Ausgabe 
16.2.1917 Zweites Blatt
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Nr. 40 Zweiter Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag«.

fbr. Jahrgang

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhejjen

Freitag, fr. Zebruar 4947

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Nriegzdriefe von der rumänischen Zront.

Von unscrm zum südöstlichen Kttegssck-auplatz entsandten Sonderberichterstatter.

(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.!

Kleine Kriegscrfrbnisse aus dem neuen Jahr.

V.

An Putna und Serelh.

Foksani, Mitte Januar.

Foksani ist eine reiche Mittelstadt. Auch von seiner Ligenschaft als Megesperre gegen Norden abgesehen, ist es zu verstehen, wes­halb die Russen es gern gehalten hätten, Ter bereits geschilderte Vvchbauluxus tritt lster besonders hervor. Tie Präfektur, die Pri- maria, das Tlieater sind Prachtbauten. Aber als ich zürn erstenmal nir Front hinaus will, gerät das Handpferd inmitten einer der icickxrrtigen Pfützen, die sich von einer Bordschwelle bis zur andern breit machen, mit der Vorderhand bis an die Knie in ein Loch 'bringt vor Schreck an und ist kaum mehr zu bändigen. Das Wägel­chen, in dem ich fahre, rutscht nach, kracht in allen Fugen, der Ulan, der es führt, fällt um ein Haar vom Bock, und svenn Pferd, Wagen ZNsae und Fahrer bei der ganzen Geschichte schließlich doch 'heil' bjerben, io ist's sicherlich nicht das Verdienst des Herrn Primars. A«rn fahrt eben nicht ungestraft spazieren in den Straßen von Foksanl. so stolz die Stätte, von der aus es regiert wird, auch ousschaut. Der kleine Vorgang spielt sich auf einem der Haupt-' Verkehrswege ab, unmittelbar vor dem hier an der Stadtgrenze ge­legenem großen Waisenhaus.

*... von dem Waisenhaus läßt sich ein für rumänische Ver haltnisse charakteristisches Geschichtchen erzählen. Ich will nicht behaupten, daß unser Besuch für alle diese Städte und Ortschaften eine ausgesprochene Annehmlichkeit ist. Aber jedenfalls die Zeit vorher ist für sie noch sckstimmer gewesen. Tie Anwesenheit der Russen ist sckpm eine schwere Prüfung, die Zeit von deren Abzug aber bis zur endgültigen Besetzung der Stadt durch unsere Truppen rvird ihnen nur allzu oft zur ausgesprochenen Krisis. Wie die Geier umlauert und umkreist sckwn lange vorher allerlei raub­gieriges Gesindel das Weichbild. Sowie das Militär fort ist, dringt es ein und sucht zu rauben und zu stehlen, was es erwischen kann. Eine große Rolle spielen namentlich die Bauernweiber. In Foksmn haben sie sich un gegebenen Augenblick in großen Scharen auf das Waisenhaus gestürzt und es von oben bis unten mit wunderbarer Schnelligkett ausgeplündett. Das Zerftorungswcrk ging vor sich, während ringsum unsere Pattouillen vordrangen und die Schützen­züge ausschwärmten. Die hatten natürlich einstweilen Wichtigeres zu tun. als die Gesellschaft zu verzagen. Insbesondere hatten die Plünderer es auf die Betten des Waisenhauses abgesehen. Sie sind alle sortgetragen worden: von vielen Hundert ist nicht eines an Ort und Stelle geblieben. Sehr zum Leidwesen unserer Unterkunfts­offiziere, die sie für unsere Leute und die Lazarette sehr gut ge-, -rauchen konnten.

Stadt und Bürgerschaft letztere natürlich nur, soweit sie es nicht vorgezogen, rechtzeitig das Wttte zu suchen und in Jasfy oder Odessa das Weitere abzuwarten, haben sich mit Grazie in das Unvermeidliche gesunden und benehmen sich ordentlich und den Anordnungen des Siegers gegenüber wUÜg. In diesem Punkts zeigen die Rumänen bisher überall ein durchaus anerkennenswertes Verstarrdnis für das, was zeitgemäß ist. Wenn man sie hört, kommt man aus dem Staunen nicht heraus, wie eigentlich die Regierung cs in diesem angeblich urdemokratischen Lande fertig bekommen hat, für ihre Eroberungspolitik überhaupt eine Mehrheit zusammen zu bekommen. Wieder ist es Generalleutnant v. E., der die Stadt für uns in Besitz nimmt. Der Primär, der Delegat, die Stadtväter erwarten ihn mit der üblichen weißen Fahne am Portal des Rat­hauses und geleiten ihn feierlichst in den großen Sitzungssaal. Priester, Häscher und Volk," wie es auf der Bühne heißt, dringen neugierig nach. Der Primär hält eine wotzlgesetzte, sorglich vor­bereitete Ansprache, in der er die ausgezeichnete, friedfettige Ge­sinnung seiner Mitbürger angelegentlichst hervorhebt, sich für deren Wohlverhalten verbürgt und schonende Behandlung der Stadt nach- iucht. Mit weltmännischer Gewandtheit und Glätte kommt er von vornherein aus das kitzlige Punctuin Puncti zu sprechen und er­kundigt sich mit einer gewissen zahlungsfähigen Jovialität, ob Seine Exzellenz eine Kontribution zu erheben gedenke und svenn ja, in welcher Höhe. Fast sieht es aus, als ob der Herr Primär den Stadtsäckel gleich aus der Tasche ziehen und auf den Tisch des Hauses auszählen wolle, was immer der Spaß tosttt. Es läßt sich nicht leugnen er mackst eiüe gute Figur? Ta passiert ihm etwas, was auch noch gewandtere Leute aus der Fassung gebracht hatte. Er merkt, daß der Blick des deutschen Generals voll Ironie an irgendetwas hinter ihm hängt. MerkwürdigTort ist doch nichts als die Wand? Scheu dreht er sich um und sinkt vor Schrecken beinahe in die Knie? Zur Beleuchtung der friedfertigen Gesinnung seiner guten Stadt Foksani hängt dott, mitten im Sitzungssaal und somit hochamllich, eine Wandkatte von Europa, in die mit ohne Zweifel ebenfalls durchaus amtlichem Blausftft die Grenzen der Romania mare", des Großrumäniens, wie es der Krieg hatte bringen sollen, eingezeichntt sind! Mit geradezu herausfordernder Ununßverständlichkeit beansprucht die Linie so ziemlich alles, svas 's zwischen Budapest und Sofia gibt, für das künftige Königreich in allen Ehren natürlich, und ohne daß die Entente oder ein ein­zelner unserer verbündtten Gegner irgendwie Eroberungspolitik zu tteiben gewillt wäre? j

Ter Primär wird feuerrot, doch faßt er sich schnell. Er näßt hurtig de n oberbürgermeisterlichen Zeigefinger an seiner beredten Zunge und sagt srch shmbolisch von dem Luftsck>lob derRomania mare" siir sich selbst und seine Mitbürger los, indem er den an­stößigen Blaustift höchst eigenhändig fottzulösck^n versucht Ter Traum fft ausgettäuml? . . . Doch der General unterbricht ihn

durch emc Bewegung. Sie besagt:Geben Sie sich keine Mühe, lieber Herr! Ich wein, ohnedies, was ich von ihren schönen Reden zu halten habe. . Tann nimnit er die Stadt in deutschen Besitz Wenn die Leute sich vernünftig und ordentlich benehmen wollten^ so fct das feden falls das Klügshe, was sie machen könnten. Tie Stadt iverde dann glimpflich behandelt werden trotz ihrer Eigen­schaft als Garnison des ^Trühmten 10. rumänischen Infanterie- Regiments, mit dem man der verruchten Erschießung deutscher Ge­fangener im Alttal bei Fleck wegen immerhin noch ein besonderes Wörtlein zu sprechen habe. Ueber die Geldangelegenheiten will sich die deutsche Erzellenz nickst gleich in erster Stunde- unterhalten. Dazu wird sich schon nodi Zeit und Gelegenheit finden; unser Besuch soll ja kein ganz flüchtiger sein, vielmelw einige Zeit währen! Ueberdtc^. sind die Entschließungen in dieser Sache Angelegenheit einer höheren Instanz.

. Ueber den Stand der Dinge rn der Front vor Foksani möchte lckr mir für heute noch Zurückhaltung auserlcgen. Unser Haupt-- gegner ist zurzeit der rumänische Winter. In Foksani gibt es ausgezeichnete Uirtettunft für Mann und 9ioß: leider hat die Truppe, dre weiter vorn am Sertth dem Feind gegenübersteht, nicht Mel davon. Die Quartiere dott sind, soweit es überhaupt tvelche grbt, oan', und gar nicht ausgezeichnet. Und der Winter ist hatt. ctii ettva 8 Tagen herrscht statter Froste den ein paar Tage lang eiskalter &turm noch verschärft f>at. Vorher mar das Land bei schweren Regengüssen ein Schlammeer. Bald liegt dicker Nebel über Putna und Sertth, aus dem heraus inan im Dorgelände die Patrouillen plänkeln hott, bald klärt es bis zur völligen Wolken- und Tinffllosigkeit auf, und die beiderseitigen Batterien halten Zwiesprache. Tann surren auch die Flieger durch die Luft, unsere

Fundes. Die Fliegrettätigkeit beim Feind ist jetzt erheblich starker als in den bisherigen Abschnitten des Feldzuges. Wenn ent feurdlicher Flieger über Foksani erscheint, laufen die 1,1 der Lstadt ängstlich und kopflos hin und her wie die Hühnckwn. wenn der Habicht in der Luft hängt. Unser artillettstischer Fltegeixrbwehrdienst hat sich im Laufe der Zeit doch recht erheblich vervollkommnet Heute liegen die Sprengpunkte jedesmal in so engem öcftor, Lage um Lage, in der Nähe des Flugzeuges, daß m allen Fallen meiner Beobachtung liier der feindliche Flieger es angezergt fand, ohne Unftig anzurichten wieder hochzugehen und im Zickzack abzustreichen, sowie er entdeckt wurde und Feuer bekam. _ol f Z i m merma n n, Kriegsberichterstatter.

Aus Stadt und Land.

Gießen. 16. Februar 1917

** Alice - Frauenverein Im Sitzungssaale des hiesi­

gen Regiewungsgebäudes fand am 13. ds. Mts. unter dem Vorsitze btr Frau Fürstin Emma zu Solms-Hohensolms-Lich die diesjährige Kreisversammlung der Alice-Frauenvereine und der angeschlosse-

zu Solms-Hohensolms-Lich die dies

. _ _ llice-Frauenvererne und der anges^M

wen Vereine statt, die von dem Schriftführer, Herrn Geheimerat Dr^Usinger. mit freundlichen Bearüßungsworten der zahlreich ^lckchrenenen Mitglieder eröffnet wurde. Darauf erstattete er den Jahresbericht, nach dem der Verband 41 Zweigvereine mit 4000 Mitgliedern zählt, die 1 / 5 aller Frauen des Kreises ausmachen. Tie Vereine arbeiten mit den in den einzelnen Gemeinden des Kreises bestehenden Ortsausschüssen für Rotes Kreuz und Kriegshilfe sonne mit den Schulen zusammen, wodurch ein erf-olgveiches Zusammenwir ken aller zur Mitarbeit bereiteii Persönlichkeiten in den Kreisgemein­den ermöglicht wird. Aus diese Weise sind die Sammlungen 'von aU lerhand Altmaterial, Obstkernen, Wildfrüchten u. a. in ansehnlichen Mengen zustande gekommen und man hofft, daß sich in diesem Jahre noch eine stärkere Beteiligung an diesen höchst wichtigen Sammlungen, die zur Stättung unserer wirtschaftlichen Kraft frei tragen, ergeben wird. Die Rechnhingsablage des Schatzmeisters, Herrn Kreiskassenrechners Kauß, wies etne Einnahme von 180,60 Matt, die teils aus Geschenken, teils aus Mitgliederbeiträgen be­steht, und eine Ausgabe von 46,35 Mk. auf. Die von einem Sach­verständigen vorgeprüste Rechnung wurde einstimmig genehmigt und dem Rechner Entlastung etteilt. Darauf hielt Herr Medizinalrat Dr. Walger, hier, einen sehr anregenden Vortrag über Haus- desmfektion". Es handelt sich bei der Bekämpfung der Krankheiten, fühtte der Redner aus, nicht nur um die Heilung der Käank^iten selber, sondern auch um die Beseitigung der vielerlei Möglichkeiten! der Ansteckung. Dazu dienen bei der Hausdesinscktton tue Forum- lindämpsc, deren Anwendung aber nur durch dazu ausgdrildete Desinfektoren ausgesühtt werden datt. Die dazu dienenden Appw- rate wurden der Versammlung vorge-xigt. Auch die im Gebrauch der Kranken befindlichen Gegenstände müssen täglich desinffziett werden, um eine gründliche Bekämpfung der Krankheiten zu ermög­lichen. Zu Desinfektoren in Landgemeinden sollten am besten die Krankenschwestern ausgebildtt werden. Nachdem der Schrift­führer dem Vorttagenden den Dank der Versammlung ausgesprochen batte, wurden auf seinen Vottchlag zu weiteren Mitgliedern der Kreisverttetung des Verbandes die Herren Pros. Dr. Alles hier, und der Vottragende hinzugewählt. Bei Besprechung des dritten Punktes der Tagesordnung ersuchte der Leiter um die Mit­hilfe der Frauenvereine bei der Einsammlung der H i n d e n b u r gf- spende in den Gemeinden. In der längeren Aussprache hierüber wurden von verschiedenen Seiten Bedenken über die Möglichkeit der Einsammlung in Hinsicht aus die Zwangsabgabe von Speck und Fett geäußett, doch wird crwatttt, baß ttotzdem in allen Gemeinden, besonders von den Begüterten, recht viele Spenden an Gemüse. Obst und Räuckzerivoren in vaterländischem Interesse eingehen wer­den. wenn nur die Sammlungen gewissenhaft durchgesühtt werden Denn die ungeheure Zahl der Munitionsarbeiter bedarf dttngend der Untettttitzung mit Nahrungsmitteln, besonders mit Ftttwaren, wenn sie durchhalten sollen. Sodann gibt der Schttftführer bekannt, daß Professor Dr. Hausknecht, PensionMinerva", dahier. Hauptmann im hiesigen Larrdsturmbataillon, die Adressen von bedürftigen deutschen Gefangenen in Frankreich entgegennimmt zwecks deren Unterstützung. In der Aussprache über den vietten Punkt der Tagesordming, die derzeitigen Arbeitsmög­lichkeiten der Vereine wird angeregt, dce Pflanzung undVer- teilung von Gemüse im nächsten Sommer ins Auge zu fassen. Auch bei der Werbung für die Zeichnung auf die nächste Krregsanleibe, die ein ungeheuer wichtiges vaterländisches Wett ist, können sich die Vereine in hervorragender Weise beteiligen Nach Vcsprechun die Vorsitzende s

ftkr das zahlreiche Ettcheinen atls mit der Hoffnung auf weiteres segensreiches Zusammenwirken des Verbandes znm Heil des Vater­landes.

Von der Hindenbn rgsvende. Bis Ende Januar smd auS der Provinz Lessen-Nassau 118 »00 Kilograntm Schmalz Speck nnd Fleischwaren für die Hindenburqspende angelieiert worden! Die Provinz Hannover spendete bis dahm 169 600 Ko., die Prooin» Westfalen 108 600 Kg. * v 6

Nutzbarmachung erfrorener Kartoffeln Es herrscht in vielen, iktsbesvndere Berbrauch-rkreisen die Auffassung daß erfrorene Kartoffeln für menschliche Ernährung imgeeignet seien: rn vielen Haushaltungen werden erfrorene Kattoffttn einfach weggeworsen. Die Auffassimg, daß erfrorene Kattofseln nicht melw genießbar gemacht lverden können, ist irrig. Tic erfrorenen Kar­toffeln sind bis zum Verbrauch kalt zu lagern, damü sie »mter kernen Umständ-en au fronen. Sie werden vor dem Verbrauch 12 bis 20 stunden (je nackt devi Grad der GeftterhätteZ hindirrch in kaltes Wasser gelegt, das zweckmäßigenoeisc erneuett werden kamr. Sie dürfen dann nicht geschält werden, sondern werdenrnd er Schalegekocht. Durch diese Behandlung ver­loren die Kartoffeln ihren süßen Geschnrack und sind nicht er­frorenen Kartoffeln durchatis gleichn.rettig.

**DieWitterungdesJahres1916imGrv Herzogtum Hessen. Das Berichtsjahr luar im ol' gemeinen etwas zu wrrrm urw zu feucht. Das höchste Jahres­mittel der Temperatur weist wieder Mainz mit 10,6 Grad Celsiits auf, dem Worms mit 10,2 utrd Darmstadt und Offenbach mit je 10,0 folgen. Das niedrigste Mittet unter den 11 Beobachtungsstatiouen notierte Lauterbach mit nur 8,2 Grad Celsius. (Das von Neiurkirchen mit 7,7 Elrad ge­meldete ist unsicher/' Auch hinsichtlich des höchsten Thermo- m e t e r st a n d e s, der mit Ausna-hme von Schotteit, wo er bereits am 5. Mai eintrat, fast überall am 2. August ver- eichuet wurde, steht Mainz mit 30,2 Grad an der Spitze Darmstadt: 29,6). In dem hochgelegenen Neunkirchen wurde dagegen der Wert von 26,2 nickst überschritten. Schon aus diesen Zahlen ergibt sich, daß der Sommer überaus kühl war, was besonders vom Juni zu sagen ist, der beispiels­weise in Darmstadt der kirhlste in den letzten 55 J-ahren gewesen war. Dagegen ivar der- Winter 1915/16 abnornr mild. In Mainz Narren 5 Grad unter Mül der tiefste Stand und selbst in dem so kalten Lanterbach siel am 23. Februar, der fast übteralss der kälteste Tag war^ das Thestmometcktt nicht ttefer als 11,2 Grad unter Null (Darmstadt6,7). Die Zahl der Frofttage belvegte sick> zwischen 74 in Lauöer>

bach und 25 in Mainz (Darmstadt: 39), während Eis- tage, d. h. solche, an deiren das Thermometer ständig unter Null zeigt, in Darmstadt, Mainz und Gießen über­haupt nicht vorkamen und in Neunkirchen mit 13 ihre höchste Zahl erreichten. Die Zahl der Sommertage war sehr gering. An der Spitze steht Worms mit 23, wogegen! Schotten nur 7 solcher Xaae ver zeichnete. Die Zahl 17 in Darmstadt blieb um 25 hrnter oem langjährigen Durch­schnitt zurück. Das Jahr war, wie erwähnt, im allgemeinen zu feucht. Besonders gilt dies vom August, der beispielsweise in Darmstadt der regenreichste Monat in den letzten 17 Jah­ren war. Auch das letzte Dezemberdrittel war sehr naß und führte Hochwasser herbei. Schnee war in der Rhein­ebene selten und eine stärkere Schneedecke fehlte daselbst

O . Die Zahl der Gewitter schwankte zwischen 13 in nstadt und 47 in Obergersprenz. Die Mittet der Wasser­stände lagen beim Rhein 32 bis 37 Zentimeter über dent zehnjährigen Durchschnitt.

Landkreis Gießen.

v. A l l e n d o r s a. d. Lda., 14. Febr. In unserem zwei Forft- warteten umsossenden Gemeindewald ist das Holzmachen nunmehr rn reckt energischer Weise gefördert worden. ES kann immerhin noch ein ansehnlicher Teil der vorgelebenen bedeutenden Holz- mengen gefällt werden, so daß dre Holzknapvheit bei den Ver­steigerungen weniger fühlbar sein wird, als anfangs zu befürchten war. - An hiesige Kriegsteilnehmer wurden in den letzten Wochen folgende Auszeichnungen verliehen: TaS Eiserne Kreuz erhielten Christoph Loh unfr Heinrich Amend, die Hessische TapserkeitS- medarlle: Heinrich Senner, Wilhelm Pfann mittler, Konrad Hoimann und Ludwig Schwarz. Zu Gefreiten befördett wurden: Konrad Rein, Lotus Keil und Christoph Klingel- h ö f e r. Letzterem nuoe gleichzeitig das Kriegsehrenzeichen ver­liehen.

" Lollar, Febr. Dem Pionier Schlossermeister Otto Zutscher, welcher schon 14 Monate im Felde sieht, wtirde für tapferes Verhalten vor dem Feinde die Hessische Tapierkeitsntedaille verlieben.

"Oppenrod, 15. Febr. Dem 6)ef reiten Konrad SH o o Z, oer seit Anfang des Krieges im Landw.-Rgt. 116 steht, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

Kreis Alsfeld.

,, *' Mücke, 15. Febr. Tie (Siefretten Fritz Dsschert auS

Unter-Schmitten bei Nidda und Fahrer Karl Schlosser aus Grop-Elchen bet Mücke vom Feldlazarett 358 der 56. Infanterie- ^tvlsioit wurden mit dent Sänitatskrenz am Bande der Hessischen Tapferkeilsmedaille nusaezeichnet.

Starkenburg und Rheinhessen.

Worms, 14. üebr. Das Haus Covuelius Heyl stellte für dte Großherzog Ernst Ludwig - Jubiläums st iftung 50 00O Mk. zur Verfügung.

^ rL. W e i d e n h a u s e n . 15. Febr. Tie Wtederwahl des Job. Schmidt VII. zum Gemeindevorsteher hat die B e st ä- t l g u n g gefunden.

vüchertisch.

Kriegswirtschaftliche Arbeiten des Land- wtrts chaftlli chen Vereins für die Provinz Ober­hessen. Heft I und lll (Einzelpreis: 50 Pfg., Verlag von Emü Roth rn Gießen).

In einem zusammengeschloffetren Bätrdchen behandelt Herr Prosefsor Dr. W. Kl e b c r g e r m G i e ße n zunächst Miere Ka r - toffel- und Gemuseversorgung, sodann unsere Oel- und Gespinst Versorgung in der Zukunft in kurz- gefaßter klarer Tarftellung und biettt damit einen anerkennens­werten Beittag zur Förderung der Produktion wichtiger Bodew- er^ugnisse und erteilt Ratschläge, wie diese Kulturen an alte be­stehende hinsichtlich ihres großen Wertes für die Volks­wirt s ch a f t anzugliedern sind. In allgemein verständlichen ?lb- schnitten werden die Maßnahmen besprochen, die eine Sickerung des Bedarfes ersorderltck erscheinen lassen und Vottckläge gemacht wie gegebenensalles die Anbaufläche zu erweitern ist Tem Kär^ toffelbau mit den nötigen Hilfstttitteln und der Vettorgung der Be­völkerung mit Gemüse, wie auch der O r!g a n i s a t i o n ist mit praktischen Hsinweisen auch bezüglich der Lieferung des so wichtigen ö d a t g u tes und der S o r t e n a u s w a h l wohl ge­dient und ebenso sind die Maßnahmen zur Sickterung der '^el- und Gespinst Versorgung in ko m in e n d e r Z e i t derart «handelt, dan der L a n d wi r t A n re g u n g u n d B e l e h ru n g

ür seine Zwecke daraus zu schöpfen vermag.

. Der Landwirtschaftliche Verein für die Pro-

»Lberhe ff e n hat jedenfalls das Verdienst, mit seiner Ve rsuchst attgkeit dazu beigettagen zu haben, daß der Gewinnung lcmdwrttschaftlicher Erzeugnisse neue Bahnen gezeigt und aus sozu- agen vergessene Kulturen wieder hingewiesen wird, wie sie selbst un Hessenlande einst zu Hause waren und von den Vorfahren mir Erfolg ausgeübt worden sind. JndiesemSiwnewirddie vorliegende Schrift nützlich und anregend auf die erzeugende Landwittsckwst ein wir ken und zweifellos dankbar ausgenommen werden.

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