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8.3.1917 Erstes Blatt
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Nr. 57

Xfx vietzener Tlinelfff

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Stetzener.7amilienb!ä1ter;

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Erstes Blatt

*67. Jahrgang

Donnerstag, 8. März *9*7

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sänrtllch in Gießen.

Neue Versenkungen im Rtttelmeer.

<WTB.) Großes Hauptquartier. 7. März.

(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

In der Scarpe, beiderseits von Ancre und Somme, in der Champagne und auf dem Ostufer der Maas herrschte gestern rege Artillerietätigkeit; mehrfach kam es auch zu Ge­fechten von Aufklärungsabteilungen mit der Grabrn- besatzung.

AberÄs griffen die Franzosen an der Nordostfront von Verdun unsere neuen Stellungen am Caurieres-Walde an; sie sind durch Feuer aügcwiesen morden.

Klares Wetter begünstigte die Flieger in Erfüllung ihrer Aufgab-cn. In zahlreichen Luftlanrpftn sind fünfzehn feind­liche Flugzeuge abgcschossen morden. Wir haben durch geg­nerische Einwirkung ein Flugzeug verloren.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Awischcn Ostsee und Schüvarzem Meer ist bei nach- kafseiDer Külte in einzelnen Abschnitten das Feuer lebhafter geworden: die Tätigkeit der Infanterie blieb noch gering.

Mazedonische F r o n t.

Zwischen Wardar und Doiran-See und in der Stnnna- niederung schlugen unsere Posten Vorstöße englischer Kom­pagnien zurück.

Der Erste Generalguartiermeistcr Ludendorff.

*

Der Abendbericht.

Berlin. 7. Mürz, abends. (WTB. Amtlich.)

Vom Weften und Osten sind keine gröberen Kampf­handlungen gemeldet.

* * *

Wer in diesen Tagen der Vorbereitung auf Großes, Erschütterndes, neben der Arbeit und Sorge uni die Er- füHinig der Tagespflichten, noch etwas Muße übrig hat, um gediegene und ergreifende Zeitbetrachtungen zu lesen, der nehme das von oer Gvoteschen Derlagsbnckhandlnng in Berlin in ihrer Sammlung vonSchriften zur Zeit und Geschichte'" herausaegcbene Büchlein Gustav Frenssens zur Hand, das einen Brief enthält, den der Dichter vor bangerer Zeit bereits an einen Jugend freund in den Ber­einigten Staaten richtete. Es lebt in diesemBrief"" so viel, was uns gerade heute aufrichten kann. Wie viel Wundersames, Packendes und Erschütterndes haben wir in diesen langen Kriegsjahren in der Heimat schon erlebt! Wenn wir heute sinnend durch unsere Fenster hinausschauen in das verschneide Land, so kehren vielfach Bilder wieder, die uns die Tage glürtzenLer nationaler Triumphe zurück­führen. Winter war es auch einmal gewesen, als die Sieges­glocken der gewonnenen Schlachten Hindenburgs das Land durchjubelten. Da erhoben sich alle Herzen in freudigster Bewegung, und wir nxrren des Sieges sicher. Und heute? Eine lange Zeit des Harrens liegt seitdem hinter uns. Viel Leid, viele Widerstände, außen und im Innern, sind überwunden worden. Wir sehen keine Fahnen mehr, der Glocken Geläute ruft uus nicht mehr zu außergewöhnlicher Begeisterung zusammen, aber doch sind wir dem Ende des Krieges näher gekommen. Leben wir also nicht doch mit Ende in glücklicheren Tagen, als damals, wo noch die Berge von Schwierigkeiten zu überwinden waren? Dem Ende sind wir näher und zwar, wie wir alle auch heute noch glauben, dem siegreichen Ende. Wenn alles vorüber, wenn der Friede wieder eingekehrt sein wird mtb wir von neuem zurück- blickerr in das Erlebte der brausenden Zeit, da werden uns die gegenwärtigen Tage vielleicht in einem neuen Lichte er­scheinen, als wären sie, trotz vermehrter Ernährungsschwie­rigkeiten, trotz des Mangels an äußeren großen Siegen, noch leichter erträglich gewesen, als die Tage, die den Ruhm unseres größten Feldherrn begründeten. Weil wir dann wissen, daß die Hauptarbeit, das Schwerste, hinter uuA lag. Und der neueste Feldzug zur See, der Triumph unserer U-Boote, wird in unsere deutsche Geschichte ein strahlendes Bild einsügen; die Erfüllung des Kaiserwdrtes, daß unsere Zukunft auf dem Wasser liegt. Wer hätte fvüher gedacht, datß der Weg zu dieser ruhmvollen Zukunft durch ein so eigentümliches kriegerisches Messen der Kräfte zwischen uns unb England gehen würde?

Was sagt Frenssen uns vom Kaiser?Er war das Gegenstück zu Napoleon! Seine heiße, gütige Seele brannte für alle Menschen, ging allen Menschen und Völkern nach. In freundlichen Besuchen, in herzlichen Grüßen, in edlen Geschenken von Thron zu Thron, von Volk zu Volk, toarb er um die Menschen und Völker, uni Frieden und Freundschaft. Von allen Schrecken aber und allem Grauen, das es auf der weiten Erde gab, war ihm der Krieg das Grausigste."

Noch fesselnder und schöner weiß Frenssen uns das deutsche Volk in seiner- Geschichte, seinen Schicksalen,seinen: Streben und Charakter zu malen. Und das ist's, was wir heute an der Wende deiner neuen Zeit einmal festhalten, wollen, den Glauben an gute, alte deutsche Art, die wir auch als siegende, politisch emporstetgende Macht nicht auf­geben wollen:

. .In all dem Jammer und den schrecklichen, trostlosen Zeuan ... dg es doch ein Mes Volk war, von alter Rasse . . . verdorrte es nicht, verdarb auch nicht, verkam auch nicht. Sondern; im Gegenteil, es wurde fester und tiefer gegründet. Es wurde, in semen Schmerzen, ein Poll des Ernstes, der schlichten Wahrheit, des tapfren, ertragenden Wartens, des ichwcigenden, heißen Her­zens, des Glaubens an Gottes unendliche Güte und Gerechtigkeit. Und die ganze Menschheit, die dies Scliauspiel sah, diesen Glauben lmrd Mut im tiefen Tal, djrte das inutsck^ Volk, und gestand ihm zu, um dieses willen, daß es in seelischen und geistigen Dingen zu den ersten Völkern der Erde gehöre. Und von edlen englischest («Küstern kam das Wort, und es war kein Spott: daß es das Volk der Dichter und Denker wäre imd des tiefen Glaubens au das Gute Inder Welt."

Gegen den Lügen feldzug unserer Feinde findet Frenssen folgende trefsende Sätze:

Es ekelt unsre Reisenden, die von England kommen, vor dem Schmutz in zahllosen Straßen Londons, vor den verkont- menen Frauen und verderbten Kindern, und es ekelt uns, das gesmnte deutsche Volk, vor den Reden und Warben der Lords von England und seiner Diplomaten, Dichter und Zeitungen: wenn sie prahlen, sie wollten die dlmtsche Flotte wie Natten aus den Löchern holen, wem: sie sagen, sie freuten sich des Tags, da die Fall- neu indischer Soldaten durch Potsdam wehn, wenn sie von deut- schen Gefangenen sagen, sie sähen kaum aus wie M enschen, wam sie alles zu tun versuchen, daß auch nach diesen: Kriege noch bittere, ewige Feindschaft die Völker scheidet. Das deutsck-e Volk wurde solche Mensck>en mit solchem Gepvahle, mit solchen gemeinen Ge­danken und Freuden in der Seele, wegfegen von seinen Re­gierungssitzen und Ehrenplätzen, ja, nicht im letzten Blättchen in der deutschen Presse ertrüge das deutsche Volk solche Menschen vor seinen Augen. Für die Kultur der Welt zogen sie aus?! In Berlin, Dresden und Hamburg ist, auf das Ganze des Volkes ge­sehen, viel vornehmere Kultur als in Paris, London und Liver­pool, und in katholischen Schwarzwalddörfern und in protestan­tischen Niedersachsendörfern eine edlere als in den Dörfern von Frankreich und England.""

Und mm, unser Durch halten. Das vorliegende Büch­lein wußte noch nichts vom deutschen Friedensangebot, von der Ablehnung durch unsere Feinde, von dem Hohn der Eng­länder und Franzosen, oaß wir ängstlich und mit unserer Kwaft am Ende seien. Und es hat doch folgende erfrischende Worte dafür:

Das deutsche Volk mutlos?! Es ist ein Ding der Unmöglich­keit. Warum ist es ein Ding^der Unmöglichkeit? Weil wir mit allem Ewigen in der Wjelt, mit allen Gottesdingen: mit Treue mtb .Glauben, mit Wahrhaftigkeit und vornehmer Gesinnung im Bunde sind. Das mackst einen Menschen sicher; das macht ein Volk stark. Und so ist denn auch kein Mensch im deutschen Volk mutlos. Wie Kinder an Mutterliebe glauben, so fest, so selbstver­ständlich glauben wir an die Durchhaltung unserer Verteidigung, an den Bestand unsres Volkes als eines großen machtvollen Staates. An einen Tag des Friedens, er mag kommen, wann er will, früh oder spät, da das ganze deutsche Volk, von unserm frommen Kaiser bis zunr letzten Mütterchen im letzten Dorf, voll von Tank gegen Gott sein wird, weil er uns. den mtgerecht lieber fallenen, denen die entehrt, in ihrem Fortschritt gehemmt, in ihrem irdischen und ewigen Gute und Erbe unterdrückt werden sollten, ihr Recht und ihren Raum gegeben hat. Das deutsche Volk mutlos? Die Feinde verstehn die Deutschen nicht. Sie kämpsen den alten deutschen! Märchen kämpf: den Kampf des Tapfren und Behenden, des Kleineren und Klügeren gegen den rasenden Niesen, den Auf­geschwollenen, den Großen. Sie kämpfen den ewigen alten Gottes- läurpf."

Das sind wahrlich Worte für imsere Tage! Sie geleiten uns in den Entscheidungskampf, sie stärken Herz und Hand zur Hingabe von Geld und Blut.

m * *

Der österreichisch.rirrgarischen Tagesbericht.

Wien, 7. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 7. März 1917.

Orstlicher und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Italienischer Kriegsschauplatz.

An der Tiroler Ostfront fanden in mehreren Abschnitten Gefechte mit günstigem Ausgang für unsere Waffen statt.

Eine feindliche Abteilung, die gegen unsere Stellungen an der Mündung des Maso-BacheS vorging, wurde vertrie­ben. Zwei Nachtangriffe der Italiener auf unsere Costabclla- Stellungen scheiterten am zähen Widerstand unserer Trup­pen. Ein feindlicher Angriffsversuch gegen den Mont Sief brach schon in unserem Sperrfeuer zusammen. Die dortige Sprengimg. die unseren Sdellun^en galt, hat nur die italienische beschädigt.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r. Feldmarschalleutnant.

* * *

Die Kämpfe im Weften.

Berlin, 7. März. (WTB. Nichtamtlich.) Auß<w lebhaftem Artilleriefeuer und reger Pattouillentättgkeit kam cs am 6. März lediglich am Cauricres-Walde zu größeren Kampfhandlun­gen. Tie Franzosen mül)en sich hartnäckig, lster die am 4. März verloren gegangenen Stellimgen zurlickznne'hmjen. Den ganzem Tag über lag starkes feindliches Artilleriefeuer unter Flieger- beobachtung ans den neuen deutschen Stellungen und dem Hinter­gelände. Dem von 5,30 Mn bis 7 Uhr währenden Trommelfeuer folgte der Angriff, der jedoch in dem Veritichtungsfeuer der deut- schsrnt Batterien und Minenwerfer größtenteils nickst zur Ent- wicklmig kmn. Wo der Feind vordrach, wurde er durch Maschineu- geweln- und Jnfanteriefeuer angewiesen. Nachts wiederholte sich das starke Arttllcriefeuer noch melnfach, doch kamen weitere An­griffe im wirkungsvollen Abwetnfeuer nicht zur Durchftchrimg, Deutsche Patrouillen stießen bis zu den ferudlichen Gräben vor und stellten schwere blutige Verluste der Franzosen fest. Tie erober­ten neuen Stellungen sind restlos in deutscher Hand. Da die Fran- zoseir ihre Wicdereroberung bereits am! 6. März, 1 Uhr vornnttags, durch Funkspruch genreldet l-aben, sie in Wirklichkeit jedoch allen Versnchen zum Trotz nicht gelingen will, so sielst sich der franzö­sische Funkdienst zu einer Verschleierung genöttgt. Ter Eiffelturm fabelt am 6. März, 4 Uhr nachnnttags, von deutsck)en Wiederer- obernngsversuck-en, wovon sch!on deswegen keine Rede sein kann, weil die Deittschen von dem am 4. März eroberten ödelände keinen Fuß breit aufgegcben haben. ,

Seitens der Ententepresle winde nt letzter Zeit wicderholt das 0>erücht in die Welt gesetzt, daß der Bau vim Zeppelin- Luftschiffen wegen Materialnumgels beschränkt oder ganz eingestellt sei. Tiesm Meldungen liegt lediglich der fromme Wuusch, daß es so sein möchte, zu Grund. Der Bau von Zeppelin- Luftschiffen w i r d n a ch wi e vor m i't allen Mitteln betrieben. Weder ist die Baillätigkeit mif irgend einer Werft eingeschränkt, noch ist die Entlassmrg von Arbeitern erfolgt oder beabstchtigt. Rohstoffe sind in genügender Menge vorhanden.

* *

Amerika und Bulgarien.

Basel, 7. März, (zf.) DerMatin" vernimmt aus Washington, daß La n sing der Presse mitg-eteilt hat, daß

die bulgarische Antwort auf die amerifamsche Note über den Tmichbootkrieg eingetrossen (sei und den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Bulgarien zur Folge habe. (Frkf. Ztg.)

* * *

Die irische Frage.

L o n d o n, 6. März. (WTB. Nichtamtlich.)Daily Chro- nicle" meldet: Gerüchtweise verlautet, daß die Regierung beabsichtige, einen Ausschuß zn ernenrren, imt, über die Zwecks Mäßigkeit der soforttgen Regelung der irischen Frage Bericht zu erstatten.

*

Italien und der U-Bootkrieg.

Bern, 7. März. (WTB.) WieCorriera della Sera" aus Rom meldet, beschloß das Marineministerium, in Zu­kunft von den täglichen Veröffentlichnngen über Versen­kungen durch U-Boote abzusehen. Die Zahl der versenkten Schisse werde zukünftig zu Beginn einer jeden Woche be­kanntgegeben.

* * *

Aus Griechenland.

Athen, 6. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas". Der Minister des Aeußern teilte dem fran­zösischen Gesandten mit, daß die Untersuchung wegen Be­leidigungen der Presse gegen die Entente fort­gesetzt wird und daß, sobald die Urteile gegen die Schuldigen verkündet werden, diese dem ftanzösischen Gesandten zur Kenntnis gebracht werden sollen. Die griechische Regierung hat ein Gesetz erlassen, das für Beleidigungen und Angriffe der Presse gegen die kriegführenden Staaten, sowie für das Inumlcnifsetzen falscher Nachrichten durch die Presse, welche die Beziehungen Griechenlands zum Anslande trüben kön­nen, Strafen sestsetzt.

Aus Schweden.

Stockholm, 7. März. (WTB.) Die Presse bespricht noch immer eifrig die Min i st er kri s e. Die Blätter sprechen von dem möglichen Mgang des Ministers des Aeußern Wallenberg, andere sagen einen neuen Landwirt- schaftsminister voraus. In Stockholm wird eine Sym- path ieadresse für den Staatsminister HammarS- kjoeld vorbereitet, die bereits von 350 Vertretern der Kunst und Wissenschaft unterzeichnet ist, unter denen sich die ersten Namen des Landes beftndem Auch die Studenten­schaft von Lunds beabstchtigt eine Kundgebung. Aussehen erregt die weitverbreitete Broschüre, die unter dem Titel: Warum leiden wir Not?" nachweist, daß die Schuld an den Lebensmittelschwierigkeitetl des Landes allein England trifft. Im ganzen ist die Lage unverändert.

* * *

Der Schacher um Lhina.

Die LondonerMiorning Post"" lMt einen fixen Vertreter kn Schanghai. Sein Pech ist nur, daß das, was er über China meldet, entweder nicht mehr richtig oder itoch nicht ivahr ist, wobei also nur der Wunsch der Vater des Gedankens ist. Schon am 13. Februar wußte ^dieser Hetzagent zu berichtet, der deutsche Gesandte in Pe­king babe seine Pässe erhalten und werde am 17. Februar China: verlassen. Mer der deutsche Gesandte, der ein vor-tresslicher Di­plomat und deshalb der Gegenstand außerordeittlick)en Hasses aller Engländer in China ist, weilt immer noch in Peking. Es war also noch nicht wahr und ist es heute noch nicht. Tenn bis jetzt liegt nur ein Kabinettsbeschluß vor, die Beziehungen Chinas mit Deutschland abzubrechen, wobei der Außenminister Wnting- fang unter Protest ans d?m Amte schied, der Präsident Lijüanhung empört ist und das Parlament mit seiner Zustimmung stark zu zögern scheint. Und n»eim der Schanghaier Lügenpeter weiter die Lage so darzustellen weiß, als sei Clstna drauf und dran, in die heilige Allianz der Entente einzutreten, so vergißt er offenbar, daß aus diesein schönenGeschäft" schon einmal nichts geworden ist. Schon in: November 1915t gaben die englisckien China Korre­spondenten viel Geld für Kabeltelegramme aus, in denen berichtet wurde, die Verbündeten hüllen China den Vorschlag gemacht, sich der Entente anzuschließen. Die Sachte hatte aber den einen großen Fehler, daß man Japan nicht um seine Meinung befragt hatte. Japan fühlte sich daher selw verletzt und hintangesetzt. Denn für seincu Änfluß und seine Mack>terweitermtg in China stand alles auf dem Spiele. Als Teil der Entente wäre China der gemeinsamen Politik der Verbündeten unterworfen und für ein gesondertes Eingreifen Japans kein Platz geblieben. Japan ruhte also nicht eher, bis der britische Botschafter in Tokio, Sir Contingham Greene, dem japanischen Vizeminister des Aeußern, Herrn Schidc-hara. das feierliche Versprechen Sir Edumrd Goei)S überbrachte, (droschri- tanien werde nie wieder nrit ClMa verhandeln, ohne sich nijüj Japan verständigt zu haben. Ter Wortlaut der englischen Erklä­rung war freilich etwas unklar. Mit Absicht. Immer ist ein Hinter­pförtchen bei solckLN Versprechen vorlmuden. Und wozu Ixtt die Entente heuteihren"" Wilson? Er wird durch das Hinterpförtchen geschickt. Er soll China zum Kricgstanz gegen Deutschland einladeit.

Amerika ist zurzeit das einzige Land, das große Kapitalien geben kann. China aber braucht große Kapitalien. Wer Geld emp­fängt, muß sich verpflichten. China soll sich verpflichten, einen heldenhaften Kampf"" gegen den deutsck)cn U-Bootkrieg aufzu­nehmen und woniöglich sogar Kanonenfutter für den europäischen Kriegssck>auplatz zu liefern. Anterika erl-ält einen Schuldner, die Entente einen neuen Verbündeten und England die deutsck>en Werte in China als Beute. Chiim aber kann die tm, Jahre M01 nach dem Boxerausstande vereinbarten EntsMdignngszablungen an Deutschland einstellen. Das ist die Rechnung. ?lber sie ist eben wieder ohne Japan gemacht. Japan sicht die amerikanische Ein­mischung in China sicherlich mit scheelen Augen an. Die japanische Politik ist zurzeit auf die Berdränguirg jedes anderen Einflusses in China und auf den Ausbau seiner eigenen ungeschnüilerten Vor- lwrrschast gerichtet. Die Ansprück)c, die Japan durch den Ueln-rsall auf Kiautsckian erworben zu haben glaubt, siiid in 8üage gestellt, fvenn Clnnia sich der Entente nähert oder vielmehr die Entente über China bestimmt. Der japauisck-e Minßter des Aeußern font in Beantwortung der oben erwähnten Grchsckibn Zusicherung allen, Botschaftern der westlichen Welt ausdrücklich erklärt, daß Japan in­folge seiner besonderen Stellung in China niemals dem Vorschläge beizntteten vermöchte, daß das Reich der Mitte sich der Ejntentv anschlicße. Will sich nun England eine neue diplomatische Nieder