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14.2.1917 Zweites Blatt
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Nr. 38 Zweites Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Verlagen:Gietzener ^amilienblätter" und Breisdlatt für den Kreis Grehen".

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\bl. Jahrgang

tetzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Mittwoch, Zedruar

Zwlllmgsrundonrck und Verlag: Brühl'scheUmver,ttäts-Bllch-u.Steindrnckerel. R. Lange, Gießen.

Schristleitung, GefchSftrstelle und Druckerei:

Schulst rage 7. l>-efchäf.sjtcllcku. Verlag:

Schriftleilung: 112.

Anschrift für Tr. ht>:achxlchten:AuzeigerGt»».en.

Kriegsbriefe aus dem Offen.

&dh unserem zum Ostl)cer entsandten Kriegsbericksterstattcr (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)

An der Nordostfront.

Mi tan, Anfang Februar 1917

Manche von den Dingen, die ich hier Vorbringen möchte, hängen *2*]?$* lS' c mit de" nun über einen Monat währenden Kämpfen Erblich Mitau zusammen. Aber das Kennzeichnende des äußeren -RldeS dieses Kampfraumes ist es eben, daß die deutsche, oder jetzt wenigstens völlig deutsch wirkende Stadt Mitau keine 20 Kilometer von der Kampslinie entfernt ist und daß der Wechsel zwischen dem granatumhagelten Grabenstück auf der Längen Düne etwa und einem freundlichen Familientisch, über den deutsche Frauenaugen, sehen, so unvermittelt und jäh wohl an keiner Stelle der Front wenigstens der Ostfront möglich ist.

Der Artillerielärm draußen schweigt. Mitau liegt still in der Mittagssonne. Ueberall wehen die zarter: grauen Rauchfahnen in den ganz lichtblauen Himmel. Auf den Straßen geht alles in dicken Pelzen eilig aneinander vorüber, unb doch ist es mir immer gewesen, v *2??} ^ biefcnt eiligen Vorbeigleiten in der harten Kälte jeden das Gefühl habe, daß mpn unter sich charc. Die Leute im Zivils- Pelz und die im grauen Militärmantel. Die andere Seite dieser freundlichen Erscheinung ist freilich die: man hat ja immer Heim­weh' aber grad hier an der kurländischen Front überfällt es manchen doch noch heißer und jäher, we:rn ein deutsches Wbrt, ein blauer Blick so plötzlich Erinnerungen auslösen.

Dazu gehört die kleine Gescknchte, die ich im Vorraum zum Kasino fing. Es war nach den Tagen des russischen Einbruches, so am 10. Januar etwa. Kam da ein alter Oberleutnant eben von der Front. Die Einkristalle hingen dicht an feinem Schnurrbart, und man sah cs dem Gesucht an, daß harte Tage hinter dem Mann lagen. Langsam löste er mit den verflammten Fingern Halstuch und Ohrenschutz ab. Da siel sein Blick auf ein kleines blondes Madel das irgendeine Bestellung von Quartierwirtei: abgeben sollte . . . Herrgott, ein rickKges Kind! Daß man das noch mal sieht, das l)ätte ich mir nicht träumen lassen vor zwei Tagen im verdammten Schlamassel. Wie alt bist Tu denn?"Sieben Jahr."So alt wie meine Tochter," wendet sich der Oberleutnant an einen Hauptmann, der mit ihm gekommen ist. Ganz leise und leicht geht die ebew noch so täppische Hand über den Kffcherkopf.Ein richtiges deut­sches Kind." und kopfschüttelnd, wie über ein unverhofftes seliges Wunder geht der Herr Kompagnieführer in den Speiseraun:.

Diese Speiseväume im Kasino wäre:: ein Kapitel für sich. Alles, was von der Front kommt oder zur Front geht und auf einen Tag oder auch aus acht Tage in Mitau liegt, ist ja für ein paar Stunden dorr Ta gibt es merkwürdige Wie'oersehensfeicrn.Menschenkind, wv kommen Sie denn her?" ,Hch war in Rumänien, und danrp war ich unten bei Ppern."Donnerwetter, da müssen Sie erzählen Wo haben!wir uns doch zuletzt gesehen?"In Kowel, in dem gräß­lichen Panjenest Kowel, in dem kleinen Ausschank, wo es die guten Brötchen gab "Uebrigens die Hauptsache, wie steht's mit der Ver- lobigung?" Der andere hebt triumph i erend den Ringfinger der lin- ken Hand hoch.

So schwirren die Gespvächssetzen durch de:: kleinen Saal, da zwischen kommt Musik vom Klavierzimmer her. Mit dem unbe- weoten überlegene» Gesicht intf> den herrschenden Augen sieU das Bild Kaiser Karls V., das in einer ausgezeichneten Kopie eine ganze Wand eimrimmt, über das Lärmen, Trinken und Lachen, über innae lustige und sorgenvolle Gesichter. Dann mischt sich plötzlich in die leichte Mufik ein doimertieses Grollen: draußen an der Front sprechen die schweren Geschütze, spreche:: so laut, daß Mitau stumm ergriffen zuhört. Nur die, die vielleicht in den nächsten paar Stunden^ schon wieder draußen sind, lassen sich den so entbehrten und so genossenen Reiz des Abends nicht schmälern. Nirgends ist die Stimmung besser und herzhafter, als bei denen von der Front, wenn sse einmal Gelegenheit haben, einen guten Tag zu erwischen. Sie nehmen sich mit fester Hand das Recht auf heitere Stunden, wie sie die Pflicht auf Not und Tod tragen.

-Die Straße von Mitau nach .Kaluzcm führte durch

weites leuchtendes Schneefeld. Wie ein Glas von dem Hauch des Muirdes gvau überläuft, so :uihm die weiße Schneedecke eine grau­braune Farbe an von dem Anhauch der Granaten. Was eben noch weiß war, war in den nächsten Mvmten schon mit dem braunen Staub überschüttet, und immer weiter lief die braune Grenze. Das war am 10. Januar. Inzwischen ist längst wieder neuer Schriee über Sttaßen und Felder gefallen, aber das gleiche Schauspiel, das sich damals vollzog, ging heute auf der langer: Düne vor sich Als ob nicht eine Kette von Tagen, voll von Aufopferung, Helden- taten und Sieg dazwischen gelegen .hatte, als ob nichts weiter ge­schehen sei, als daß man die russische Artillerie eben veranlaßt hatte, nun ein neues Schneefeld braun zu überstreuen, so konnte es der Blick, der nichts von den Zusammenhängen wußte, ausfassen. Für mich persönlich lag zwischen den beide:: Tage:: eine Fahrt nach Deutschland, Borttäge in ein paar großen Städten ui:d wieder das merkwürdige Erleben des Unterschiedes zwischen Heimat und Front, nicht nur in den äußeren Dingen, sondern auch in den inneren Maßstäben, die an Opfer und Entbehrungen gelegt rverden. Wer aber das Gute sehen will, konnte doch merke::, daß durch den letzten Druck, mit dem die ander:: ui:s Pressen ivvlteu, auch säst überall der Wille gebcWet ivurde und der Wille gestärkt wurde, die Nöte des andern Volksgenossen auffichtig zu verstehe::. Mindestens die Absicht, Scheidewände zu übersteigen, habe ich nie so stark gesunden, als in diesen Tagen. Bon meinen ganzen Eindrücken in Deutschland und ich bin ja in den paar Tage:: durch ein ganz hübsches Stück Deutschlands gekommen fiel mir, ivährend ich den Granatenweg zun: Bataillonsstab vorwärtsgiius, statk eine kleine Geschichte ff: die Gedanken: Tie Straßenbahn, die vom Hannoverba hu Hof zur Stadt­balle führt, halbloer. Auf der einen Seite.sitzen ein paar einfache Frauen und schimpfest:Es gibt immer noch Schmuggelwege, sich Fleisch zu verschaffen. Ueberhaupt wer Geld hat. . .Ja, das ist ja auch eine Gemeinheit. aber, ich wollte ja schon gar nichts sagen, wenn nur meinem Jung sein Arm nicht abgenommei: würde. Es ist ein Elend."Sie werden de:: Arm schon retten," mischte sich nun eine Frau, ich schätze dein: flüchtigen Hinsehen, eine Arz-tfrau, ins Gespräch,die deutschen Chirurgen sind ja so gut, meinen Zungen haben sie ja auch wieder ff: Ordnung gebracht. Wie ist denn das gekommen?"9W> Gott, mit das Maschinengeivehr. Tie andern hatten sie :vvhl schon abgeschossen, da schoß er immer allein noch weiter, und da kam eine Granate und hat im das Maschinen­gewehr so gegen den Arm geschlagen, daß er den linken gar nicht mehr gebrauchen komite, aber er hatte ja noch nicht genug, er

noch weiter, na, und da ist ihn: dom: ein Granatstück mich in den rechten Arm gegangen."Aber da könne:: Sie ja stolz auf ,chren^ Jungen sein? Was haben Sie für einen famosim Jungen, ffnd 2 -:e denn nicht froh darüber?" Die Frau, der die Tränen'dick über die Backen kullern, nickt ein paarmal kräftig:Wenn ihm n, ! r -,P5 r f ~5 rm - - "Glauben Sie nur, unsere Chirurgen tun wirklich Wunder. Auch Ihr Junge wird schon wieder gesund werden. Die Fmu sieht gläubig ans, die beiden Mütter geben ffch die Hände. Xir Elektrische hält irgendtvv ca: eurer zugigen ^ttüHauac

An diese Geschichte mußte ch denken, als ch zum Bataillons- stab ging Man glaubt nicht, urie wohnlich so ein kleines Viereck <ai6 Holz wirkt, wenn draußen die Granaten effsschlogen und das Heulen der Granatsplitter durch den Wald lärmtDer Panjtz

wird /ich schon wvcder beruhigen," sagt der Bataillonsführer. "Ä «. r 1 ? ""s zwar ein paar Stunden ringsum den Palast geMlastert, aber er bekouwert s:ch schon wieder." Nach einer Viertelsnmde kam: man wirklich nach vorne gehen. Ein bißchen Iprmgen, em bißchen bücke::, aber man kommt doch ganz gut in den Graben.Bom gestrigen Gefecht her liegt noch der ganze Wald voll toter Russe::, nur der Grabe», der schmale Einschnitt in den Sand- boden :st geremuft worden. Trüben auf 30 Meter tonn man öurd) Nm Grabenspiegel das russische Drahthff:dernis sehen, aber auch erkennen, wie schwer in diesem Gelände das Borwärtskommen st:n nruß. Wir sind ff: der Sturmstellung, aus der das Bataillon mfrgen angreifen soll. Es ist der Angriff, der dann 900 Gefangene, 14 OM-revc und 15 Maschinengewehre einbringt und man kann !:ch eine Vorstellung nrachen, wie schwer hier jedes Vorwärts- komme:: sem muß. Kiefernbüschel halb überschnell, eff:e Mulde, in der man vielleicht bis an hie Schulten: i ' der: Schnee sinkt, ein c» - £5 bifttez Wald :md daz-wiscl und davor spanische

Rerter und Stacheldraht. Eben wollen n :rückgehen, da kommt e:n merkwürdiger Vogel durch die Luft um, eine Flügelmine,

Die langsam ltnb deutlich ^kennbar über Mefernwipseln dah:n>

segelt und dann plötzlich in einer schnellen Wendung irgendwohin nach Osten m das Gelände hinein schient Ter Vogel wiegt einen Zentner, und sein Rumpf beim Einschlagen übertönt selbst den Uirm der Geschütze. Ein halbes Dutzend neuer Mine» folgen schnell L:e belegen gerade die Richtt:ng, ff: d- wir zurück müssen, also Avattem Gleichzeitig fängt die Artiss- stärker und stärker an. ^:e Einschläge nähern sich verdächtig du., Graben. Also hinhocken. v>ch ntze neben einem Grenadier »md einem Füsilier und dem Führer einer Maschinengewehrabteilung gegen die Sandwand gepreßt. Die spate^Nachmittag,onne liegt rotgolden auf den .Kiefernstammen, der Schnee leuchtet. W:r sitzen ganz still. Was soll man noch wel sage::? Lebhafter wird das Feuer. Ein paar Schritt weiter lmks sind em paar Leute verwundet. Plötzlich sagt der Pirmier. mdem er für einen Augenblick das Saugen aus seiner kurzen Pfeife unterbricht:Eigentlich wenn man wüßte, daß nicht gerade eine hier herkvnnnt, hört sich das ganz plaisierlich an." Es ist rickttig, m m::westens ein Dutzend verschiedenen Lauten lärmt der Tod durch den Wald, bald näher, bald weiter.

Am ächsten Tage :md in der Nacht wurde dann das Feuer Ostt^eußen ^ ^ ^ ?ame!l 031 biC Esche Hauptstellung, die

N o l f B r a n d t . ssg i e gs b c richterstatter.

Ans Stadt nnd Cand.

Gießen. 14. Februar 1917.

Der Winter im Sprichwort.

Die Zahl der .Bauernregeln", die sich auf den Winter beziehen, I ist w:e Sand am Meer. Es ist unmöglich, sie alle aufzuführen, auch wäre das ein unnützes, überflüssiges Beginnen, da sie sich vielfach in immer neuen Wendungen wiederholen. Da wir aber letzt in einem Winter leben, der uns Schnee in großer Menge und Kälte von grober Strenge beschert hat, erscheint es angebracht, wenigstens eine Auslese aus dieser Uebersülle zu geben, in der ja bekanntlich ein gut Teil unserer Volkspoesie ihren Niederschlag ae- sunden hat, was die Lektüre dieser Volks-Spruchweisheit immer wieder reizvoll macht. Da sind zunächst ein paar Regeln über den Winter überhaupt:

^Fabian und Sebastian (81. Jan.)

Fängt der Winter erst recht an.

An Sankt Pauli Bekelzrung (2b. Jan.)

Ist der Winter halb herum.

Vor Servaz (13. Mai^ kein Sommer, .

Nach Servaz kein Winter.-

Tann vom Schnee, mit dem uns der Winter immer am sicht, barsten seinen Einzug ankündigt, und von Eis und Kälte:

Januar Reis ohne Schnee,

Tut den Bäumen und Feldern weh,

Hat der Jänner Eis und Schriee.

Gibt eS Korn aus jeder Hoh'.

Ist der Januar frostig und kalt,

Lockt uns bald der grüne Wald.

Janliar muß vor Kälte knacken,

Will der Bauer Mehl ernsacken.

EiSzapien im Januar groß und dicht,

Eine gute Ernte verspricht.

Wenns im Hornung (Februar) nicht stiert und schneit. Kommt der Frost zur Osterzeti.

Besser im Hornung zu Hause frieren,

Als draußen Im Sonnenschein spazieren.

Bring! der Februar Schnee und Eis,

Wird der Sommer furchtbar heiß.

Grobe Kälte in: Februar,

Bringt ein gutes Erntejahr."

Untrüglich sind freilich alle diese Sprüche des BolkSmundes nicht. So folgte beispielsweise dem außergewöhnlich harten und lange anhaltenden Winter des^abres 1844. tn dem der Erdsrost zwei Meter tief hmabreichte, ein sehr regnerischer Sommer mit völliger Mißernte. Indessen, das war nur eine Ausnahme von der Regel, ein - weißer Rabe! Da sich die Bauernregeln auf eine vielhundertjährige, in ausgedehnten Gebieten gewonnene Er­fahrung gründen, lassen sie jedenfalls ,m allgemeinen nach einem chweren Winter wie dem jetzigen einen besonoers guten Sommer erhoffen.

*

Gefreiter Schwall, seit Anfang einem halben Jahre die Hessische

Auszeichnung im Felde, erhielt bereits vor

TapserkeitSmedaille und wurde jetzt zum ttnterofsizier befördert.

** I n der VortragSvereinigung (Kaufmännischer und Ortsgeiverbeverein) hält morgen abend, 8^ Uhr, Freiherr Reitzenstein, Dresden, einen Lichtbildervortrag über ^J a p a u. Der noch aussiehende Vortrag Nr. 3 wird der Kohlenersparnts wegen noch weiter verschoben. (S. ^Inzeige).

**FürPferdebesitzer. Eine gedai:ke,ckose Pferd ecnlälerei, ö schreibl demFranks. Geueral-Anz.." die Pferdeschutz-Vereiiügung Iber ganz Deutschland), wird oft im Wfftter bei sttenger Kälte den Pferden z-ngefügt. Diese wird dadurch verursacht, daß mau den Tieren ein Gebiß, welches die Mcht üver a» einem Orte gehangen hat, woselbst eine Temperattir unter null Grad vorherrschend :var, eiskalt ins Maul legt. Die Wirkung ist die, daß diese armen Tiere nun ihre' Zunge von dem Gebiß mcht zurückziehen können, ohne daß beim Abreißen von dem QteMfö off ein Sttlck oder mehrere Stücke von der Zrmgenhaut an dem kalten Essen kleben bleibt. Taß dadurch de:: Pferden arge Schmerzen zugeffigt werden, läßt ich wohl denken und ermessen. Ehe man also im Wmter ein solches Gebiß dem kPserde ins Maul legt, muß mm: es erst vorher in ivarmes Wasser tauchen oder n:mMten§ eine halbe Stunde vor dem Gebrauch in den warmen Stall hängen.

Landkreis Gießen.

* Langd, 14. Febr. Dem Musketier Wilhelm Appel wurde an Kaisers Geburtstag wegen ununterbrochener 29monatiger treuer Pflichterfüllung als Karpathenkämvier im Wiuter 191b und wegen Vorfahren mit Munition im höchsten Artilleriefeuer in Galizien daS Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen.

** WeiterShain, 13. Febr. An Frau Lehrer Inder- h a l und Bürgermeister-Stellvertreter P f a f f wurde für hervor­

ragende Verdienste um die Kriegshilfe daS Kriegs-Ehrenzeichen verliehen.

Kreis Wehlar.

ra. Wetzlar, 14. Febr. In der Hauptversammlung der hiesigen H a-n d e l S k a m nt c r wurde Generaldirektor Bergrat Gröbler als Vorsitzender und Vergassessor Raab alö stell- vertretender Vorsitzender wiedergewählt.

Brachliegende Arbeitskräfte.

Von einem Freund unseres Blattes erhalten wir folgende Zu- schr:st:

Gibt es denn noch immer brachliegende Arbeitskräffe? Gewiß, mw gar nicht wenige es gilt nur, sie xidji&q zu erfassen? Tie Not der Sttmde fordert heute gebieterischer als je: alle Mann an j?ord und iede irgendwie verfügbare Kraft dem bedrohten Vater- lande! W:e ist demgegenüber die vielfache VersOvendung weib- l:cher Arbertskräste zu häuslichen und persönlichen Diensten zu rechtferttgen? Gerade jetzt sind Mädchen und Frauen in der Mu-- n:twns:ndustrie und im Verkehrswesen, in Bälde auch dringlichst für d:e Laichwirtschaft nötig könnten und sollten da nicht z. B. Familien ohne viele Kinder oder Kranke auf Dienstboten zeitweise verzichten, oder sich wenigstens mit der geringstmöglichei: Zahl be­gnügen! Wenn dafür die Hausfrau oder Tochter etwas ffüher auf- stehen, aus manche Beguemlichkeit verzichten, der Küche sich selber annehlnen, Klavierspicl und Lektüre auf andere Zeiten verschieben wollte, so ivären dasOpfettss die immer noch gegen die von ihren JJUmnern, Söhnen uich Brüdern im Schützengraben geforderten rmderleicht wären zumal, wenn Vorsorge getroffer: würde daß zur Besorgung schwerer Arbeiten (Kohlenttagen, Aufwaschen u.

f 1 ® tüchtiger Aushelferinnei: (Kriegerfrauen und

aynttche) die Runde in den betteffenden Häusern mache::, womit zugleich ^diesen, für volle Fabrik- oder Landwirtschaftsbettiebs weniger in Betracht kommenden Frauen regelmäßige Verdienst gelegen heit gegeben würde Also: Frauenveveine voran zur Or- ganisierung solcher Aushilfskoioimen iu:d zur Ausscheidung der eittbehrlichen Dienstboten! Ohne behördliclsin: Eingriff wird es frei­lich Nicht abgehm, wie alle seitherigen Erfahrnnge:: zur Genüge Sollen. So wenig die allgemeine Dienstpflicht, Schulpflicht unä ahnluhcs ohne Zwang einzusühren waren, so wenig wird auf dem besagten Gebiete mit bloßen Anregungen u:ü> Belehrungen zu er- ?brchen sein ja, wenn die Menschheit weniger beauem. weniger selbstsüchtig mrd gewohnheitsduselig wäre!! Also: Behörde Kriegsamtsstellen, Generalkommandos usw. ans Werk!

. . Weitere Kräfte liegen vielfach brack- in der Armee nicht mehr dienstpflichtiger Pensionäre aller Art, die meist ivillig und zuver- lässig genug wären, jede für sie geeignete Arbeit zu übenrehmen, cne sich ui: eigenen Heim bei ent sprechenden Ruhepausen und der gl. aussühren läßt, da sie meist mdrt mehr imstande sind, sich einer ununterbrockMen Bureau- oder Werkstätte-Arbeit zu unterziehen. Man unterschätze das hierdurch zu gewinnende 9lrbeftsgimntum nicht! So wäre Schreiber dieses in der Lage, aus besagte Weise täglich vielleicht 810 Arbeitsstunden zu leisten tausend andere werden (allem oder unter Zuhilfenahme von Familienangehörigen' das Gleiche oder noch mehr leisten können. Hier ist die Schwierig­keit: Lätzt sich solche Heimarbeit für vaterländische Zioccke ff: ent­sprechendem Ummng anftteiben bezw. organisieren? In Frage kämen hierbei Schreibarbeiten aller Art rcnd vielleicht auch ein. zelne Dernchtungen für Herstellung von H-eeresbedars. Wer gibt lfter sachverständige Auskunft? Und wer nimmt sich zutreffenden­falls der nötigen Organisierung an?

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttket übermmmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Holzversteigerungen.

Die Zeit der Holzverfteigerungeu ist wieder gekommen, die ersten haben beretts stattgefundcn uni) haben zum Teil sehr lwhc Preise gcchracht. So wünschenswert das auch für die staatlichen und Gcmeffrdekassen unb für andere Waldbesitzer ist, umso weniger liegt das gerade in dieser Zeit im Interesse der mütleren Stande, die am meisten unter der Kriegsteuerung leiden. Dazu komm:, daß das den Gemeinden zustehende Losholz vielfach wegen Mangel an Arbeitskräften nicht in dem ffüheren Maße geschlagen und ab­gegeben werden kann. ?luf der anderen Seite ist soegen der an­haltenden Kälte das Holz der nwisten Verbraucher aufgebraucht und infolgedessen die Nachfrage nach Holz sehr gwß. So besteht die Gefahr, daß von den Leuten, die das Geld dazu haben, die Preise sehr in die Höhe getrieben werden uni) dazu sehr viel Holz über den Jahresbcdars gesteigert wird. Diese Gefahr müßte aus alle Fälle in dieser Zeit ffn Interesse der.Allgemeinheit vermieden werden, es müßten von den maßgebenden Stellen Mfttel und Wege gesunden werben, daß die Preise nicht ms ungeheure ivacbsen und deshalb einem großen Teil der Bevölkerung das Kausen von Holz gänzlich unmöglich gemacht wird, dann, daß nicht jeder, der' das Geld hat, soviel Holz sich steigern kann, als er wrll. Tie schon bisher im Interesse der ärmeren Bevölkerung gettoffenen ErleiSe- rungen bett. Holzlesen usw. würden dadurch auch für einen weiteren Teil der Landbevölkerung eine sehr segensreiclx' Erivefferung er­fahren. Doch ist Erle dringerch geboten. Bezugsscheine und Höchft- preise wären auch hier soweit möglich erforderlich.

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