Kriegsfuiefe aus dem Westen.
Bon unserem Kriegsberichterstatter.
(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.^
Das BegrÄmis der unschuldigen Kindlein.
Brügge, 10. Febr. 1917.
Unter beit Prüfungen, die der Krieg der ulten Haucht- ftudt Weststirnderns auferlegt hat, wird von der Bürgerschaft keine schmerzlicher empfunden, als der englische Fliegeriiverfall vom 7. d. Mts., bei welchem besonders! .Kinder den blindlings in die bevölkertsten Stadtteile ub- getoorfenen Bomben zum Ochser gefallen sind. Bei strahlendem Wrntersonnenschein erschien in den ersten Nachmittags- stunden ein englisches Fliegergeschwader über den Türmen von Brügge, ließ eine große Anzahl von Bomben besonders über deni St. Krnisviertel und anderen von der ärmeren Bevölkerung bewohnten Gegenden fallen und nahm dann schleunigst Reißaus. Der Erfolg dieser feigen Tat war, daß ein deutscher Soldat verwundet wurde. Außerdem wurdet: drei vlamische Frauen und ein älterer Mann getötet, und gleichzeitig wurden nicht weniger als 16 unschuldige Kinder, zunr Teil in ganz zartem Älter, von den tückischen Geschossen zerfleischt. Eine Anzahl von ihnen spielte auf dein Eise des Dammekanales, als dort eine englische Bombe einschlug; die meisten aber wurden getötet, als sie sich mit Töpfen und Kannen vor einem barmherzigen Schwestern ktoster versammelt hatten wo unentgeltlich Bolkssuppe verteilt wurde. Die Bombe fiel mitten in den dichtgedrängten Haufen der wartenden Kinder, tötete einige
auf der Stelle, darunter ein siebenjähriges Mädchen mit seinenr sechsjährigen Brüderchen, das es an der Hund führte. Eine weitere Anzahl wurde von den sofort hervei- eilenden deutschen Sanitätssoldaten schwer verwundet in die Lazarette geschafft. Ganz Brügge klagt über diese frevelhafte Tat in einen: einzigen Schmerzensschrei zum Himmel.
Heute fand von der Hochkirche unserer lieben Frauen aus, dem größten Gotteshause der Staat, unter Teilnahme der gesamten Geistlichkeit, die gemeinsame Beerdigung der unglücklichen Opfer statt. Die gesamte Bürgerschaft, jung und alt, war herbeigeströmt und suchte wenigstens ,für einen Augenblick einen Blick auf die beiden Reihen von schmucklosen Särgen zu werfen, die vor dem berühmten Altar mit der Mutter-Gottes-Statue Michel Angelos aufgebahrt waren. Da die Kirche die Menge der Andächtigen nicht fassen konnte, wogte die schwarzgekleidete Bürgerschaft unablässig vor den Türen der Kathedrale auf und ab. Außer den Kirchenschweizern und Polizisten war die städtische Feuerwehr crufgeboten worden, um den Zug des Trauergefolges zu ordnen, der sich mit malerischein altflamischen Gepränge, die Fahnen der Gilden voran, nach dem Friedhof Steenbrügge in Bewegung setzte. Hier ließ der Oberkommandierende der deutschen Streitkräfte einen Kranz auf das gemeinsame Grab niederlegen. Die Einwohnerschaft ist in großer Sorge, da sich inzwischen die englischen Fliegerangriffe mehrfach wiederholt haben. Besondere Maßnahmen sind geschaffen, um die unersetzlichen Kunstschätze des St. Johannes-Spitales vor Schaden zu bewahren.
W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.
loschen lleberstcht derLodesföve l -.Lradt Sietze«.
5. Woche. Vom 28. Januar bis 3. Februar 1917. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (inkl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 69,25°/,,.
Nach Abzug von 16 Ortsfremden: 14,13'/,,.
ES starben an
Zus.
Ex. Kinder
tm 1.Lebens- vom 2 bis wachfene jahr 15 . Jahr
Angeborener Lebensschwäche
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—
Kl)
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Altersschwäche
4(1»
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Diphtherie
3(2)
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Wundkrankheiten
2(2)
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Lungenschwindsucht
2 (2)
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Tuberktilose des Gehirn?
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1 (1)
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Krankheiten des Herzens
5(4)
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1(1)
Gehirnschlag
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Krankheiten der Harnorgane
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Krebs
2(1)
2(1)
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anderenTodesursachen
2(1)
2(1)
—
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Summa: '
45 (16)
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Sinnt.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an
, wie viel
der Todessälle in der betreffenden Krankheit nach Gießen gebrachte Kranke kominen.
auf von
auswärts
Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen. Dr. W a l g e r, Med.-Rat.
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Herr Gustav Bley, Kaufmann
im Alter von 41 Jahren.
Giessen (Liebigstrasse 89), den 13. Februar 1917.
Die tieftrauörnden Hinterbliebenen: Clara Bley geh. Rohleder Walter Bley
Wilhelm Rohleder und Frau.
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Die Beerdigung findet Freitag, den 16. Februar, nachmittags 2 Uhr von Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt.
Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen.
der
u. f.
Deo Kameraden der beiden Wehren die Trauernachricht. daß das langjährige Mitglied der F.G.F.
Herr KreisfeuerwehrinspekLor
Martin Loos
am 11. ds. Mrs. verstorben ist.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. d. M., nachmittags 3*/, Uhr, statt und bitten wir um recht zahlreiche Beteiligung.
Zusammenkunft am Eingang des Neuen Friedhofs um 3>/, Uhr. 126ID
Das Kommando
Die Verlobung ihrerTochter MARIE mit dem ord. Professor an der Universität Gießen Herrn DR. LIC. PAUL KAHLE beehren sich sehrergebenst an Stelle besonderer Anzeige mitzuteilen
Gießen, den 12. Februar 1917
ProfessorDr.Gisevius und Frau
0862
Die Schuhfticklehrstnbe ist bis auf weiteres an jedem Mittwoch nur abends von 7 bis 16 Uhr
geöffnet. [ 1253 v
Tie Vorsitzende.
lut unsere Kriegsmarine
und mir noch übergeben worden von: einem Beamten die Vergütung für eine Schöffensitzung 5 Mark. Herrn Pfarrer Hainebach aus der Gemeinde Leihgestern 70 Mark, Herrn Gey. Hofrat Dr. Hansen 5 Mark, Herrn Lehrer Lenz aus der Gemeinde Geis-Nidda 40 Mark, Herrn Prof. Urstadt 5 Mark, Volksschülerinnen der Klasse des Herrn Habicht, der Erlös für Kastanien 2 Mark, zusammen 127 Mark, wofür herzlichst dankt
Der Borfitzende des Flottenverein-:
Oberbibliothekar Dr. Heuser. 1241 D
Zubehör aus 1. Avril zu Denn. Sic*ih&astr. 42,1. [ 5S
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Freitag, den 16. ds. Mts. sollen im Alten- Busecker Gemeinde-Wald, Distr. Kalter-Buchwald, Kopfu.Schasleisel, folgendes Holz versteigert werden : 347 Rm. Buchen-Scheit, 3 Rm. Eichen-Scheit, 3 Rm. Kiefer-Scheit, 141 Rm.Buchen-Knüppel, 6 Rm. Eichen- Knüppel, 20 Rm.Fichten-Knüppel, 3460 Buchen-Welle, 490 Fichten-Wellen, 56 Rm. Buchen-Stock, 17 Rm. Fichten-Stock.
Zusammenkunft vorm. 10 Uhr im Distr. Kopf. Alten-Buseck, den 12. Februar 1917. 12B4
Großherzogliche Bürgermeisterei Alten-Buseck.
I. V.: Rau.
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Freitag, den 16. Februar lfd. Fs., nachmittags 2 Uhr, soll auf dem Bürgermeisterei- Bureau die der hiesigen Gemeinde zustehende Wald- und Feldjagd auf weitere sechs Jahre verpachtet
werden. [izse
Lauter, den 10. Februar 1917.
Großh. Bürgermeisterei Lauter.
Ass.
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für das Entladen und Beladen von 15-crn.Granaten im Akkordlohn zum sofortigen Eintritt gefticht. Der Posten eignet stich auch für Kriegsbeschädigten. Meldungen an 1255 D
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