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15.2.1917 Erstes Blatt
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Nr. 59

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Erster

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Donnerstag, (5. Zebruar X9^Z

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General-Anzeiger für Oderhessen

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sämtlich in Gießen.

Eine neue deutsche Warnung an die Neutralen.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 14. Februar. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern.

Auf dem Nordufcr der Ancre führte der Feind' nach sehr heftiger Artillerievorbereitung und unter Einsatz starker Jnfanttrrekräfte seine Angriffe fort. Vormittags griff er zweimal südlich von Ser re an. Beide Angriffe wurden im Nahkampf abgewiefen, vor der Front sich festsetzende Teile durch Vorstoß mit der blanken Waffe vertrieben. Erkannte Bereitstellungen weiterer Verstärkungen yördlich und am Nachmittag auch südlich der Ancre wurden voll unserer Artil­lerie unter wirkungsvolles Vernichtungsfeuer genommen.

Bis zur Somme war in anderen Abschnitten und wäh­rend der Nacht der Feuerkampf stark. (

Front des Deutschen Kronprinzen.

Eigene Erkundungsvorstöße im Bogen von St. Mihiel und am Westhanqe der Franzosen waren erfolgreich.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Keine besonderen Ereignisse.

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

Im Mesticanesci-Abschnitt errangen unsere Truppen gestern neue Erfolge. Mehrere Stellungen der Nusstn wurden gestürmt und gegen heftige Gegenstöße ge­halten. Die Gefangerrcnzaist hat sich auf 23 Offiziere und iÄer 1200 Mann, die Beute auf drei Geschütze. 12 Ma­schinengewehre und 6 Milbenwerfer erhöht.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Längs Sereth und Donau Artitleriefeuer und Posten­scharmützel.

Mazedonische Front.

Im Cernabogen blieben Angriffe der Italiener zur Wie- dernahme der Höhen östlich von Paralovo trotz lebhafter Feuerwirkung ohne jeden Erfolg.

Der Erste Generalguartiermeister Ludeudorff.

*

Wirtschaft cm der richtigen und korrekten Erledigung dieser Aufgabe das größte Interesse.

Wie Prof. Eltzbacher sich die neue Preispolitik denkt, sagt er in folgenden Sätzen:

müssen so gestaltet Erben, daß 'die Dersütterwng menichlrcher Nalwungsntittel nicht mehr mit einer Prämie von mehr als 100 Prozent belohnt wird und daß der Anbau von Zuckerrüben die allerlohnendste Verwertrmg des Ackers ist. Tann wird ^es in den Städten und Industriegebieten weder an Brot und Teigwaron, noch an Kartoffeln, noch an Milch, noch an Zucker fehlen. Alles dies wird Tag für Tag so reichlich vorhanden lern, daß man cs willig ertragen wird, wenn etwa infolge der ver­minderten Versütternng menschlicher Nahrungsmittel die Fleisch- ratwn noch herabgesetzt werden müßte, die in ihrer Geringfügig­keit heute schon nicht mehr ein wirklicheii Beitrag zur Ernährung, sondern nur noch ein Vergnügen für einzelne Tage ist.

Die Preise für Getreide, Kartoffeln, Milch. Zuckerrüben sind zu erhöhen und zugleich die Preise für Vieh und Fleisch yerabzusetzen. Tabei ist zweierlei festzuhalten. Erstens sind die treffe so zu gestalten, daß der stärkste Anreiz zur Berfütterung menschlichtw Nahrungsmittel anfhört und infolgedessen die Ver­füttern ngsVerbote den größten Teil ihrer Bedeutung verlieren. Zweitens sind die Preise so zu gestalten. daß, ganz allgemein betrachtet, der Mindergewinn der Landwirl- schaff infolge der Herabsetzung der Vieh- und Fleischpreise durch ^hren Mehrgewinn aus der Erhöhung der Getreide-, Kartoffel- und Mrlchpreise ausgeglichen wird. Der einzelne Landlvirt, je nach der Rolle, die in seinem Betriebe die Viehhalttmg spielt, wird ja von der neuen Preisregelung bald Vorteil, bald Schaden haben: aber dies ist eine Unvermeidliche Folge, die wir ebenso in den Kauf nehmen müssen wie die anderen Einkommcnsverändernngen, die durch den Krieg eingetreten sind. Für die Verbraucher aber wird Mit der Erhöhung der Preise für Brot. Kartoffeln und Milch eine Preisermäßigung beim Fleisch Hand in Hand geben und so ein gewisser Ausgleich Eintreten. Me neue Preisregelung soll eben weder eure einseitige Maßregel zugunsten der Landwirte iroch der Verbraucher sein, sondern sie soll im Interesse beider die mächtige Triebfeder des menschlichen Egoismus richtig beeinflussen."

Wir wissen freilich nicht, ob diese Preispolitik im Jntcr- e,se unserer Viehhaltung ganz richtig ist. Der Eltzbachcrschc - scheint jedoch einleuchtend zu sein: eine kluge Preis­

politik und weniger Zwangsmaßregeln!

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 14. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 14. Februar 1917.

Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe d e s G e n e r a l f e l d m a rsch a l l 6 von Mackensen.

Keine besonderen Ereignisse.

Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef

Feinden liegt doch von Anfang an der Schatten des Verbrechens! Auf unserer Seite ist das Recht uiid die Sittlichkeit, und ihnen zum Triumph zu verhelfen, muß jede blanke Waffe uns will­kommen sein."

-Zum Schlüsse sührte der Kaiser aus:Sehen Sie doch die europäischen Neutralen. Lesen Sie die s ch w e d i s che A n t - wort, dieses wie ffir die Einigkeit geschriebene Dokument! Nun wissen wohl die Neutralen schon insgesamt, wie sie unsere Kraft, aber auch, wie sie unseren Willen zum Frieden einztffchätzcn haben! Zum ersten Male steht in gewissem Sinne der erklärte Wille der kleinen Staaten gegen die angelsächsische Welt. Napoleons Kon­tinentalsperre wird aus einem Phantom zur Wirklichkeit, zu einer, die England härter trifft, als alles Bisherige."

BergeltungSmaßregcln Oesterreich-Ungarns an Rumänien.

Wi en, 14. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter meldend Verläßliche Nachrichten, die unserer Regierung über die völker­rechtswidrige u n m e n s ch l i ch e Behandlung unserer Staats­bürger in R n m ä n i e n zugekommen sind, hatten die Mitteilung au die rumänische Regierung zur Folge, daß int Falle der "Fort­dauer dieser Zustände auch bei uns Vergeltungsmaßregeln er­griffen würden. Da bis 5. Februar Nachrichten über eilte Besse­rung des Loses unserer Zivilgesangenen in Rumänien nicht er­langt werden könnt n, wurden alle rumänischen Staatsangehörigen! innerhalb unserer Monarchie im Alter rojt 17 bis 55 Jahren in dem Internierungslager K'otzenaus l>ei Linz untergebracht.

Tic amerikanische Marinevorlage.

Washington, 14. Febr. > WTB Nichtamtlich. Aceldung des Reuterscheu Bureaus: Das Repräsentantenhaus hat die Marinevorlage angenommen, in der .Kredite im Ge­samtbeträge von 369 Millionen Dollars gefordert werden. Die Vorlage enthält Not-Amendements für die Requirierung von Werften und'Munitionsfabriken und für die Erwartung von Pa­tenten für Luftfahrzeuge.

Augenblicklich sind in den Bereinigten Staaten 632 Schiffe im Ban mit einem Gesamtinhalt von 1098 761 Tonnen

Ein deutsch feindlicher Antrag im amerikanischen Senat.

Washington. 14. Febr. (WTB. Nichtcmrtkvch? Meldung des Reuterschen Bureaus. Der amtierende Präsident des Sermts! Salisbury hat eine Vorlage eingebracht, auf Grund welcher, falls sie in Ktuft tritt, die Häfen der Bereinigten Staa t e n dei: Kriegsschiffen der Alliierten geöffnet werden würden, die' Kruffabrteischisse zum Schutze gegen deutsche Unterseeboote begleiten, und solche Kriegsschiffe die Möglichkeit erhalten würden, die Gewässer der Vereinigten Staaten nwch deutscl-en Streiffck isieu zu durchsuchen. Man glaubt, daß die Vorlage der Regierung annehmbar ersch.'iueu ntag. als eine Maßtrahme. die die deutsche Unteri'eekrieginbruug einsä ränken könnte. Silisbnrv erklärte, diese Maßnahme könne -sich auch in der jetzigen Krise als wirksam zeigen, ohne daß die Vereinigten Staaten gegenwärtig den Krieg zu erklären brauchten.

Der Abendbericht.

Berlin. 14. Febr. (Amtlich.)

Von keinerFront sind größere Gefechtsbandlungen gemeldet.

Wie an anderer Stelle ausführlich mitgeteilt wird, hat der Reichskanzler an die Bundesregierungen ein Schreiben gerichtet, in dem für die bevorstehenden Bestandsaufnahmen von Getreide. Vieh und Kartoffeln zur äußersten Sdrgsa.lt itnd Gewissenhaftigkeit aller Beteiligten eindringlich gemahnt wird. Die genaue Kenntnis unserer Vorräte und der Gesamt­leistungsfähigkeit unserer Landwirtschaft ist jetzt von der allergrößten Bedeutung. Niemand, am allerwenigsten der Landwirt, hat ein Interesse daran, dem Aufruf des Reichs­kanzlers sein Ohr zu verschließen und anders zu handeln, als er es fordert und fordern muß. Von den vielen amb- liehen Forderungen, die bisher an die deutscheit Landwirte gerichtet worden sind, ist diejenige einer genauen Angabe der Vorräte und der Größe der eigenen Wirtschaft die dring­lichste, auf der alle anderen Mastregekit fitsten müssen und die daher auch ohne Einwendung von allen als billig und berechtigt anerkannt werden" muß. Danach bemessen sich die Organisationen der Verteilung urtb die Preisbil­dung. Wer falsche oder lässige Angaben macht, der nützt sich selber gar nichts, aber er schädigt die Allgemeinheit auf das Empfindlichste, weit aus Grund unrichtiger Er­hebungen auch in der Ernährungspolitik unzweckmäßige und falsche Schritte getan würden. Zn einer ersprießlichen .Tätigkeit des Kriegserncihrmtgsamtes siitd vor allen Dingen richtige und zuverlässige statistische Ausnahmen erforderlich.

In der Mittwochnummer desTag" fährt Prof. Dr. Eltzbacher in seiner Kritik der Ernährungspolitik fort und Ert nr leinen: 2. Aussatz das au, was seiner Meinung nach Tn-rrUebels" sei. Daß die Versorgung der 10 MtUtonert Menschen, die in den großen Städten und Jn- dustrtegebreten leben, nicht glatt von statten gehe, rühre, so meru t^ er, daher, daß das Kriegsernährungsamt der Land­wirtschaft gegenüber statt der unmerklichen Beeinflussung durch eine richtige Preispolitik immer wieder das grobe Mittel des Zwanges angewender habe. Vielleicht ist dieser ^atz richtig, und vielleicht wird jetzt in neue Bahnen ein- gelenkt. Dann lind die bevorstehenden Bestandserhebungen von um so größerer Wichtigkeit, und dann hat die Land-

Südlich von Betas wiesen wir mehrere russische Vor­stöße zurück. An der Valepntnastraße erstürmten unsere Truppen eine russische Stellung, zu deren Wiedergewinnung der Feind nachher vergeblich starke Gegedstvßc führte. Es wurden 23 Offiziere und 1200 Mann gefangen. 12 Ma­schinengewehre. 6 Minenwerfer und drei Geschütze erbeutet.

Heeresfront des Generalfeldmarschalls

Prinzen Leopold von Bayern.

Nichts zu melden

I t a l i e n i s ch e r u lt d f ü düstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f c r. Feldmarschalleutnant.

Ein Gespräch des Kaisers.

Berlin, 14. Febr. (WTB. Wie Berliner Zeitungen aus Wien gemeldet wird, ließ.Kaiser Wilhelm am Dienstag mittag den Dichter derK ö tta g c", Hans M ü l l e r, zu sich in die Hofburg bitten, wobei er ihm seinen Dank für die schöne Dichtung aussprach, die er im Kriege den Deutschen geschenkt. Er betrachte, so führte der Kaiser im Laufe des Gesprächs aus, seine Freude an der Kunst als die einzige Erholung. Den Sinn für die Bühne habe er von der Mutter geerbt. Dann sprach der Kaiser die Hoffnung' aus, Müller werde wieder bei seinen Arbeiten aus Deutschlands Vergangenheit schöpfen. Der Kaiser schilderte, wie ihm seit frühester Jugend ein paar Gestalten nachgingen, so der König der Ostgotcn. Theodorich, der römisch-deuffche Kaiser Friedrich II. und vor allem Karl V.

Als Müller den Brief des Kaisers an den Reichskanzler erwähnte, durch den dieser das Friedensangebot der Mittel­mächte begründete, sagte der Kaiser:Der Brief mußte geschrieben werden, der Schritt mußte getan werden. Jetzt weiß doch die ganze Welt, wer diejenigen sind, welche der Menschheit weitere Qualen auferlegen."

Weiter sagte der Kaiser itn Laufe des' Gespräches:Vergißt man schon, daß die Entente die Mörder des Erzherzogs Franz Fer­dinand schlitzt. Wie kurz ist das Gedächtnis der Welt! Ms ich heute den Obersthofmeister meines verewigten Freundes, Baron Rum- merskirch sah, seit jenen konopischtischen Frühlungstagen zum ersten Mal, kam es mir wieder ganz stark zum Bewußtsein : lieber unseren

Friedenskundgebungen in Amerika.

Bern, 14. Febr. (WTB. NichtamtlicheMatin" meldet auA N e w B ork: Hier haben F riedenskundgeb u tt g e it statt- gefnnben, wobei deutsche Lieder gesungen wurden. Am 12. Februar wurden in Washington verschiedene Frieden Stunde gebnngen von Deutsch-Amerikanern abgebalten. Der sozialistische Bürgermeister von Minneapolis tadelt Wilson wegen des Ab­bruchs^ der Beziehungert, uud forderte die Arbeiter aus, sich int Kriegsfälle zu weigern, die Waffen zu -ergreifen.

Earranza fordert di Ejirstellung der amerikanischer Munitionslieserungen.

London/ 14. ^ebr. (WTB. Nichtamtlich.)Dail^ Telegraph" meldet aus New York: Lansing bat von Ca- r a n z a eine Note erbalten, in welcher dieser die Vereinig­ten Staaten und die anderen Neutralen auffordert, den europäischen Krieg dadurch zu beenden, daß sie jeden Handel mit den Kriegführenden ein- sie l len.

Aufstand aus Kuba.

New York. 13. Febr^ (WTB. Nichtamtlich. Meldung des Reuterschen Bureaus. Das Staatsdepartement in Washington hat lnntgeteut, daß ans Kuba ein Aus st and aus gebrochen sei. Heute mürbe aus Havanna telegraphiert, daß die Rebellen in der Provmz wgcuttanses von den Regierungstruppen geschlagen wur- oett. Es verlautet, daß die Vereinigten Staaten der kubanischen' Regierung o000 Gervehre mit Munition alt geboten habett.

Die Sorgen der Schweiz.

Brrlin. 14. Febr. (Priv.-Tebi TieB..A am Mittag" Meldet mts Gens: Nach Meldimgen Westschweizer Blätter sind seit der Verkündung der deutscher: See sperre keine übe ) ee>sichie:: Wj-aren für die Schweiz angekommenll Ernestetls tst ni<m in Sorge über das Schicksal der mit Schlveizer Waren beladenen neunzehn Schiffe, die den .Hafen von Lette anlausen sollten, anderntells sucht ntan den Gnrnid in den Trans, portschwterigkeiten ans den französischen Eisenbahnen.

Kopenhagen. 14. Febr. (WTB. Nichtamllich.) Der He Re: ch s,ta g wurde für heute nachmittag zu einer vertrau zusammenberufen. in der der Minister des Aeußev ^^tlungen nbc-r dre gegenwärtige Lage Dänemarks machen un

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