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26.2.1917 Erstes Blatt
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iToon, 23. yjft&x. MTD-- werteren Verlaufe der Unterhaussitzang kündigte Lvng im Namen von Lloyd George <rn, daß die Einfuhr von Rum gänzlich ver­boten werden würde, da ssvoße Vorräte vorhanden seien, während die Einfuhr von Wern und anderen geistigen Ge­tränken gegen 1913 um 75 Prozent herabgesetzt würde.

Die Aufregung in England.

Rotterdam, 24. Februar. (WTB.- ,,Manchester Guardin" Mölvet aus London, daß gestern in der City eine 2lufreg<u n g lterrschbe, wie <m einem Tage, an dem eine sensationelles Budget eüuertet wird. Viele Handelszweige hätten völlig stillgelegen, bis das 'Aorgste beferan geworden sei. Die Läden seien über­laufen worden, vor allem nach Tee, Kaffee, Wein und Kogrrak.

2m Leitartikel schreibt derÄämchester Guardian", die Mit­teilung Lloyd Georges sei ernst, aber durch die Umstände gerecht­fertigt. Das Blatt verlangt, daß kein einiger Landarbeiter oem Landbcm eut^otfen werde, und daß das Amt des L-ebensmtttetsim-- ttollaurs mit dem Ackerbauamt vereinigt werde. Für die Bier­brauerei sollten ganz neue einschränkende Beüimnrungen erlassen werden, um den Getreidevorvat für einen Monat auf diese Werse zu spaoen- Jetzt überlasse man den Brauereien eine Getreidemenge, die dem Gnordcrnis des Landes für fünf Wochen entsvreche.

Avifterdam, 24. Febr. (WTB.) Das Wgemecn Handels- nl«e»4y" mcßy-t aus London, daß wahrscheinlich Höchstpreise kür Lebensmittel festgesetzt werden würben, um übertrie­benen .Kriegsgewinnen vorzubeugen. Der Lebensmittelkontrolleur !Verde sich Berichte über Groß- und Kleinhandelspreise der wichttg- sten Lebensmittel Vorlagen lassen. In erster Linie wird es sich wahrscheürlich um Höchstpreise für Txe handeln. Man glaube, daß einige Teehändler die Ejmftlhrvermindeiung voraus sahen, sich ent- sprecherw eiirdeckten und die Großhandelspreise mehr als billig m die vShe schnacken.

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Die Potttik Australiens.

Melbourne. 23. Febr. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Fm Bandesparlament kündigte heute der Premier­minister des Common-Wealth, Hughes, die Politik der neuen Regierung an. Nach einem Rückblick auf die Uni^- stände, die zur BiDomg des neuen Ministeriums geführt haben, üigte er, das gegenwärtige Parlament wäre ein Ausschuß für die öffe-ttliche Sicherheit gewesen und ausdrücklich gewählt nwrd«i rrüt Rücksicht ans ven .Krieg. Jedes Mitglied wäre verpflichtet, alle Dinge diesem imterzuordwm. Er hätte sich, für den letzten Mann und den letzten Schilling von Lbtstvalimr in diesem, großen Komps verbürgt. iMt wenig Ausnahmen rmd bis ganz vor kurzem ist voll mrerkannr worden, daß dies die erste liöib größte Aufgabe des Parlaments ist. Der Krieg wütet weiter, wütender als se. Wert davon entfernt, Zeichen des Abflauens aufzuweisen, hat er jetzt eine neue furchtbare Gestalt angenommen und bedroht jede Grund- broe des Rechts. Eine tatkräftige Regierung ist tu diesem Zeit­punkt dringeird uonvendig.

Mit Bezug auf die Ablehnung der Dienstpflicht in Arrstvalien sagte Hughes: Die Regierung hatte die Absicht, die '-Entscheidung des Volkes auznerfeunerc, aber dies bedeutete nicht, wie manch? es dcrrstellen wollten, daß Australien kriegsmüde sei, sondern nur, daß Australien dmr Dieustzwcmg iricht wollte. Es war Australiens Entschluß, mit dem Aufgebot aller Kräfte an der Seite von Großbritannien und seinen Alliierten zu kämpfen, bis 'fka. entscheidender Sieg der Welt dcm-erndau. Frieden br aaste. Die 'Dvurnüons sind zu einer Beratung 'und Besprechung der wichtig­em Lebensfragen emgebaden worden, die der Krieg aufgeworfen Hat. Diese Konferenz bezeichnet einen Markstein in der Gnt- wickkrng des Reiches. Zum erster Male wird die Stimune der To- nrimons mxt eigener Regvermkg gehört über die großen Fragm des Krieges und des Friedens, dc§ Handels innerhalb des Reiches, der Reichsverfassung und der Aussicht über den Sttllen Ozean. Hughes machte dann dNitteilimg von einem Anttag an das Reichs- Parlament. oie Legislattttpettode des austtalischeU Bundesparla- nvents dis sechs Monate nach Friedensschluß, spätestens bis 3. Ok­tober nächstm Jahves, zu verlängern.

Frankreich und die Nnhrung-mitteluot.

Bern, 24. Febr. MTB. Mchtcmttl.) Nach Lyoner Blättern har die französische Kammer gestern die Jütervellation der Deputierten Teams, Ttzrrcmd und Brun, wegen der Verzögerung der Entlassung der Ackerbauern der Jahresklassen 1888/89 aus der Awnt und den Werkstätten lresprochen. Brrkn «Darbe ihre EntÄrssiMg für unbedingt noNvmdig, da Frankreich vor einer HnngerÄnot stehe. Unlerstaatssekredär Besnas erllärte, ans dem Hoeresgebtet seien bisher 8000 Ackerbauer der beiden Jahves?! affen entlassen worden, aber ihre Entlassung durch die Er sttztrnpven teile könne nicht schneller gehen, (Zwischenrufe: Ganz wie bei den Kohlen!) Die Militärbehörden hätten dabei große Hschrnßche Schwierigfeiten, jedoch würden demnächst viele Acker- hasset fveigegeben tttetben. Tacaud und Rvffin Dugens bedauerten, krß sich de Regierung seinen Gehorsam verschaffen könne. Ihre Unordnungen in dieser Sache ivürden von den Militärbehörden oft nur im DLaßstabe von 6 zu Hundert befolgt. Ter UntersLaats- fÄkvttLr für Munition, Thomas, erklärte die geforderde Ent­lassung der dtckerbauer aus den Krtegswettstätten zum 1. Mär? für umonEnbar. Sie seien für die stark vermehrte Herstellung chemifäer Produkte besonders ansgebildet wvrden Und zum Beispiel durch Kolonäalarberter nicht zu ersetzen. Die Regierung erklärte durch Riesuacd, sie könne nur die Tages­ordnung cmnehme, iwelche die Entlassung aller Ackerbauer auf den 1t). Mär z- seststtze. Diese Tagesordwnrg wurde nrit 360 gegen 114 Sttotenten abgelehnt und eine andere, nach welcher die Re­gierung die Merbauar von 1888/89 aus der Front vor demi Ü. März, und aus der Front vor dem 10. März entlassen soll, mit 320 gegen 2 Stimmen angenommen. Meitzer wurde beschlossen, daß die Enklafserven nicht erst in die Depots Mrückgeschrckt werden fetten.

B ern, 24. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Lebe nsmit- !-al- und Translvvrtkrise nimmt einen großen Raum in den französischen Zeitungen ein. Der gestrige Ministerrat irnter dem Borsitz von Poincare beschästiate sich hauptsächlich mit diesen Fragen. Der oberste Bergw'rksrat beriet über Mittel zur Förderung von Kvblen. llnterdessen müssen täglich Fabriken infolge Kohlen- moargels den Betrieb einstAlen, so lytute die Gasanstalten in Chatzeau. Gontier, Falaise, Grandville. Saint Male. Im Arron­dissement Grosse stehen die Parfümfabrkken vor der Nottoendigkeit, M schließen, wenn nicht schleunigst Kohle geliefert ivird. Mehrere Gemeindebehörden haben sich dringend an die Präfektur geüvandt.

.^Journal" meldet, daß die Wein-ufuhr nach Paris auf- gehvrt hat, weil der Transport über Rouen kostspielig geworden E. Infolge der 11-?^wt-Gesahr bettage nämlich die Fracht von Algier nach Rouen, die früher 11 Francs gekostet hat, jetzt 275 bis 300 Francs für den Hektoliter, weil die Versickerung für eine Fracht von 3500 Fässern 350 000 Francs koste. Auf den Eisenbahnen blieben die Weine liegen, weil sie bei der Beförderung hinter wi«s^ iigeven Artikeln s^uruckgestellt würden.

Um den Personenverkehr einznschränken, firtb Rundreise-, Fa- mikienfahrkarten usw. aufgehoben worden.

Bern, 26. Febr. Äyoner Blätter melden aus Paris, daß insolge der Fest^ArNg von Höchstpreisen für Butte r diese f a st ganz vom Markte verschwunden sei, auch beabsichtige d« RvffWrvT», die Beschlagnahme aller Butter Vorräte.

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Der U-Bootkrieg und Sarrails Feldzug.

Sofia, 24. Febr. (WTB.) Die osfizivseEcho de Bul- Mre" schreibt: Durch den Tauchbootkrieg tritt der aben­teuerliche Charakter der Saloniker Ententeexve- d ition deut§i^ hervor. Nach allen bisheriAen Mißerfolgen GarraW »ird die Lage seiner Truppen mn so ungünstiger, «lls sie aus dem cruSgefvgenen Makedonien feine Lebens­rnittel beziehen fBirnett, also bloß auf den Seeweg attge*

wresen )uid, der letzt abge^perrc ljL. Aitzurrt euzcu :Naan- faktor zu bilden, wird die Armee Sarrails für die Regie­rungen der Entente zu einer Quelle neuer Berlege^rh eiten. Zu einer ernsteren Aktion unfähig, wird die Armee Sar­rails, wenn es den Touchboooten gelingt, sie von ihrer Basis gänzlich abzuscheiderr, dem sicheren Untergang geweiht sein. Die neue Bewegung der Entente-Diplo­matie in Athen scheint bereits die Bangigkeit zu verrate::, die sich Brürnds, des berühmten Urhebers der Balkan- Expedition, bemächtigt hat. Jedenfalls bat der Dauchboot- krreg Sarrails Armee einen schweren Schlag versetzt, indem er die von der Elttente ersehnte Einheit der Fronten zer­störte.

Ftalieu und der U-Bootkrieg.

Lugano, 23. Febr. (WTB.) Die Sätze für Seever­sicherung wurden von den italienrscl)en Gesellschaften auf 7 Prozent erhöht. Von der Regierung wurde die Er­laubnis gegeben, diese nötigenfalls zu' überschreiten. Vor dem Kriege betrugen die Sätze 2 Prozent.

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Russische VerkehrSnvte.

Kopenhagen, 26. Febr. Das Moskauer Blatt Utro Roffij veröffenttüht das Ergebnis der Inspektionsreise, die der! Landwirtschaftsmini ft er kürzlich zur Prüfung der Frage der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln durch die verschiedenen Lindes teile gemacht hat. Der^ Minister habe fest- stcllen können, daß der Mangel an Organisation im Verkehrstoesen die größten Schwierigkeiten für eine befriedigende Lösung der Frage bildet. Zum ^Beispiel lägen. auf verschiedenen Stationen! des Gcmvernements TaMbow ^nickst weniger als neun Mil­lionen Pud Getreide, im Gouvernement Ssamaraw sogar 18 Millionen Pud, die wegen Magenmangels nichts weiterbesördert werden könnten. Eine Pessermrg der Verhältnisse sei in den! nächsten Monaten nicht zu envarten. Während an einigerr Stellen des Reiches die Lebensmittel sich imimer ^mehr, anhäufte^i, leide die Bevölkerung im ganzen übrigen Reiche in steigendein dNaße unter der Hungersnot, besonders in einer Reihe größerer Städte.

Die Rordftaaten.

Kopenhagen, 23. Febr. (WTB.)Extrabladetz "mtU bet aus Stvckhoun: In den drei nordischen Reichen ist in nächster Zukunft eine Portoerhöhung zu er­warten. In Schweden beträgt die Erhöhung ein bis zwei Oere für Briefe und fünf für Postanweismrgen. In Nor­wegen sei eine größere Erhöhung geplant, u. a. soll das niedrige lokale Porto aufgehoben werden.

Aus dem schwedischen Reichstag.

Stockholm 24. Febr. (WTB.) Meldung des Svenska Te- legrammbvrans: In der zweiten Kammer des Reichs­tags interpellierte Baron Adelswaerd (liberal) über die Tätigkeit der Kriegs Versicherungskommission nach der Erweiterung des deutschen. U - B v o 1 k r i e g e s , da die Kommission vom 1. Februar die Versicherung von Schiffen mit nach Frankreich und England bestimmter Ladung verweigerte. Ter Staatsminister erklärte, die Kommission mußte eine abwartende Haltung eiirnehmen, bis es möglich tvar,.die Größe des Risikos zu berechnen, zumal die Kommission kein Recht hatte, ohne die Ermächtigung des Reichstages die Prämien zu erhöl-en. Tie Kommission bewilligte trvtzdem eine große Zahl nach dem 6. Februar ein gereichter Hersicherungsgesuche, besonders mit Rück­sicht auf die Einfuhr von Waren von vitaler Bedeutung für das Land, ime Lebensmittel rmd Steinkohle. Man tat alles Mög­liche, um Versicherungen auch für die Fahrt durch die Gefahr- zaue zu bewilligen. In Bezug auf Weine und andere Luxus- arttkel war man strenger. Neue Versicherungen für die Fahrt von England wurden indessen in mehreren Fällen bewilligt. Fast alle in ausländischem Haßen liegende nach Schweden besttmmte Schiffe find schon ttu irwvaus für die Rückreise versichert. Gs sei klar, daß> die Riogierung nur aut die Interessen Schwedens und der schwedischen Seeleute Rücksicht nähme. Adelswaerd ev- klärte ferner, di-e Versicheriungspvlitic hätte auf die Aüsienpolitik Schwedens einen Men Ernstuß gehabt und die Verständigung! nrit Gwoßbrrbcrmrien erschwert. LindMann (kous.) hob her^ vor, daß die dNttiche ll-Bootsblockade von der schwedischen Re­gierung rächt anerkannt worden sei. Wer man Müsse sich den Tab« sacken unterwerfen rvrd die Menschenleben sck-onen. Der Führer der Sozialisten, Branting, sagte daß die Regierung gegen den rücksichtslosen U-Bvotkrieg protestiert, gleichzeitig aber dafür gesorgt habe, daß das StaatsorgMi tatsächlich die Blockade an- erfeunte, und daß die lschvedistbe Schiffahrt im Gebiet dveserj Blockade Schwierigkeiten hatte, sich aufreckt M erhalteri. Niemand wolle die Soelaute m diese GefahrMnre hürauszwingcnr, man habe aber das Mchjt., tz!u > :dern, daß die Regierung nicht direkt hindenrde Maßregeln ergreife Md die Blockade unterstütze. Die Tätigkeit der Kommissimi könne zur Folge haben, daß Schweden weder LuxusarttSel raxft Lebensmittel ephcche. Dies Benehmen gefährde die ganze Volkswirtschaft und Industrie und stehe in einem schreienden Adderspruch mit der Gesetzgebung, die der Reichstag anfangs des Monats Kur Mrsdehnung der Versicherungen ge­schaffen habe. Sowohl Schweden als auch Dänemark und Nor- wegen müßten Aeignr, daß der Wille in ihiren herrscht, die Bev-> bttckvngen nach dem Westen aufrecht zu erhalten. Der Staais- minister betzant, es fei ungebührlich, wenn die .Kommission andere Rücksichten nehme, als die des KriegsrffWs.

Der Staatsminister beantwortete die Kritik der Tlußen- polittk der ^Regierung und erllärtze, daß^ Schwedens Absick>ttn und Nerrttalitzät vielmehr im eigenen Lande als im Ährslande- an griffen würden. Der Finanz-minister meinte, die Kom­mission habe in Uebereinstimmung mit dem Beschluß des Reichs­tags Md der ,Ermächtigung der Regierrmg gehandelt. L i n d - mann führte aus, den wahren JNtevessen der schwedischen In­dustrie wäre eine kurze Pause in der Schiffahrt Nieniger schädlich, als der Verlust des festbaren, schwer zu ersetzenden Schiffsraums.

Hildebrand (konservativ) erklärte, daß °die Kommission die Sache ausschießlich vom versicherungstechnischen Gesichtspunkte aus betrachte Md alles getan habe, um die Berbintmugen zu entwickeln.

Die Schwierigkeit';» der Kohterrzufuhr nach Norwegen.

Kristiania, 24. Febr. (WTB.) Tie Hoffnung, Schiffs­raum für die K o h l e n z u f u h r a u s England zu beschaffen, ist, demMorgenblad" zufolge, zMichte geworden, da auf die Aufforderung der staatlichen Frachtzentralc an die Reeder nur 7 bis 8 Scküffe angemeldet wurden, von deirerc einige überhaupt erst nach der Beendigung ihrer Psiichtreisen verfügbar sind. Das Blatt ,.,Socialdemokvaten" bezeichnet die mögliche Einfuhr genügend, großer Koylenmengen aus Amerika wegen der hohen Frachten als unrentabel, eine solche aus England wegen der gefahrvollen Transporte infolge der Tättgkeit der Tauchboote als unsicher.

Ter militärische Mitarbeiter desMorgenblad" bespricht einen Artikel Beriletts in derTimes" Md Frasers imDaily Mail" über den Ernst der Lage auf dem Kriegsschauplatz sowie zur See infolge des Dauch^bootkrieges. Er kommt zu dem Ergebnis, daß man also nicht nur in neutralen Ländern Schwierigkeiten habe, die Kriegslage so optimistisch anzusehen wie General H aig sondern daß auch in England selbst Zerfahrene Fachleute sie mit beträchtlickiem Mißtrauen ansäherl..

Erfolgreiche U-Vootkrieg.

Mehrere holländische Dampfer versenkt.

Berlin, 24. Febr. (WTB. Amtlich.) Nach TelearÄM-

men, die aus Hottzand hier erngegang-on sind, sind mn

[vetmi-ai- Ui)i' nachmittazs mehrereholl a_ii u i f Schiffe, die mit deutschem Einverständnis ans Falmvury und Darttnouth in westlicher Richtung daS Sperrgebiet ver^ lassen wollten, vernichtet worden. ,,

Bon amtlicher Stelle erfährt das Wolfssche dureau hierzu, daß nach der Sperrgebietserklärung holländischS Reedereien darum gebeten haben, 33 in Falmvuth und Tartmouth liegende Dampfer, von denen 20 mit betreibe und Futtermittel für die holländische Regierung beladen waren, noch nach Ablauf der auf den 15. Februar fest­gesetzten Auslanffrrst aus dem Sperrgebiet berausbringnr zu dürfen. Deutscherfetts wurde, um der holländischen Re­gierung die 20 Ladungen von Getreide zukonrmen zu lassen, ausnahnisweise das Einverständnis gegeben, aber die Be» dirrgung daran gekrrnpft, daß das AuÄaufen nicht später als Mitternacht vom 10. zum 11. Februar geschehen dürfe. Auf diese Weise konnten die Schiffe in der allen U-Booten bekannten Schonfrist, die in der Nacht vom 12. zum 13. Fe­bruar ablief, das Sperrgebiet in voller Sicherheit verlassen. Die holländischen Reedereien nahmen dieses Angebot mit Dank an, waren aber aus unbekannten Gründen außer­stande, ihre Schiffe rechtzeitig aus England herauszu^ bringen, dne erneuerten ihre Bütten um Gewährung einer Ausfahrtmöglichkeit zu einem späteren Dermin. Darauf ist ihnen mitgeteilt worden, ihre Schiffe könnten ent­weder in voller Sicherheit am 17. März oder in nur relativer Sicherheit am 2 2. Februar auf einem- bestimmten Weg Dartmouth und F a l m o u t h verlassen. Von diesem Angebot wollten achtzehn Schiffe am 22. Februar Gebrauch machen und den Weg in besttmmter Fahrt zusammen zurücklegen. Diese Nach­richt ttas am 16. Februar in Berlin ein. Den Reedern dieser achtzehn Schiffe wurde daraus nochmals ausdrück­lich mitgeteilt, daß für den 22. Februar keine unbedingte Sicherheit gewährleistet iverden könne, da es ungewiß sei, ob alle in dem zu passierenden Gebiet arbeitenden Unterseeboote deir funkentelegraphischen Befehl erhalten würden. Dabei wurde auch betont, daß ^gen Minengesahr außerhalb der angegebenen Kurslinre Über­haupt keine Gewähr übernommen werden könne. Anscheinend haben schließlich acht Schiffe das Risiko der Fahrt auf sich genommen. Wenn die holländische Nachricht zutrifst, daß diese acht Schiffe untergegangerv sind eines davon soll an der englischen Küste auf Mine gelaufen, die anderen sieben am 9Lachmittage des 22. Fe­bruar auf der verabredeten Kurslinie versenkt worden sein so wird dies tief bedauert, aber die Berantwortting dafür trifft die Reeder, die es vorgezogen l^abeg, chre Schiffe nur bei relativer Sicherheit am 22. Februar hinaus­zuschicken, anstatt bis zum 17. März zu warten, zu welchem Zeitpunkt eine volle Sicherheit zugesagt war. Eine Mel­dung unserer U-Boote liegt noch nicht vor.

Rotterdam, 24. Febr. (WTB.) Nach einem bei der Direktion des Rotterdcunschen Lloyd eiirgetroffenen Tele­gramm scheint auch der DampferMenado" (5874 Ton­nen) torpediert worden zu sein. Besatzung und Passa­giere wurden gerettet und auf den Scilly-Jnseln gelandet. Der jDampfer tteibt noch und wird nach Falmouth geschleppt.

Haag, 24. Febr. (zf.) Es steht nunmehr fest, daß sämtliche Besatzungen der versenkten Schiffe ge­rettet worden sind.

Haag, 24. Fsiör. (WTB. Nichtamtlick.) Der Minister des Innern htt Nachricht von dem niederländischer (öesandtzen in London erhalten, daß nach einem Telegramm von den Scilly- Jnseln die niederländischen SchiffeNoorderlij f", Z oun lij k",Jacattro",Rouland", .^onland" undGamfterland", die am 22. Feckruar gemeinsam von Falnwutb abgefahren sind, um 5 Uhr nachmittags desselben Tages von einem deutschen Unterseeboot torpediert wurden.

Der Minister habe sichi sofort telegraphisch nach dem Schichak der Besatzungen erkundigt. Bei der Direktion der Hvllcrnd-Amerika- Linie traf die Nachricht ein, daß die Besatzungen der Dampfer Noorderlijk^' undZjounlsik" gerettet ivurden und in St. Maid auf den Scüly-Jnseln gelandet sind. Die DampferRorckmd^' und Boudlong" treiben noch. Bon den Besatzungen wurden 200 Mann in Pensanca gelandet. Auch der Rest der Besatzungen dürfte in Sicherhett sein.

Holländische Pressesiimmen.

Haag, 24. Febr. (Zf.) Sämtliche holländischen Blatter fee» sprechen die Torpedierung der sechs niederländischen Schisse in Leit­artikeln, die zwar sämtlich die Bestürmung und Erregung betonen, die der Verlust von sechs Schiffen hervorgerufen hat, aber im all­gemeinen gemäßigt und besoimen gehalten sind. Es niird einheid' lich betont, daß gerade für den 22. Februar, an dem die Schiffe von Falmouth abgegangen sind, eine relative Sicherheit z-w* gesagt worden war.

DerNiewve Rotterdams che Courant" weist darauf hin, daß man in englischen KreUen getvolytt sei, mit einem verächtlichen Achselzucken über den Ernst des U-Bootkrieges zu sprechen, daß aber trotzdem der Verlust von sechs Schiffen an der englischen Küste toiederum gezeigt hübe, daßdiedeutschenU-Bootesreie- Spiel hätten Für die NahrungsmittelversorgnnK Lollands, sagt dos Blatt mtt Reckt, ist der Verlust dieser sechs Schiffe ein schwerer Schlag, denn fünf dieser Schiffe besorgten die Getteideanfuhr und drei trugen kostbare Frachten von Getreide und Mehl. Sämllicke Schiffe sind verloren gegangen. DerNieuwe Rotterdamsche Courant" fordert eine weiten: Einschränkung der Brotrationen, da die Not in Holland stets zu steigen drohe. Zwi­schen zwei kriegführenden Ländern gelegen, so führt das Blatt «uS* die sich gegenseitig auszuhungern ttachten, wird unser Land immqp mehr das Opfer. Man versichett uns mit Motten, daß dies nickt die Absicht sei. England hätte das bttveisen können, indem es unsere Getreideschiffe früh genug und zwar vor dem 5. Februar hätte ab­fahren lassen. Dann hätten wir den Verlust dieser sechs Schiffe nicht zu bettauern gehabt, aber Deutschland kann nun durch eine einwand­freie Tat zeigen, daß es die klaffende Wunde zu lindern gewillt ist. Das Blatt sieht diese Linderung darin, daß für die verlorenen Schiffe gleickwettige Schiffe von Deutschland zur Versiiguug gestellt iverden.

DasHaager Vaderland" sagt: Der Schütze, der blind seine Schüsse abgibt, ist Deuffchland.^ Derjenige, der sich nicht in das Gebiet begeben darf, in dem diese Schiffe fallen, ist England.

DasAmsterdamer Handelsblad" zieht eine Parallele zwischen der Beßandluna, die Deutschland den amerikanischen Schiffen und den niederländischen angedeilM lässe, und kommt zu dem Ergebnis, daß Deutschland sich eine besondere Gettngschätzung der Rechte und Interessen des niederländischen Volkes gestatte, ivährend es Amerika gegenüber vorsichttg sei.

Neue U-Boot-Meldungen.

Berlin, 24. Febr. (WTB.) Bon zurück-gekehrten U> Booten sind neuerdings elf Dampfer, zwei Segler und acht Fischerfahrzeuge versenkt worden. Unter den elf Dampfern befindet sich der englische TransporterA. 19" und der DampferAsrick' der White Star Line, der am 12. Februar aus dem Wege von Liverpool nach Plymouth versenkt wurde. Mit den übrigen versenkten Schiffen gingen unter anderem verloren 8600 Bruttoregistertonnen Kohlen, 1800 Donnen Stückgut und 3000 Tonnen Salpeter.

Da nach obiger Meldung der DampferAfric" am 12. Februar und nicht am 16. Februar versenkt worden ist, haben die Engländer die am 16. Februar als Erfolge eine® U-Bootes in 24 Stunden bekanntgegebenen vier Hilfs­kreuzer bezw. Dxmsporter sämtlich verschwiegen^.