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Der Gtetzeaer 1Tn;<i«er erfd)ftitf tätlich, «über - BeUaqerr: Aetzen cr ZamUiendlStter. Areirdlatt
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Geneml-Anzeiger für Oberheffen
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sämtlich in Gießen.
Neue große U-Vooibeute.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 2. Februar. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Nupprecht von Bayern.
Zwischen Arnumtiöres und Arras scheitetten zaht- «iche Vorstöße starker englischer Aufflärungsadleilungen.
Beiderseits der Ancre und Somme herrschten lebhafte ArtiUeriEkärnpse. In den Morgen- und Abendstunden rege Tätigkeit unserer Erkunder, die südwestlich von Miraumont «ud «ordöstlich von Le Sars einen Offizier und zwölf Mann aus den feindlichen Gräben holten.
A« Wege Gueudecourt-Beaulencourt drangen nach Aarkem Feuer die Engländer in Konwagitiebreite ein. Im Gegeuangrifi nmrde die Stellung gesäubert, eine Anzahl H-efangener blieb in unserer Hand.
Front des Deutschen Kronprinzen.
^ A n der CamdresGhe und im Aillywald kehrten Stost- aus den zerschossenen französischen Linien mit zwan- rig Hefangerren zurück; in den Vogesen brachten unsere Aufklärer sechs Franzosen von einer Unternehmung ein.
*
A« der nordwestlichen Front waren die Flieger sehr Mt- Unsere Geschwader machten im englischen Teil Frankselchs wertvolle Feststellungen. Die Gegner büßten bei L»ftkLntpfrn 7 Flugzeuge ein.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Bei starkem Frost und Schneefällen keine besonderen
Keeignrsse
Mazedonische Front.
Lie Lage ist unverändert.
Der Erste Generalmrartiernreister ^ Ludrndorkf.
Der Abeudbericht.
Berlin, 2. Frtzr., abends. (WTB. Amtlich.) An keiner Krönt besondere Kampfhandlungen.
Wen» die Aussicht, auch zu siegen, in der Neuge stal t ung «rtfccaS deutschen Kulturlebens, so stark und kbenäxyou. Däne wie die Ueberzeuguug, daß wir im Gewaltkampfe der Waffen die Oberhand behalten werden! Blicken wir in die vorherrschenden Zeitschrift^:», so sehen wir, daß unsere Ateraten eifrig an der Arbeit find. Sie wollen einen Kamps Mrrpfen für die Neubelebung unseres geistigen Wesens, «rsever Bewertung der Menschenkräfte und -leistungerr. Der ^Kunstwort" ist in der» Titel „Deutscher Wille"' um- »getauft worden, und wenn wir sein vorliegendes Februarheft aufichlayen, so sehen wir uns darauf hingewiesen, daß er diesen Namen mit gutem Grunde führen will. Es ist da n» ersten Leitauffrrtz von „Neuorientierung" der Politik dio Rebe, und ganz in einem anderen Sinne, als die La u K entr ayer für dieses Ziel sich es bisher ausgedacht! hatte». Der Verfasser, Wolfgang Schuhmann, schlägt uns etae neue Organisation, eine ,,^rständiaungsgemeinschaft5" twr, die den Boden bereiten soll, „auf dein die politischen Geister der allerNerschiedensten Richtungen sich fänden, um sich gegenseitig zu klären und dauernde Fühlung mit^ en»mber zu halten.'"
mit Lesehallen, Richeräumen, einfachem Gast- WaSvetrieb, Trinkgckdfreihert, Erleichterung des Theaterbesuchs, Bme tt verurll llun^ uftv. — zahlreiche Möglichkeiten stehen da offen! Grundsätzlich ausgeschlossen inüßte sein, daß irgend jemand wegen seiner volitischen Denkweise nicht ausgenommen wird: im Gegent eil: sch on die Gründer müßten gegensätzliche Meinungen vertreten und von Anfang an Vertreter aller Berufe, Stande und 2ln schämen gen einladen. Ms Veranstaltungen der Klubs wären etwa regelmäßige Vorzüge M er p olitische Fragen ohne agitatorischen Charakter zu denken, denen sich Anssprachen anschlössen. Lluch über wichtige polrtische Bücher und Aussätze könnte manglels eines Vortrages gesprochen werden. Die Zentrale müßte für die erste Zeit Thenren und Redner stellein Sie müßte audj ein Blatt Herausgaben, das in objektiver Weist auf Literatur hinweist, grundsätzliche Fragen erörtert, über die Ortsgruppen berichtet und die Mitglieder nennt."
Plötzlich urtterbricht sich der Verfasser und erklärt selbst: „Mer ich rede schon zu viel und umschreibe zu eng: es gibt der Möglichkeiten Tausende. Die Tat fehlt uns."
Das Bemühen Wolfgang Schuhmanns leitet sich offenbar Nwniger von der Absicht her, neue, wirkliche, praktische, politische Ziele aufzustellen, als die politische Ausdruckskultur zu heben, den Dunst der Schlagloorte und Parieimarimen zu zerreißen. Im selben .Hefte spricht ein anderer. Fr. M. Huebener, von ähnlichem: t
„Weniger denn je gilt es, bloß Meimmgen zu haben, Angelesenes weiterzusprechen, gedankenlos und uncigentlich die Konvention über sich herrschen zu lassen. Der neue Humanismus erfordert, daß tierische Wirkung und vernimftreines Wissen wieder eins werde inte ein Geschlecht sehr entschieden und selbstverständlich sich Vortragender Deutscher aufblühe. Der Mut, den draußen die Soldaten zeigen, muß wieder vortreten als die wesentliche Tugend auch des Staatsbürgers und des einzelnen schon. Sich selber bekennen, mit jeder Miene, jedem Urteil, jedem Entschluß und jeder Neigung ganz und gar seines eigenen imd einmaligen Ausdruckes froh werden, plastisch leben, die Wirllichkeit um neue seelische Wirklichkeit vertan stndsältigen — das ist die Folgerung, die aus der Erschütterung und der Gnade des .Kriegs dem deutschen Charakter sich auferlegt."
Ein Dritter, Paul Ho ff mann, stellt im selben Heft des „Deutschen Willens" die Frage auf: „Norm oder Typus" und sagt zum Schlüsse:
„Und wir heutigen? Wir suchten :mch einem Stil und fanden ,Or mM. Aast verzweifelten wir darüber, find warum? Weil wir
rntmer ans die Norm starrten. Die saß uns als ethssches Narwalschnürleibchen auf der Seele. Wir beinaßen unsere Seele und ihre Aeußerungen, unsere G-ckanÜm und Taten nach ihr. Und wir entsetzten uns, wenn diese Seele anders dachte, anders wollte, anders fühlte, als es die Norm des Ewig-Gestrigen vorschrick. Wir tappten immer in unsrer Normalzwangsjacke nach dem Außen der Vergangenheit und sahen wegen unserer Normalscheuklappen nicht auf die blühende Gegenwart unseres eigenen Lebens. So endettn wir in Verwirrung und Stillosiakeit.
Der Weltkrieg hat uns viele dieser Normalkrüaen mit starkem Sturm sortgewirbelt. Nun drängt er uns zum Besinnen. Zu dem Besinnen daraus, daß wir unsere Seele nicht verzwängen sollen, smidern freudig zu ihr ja sagen, zu ihren Vorzügen und ihren vermeintlichen Schrullen. Daiß lwir frnidig ja sogen sollen zum Leben, zur Gemeinschaft der eigenen Seele mit den Millionen Nebenstelen. Mann und Weib sollen ihren Typus pstegen, jeder und jede sÜr sich und für die Gesamtheit, damit der deutsche Typus sich gebäre. Ausdruckskultur sollen sie treiben!''
Es sind schöne Merrschheits ziele, die uns hier vorge- t^'agen werden. Mein die Lehre und der Vortrag werden es nicht schaffen Warnen. Die Tat tut uns Not; gewiß, dieser Satz ist richtig. Heute, bei den sttirmischen äußeren Geschehnissen, haben wir die Tat. Wir haben einzelne groste Männer der Tat, wie Hindenburg, an denen wir hiirauf- schauen. Hätten wir diese einzelnen großen Männer nicht, so stünde es schlecht um uns. Arrch im geistigen Leben wird eine neue ,,Verstandigunasgemeiuschaft"' nicht allzu viel versprechen können. Wir wollen hoffen, daß das deutsche Volk auch hier Führer und Große gebären wird, die ihm neue Wege zu einer besseren Ausdruckskultur zu weisen vermögen. Es wird nicht allzu hart klingen, wenn in diesem Zirsammenhange das Goethe- wort genannt wird: „O sprich mir nicht von jener bunten Menge, bei deren Anblick mir der Geist entflieht." Selbsü- eigene, starke Persönlichkeiten mit der geforderten Ausdruckskultur wachsen rncht in Massen auf wie die Bäume im Walde. . * .
Der Sperreichisch-uugarische Tagesbericht.
Wien, 2. Fevr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlauthart: 2. Februar 1917.
Auf alten drei Kriegsst'auplätzen keine besonderen Ereignisse.
Der SteUvertretrr des Chefs des GeneraLstabs v.Höfer, Feldmarschalleuwant.
Der A-Soottrieg.
Die Ostgrenze des Sperrgebiets.
Berlin, 2. Febr. (WTB. Amtlich.) Ti-e Ostgrenze des Sperrgebiets um England wurde folgendermaßen geändert:
Vom Punkt 52 Grad 30 Müurben Nordbreite 4 Grad Ostlänge über Punkt 56 Grad Nordbreite 4 Grad Ostlänge nach Pimkt 56 Grad Nordbreite 4 Grad 50 Minuten Ostlänge.
Im übrigen verläuft die Grenze tme bisher.
*
Eine Erörterung im französischen Senat.
Paris, 2. Febr. (WTB. Nichtamtl.) Im Sen at interpellierte der Abgeocknete d'Estonrnelles de Constant die Negierung über den Unterseebootkrieg. Er verlangte eine Vermehrung der PattMrillenschiffe urrd der bewaffneten Hmchels- schiffe unter dem Hinweis aus die englische Statistik, wonach von 78 bewaffneten Dampfern, die angegriffen wurden, 72 entkamen, während von IM nichtbewaffneten Dampfern mrr sieben dem Angriff entgingen. Er schloß: Unsere besetzten Gebiete leisten dem deutschen Schrecken bewundernswerten Widerstand, ebenso werden wir auf dem Meere widerstehen. Das hassenswerte System unserer Feinde wird sie dem Fluche der Welt preisgeben. (Beifall.) Der Marineminister La ca z e antwortete, er könne in öffentlicher Sichlng keine vollständige Aufllärung geben, könne aber sagen, daß die Seesperrerllärung Deutschlands der allgemeinen Haltung Deutschlands seit Kriegscvtsbruch entspreche, welche alle im Haag feierlich überiwmnvenen Verpflichtungen verletzte. Die Deutschen könnten nichts Schlimmeres tun, als sie schon getan hätten. Es gebe keinen Seemann, überhaupt keinen Menschen, der die ans See begangenen Verbrechen nicht verdammte. Angesichts der neuen Erklärungen des Feindes tverde Frankreich ruhig und furchtlos bleiben. (Beifall.) Der Mirrister fügte hinzu, daß kein Verteidigungsmittel unbenutzt geblieben sei. In den letzten elf Monaten wären von 51 Millionen Tonnen, die nach französischen Häfen bestimmt gewesen seien, nur 273 0M Tonnen, d. h. 1 / 2 Prozent durch Unterseeboote versenkt wvrderr. Wenn diese "^Verhältniszahl künftici wenig zunehme, so werde das Frankreichs festen Willen nicht brechen. Das Land werde gewisse Entbehrungen tapfer ertragen und das Helderrtum seiner Seeleute und Soldaten, die ihr Leber: für die Verteidigung und Ernährung des Vaterlandes opferten, noch mehr bewundern. (Einmütiger Beifall.) Darauf nahm der Senat die einfache Tagesordnung an.
Dänemark.
Kopenhagen, 1. Febr. (WTB.) Meldung des Ritzausck>en Bureaus: In der heutigen einstündigen geheimen Sitzimg des Reichsrats, der alle Mitglieder der Regierung und alle Abgeordneten beiwokptte::, machte der Minister des Aeußern Mitteilung über die gegenwärtige Lage. Er teilte mit, es sei die Tlb- sicht des Ministeriums, im Zusammenarbeiten mit den verschiedenen Ettverbsvrganisationen dahin zu wirken, daß der Handel mit dem Anslande unter den gleick>en Grundsätzen wie bisher aufrechterhalten wecke. Die Mrhrer der verschiedenen Parteien erll arten ihre Zustinunung zu den: vom Ministerium vorgeschlagenen Verfahren. Der Minister des Innern, gab Aufllärimg über die getroffenen und beabsichtigten Maßnahmen. Der Präsident der Folkething schloß in Uebereinfrimnuntg mit dem Minister des Aeußerr: die Sitzung mit der Aufforderung, der neuen Lage mit wückiger Rübe und Kaltblütigkeit zu beaegi:en.
Kopenhagen, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich!.) Die im Laufe des Tages von Vertretern der verschiedenen Ha::dels- :md Schiffahrtsl'reise abgehaltenen Beratungen anläßlich der letzte:: deutschen Note hatten zur Folge, daß die, g e s a m t e Ausfuhr der Lebensmittel nach England, sowie aller Schiffs-?
verkehr nach England und Frankreich vorkanffg eingestellt wurde. Ueberall ist die Ansicht vorherrsä-end, nvaxt müsse wegen der neuen Lage eine abwartende Haltung einnehmen.
Ter dänische Amerika-Dampfer „Hellig Olaf", der heute von New Nork nach Kopenhagen abgehen sollte, erhielt drahtlichen Befehl, die Abreise bis auf weiteres zu verschieben.
Tie dänische Kriegsversicherung lehnte bis auf werteres alle neuen Versicherungsabschlüsse ab. Gleichzeitig wurden die Reeder aufgefockert, ihre unterwegs befindlichen Schiffe zurückzurufen, falls Gefahr besteht, daß sie bis znm 5. Februar irr die Sperrlinie gelangen.
,Fn der heutigen Geheimfitzung des Reichstages teilte der Minister des Aeußern zunächst die deutsche Note mit und gab darauf eine Darstellüng der neugeschaffenen Lage. Der „National Tidende" zufolge waren die Llusführungen auf eine hoffnungsvollere Form gestimmt, als man befürchtete. Tie ganze Tagung! stand unter den: Eindruck der Rede des Ministers. Bei allen) herrschte volles Einverständnis für den Ernst der Lage, jedoch wurden nirgends Anzeichen einer Panik bemerkt. Nach dem Minister des Aeußern ergriff der Minister des Innern das Wort^ Er teilte die im Laufe des Tages von den Vertretern der verschiedenen Erwerbsweige gefaßten Beschlüsse mit und deutete Maßnahmen .an, die infolge der neuen Lage noüvendig werden könnten, wobei er auch darmrf hiruries, daß Dänemark gegenwärtig über verhältnismäßig bedeutende Kohlenvorräte verfüge.
Kopenhagen, 1. Febr. (WTB.) Heute abend fand eine Besprechung der Lage Zwischen Vertretern des Handels, der Landwirtschaft und oer Regierung statt. Die R^ierung hat den Verkauf von Waren zu höheren Preisen als am 30. Januar verboten, außer wenn der Verkäufer beweist, daß der Erwerb der Waren größere Unkosten verursacht habe.
Schweden.
Stockholm, 1. Febr. (WTB.) Die Stockholmer Wendblätter behandeln in ausführlichen Auffätzen die Bedeutung des angekürckigten deutschen U-Boot-Krie- g e s. „A l l e h a n d a" schreibt:
Auf AnrmnSas Haltung wartet man mit großer Sparmwrg Sollte Amerika sich jetzt, iwchtdem es sich fo fefe um den Frieden! bemüht hat, wirklich noch in den Krieg stürze»? Wagt es das im Hinblick auf Japan? Was die Wirksamkeit der deut^ scheu Blockade anbelangt, so ist Man in den schwedischen Marinekreisen allgemein der Ansicht daß diese sehr bedeutend sech wird. Ter Umstand, daß die Blockadckmie so weit ab von England liegt, erfordert große Mengen van U-Äovte». erschwert aber »A- gleich die DLöglühkeit, daß sich die Schiffe im Schutze der TrvrvrH- heit durch die gefährliche Zone hindnrchschrmrageLn wnneu.
„A f t o n b l a d e t" betrachtet die U-Boots-Blockade der Mittelmächte gegen England als eine notwendige Folge des abschlägigen Bescheides der Ententemächte auf das deutsche Friedensangebot und als entsprechende Antwort auf den Hungerkrieg gegen Deutschland. Was wir Neutralen jetzt leiden niüssen, heißt es weiter, ist eine Sache für sich. Wiv Müssen uns darein finden. Nur die Einfalt kann verlangen, mitten im Feuermeer in unerschütterter Sicherheit sitzen zu dürfen. Wir müssen mit den Tatsachen rechnen, nicht mit einem theoretischen Recht.
Deutschland und Norwegen.
Berlin, 2. Febr. (WTB.) ^Die „Nordd. Ztg."
schreibt:
Durch die Vervcknung vom 13. Oktober 1916 unterwarf die norwegische Regierung die Unterseckoote im Verhältnis zu anderen! Schiffen einer weitaus sckiärferrn Behandlung in den norwegischen Küstengewässern. Kriegsnnterseckooten' war der Aufenthalt in solchen Gewässern überl-aupt untersagt mit der einzigen Ausnahme, d-aß es sich un: die Rettung von Menschenlebei: handelte; Handelsunterseeboote durften nur aufgetaucht mit gehißter Nationalflagge! fahren. Durch diese Verocknung machte sich Norwegen als enrzige unter allen neutralen Mächten die Auffassung über Unterseeboote zu eigen, die England durch die Zirkularnote vom 27. August allen Neutralen aufzndrängen versuchte. Demgegenüber vertrat die deutsche Regierung den Standpunkt, daß ein Knegsunterseeboot in neu°i traten Gewässern wie jedss andere Kriegsschiff zu beha:weln ist; sie erhob daher bei Norwegen: Einspruch lgegen die Verordnung^ Die Streitfrage erzeugte eine bedauerliche Spannung zwischen den! sonst durch sreimdschaftliche Beziehungen verbundenen beiden Mächten. Bon norwegischer Seite wurde besonders darauf hingewiesen, daß die Verordmmg vom 13. Oktober den gleichen Inhalt habe, wie die schwedischen Verordnungen über Unterseeboote vom 29. November 1914 und 19. Jüli 1916, und daß die norwegische Verocknung nicht auf englischen Druck, sondern auf den Kreuzerkrieg deutscher Unterseeboote im nöcklichen Eismeer zurückzusühren sei. Beide Be- haupttmgen konnten Deutschland iricht befrickigen, denn die schwoft bische Verordnung, die durch die Uebergriffe englischer und russischer Tauchboote in, den schwedischen Gewässern veranlaßt war, ging viel weniger weit, als die norwegische, indem sie den Zutritt von Unterseebooten in schwedische Gewässer bei Seenot und Havarie uneingeschränkt gestattete und Handels::nterseckoote überhaupt kei^ neu Sonder Vorschriften unterwarf. Auf der anderen Seite gab dev deutsche Kreuzerkrieg im Weißen Meer, der außerhalb der norwegischen Hoheitsaewässer gegen Bannwareschiffe jeder Flagge nach den Regeln der Londoner Deklaratw:: geffihrt wucke, Norwegen! keinen Rechtsgrund zu einer Verocknimg, die sich osfensichll:ch gegen Deutschland richtete und daher den Charakter wahrer Neutralität vermissen ließ. Nunmehr entschloß sich die norwegssche Regierung, sich in der Behandlung dür Unterseckoote völlig auf den Stand>- pimkt der schwedischen Regierrurg zu stellar. Sie erließ eine neu« Verordnung.
Die „No-rdd. Allg. Ztg." bringt dann den Wvrtlaztt der bereits am 31. Januar von dem Wölfischen Bureau gemeldeten VerordnuTu; und fahrt fort: „Hiermit verlor die norwegische Unterseebootsverord'mrng den gegen Deutschland gerichteten Charakter, und wenn auch der de:ttsck>e Sta:ckpuukt von der norwegischen Regierung ebenso wenig wie von der schwedischen voll anerkannt wurde, so läßt sich doch die neue Verordmmg ebenso wie die schwedische mit den erhebliche:: Nentralitätsirrteressen der beiden so nahe am Seekriegsscha::platz gelegenen Staaten erklären. Dre deutsche Regierung beschränkte sich daher der norwegischen Regierung wie der schlvedischen gegenüber daranft ihrs


