Ausgabe 
12.2.1917 Erstes Blatt
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»eug o Agefcho s fe n haben will; denn tatsächlich haben wir «IN diesem Tage nur ein Flugzeug verloren, das von einem Fluge nach Epinctt nicht zurückgekehrt ist.

Ueber die von uns am 6. Februar abgeschossenen Flugzeugs find wir dagegen, wie stetsj, in der Ltage^ genaue Angaben zu. tmachen. handelt sich um zwei in Flandern medergestürz-te F.E. Doppeldecker mit 260 PS. Rolls Rayoe-Niotoren und um einen Nieuport, der in Lothringen von einem deutschen Jagdflugzeug her untergeholt wurde.

Ein feindlischer Flieger über Karlsruhe.

Karlsruhe i. B., 10. Febr lWTB.) Heute nacht warf ein feindlicher Flieger einige Bomben auf Karls­ruhe. Soweit bis jetzt festgestellt, sind drei Zivilpersonen verletzt. Der Sachschaden ist bedeutungslos.

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Wilsons Haltung.

London, 10. Febr. (WTB. Nichtamtlchi.) DieDaily Mail Expreß" meldet aus New York, der Präsidenö habe mitteilen lassen, daß im Falle eines Krie­ges das deutsche Kapital und der deutsche Besitz in den Vereinigten Staaten nicht beschlagnahmt würden.

Die Abreise des Botschaster» Gerard.

Berlin, 11. Febr. (WDB.) Den Movgenblättern zu­folge verließen Botschafter Gerard, die Mitglieder der Botschaft und ein Teil der in Berlin und Norddeutschland ansässigen amerikanischen Staatsbürger, im ganzen 115 Per­sonen, am Samstag abend Berlin in einem von der deut­schen Regierung zur Verfügung gestellten Sonderzug nach der Schweiz. Zum Abschied wareir Graf Montaelas vom Auswärtigen Amt und mehrere Mitglieder des diplomati­schen Korps auf denr Bahnhof erschienen.

Zwei amerikanische Trutzschiffe.

New Dorf, 10. Febr. (WTB.> Meldung des Reuterschen Bureaus. Zwe. unbewaffnete amerikanische Fracht­dampfer gehen voraussichtlich heute nach dem Seesperrge- b i e t ab. Es sind voraussichtlich die ersten Schiffe unter amert- lanischer Flagge, die von hier seit der deutschen Note über den un­eingeschränkten Unterseebootkrieg in das gefährdete Gebiet fahren. Keines der beiden Schiffe hat die von Deutschland v o r ge­schriebenen Streifen auf de?: Seiten, sondern beide tragen nur d:e großen Buchstaben U. S. A. Die Schiffe treten die Aus­fahrt an, da sich die Eigentümer auf das Recht amerikanischer schiffe, das offene Adeer zu befahren, verlassen. Die Schiffe führen keim Geschütze, um gegen ungesetzliche Angriffe Widerstand zu leisten. Das eine namensOrleans" hat den amerikanischen Kapitän Tucker nnd eine Besatzung von 35 Mann, darunter 32 amerikanische Bürger an Bord. Das andere Schiff nennt sich Roche st er". Es nnrd erklärt, daß keines Bannware führt. Beide gehen nach Bordeaux.

Nach einer späteren Meldung sind beide Frachtdampstr nach­mittags in das Krisgsgebiet abgefahren.

New Port, 10. Febr. (WTB.i Meldung des Reuterschen Bureaus. Wie die Zollbehörden mitteilen, unterbleibt auf Anweisungen a^us Washington gegenwärtig jede Veröffent­lichung über die Abfahrt von 'Schiffen.

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Die Schweiz und der U-Bootkrieg.

Der schweizerische Bundesrcrt hat am 9. d. M. an die Berliner Regierung eine Note gerichtet, deren Hauptstelle lautet:

,Der Bundesoat sieht sich g^wmgen, gegen die von der Kaiserlichen Regierung angekündigte Blockade rmd deren Durch­führung, soweit dadurch nach den gemeingültigen Grundsätzen des Völkerrechts Rechte der Neutralen verletzt werden, nachdrücklich Protest nnd Rechtsverwahrung einzulcgen und vorab für den Fall, daß die tatsächliche Durchführung der Sperre sich als vollständig erweisen sollte, alle Rechte Vorbehalten, wenn durch die Lwn Deutschland und seinen Verbündete?: angewandten Mittel schweizerische Staatsangehörige und schweizerische Ladung der Ver­nichtung preisgegeben ivcrden sollte. Ter Bundesrcrt zweifelt im übrigen nicht daran, daß die deutsche Reichsregierung alles tun wird, um den für die Sicherheit der schweizerischen Staatsange­hörigen und für das wirtschaftliche Leben der Schweiz aus dev Blockade sich ergebenden schwierigen Folgen nach Möglichkeit vor- Mbeugen."

Bern, 10. Febr. (WTB.) Die Schweiz hat auf An­suchen Dent^schlands außer an Frankreich und in den Vereinigten Staaten auch noch die Vertretung der deutschen Interessen irr Eirgland, Japan und dem nicht besetzten Teil Rumäniens übsmommen.

Am 9. d. Müs. hat der Bundesvat der amerikani­schen Regierung eine defimtive Stellungnahme gegen­über der deutschen Blockadeankündigung in einer Note zur Kenntnis gebracht, in welcher er folgendes aus führt:

Tie Ereignisse wühvend des gegenwärtigen Krieges Hecken den Bundesrat in feiner UebeHeugung von der Notwendigkeit der Ein­haltung der strikten und loyalen Neutralität bestärkt und dm Beweis geleistet, daß heute wie im Jahve 1815 die Un­verletzlichkeit rmd Unabhängigkeit der Schweiz im wahv«m Interesse der Politik Europas liegen. Die -Schweiz wirb an bie .[er ydeutralität sesthalten, solange nicht die Unabhärrgigkeit, die Integrität des Landes, die Lebensintereffeir oder die Ehre des Staates verletzt werden.Der BvNdesvcrt darf auch die Aufmerksamkeit von Präsident Wilson auf die einzigartige geographische Lage der Schweiz lenken, die von allen Seiten von kriegfühvenden Staaten eimgeschilossern ist und mit Süherheit zum allgemeinen Kriegsschauplätze werden müßte, sobald sie aus ihrer Neutralität heraus treten würde. So drückend sich daher auch die wirtschafttichen Verhältnffse der Schveiz zufolge der angekündigten Blockade gestalten und so sehr je nach ihrer Durchführung völkerrechtliche Prinzipien verletzt werden, so kann sich der Bundesrat doch nicht entschließen, Präsident Wilson in den <nrf GrnNd einrr anders gestalteten. Sachlage von ihm gegen­über der deutschen Reichsvegierung unternommenen Schritten zu fvkge».

Ter Bundesrot hat sich deshalb daraus beschränkt, gegen die von der Kaiserlichen Regierung angekündigte Blockade und deren Durchfuhr! mg, soweit dadurch nach den gemeingültiger: Grund­sätzen des Völkerrechts Rechte der Neutralen verletzt werden, Protest und Recksts Wahrung eintzulegen und im besonderen für den Fall, daß die tatsächliche Durchführung der Sperre sich als unvoll­ständig erweisen sollte, alle Rechte vovzubehalten, wenn durch die von Deutschland und seinen Aerbünoeten angewandten Mittel schweizerische Staatsangehörige und schweizerische Ladung der Ver­nichtung vveisgegeben werden sollten."

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Eine norwegische Beschwerde.

Berlin, 9. Febr. (Nichtamtlich.) Die norwegische Zei­tungBergens Tidende" vom 2. Januar 1917 brachte eine .Erzählung des Kapitäns I. E. NiÄsen über die Versenkung seines SchiffesRoan" am 15. Dezember 1916, das mit Kohle von Liverpool nach Nantes fuhr: Die Mannschaft des deutschen U-Bootes habe denRogn" vor der Torpedierung genau durchsucht undalles Silberzeug des Salons, Chrimometer, .Kampaß, alles lose Metall und einen großen Teil Proviant mitgenommen". Der Kommandant [ t)abe weder die Schiffspapiere zurückgegeben, noch Qutt- jtung erteilt Sie seien in Boote gegangen und von einem französischen Tw r p e d o j ä g e r sodann in eine Keine Hafenstadt in der Mhe von Nantes verbracht worden. Dort habe irum sie sehr schlecht behandelt und als Ge­fangene in eine Kaserne geführt, erst nach 5 Tagen und Nächten seien sie wieder freigelassen worden.

Demgegenüber wird, nachdem die Pieldnng des rw- trsffenden U-Bootes vorliegt, folgendes feftgestellt: Der Kommandant hat lediglich ans den Vorräten des Dampfers seinen Schiffsproviant ergänzt. Silberzeug und Metalle sind nicht geborgen, auch ist der Dampfer nicht nach solchen Dingen durchsucht worden, was wegen der herannahenden Bewachung ganz ausgeschlossen gewesen wäre. Der Schiffs­chronometer wurde, nachdem ausdrücklich festgestellt war. daß er nicht Privateigentum des Kapitäns war, zur Er­gänzung der eigenen Ausrüstung an Bord genommen. Irgendwelche Empfangsbescheinigungen oder dergleichen verlangte der Kapitän nicht, auch brachte er keinerlei Kla­gen zum Ausdruck, sondern der ganze Hergang spielte sich ganz friedlich ohne irgendwelche Härten ab. Es war bereits verrckredet, die Schiffsboote in die Nähe des Lotsenfahr- zengs zu schleppen, als der französische Zerstörer heran- kam und dies verhinderte. Wie weit die Angaben des nor­wegischen Kapitäns über die schlechte Behandlung in Frank­reich zutreffen, läßt sich von uns natürlich nicht nach­prüfen; nach den bisherigen Erfahrungen aber ist wohl an der Richtigkeit nicht zu zweifeln.

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Die Schwierigkeiten de» englischen HeereSersatze».

Rotterdam. 10. Febr. (WTB. Nichtamtl.) TerNieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London: In der gestrigen Sitzung des Unterhauses zeigte sich eine gewisse Unruhe, daß die Ansprüche des Ackerbauamtes mit denen des Kriegs amtes, das immer mehr Rekruten verlangt, in Konflitt geraten. Man klagte über mangelhafte Zusammenarbeit zwischen der Regierung und den einzelnen Departements.

Ter Londoner Korrespondent desManchester Guardian" schreibt, der Präsident des Ackerbauamtes Prothero wisse offenbar keine vernünftige Regelung zwischen den Erforderniffen seines Mi­nisteriums und denen des Kriegsamtes zu finden.

In einem Leitartikel schreibt derManchester Guardian", man müsse den militärischen Gerichtshöfen eine Anleitung geben, wie sie die militärischen Ansprüche mit den wirtschaftlichen Erforder­nissen in Einklang bringen könnten. Ties könne aber erst geschehen, wenn die Regierung sich darüber selbst ins Reine gekommen sei.

TieWestminster Gazette" schreibt, das Kriegskabinett habe keine Zeit, sich in alle verwickelten Fragen der Lebensmittel­versorgung zu vertiefen. Das Blatt verlangt die Bildung eines selbständigen Kabinetts für inländische Angelegenheiten, dessen Aufgabe es sein müßte, die verschiedenen Departements zu be­aufsichtigen.

Beschlagnahmt von Holz in England.

Stockholm, 10. Febr. (WDB.) Nach Meldungen aus London ist die Beschlagnahme aller Holzvor­räte in England, sowie ein Importverbot für Private Rechnung zur Sicherstellung des Kriegsbedarfs beabsichtigt. * * *

Unmenschliche Behandlung deutscher Gesangenen in Frankreich.

Berlin, 10. Febr. (WTB.) DieNordd. Mgem. Ztg." schreibt über die unmenschliche Behandlung deutscher Kriegsgefangener in Frankreich:

Tie tiefste Abscheu erfüllte uns alle, als die Kunde von der bestialische?: Beharrdluny unserer Kriegsgefangenen in Rußland zu uns drang. Jetzt wissen wir, daß Rußlands ritterlicher Ver­bündeter in: Westen seinem asiatischen Kan:pfgenossen an Roheit, Gemeinheit und Grausamkeit nichts nachgibt. Zu vielen Beweisen hierfür wieder ein neuer: Ein in der Schweiz internierter deutscher Kriegsgefangener berichtet über seine Erlebnisse seit der Gefangen­nahme als Kriegsgefangener in Frankreich. Tie unverwundete?: Kriegsgefangenen mußten von der Gefangennahme an fünf Tage lang auf der mit Stacheldvaht umzäunte?: freien Erde wie eine Viehherde überimchte?:. Später wurden sie in Baracken unter- gebracht. Ihr Lager bildete der nackte Erdboden. Dicht hinter der französische?: Linie hatten sie französische Schützengräben wieder instandzusetzen, Pferdelcichen einzugraben usw., und waren dabei ftäriig in Gefahr, von deutschen Granaten zer­rissen zu werden. An Nahrung erhielten sie derartig wenig, daß sie sogar Bissen aus dem Straßensch?nutz, die dort schon tage­lang lagen und ganz verschimmelt waren, sowie Küchenabfäsl« auszusuchen gezwungen waren, um »:ur ihr nacktes Leben zu fristen. Französische Offiziere weideten sich an dem Anblick der hungernden Gefangenen. Sie zerschnitten, hoch zu Roß,, Brot­laibe in kleine Stücke und warfen diese an den Stellen in berti Straßenschmutz, die die Gesa?:genen auf dem Wege von und zu der Arbeitsstelle passieren mußten. Wenn dann die Gefangenen an diese Stellen kamen und infolge des Heißhungers die im Kot liegenden Brotschnitten gierig aufnahmen u?:d verschlangen, pho­tographierten diese moralischen Bestien und würdigen Ver­treter derGrande Nation" die Szene, um zu beweisen, daß die Boches schon am Verhungern seien. Von den Gefangenen wird eine Arbeitsleistung von elf Stunden täglich, auch Sonntags, ohne Ruhetage verlangt. Für beschädigte Kleidungsstücke gab es weder Ersatz, noch die Möglichkeit, sie auszubesser?:, so daß viele im Winter mit zerrissenen Schuhen, ia sogar barfuß die Arbeit verrichten nmßten und sich die Füße erfroren. Weder Waschgelegen- heit noch die Möglichkeit, die Wäsche zu wechseln oder nasse Klei­dung zu trocknen, niar vorhanden. Dazu lagen die Gefangenen! nachts derartig aneinander gepfercht, daß das Verlassen des Schlaf- vairmes zu einer Unmöglichkeit wurde. Als Folge des Schmutzes und der mangelnden Nahrungsaufnahme sowie der Nässe stellten sich natürlich Ueberl)a?ümehmen des Ungeziefers und schwere Krankheiten ein, so daß viele Gefangene ?rur ?:och rvandelnden Leichen glichen. Wer sich krank meldete u?rd nicht arbeitete, erhielt überhaupt kein Essen und wurde von dem behandelnden Llrzte für vollständig ges?md erklärt. Einer von ihnen hatte sich im Winter die Fuße erfroren ?md ging noch im April m: Krücken: er wird zettlebens ein Krüppel bleche?:. Bei ei?ren: andere?: ?var der ganze Körper mtt GesckMüren förmlich übersät. Erst ganz zuletzt begann man, die Schtverkvanke?: in ein Hospital in Toulouse zu schaffe??.

So sieht in Wahrheit die Ritterlichkeit dieser edlen Kultur- ??aticm aus, die ihre Wut über die milttärische Stärke des Feindes an hilflosen Gefangenen ausläßt.

Das französische Brot.

Paris, 10. Febr. (WTB.) Meldung der AgenceHavas. Eine Verordnung schreibt vor, daß vom 25. Februar ab das Brot aus ganz vermahlenem Weizen hergestellt wer­den muß und nicht nnter tausend Gramm Gewicht haben davf. Länge und Nmfa?rg dürfen 80 Zentimeter rächt über­schreiten. Die Verovdnurrg untersagt den Verkauf von frischem Brot; das Brot darf erst zwölf Stunden nach dem Backen verkauft werden.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 11. Febr. (WTB. Nichtarntlich.) Gene­ralstabsbericht vom 9. Februar.

Tigrisfront: Nach Nachrichten, die infolge Trahtunter- brechung erst kürzlich eingetroffen find, farrd am 3. Februar südlich von Tigris ein größeres Treffe?: statt. In der Nacht zum 3. Februar u:?d ain Morgen nahm der Fetttd uissere Stellung^ unter heftiges Geschützfe?:er und griff um 11 Uhr vornttttags an. Bei seinem ersten Angriff gelang es dein Gegner, sich eines Teiles unserer erste?: Linie zu bei?:ächttgen. Er wurde aber d?:rch unseren Gege:vangriff teilrveise zurückgeworien. Ter Feind> drang abermals vor, aber es gelang uns, ?msere zweite Linie bis auf einen lleinen Bruchteil durch eine?: luftigen Gegena?:griff wieder zu nehmen. Weitere Angriffe am dälchnnttag d-ssselbe?: Tages w?rrven abge- rviesen. Wetter östlich wurde cme Kavalleriebvigade nebst Är- ttllerie, welche gegen den Tigris vorzrtdrmgen versuchte, durch das Feuer u?:serer Kanonenboote gezwungei:, de?: Rüc^ug anzutreteir.

: 5. o'Cbriiar mW an i>en folgenden Xaga: Infanterie- und Ar­tillerie, euer ftwlich von Tigris, in der Stellung von Fellahie.

Kaukasusfront: Im Abschnitt des rechten Flügels si?U> unsere Stirrmtruppen in die erste Lime des Feindes ein gedrungen, brachten ihm viele Verluste bei rmd erbeuteten eine Mange Aus­rüstungsstücke nnd Kriegsgerät.

An den arideren Frorrter: kein Vorgang vo?r Bedeutung.

Konstantinopel, 11. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Heeres­bericht vom 10. Februar.

Tigrisfront: Am 9. Februar griff der Feirw nach Artille­rievorbereitung. die bereit* morgens begann, um 10 Uhr voa> mittags unsere Stellungen südlich vorn Tigris an. Der Angriff rvurde unter großen Verlusten für den Feind ab­geschlagen. Bei einem zweiten Angriff des Gegners gelang es einem einzigen seiner Bataillone, anfangs in mrsere Linie ei.itz- dringen. Er ?vnrde jedoch infolge Handgranate?:- und Bajonett- kanwies wieder aus urrserer Stellung vertrieben. So lvaren um 3 Uhr nachmittags unsere Stellungen völlig wieder genommen. Ein feindlicher Flieger wurde durch rmser Jn- fanteriefeuer zur Larwung gezrvungen.

Kaukasusfront: Im Abschrrttt des linken Flügels wurde ein Ueberraschungs?)ersuch starker feindlicher Aufkläimngsabteilungen gegen unsere Stellungen twllkommen abgeschlagen.

Ban den übrigen Fronten ist kein fchchtiges Ereig?ns zu melden. * * *

Neue Unruhen in Mexiko?

London, 9. Febr. (WTB.)Centtal News" melden a?:s New Dork: Es verlaittet, daß der dem General Pershing gegebene Befehl, mit seinen Truppen 9Reriko zu räumen, zurückgezogen wurde, da in M e'r i ko neue U str u he n ausgebrochcn feie?:. Im Golf von Mexiko sollen Unterseebootstationen angelegt worden sein.

Centtal Nervs" melden ferner, daß die Mobilisierimg vo?: Techmkern mtb deren Verwendung in Fabriken, die vom Staate übernommen worden rmd für Kriegszrvecke geeignet [mb, beschlossen worden sei.

Der erfolgreiche A-Sootfrieg.

Berlin, 11. Febr. (WDB. Nichtamtlich.) Unter den am 9. Februar als versenkt gemeldeten sieben Damp­fern und drei Segelschiffen befanden sich zwei Dampfer, die Eisenerz geladen hatten, je eirrer mit einer Ladung Weizen beziehungsweise Nüssen und einer, der Grubenholz für England <r?i Bord hatte. Von den Segelschiffen führten zwei Lebensrrnttel nach England.

Wetterhin wurden versenkt zehn Dampfer u??d dreizehn Segelschiffe insgesamt 32000 Br.-R.-T sowie acht Fischdampfer.

Englischer Torpedobootszerstörer gesunken.

London, 10. Febr. (WTB.) A??ttliche englische Mel­dung. Ein Torpedobootszerftörer älterer Bauart, der zum Aufklärungsdienst benutzt tvurde, ist letzte Nacht auf eine Mine gelaufen und gesunken. Alle Offiziere sind tot, fünf Marm der Besatzung wurden gerettet.

Die Torpedierung derCity of Birmingham".

London, 10. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Mnriralttät gibt bekannt: Ter englische DampferCity of Bir- m i n g Ham" nrnrde ohne Warnung am 27. November 1916 dinch ein fei?wliches Unterseeboot torpediert, als er 126 Metten von der nächsten Küste entfernt ?var. Der Dampfer hatte eine Be­satzung von 145 Mann nnd 170 Passagiere an Bord, davon 30 Frauen ? Kinder. Um diese Zett?var schwerer Wellengang, aber innerhalb 10 Minuten ??ach der Explosion waren alle Boote nrit allen Passagiere?: und der Mannschaft niedergelassen und frei vo?n Schiffe. Im Einklang mit der englischen Seetradition blieb der Kapttän an Bord, bis das Schiff i??tter ihm sank. Er tvurde eine halbe Stu?ü>e spÄer aufgefischt. Das Verhalten der Mann­schaft und der Passagiere ?var durchweg bewu?vderungÄvürdig. Nach dem Bericht des Kapttäns nabmen die Frauen ihre Plätze :?: den Booten ruhig ein, als wenn sie zu ihren Mahlzeiten ginge?:. Als sie in den Booten waren, began?:en sie zu singen. Drei Stunden später wurden die Boote von einem Hospitalschiss aus­genommen. Dort stellte sich bei der 8öachzähl?Mg der Passagiere und Mannschaften hermns, daß der Schiffsarzt und drei Leute von der Mannschaft sich nicht?r?tter den Ueberlebenden bestmden Nnd wohr- scheinlich ertrunken sind.

(Notiz: Am 27. Nvvenrber 1916 wurde nack) den eingegangenei: Meldungen ein größerer, graubemalter, ??:tt Geschütz l^wafftreter Regierimgstransporter vernichtet. Dieser bewaffnete Regierungs- tvanspotter tvar der englische DampferCity of Birmingham", Wäre dieCity of Brrnängham" kern Regierungsttonspvrtcr. so?:der?: ein Passagierdampfer gewesen, wie die englische Admi­ralität aus leicht erken?tt>aren Grüirden jetzt plötzlich der Welt glauben machen will, so hätte die englische M>miralttät nicht mehr als zwei rwlle Monate geschwiegen.)

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Berlin, 11. Febr. (WTB.) Die englische Zeittmg Daily Telegraph" vom 31. Januar schreibt:

Ncrch in Wass)i?rgton vorliegenden beschworenen Zeugeiums- sagen haben deutsche Unterseeboote die in Rettungsbooten befind­lichen Mannschaften versenkter Schiffe mit Artillerie beschossen.

Es handelt sich offenbar um den Fall des englischst DampfersE vastone", von dem bereits kürzlich beruh­tet wurde. Sobald die Meldung des betreffenden U-Bootes vorliegt, wird die Angelegenheit im einzelnen klar gelebt werden. Es kann aber jetzt bereits mit aller Bestimmtheit versichert werden, daß das deutsche U-Boot niemals ab­sichtlich in Rettungsbooten befindliche Ueberlebende be­schossen hat oder beschießen wird. Die vorliegende eng­lische Meldung charakterisiert sich als tendenziöse Stim­mungsmache und als ein erneuter aber vergeblicher Versuch, die Erinnerung an die traurigen Fälle englischer Barbarei zu ersticke?:. Es wird Englarrd nie gelingen, das Gedächtnis an den FallBaralong",King Stephan" undCrompton" in der zivilisierten Welt zu unterdrücken.

London, 10. Febr. (WTB.) An Bord eines hier ein­getroffenen Dampfers befanden sich der zweite Offizier und ein Matrose der ?:orwegische?i BarkStorskog^' (2191 Tonnen), die von einem deutschen Unterseeboot ver­senkt worde?: ist.

London, 11. Febr. (WTB.) 9ärchei?rer Lloydsmeldung soll der englische DampferBeechtree'" (1277 Xotttmi) versenkt worden sein.

London, 10. Febr. (WTB.) Llotchs meldet: Der e?rg- lische DcnnpferJapanese Prinee" und die norwegi­schen DampferEllavore" undHavgard" wurden versenkt. Der Kapitän derEllavore" ist gelandet; der Maat und elf Man?: lverde?: verinißt.

London, 10. Febr. (WTB.) Lloyds meldet, daß die englischen DanrpferLull ing torr" undMatola" versenkt lvurden. Die Besatzung desLullington" wurde gela?:det. Der ??orwegische DampferSoldbakke^' soll versenkt worden sein; 2 Mann sttrd umgekonrmen. Der norwegische SeglerS t o r s k o w" wurde von einemU-Boot versenkt.

Nach einer Madrider Depesche lauteten in Gijon 19 Mann des norwegischen SchiffesSolbakken" (2613 Donnen), das auf der Höl)e von Kap Finisterre versenkt worden ist. Es kcm: von Buenos Aires mit einer Getteide- ladung für Cherbourg. Ein Mann tvar erfroren, ein