{jjf ^^oir bie Javaner mißtrauisch machen und sie
fcynurlttacks dem — Zimmermannschen Gedanken, der Verbrüde rung mri Mexiko in die Arme treiben? Nun. wenn sich die Herr schatten, dre Deutschland auf dem ganzen Erdball vernichten möchten, im fernen Osten in die Haare geraten, uns kann es ja nur recht sein. Für uns handelt es sich, tttöui China sich »oirklich zunächst einmal raufen Iaht, nur darum, die chinesischen Schisse auch außerhalb de- Sperrgebiets zu versenken. Mit den angedrohten chinesischen Krie «rscharcn auf dem Kanipfplatz lin Europa hat es seine guten Wege Sre kamen doch zu spät für die Eittschettung. Was aber die deutscher ^serte rn China anbelangt, so schein: auch darüber eine allzugroß? Beunruhigung nicht ain Platze %u sein. Diese Werte sind viclleich um destvillen ganz -besonders gut ausgehoben, weil keiner der Räuber, die sic stehlen möchten, sie dem andern gönnt. Und ist der Krreg m Europa entschieden, dann ichrd sich auch in China alles ttnden.
Der ll-voo -krieg.
Reiche N-Boot-Beute im Mittclmeer.
Berlin, 7. März. (WTB. Amtlich.) Im Mittelmeer wurden versenkt acht Dampfer und sieben Segler mit zusammen über 40 000 Tonnen, darunter am 10. Februar dcr schwer bela.'ene Transportdampfer vsn etwa 8000 Tonnen bei Porto d'Anzio. am 20. Februar der nor w-egische Dampfer „Doravore" (2760 Tonnen) mit Stückgut von Genua nach London, am 22. Februar vi^r italienische Segler mir Kohlen und Lebensmitteln nach Italien, am 24. Februar südlich von Kreta ein mir 15-?entm-Ge'chütz be^ wafsneter, von Fischdamps'rn gesickerter Transprrtdamvser von etwa 6000 Tonnen und der griechische Damp'er .,Miou- lis" (2918 Tonnen) mit Baumwolisaat nach England, am 26. Februar der bewaffnete englische Dampfer ,(5lan Fargu- har" (5858 Tonnen) mit Baumwolle, Tee u: d Inte nach England, an: 27. Februar der bkiLaffnete englische Dampfer „Brodmorc" (4071 Tonnen) mit Gefrierf eijch nach; England. Ein Kapitän und zwei Maschinisten wurden gefangen genommen.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Berlin, 7. März. (WTB.) Wie sehr der uneingeschränkte Tcruchbootkrieg auch eine Verringerung der n t u t t <tj[ e n Schiffahrt verursacht, geht aus' Statistiken über den Schissahrtsöerkehr in neutralen .Häfen hervor. In der Woche vom 25. Februar bis 3. März liefen laut „Nieuwe Rotterdamsche Courant" vom 4. März in den Rotterdamer Hufen nur 7 Schisse gegen 57 in der gleichen Woche des Vorjahres ein. Für 1914 war die Zahl noch 197 Schiffe. Nach dem „Algemen Handelsblad" vom 4. März kamen in derselben Woche in Amsterdam nur 5 Schisse gecren 26 im Jahre 1916 an.
Hamburg, 7. März. (WTB.) Wie ergänzeird gemeldet wird, ist der als Prise nach Hamburg aufgebrachte Dampfer „L i v i n g sto n e" norwegischer Nationalität.
Rotterdam, 6. März. (WTB.) Der ,.Meuwe Rotter- damsche Courant" meldet: Kontreadmiral Sir William P a k e n h a n ist zum K o m rnandante n der englischen Schlachtkreuzerflotte ernannt: worden.
sammen 684 j682 Mark. Für bas Jahr 1916 ist ja durch die im zeigen Jahre beschlossene Steuererhöhung vorgesorgt mrd diese in «erbrndung mit der übrigen wirtschaftlichen Entwicklung gab der Grotzh. Regierung Veranlassung, für das Jahr 1917 eine Mehrein- nahme an Steuern gegen 1916 vorzustheu von 1512000 Mark ^ne Steigerung, itrste ste in solcher Höhe ohne Steuererhöhung :n >nnem der Vorjahre auch nur annähernd ins Auge gefaßt werden Ente. Um 6M000 Mark mehr gegenüber dem Vorjahre wird allerdinas diele (^TtTtTftTimr' ^Rn-r-rpTnirri'? ttrm rtlfivM «inK
Aus dem Reiche.
Die Kriegsunterstützungen.
Berlin, 7. März. (WTB.) Der Hauptausschuß des Reichstages nahm bei der Weiterberatung des Etats des Reichsamts des Innern folgende Entschließungen an: in ™ 1li - e n h e {1 f c t>on 20 m - sür die Ehefrau und
10 Mk. für jedes Kind auch während der Sommermonate werter zu zahlen; die Wochenhilfe während des Krieges auszudehnen auf die Ehefrauen der in: vaterländischen Hilfsdienst tätigen Versorgen, soweit Bedürftigkeit vorliegt; den Kriegstvächnerimrer: künftig 1.50 Mk. (statt bisher 1 Mk.) pro Tag Unterstützung zu gewähren.
Hessischer Landtag.
Zweite Kammer.
ar « - - Darmstadt, den 7. Mürz.
Am knegrerungstische: ^taatsmmister Dr. v. Ewald, Mi- Ser des Innern v. Hombergk, Finanzminister Tr. Becker, Mmrftermlrat Schlrephake und Tr. Kratz, Qberreaie- rungsrat Dr. Wagner, Staatsrat Hölz inger.
Vizepräsident Dr. Schmitt eröffnet die Sitzung am 9 1 /, Uhr.
Haus tritt sofort in die Tagesordnung ein:
Beratung des Staatsvoranschlags für 1917 ^ Der Vertreter ber nat.-lib. Fraktion, Mg. Dr. Osann, leitete die Generaldebatte mit folgenden allgemeinen Darlegungen cm:
Wie einfach sind in diesem Jwhre die Verhandlungen über den Haupt vornnfckstag iw rttnanzaussckmß gewesen: so zummmen-
ge^aM wie das neue Budget, so kurz ist auch der Bericht des Aus- wMi,es. Dennoch bietet die Entwicklung ünserer finanziellen Ver- ^ltnive rm .Kriege ungemein Interessantes. Das erste volle Dnegsiahr (1915) liegt rn feinen Rechmmgsergebnissen vor unseren Augen; wrr können die Wirkungen des Jahres 1914, das zu ackst Rtonaten Kriegsjahr toar, ermessen mrd könneii uns ein annäherndes Blld von dem dritten ^iegsjahr 1916 machen. Tie Au^en rnhtm sich aber auch auf die Zeit nach den: Kriege: auf Meie wohl fchfverste Uebergangszert müssen wir uns »vappneu
raffen Sie mich zunächst eine:: Blick aus die allgemeine Ent Wicklung unserer staatlichen Einnahmequellen richten-
Ju d^n Elsenbahneinnahmen ist die Tendenz seit dem Gemein- fchaftsoerttag ein Steigen, Rückschläge der Jahre 1901/02, 1907/08 werden i chon m den nächsten Jahren beinahe ausgeglichen.
Äuch ine Steuern zeigen noch mehr als dre Eisenbahtn- ernmrhmen stetes Steigen von Jahr zu Jahr. Nur 1915 zeigte ein Nachurssen der Strigeruna gegenüber dem Borjalpe von 258 000
Bermögenssteu et, bei einer Einnahme von 16 192000 Mark Einkommen- und 4 882000 Ma^ck Vermögenssteuer.
Auch die Einnahmen aus den Forstdoniänen, in welchen die Einnahmen aus Holz emhalten find, zeigen einen ummter-« bwchenen st^g wach,eichen Ertrag bis auf das Jahr 1915, in wachem W Ergebnisse der Fallrmg von 1914 zutage traten. Hier wurde:: aber Ruc^ange m der Menge in einzelnen Jahren durch erhol,tc Preise ausgeglichen. ^ '
Öaben sich diese allgemeinen Verhältnisse durch den Krieg verändert? ^
Bänglich der
Eifenbahnen
länglich für das Jahr 1914; hier ist ein Rückschlag gegenüber dem
T flft 18 i° IWiE, akAnt nain
Jahre 1915 trat bereits wieder ein Äuffchwung ein aui 15 391000 Mark und damit ergibt ,'ich für dieses Jahr eine Reineinna'bme UW Hessen von 2800 000 Mart. Dieser letztere Betrag A mcht etwa eine veranschlagte Summe, sondern das tatsächliche Ergebnis der Eisenbahneinnahmen 1915. Auch für di solgendm KriegÄabre 1916 mrd 1917 sind weder in dem vreuspschen Hauptvoranschlaa noch in dem hessischen, der ja dem preußischen folgen muß keineswegs Fehlbeträge vorgesehen, ,'oiidern Steigerung der Einnahmen so für 1917 um 1 138000 Mark. ^nnaymenb
. Tie Steuern
c. oes.Kneges haben sich gus einer überaus erfreulichen Hü sie i^.toensiaiTie 191t und 1915, deren wirkliche Lrgeb- ^kL ^Q, B P rltC9 ^V baden geginiuber den BoranschlLginr ntlÄr cr> 82^'«60 860 Mark, an Bermögenz.
^ZS^Emen 990 021 Mark^ 1915 an Sinfont moliteuct 602 329 Matt, an Vermögenssteuer 82 353 Mark, zu--
allerdings diese Einnahme durch die Vorsehung von Nachlässen und unerrwringlick^en Posten geschmälert.
^ie Holzgekd-r zeigen eberfalls während des Krieges nickst etwa ein Nachgeben, sic halten sich> Es dein früheren Stand nicht allein, fmibcra erbringen für 1917 eine Mjehreinnahme vo ' 254 800 Mark.
Wie haben sich sodarrn
. ^ Ä die vorhandenen Fonds
m dem Kriege gestaltet?
Ter Restesonds 1, unsere Sparbüchse, in den die Ueberschüssc rvandern, mußte in seinem stolzen Besta:che von Begi7:n des Krieges von 9 774 657 Mark m:gegriffen werden, um 1 827 237 Mark :md ank somit am 31. März 1915 auf 7 947 419 Mark und dann 1915 Mark, er stand sonach am 31. März 1916 auf ^ 612 170 Mark. Aber das Sinken auf diesen Bestand ist nur ein vorlonstgi-s, es ist gesetzlich bereits festgelegt, daß die eben mit- xetcilten Bestände aus Anleihemitteln um die Summen zu erhöhen und, me als Krregsausgaben in den Jahren 1914 und 1915 anzu- ehen find. Wie ckel dies ist, holt tmß die Großh. Regierung noch nicht mitgeteilt.
Der Nestefonds 2, bekanntlich gebildet aus den Ueberschüssen des Ausgleich- und Tilgungsionds über dessen gesetzlichen Höchst- ocftand von 8 Millionen, ist durch die Verwendgua seiner Mittel cm ^ lx ' f t cn ' insbesondere der Beamtendesoldrmg, mit dem
3> . i ärz 1916 aufge^ehtt; er wird wieder erscheinen, wenn die Enncoabueinnahmen steigen und de»r ?ll:sgleicki- und Tilgungsfonds^ bis aus 8 Millionen gebracht haben. r .. Ausgleich- und Tilgungsfonds mußte sich ja an seinem Homftbestand von 6 Millionen verrnindern, pa der Rückschlag in .914 bei den Eiserrbahneinnshmen eintrat; er muß sich aber auch wn. der ergänzen, da die Eisenbahnen 1915 nach den Voranschlägen mcht allein, sondern nach den vorliegenden wirklichen Ergebnissen Erträge au:Wersen, wie in normalen Jahren. Wstr sein Stand am ■)l. März 1915 3 385122 Mark, so wird von Großh. Regierung tut Ende 1916 bereits ein Steigen angerrommen auf 5'.345 942 Mark.
Jedenfalls gibt die Eukwickelnng der Fonds in den Kriegs- ISy™.. * ex,Te!t .-lnlaß zu besonderen Befürchtungen allzu größer Schmälerung, die unsere Finanzen in Unordnung bringen formten.
'keßircki^nnd doch die T'onds auch dazu da, einen Ausgleich un günstiger Ltaatsnürtschastsfabre zu bilden, rricht etwa, um ins Un- gemcnene angchäuft zu werden.
„ unsere Finanz Verhältnisse ein i'chervascherrdes und
Bild iBeiwll): letzteres labe ich dargeiegt. Tust aber Las Büd^Derrarctzend ist, mif, wohl jeder sagen.
üienMw kmmrc voroarsahnerc oder sagen, daß sich im Krieg dre naatl:chen Fruanzen mb einem Stand halten, fast wie im lyrredem Viele nnmhaste Wittschastspvlitiker meinten, der Krieg tonne ichvu aus finmrzielleir Gerüchen nickst länger dauern als sechs l-tonatr, mrd nun find bald drei Krreasf-a^re ins §.ggch gegangen und von nnanzrelter Ersrhöpfrmg des SfactcS kann feine lstede sein.
.rcer — wie wrrd sich die Zukunft gestalten? werden nachDeendigungdes Krieges nicht außerordentlickfe Aufgaben, die nur mit großen Mitteln zu loren frnd^an den^Sdaat herantreten und nruß uns das nickst mit ffrogter oorge erßrllen? Ich beharrdele zunächst unsere staatlichen Finanzverhältnisse, anf die des Reichs und der Gemeinden komme ich später.
. Welche Aufgaben werden spater >cm den Staat heran treten, die stine Mittel beanspruchen? Bis jetzt ist dccs staatliche Budget durch Ausgaben, die direkt aus den Krieg zurückzuführpn sind, nicht aXU öUsthr belastet. Unterstützungen des Skaates- an Gemeinden süch nicht gewährt worden, in Preußen 400 Millionen.
Uns liegt jetzt ein Gesetzentwurf vor, :rach welcher den Besten eine Teuerungszulage für 1917 gegeben werden soll, die
000 bis 500 000 Mark erfordert, von welchen muh 200000 Mlarr dem Provinzialschulfonds eutmommen werdeii sollen: der Staat wendet also hier aus eigenen Mitteln 200 000-250 000 Miatt aus. Ter Staat hat den Gem-einden seinen Kredit zur Ver- sügung gestellt: ans diesen gestützt, haben die Gemeinden. Kommn- nalverbände nsw., nicht etiva der Staat. Schjuldeii in Höbe von etwa 59 Millionen (Stand im Januar 1917) ausnebmen könne::, schließlich hat der Staat um einen Kredit von 3 Millionen bei den Kammern versnckst, um Kriegsteilnehmern zur Wiederberstel- rnng ihrer Betriebe und Stellmrg Darlehen zu geMm. Auch dos si:rd also keine wirklichen AustvenLungen des Staates, da die Tar- lehei: ja zurückbezahlt werden sollen, und zudem Hie Gemeinden Sicherheit für dm Eingang der Darlehen zur Hälfte leisten sollen. Allerdings sind in den niedrigen Zinssätzen wirkliche Auflven- dmcgen des Staates zu sel»m.
jAlso das, ivas der Staat in dem Kriege und für den Krieg an Ausgaben hatte, ist nicht allzuviel. Der Staat macht Aer auch erhebliche Ersparnisse, da viele in dem Etat ausgeworsenc Ausgabe:: gar nicht gemacht werden körrner:, so für Bauten, lveiter Ewparung an Gehalten der zum Heeresdimst eingezogerien Be- mnten rmd andere mehr. Zudem hat das staatliche B:Dget einen erheblichen Vorteil durch die Steuererhöhstng des vorüzen J-abres gelebt, die aus der Einkommenfteluer mit 1680 000 Adark aus der Vermögenssteuer 258000 Mark, zusammen mit 1938 0M'Mk. ; also mit beinal)e 2 Millionen bewilligt wurde.
Der Staat wird, bleibt er bei seiner bisherigen Stellung der: Kriegsausgaben gegenüber, durch den Krieg nicht loe'entlich in Mstleideiiichaft gezogen.
Ganz anders werden die finanziellen
Verhältnisse der Gemeinden nach dem Kriege sein. Auf ihnen lastet die Hauvtanfgabe des Krieges. In dre Millionen gehen die durch den Krieg oeranlaßten ?lus- gaben, rnsbesondere der Städte, für die Familien der .Kriegsteilnehmer Nur zu einem Teile lverden sie vom Reich übernommen: der größte Teil bleibt endgültig auf den Gemeindnr ruhen: dabei ist es \a einerlei, ob diese Sckncldenlast Len Gnrceinden selbst oder den Kommunal verbänden obliegt, denn die Kommunalverbändä brmgen ja keine eigene Stellern aus, sondern entnehüten sie einfach auf die Gemeinde::.
Düan kann wohl voraussehen, daß die Gemeinden diese durch den Krieg hervorgerrrfenen Lasten gar nicht tragen können, daß sie ven^ Ltaat um Hilfe anrufen werden und daß der Staat sich der Hilfe gar nickt entziehen kamr. (ZmAmmung , Sckwir jetzt ist die Gemeindesteuer fveit höher als die Staatssteuer: iiwlckre Gemeinden habe:: denn den gleichen Ausschlag wie dre Staatsfstsner. Und wenn nock: die neue:: .Kriegslasten, die eben aus Kredit ge:rommen werden, oft einschließlich dos Zinsendienstes, in wirkliche Schulden der Gemeinden irmgewandelt sind, so wird die Belastung durch Zinsen und Tilgirng sich enorm steigern. Wie viel andere Ansprüche werden nach dem Kriege an die Gemeinden herantreten. Tie hein:- kehrenden Krieger werden Wohimng, Arbeit verlangen Unterstützungen in Not und Krankheitsfällen. Sllle diese Aufgaben kosten die Gemeinde Geld und wieder Geld.
Tann aber auch
d a s R e i ch.
Ich hoffe fest auf eine holw Kriegsentschädigung, die Deutschland-den beiiegten Gegnern auierlegt- Wir haben ja höchst rvertvolle Faiistt Pfänder der OkQirrc in den Händen. (Beifall.) Wer ist die Entschädigung -anck) noch fb groß, dem Reiche liegt'eine lmwncdKch fchn^eve srnanzielle Verpflichtm:g ob.
Der Bedarf des Reiches wird ein ungeheurer sein. Nienland wird sich dem entziehen, daß hier die größten Opfer gebracht iver- den müssen. Vom Standpunkt des Vertreters eines Bundesstaates mnß hier aber betont worden. :vie dies bereits im vergangenen Jahre geschehen, daß imsece Regierung im BnndeSrat Stellung ontümmm gegen jede weitere Inanspruchnahme der Einkomme::- und Vermögenssteuer für das Reich, da bie^e eine schwere SckMi- gnng der ^ finanziellen Verhältnisse der Einzelstaaten :md bnen nnrllchaftlicher und politischer Selbständigkeit bedeutet. (Lebhafter Beifall.)
Ein Wort $u den Reichssinanzen der ZuLorst: ich halte es
nicht allein für völlig unveranlatzt, aber auch für völlig unbe- grüildek, wenn Politicer die Mecinmg anssprachen: Ter Bedarf des Reiches nach den: Kriege sei so gewvltig, daß die Wegnahme von r/ 2 —V?, des Vermögens ins Auge gefaßt werden müsse. Eine solche Konfiskation würde einmal ganj, undurchführbar sein . . . wie denkt sich der ^Betreffende diese Wegnahme bc: Grundstücken, Fabriken nftv. — Sie würde aber auch die Vernickstung des wirtschaftlichen Lebens bedeuten. (Beifall.)
Tie ftnanzielle Lage des Reiches und der Qtaneinb-cn legen auch dem Haupt voran schlag des Einzelstaates die
- dNicht sparsamster Wirtschaft
^-Vetzsalt.) Leine Exzellenz der Herr Finanz minister hat diese Pflicht :n dem Hauptvoranschlage erfüllt, und lvir danken ihm leahaft hierfür. Er hat noch andere Beispiele festen Willeiis ge- geben, ..cai;:rahmen mit Endziel der Ersparmigen durchzuführen.
^venveise -auf die in Aussicht genommene Verletzung des zwei -- ten Direktors der Haupt staatslasse, die auf den Inhaber bewilligt - - die. Oberrechnungskammer, ich veriveise darauf, d-aß er :n ,einem Mwuisterium die Sperre der vieleii Miniüerialratsftcllen gntgeherßen hat.
W:e wir beim Herrn Finanzminister volles -Zutrauen in
wmeii Ersparnisabsichten haben, so möchi en wir bei den anderen Herren .Knistern das dringende Ersuchen ausgespi'ochm buben, :n ihren Bereichen nachzusehen, ob nicht noch Ivesentliche Erspu rungen ttntreten können. Gerade in d-em Krieg ist durch die miti- tarn che Einziehung von Beanrten, durch den Mangel an Betriebs iNMln, so besonders von Kohlen zutage getreten, wie man sich emnefrien imb demwch den sbratlick-en Betrieb aufrecht erhalten kann.
verkeime dabei die Schwierigkeit des Vergleichs von Kriegs :mo ^ rredenszerten kein^vegs, -aber es müssen ja doch Erfahrungen <21 f ^ T,t S er r IT . nac ^ r / CT in Pie Wirklichkeit zu übersetzen sein. w-e.cre Arbeit nt von den Verrpaktungsbeamten währcmd des Krie- ges de: erheblich verringettem Material geleistet worden, welche ^lidert müssen die FmMi^ämter jetzt leisten und bewältigeii sie ane., nachdem ihnen jne Ansfühimngen der neuen Reichsanflag-en i -! ertragen sind: ich könnte noch, andere Beamteiigrnppen nennen, ae eine ^ttlickmerböhte Arbeitslast überiwmmen habe::, so z. B. v:e Oberlehrer, DoMckEehrer. Es geht also bei n-heblich geringem Beamtenstand tvährend des .Krieges, nxnmm soll t- nicht möglich sein, sich Beschrankungin aufMerleg«:. (Lebhafter Bel call.)
Tie wirnchaftlichen Verhältnisse in unserem Lande sind, wa^ d:e
^ Ernährung der Bevölkerung
ange-'t. noch schwieriger geworden. Ich kann nickt anders sagen.- rrj e Haltung unserer Bevölkernrig ist bewunderns:vett. Sie hat
daran gewöhnt, &»t entbehren, viel zu entbehren. Was in unsrem Lande die Landwirtschaft leistet und geleistet hat, kann nicht genug anerkannt rverden: wer gerecht urteilt, wer dk-e vielen last Unüberwindlich sckwinenden Achwierigl'eiten in der Güter-« erzeugung überschaut, den Mangel an Männern, an ArbeitSk: äfften, an Materialien,^ Betriebsmitteln, der muß sich an dem Er- wlge freuen. Mir ist es zuwider, weim Kräfte, die bereits vor i’Crn Kriege den Kamps -gegen die LaerdWirtschaft, die Zwietracht znnscken Stakst und Land, den Zwiespalt zwäsch-en Kon summten :md Produzenten in das deutsche Land getragen haben, wieder an der Arbeit sind, diele Gegensätze wieder aufleben zu lassen. Ich bin überzeugt, daß die Landwirtschaft ivie oisher so auch rveiter ihre Pflicht den: Vaterland gegeilüber erkennt: sie weiß, daß sic em wichtiger Faktor ist. nm den endlichm Sieg für uns zu er- mngen, und wird mit Hilfe von Frauen, ältere:: Männern imM Kindern in höchst dmftenswerter Weise ihre Arbeit leisten.
Daß. in der Vetteitung der Lebensmittel viele Klagen laut werden, ist begreiflich: wir sind nicht allM zurückhaltend in unserem Urteil, wenn und Entbebrmigen ankerkegt werden. Wit sollten ümn cl _bai‘ait denken, :welchem Entbehrungen die kbrseren im rft:. ausgesetzt sind, rvie sie nock) ganz andere Unannehmlichkeiten "u vestehen haben, als die Sorge um das tägliche Brot zu über- vtznden. Durch die Vetteilung der Nahrungsmittel, dirrch die Regelung der Wirtschaft, durch die .Kenntnisnahme von der Not der- Volkes sind die VerNTaltungsbehördeik, Ministerium wie Kreisämter. weiter aber auch^ die Gemeindeverwaltung«: sowohl der Städte als der Landgenieinden so recht mit dem Volke in Filhlung getreten. In unermüdlicher, jetzt bald drei Jahre langer Arbeit halEn gerade diese Behörden — ich denke dabei insbesmldere auch an die Landbürgermeister — Vortreffliches gesä-affen in der Verde gung der Bevölkerrrng mit Lebensmitteln. Das darf heute auch von dem Laiche anerkannt werde::.
Ich will zum Schlüsse kommen: Wir nahen uns dem Jubi- länmslage unseres Landesherrn und »vir sehen auf eine 25-jährigä En'wlcklimg unseres Lwrrdes unter seiner Mihrung zurück. Unter tem Schutze eines starken, festgeftigten Reick>es konnten wir in Hessen uns wirtsLas-lich auf den verschiedensten Gebieten des Lebens entfalten. Ju: Frieden und dann im Kriege hat es sich gezeigt, wie die
Einheit z »v i s ch e n F ü r st u n d Volk zimschen Ragieruiig und Volksvertr^tmig Kraft und Stärke erznigt, die die schwersten Gefallen übernstiiden läßt. Vereint »md in gegenseitigem Verstehen und Vertrauen »verden wir auch diesen schwersten Krieg überwinden ruck dann den Friedensarbeiren mit volleck Kraft uns »vidmen, damit wir im Reiche und in cmserem Lm:de vereint mit irnserem Fürsten zeigen, daß deutsche Arbeit, deutsches Ausbarren alle Hemmnisse die ihm die seindlickie Welt bereitet^ siegreich überwindet. (Lebhafter, anchaltender Beifall).
Als z-tveiter Redner nimmt Abg. Brauer iBbd.) das Wvtt, der aus der Tribüne fast unverständlich bleibt. Bei der Beurteilung der: jetzigen finanziellen und »virtschastlichen Lage müsse man, immer berückiichtigen. daß wir nicht in normalen Verhältnissen leben. Die Holzw'eise sind ja infolge des starken Bedarfs ,etzt sehr in die Höhe gegangen, sie »vürden sich aber »volst kaum mrs dieseü Höhe halten. Redner behandelt ausführlich die Knappheit der Er- nähimngsmittel und bedauett die Unmenge von Bwrordnungen nnd^ Kommissionen. Wenn mir soviel Nahrungsmittel hätten, ;vie Ge- setzesvorschristen, so wären nur längst a»:s aller Kalamität heraus (Heiterkeit). Das Verhalten der Kciegsgesellschasten habe nicht dazu beigetragen, die Zufriedenheit in der Bevölkerung zu erhöhen^ man müsse sich ftagen, wo denn nur das vcele Geld hinkommt, das! wn diesen Gesellschaften an den nolweridigsten Nahrungsmittelw verdient wird. Das Verhältnis ztvjschen den Preisen, die an die Produzenten für ihre landrvirtschastlichen Erzeugnisse gezahlt »verden, und dcm Preisen, die die Konsumenten dafür zahlen müssen, ser ein arges Mißverhältnis. - <
Als Beispiel für die unglaubliche Preissteigerimg ßlbtt der Rediier mi.^daß im Versorgungsbezitt Alsfeld den Lm-dwitten für das Pfuird Speck 2 Mk. bezahlt wurden:, während den Konsumenten für dasselbe Pfund Speck 4.80 Mk. abgeirommei: »wurden (Hött Zuftrmmung.. An dem guten Willen unserer Regier»mg, eine gerechtere Verteillrng der Lebensmittel duvchv.uftchvM, habe er nickst geztveifelt, aber die Wider»!aride, die sich dagegen zeigten, seien riesengroß. Unser Groß Herzogtum sei einer der reichstreuesten Bundesstaaten, der auch am pünktlichsten alle BimdesratsVerordnungen zur Durchführung bringe. Das könne er allerdirrgs mir als ein bedingtes Lob bezeichnen. (Heit-erkeil). .Hessen hat an Württemberg und Preußen Kattofftln abgegebe::. an Baden und Preußen Attlch geliefert ur:d zwar in einem Maß, daß »vir in unseren eigenen Städten notlmden mußten. Das dafür uns ver- sprockrene Fett. LxlMviue und Futter:nittel seien aber vielfach ansgeblieben. Redner meint, er freue sich, daß ?lbg. Dr Osann zugegeben habe, daß die Juristen schließlich dock nicht alles verständen. Tie Landlmttschaft werde auch von der Presse mit guten Ratschlägen übersch?»vemmt. Redner kritisiert dies und das 'Verhalten der Presse lMg. Lldelung ruft: Me Blättert Nein dock nickt alle! Auch gegen die Kathedersozialisten und die Bolks- witttchiNtler wendet srck der Redner und sagt, es fehle der Landwirtschaft nickt an gitten Ratschlägen, sonder:: an künstlichen Dungemittetti: es ft: aber immerhin mfreulich, daß in letzter
Zeit reichlicher für Kunstdungeritofte gesorgt werde. Ein .Krebs- :ck>aden rur die Versorgung mft Lebensmitteln sei die Hamsterei Leider gebe es mich eme Mzahl Landwirte, die diese Unsitte unterstützten. Ter Landimtt, der das tue, begehe em Verbrechen ont Baterland^Wemi er Lebensmittel übrig habe, so solle er sie der Al^emeinheit zur Versügmig stellen. Es sei auch besonders zi: verutterlen, wenn Landwirte für ihre Erzeugnisft Wucherpreift


