Kwanzigmal aus Frankreich stürzte. Die großen Gesellschaften Frankreichs erklärten ihren Willen, die Anstrengungen der Kämpfen­den zu unterstützen, feierlich. Xiz Vertreter des katholischen, prote­stantischen und des israelitischen Propaganda-AusschufseS sprachst, sich in dem gleichen Sinne ant.

Bern. 8. März. (WTB. Nichtamtlich.) Bei der gestrigen Noatinnalkundgebmrg in der Svrbmrne erklärte Dechanel in. ä ? u. a : Deutschlands Behau p tun g, daß die "utente es vernichten wolle, sin haltlos. Mm könne, Matwn von stetig üflÜÜfltoJWt nuht verrckchien. ßtetn mm

spreche, nveine man damit den Chava^ter Hveußens. welches ein; militärischer Staat sei, zu zerstören, denn wenn Preußen seinen Militarismus nicht hätte, würde es nicht existieren. Man müsse dmn auch alle deutschen Schicken und Universitäten, deren wgiscli-c Fortsetzung die Armee sei, vernichvem Soläien Chimären lause mar» m Frankreich nicht nach. Man wolle niem-crud verlnndern, zu iftm, aber man ivoke, daß alle Völker in FreU-eit, Unabhängig­keit und Würde arbeiten kirnten. Für Frankreich und Europa gebe es keine Rul-, so lange die deutsche Armee so uche an der fran­zösischen Hauptstadt swhc und den Zugang zu den Straßen halte, aus denen die Terrtsdxm über 200 Mal in Frankreich ein ge fall«' ßeien. Geographie urck Geost^ie seien die betreu Diplomaten und die Grunolagen für die wirkÄd»en Grenzen Frankreidjs. Beachte mm sie nickst, so falle man in Willkürlich^ciL und Getoalttättgkeit. Auch nach dem Kriege werde der Kampf nicht zu Ende sein, so lange der Feind vor der Türe steh, und deshalb müsse man sich bemühen, ihn in schlagen. Hft'rdriker Ernest Lavisse, Vorsitzender des Or- SLnssMtronskon»teeS, erklärte. Frankreichs Friedensbe-« dinzungen seien die Bestrafung D en tschlands und dic Rückgabe Elsaß-Lothringens, di-e WisL-arherstetlung und Unalchitzuttgkrit Bclgieirs, Serbiens und Rumäniens und das Rech,

Selbs^erfü^ung aller untererü^ten Nattsnalitrtar. Nur unter diesen Bscnngungen wesde der Frieden dcruertiast sein, aber Deutsch- kmb werde die>e Bedingirugcm ocst csnrielstrren, wenn cs durch Ge> walt «ezwungen fei. Sofeünm sprach«, iwch Be zres im Nam« der Vertreter der Wussanschasieu mrd Stadtgemein

den m gern gleichen Sinne. Sochieiztrck) ecÜäxtz sich Viviani nern'.-ztT* der Regierung mit den Ausführungen seiner Vorredner solidarisch. '

Die ganze Presse betont, bk Kundgebung l-abe infolge der Er- klÄcmrqea VwianiS loeit mehr als nur ofsiziöse'n oder patriotischen ClMnakter.

De',' U-8ooSkrieg.

Neue gro^e Lrsslse im Mittelmeer.

Berlin, 8. Mörz (B'Bl) ImMittelmeer wur­den versenkt nen n Dempfer und drer Seg ler mit zusamvrcn ?/2 000 Tonnen, dck mnter nm 14. Februar der imvLffMtt italienische DÄMp-fcrTonus" (4159 Tonnen) mit Betummöl^e nyfc Mais p»n Älerirridrio nach Genua, am 29. Febnrardr-r veprg^te evgHsche Tran p^rkvampls-rRo- ssl-e" (423 i Tonnen) mit Munitisn u-w Ha^er von New Vvrk nach Sal»nck. am 21. ^Februar d,r bewaffnete erotische Danrpser <3i)12 Tonn-cn) mit 4500

TH'?neu Magnesium an?-' Weg nach EngianÄ, am 22. Fe- brtdgr ein französischer Dampfer von etwa 1000 Tonnen, am 23. Februar der hewaff«-rte engiiMe DampferTrojan Prinec" (313! Tonnen) mit vrller LaÄnng, am 20. Februar % J bnmffwit englische DampferBurnby" (3665 Tonnen) mit 5209 Tonnen Ksl>e Von C»rdüff Algier, ein be­waffnter feind!ick>er TrLMspsrlhmnpftr vvn ettva 5000 ^irn- Kohleuladung und der Dampfer

M§ dem Reiche.

Der Hauptauöschutz des Reichstags und die Steuerfrage.

Berlin, 8. März. (WTB. Nichtmntl.) Der Ijfniö des Reichstages begann heute Stein-nwrlagen. Die weitere K-riegsabgabe

Hauptaus-- Beratung der Reick-sbank im

Tonnen), am 3. März der Era'WrnLsrsn" (2789 Tonnen) mit

«me

fttu mit

.JBirtmj*" (1388 erotische Darnpftr Ksh'ie.

D-er Chef des Wmiralftabs der Marine.

Der französische Torpero^osLSzerftörerCassini" torpediert und unterseganKen.

Paris, 8. März. (WTB. NichLmnLlich.) Der Marine­minister teilt mit: Der TorpedobootSzerstörer Cassini", der dem Patrouillendienst auf dem Mittel­ländischen Meer zugeteilt war, wurde am 28. Februar um 1 Uhr morgens von einem feindlichen Untersee­boot torpediert. Die Pnlverkanimer explodierte, worauf Las Boot in weniger als zwei Minuten versank. Der KonimandariL, sechs weitere Offiziere und einhundert Unteroffiziere und Mannschaf­ten sind umgekommen. Zwei Offiziere und zweiund­dreißig Unteroffiziere und Mann sind gerettet.

Der versenkte italienische TruppcntrausporLdampfer

Berlin, 8. M^ärz, (WTB. Amtlick.) An Bord des am 15. Februar im Mittelmeer auf dem Wege nach Saloniki versenkten italienischen TrupperrtransportdampsirsMinas" befanden sich rrach den Aus-sagen der beiden von unserem U-Boot au.fgefisckste7i italienisclstm Soldaten ein General, drei Obersten, zwei Majore und tausend Mann italienischer Truppen vo?r drei verschiedenen Regimentern, die bei der herrscherrden hohen See mit dem Schiff untergegangen, sind. Erlebnisie auf einem deutschen N-Boot. Kopenhagen, 8. März. (WTB. Nichtamtlich.) Das norwegische VvllschisfStorSkocst^ wurde am Februar an der irischen Küste aus der Reise von Süd­amerika nach Queenstown mit einrr Maisladung versenkt. Die Besatzung wurde irrt Bord des Unterseebootes genom­men, wo sie drei Wochen verblieb. Erst vor einigen Tagen U'urde sie in .Helgoland gelandet. Unter der Besatzung be­fanden sich aucl) ein Cmgländer tmb drei Russen, die in Deutschland acks Kriegsgefangene zirrückgehalten werden. Der übrige Teil der Besatzung, fünf Dänrit und zehn Norlveger, trafen gestern hier mks Deitsichland ein.

Politiken" veröffentlicht heute einen Bericht über ihren Aufenthalt an Bord des Unterseeboots. Der Kommandant wird einstimmig als eine attszerordentlich gewitmende Per- sörtlichkeit geschildert. Auch von der übrigen Besatzung wur­den die fremden Seeleute init der größten Liebenswürdigkeit behandelt. Man lebte wie Kameraden und teilte alles, was die Speisekarmner bot. Vor der Versenkung desStorskog" wrirden vier große Dampfer, darunter ein englischer Munttionsdampser, versenkt. Während des Aufenthalts der fremben Seelettte an Bord versenkte das U-Boot einen Weizendmnpfer von G(X)0 Tonnen, einen Kohlendampfer von 6M0 Donnen, einen anderen Dampfer von 3000 Tonnen und ein Segelschiff. Das U-Boot wurde o ft vo n eng lischen To r p e d o j ä g e r n verfolgt. Bei einer anderen Ge­legenheit wurde ein bewaffneter englischer Handels- d a m P f e r durch wohlgezielten Torpedoschuß zum Sin­ken gebracht, ehe auf dem Dampfer die Geschütze schuß­bereit gemacht werden femuten. Nachdem der Torpedovorrat erschöpft war, wurde die Heimfahrt ua.ch .Helgoland anae- treten. Bon dort kelTrten die skandinavischen Seeleute über Bremen zurück.

die der

Betrage von 100 Millionen 9Rark rvurde unverändert ange- siommen. Sodann trat der Ausschuß in die allgemeine Erörte­rung der drei SteuLrMsetzentwürjL, Zuschlag zur Kriegssleuer, Sick-crung der Kriegs neuer und Kvhlenu-euer, ein. Staats nkretür Rodern erklärte, die Kohlensteuer werde irrsbesondere für dre Uebcrgangszeit als laufende Steuer quelle nötig sein. Das Bolks- oermögen werde auf 300 bis 330 Milliarden jür Teutschalnd ge- Tstitzt, worvn etwa 200 Attlliardeu steuerbar feien. Das Steuer- Programm für die Uebergangszeit lasse sich jetzt noch nicht curf- srellen, da wickstige Faktoren der EuVvicklmrg noch nicht zu über- ehen seien. Die Reichs Vermögenssteuer würde ohne Staffelung gerade den Mittelstand am meisten belasten, mit der Staffelung aber wegen deS großen Anteils der kleineren und mittleren Ver­mögen an dem Gesanrtvernrögen nicht den erhossten Betrag bringetr. Auf die Anregung eines Ausschußmitgliedes ertviderte der Staats-- jekretär, von der Erhöhung der Börsensteuer seien zurzeit nur ver­hältnismäßig geringe Summen zu erivarten. Hinsichtlich der Be­rücksichtigung des Familienstarides betonte er, daß diese Frage bei der künftigen Steuerreform eine rvick>tige Rolle spielen würde, raß jedoch bei den vorliegenden Etrvoürsen davon Abstand zu nehmen sei, weil die Vorarbeiten wxi> nicht zu einer vollen Klärung der Frage geführt hätten.

Im weicheren Verlause der Verhandlimgen führte Staats­sekretär v. Rödern in Bezug auf die Kohlenpreise aus, Deutschland stehe jetzt besser da, als das ÄMajtb und werde diese bessere Position auch liach deni Kriege bel-alten. Daß die Kohlen­steuer eine Belastung der Produktion darstette, werde von ihm zu­gegeben, gleick^wohl seien diese Bedenken von allen Seiten zurück- gestellt worden. Der Handelstag habe die Kohlensleuer in der Form von Wertsteuern empfohlen- OtackHem sodann der Vorsitzende des Ausschilfses Dr. Spahn Mitteilung von dem Ableben des Grafen Zeppelin gemacht und dem verstorbenen genialen Er- ssnd'er einen tiesempsiindenen Nachruf gew3>met batte, hielt Staats­sekretär Helfferich eine längere Rede, in der er u a. aus- führte, die Kohlenstauer habe zwar Bedenken von dent Stmtd- punk'. der Produklion, aber ntan müsse sich an den Gedanken ge- wöhuen, daß wir in Zukunft iricht ohne jede Besteuerung der Pro- duktion anskonimen werde. Es b)mme nur darauf an, die Lasten so zu verteilen, daß imsere VolkSwirtschast sie auch tragen könne. Die Lage Deiitschlands bezüglich der Kohlenpreisc sei günstiger, als die anderer Länder, dank der eigenarttgen Organisation, nach der irr Pve>ißen der Fiskus Einfluß auf die Gestaltung der Kohlen- Preise MiSzuüben in der Lage sei. Diesen Vorsprung werde Deutsch- fcntf) and) nach dem Kwiege beibehalten,' da damit zu reckMen sei, das; vor allein England und Amerika auch nach dem Kriege höhne Preise haben wiirden. Es sei .auch rickitig, daß vorerst das Reich einen großen Teil der Kohlensteuer trugen werde, aber bei dem Einttftt der FrstHensverhältnisse, werde der Anteil des Reiä)eS an der Kohlensteuer arttamattsch von der vrivaten Vvlkswittsckiaft übernommen werden. Wesentlich sei auch, daß für die schvere Zeit deS Uebergangs Entnahmen geschaffen feiert, und daß an den Privatbetrieben auch die Anpassung an die veränderten Pro- duktionsbedrngungen erleichtert werde. Die Verhandlungen werden am Freitag fortgesetzt.

BurDesratsbeschtüsfe.

Berlin, 8. März. (WTB. Nichtamtlich.) In der heu­tigen Sitzung des Bundesrats gelMtgten zur Annahme: der Eittwurs einer Bekanntmachung über den Verkehr mit eisernen Flaschen, der Entwurf eines Gesetzes betr. Aendernng des Gesetzes über den Absatz von Kalisalzen, eine Ergänzung der BekMintmachung über den Verkehr mtt K a ka os ch a l e n, der Entwurf einer Bekanntmachung über die staatliche Genehmigung zur Ausgabe von Teilschuld- verschreibungen und Vorzugsaktien, der Ent­wurf einer Verordnung betreffend dre Zahlung der patent­amtlichen Gebühren, der Enttvurf einer Verordnung über Vereinfachungen im Patentamt, der,Entwurf einerBe> lannttnachung betreffend Sicherung der Ackerbestel- l u n g, der Entwurf eines Gesetzes zur V e r e i n? ach u n g der Rechtspflege und der Entwurf einer Bekannt­machung über freiwillige Gerichtsbarkeit und andere Rechtsangelegenheiten in .Heer und Marine.

*

Berlin, 8. März. (WTB.) Der Kaiser ließ der Reichsbank eine große Anzahl wertvokler Goldmünzen zur Verstärkung des Goldbestandes übergeben.

hessischer Landtag.

Zweite Kammer.

Am

Regierungstssch:

> .Innern v. Hör

Berlin, 8. Mär^ fSritoriM.) Wie mir

Vernehmen,

stand das Tauchboot, das kürzlich das Zusammentreffen mit emer Tauch boo t falle hatte, unter dem Befehl des Kapitänleutnants R o e h r.

Rotterdam, 8. März. (WTB.) Hier geht das Gerücht der HarwtckdantpferEopenhagen" sei'in beschädiatern Zustande von zwei deutschen Torpedobooten näch Zeebrnaoc geschleppt worden.

^ad) Reuherirngen der M«nnsft>aft des Ende Februar von London in Rotterdam angekommenen englischen Damp­fers erhielt diese für das Befahrerr des Sperrgebiets eine wöchentliche Lvhnerhöhium von zwei Pfund. Der Steuer­mann renes Dampfers erhalte z. B. jetzt znMs Wund die

Tarmstadt, 8. März. Staats minister Dr t'n>nrd, Mi- rnster des onnern v. H -o m b e r g t , Finanznänister Tr. Becker, Staats rat H ö tz i n g e r, Ministerialrat Schliephake.

, Zweiter Vizepräsideitt Tr. Schmitt eröffnet die Sitzmtg um 9^4 Uhr. Tie Generaldebatte über den

Staa tS Voranschlag für 1917 werd wrrgeseht. Erster Redner ist Aba. Henrich (Fortschr. Volkse Mrter) Er führt ans: In diesem Weltkrieg hat man sich so sehr an ricymhafte Ziffern gewöhnt, daß die kleinen Zahlen des hessi- id?en L>taatsvoransd:lags unbedeutend anmuten. WaS sind die bis­herigen Steuern ltnb Schulden gegen die Silmmeri, die der Krieg umietzt? Ltber diese Massenzifsern sind doch airch nur das Ergebnis unzähliger Emzelleiftnngen: in diesen liegt die Wurzel der Volks- kraft, sie müssen weiter gepflegt >vett>en. Ter Voranschlag zeigt em. günstrges Bild. Die Kriegsarbeit bringt Geld nnd Arbeit: die Mrllrardcnanleihrm setzen sich in Einkommen um. Dieses blctbr tm Lande, bildet neues Kapital, das wieder Anlage in Kriegsaw leihen sttcht. Dieser Kreislauf vollzieht sich, so lange das deutsche Volk Kraft und Material zu neuen Arbeitsleistungen hat. Das ist unsere Stärke gegenüber unseren Feinden. Ter Uebergaug in die Friedensarbeit lvird unte Störungen bringen, das Einkommen ati§ Anleihen fehlt dann, aber nicht Gelegenheit zur Arbeit. Für utc Übergangszeit ist Schonung vor neuen Lasten nötig, desl-alb jetzt Schonung der Fonds, die fid; überraschend gut gehalten haben. Der StaatSvoranschlag ist kein voller Maßstab für die Wirkungen tx's .Krieges da der Staat selbst größere Lasten ans Anlaß des KrtegeS naht zu tragen hatte; die Teuerungszulage an Beamte wird aus Reserven gedeckt. Tie .Hauptlast verblieb daher den Ge­meinden, der (£>taai kann hier nicht auf die Tauer Zusdjauer blei­ben. Tie größten Ausgaben hat natürlich das Reich. Nock) dem Krtege werden sich die lausenden Ausgalven gegerr früher wohl ver- merfadreit, wenn nicht eine fette Kriegsentschädigung Abhilfe schafft. Die neuert Stenern auf Kohlen und auf den Verkehr bilden nur einen Vorgesd)mack für das, was rwch kommt und hoffentlich den bittersten (besser wie die Kohlensteuer wäre die Verstaattichung der Kohlenbergwerke oder wenigstens die Beteiligung des Rcidjs an der Reitte). Ohne eine kräftige Vermögensstener bleibt die Ordnung der Retchssinanzen ein bedenklidj-es Stückwert: für die Freilassung des Besitzes hat das Volk nicht geblutet und gelitter:. Ter Abg Sttesenwnn schlägt nur eine einmalige Abgabe vor, dce in der Emzahlung von einem Drittel aller Vermögen besteht. Für dre Industrie mag das annehmbar sein, die sich von der Amputation rasch wieder erholt, nichi aber für den Grund­besitz. Rrchttger ist die ITianspruchnalMe der Rente durch eine pro-- gressive Vermögensswuer. Auch der Gedanke der Reidrseisenbahnen müsse erneut evvogen N-erden, Wenn tn« citt&ätlid* aSeriwUtamj.