Ausgabe 
28.2.1917 Erstes Blatt
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5 TOrr nachmittags nahe der Adour-Mündung auf- getcruchr fei undi sechH Kano»«nschüffe -auf die Küste abgegeben h«be. Die Küstengeschütze hatten sofort das Feuer auf das feindliche Fahrzeug eröffnet, das, von den französischen Artilleristen mit dem ersten Schuß getroffen, schnell tauchte. DaS betreffende Unterseeboot tstwohlbehaltenzurück- jgekehrt. Es hat am 12. Februar die großen Anlagen der Forges de l'Adour bei Bachomre ausgiebig beschossen. Der Erfolg wurde durch mehrere große Brände bestätigt. Erft nach geraumer Zeit wurde das Boot von einer Küften- batterie erfolglos unter Feuer genommen.

Das betreffende Unterseeboot und noch ein anderes! haben versenkt: elf Dampfer, drei Segler und zwei Fischerfahrzeuge von insgesamt 37 500 Brutto-Re- gistertonnen.

Der DampferOrleans" in Frankreich.

Bas.el, 27. Febr. (zf.- Aus Bordeaux meldet Havas: Der Dampfer Orleans" ist am 26. Febr., nachmittags! 5.30 Uhr im Hafen von Pauillac eingetrosfen, wo er untersucht wird.

Basel, 28. Febr. DieOrleans" ist am Quai d'Quey- rien in Bordeaux vor Anker gegangen. An den Schiffswän­den steht in Riesenlettern, von amerikanischen Fahnen um­rahmt,Bordeaux-Boulogne". Der Kommandant des Schiffes erklärte, die Reise sei ohne Zwischenfall verlaufen. Die Orleans sei am 7. Februar in New Work abgefahren und habe die Sperrzone am 23. Februar 10 Uhr früh erreicht.

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London, 26. Febr. (WDB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der englische DampferAlgiers" (2961 Ton­nen) und der maltesische SeglerNostra Signora d e.l Porto Saldo" (136 Donnen), sowie 2 KutterAgnes" rrnd ,Me org e B e h s o n" sind Verse nkt worden.

L o n d o n', 27. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel­det : Die britischen DampferS e e g u l l" undHeedle y" wurden versenkt.

London, 27. Febr. Lloyds melden, der englische Seg­ler Hannah Croasdell (151 B.-R.-T.) sei versenkt morden.

^ 27. Febr. Der Berichterstatter desMatin",

der mit Fischern des Kanals eine Unterredung hatte, teilt mit, vor einigen Tagen sei eine g a n z e F i sch e r f lo t ti sl e von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden.

«.> r DasJournal" meldet aus

Barcelona: Der Marineminister hat befohlen, daß alle Han­delsschiffe über 500 Tonnen mit einer Funken- statron von 5 Meilen Minimalreichweite und Motorret- rungsbooten ausgerüstet lverden müßten.

d^rn, 27. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) ,.»Temps" zu- rwKe ist der MinensucherNoella" bei einer Patrouillen- fayri auf eine Mine gestoßen und gesunken.

Rotterdam, 27. Febr. Ter englische Dampfer .To sca, der am 26. Februar in See gehen sollte, konnte nicht auslaufen, roeil die eigenen Mannschaften die Maschine rum Derl zerstört hatten.

Am dem Reiche.

Zimmcrmann zum U-Bootkrreg.

Ueber den Unters eeb ootkrieg gab Dr. Zimmer- !maun gegenüber einen: spanischen Journalisten folgende Errlärung ab:Wir möchten, daß man sich über unsere jLozge Rechnung ablegt. Bei niemandem kann der geringste Merfel über das Ziel urrserer Feinde bestehen: unsere völlige .'Zerschmetterung nnd Vernichtung. O^egenüber einer )s schrecklichen Bedrohung im Besitze des Mittels, mit dem wir die Pläne unserer Feinde zum Scheitern bringen können, ÄMten wir da unser Volk dadurch opfern, daß wir dieses Mittel nicht «üvenden? Wir haben nicht den Kopf verloren, $££*& ?**! Gegenteil! Unser Ent)chluß ist nach und nach gereist. ,'Wrr faßten ihn in der H^ewißheit, daß man ihn nicht als eine ,HMausfordernng an die Neutralen auslegen wird. Wir be- idErrr den den Neutralen zugefügten Schaden aufrichtig )«rw srnb bereit, alles, was in unserer Macht steht, zu tan,

, ija rhn zu verringern." Ueber die Aussichten des verschärf- -len Unterseebootskrreges erklärte Staatssekretär Dr. Zim- 'mermann dem spanischen Pressevertreter:Wenn die Ber- ernvgten Staaten die Dauer des Krieges ernstlich abzukürzen Wunsches dürfen sie der Verwendung dieser Waffe keine Hindernisse rn den Weg legen. Möge Amerika uns jr ei es Feld für den Kampf gegen unsere Feinde lassen, und es wird sehen, daß der Krieg viel früher Ende ist, als es denkt. ÄErersetts sind die meisten neutraleil Staaten als See- machte schwach und haben ein Interesse daran, daß das Unt^seebvot triumphiert, weil sie dann über eine sichere Waffe verfugen, mit der sie sich gegen den mächtigsten Feind verteidigen können, dessen Joch sie bisher nicht abschütteln Konnten, ^rnrch Widerstand gegen die Perwendung des Unter- .le^ootes weiten sie das Mittel zurück, das ihnen die rasche ^Befreiung von der Tyrannei an die Hand gibt." Dr. Zim- dann eine Begründung dafür, warum ?bl^^Eid sin letzten März alles zur Vermeidung eines E'wnenstoß^ mrt Amerika getan habe.Heute sei die -tage völlig anders. Dann kam die Ententenote an Wilson SÄft unbegreifliche und unerklärliche Note.

Zweifel: was die zehn Verbündeten Iermchtung und die unserer Verbün a ^° chchts anderes übrig, als zu bcv.i äußersten Mittel zu greifen. Andererseits hat sich das Unter- ^e«^ot m unserer Hand derart entwickelt, daß, was viel- lercht früher nicht möglich war, heute möglich ist. Darüber

Auf die Frage des

.Bercchterftatters, ob man denn keinerlei Unterschied ^bQder Versenkung neut^ler Schiffe machen werde, ant­wortete Staatssekretär Dr. Zimmermann:Absolut

fernen Unser Entschluß ist unerschütterlich, denn nur dadurch kann der Krieg in die' beendigt werden, und das ist Wunsch!"

Neuorganisation im Eisenbahnbetrieb

' ,27^ Febr. (WTB.) Mit Rücksicht auf das

&tmne der Eisenbahnabteilungen uahm der Minister der öffentlichen Arbeiten eine Treu- mung der Geschäfte der bisherigen Verkehrs- und ^-r^bbsabterlung vor. Es ist eine neue Abteiluna ausschließlich für den Eisenbahnbetrieb gebildet war- ^en, deren Leitung einstweilen deni betriebstechnischen Prösi- worden ist, der bisher die Generalbetrieh^

^iluna"? 7 -^^ hat Gleichzeitig mit der neuen Ab-

berlung trat eme Kriegs-Betriebsabteilung" in Wirksam­

waltungen ordneten der Mehrzahl liach bereits Vertreter in die Kriegs-Betriebsabteilung ab. Die Ergänzung des Etats wurde vom verstärkten Staats-Haushaltsausschuß des Ab­geordnetenhauses ohne Widerspruch einstimmig bewilligt.

Vaterländischer Hilfsdienst.

Berlin, 27. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Ter 15er Aus- Mich des Reichstages zur Mitwirkung bei der Ausführung des Hilfsdienstgesetzes hat den Entwurf einer Verordmmg zur Aus­führung des § 7 (Heranziehung der Hilfsdienstpflichtigen) beraten. Ter vorgeschlagene § 1 verpflichtet die Ortsbehörden zur Nach­weisung aller nach dem 20. Juni 1857 und vor dem 1. Januar 1870 Geborenen, nicht inehr landsturmpflichtigen männlichen Deut­schen. Tie hier be,zeichneten Personen haben sich bei den Ortsbe­hörden dnrch Ausfüllnng der Meldekarte zn melden. Von der Auf­nahme tn die Nachweisung und von der Meldepflicht sind befreit, Personen, die nrindestens seit dem 1. März 1917selbständig oder unselbständig im Hauptberuf tätig sind: 1. im Reichs-, Staats-. Gemeinde- oder Kirchendienst: 2. in der öffentlichen Arbeiter- und Angestelltenversicherung: 3. alle Aerzte, Zahnärzte. Tierärzte oder Apotheker; 4. in der Land- und Forstwirtschaft: 5. in der See- und Bimrcnschiffahrt; 6. in der See- und Binnenfischerei,: 7. im Eisenbahnbsisieb; 8. auf den Wersten; 9. in der Pulver-, Spreng­stoff-, Munitions- oder Waffenfabrikation; 10. in einzelnen kriegs­wichtigen Betrieben, die von den .Kriegsamts stellen für ihre Be­zirke bezeichnet werden.

*

Berlin, 25. Febr. (Amtl.) Durch eine Verordnung des Bundesrats vom 24. FKrr. 1917 ist der Geltungsbereich der die Bewirtschaftung von Mineralölen, Mineralöl- erZeugnissen, Erdwachs und Kerzen regelnden Verordnung vom 18. Januar 1917 auch auf Paraffin, das nicht aus mineralischem Rohöl, sondern aus anderen Roh­stoffen (insbesondere auä' Braunkohle und Schiefer) geivon- nen ist, erstreckt. Solches Paraffin wird in erheblichem Um­fange bei der Herstellung von Kerzen verwendet. Ferner r)t klargestellt worden, das; sich die genannte Verordnung nicht nur auf Erdwachs (Ozokerit), sondern auch auf das bei der Verarbeitung von Braunkohlen anfallende Montan­wachs bezieht.

Berlin, 25. Febr. Zahlreiche Mitglieder der Reichs­deutschen Waffenbrüderlichen Vereinigung ver sammelten sich heute abend unter den: Vorsitz des Staats Ministers Kühn im Hotel Esplanade zu Ehren ihrer öfter reichischen Gäste Exzellenz Dr. Klein und Professor Dop aus Wien. Es waren erschienen die Staatsminister unk Staatssekretäre Helfferich, Sydow, Schorlemer, Roedern -Simmermann, Lisco, Generalleutnant Grüner, die Unter staatssekretäre Baron v. Stumm und Baron v. Bussche- Haddenhausen, der türkische Botschafter Hakki Pascha, der österreichische Botschaftsrat Graf Larisch, zahlreiche Mid glceder des Reichstags uno des Landtags usw. Staats- Minister Kühn forderte in eindrucksvoller Rede mit Hinweu aus das Hiuscheiden des auch im Deutschen Reiche allgemeir Verehrten Kaisers Franz Josef die Versammlung zu einen dreifachen Hoch auf die verbündeten Monarchen auf. Mini- sterraldirektor Just sprach auf die österreichischen Gäste Exzellenz Dr. Klein dankte mit einem Hoch aus den Geiß und auf die Blüte der Wassenbrüderlichen Vereinigung Eeheimrat Professor Troeltsch erörterte in geistvoller Redc die kulturellen und gemütlichen Beziehungen zwischen den Deuts cyen Reich und Oesterreich. Den Schluß machte der Abgeordnete Naumann mit einer häufig von Beifall unter­brochenen Rede, deren Ankläuge an seinMitteleuropcv^ er zu einem Hoch auf den wunderbaren alten und immer wieder sich verjüngenden österreichischen Staat zusammen- faßte.

em Sommer unser aller

- !Nb. Deutscher Reichstag.

(Fortsetzung aus dem 2. Blatt.)

,Ab^. Scheide mann (Soz.):

^ Wsim. auch alles am Boden liegt, was sich uns im Tezembe ^-ounete, so sind dre damals erlebten StMiden doch die größte: und stolzesten m«ncs Lebens- Wir ^>zialdemokmt-n sind allczci -vrager des Friedensgedankens gewesen. Wir wollen die Revo tutton der Bernunst gegen das Völkermordeii. Damals waren wi gegen eine Debatte, weil wir die Befürchtung hatten, daß dure unkluge Aeuverungen von emer bestimmten Stelle in diesen v<uise den gegnerischen Regierungen eine gar zu bequeme Gelegen xw? 1 im,et Friedensangebot abzulehnen

ahiillche Bedingungen aufgestellt wie die Entente, s. dsiiben nur den Willen zum Turchhalten gestärkt wm e. ncu Blutschuld an der Menschheit, die durch die brutal Ablehnung unseres Friedensangebotes entsenden ist, ioerden di abwaschen können. (Sehr richttg!) Ter ver schärfte U-Bootkrieg irxrr eigentlich von der^ Alliierten konferenz m I^rn beschlossen worden. Wir wünschen ta' n uns bald den Frieden brmgt. Die weitere Folge rvar der' Ab Bezie^ingen tzu «Amerika. lWir bedauern' dies auß iebQ1 Ge^er kämpfen, unse!

^^ iRegiesimg müssen aber gentahnt werden rt^tern« ©^0,^5 bef Erreichbaren. Der Reichskairzler er ftuheven Erklärungen fortzunehmen. Dazi gehört dav Friedensangebot, durch das dre Ehre, Dasein und Ent Wicklungsfreiheit aufrechterhalten bleiben sollen. Gras Tisza ha wiederholt erklasi, Ungarnc ,utnd seine Verbündeten seien auö Frnedensverhandlsujngen bereit. Bei uns sind dageg^i Grafte am Werk, dre von eiiient Koller befallen sind. Sie nmnci es fälschlich furor teutomcus, wenn sie blindlings um sich schla gen undimmerinoch zu lvenig Feinde habeii. Mit Frivolrtä chol !ttn diese Kraste .Militär- und Zivilbehörden verhetzen Wi sind Gegner des Ärlizeiknüppels im politischeii Kamipse wird e aber angeivanch, dann muß es gleichmäßig geschehen, auch geger Kirdorfs und Knmw ?Sehr richtig!) Liebknechts Tat geschah au- H Schwarmevch, verglichen mit diesier gemein.

Aschen mrd Entrüstung herrschen gegen solches Trerbeii im Volke H c Steuern werden wieder dem Verkehr und dem Verbrauö auferlegt. Für eine foldje Finanzkunst haben wir kein Verständnis ^ir müssen an ihre Stelle gerechtere Steuern stellen. Der Sticru gegen du Habgier der schamlvseii Wucherer ist riesengroß. Landes verrat treiben auch Me, die das Volk auspowern u'nd aus seine, L°^tzen ziehen. Nöan spiele nicht mit dem Feuer! Typisch sini die Malzscknebungen m Bayern. An den Pranger mit diesen Schie bM. Wir stehen letzt vor deni kritischsten Monat in der Ernährung ?Mn greife rücksichtslos zu, irm die Ernährung des Vol^.'S sicher « ustellen! Zugunsten des Güterverkehrs könnte inan den Personen verkehr tagelang ganz unterbreä>m, nur den Zng sollte mai lercithalten. der uns sobald !vie möglich den vreußischeii Land, imrtschastsMinister^ entführt. lSehr gut!) Die Einbringung eine, i'.eucn Fideikomm>is;gesetzes ist ein Schlag ins Gesicht in einer 2eit wo man vor, derartig wichtigeil Dmgen steht. Tfl-e ijlÄne abeb mächtige Partei will noch retten, waS zu retten ist. Sie hat meh Angst als Vaterlandsliebe- .Was ivir und das deutsche Volk ge. eistet haben geschah, weil alle die Pflicht für das Vaterland er kannten. Gleiche Pflichten, gleiche Rechte! Es heißt auch ,licht Preußen erster Klasse in den Schützengraben, die zweiter Klasse i> retten mrd die dritter Klastd in die bomben,'ickMren Unter­stände! (Sehr gut!) Unsere feldgrauen Helden ivären Feiglinge wenn ste m Bezug aus das Wahlrecht auch nur einen Firiger brei ihre Rechte preis geben wurden. ,'Sehr richtig.) Durch den Be lagerungszustand werden Spitzel- imd Denunziantentum groß gezogen, schassen ^Si,e ihn ab! Er ist unerträglich! Was

re,'" neuen ^oetrieosameuung und 81£S trö v r -' Vi Emsrcht unseres Volkes m die bitteren Notweni

-mem Kommissar des Cbefs des Feldeisenbahnwesens besteht ' f* m ^ w ^ ^ ' ' '

LLt« «origeu dentschen Staatseiseubahnver-iLd

, di-aus hm ÄkSTsSoSeffiL ....

* lnem ^ ' ' - - - tum, die ihnr d« Nat der Zeit auferl^t. Ich gvruÄe <m bie -

^ I lnnft unseres Bolkes- Wir gehen mit unserem Volk durch Not i

.. - " inu U41|\.1,UII WI.

vorwärts und aufwärts. (Lebhafter Beifall.)

Reichskanzler Dr. v. Bethmann Hollweg:

Meine Herren! Ich habe nicht die Absicht, auf die sämtliche» Ausführungeii des Herrn Scheidemanli einzugehen, aber die per­sönlichen Angriffe, die er gegen den preußischen Landwirtschasts!» minister gerichtet hat, waren von einer ^vvhl in dieseni Hause uil- gewöhnlichen Schärfe und veranlassen mich, gegen diese Angriffe entschieden Berrvahrung einzulegen. (Sehr richtig! rechts.) Ich nehme an, es wird sich im weiteren Verlause bei der Besprechung der Ernährungsfragen Gelegenheit finden, sachlich darau.f einzu­gehen. Ich ivill hier nur ganz kurz betonen, daß dem preußisch« Landwirtschastsminister bitteres Unrecht getan worden ist. (Zu­rufe links.) Jawohl, wir werden ja Gelegenheit haben, uns sach­lich darüber zu unterhalten. Wenn hier behauptet '.vorden ist, daß er der Vater der Hindernisse sei, um eine verständig« nnd gerechte Verteilung der Lebensmittel herbeizuführen, so er­widere ich, das ist nicht der Fall und ich kann nur zuni Lobe des preußischen Landwirtschaftsministers sagen, daß er bestrebt ist und, wie ich überzeugt bin, mit Erfolg, unsere Produktion aufreckst- zu erhalten. Und auch das gehört dazu, daß )vir der Lebensmittel­schwierigkeiten Herr werden. (Unruhe links.) Wie gesagt, wir wer­den ja die Angelegenheit demnächst sachlich behandeln. Ich lege nur Wert daraus, gegen diese Art der Angriffe gegen ein Mitglied des preußischen Staatsministeriums und Bevollmächttgten zum Bun­desrat Verwahrung einzulegeu.

Abg. Tr. Wiemer (Volksp.):

Auch wir sehen unsere Dezembertagung als eine Sitzung von historischer Bedeutung an. (Unruhe rm Hause.) Vizepräsident Tove ersucht die Mitglieder, sich außerhalb des Saales zu unterhalten. Viele Abgeordnete verlassen den Saal. Wir haben für das Friedens­angebot volle Zustimmung. Unser Friedensangebot ging nicht dar­auf aus, unsere Gegner zu zerschmettern und zu zersplittern. Wir danken dem Kaiser und seinen Beratern, daß sie bemüht waren, das Ende des Krieges, des Blutvergießens l>erbeiznführen. Miß­griffe im Belagerungszustand und in der Schutzhast verurteilt wir entschieden. Wir verwerfen diese Art des Militarismus. T« Gegner benutzen der: Hinweis auf den preußischen Militarismus, um Zwietracht zu säen zwischen Nord und Süd. Tie Bayern empfinden dies als eirce Beleidigung ihrer Bundestreu«. Für uns gibt es nur ein Kämpfen und Siegeil. Der U-Bootkrieg soll die Freiheit der Meere bringen. Mensckien- leben müssen nach Möglichkeit geschont werden. In Amerika stimmen weitere Volkskveise der Politik Wilsons nicht zu. Ebenso sind sie Gegner der Munitivnslieferung gewesen. Ein Z n r ü ck gibt es für uns nilcht, nur ein Vorwärts. Die KricgskrcditS haben wir bewilligt, da müssen wir auch für die Deckung sorgen. Der Milliardensegcn aus der neuen Kriegsgewinnsteuer muß bald in die Erscheinung treten. Verkehrssteuern halten wir aber für höchst bedeilklich. Die EiMringung des Fideikomlnißgesetzes bedeutet einen! Bruch des Burgfticdens, an dem der Kanzler unschuldig ist. AuS dem Kriege wird ein Volk erstehen mit gesteigertem Staatsbewußt» seil: urrd Staatswillen. Wir dehen der neuen Zeit mit unbeirr» barer Zuversicht entgegen. Aber gegenwärtig heißt es alles ein» setzen, draußen, in der Heimat mit eisernem Willen, bis der Sieg errungen ist. Wir hoffen, daß uns bei der nächsten Etatsberatung die Sonne des Friedens beschieden sein möge zum Segen für das deutsck>e Volk und die Menschheit. (Beifall.)

Abg. Gras Westarp (kons.s:

Inniger Tank gebührt unserem Volke draußen nnd in der Heimat, auch dem stillen Heldentum, mit dem unser Volk alle Schwierigkeiten ertragt. Wir alle sind mit Stolz und Befriedi­gung erfüllt für die Bereitschaft, mit der auch die breiten Massen) für das Vaterland miOoirkerl. Das gilt für alle ohne Unterschied, ob arm, ob reick). Treu sind alle Söhne unseres Bolkes. Wie unser Heer vom Kanal bis zum Schwarzen Meer, so häuft unser Unter­seeboot Erfolg auf Erfolg. Dabei vergessen Sie nicht die Schonung von Menschenleben. Kein Wort des Dankes kann innig und tief genug empfunden werden. (Bravo.) Ter Etat entfernt sich immer mehr von der Wirklichkeft. Zu begrüßen ist die Vermehrung des Fonds für die Ansiedlung der Kriegsbeschädigten. Mit der ein- fack)e7l Redewendung von der Abschlachttmg des Viehes zur Erleichterung der Bolksernährung ist es nicht getan. Wo soll die Milch dann Herkommen?^ Unter Neuorientierung w-ird vielfach anderes verstanden, als die Demokratisierung unserer Verwaltung und dafür sind wir nicht zu haben, wenn auch weftgehende Neue­rungen notwendig fmb. Was sich im Kriege bewährt hat, nmfe erhalten bleiben, lieber das preußische Wahlrecht sprechen wir im Preußischen Abgeordnetenhaus und nicht hier. Sie (nach links) erblicken in dem Fideckomnrißgesetze einen Bruch des Burgfriedars, nichlt aber in der Erörterung des Wahlrechtes. Der Reichstag muß seine Rechte voll wahrer, aber auch die Rechte anderer anerkennen^ Die Kränkung unseres 56aisers und des deutschen Volkes, die darin liegt, daß die Feinde unser Fri.chensangeb-ot als ohne Ausrichtig- ksit und ohne Bedeutung bezmchnen, braucht sich unser Voll nmnals bieten zu lassen. Wir müssen an die Zukunft denken rmd wir wollen dies halb die Daseins bedingungen unseres Volkes für die Zukunft sichern. Die Voraussetzungen für die Friedens- bedingungen haben sich geändert. Wir werden abermals andere Bedingungen Zellen müZen. Pach dem Kriege müssen bei Uns Industrie. Handel und Verkebr konkurrein-säbia hleiben und nicht unter eiialrich-amerikanischen Einfluß kömmen. LSir dürfen daher unser Wirtschaftsleben nicht mit den ungeheuren Summen belasten die der Krieg ^verursacht hat. Unser Volk und unsere .Kroger ver­langen nach Siedelimgsland und dies muß in den mft unserem Blute evobesisii Gebieten geschaffen tverden, in Kurland und Polen. Zinn Zsiiegfuhren gehören in erster Linie Erz nnd Kohlenmd beides ftnden wir in den eroberten Gebieten. Den Antwerpener Dafen haben wir imbedingt nötig zur Verteidigung gegen England ^Ostpreußen inuß gegen einen neuen Emfall der Russen ge­schützt werden. Auch wir haben den Wunsch, daß die Beziehimgen m Amerika nicht verschärft werden, es darf aber nicht der Anschein wveckt werden, als ob imseve Seesperre eingeschränkt wird. Tie Verantwortungi für die Versenkrmg der holländischen Schiffe fällt auf England Bei dem.U-Bootkriege kommt es mrs nicht auf Me Xglgttm neutraler Schiffe an, sondern darauf, daß die neuttalen schiffe aufgelegt werden. Die Taten unseres Heeres und seiner genmleii Führer geben uns die Zuversicht, daß das deutsche Voll nicht untergehen kann, daß unsere tapferen Kämpfer den vollen und uneingeschränkten Sieg er-ringen. den unser Volk ersehnt und den nur nötig haben, um ^ dem Frieden zu kommen, der uns ^amn, Lncherhert imd EntwicklungsMöglichkeit für alle Zukunft verbürgt.

Darauf vertagt sich das Haus aus Mittwoch 1 Uhr. Schluß

0 V 2 Uhr.

Au» Stabt und Caitö.

Dießen, 28. Februar 1917.

* Amtliche Verso nalnachrichten. In den Ruhe« stand versetzt wurde am 22. Febr. 1917 der Lehrer an der Volks­schule zuOfienbach Philipp Die hl auf sein Nachsuchen, unter An- erkennnna seiner mehr als 50jährigen treuen Dienste, mit Wirkung noni 1. April 1917 an.

Auszeichnung. Leutnant d. Res. im Res.-Jns.-Rgt. 224 Georg K r il g e r wurde das Eiserne Kreuz e r st e r K l a s e

verliehen.

^ "Die Silberne Hochzeit begehen am Freitag, 2. März. Lchnh'nacherinemer Ludwig Bernhardt und Frau, Elisabeth ?eb. Kölle. Schulstraße 10. Gleichzeitig mit dem 25jährtaen G e s ch a s t s 1 u b , l ä u m.

** Ent - und Belade-Kommandos für Pri- vate Bon ,rtzt ab sind bei vorübergehenden Entladeschwic- riffkciten ,a,ntliche Anforderungen auf Gestellung von Ent­lad c-Kommandos an die betreffenden Güterabfertigung^- Itellen zu richten- Anträge auf B c l ad e-Kornmandos sind den Garmsotllommandos unmittelbar einzureichen. Nur im Bezirk der Ersenbahndirektion Mainz bleibt es bei den von unlerer Stelle getroffenen besonderen Anweisungen.

** Buch eckern-Ablieferung- Bon zuständiger Seite wn:d darauf aufmerksam gemacht, den Besitzern von Bucheckern am nächsten Samstag, den 3. März üou 11' 12 Uhr, im Hos des SttrdthaujeA