Nr. 40
Der Gießens Anzeiger
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sämtlich in Gießen.
Gm Aaiserwort über den verschärften U-Vootkrieg.
(WTB.) Großes Hauptquartier. 15. Februar. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern.
In letzter Zeit haben sich an der Front zwischen Armen- ttHves mUi Arras zahlreiche Gefechte von Aufklärungsabteilungen abgespielt. Der Gegner hat bei seinen häufigen. teils mit teils ohne Feuervorbereitung angesetzten Unternehmungen beträchtliche Verluste gehabt. In unserer Hand gebliebene Gegangene brachten wertvolle Aufschlüsse, die durch die Ergebnisse vieler eigener, mit Geschick durchqesührter Erkunr- dungsvorstoße ergänzt worden sind.
(gestern war zwischen Serre und Somme unter Einsatz vielerschwerer Geschütze der Artilleriekampf vornehmlich in «n Abendstunden stark. Jnfanterieangriffe erfolgten nicht Es kamen in unserem wirksamen Feuer nur kleine Teilvor- swße gegen einige unserer vorgeschobenen Posten zustande, u«befehlsgemäß auf unsere Hauptkampfstellungen aus- wichen.
Vom Kanal bis zu den Vogesen begünstigte klare Luft dw Fliegertätigkeit.
Die Gegner verloren gestern sieben Flugzeuge, von denen Leutnant von Richthofen zwei — seinen 20. und 21. Sieg im Lufttampf — abschoß.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
An der Bahn von Kowel nach Luck überfiel eine unserer Streifabteilungen eine russische Feldwache und brachte ein lmdvierzig (befangene zurück.
Südwestlich davon, bei Kisielin, holten Stoßtrupps dreißig Russen und ein Maschinengewehr aus der feindlichen Stellung.
Nördlich der Bahn von Zloczow nach Tarnopol glückte ein gut angelegtes, mit Schneid durchgeführtes Untcnieht- men iw vollen Umfange. Rach kurzer Feuerwirkung drangen Sturmtrupps etwa 100 Meter tief in die russischen Linien nn nahmen dreBesatzung von sechs Offizieren, zweihundert- funfundsiebzig Mann gefangen und hielten sich fünf Stunden m den feindlichen Gräben.
Inzwischen gelang es den Mineuren, die ausgedehnten Minengänge zu zerstören und unter unsere Stellung führende geladene Stellen unschädlich zu machen.
Front des Generalobersten r v Erzherzog Josef.
Keine besonderen Ereignisse.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackensen.
An der Putna wurde ein russischer Posten aufgehoben E Sereth der Vorstoß mehrerer Kompagnien z . rückgewiesen.
Der Hafen und militärisch wichtige Anl. von Ga- '4ch wurden wirkungsvoll beschossen.
Mazedonische Front.
Die Lage ist unverändert.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.
*
Der Abendbericht.
Berlin. 15. Febr., abends. (WTB. Amtlich.)
Zwischen Somme und Anere lebhafte Artilterietätigkeit.
In der Champagne südlich von R ipo n t entmickel- ten sich Infanterie kämpfe, die für uns günstig verliefen.
2m Osten nichts Besonderes.
* * *
Gs ist nichts Ungewöhnliches, sondern etwas, was ^
EE ssut eingebürgerte Stimme des deutschen Willens mw Gewissens erwarten und vernehmen durften, daß der Kmser auch die zum neuen, schärfsten Kampfe gegen den Fernd ausgeschickten U-Bvote mit einem Geleitwort be- bEstke n würde. Er hat den Friedensvorschlag an unsere Minde mit einer offenherzigen Aeußerung begleitet, und
o^uudet nach der Ablehnung des Vorschlages auch >medermm ganz persönlich die Konsequenzen, die er daraus ^Kleyen gewillt ist. So erscheint uns die deutsche Kriegs- ™ l [ in würdigen und stolzen Gewände. Gerade
naly den Melfachen Verdächtigungen:, die wir von draußen zu hören bekamen, daß der deutsche Friedenswunsch nur on nahender Ohnmacht geboren wäre, ist es uns eine
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Genugtuung, von der höchsten deutschen Stelle die Bedeu- L^.Etlichen Schritte, das Entweder — Oder, b« uach der Entscheidung einsetzende deutsche ***** cirana( hell beleuchtet z.u sehen. Das ^ t f e ?S OTt an hic Manne klingt hell und fdwrf. J^? tC u " § gesagt werde,,, bcf; wir nicht über “ bk nenc. verschärfte Kampfes- sei«,, sondern daß der Entschluß sittlicher Mäßigung und ,n der Ec- ^Eknt an den bererts erreichten Zielen ztvar eine kurze ^.gemacht, dann aber, elastisch lind aller bewußt, festen Schrittes ^tvEc, daß diese in weiser Don .«rtwickelte Masse den Kriegs- ^ ^er brechen wird." Das ist die Hoffnung und i Ö I^l von allen Deutschen gehegt wird.
„Vorwärts" ringt sich
ttxtt beruhigende Auffassung der neuen Lage durch. Der
ftühere Oberst Gädke, der dem Blatte regelmäßig über die Kriegslage berichtet, schreibt am 15. Februar:
„Wenn die Gegner schon jetzt prahlen, daß sie der U-Boob- Gesahr durch wirksame Abjw c hr mi tte l begegnen werden, so folgen ffe well mehr ihren Wünschen und Hoffnungen als sicheren unterlagen. Tatsächlich ist die Lage für sie gegenwärtig sehr ernst geworden: und auch die Bewaffnung aller Handelsdampser, auf die |u to großes Vertrauen setzen, wird ihnen nach dem 1. Februaü geringeren Schutz verleihen als vordem.
. rj, 11 . dürfen aus diesen Gründen ohne weiteres annehmen — E^len daraus Zuversicht für unsere eigenen Aussichten schöpfen —, daß die Stimmung in England eine weit besorgtere ist. als aus den Reden "der Lloyd George, Bcknar Law, Carson hervor geht. Wenn ffe jetzt nicht feste Siegeszuversicht bekennen würden, dann wäre das Spul ja schon verloren, und sie müßten sich zu Friedens- Verhandlungen berell erklären. Darum dürfen wir m diesem Falle Den vereinzelten Stimmen, die mll der Möglichkeit einer Nieder- Me rechnen, höheren Wert beilegen, als den großsprecherischen Mmqrerreden die unsere Niederlage und unsere „Bestrafung" verkünden. Selbst etn Bvnar Law muß, doch zugeben, daß England jetzt erst vor d:e furchtbarste Gefahr in: ganze:: Verlause des schweren Krieges gestellt sei."
Gädke bewahrt auch, den prahlerischen Ergüssen unserer Gegner über deren bevorstehende „überwältigende^ Früh- jahrsossenffve gegenüber eine zuversichtliche Stimmung, die er rn folgenden Sätzen ausdrückt: „Wenn unsere Feinde erklären, daß sie uns diesmal den Vorteil der inneren Lime, das Hin- und Herwerfeu der Truppen von einer Front zur anderen, unterbinden würden, dann ist das eine Versicherung von Laien Laien gegenüber. Sie rechnen dabei nicht mit der freien Entschlußkraft der anderen, die sich Gesetz des Gegners zu beugen braucht, wenn Ne Hilfsmittel und Voraussicht findet, ihm zu begegnen. Bisher wareu wrr es, die das Gebot des Handelns vorschrie- oen, und ich kann keinen Grund entdecken, warum sich das :n Zukunft ändern sollte."
England und seine Freunde haben natürlick), .wie auch Gadke angedeutet hat, das größte Interesse daran, über die Wirkung unseres U-Bootkriegcs „beruhigende" Erklärungen abzugeben. Dazu fördern sie erstens die durchweg falsche und von der deuljchen Regierung stramm zurn-kgewieseue Annahme als würde von den deutschen ll-Booten den Neutralen gegenüber dock) nicht recht Ernst gemacht. Die ft i l l s ch w e i - Deutschland erweiterte Schonfrist für neutrale ^ Um 13. Februar, die jetzt a b g e l a u f e n ist, erklärt sich nur so, daß England in frivoler und die Rechte der Neutralen wieder schroff mißhandellider Weise die hol- ^schisse über den 6. Februar iii seinen .Häfen guruckhielt. Wir haben loyal so lange gewartet, bis die Neuralen unsere Warnung gehört haben inid berücksichtigen rviinen. Fortan gibt es kein Zaudern inehr, soiidern :mr noch die Ausführung unseres Vorhabeiis.
Zweiteiis bemüht sick) England, durch Hinrveise aus seine neuen ittel gegen unseren U-Bootkrieg Stimmung zu machen -can gibt vor, ein neues Mittel gesunden zu haberi' die Konvoi rer ung neutraler Schisse ohne Bann- durch ihre Kriegsflagge, d. h. es sotten mehrere .Hau- delsschrffe unter dem Geleit eines neutralen Kriegsschiffes die Fah durch das Speergebiet autreten: der Befehlshaber des Kriegs,chiffes hat dann die Pflicht, sich für die Richtig kell der Angaben der Schiffspapiere seines Konvois zu ver bürgen.
Diese Pläne werde:: von der „Köln. Volksztq." in fol genden Sätzen richtig mtifiert: •
„Verfolgen wir die völkerrechtliche Entwickelung dieser Einrichtung, so mwon wir, daß sie auch von der Londoner Seekrieg- rechtskonserenz in ihre Deklaration ausgenommen ivorden ist: denn auch sie kemll das Institut der Geleitschiffe, die neutrale .Handels- ahrzeuge durch die Blockade bringen. Schon hier sehen wir daß diese Bestimmungen nicht ans den verschärften Untcr-
denn dieser kennt keine Blockade: er schließt nur ein bestimmtes Seegebiet von jedem Verkehr ab, und alle Fahrzeuge, die es doch besahrcil, tun dies a:ff eigene Gefahr. Deutschland hat diese Methode der Seekriegffjhrmig mcht ausgebracht, sondern sich an das Beispiel gehalten, das England gegeben, als cs anr 4. November 1914 die Nordsee zum Sperrgebiet erklärte. Damals ist von den Neutrale:: — auch von ben Vereinigten .Staaten l— kein Widerspruch erhoben worden.
Es ist daher auch nicht recht erkemrbar, rvoraus diese mm einen Elchen herlellen und begründen könnten."
Technisch würde übrigens die Zusammenstellung eines solchen „Konvois" solche Schwierigkeiten machen, daß dieses Mittel nicht sehr rosige Aussichten bietet. England muß nach den Worte:: seiner Minister über zweckmäßige Abwehr vorläufig noch — nachsinnen.
Italienischer unö südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nnvcrvndert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant
-» * . *
Marinebefehl des Kaisers.
^r Cl 2V 1 ' ^ F^br. (WTB.) Das Mariiieoerordnungsblatt vom 15. gppuciT veröffentlicht folgenden Befehl des Kaisers:
An meine Marine!
In dem bevorstehenden Entscheidungskampfe fällt meiner Ma-> rrne die Anisgäbe zu, das englische K riegs mittel dev n n s y u n g e r u n g, mit welchen: unser gehässigster und ha rin a er i g )t e r Fein d das deutsche Volk niederzwingen will, jt 1 un k s^in«e Verbündeten z u kehren durE die Bekamstmng ihres Seeverkehrs mit allen zn Gebote stehendest Mitteln^ Hierbei werden die Unterseeboote in erster Reihe stehen, -^ch erwarte, daß diese in weiser Voraussicht technisch über-« ^^'^ckelte, auf leistungsfähige und leistungssrcudige Werften gestutzte Waste im Zusammentvirken mit allen anderen Kampf- Mitteln der Marine und getragen von dem Geiste, der sie im ganzen Verlause des Krieges zu glänzenden Taten befähigte, den K rre gvw:l len unserer G egner b r ech en wird.
Großes Hauptquartier, den 1. Februar 1917.
Wilhelm.-
*
Erfolgreiche Marineflieger.
Berlin, 15. Februar. ^WTB. Amtlich. Unsere Marine- stugzeuge belegteil am 14. Februar morgens die Flugplätze bei
i;?'- J rdJen ■ uat * > ^ oxyde ausgiebig mit Bomben. Die Eiw- Ichlage lagerr gut.
^ A^? 5 ^.^oarf ein Wasserflugzeug die in den Towus liegendest Handelsschiffe mll guten: Erfolg mit Bomben.
*
Der türkische Bericht.
öe.l^uü'rntinopel, 15. Febr ,WTB. Etlicher .Heeres- 14 Februar. An der T : g r r s - F r o n t nahm der Femd der Nacht vom 13 Februar unsere Stellungen südlich 1 e2l eX r^ eft 2'f- AEerieseuer. Zwei BEn, die der P 10 de" Kanal nach Tigris lenken wollte, wurden durch das steuer ulfferer Beobachtiurgsposten gezwungen, sich zu entfernen, Februar morgens steigerte der Feind abermals sein Ar- ^^er und näherte sich unseren Stellungen mit Jnranteri« :md abgejessencr Kavallerie, ohne indessen lzum-Angriff überzugehen.
An den anderen Fronten ereignete sich nichts von Bedeutung,
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 15. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlantbart: 15. Februar 1917.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Bei Focsanj wiesen wir einige russische Kompagnien ab. An der Putna betätigten sich unsere Patrouillen mit Erfolg im Vorgeländc.
Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef.
Südlich des Mestecanesei-Tnnnels mmdc ein russischer Vorstoß vereitelt.
!Aecresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Nördlich der Bahn Zloczow—Tarnopol und bei Swid- nifj, iit Wolhynien überfielen Stoßtruppen die russischen Grä- !»eMDie Unternehmungen glückten. Der Feind erlitt starke EiM-ißen an Menschen und Kriegsgerät. Ocftlich von Zloe^ow wurden überdies 0 russische Offiziere und 275 Mann als befangene abgeführt.
Die skandinavische Protestnote.
%cbr - WTB.) Meldung des Ritzan)ch«t Eireau.. Tie dänische, norw>egische und schwedische
öfsenllichen- ^beremgekomnien, folgende Mitteilung zu per-
rrorweaische und schwedische Regierung habest ^ utlf fe 1T 1CTT ^ dkm österreichischmnqarischyst S i Wortlauts übermittelt, welche geg<m che
von Deutschland und Oesterreich-Ungarn geplante Sverre ge- wnser Seegebiet,e -Einspruch erhcheu. Die Note begiunÄ Drtiache zu erinnern, daß die Regierungen sich iväh- wiederlwlten Malen gezwungen gesehen haben., ^ llegen die schweren Beeinträchtilpruqen der d^rcl, Maßregeln der verschiedenen krieg- fuhrende:: Machte zu erheben^ Sodann hebt die mtc hervor.
^rmigeu, bereit schritte bei diesen verschiedenen Ge- legenhellen, nne immer, von dem Geist, der v o l 1 st u n d i g ^loyalsten Unparteilichkeit leiten ließen uch> sich daraus beschrankten, dre unandrstbaren Reckste der Neuiralen -ä verteidigen. E Nachdem die Note hervorgehoben hat, daß die Reqie- rungerk bei früheren Gelegenheiten gegen die Maßregeln der Knea- Einspruch erlwbeit haben, welche daraus^ abzielteil d^i freie Meer mr die Benutzung der Neutralen zu verengen, ge'yt sie
twhr ^ Regierungen dresesmal um so
Notwendigkeit versetzt sehen, bei denselben Gesichts punkten zu ver starren, als die der neutralen Schiffahrt bereitetest Hiichernis)e setzt emc noch beträchtlichere Ausdehnung mid Sch^s haben. Daraus leiikt dre Note die Aufmerksamkeit aus hnS völkerrechtlichen Vorschriften, welche alä St^ für dre dNaßregeln angerusen werden kömllen. deren 3iveck 2 allen Handel und alle Schistabrt iimi SSJijLÜf'
«ot .verletzt «wtb«. irfflifffÄf t w fc c 9 |ÜI,rmbcr dos Recht st, der triedlläien Schiff-h^d^Drrch!
KZKnÄr^rä"s^En, deren Menzeln L„ LUlichL pusten >ehr enisernt sind, dre allem aus gesetzliche Weise aelveert-
'S»?« öie SÄ
^»er die Seesperre, wonach ein w ^ Mifgebracht werden kmm, wem: es sich des rS x>n ' c 311 brecheii, enthält und wonach es im e:llsprechend den allgemeinen Vorschriften vor em Prrsengericht gebracht werden n:uß.
Die Regienmgmr erklären hiermll, daß ihre Besorgnisse über die angetundigten Maßnahmen iwch duich die Tatsache erhöbt ^ !C G^fahrzonen ausschlieWich von Unterseebooten bewachst werden, deren Tätigkeit für die Angehöingen neill^s^ Gestrhr mll sich bringt, wie dies durch die iin Lauft; r^A Acn^achten Ersahrungen dargeleat worben ist Schlieft-
lickihebt du Note d:e Tatsache hervor, daß die mlqekündigten Maül nahmen umsomehr den Grundsätzen des Völierr^ts widelltrcütm wenn ne, wie dies der Inhalt der Ntlltcihmg der ^s?^' Remmmqen anzndeuten scheint, oh:,e Unterschied auf afi S angewandt wurden, die tu dre bezeichnoten Zonen einsabven^^ auch ausdiiieiilgeii, dre nicht nach einem feiMichen .Hafen^bessi^^ smd sondern diese nur auf der Durchreise zwischen'zwei Hasen anlaufen. Indem sie sich auf die WSnfT Avalen Erwägungen stellen, protestieren tüe
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