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9.2.1917 Erstes Blatt
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O'ntmftrieaftit» ein Die Mehrzahl der spanischenn Schiffe ist nicht ausgelaufen, andere haben die Verladung unterbrochen. Ein Thi- der Reeder hat die auf hoher See befindlichen Schiffe zurückgerufen. In einigen Hasenplätzen haben Offiziere und Mannschaften die Ein­schiffung verweigert.

Basel, 8. Febr. Havas meldet aus Madrid: Die Ant­wort Spaniens auf die deutsche Note bezüglich des Tauchbootkrieges bemerkt, daß die loyale und uner­schütterliche Neutralität Spaniens ihm das Recht geben, daß das Leben seiner Untertanen nicht in Gefahr gebrack>t und daß sein Seehandel iveder vermindert noch gestört werde. Da die deutschen Kriegsmethvd-en aufs äußerste gebracht worden seien, lege die spanische Regie­rung ebenso entschlossen als ruhig Protest ein und mache )ie notwendi-gen Vorbehalte in Bezug auf die Berantwort- ichkeit Deutschlands wegen Menschenverluste.

Stockholm, 7. Febr. (WTB.) Svenska Telegram Byran erfährt, daß der hiesige anrerikanische Gesandte schon oei Ueberreichnng der Note Wilsons am 5. Februar wm Minister des Aeußern davon unterrichtet wurde, daß Schweden den Schritt der Vereinigten Staaten wahr­scheinlich nicht nachahmen würde. Ein dahingehender Entschluß ist im gestrigen Ministerrat gefaßt worden.

Kristiania, 7. Febr. (WTB.) Meldung des nor­wegischen Telegramm-Bureaus. Die Aufforderung der a m e- rikanischen Regierung an Norwegen, eine ähnliche Haltung wie Amerika gegenüber der deutschen Erklärung bezüglich des Seekrieges einzunehmen, beantwortete die norwegische Regierung dahin, daß sie nicht der Mei­nung sei, sich dem Schritt der Bereinigten Staaten an- schließen zu können. Die Regierung fügt hinzu, es seien augenblicklich in Stockholm Verhandlungen zwischen den drei nordischen Reichen im Gange über die Stellung, die sie aus der Kriegslage und des Völkerrechts zu der Erklärung Deutschlands annehmen würden.

Berlin, 8. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Nach hier vorliegenden Nachrichten lehnen die s ü d a m e r i k a - nischen Staaten es ab, sich dem Vorgehen Wil­sons an zu schließen. Sie werden sich vermutlich mit einem Protest gegen die deutsche Sperrgebietserklürung begnügen.

Haag, 8. Febr. (zf.) Reuter meldet aus Rio de Ja­neiro: Amtlich wird mitgeleilt: Die Antwort Brasiliens auf die deutsche Note ist an den brasilianischen Gesandten in Berlin gesandt worden. Brasilien protestiert gegen die Verletzung des Völkerrechts, die in der Verhängung des verschärften Tauchbootkrieges liege. Eine Bloaade, wie Deutschland sie in seiner Note ankündigt, würde, wenn sie effektiv wäre, die ganze See abschneiden und eine Lage Hervorrufen, die nicht geduldet lverden könne. Brasilien protestiert im voraus gegen jede feindliche Tat zum Nach­teil brasilianischer Schisse und macht Deutschland verant­wortlich für solche Taten.

Rio de Janeiro, 7. Febr. (WTB.) Meldung der ,,Agence Havas". Der Minister des Aeußern hat dem deutschen Gesandten einen Protest gegen die Maßnah­men der Seesperre übermittelt, in dem Deutschland für die von den Unterseebooten begangenen Handlungen gegen­über Staatsangehörigen, Gütern und Schiffen Brasiliens verantwortlich gemacht wird.

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Amerikas militärische Hilfe für die Entente.

London, 8. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) DieMor- ning Post" meldet aus Washington: Die militärische Hilfe, die Amerika den Alliierten leisten wolle, sei von dem Präsidenten nach einer Unterredung mit den Staats­sekretären für den Krieg und die Marine bereits festgestellt. Sie werde sich vorläufig nur auf die See beschrän­ken. Amerika werde den Patrouillendienst in dem nörd­lichen und südlichen Atlantischen Ozean auf sich nehmen und diese Meere von Kaperschiffen und U-Booten frei-' halten. Es toerde die Schiffe, die aus amerikanischen und kanadischen .Häfen kommen, beschützen und es ermöglichen, daß die englischen und französischen Kreuzer, die jetzt an der .amerikanischen Küste patrouillieren, anderswo verwendet iverden. Die Marinebehörden glauben, daß sie genug Schiffe zur Verfügung haben, um die amerikanischen Häfen und den Handel der Amerikaner und der Alliierten zu schützen, und daß sie bei entsprechender Verteilung der Flotte den Handelsschiffen genügend Schutz werden geben können, bis sie die offene See erreichen. Dann würde die Verantwor­tung für ihre weitere Sicherheit von der Flotte der Alliier­ten übernommen werden. Es werde auch die Möglichkeit einer Konvoiierung von Skiffen besprochen, aber man glaubt, daß diese Methode nicht so wirksam wäre wie die Verteilung der Kriegsschiffe über gewisse Punkte. Das Ma­rinedepartement schlagt vor, .Handelsschiffe zu übernehmen und als Kreuzer auszurüsten und schnellfahrende Motor­boote zur Unterstützung der Torpedojägerflottillen und Pa- trouillenfahrzeuge in Dienst zu stellen.

Bern, 8. Febr. (WTB.) MeGazette de Lausanne" meldet aus Paris: Die Kaufverträge der Alliierten in den Vereinigten Staaten, die im ersten Halbjahr 1917 ausge- fichrt werden sollten, umfassen insgesamt 600 000 Tonnen Grana­tenstahl (für das zweite Halbjahr sogar 800 000 Tonnen) für Eng­land, Frankreich und Italien. Außerdem bestellten diese Länder für denselben Zeitraum 100 000 Tonnen Panzerplatten, 160 000 Tonnen Schienen, 100 000 Tonnen Roheisen, 50 000 Tonnen Bau- ojsen und 40 000 Tonnen Eisendraht. Diese Bestellungen haben die amerikanische Metallindustrie derart in Anspruch genommen, daß die Vereinigten Staaten Wer die Beeinträchtigung des eigenen inneren Marktes Nagen.

Die Abstimmung des amerikanischen Senats.

Washington, 7. Febr. (WTB.) Der Senat ratifi­zierte mit 78 gegen 5 Stimmen den Abbruch der diplomati­schen Beziehungen zu Deutschland.

Berlin, 8. Febr. (WTB.) Nach einem Funkentele- gramm der englischen Station Poldhu sind von der amerika­nischen Regierung zahlreiche Kriegs maßregeln angesichts möglicher Zufälligkeiten getroffen worden. Dar­unter befindet sich ein Gesetzentwurf, der über ausländische Anstifter und Spione größere Vollmachten gibt, ebenso eine Vorlage, die es der Regierunb ermöglicht, in den amerika­nischen Häfen aufliegende Schiffe zu erwerben. Eine andere Vorlage, die die zweite Lesung bereits passiert hat, ge- rrehmigt die Ausgaben für Maschinengewehre, Lustabwehr­geschütze und Munition und ermächttgt zur Bewaffnung von Handelsschiffen und ihre Versorgung mit Munitton.

Bern, 7. Febr. (WTB.) Das PariserJournal" erfährt aus Netw York: Die amerikanische Regierung bemüht sich, den Bruch mit Wien zu vermeiden. Das Staatsdeparte­ment erkläre amtlich, daß zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland keine Verhandlungen über ein Nachgeben Deutschlands stattfänden. Die Mehrheit der amtlichen Kreise glaube, Deutsch­land werde seine Haltung nicht ändern, Wilson sei fest entschlossen, die im Kongreß skizzierte Politik fortzusetzen.

Bern, 7. Febr. (WTB.) DerMatin" meldet aus New Port: Die Vertreter von 500. deutschen u!Ud österreichisch-

ungarischen l Gesellschaften beschlogen gestern eine Kundgebung gegen den Krieg.

Die Vertretung der deutschen Interessen.

B ern , 8. Febr. (WTB.) Meldung der Agence Telegraphique. Die deutsche Regierung hat die schweizerische Vertretung ersucht, die deuts chen Interessen in den Vereinigten Staaten zu übernehmen. Der Bundosrat hat dem statt- gegeben. Der schweizerische Gesandte in Washington teilte dies Mittwoch der Regierung und Wiilson mit.

Be rn ,3. Febr. WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Schweize­rischen Depesck-err-Agentur. Die Schweiz hat die Vertretung der deutschen Interessen in Frankreich .übernommen, die bisher von den.Vereinigten Staaten war Nordamerika wahrgenvmmen wurden.

Aus Schweden.

Kopenhagen., 7. Febr. (WTB.)Berlingske Tidende" meldet aus Stockholm, die Arbeitslosigkeit unter den Seeleuten mache sich überall sehr fühlbar. In Göteborg eien jetzt ungefähr 2000 Seeleute arbeitslos. Im Hasen lägen jetzt über 300 größere und kleinere Schisse still, von denen nur 20 Ladung einnehmen würden. Das neue Kriegsversicherungsgesetz, das heute in Kraft trete, ermögliche es, daß auch ausländische Schiffe, die wichtige Bedarfsartikel nach Schweden bringen, in Schweden versichett werden. Tie schwedische Staatsbahnverwaltung läßt ab Samstag 111 Personenzüge, darunter die beiden Nacht­züge zwischen Stockholm und Malmö, ausfallen.

Die

Einstellung der englischen Kohlenzufuhr nach Holland.

Berlin, 8. Febr. (WTB.) Wie wir ans guter Quelle erfahren, mochte England die Kohlenzufuhr an Holland bereits vom 29. Januar ab von Bedingungen abhängig, die für Holland unannehmbar waren und daher von der holländischen Regierung abgelehnt werden mußten. Hiernach hat England schon vor der deutschen Erklärung vorn 31. Januar die Kohlenzufuhr nach Holland tatsächlich unmöglich gemacht.

Minen an der holländischen Küste.

Haag, 3. Febr. (WTB.) Im Januar wurden 237 Minen an der niederländischen Küste angespült, wovon 230 englischen.

deutschen und 6 unbekannten Ursprungs waren. Seit Be­ginn des Krieges ivurden angespült: 1223 englische, 64 fran- zösische, 256 deutsche und 326 unbekannten Ursprnngs.

Ans dem englischen Unterhaus.

London, 7. Febr. (WTB.) Meldung des Rmterschm Bu reaus. Unterhaus. Bei der Derattrng über die Beantwortung der Thronrede hielt Asguith als Führer der liberalen Partei eine Robe, in der er erklärte, >eS dürfe sich keine Stimme^ eines Gegners aus persönlichen oder parteiischen kleinen Gründen störend vernehmen lassen. Asquith keirrlzeichnete Deutschlands jüngste Politik als eine Politik unverhüllter Dildhett avd di eine Kriegserklärung gegen die Neutralität! In seiner Antwort sagte Bonar Law, Asquiths Rede sei das bestmöglich' Zeugnis für die Einigkeit des Landes in deni großen Kampfe. Seine Schlußworte gäben, so gut wie Worte es nur vernröchbm, die Meinung tos Landes von der Gerechtigkeit der eigenen Sache und den Anteil wieder, den, wie England hoffe, die Neutraler in tom Kampfe übernehmen werden, deren Rechte ebenso sehr tvie die englischen in Frage gestellt worden eien.

In Beaittw-ortirng einer von Asguith wegen der Schiffahrt gestellten Anfrage, erklärte Bonar Law, die Handelsschiffe würden mehr und mehr der Regierung mrbedingt zur Verfügung gestellt, irr der gleicher Weise wie zu einem früheren Termin die Eisen- bahrren. Man habe sich für die Schiffahrt über ähnliche Abkommen chlüssig gemacht. Tie Rvgierimg haue, daß es in kurzem möcflich ein werde, dem Hause genaue Maßnahmen anzugeben, die getroffen werden sollten.

London, 7. Febr. (WTB.) Bonar Law führte im Unter- harise weiter aus: In der Frage der Bos chaffun a von n e u eit Schiffen hat der Schiffahrtsdirektor bereits äußerst wertvolle Arbeit geleistet, indem der Pan einer großen Zahl von neuen! Schiffen gefordert wird. Und was für Verheerungen auch von (b>en Unterseebooten ausgeführt wer dev ollten, hoffe ich doch, daß etwas geschieht, um ie verlorenen Schiffe zu ersetzen. Was die Beherr­schung der See über der O b e r f l ä ch e anbelangt, hat die briti- che Marine uiewals eine so vollkommene Herrschlaft gehabt wie in diesem Krieg. Niemals in der ganzen Geschichte ist diese Macht mit solck-er Rücksicht nicht nur auf die Rechte, sondern auch auf^die Empfindlichkeiten der neutralen Mächte ausgeübt worden. Die Marine bat alles und nrehr als alles getan, ivas von ihr erwartet werden konnte. Ohne die Marine wäre es für uns und unsere Allliecten immöglich gewesen, diesen Krieg zu gewinnen. Mit der Marine ist es trotz der Unterseeboote ausgeschlossen, daß wir der von ihnen drolMton Gefahr nicht begegnen können sollten. Neue M a ß n a h m e u müssen erdacht werden, e i n ige der be sten Köpfe unseres Landes sind mi tdieser Frage beschäftigt. Wir können uns des Gefühls uicht ernähren, daß wir die Erfahrung sich wiederholen sehen werden, die wir mit einer ähnlich, Drohung Deutschlands im Jahre 1915 gemacht lxrben, und wir > verton sehen, daß Deutschland alles tut, was es kann, und doch keine Aussicht hat, unser Land auszuhungern und dadurch eine Niederlage herbciznführen.

In einem kurzen Ueberblick über die militärische Lage führte Bonar Law aus: Es sind alle Anzeichen für einen Unt- schwung zu Gunsten der Alliierten vorhanden. Tie Italiener sind infolge der 9ärtur il-res Klimas und tos Landes, in dem. sie ope­rieren, nicht imstande gewesen, mehr als Streifen torrchtzuführen. Aber sic sind erfolgreich gewesen, und von überall l-öran wir, daß der Geist der italienischen Truppen gut ist, und daß tvir, wenn der neue Feldzug beginnt, größeren Erfolgen entgegensehen können, als die waren, die ihre Waffen gegen Ende tos letzten Feldzuges krönten. ^

Wenn wir uns Rußland zuwenton, )o finden wrr, daß Mut, Entschlossenheit und die Weigerung, jemals eine Nieder­lage hinzuuehmen, die in ihrer ganzen Geschichte die russischen Truppen kennzeichnen, sich noch ebenso wahr finden in allem, was sic tun. Trotz schrecklichen Wetters nnd Frostes macksten unsere russischen Alliierten in der GegeW von Riga Fortschritte und brachten Gefangene ein. Derselbe Erfolg, wenn auch vielleicht in geringerem Umfange, )var ihnen in der Bukowina toschieton. An Rumänien kann keiner der Alliierten ohne Kum- mer den ken. Wir erkennen alle das schrecklicto Unglück, das über dasselbe herembrach, ein Uuglück, zu dessen Verhinderung, unser Land und unsere Alliierten gerne alles getan haben, tvas sie konnten. Dank der Kampfeigenschoftni der dortigen Soldaten, der rumänisck)en und russischen, obwohl ein großer Teil des Landes iwerrannt ist, besteht noch ein großer Teil tos rumänischen Heeres und ist bereit, zu kämpfen. Durch seine Ansttengungen wurden die Fortschritte der Deuts-cton am Sereth zum Stillstand gebracht Wir haben Grund, zu hoffen, daß sie wenigstens keine weiteren Erfolge auf diesem Kriegsschauplatz gewinnen. Das Uetorrennen Rumäniens war ein schreckliches weiteres politisches Unglück ftir die Alliierten, Wer es ist kein militärisck>er Gewinn für unsere deut scheu Feinde. Sie haben die Ziele nicht erreicht, nach tonen sie strebten, sic erlitten sehr schwere Verluste und sind um so viel nxmi ger als sonst imstande, die Anstreirgungen auszuhalten, die ihnen an anderen Fronten auferlegt werden werden, toenn die Jahreszeit vorrilckt. Sv sind alle Anzeichen vorhanden, daß dank namentlich der Tätigkeit britischer Offiziere ein großer Teil tos Getreides das die Deutsck>en in Rumänien zu evtorrten hofften, zerstött nnrfto. Wir toben Grund, zu glauben, daß die Petroleum sch ächte in wissensckxrftlicher erfolgreicher Weise verstopft wur­den. An der S a l o in i k - F r o n t ist die Lage, obwohl wegen der Härte der Jahreszeit außer Streifen keine Operationen möglich waren, nicht entmutigend. Obnwhl der Heimat beraubt

sind die serbischen Truppen bereit, ihren^ Anteil am Kampfe zu über-« nehmen, wann die Zeit dazu kommt.

Bonar Law gab dann einen Ueberblick über toe Lage m Aegypten, beschrieb die Einnahme von El Arisch und Magdhabs Rafsa und ftchrte weiter ans: Bei diesen Operationen, die zur Säu­berung der Sinai-Halbinsel führten, wurden zwei Abterlungen irt Stärke von je etwa 3000 Mann zerstreut und 2950 Gefangene ge* macht, während die britischen Verluste im ganzen nur 632 betrug«r. In Mesopotamien wurde die Lage wieder völlig hergestelit. Unsere dorttgen Erfolge wurden errungen, obwohl der Feind Verstärkungen erhielt. Das ist an sich schon ein großer,militärischer Vorteil, tonn es verringert die Kräfte, die unseren russischen Alliier­ten entgegengestellt werden sollen. Die Verluste des Feinto s h* rend der umfangreichen Operationen der letzten Wochen werden schon bis zum 3. Februar aus 2630 allein an Toten geschätzt, mä­rend unsere Verluste sehr leicht sind. Me Eroberung Deutsch- Ost a f ri ka s ist so. gut wie vollendet. Der Feind wurde aus allen fruchtbaren Teilen tos Landes, aus allen Teilen, wo es Eisenbahnen gibt, vertrieben, und hat die größten SchwiÄigkerten bei der V^ pfegung. Es ist nur eine Frage kurzer Zeit, daß die letzte deutsche Kolonie dem Szepter des deutschen Kaisers eittglettet. Bei dieser Gelegenheit widmete Bonar Law General Smuth herzliche Worte der Anerkennung, dann fuhr er fort: Nun komme ich zu den Ope­rationen in Friankrei ch. Da unsere Truppen in so voll­kommener Ucbereinstimmung mit ton ftanzösischen Vorgehen, könnte ich alles, was ich über sie sage, ebensogut über unsere französischen Alliierten sagen. Die Lage ist dort so, daß wir sie mit Stolz, waÄ die Vergangenheit anbelangt, mit Verttauen hinsichtlich der Zukunft betrachten können. Der Natur tor Sache entsprechend HWen, seit­dem sich das Haus vertagte, keine größeren,Kampfha^lungen statt­gefunden. Aber es wurden beständig Streifen unternommen. Mese waren fast unterschiedslos erfolgreich. Me Gegenangriffe führten, glaube ich, in keinem einzelnen Falle zum Erfolge. Das Ergebnis ist, daß nicht nur unsere Soldaten, sondern auch unsere französrscheni Kameraton die Empftndung habew, daß sie moralisch dem Femde völlig überlegen sind. Sie fühlen, daß das moralische Uetorgewichl auf ihrer Seite ist, auch wo unsere Truppen an tor ansgesprochea- sten Unterlegenheit tos Materials litten, daß aber diese Unter­legenheit nicht mehr besteht, daß wir nun ton Erfolg der Charakter- Überlegenheit und tos Kämpfergeistes, verbunden mit der Ueber^ legenheit tos Materials und tor Kriegführung erwatten können.

Bonar Law sagte weiter: Es besteht kein Zweifel, daß der Feind von Anfang an ton Grundsatz annahm, daß der Weü zum Siege nicht allein darin besteht, die Feinde zu bekämpfen, die Soldaten sind, sondern alle Welt in Schrecken zu setzar, ein- geschlossen die Nerctralen. Ich torte kürzlich sagen, dieser Krieg habe es offenbar gemacht, daß es zwei verschiedene Dinge gebe, nämlich die Natur der Menschen und die Naturder De ni­schen. In seiner letzten Rede sagte der deutsche Reichskanzler: Wenn die rücksichtslosesten Methoden als tos ZwecLienlichstc zur Errnchrng tos Sieges, eines schnellen Sieges anzusehen sind.

müssen sie angelvandt werden. Da haben Sie^ die Natur der Deutschen. Wir l-aben sie schon vorher bei dem Einfall in Belgien uiü) ^en anderen Grausamkeiten dieses Krieges gesehen. Hier hören war es unverhüllt anssprechnr, daß die wahre Menschlichkeit darin besteht, alle Haager Uebereinkünfte und alle bisher gemachten Bemühungen zur Herabmintorung der Kriegsschreckeu zu miß­achten und dafür jedes Verfahren anzuwenden, das ihrer Meinung nach ton Sieg sichern Ivird.

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Beunruhigende Nachrichten aus Mexiko.

Bern, 8. Febr. (WTB.)Petit Pcrrisien" meldet aus Washington: Die letzten Nachrichten aus Mexiko sind' beunruhigend. In Chihuahua fanden am 6. Fe­bruar schwere Kämpfe statt. Gerüchttveise verlautet, Ge­neral Pershing habe den Befehl erhalten, den Rückzug der amerikanischen Truppen einzustellen und die Grenze weiter­hin zu schützen. r

Seekrieg.

52 000 Tonnen versenkt.

Bern, 8. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Londoner Mitarbeiter desSecolo" drahtet unterm 7. Februar abends, in den letzten 24 Stunden seien 52 000 Donnen Schiffsraum verloren gegangen. Die Erfolge seien um so bedarrerlicher, als zwei Ueberseedampfer .Port Adelaide" (8181 Donnen) undFloridian" (4777 Tonüen), dem U-Bootkriege zum Opfer sielen.

Sechs englische Dampfer gesunken.

Kr i st i a n ia, 8. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Me Ge-^ rettete von dem norwegischen DampferArgo", der eine Tagereise von Hüll am 28. Januar auf eine Mine lief, aus- äg'ten, sind an demselben Vormittag sechs englische Damp fer an derselben Stelle in die Lust geflogen.. Die Minen wären deutsche gewesen und in der Nacht vorher ausgelegt worden.

Ein britischer Passagierdampfer verfenkt.

London, 8. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Reutermel­dung. Der britische PassagierdampserCali- ornia" wurde von einem deutschen Unterseeboot versenkt. Besatzung und Passagiere zählten zusam­men 205 Personen. 28 Mann der Besatzung und drei Passagiere sind ertrunken. Bier Personen wurden durch die Explosion getötet. Die Ueberlebenden sagen aus, daß keine Warnung gegeben lvurde.

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Berlin, 8. Febr. (WTB. Nichtcrmtl.) Ern rückkehrendeÄ U-Boot versenkte im Atlantischen Ozean zehn Schiefe mit einem Gesamt-Tonneirgehalt von 19000 Tonnen. Außerdem nmrden in tor diordsee versenkt ein unbekannter englischer Dampfer von etwa 3000 Tonnen und die eng­lischen FischdampferShorreck" undThietle". sowie je ein englisckier und fornzösischer Fischkutter. ,

Berlin, 9. Febr. Zum erstenmal seit Krieasbeginn ist, die Bersicherullgsprämie für amerikanische Schisse bei Fahr­ten nach der Kriegszone ebenso hoch, wie für die Fahrzeuge klnegsührender Nationen.

'London, 8. Febr. (WTB. Mchtamtl.) Lloydmeldung: D« englische DampferTvrino" (1850 Tonnen) wurde von einem deutsche'^ U-Bvvt versenkt. Tie Besatzung ist gerettet.

Ter iwttvegische DampferSo mg ela" (2682 Tonnen) wurde versenkt. Ter Kapitän ist gerettet. Die Besatzung wurde in einem Boote zurückgelassen. , ^ %

Der englische DampferDa null ege" (2157 Tonnen) rst versenkt ivorton. Von ton 23 Mann tor Besatzung sind sechs ge­landet, mm denen seither zwei Personen gestotben sind.

London, 7. Febr. lWTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Bon tor Besatzung des, wie man glaubt, versenkten belgischen UnterstützungsschiffesLars Kr uze" ist nur ein Monn am Leben geblieben.

Wie Lloyds meldet, wurde tor DampferPrince" (2776 Tonnen) heute Morgen versenkt. Ein Dell der Besatzung wurde ^ gelandet.

(London, 8. Febr. (WTB. Nichtamtl.) MeTimes" meldet ans Rio de Janeiro vom 7. Februar: Der brasilianisch« DampferPerona" mit 95 000 Säcken Kaffee hat die Abreise, verschoben, bis man Iveiß, ob Cette, tos Deutschland für die Ein­fuhr nach tor Schweiz angewiesen hat, außerhalb des Sperrgebiets liegt. Die Reeder, tonen der Dampfer gehött, besitzen eine große Flotte von Schiffen, die regelmäßig nach Havre fahren. Sie haben, bisher nie Schwierigkeiten mit U-Bvoten gehabt. ,, > - .