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2.2.1917 Erstes Blatt
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Aus Stakt »nk Lank.

Gießen, 2. Februar 1917.

ftic!* ,® r 0 k h CT3 og T r n ft Lndw igs-Jubiläu m s oO. Januar tagte unter dem Vorsitz Seiner a- tf i IT ^t cn Üf l Meiningen im Sitzungssaal der 2. Kam inet irr Jant),ta;ibc ut Darmstndl der Landesansschuß der Groß- -a7"^^^2ubilmunsstiftung. Es wirrde zuerst der ^angreils-vericht der Geschäftsstelle der Jubiläum-sstistuna ent­gegen genomnren und aus einzelnen Kreisen und Städten mitae- y*' VJ-'t ^5ise Organisation und Durchführung der Samm-

-T n^.r., m .**£ geleitet worden sind. Aus sämtlichen!

Freude zu entnehmen, daß im ganzen Lande eine rage ^Verbetattgrett in allen Schichten der Bevölkerung eingesetzt E und Ergebnisse bereits erzielt worden sind, die schon jetzt aus e inen seh r befriedigenden Erfolg schließen lassen. So foimte der ^nixetcr von Mainz dank der dortigen vorzüglickmt Organisa Non bekannt geben, daß dort nur durch Zeichnung einzelner Fir

VSnnn'n * 0&n ? bit ««ussammlnngen usw. schon rund I/0(X»0 Mark zusammengebracht worden sind. In der kurzen Zeit m dies gewrß ein schöner Erfolg, der der Nacheiferung im awrtgen "nnd^verdient. Im weiteren wurde auch über den Ent- tvun enu r Satzung Tür die Groß Herzog Ernst Ludloig-Jubi- Ii ^^ ^ülstung und über die Bildung eines .Kuratoriums zur Verwaltung der Stiftung gesproclien. Hieran knüpfte sich eine längere Atlssprache über die später S u schaffenden Einrichtungen, mn besten dam ins ?luge gefaßten Zwecke dienen könnten. Es wurde beerbet selche,tellt, daß der Hauptzweck der Stiftung sein die Ertragnis,e der Sammlungen iu der zweckmäßig steu -Weife zur E r h oI u n g u ii d Kräftigung der Ge s n n d - ltert uniever henischerr Krieger zu verwenden, imd daß dieser »auptzwecl alsbald erreicht werden müßte. Dabei soll es von denr Ergebnis der ^rrnrmlirng, von den Zeitumständen und sonsti- gen Voraus,.etztmgen äbchäugeu, ob imd wann lediglich durch fi­nanzielle Beihilfen an Einzelne, ob und wami etwa durch Miete usw. von oorbandenen Räumlickcheiten oder Beschaffung eigener Räume (ErvoinngsHeim) die vorlwndenen Mittel der Erholung uich .Kräftigung der hessischen .Krieger zugänglich gemacht werdeir sollen ^arichei- zu entscheiden, soll, dem Kuratorium, das voü den Ab,ichten der Geber unterrichtet ist. überlassen blnben wobei der oben errvähntc Haiiptzweck der Stistrmq nie clus den' Augen zu laiseii ist. Der Landesausschsich erklärte sich, mit diesen' Jest- ltelllmgeii, die allen Anffassirngen brecht werden, einverstanden

. ^ ^-Februar.- Dem Fest Mariae Lichtmeß,

das au, den 2 Februar fallt, wrrd auch in vielen protestantischer Gegenden unseres Vaterlandes große Beachtung geschenkt An diesem Feiertage findet bekanntlich in den katbolischen Kirchen bas» Fe,t der Kerzenwetl-e statt, daher wird er auch neben seiner ur­sprünglichen Bezeiämung festum pnrificattonts Mariae ^Mariae Reinigung) das festttm eandelarmn (das Fest der Leuchter ober >derzen) genannt; aus dem Worte candelarnm ist der Name Ehande- leur hervorgegangen, den das Fest im Französischen trägt. Da mit die,em Festtage infolge des Längerwerdens der Tage die Arbeit bei

Licht aufzuhörcn pflegte, stellte cs einst einen wichtigen Abschnitt im Leben des Volkes, namentlich ans dem Lande, dar. An diesem Tage fand daher rn vielen Gegenden unseres Vaterlmrdes der alljähr­liche Dienstbotenwechsel statt. Eine Erinneriing daran hat sich bis zum heutigen Tage in der Oberpfalz erhalten. Dort hat man die lusttge Zeit der K alboweil, wahrend der die Dienstboten, die zu Licht- me,; ihren Dienst rpechseln, ihre Verwandten besuchen und einige ^Lage bei rhnen znbringen, bevor sie zu ihrer neucii Herrsck)gst gehem Der ,'came Kalbaw-eil, der von Kälbern (vergnügt sein loic Kälber) ^^ommk, sagt lchon, daß Pie je Zeit, für die sich jeder Dienstbote logleich beim Vermieten ein Kälbelesbrot als Nahrung ans den Weg ausbedingt, unttr Scherz und Jubel vergeht. Auch in Flandern nndct heute noch auf dem Lande der Dienstbotenwechscl gewöhnlich am Feste Marrae Lichtmeß statt. Daß dort einst derselbe Brauch ge­lierricht haben must wie in der Oberpsalz. kann man daraus er- daß das Wort lichtniissen (Lichtmeß feiern) heute noch im VIaim,chen gleichbedeutend ist mit allerhand Ostrava ganzen, sin- gcnd und lärmend durch die Straßen ziehen und namentlich viel -As deni 1&. Jahrhundert ist uns ein lustiger Schwank vomGredlern zu Lichtmeß" überliefert. Das Gredlein will zu ^ichtmest, dem allgemeinen Ziehtage des Jahres, den Dienst aus- geben. ^re zankt ,ich heftig mit der Hausfrau, und diese droht ihr, alt den Sa-aden, den sie gestiftet, alles, was sie zerbrochen und ver- Lohne abznziechen. Doch die Magd hat auch allerlei Unrechtes bet der Frau bemerkt, das sie anzeigen könnte, und so eungen sich die beiden schließlich dahin, (daß' das Mädchen für . TßniNig, zwei Schuhe, sechs Ellen Leinwand und einen Schleier im Dienste bleibt ... *

** ^ ® J ^ ^ rung der Schafzu ch t. Unter dem Vorsitz des Obervenvalters Büchsen schütz, Lich. Vorsitzender des ober- ^^lAüchte-rvereins, fand am Freitag, den 26. Januar

' ® ie orste Aus,chnß-Sitzung des oberhessischen Schaf­zucht erb er eitt s itatt, um zu einigen loichtigen Fragen der Schafzucht Stellung zu nehmen. Zuvörderst soll mit allem Nach- Drucre an dem Ausbau der Vereinsorgauisation gearbeitet werden. ~ ie sIL^riiRnutaüeber wurden gebeten, mit den Schafzüchtern ilstes Krems baldigste Fühlung zu nehmen und Vertraueirsmänner zu geivinnen. Folgende vom Landivirtsckwftskammersettctär schwarz unter Verweudnng verscknedener von olierhessischen Schasziichtern gegebenen Llnregungen ansgearbeitetc Entschließung wird ein,ttmnng augeiionemeu. ,.Durch die infolge des Krieges hervorgerufenen Berhältiiisse, ist der Wert einer gesunden Schaf­zucht sowohl hinsichtlich der Fleisch- und als auch der Woller.zeu- gung und vielleicht, auch wenn auch lstergegen in weniger erl-eb- lichem, so doch inrnierhin nicht unwesentlichem Büaße in Bezug aus Naturdünger derart in die Erscheinung getreten, daß alle auf cme Beieittguug oder Einschränkung der Schafzucht gerichtetelL früheren Bestrebungen gegenüber, solcheir Tatsachen ,ich vmi selbst verbieten." Interesse des Schäfergewerbes sollen folgende Forderungen gestellt imd den maßgebenden Stellen zur Berück- Uchiigung enrpfohlen werden i Freigabe von Futter irnd Brot für Schäferhunde: Behebung des Mangels an Schäferhunden; Schutz der ^clsafer gegen Hafttmg für unverschuldete Schäden, z. B. Verletzuiig von Schafen durch den Hund oder Ausbreck-en der Schafe

aus dem Pferche auf die Schäfereigefellschaften: 3uKUigiftig uon* !Oarcr sür Sck/aiböcke wie für die übrigen Faselticrc: Abhaltung von Veriammlungen und Vorträgen: Aufklärung und Besettigung bc- stehender Voriirtcile gegen die Scksafhaltung; Verbreitung des Var- emsblattes (Süddeutsche Scksäfcrzeitung); Walnung aller Standes- mlereisen: Umwandlung von Gefellsck^lftsschäfercien in Gemeinde- ichäsereien, ivo ein Bedürfnis vorliegt; Erhaltung und Verbesserung von ^schaßveideu (Oedland. Waldwciden. Straßenweiden, Aus- sch'idung von Weidegelände im Feldbereinigungsverfahren); Un- Verstellung der Schafzucht unter das Körgefetz; Vermittlung des Austauiches von Schaflöcken: Einführung von Journalen zur Nachweitting der Rentabilität der Schafzucht (durch die Schäfer zu führen^: Verbreitting der Preisnotierungen des Frankfurter Mark­tes unter den Interessenten; Beschickimg von Ausstellungen: Rege­lung der Wollvern>ertung; Weitgehendere Berücksichtigung der Schaszucht un land.virischaftllchcn Unterricht usw.: Abhaltung von Preishütten. - Diese Resolution soll allen zur Förderung der Schaszucht berufenen Stellen mit der Aufsordernng übersandt iver- den, insbesondere den Maßnahmen Fürsorge und Förderung an- gcdeilwn zu lassen, aus die sie einen besonderen Einfluß ausüben können. Die vorläufige Geick-äfrsführnng des Vereins wird Se- kretar Schwarz übertragen, bis die Stelle des Geschäftsführers und stellvertretenden Vorsitzenden endgülttg besetzt ist. Eine vom Vorsitzenden eingeleitetc Aussprache über die Wnabme der Wolle durch die Landwirtschaftskammer für die Heeresoenvaltung. die Vorteile und Nachteile von Schwarzschur und Rückenwäsche, sowie über die Notwendigkeit der Verrnehrung und Verbesserung von Schafweiden lieferte sehr - beaästenswcrtc Anregungen. Scksticßlich wurde iw ch beschlossen, noch in diesem Frühjahre eine Aus- s ch u st s i tz u n g und vor Iahresschluß eine Mitglieder v e r - sammlnng abzuhalten.

Landkreis Gießen.

Beuern, I. Febr. Am 27. v. Mts. wurde dem ältefleir Sohne des Gemeinderechners Georg Stein aus Beuern das Eiierne Kreuz 2. Klasse verliehen. Ter Ausgezeichnete steht mit 2 Brüdern feit Kriegsausbruch un Felde. Ein Bruder ist Feld- webet bei der 12. Komp. Landw.-Jns.-Regts. 116, der andere wurde als Offiz.-Stellverlreter beim Regt. 222 verwundet und bolte. sich dort das Eiserne Kreuz. Der Feldwebel besitzt ebensall-'- das Eiserne Kreuz, so daß alle drei Söhne die Auszeichnung be° sitzen. Dem Vater wurde im Herbst 1916 daS Allgemeine Ehren- zeichen für Kriegsverdienste verliehen. Der zuletzt Ausgezeichnete ist als Polizei-Wachtineister in Wetzlar angestellt.

[} Watzenborn-Steinberg, 1. Febr. Zu der großen Zahl der Kriegsopfer, die unserer Gemeinde bereits auferlegt wurden fst ein neues getreten: Karl Plauz. Sattler aus Steinberg. 30 Jahre alt. Vater eines Söhnchens von 4 Jahren, ist als Unter offizier des Schützen-Kävallerie-RegiinentS Nr. 87, 3. Esk.. am 16. Jan. den Heldentod gestorben. Der Gefallene stand bis zu seinem letzten 'Ausinarich bei der Firma Bertyold Kühne m Gießen in Diensten. Tie ehrende 2lnerkemnmg seiner Vorgesetzten wurde de,n Tapferen schon vor kurzer Zeit durch Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse zuteil.

Freunden und Bekannten hiermit die trau­rige Nachricht, daß unser einziges, herzliebes

Ottochen

heute nacht nach kurzer, schwerer Krank­heit im Alter von 3 Jahren in die ewige Heimat Zurückgekehrt ist.

Die tiefgebeugten Eltern und Angehörigen:

Karl Werner und Frau Berta geb. Specht Korbmachermstr. Aug. Werner n. Familie Familie Heinrich Specht.

Gießen (Marktstt. 21 ), den 1. Februar 1917.

Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. Februar, nachmittags 3»/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

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Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen, des

Mnletiers Karl Kerffeit

lagen wir allen unseren herzlichen Dank.

Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:

Kran Hedwig Kerstcn gcb. Walldorf.

Gießen, den 2 Februar 1917.

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Ju der Strafsache

gegen die Margarete Schreiner in Alten-Buseck, wegen Milchfälschung, hat Großh. Schöffengericht Gießen in Gießen am 12. Januar 1917 für Recht erkannt: Die Margarete Schreiner geb. Stiehl, Ehe­frau des Heinrich Schreiner in Alteu-Buseck, geboren daselbst anr 26. Dezember 1888, ev., ist schuldig des Vergehens gegen § 10 des Gesetzes betr.: Den

Verkehr mit Nahrungs- Genußmitteln und Gebrauchs- gegenstünden vom 14. Mai 1879 und wird deshalb zu einer Geldstrafe von fünfhundert Markev. lOOTageu Gefängnis, sowie den Kosten des Berfahrens ein­schließlich derjenigen der chem. Untersuchung der Milch verurteilt. Ferner wird aus Veröffentlichung des Urteils im Gießener Anzeiger und an der Ortstafel zu Alten-Buseck erkannt.

Die Richtigkeit der Abschrift der Urteilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urteils bescheinigt.

Gießen, den 30. Januar 1917. 9603

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Ger'chtskchirib-r )es Großh. Amtsgerichts.

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Samstag, de» :r. Februar 1917, abends 8 Uhr, in der Wirtschaft3um Postkeller".

Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung. 2. Rechnungs- ablage. 3. Ersatzwahl des Vorstandes. 4. Wahl de^ .Rechnungsprüsungsausschustes. ö. Satzungsänderung

6. Etwaige Anträge gemäß tz 24 Abs. 3 der Satzung.

7. Verschiedenes.

Um jofilreiditö u. riinktlM Weinen roirb gebeten

Gießen, den 18. Januar 1917. Der Vorstand.

Die Rechnung liegt bei dem Vorsitzenden, Herrn A. D i ck o r0, Schanzenstraße 8, vom 24. Januar 8 Tage zur gefl. Einsicht der Mitglieder osten. _ [54g

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