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2.2.1917 Erstes Blatt
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müssen bic Mieter bas Nötig e veranlassen. Der Schnee ist von den Fußsteigen tvegzilkehren und auf der Fahrbahn titnlicl>ft nahe an ihrem Rande zu lagern. Dabei sind Stoatzenrinnen, Straßenbahngeleise sowie' Hydranten und, falls sonstiger Platz vorhanden ist, Straßenecken, Straßenausgange und Hauseingänge freizuhalten. Bereiste Stellen oder Schleifen ans den Fußsteigen sind entweder abznkrcchen oder- mit Sand, Bes, Sägespänen oder sonst Heeignetem Streunmterial ausgiebig zu bestverren. Das Be streuen ist zu wiederholen, wenn auf den Fußsteigen wieder glatte Stellen entstanden sind. Abfälle oder sonst ungeeig­netes Streumaterial darf nicht vertvendet werden. Die Eltern oder deren Stellvertreter, die Lehrer und Lehre­rinnen werden ersucht, den Schülern das Schleifenziehen und Schlittenfahren auf den Fußsteigen ernstlich zu Unter sagen. Es wird auf die jungen Gemüter gewiß Eindruck machen, wenn dabei hervorgehoben »vird, daß verwundete .^trieger auf ihren Ausgängen leicht zu Schaden kommen können, wenn das Verbot nicht gewissenhaft befolgt wird.

** Leseholznutzung. Das Großh. Ministerium der Finanzen, Mteilung für Forst- und Kameralverwaltung, er­läßt folgendes Ausschreiben au die Großh. Oberförstereien: Bei dem derzeitigen Kohleninangel erscheint es geboten, daß der Bevölkerung in weitestgehendem Maße Gelegenheit ge­geben wird, das Leseholz sowie das beim Holzhauerbetrieb sich ergebende Abfallholz (Absallreisig, Astbrocken, Späne und dergl.) nutzbar zu machen. Wir ermächtigen Sie daher, int Domanialwalde je nach Bedarf weitere wöchentliche Leseholz­tage einzurichten oder sogar das Sammeln von Leseholz für die Wintermonate an allen Werktagen freizugeben. Für die Gemeindewaldnngen empfehlen wir im Einvernehmen mit den Großh. Bürgermeistereien gleiche Maßnahmen zu treffen. Das Einsammeln des Abfallholzes kann in jedem Holzschlag zugelassen werden, sobald das gefällte Holz ausgearbeitet und in Verkaufsmaße gebracht ist. Der Beginn und die Dauer der Sammelzeit wird zweckmäßig in jedem Falle von Ihnen'zu bestimmen sein. Die Großh. Bürgermeistereien sind zu er­suchen, die Anordnungen, die von Ihnen für das Sammeln von Leseholz und Abfallholz getroffen werden, im Interesse ihrer Gerneindeangehörigen kostenlos in ortsüblicher Weise bekanntmachen zu lassen.

** Kerzen für die Ostfront. Wie aus Briefen von der russischen Nvrdfwnt hervorgeht, mangelt es dott der: Soldaten der der langen rrssfsschen Nacht in den Unterstärrden an Beleuchtung. Herr Pfarrer Schulte Grvßen-Linden bemüht sich, um eine Sammlung in die Wege zw leiten, um Kerzen, die im H andel schwer zu erhalten sind, dunh freiwillige Spenden von Kerzen, K erzen - stumpfen und WechnachtsVerzerr, die sich gewiß noch- in manchen Häusern befinden, in die Wege Zu leiten. Die Ges.chäftsstelle des Gießener Anzeigers ist gerne bereit, Kerzenspenden entgegen zu nchuren und an .Herrn Pfarrer -Schulte weiterzugeben.

** Gedenket der Vögel! Allerorts werden erfrorene Vögel aus gefunden. Gar mancher unserer kleinen Freunde mich in kalter Winternacht erstarren. Können wir sie nun auch vor dez- Kälte nicht schützen, fo wissen wir doch, daß hungernde Vögel um so leichter erfrieren, da ihre Körperwärme infolge fehlender Nahrung bedeutend herabgesetzt wird. Im kommenden Sommer aber mfiffen die lieben Sänger uns doch alle die schädlichen In­sekten vettilgen. Deshalb wollen wir wenn auch unsere eigenen Mitteln knapp sind der armen Tierchen gedenken.

** Don der Feuerwe hr. Diese Woche leistete die Brand- )oache Hilfe bei einem Zimmerbrand in der Marktstraße und einem Kanünbvaud in der Sonneustuaße, beides Fälle ohne größere Be­deutung. dlußerdem munde die Wache gerufen, um ein in eine Dunggrübe gefallenes Pferd zu retten, eine Arbeit, die mit einiger Anstrengung gelang, ohne daß das Tier Schaden erlitt.

** Die Steipkohlen-Bezugs-Gesellschaft G ie- ß e n HÄt ihre Hauptversammlung für das Fahr 1915/16 am Sams­tag dieser Wdche imMstkeller" ab. Durch den zurzeit bestehenden großen Mangel an Kohlen dürfte es im Interesse der Mitglieder sein, die Versammlung zu besuchen. Näheres ist aus der Anzeige in lieatmer Nummer zu ersehen.

** Stadt. Seefischmarkt. Heute nachm, von 3 Uhr ab und morgen SanMag von V 2 # Uhr ab findet Verkauf von See­fischen in der Wiegehalle der Marktlauben statt. Das Packmaterial ist mitzubringen.

Landkreis Gießen.

99 Holzheim, 1. Febr. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse mrsgezeichnet wurde der Gefreite Wilhelm Jäger in der 9. Komp des Jnf.-Rgts. Nr. 80. Zum Unteroffizier befördert wurde an Kaisers Geburtsteig der Gefreite Wilh. R e i tz in der 2. Maschinen­gewehr-Kompagnie des aktiven Jnf.-Rgts. 116. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und der Hessischen TapserkeitSmedaille wurde er be­reits schon früher ausgezeichnet.

LJ Lang-Göns, 2. Febr. Professor Karl Schaum, Leutnant, Res.-Inf.-Rgt. 116» erhielt das Eiserne Kreuz und die Hessische TapserkeitSmedaille. - Landwirt Heinr. Kühl, Res.- Ins.-Rgt. 92, wurde die Hessische TapserkeitSmedaille verliehen Das Eiserne Kreuz erhielt er bereits schon früher.

M. Lang-GönS, 2. Febr. Schneidermeister Konrad Anton A r h wurde zum Direktor der hiesigen Spar- und Leihkasse bestimmt.

& -Dteinheim h Hungen, 2. Febr. Das EsserSre Kreuz erster Klasse erhielt der Gefreite Wilhelm Köpf von hier ans Kaisers Geburtstag. Kopf, der seit Kriegsbegirm der 7. Komp., Fnsartterre-Negiments Nr. 116 angehört, erhielt bereits im ver- qmvgenen Jahr das Eiserne Kreuz 2. Kl. Unsere Gemeinde ist stolz auf einen solchen Helden !| Sern Bruder Heinrich, 2. Komp. Fnsanterie-Regrmeltt Nr. 172, erhielt auch bereits vor Jah^s- sM das Eiserne Kreuz 2. Kl. und wurde zum Unteroffizier be­fördert. Durch eine zweimalige Verwundung wurde seine Tätig­keit an der Front uuteckbrvchen

Utphe, 1. Febr. Eine große Freude wurde dieser Tage dem hier in Urlaub weilenden Landsturm-Unteroffizier Karl Schneider II. bereitet Es wurde ihm telegraphisch die Ver- leihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse mitgetellt.

Kreis Büdingen.

fl Altenstädt, 2. Febr. Die zirka 150 Hektar große Jagd im hiesigen Markwald kommt am Montag, den 12. Febr., nachm. 3'/, Uhr, aus dem hiesigen Rathaus zur Verpachtung und zwar aus 6 Jahre.

fl Hirzenhain, 2. Febr. Die hiesigen Eisenwerke Hirzen­hain, Hugo Buderus, G. m. b. H., stifteten zur G ro ß h e r z 0 g s - Jubiläums st iftung 3000 Mk., der Direktor der Werke, Tücke, persönlich 500 Mk.

fl Lange nbergheim, 2. Febr. Die hiesige 3200 Morgen große Wald- und Feldjagd wird am Freitag, den 9. Febr., mittags 12 Uhr, auf dem hiesigen Rathaus aus weitere 6 Jahre verpachtet. Die Jagd hat eiuen sehr guten Rehbestand und ist vom Bahnhof Ostheim bei Windecken sehr bequem in einer halben Stunde zu erreichen.

4 O rtenb erg, 1. Febr. 9lls Dank für das treue Gedenken der Kirche und Stadl Ortenberg uudzum Zeichen der Dankbarkeit iür alle in 37 jähriger Amtswirksamkeit erfahrene Liebe imd Freund­lichkeit" stiftete der langjährige Seelsorger unserer Gemeinde und' Ehrenbürger unserer Stadt, Kirchenrat Ellenberger in Darm­stadt anläßlich seines 80 jährigen Geburtstages, den er in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit am 24. Januar begehen konnte, der Kirche Ortenberg ein .Kapital von 300 Mk. Das Kapital soll alsEduard Ellenbergerstiftung" curgelegt werden und die Zinsen all jährlich an Ortsarme zur Verteilung fommwt.

Kreis Schotten.

O Ge de rn, 1. Febr. Die Sammlung für die Hessische Ostpreußenhi l s e, deren Durchführung der hiesige Zweig- vevein vom Noten Kttmz übernommen hatte, ist nun beendet und hatte ein sehr erfreuliches Ergebnis. TieKorffirlnan binnen nahmen, mtt lobenswertem Eifer die HauSfamm lange n vor unö tonnten den Betrag mm 356,35 Mark abliefcrn. Bei der im Pfarrhaus!

uffllSL ginjcw 23 Mark ein Eme Kirchen samm-

23,80 Dttrrk. Bon Körperschaften und Vereinen SvrSt Ixlgeiche Beittäge gestiftet: Von der Gemeinde Gedern JJutrt, vom Vorschub- und Kreditverem (A.-G.) 100 Mark, bes Vogelsberger Höhenklubs 10 Mark, vom S Adols-Franenpereur 10 Mark, vom JsraelitiWe» Männer- Kr<Envernn 10 Mark, vom Zweigvertzn des Alice-Frauenvereins Gesandvereril Liederkran^" 5Mk., vom GesangA. ...Icarmerchor 10 Mk., vom Zweigverein des Evang. Bundes 5 Mk., vom Gvana. Kirchengesangverem 10 Mk., vom Eisenbahnverein 15

^ 0 A.^Esbj1dungsvecein 10 Mk., Nom Zweigvercrn vom Roten onS* oa Jr ar *- ^ konnte somit die Gesamtsumme von ^.0^.' - 2 O Mark an die Hauptsammelstelle in Darmstadt (Bank sur Handel und Industrie^ abgeliesert werden.

( ) Gedern, 2. Febr. Ter Krieg l>at ein neues schweres ^)pser aus unserer Gemeinde gefordett. An den Folgen eines Kopsichusses verstarb in eiuem Feldlazarett auf den» gaktzischen Kriegsschauplatz der Musketier Richard Haas, Sohn des hie- sigen Maurermeisters und Landwirts Christtan Haas V. Ter Verstorbene stand im jugendlichen Alter von 19 Jahren und war nur 14 Tage im Felde.

03.. P ~a uba ch, 1. Febr. Tie Oberprimaner Ro eschen, r°XLH , U1LÖ W einb erg er , die sich am hiesigen Gymnasium der schrfftlrchen Maturitätsprüsung mtterzogcn hatten, wurden in-- solge sehr guter Leistungen von der mündlichnr Prüfung befreit. In Anerkennung dieses erhielten sie ferner die von dem Lehrer­kollegium ansgesetzte Prämie, ein Geschi'chtswerkPhilipp der Großmütige" verliehen. Das langanhaltende Winter w ct- t e r ermöglicht in diesem Jahr ein tüchtiges Ausuützen der wrnter- lrck>en Sportvergirügen. Die Schlittenbahn am Rcnnsberg wird von Groß und Klein eifrig befahren, >venn es auch oft ohne leichtes Unglüclsfälle, Knöchelbruch usw. nicht abgeht. Leider ist die Ersbahn dieses Jahr nich,t bemrtzbar. Die Jugend hat zum Schlittschuh- laufeu nur deu Jnselterch inl Schloßgarten, der seit langen Jahren wreder crmnal zu gefroren ist, sich aus ersehen.

Starkenburg und 9iheinhessen.

. Al Key, 2. Febr. Die diesjährige Prvvinzialkonferenz der rhernhessischen evaugelffcheu E>eistlichen findet am 4. Jüni in Alzey Itatt. Im Mittelpunkt der Konferenz Verhandlungen steht ein Vor­trag von Pfarrer B i c g l e r - Pfeddersheim überdie Bedeutung der evangelisch-kirchlichen Frmienvereine mit besonderer Berücksichtt- gung der Kriegszeit".

O b e r - I n g e l h e i n,, 1. Febr. Beim Kohlenanslesen im Rbemhafen bei Frei-Weinheim umrde der 12jnhriqe Schüler 3 et b nn von einem Kran gepackt und in schwerer Weise am Leibe zugerichtet, so daß er in hoffnungslosem Zustande vom Platze gebracht wurde.

u. O s s e n b a ch , ^ 1. Febr. Auf Antrag des Oberbürger­meisters soll die städtische Fortbildungsschule vorerst n i ch t geschlossen werden. Dagegen soll der Unterricht nur ein- mal in der Woche und zwar Sanistogs von 37 Uhr stattstnden. Beamten, Lehrern und Arbeitern der Stadt soll mit Wirkung vom 1. Dezember 1916 nun endlich auch hier eine Kriegs- teuerungszulage gewährt werden.

Kreis Wetzlar.

d. Wetzlar, 2. Febr. Der Kreisausschuß hat für die Ab­gabe von Speisefetten an die Verbraucher folgende Kieiuhcmdels- höckfftpveise festgesetzt: für Butter 2,70 Mk. für das Pffmd. für Margarine 2,00 Mk. für das Mmd, für 100 obiges Speisefett 2,32 Mk. für das Pfund, für Schweineschmalz (roh) 2,20 Mk. für das Pfund uud für ausgelassenes Schwernefchmalz 2,40 Mk. für das Pfurid.

d. Wetzlar, 2^ Febr. Für die vergangene Woche standen der Stadt an Schlachtvieh 14 Stück Rindvieh, 8 Schn>-eine imdi 10 Kälber zur Verfügung. Rach chm E-ewickt der Schlachttiere ent­fiel auf den Kopf der Bevölkerung eine Fleischmenge 250 Gr. Eine Belohnung bis zu 100 Mlrk hat die hiesige Polizeiver- waltnng demjenigen zugesichert, der die Täter bezeichnet, die in der N«cht von Smnstag, deir 20. zum Sonntag, den. 21. Jamrar d. Js. ans dem bei dem hiesigen Kriegsgefangenenlager gelegenen Stalle eine .Kuh gestohlen haben, oder der zur Ermittelung der Täter zweckdienliche Eingaben machen kann.

d. Ans dem Kreise Wetzlar, 2. Febr. Rach einer An­ordnung des Kreisansschnffes nküssen die .Kartoffelerzeuger und solche Versorgu7igsbereck)tigte, denen außer den Pr die menschliche Ernährung beitimmten Kartoffeln auch solche zur Saat belassen worden sind, diese Kartoffeln in verlesenem Zustande, von dem übrrgen Vorrat getrennt, aufbewahren und sie pfleglich behomdeln: ferner dürfen diese Kartoffeln ohne Zustimmung des Kommnnal- verbandes oder den von diesen beauftragten Stellen zu keineml mrderen Zweck als zur Saat verwandt werden.

!d. Niederkleen, 2. Febr. Im Geschäftsjahve 1917 wer­den Gerichtstage hier abgehalten am 27. März, 19. Juni, 25. Sep­tember und 11. Dezember.

Hessen-Nassau..

F r a n k s u r t a. M., 1. Febr. Aus Anordnung der hiesigen Eisenbahndirektion werden vom nächsten Sonntag an keine V 0 r- und Nachzüge zur Beförderung der Ausflügler in den Taunus nach den bekannten Eisenbahustationen Eron- berg, Königstein usw. mehr gefahren. Nur die fahrplanmäßigen Personenzüge verkehren und zu den Fahrten werden nur so viel Personen zugelassen, als in den Zügen Platz vorhanden ist. Die Eisenbahnbehörde stellt sich dainit auf den durch die Verhältnisse wohl zu billigenden Standpunkt, daß die Sonntags­ausflüge der Großstädte zu den Vergnügungsreisen zu zählen sind.

ra. Hatzfeld, 30. Jan. Interessant ist das uralte zirkel- runde, etwa 3 Zei'timeter große Stadtwappen. Es stellt zwei hohe Türme, arck einer Mauer stehend, und unten zwischen den beiden Türmen ein Tor mit Zinne», und Dächern dar. Tie Türme haben Türen und Fenster. Oben zwischen den beiden Türinen be­findet sich ein großer fünfeckiger Schild und in diesern zwei in ein­ander verschlungene Klammern. Am oberen Rande de? Siegels stehen die Worte:^8. Opidi Hazefelt. Die Herren von Hatzfeld fühtten denselben Schild in ihrem Wappen; er »vurde von einem Helm überragt, den zwei auswärts strebende, mit den Achseln ein­wärts gekehrte goldfarbene Adlersflügel zieren, auf deren jedem ein schivarzer doppelter Hansanker zu sehen war.

si Kirchhain, 1. Febr. Die Höchstpreise für Eier stellen sich im Fdbruar beim Geflügelhalter aus 33 und im März auf 28 Psg., beim Weiterverkarrs im Februar auf 37 und r,n März auf 32 Psg.

[] Marburg, 1. Febr. Wie der Oberbürgermeister bekannt »nacht, fällt der U n t e r r i ch t in den Schulen wegei» der aus­gebliebenen Kohlenzufuhren 14 Tage lang aus. Ferner wird be­kannt gegeben, daß dernnächst eine Nachprüfung der durch Bezugs­scheine bezoge»»en oder bei de»» Verkaufsstellen äbgeholten Kartoffel- »nengen stattsindet.

O b e r l a h n st e i n , 1 Febr. Während der Eisenbahnfahrt stürzte der Heizer E»nil Wildert aus Bingerbrück beim Kohlen­holen voin Tender ab. Er »vurde überfahren und sofort getötet.

fr. Weiden hausen, 2. Febr. Nach kurzem Kranksein starb infolge einer Lnngenerttzünfr»u»g in fast vollendetem 70. Lebens-- fahre der Gemeindevorsteher und Viehkastrierer Wilhelm H ö l ß von hier.

Wiesbaden, 1. Febr. Die hiesigen höheren Schulen, einige Mittelschulen, die Fortbildungsschulen und »nehrere öffent­liche Anstalten w»»rden bis zr»m 12. Febr»»ar geschlossen.

Letzte Nachrichten.

Ungehemmter U-Bootkrieg.

Rotterdam, 1. Febr. In der offfziMeu Mitteilung, die der deutsche Gesandte der niederländischen Regierung iifrer die Verschärfung des U-Boot-Krieges gab, gab er zu erkemren, daß die deutsche Regierung berett sei, besondere Maß»rahmcn zn treffen, um den Post- und Passagierverkehr zwischen Holland und England auf der Route VliffingeirSondnmld zu schonen. In jenen Ber- kehrsstraßen werden Ruinen mcht gelegt werde»». Das Haager Vaderlcmd" schreibt: Von jetzt ab begintll der Kamps ans Leben imi> Tod zwischen bei» kriegführenden Nationen.

Budapest, 1. Febr. Llnch die uugarifche Presse drückt ihre Befriediglmg übe»' die nette Ansage des U Boot-Kdueges aus. Der

Pester Llrchd" schreibt unter arrderem: Die Enffcherdung ün Weltkriege wird auf dem Wasser fallen. Vielleicht werde der AL^ stieg zum Tale des Friedens von namenloser Trauer erfüllt sein, aber jedenfalls werde er viel kürzer sein, als der blnttge Auffttvg.

Britische Hoffnungen.

Rotterdam, ff Febr.Daily Ehrvnicle" antwo-ttet mrf dte Frage:Kann Deutschland miÄgehurrgerl n>erden?" Unserer Ansicht nach wäre es äußerst unvorsrckKg, unsere Hossirnngen auf dre Voraussetzung %u gründen, daß Deutschland ausgehungert werden könnte. Aber es fft-it erwarten, daß Hunger und militärische Niederlagen zusamtnen einert entschttdanden Einfluß aus üben werden. Das Blatt hofft, daß die Alliierten im Juni derartige muttcirinde Erfolge davvrrgettagen haben werden würden, daß e Teutsschland unmöglich sein werde, ihren iveittren Fottgang zn ertragen.

. Die Berschtvüruwg gegeil Lloyd George.

R 0 t te rd a m , 1. Febr. Die Namen der Personen, die der Verschwörung gegen Lloyd George beschuldigt werden, sind nach Londoner Berichten Alice Wheeldon, ihre Tochter Harriet Wheeldon, ihre verheiratete Tochter Winnifred Ma- son und deren Ehemann Mason. Alle vier erklärten sich für schuldig.

Farbige Arbeiter in England.

Rotterdam, 1. Febr. lWTV. Ncichtamtlich.) Der Nienwe Rotterdarnsche Eonrant" meldet aus Londmt: Der P r e m i e r m i n i st e r hat eine Abordnung der Berg­arbeiter, Transportarbeiter und Eisenbohrer ernpßingen, die gegen die Einstellung von farbigen Arbei­tern protestierte. Lloyd George erklärte der Abord­nung, daß vorläufig nicht beabsichtigt sei, Kulis in England arbeiten zu lassen, aber die Regierung müsse mit allen Möglichkeiten rechnen und tun, was nöttg sei, um den Krieg zn einem erfolgreichen Ausgang zu bringen.

Die Kälte in Italien.

Bern, 1. Febr. (WTB.) LautSeoolo" erschweren Kätte> und Schnee weiterhin den Verkehr. In Ravenna erreickste die Kältei 10 Grad, in Alessandria sogar» 13. Eine Korrespondenz aus Genua' klagt über den Mangel an Lebensmitteln. In einer Mitteilung desPonw d'Jtalia" aus Arezzo wird erklätt, daß das Leben in dieser Stadt fast unmöglich geworden sei. Kohle und Holz seien überhaupt nicht auszutreiben. Eier, Milch, Zucker und Brot würden incmer seltener.Giornale d'Jtalia" beklagt, daß in Süditalien! alle Manlbeerbänme abgesägt würden, um Holz zur Heizung zu erlangen. Die Regierung sollte einschreiten, so.tvie.sie es kürzlich bezüglich der Oelbäume gsatn hat.

PetersburgLondon.

Kopenhagen, 1. Febr. iWTB. Nichtanttlrch.)Berkingske Tidende" meldet aus Haperanda: Tie direkte Telegraphen Verbin­dung z»oischen Petersburg Md London ist jetzt serttggestellt und nach einer russischen Mättermeldirng bereits in Betrieb genvnmrcn worden. Die Leittmg geht über Finnland.

Russengrenel in Rumänien.

Berlin, 1. Febr. (WTB. Nichtanrtlich.) Die Aussagen von Landeseinwohnern drgeben ein erschreckendes Bild russischer Despo- tenherrsckwft in Ru»!»riSn. Die Einwohner von Focsani waren durch die Drangsalierung iher sogenannten Retter völlig veräng­stigt und hielten sich in den .Häusern versteckt. Erst jetzt wagen sie sich wieder auf die Sttahe. Opgleiich die russische Soldates^ die Laden plünderte, waren sie gezwungen, die Läden offen zul halten. Zuwiderhandlungen wurden umrachsichtlich mit 25 Knuten­hieben bestraft. Ein Polizeikommffsar in Focsani sagt aus, daß er allein^zwermal mit eigenen Achgen gesehen hat, wie die Russen diese Strafe a»» friedlichen angesehenen Bürgern auf offener SttaKs vollzogen. Auf dem Poliz-eitommissariat und der Präfektur fanden sich gegen 500 schriftliche Beschwerden von Einwohnern über Brand- stistmrg, Plünderung und böswillLge Zerstörung durch die Russen. Die Gesamtzahl der von den Russen verübten Schädigungen der Einwohner »vird auf 2000 Falle geschätzt. Ebenso häufig ftrrb die Klagen über Vergewälttgungen von Frauen und Mcwchen, die zum Teil sogar durch Einbruch verübt wurden.

Griechenland uitd die Entente.

Lugano, 1. Febr. Ter Athener Berichterstatter desRuß­koje Slowo" meldet: Tie Ueberführung der Truppen nach dem Peloponnes dauert zwar sott, doch si»rd überall Am eichen vor­handen, daß es zum endgülttgeu Bruch zwffchen den Alliierten und Griechenland kommen wird. Tie griechische Presse setzt ihre un­verschämten An-griffe auf die allrietteu Mächte fort. Kein einziges Wort zugunsten einer Anssöhmmg nnt den Alliierten ist in den Blättern zu finden. Wegen der Fortsetzung der Blockade ist die Erregung der Bevölkerung im Wachsen. Es wird offen die Frage eines Krieges zwischen Griechenland und den Alliierten von der Bevölkerung hesprvcherr.

Beuizelos auf der Flucht?

Zürich, 1. Febr. Wie der hiesigeTagescmzeiger" be­richtet, macht die Gegenrevolution in Saloniki wie aus Mytilene und 5lorfu starke Fortschritte. Venizelos ist auf ein Ententeschiff geflüchtet. Eine beträchtliche Zahl der veniselifti- scheu Soldalett ist desertiert.

Handel mit Ersatzmitteln.

Karlsruhe, 1. Febr. Nach einer soeben im Gesetz- und Verordnungsblatt ff"rr das Grvßherzogtum Baden erschienenen Ver- ordmmg »st der Vertrieb von Ersatzmitteln für Gegenstände des täglichen Bedarfs, insbesondere für Nahrungs-, Genuß- und Futter­mittel, für Seife, Leder und dergleichen mit sofortiger Wirkung an die Erlaubnis des Badischen Landespreisamts geknüpft. Als Er- so.tzmi.ttel sind nicht Nur solche Erzeugnisse anzusehen, welche als Ersatzmittel bezeichnet sind, sondern alle Gegenstände, die als Ersatz für andere Waren bestimint sind. Vordrucke für die Airtrag­stellung sind rmeutgeltlich beim Landespveisamt Karlsruhe, Kriegs- straßc 5, erhältlich. Das Badische Landespreisamt ist befugt, die Angaben des Antragstellers über die Zusammensetzung des Ersatz­mittels dnrck» eine amttiche -Stelle auf Kosten des Antragstellers nachprüfen zu lassen. Ist das Ersatzmittel gebrauchsfähig und erscheirtt im Presse nicht übermäßig hoch, so wird die Erlaubnis in der Regel erteilt.

Dar konzentrierte Licht