Ausgabe 
16.2.1917 Erstes Blatt
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DeutscherTauchboöt-Minenleger.

Eine Hauptrolle in dem ver­schärften Unterseedootskrieg ist den Minen zugewiesen. Zu diesem Zweck sind besondere Untersee-Minenleger gebaut worden, die ungesehen an jeder Stelle Minen auSlegen. Unsere Skizze zeigt einen solchen Tauch­boot-Minenleger in Tätigkeit. Tie Minen sind in sechs Kammern des Vorderschiffs enthalten. Nach Lösung eines Sperrhebels vom Kommando- Turm aus gleitet die Mine samt Smhl und Anker zum Rohr hinaus und sinkt. Nach Berührung des Bodens beginnt die Sperrung der Mine im Stuhl sich zu lösen. Tie nach gewisser Zeit freigewordene Mine steigt, das Ankertau wickelt sich ab und die Mme stellt sich selbsttätig aus bestimmte Tiese unter dem Wasserspiegel ein.

Chinas Protest.

Die Erfolge des U-öoottrieges.

Aus dem Reiche.

Beschlüsse des Bundesrates.

Berlin, 15. Febr. lWTB. Nichtamtlich^ Ingber heutigen Bundesratssitzung gelangten zur Annahme: ^er Entwirrt eines Gesetzes betreffend die Feststellung des Reicksbausbaltsetats auf das Recknungsjabr 1917. der Entwurf emes Gesetzes betreffend die Einberustmg von Hilssrichtern zum Rrtcks Militärgerächte, der i^rtwurf einer Bekanntmachung über Wohlfahrtspflege wahrend des Krieges, der Entwurf einer Bekanntmachung über den Ver­se ln mit Knocken ulw., der Emwurt einer Bekanntmachung rwer Truckiarbe. die Vorlage über die Errichrung von Kriegswirtichasts- ämtern, der Entwurf einer Bekanntmachung betreffend die V o r - Verlegung der Stunden inder Zeit vom 16. Avril bis 19. September 1917, der Entwurf einer Bekannt­machung l^et reffend die Prägung von Fünfpfennigstückerr aus- Alu­minium, die Aenderung von Artikel 1 betreffeick Tagegelder, Fuhr - kosten und Umzugskosten der Beamten der Militär- und Marine­verwaltung vom 16. Juli 1915 und der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Festsetzung eines dritten Nachttages zum Reicks- baushaltsetat für 1916.

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Karlsruhe, 15. Februar. (WTB.) Der badische Landtag wird für den 24. April zu einer Sitzung ern- berufen werden. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung wird die Verlängerung der Sitzungsperiode des gegenwär­tigen Landtages sein? dessen Wirkungskraft nach der Ver­fassung im Herbst dieses Jahres erlischt._

Aus Stadt und Land.

Gießen, 16. Februar 1917. ,

Berlin, 15. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Ter hiesige chinesische Gesandte überreichte gestern dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes die Abschrift einer Note, die seine Regierung dem kaiserlichen Gesandten in Peking am 9. Februar zugehen ließ, in der gegen die neuen Maß­nahmen für den U-Bootkrieg nachdrücklich Pro­test erhoben wird. Die Meldung feindlicher Deveschen- dienfte, daß die chinesische Regierung die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland abgebrochen habe, oder daß ein solcher Schritt unmittelbar zu erwarten sei, ist unzu­treffend.

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Tie bewaffneten Handelsschiffe.

Rotterdam, 15. Febr. MTB. Nichtamtlich.) Der Nisuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Lord Curzon teilte in seiner gestrigen Rede mit, daß die Zahl der bewaffneten .Handelsschiffe schon jetzt 40 bis 50 Prozent größer sei als Anfangs Dezember. Was den Bau von neuen Schiffen betteffe, so sei man damit beschäftigt, ein größeres Bauprogramm durchzumhren. Außerdem gebe man sich alle Mühe, um durch ein Abkommen mit den überseeischen Do­minions, den Kolonien, den Alliierten und mit den neu- ttalen Staaten neue Schiffe zu bekommen. Durch den Bau von Standardschifsen hoffe man 500 000 Tonnen für die Handelsflotte gewinnen. Auch indirekt fördere inan die Schnelligkeit des Baues dadurch, daß man in den Werften auf Stück arbeiten lasse Außerdem werde ein Plan aus- gearbeitet, um die Einfuhr aller Artikel, die nicht unbe­dingt notwendig sind, zu verbieten.

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Gnterstauungen in Amerika

London, 15. ^fcrr. (WTB. Nichtamtlich.' DieTimes" melden aus Nerv Bork: In den amerikanischen Haien und Sta­tionen trat Infolge der Werqernna der amerikanischen und anderer neuttaler Schiffe, üt-er den Qean vu fahren, eine gewaltige, Güterstaunng auf. Man glaubt, daß ungefähr eine Million Tomwn Stahl in New Bork lagett. Biele Güterzüge können^nickt ausgeladen werden, weil keine Schiffe zur Verfügung stehen. Schon irüher herrschte Waggon Mangel. Er hat fick jetzt noch verschlimmert. Tser Getreiderranspor t versagt vollständig. In Chicago liegt ein Weizenoorrat viermal so groß wie der normale Vorrat für diese Saison. In Boston lagett so viel Getteide, daß iridjtS mehr in die Stadt bineinkann. Tie Telaware-Lakawanna- Enenbahn und die Pennsylvania- und New Dork-Centtal-Bahn haben bekcmm gemacht, daß sie vorläufig keine Gütettranspw rtg von den Westbäien annehmen.

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Dänemark.

Kopenhagen, 14. Febr. (WTB. ) Die dänische Textilindustrie steht, der ZeitungPolitiken" zufolge, vor einer Katastrophe, da der Mangel an Rohstoffen die meisten Bettiebe zwingen wird, ttn Laufe der nächsten beiden Wscken die Arbeit einzustelten. Die Zufuhr von Rohbaum­wolle war schon seit langem gering, so daß die Lager jetzt schon vollständig geräumt sind. Auch die Baumwollspinne­reien und -Webereien, die schon seit langem die Arbeitszeit einfchränken mußten, werden Ende Februar vollständig schließen müssen. Der Minister des Aeußern verhandelt zur­zeit. um Betriebseinstellungen zu vermeiden, die Aussich­ren für ein günstiges Ergebnis sind jedoch nur gering.

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Die Petersburger Konferenz.

Stockholm, 15. Febr. lWTB.) Schwedische Blätter erfah­ren aus zuverlässiger Quelle über die Petersburger Kon­ferenz Angaben, die von einem Teilnehmer der Konferenz selbst herrühren. Es ergibt sich daraus ein merkwürdiges Bild von den Bestrebungen der Weftmächte. Bei der Konferenz steht die Lö­sung finanzieller Probleme für Rußland im Vorder­grund. Es will und muß Geld von England bekommen und zwar bald. Aber es ist begreiflich, daß der russische Finanzminister die finanziellen Fragen ebenst) wie die militärischen gleich endgültig geregelt wissen will. Lord Milner setzt diesen Bestrebungen Wider­stand entgegen: er will die russischen Wünsche lediglich ad referen- dum nehmen. Rußland versucht natürlich, eine möglichst holst finan­zielle Unterstützung zu erreichen. Die Gegenseite aber will die Lei­stungen an Bedingungen knüpfen, die auf eine den Engländern ge­nehme Orientierung derinnerenPolitik Rußlands: und ans Garantien für die Verwendung der gelieferten Mittel abzielen. Ten englischen Delegierten schwebt der Gedanke vor, die Reise zu benutzen, um auf den Zaren hinsichtlich der inneren Lage einzuwirken. Ter Botschafter Buchanan hat das bekannt­lich schon öfter getan. Tie Delogietten haben den Auftrag, sich Gewißheit über die Verwendung der Munition und Artillerie in Rußland zu verschaffen, um zu beurteilen, ob man sie nicht besser auf einer anderen Front Verwender, anstatt sie nach Rußland zu schicken.

lieber definitive Forderungen, die England bei die­sem Anlaß an Rußland stellt, verlautet ganz authentisch folgendes: England verlangt erstens eine Kontrolle über die Verwendung des Geldes durch englische Agenten, zweitens eine Aenderung der inne­ren Politik Rußlands nach den englischen Wünschen und drittens Besetzung der russischen maßgebenden Regierungsstellen durch Män­ner, die der englischen Regierung genehm sind.

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Eine spanische Milititrmisfion in Berlin.

Berlin, 15. Febr. (zf.) Eine spanische Militar- « i»s i o n, besr-hend aus Generalmajor Luiz de Santiago, Oberst- leutnanr aartos da Los Montero, Hauptmann Pedro Malenda und Hauptmann Jose Gener, ist heirte früh in Berlin eingetroffen. lFrks. Ztg -

Berlin, 15. Fobr. (WTB.) Das U-Boot, dessen bis­herigen Erfolge am 9. Februar mit 16 000 Tons bekannt­gegeben wurden, hat im ganzen 35 000 Brutto- registertonnen versenkt.

Amsterdam, 15. Febr. (WTB.) Bis zum 8. Februar einschließlich sind bei Lloyds Meldungen über den Ver­lust von 146 Schiffen eingelaufen, die seit dem 1. Fe­bruar versenkt wurden oder verunglückt sind.

Kopenhagen, 14. Febr. (WTB.) Fünf Seeleute- organifationen, deren Mitglieder alle Klassen von Schiffsbesatzungen umfassen, haben in einer gemeinsamen Sitzung beschlossen, für Fahrten nach Amerika und England unter den jetzigen Verhältnissen, wo die Gefahren auf See größer sind als bisher, eine Verdoppelung der Unfallver­sicherungsbeträge sowie der Kriegszulagen zu fordern. Ferner wurde beschlossen, mit Rücksicht auf die Gefahren durch treibende Minen eine gleiche Kttiegszulage und Unfall­versicherung auch für Jnlandsfahrten zu fordern, die bisher für die Nordsee galten.

London, 15. Febr. (WTBch Meldung des Reuterschen Bureaus. Nach den zuletzt eingetroffenen Nachrichten über den Untergang des DampfersSaxonian", der,>wie schon gemeldet', versenkt wurde, ergibt sich, daß 25 Gra­naten auf das Schiff abgefeuert wurden. Bevor es sank, wurde der Kapitän gefangen genommen. Ein Bootsmann ist au den Verletzungen gestorben. Unter den. vier Mann der Besatzung, die verwundet wurden, befand sich der amerika­nische Staatsangehörige Weygard. Obwohl es 250 Meilen bis zur nächsten Küste war, wurde die Besatzung gezwuw- gen, das Schiff in zwei Booten zu verlassen, die das Laird erreichten, nachdem das eine 69, das ankere 25 Stunden auf See waren. Zwei andere amerikaTiische Staatsangehö­rige, Ellwood More und Jobn Suffand, befinden sich unter den Ueberlebenden, die sämtlich schwer zu leiden hatten, ehe sie gerettet wurden.

London, 15. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel­det: .Der SeglerEndora" und der DampferAnzul" sind versenkt worden.

London, 15. Febr. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ter DampferI n is h o w e n Hoa d" ist versenkt worden.

Cagliari, 15. Febr. (WTB. Meldung der Agenzia Stefani. Der amerikanische DampferLynan M. Lawzwar", mit Gerätschaften verladen, begegnete in der Nacht zum 12. Februar auf der Höhe der sardinischen Küste einem feindlichen U-Boot, das den Dampfer in Brand schoß und versenkte. Die aus zehn Mann, darunter acht Ameri­kanern, bestehende Besatzung landete in Cagliari.

Ein Teilnehmer am Zeldzug gegen Rumänien

sendet uns einen interessanten Feldpostbrief, dem wjir folgende Stelle entnehmen :

Meinen letzteir Brief schrieb ich damals in dem Quartier von Ploestt, ein Quartier, das man im Krieg so leicht nicht vergißt, wenn man die Wahl zwischen gebratenen Hühnchen, Gänsen und Enten hatte. Ja das waren noch die ersten schönen Tage in Rumä­nien, wo es noch mit Riesenschritten vorwärts ging. Mit der Ein- ircchme von Buzau, wv uns das erste Mal wieder Russen gegen­überstanden und unsere Division 19 Lokomotiven und 400 Eisen­bahnwagen erbeutete, rvar es vorbei. Die Gegend wurde arm att Dörfern und das bischen, was.dort war, nahmen die Russen und Rumänen mit. Es war Lehr schwer für Truppen und Stäbe Quartier zu schaffen. Unser Stab ging in zwei Staffeln vor'. Die zweite Staffel, zu der ich damals gehörte hatte das Glück, Weihnachten in Puzan zu verleben. Die erste dagegen 20 Kilometer weiter in einem Stall. Mit der Einnahme von Rimnicul-Serat kam ich zur ersten Staffel, um beinr Quartiermachen behilflich zu sein. Am letzten Dezembertage zogen wir bei strömendem Regen los uni^ kamen abends spät in Playinesti an, wo ein Schloß mit Gutsgebäude uns durchnäßt und todmüde aufnahm. Zu einer Sylvesterfeier hatte kein einziger Lust. Das holten wir am nächsten Tage gründlich nach imd zwar bei einer tadellosen Zigeunermusik. Der Älte war iwiick- lich ein .Künstler auf seiner Geige und reichte fast an einen jungen Runen heran, den wir in Buzau gefangen hatten, und der abends bei Exzellenz spielte und auch säwn vor dem Zar gespielt hatte.

Nack mehreren Tagen ging es weiter nachF.. .wo wir

jetzt noch in Quartier liegen. Hier gefallt es uns ganz gut. Habe ein kleines nettes Zimmer nur eingerichtet nnd alle nwg licken Möbel zusammen geschleift. Auch Barometer, Max. Min. Thermometer leihweise znsammenrequiriert. Haben seit fast 14 Tagen sehr kalt und viel Schnee. Trotz der südlichen Lage kommen hier Tempera­turen von 20 bis 25 (tzrad C. vor. Was unter diesen Umstän­den die Truppen im Schützengraben noch ohne Unterstände lurs -7 zuhalten haben, ist kaum nuszndenken. Hier in der Stadt ist es dagegen ganz gemüttich. Das Stadttheater ist am 27. eröffnet worden. In drei Tagen hat eine Trnppe aus Künstlern, die von der Front des Reservekorps waren, ein kleines Stück eingeübt. Einige deutsche und österreichische Damen, die hier wohnen, spielen mit. Komiker, Jongleure. Drahtseilkünstler und die Kipelle von

R-.füllen die übrige Zeit ganz nett aus. Und Preise:

z. B. Sperrsitz 75 Bani 58 Pfennig, Balkonloge 2 Lei 1,50 Mark. Die Zeit über konitte man auch ganz gut und billig hier leben. Rindfleisch kostete das Pfund 54 Pfennig. Doch seit gestern sind die Flckschkarten aus Deuffchland angekommen und magere Kvst hat wieder begonnen. Heute abend : Tee ohne Zucker und sonst nix. Außer Rindfleisch uni) Wein war ja auch in der Stadt nichts zu haben. Die Ruffen kvaren halt zu lange in der Stadt gewesen Die Einwohner waren froh, als wer kamen. Fast jeder dritte Mann spricht fließend oder gebrochen deuffch.

Plauderei über die neuen Feldpostadreffen.

!A.: Heute bekam ich eine Feldyostkarte von meinem Sohn, in der er mir mitteUt, daß seine Adresse vom 15. Februar ab nutz noch lautet:

An

Trainsoldat Ttto Abel

Fuhrparkkolonne 284 Deutsche Feldpost Nr. 682.

Statt der letzteren Angabe setzte ich früher hinzu: *

26. Infanterie-Division 10. Armeekorps 4. Armee, Westen.

Jede Angabe über Kriegsschauplatz, Armee, Armeekorps und Divi­sion soll ick vom 15. Februar ab fortlassen: die Angaben seien so­gar verboten: ich weiß nicht, wie die Pvst meinen oofjrc senden! wird: die Adresse soll doch so deutlicki wie möglich sein, imd mm be­schränkt sie sogar selbst die Deutlichkeit.

B.: Mir ging es ebenso: ich erhielt ebenfalls eine solche Post­karte und meine Nachbarn, die Söhne im Felde haben, ohne Aus­nahme auch*). Ich soll schreiben:

An

Unteroffizier Michael Biermann

Infanterie-Regiment 13 1. Bataillon 3. Kompagnie.

Und, setzte mein Sohn hinzu, um Gotteswillen nichts^ inehr hinzu­fügen, also nicht einmal die Nummer der Teutjckstn Feldpost.

A. : Ick möchte wissen, wozu jetzt noch eine solche Aenderung:

der Zkrieg ist ja bald zu Ende. *

B. : Da bin ick dock anderer Ansicht. Wenn jetzt solche Aen.de- rungen gettvffen werden, so müssen lvvhl schwerwiegende Gründe vorliegen: und die Hanpffachc ist ja, daß der Brief schnellstens, seinem Einpscürger zukommt. Ter Sinn der neuen Vorschrift ist kurz folgender:

Bei allen Truppenteilen, die einem Reg imentsv erban H angehören, also bei Infanterie-, Kavallerie-, Artillerie- und Pio­nier-Regimentern, sowie bei den höheren Stäben von Armee­korps lGenevalkommandos' sowie von Divisionen imd Brigaden ist nur die Adresse des Empfängers mit seinem Truppenteil (der Formation) anzugcben, bei allen übrigen Truppenteclen. nne selbständigen Jägerbataillonen, selbständigen Fußartillerie-Bat- terien, Kolonnen, Stäben der Elappen-Jnspektionen, Armeen. Ar- meeabteilunqen usw. ist außerdem noch der Zusatz:Deutsche

Feldpost Nr." hinzuzufügen. In beiden Fälleii darf die

Feldpostadresse nur die B^eichnung des Truppenteils^ bis zum Regiment aufwärts, also nur den Dienstgrad, Name, Kompagnie (Eskadron, Batterie» Bataillon (Llbteilung), Regiment oder dis amtliche Bezeickstiung der Formation entl>attcn. Die Angabe eines höheren Stabes ist nur bei den Angehörigen der höheren Stäbe selbst oder da, wo sie noch zur Benennung der Formation unbedingt gebraucht wird, zugelassen.

A. : Ick verstehe. Aber was inan heutzutage nicht alles wissen muß, die vielen vielen Verordnungen.

B. : Ja freilich.'Vor allen Dingen, genau die von Ihrem Sohne angegebene Feldpostadresse anwenden, genaue Angabä der Formation und, wenn nöttg, die richtige Deutsche Feld­post-Nummer. Sonst erleidet der Brief Verzögerungen. Ord­nung muß sein und die Ordnung in allen Dingen bringt uns den Sieg, den deutschen Sieg, den wir alle erstteben.

*) Die.Heeresangehörigen haben Weisung erhalten, ihre^ vom 15. Februar ab gültigen Feldpostadressen rechrzeittg nach der .Hei­mat mitzuteilen.

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Japan.

Einen lwckmteresfanten, wissenschaftlich durchgearbeiteten Vor­trag, der viell-eichl etwas zu sehr in die Details ging, chelt gesterit abend in der Neuen Aula vor großem Publikum Freiherr von Reihen stein über Japan, das nach Ansickst des Redners in der kommenden Zeit, rmd vielleicht noch in diesem Weltkrieg, eine große Rolle spielen wird. Noch wissen unr nicht, in welcher Weise Japan England, seirrem jetzigen Berlmndeten, und Amerika, seinem stillen Feinde, entgegeittreten wird. Aber es bereiten sich jetzt in Japan Dinge vor, die daraus schließen lassen, daß es nicht als unser Feind, sondern als unser Freund auffritt und daß es in Amerika seinen natürlichen Gegner sieht, mit dem es sich über kurz oder lang anseinandmetzen muß. Auch sind die Rüstungen Amerikas nicht gegen Deutschland, sondern in Erkenntnis dessen, was in Japan vorgelst, gegen Japan gerichtet. Das Thema Japan ist etwas aktuell, und besonders wir Deutsche haben ein ?kugen- merk cmf Javan, das England des Ostens, zu richten, das mir ungern die Waffen mit seinem Lehrnreisder gekreuzt hat, und das uns vielleicht bald als mächtiger Freund zur Seite stehen wird.

Nach diesen einleitenden Worten ging der Redner auf die Topographie des Landes, seine Pflanzen- und Tierwelt, aus die Bewohner und ihre Herkunst ein. Tann folgtet: Erörterungen über Kunst und Religion, Literatur:md Sprache, rrwbei uns der Redner eine lleine Lektion in der dlussprache der japanischen Wörter er­teilte, und zuletzt besprach der Redner das moderne Leben und seine Einrichtungen Geisha und Joshiwaraviertel blieben nicht un­erwähnt, so daß man einigermaßen eine abgerundete Vor- stellmrg jenes so seltsamen Landes bekam. Durch vortreffliche Lichtbilder wirdden die Ausführungen unterstützt.

Wichttg fft nun, daß ein Land mit so starker Tradition, denn die Tradition ist in Japan heilig die bis zur Mitte des vorigei: Jahrhunderts alles Fremde fernhielt imd alle Lebenskraft aus eigenem Boden schöpfte, seil dem Jahre 1868 eine ganz neue nick ungeahnte Enttvicklung im Anschluß an die europäische .Kultur durclimvchte, so daß mit dem Beginn dieses Jahrhunderts Japan als Weltmacht auftreten konnte, was es mit seinem Kriege au Rußland bewiesen J)öt, und daß seine Flotte heuck- selbst' Eng- laick gegenüber einen nicht zu unterschätzendeu Machtsaktor dar- stellt. Dazu kommt noch, daß der Japaner .Kraft seiner Religion imd seinein Ahnenpult, ein eifriger Patrtot ist, wie uingekchrt der Dank gegen seine Borfahren, der sich im Ahnenkult äußert, Japan groß geniacht hat. Eine imgeahnte Energie, starke Entwicklungs- Möglichkeiten und Exvansionskraste stecken in diesem Land, nnd mögen uns manche Sitten und Einrichtungen etwas seltsam und primitiv vortiommeir, weil sie noch nicht, wie sp vieles andere in