Der Afterreichische Minister des «eußeren an die Amerikaner.
Wien, 31. Jan. (WTB.) Der Miirister des Aeußern, G^af C z e r n i n, gewährte heute dein Wiener Vertreter der Associated Preß of America, Schreiner, ein Interview, in dessen Verlauf sich der Mrrister wie folgt äußerte:
Es ist mir unbegreiflich, wie amerikanische Blätter behoup ^u lömmn, unsere Feinde hätten in ihrer Antwort an den
Vorschlag 350 bis 400 000 Mann nachgemirstert werden, nrcyt, wie ursprünglich geplant, 850000. Tennia führte bei Besprechung seines Zusatzmitrages, nach ivelchem die seil Ausbruch des 'Krieges Gemusterten nicht mehr nachgeniustert werden sollen, aus, Me von Frankreich seit Kriegsausbruch gebrachten Opfer müßten endlich aufhören. Es sei unmöglich, neue Kontingente irns^uheben, ohne das Wirtschaftsleben lahmzulegen, um so mehr, da man 100 000 Mjann von 300 000, also einen aus drei, einzuziel)en gedenke.
Ter Zusatz wurde mit starker Mehrheit abgelehnt. Zu dem
n a r d, die Regierung beschäftige sich zurzeit mit der Frage der Organisation des Zivildienstes. Ein diesbezüglicher (PetzesVorschlag sei in Ausarbeitung. Schließlich wurde Artikel 1, wonach alle nur eininal Nachgenrusterten der Jahresklassen 1896 bis .1914 einschließlich nachgemustert werden sollen, von der Kammer angenommen.
Eisenbahnverkehr und Kohlenmangel in Frankreich.
Bern, 1. Febr. (WTB.) Lauft Meldungen aus Lyon hat me Nordbähngefellschaft den ganzen Posrzugs verkehr zwischen Paris, Annens, Trepart und Calais eingestellt.
Bern, 1. Febr. (WTB.) Ans Scna melden Lyoner Blätter, daß infolge vollkommenen Kohlen mangels der Bürgermeister die Beschlagnahme sämtlicher 500 Kilo libersteigender Vrermst off Vorräte anoronet. Die Tenrperatur in Südfrankreich tp noch weiter gesultken. Jni Tonlose, Montauben, Bordeaux und an der Mittelmeeriüste ttaven schwere Schncefälle ein. Der Zugverkehr in ganz Frankreich erlettct schwere Störungen. Die Kohbennot tu Parts wird immer enrpfindlicher, da die Schleppkähne aus der .^erne und den Kanälcrr seit zwei Tagen überhairpt nicht mehr verkehren können.
Kriegsbrot in Frankreich.
?is, 1. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Dem „Petit Journal" zufolge wird beabsichtigt, in Paris von Amts wegen ein mit 15 Prozent Maismehl zu bereitetes Brot einzuuführen
Paris,
Die Petersburger Konferenz.
Petersburg, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentirr. Der Kaiser empfing die Mitglieder der in Petersburg tagenden Konferenz der Miierten iit Audienz. Der Audienz wohnten der Minister des Auswärtigen und des 'Kaiserlichen Hofes und die Botschafter Frankreichs, Englands und Italiens bei, die dem Kaiser die Vertreter des betreffenden Landes vorstellten.
Die Bersorgungsfchwierigkeiten in Rußland.
0 0 8' .1; Febr. (Zf.) Die „Times" veröffenllicht einen Artikel ihres russischen Kvrrespondeitten über die zunehmende Nah-- !-'un6sm ittelnot in Rußland, die jetzt im Mittelpunkt der Erörterung in allen Klassen der Bevölkerung steht. Im letzten Lvmnier schon lw.be die Bevölkerung 10 bis 12 Stunden warten Essen, um kleine Mengen Fleisch zu erhalten. Nun warte die Bevölkerung ui langen Reihen niM wir, um Fleisch, sondern auch, um Brot, Milch, (»ßmiüse, Zucker usw. zu erhalten. Wahrscheinlich sei genug Nahrung vorhanden, aber die, Organisation für die Verteilung fehle. Alle Lebe ns mittel preise seien um das zwei- bis zehnfache gestiegen. Butter toste achtmal soviel als früher. Die Festsetzung von Höchstpreisen habe wenig geholfen. Sehr hinderlich werke die Verfügung,-die die Ausfuhr von Lebensmitteln von einer Proviicz nach der anderen verbiete. Die. Versorgung der Armee werde durchgesührt, aber auf Kosten der Lebdnsünttelversorgung der Hauptstädte und großen Provinzstädte. (Frkft. Zig.)
Präsidenten der Vereinigten Staaten ihre Friedeusbedittguuqew Antrag Denais über die Zivitmobllisierung erklärte Bes
gewamll, während die Mittelmächte dies unterlassen hätten. Tat- -" ^ M M -^ M ev ~-
sächlich baden wir. wie sich jedermann uiiv dem veröffentlichten Texw unserer Noten überzeugen kann. unsere Friedensbc'dingrmgen ebenso in allgemeinen Gruudzügen angedcutet, wie dies unsere Feinde bezüglich der ihren getan haben. Verdichten wir den Inhalt der Erckärnng unserer Feinde, so lassen sich ihre klaren Frrodensbed i ngen dahin zusammen fassen, daß sie Deutschland
territorial awvuticren und innerpolitisch seiner freien Selbstbestimmung verauben. Oesterreich-Ungarn zerstückeln, Bulgarien vermindern und die Türkei gänzlich verniclften wollen. Wir dagegen haben erklärt, daß nur keinen Eroberungs-, sonbern einen Verteidigungskrieg führen, wir setzen also klar und deutlich den offensiven .Kriegszielen der Entente unsere defensive n entgegen. Indem wir erklärten, daß unser Krieg ein Verteidigungskrieg sei und daß wir nichts anstreben, als die Sicherung unserer ' Existenz und unserer freien Entwicklung, haben lvir unsere Kriegeziele mindestens ebenso klar definiert, wie rmsere Gegner die ihren.
Welche Bedingungen die gemäßigteren und klügeren sind, welche die Zukunft Europas uns die zFivllifation sowie den dauernden Frühen mein Heftern, Jne nnse eigen oder die unserer Feinde, Ivel che .Bedingungen ^nne Einstige Versöhnung als möglich erscheinen taffen nick nicht eungen Haß mrd Unfrieden bedeuten, das glaube ich ruhig dem unparteiischen Urteil solcher Neutralen überlassen zu können, denen daS Wohl der gesamten Menschheft wirklich ani Herzen liegt und die sich nicht von der Vorliebe ft'rr den einen oder den anderen Teil leiten lassen.
Es liegt nns sehr viel an dem Urteil des großen a ni e r i ka - nischen Volkes. Alles, was wir von Ihren Landsleuten wünschen möchetn, ist. daß sie die großen Menschheitsfragen, um die es sich handelt, mit jenem Ernst und jener pflichtgemäßen Unbefangenheit prüfen, die die amerikanische Jury auszuzeichnen Pflegen. Unsen Friedensangebot war loyal, ehrlich und redlich gemeint, keines- loegs eine Falle oder ein Manöver, wie unsere Feinde behaupten.
Daß es abgelehnt wurde, bedauern wir: wir zögern nicht, dies offen zu bekennen, selbst auf die OKfahr ljnt, daß uns dies Bedauern,, nüc schon so oft, -als Schwäch" ausgelegt werdet Unsere Feinde haben seft Anfang des Krieges' schon so viel Falsches von uns — speziell gilt dies von Oesterreich-Ungarn — behauptet und prophezeit, daS dann durch die Tärfachen widerlegt wurde, daß sie wirklich) schon gegen ihr eigenes Urteil etwas mißtrauisch geworden sein könnten. Wie dem auch sei, angesichts der Haltnncf unserer Feiirde, die die Berechtigung unserer in Jahrhunderten ge- lvordenen Existenz cinmch leugnen, weil sic ihnen in ihre egoistischen Theorien nicht hineinpasft, bleibt uns nichts anderes übrig, das wird jeder billig Denkende zugeben müssen, als uns aus das äußerste zu wehren. Die Zukunft wird beweisen, daß nur die Kraft besitzen, dies mit Erfolg zu tun. Unsere Feinde uw! len keinen Vermittturngsfrieden. Wenn sie uns zwingen, das Blutvergießen fortzusetzen, so haben sie sich das Cellist zuzuschreiben.
Wir hoffen ernstlich^ daß man dies in Amerika einfeften und danach imfere ^Entschlüsse beurteilen wird. Tie Zukunft wird lehren, daß die Verwirklichung des von der Entente angekündigten Planes, mrs zn vernichten, unmöglich ist. Sobald sich diese Uebcrzeugung auch bei unseren Feinden Bahn bricht, wird der große schöne Angew- blick gekommen sein, in dem der Frieden Sgedanke reale Gestalt an- rtmrfmt Dann werden wir mit der edlen Friedensarbeit beginnen, eine Wett zu schassen, die uns wie allen anderen Staaten eine freie gesicherte Entwicllmrg ermöglicht und kine Wiederkehr des Weltkrieges verhindert.
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Unterdrückte Völker an den Präsidenten Wilson.
Zürich, 31. Jan. (WTB. Nichtamtllch.i Nachstehende Telegramme sind in den letzten Tagen aus der Schwe i z an Wilson abgelassen worden:
Zürich, 28. Januar.
Herr Präsident!
Ihre letzte Botschaft an den Senat über den Frieden, der zwisä'-en den Völkern herrschen soll, gab den edlen großmütigen Gedanken kund: Die Untertanen, die sich imter einer fremden Herrschaft befinden, sollen nur von einer .Regierung beherrscht werden, die sie selbst anerkannt haben. ,■— Jin Namen der großem Partei unserer muselmaiftschen Religionsgenvssen aus Algerien erklären wir, daß die französische Herrschaft in diesem Lande in keiner Weise unseren Wünschen entspricht, Md wir hoffen, daß .Amerika uns nicht vergessen wird, wenn wir die Unabhängigkeit Algeriens imd die Befreiung von fremdem Joch verlangen, das Ms Frankreich auferlegt liat.
Für das Komitee der algerischen Patrioten.
El Hadi Abdallah.
Arosa, 29. Januar.
Herr Präsident!
In dem Augenblick, wo sie ihre Stimmt vernehmen liehen, daß eine Reaierimg ihre Macht nur von der lieberem stimmung der Beherrschten herleiten dürfe, in diesem Augenblick steht Frankreich cm Begriff, das marokkanische Volk und sein Gebiet seiner Herrschaft zu unterwerfen. Schon sind die Söhne Marokkos gezwungen, für Frankreich zu kämpfen. Schon lhat Frankreich im ganzen Lande einen Propaganda!)reust eingerichtet, der aus bestochenen musel maiftsch-en Beamten besteht. Noch! ist die Eroberung unseres Landes aber nicht beendet und die Tapferkeit ber Marokkaner wird ihr den stärksten Widerstand entgegensetzen. Ihre edlen Wale geben uns aber die Hoffnung, daß Die dieses Werk der Eroberung aushalten werden, bevor unser Mut noch weiter für die Eroberung des Landes stießen nruß.
Mdcllmziz ibn Jsmuil.
Bekerbi al Nirkaeni.
Luzern, 30. Januar.
Herr Präsident!
Unter einem unbegründeten Vorwand besetzte Frankreich im Jahre 1881 unser Vaterland Tunesien imd entriß den Beys von Tunis" ihre ladt. Wie unsere Brüder in Mgerien und Marokko, mwarten auch wir den Dag der Befreiung. Wir rechnen auf die piächchige^ Hilfe des Präsidenten des Großen Amerikas, der schon seine Stimme für die gerechte Dache der kleinen Völker erhoben hat.
Michamed Haschid Derrek al- Tuniswi.
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England und die deutschen .Kolonien.
London, 31. Jan. (WTB.) In einer Rede in Westmmster erklärte der KvlvnialmiEcr Walter L o n g, keine der eroberten deutschen Kolqnien werde jemals der deutschen Herrschaft zurückgegeben werden.
Wachsende Einsicht in der franzdftschen Kammer.
Paris, 1. Febr. (WTB. NichtanttlichH In der Kammer sagte Faote namens der Opposition, die Negierung verlange immer mehr 9Nänner von Frankreich. Das aber Ixabe die Grenz? seiner Opfer erreicht. Die Nachmusterung Herzkranker, Tuberkulöser und sonstiger Schwel erdender fülle nur dce Hiospftäl-r. Die Frage der Effekten bestände sei von größtem Ernst. Die Möglichkeft sei ins Auge zu fassen, daß Frankreichs angesichts der während des Krieges gebracht^i übertriebenen Opfer gegenüber seinen Verbündeten in einen Zustand der llnter legen heit gerate. Dir Regierung 'habe diesbezüglich in den Geheinckomittrs systematisch die Antwort verweigert. (Äegen jene aber, dir unnütz Menschenleben verschleuderten, sollten Maßnahmen ergriffen werden. Wir wollen, rief der Redner, den Krieg bis zu einem siegreichen Ende sortsühren, falls wir hierzu die Mittel besitzen.
Aber wrr wünschen eine vollständige Mitwirkung der Verbündeten.
Ter Vorsitzende des HeereSauS s chusses Magi not, der den 9cachmusterungsantrag befürwortete, erklärte, daß nach dem jetzigen
Seekrieg.
Die „Müve II."
Berlin, 2. Febr. Bersckftedenen Blättern zufolge wird m England eine Besänreibung der d e utsch e n „M ö v e II" veröffentlicht, die bisher 13 Schiffe ve-rsenkt hat. Darnach herßt es, das Schi'ff dieser „Möve", es sehe aus, wie ein gewöhnlicher Dampfer, bis sich die Kulissenpforte öffnet und Kanonen erscheinen. Die Bewaffnung bestehe aus vier großen und zwei kleinen Kanonen. Der Proviant und die Munitton reichen bis April.
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London, 31. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Gegenüber der amtlichen Meldung ans Berlin vom 30. Januar, in der mttgeteilt wurde, daß ein deutsches Unterseeboot im englischen Kanal am 18. Januar einen englischen Zerstörer der M-Klasse durch Torpedoschnß versenkt lyahv, erklärt. die Admiralität, daß kein britischer Zerstörer der M-Klasse oder irgend ein anderes englisches Kriegsschiff zerstärt wor-. den ist, wie von der deutschen Admiralität behauptet wird.
Wie wir an zuständiger Stelle erfahren, hat der Kommandant des betreffenden deutschen U-Bootes den Törpedo- treffer auf dem englischen Zerstörer der M-Klasse am 18. Januar einwandsrei beobachtet und den Zerstörer in sinkendem Zustande gesehen.
London, 1. Febr. (WTB. 9ttch.tamtlich.) Die Blätter melden, ,daß^ der e n g l i fche D a m p f e r „C ambrian Jtün ga (4284 Tonnen) von einem deutschen Hilfskreuzer tn Grund gebohrt worden ist.
Bern, 1. Febr. (WTB.) „Progrös de Lyon" nreldet Es Lorient: Der norwegische Dampfer „Frederiks- h al l i)t an der Südküste der Insel Eroiz gescheitert. Das i «stver Loren.
des
dem
Aür bm Reiche.
Die nächste Sitzung des Reichstags.
Serlin, 1. Febr. (WTB.) Der Hauptausschuß Reichstages einigte sich l>eiite dahin, cnn Tage vor Wiederzusammerttritt der Vollversammlung eine Sitzung abzuhalten, um sich über die Art der Beratung des Reichs Haushalts schlüssig zu maftien. Die erste Sitzumx des Reichstages in diesem Jahre ist fiir den 2 2. Februar in Aussicht genommeri. Danach wird die nächste Sitzung des Hauptausschusses auf den 21. Februar au beraumt wei> den. Sollte ein siüherer Zusanrmentritt des Hauptausschusses erwünscht erscheinen, so wird der Reichsikanzler-sich nnt deni Vorsitzenden des Ausschusses in Verbindung setzen. Ausfiihrungsbeftirnmungen zürn Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst.
.Berlin, 1. Febr. Mit Zustimmung des vom Reichstaoe gewählten^Ansschupes^bat der Bnndesrat durch eine Verordnung vonc 30. Jarruai' 1917 neue dLusführungsbesttmnLungen zun, Ge- ßetze irber den Vaterländischen .Hilfsdienst erlassen Tie wichtigsten von tfjitffn bezishen sich! aus die Erteilung des Mkehrscheins. Nach der Vercwdmma ist jeder Arbeitgeber der emen Hilssdienstpftichtigen beschäftigt, verpflichtet, ihm einen' M- kehrschem auszustellen, wenn das Arbertsverhältnis von seiner — des Arbeftgebers — Seite oder mit seiner Zusti.iu.mung ausgelöst wird: es ist dabei gleickwMig, ob der Betrieb des Ärbeit- gckers selbst zu den Hilfsbettieben zählt oder nicht. Weigerung cht für den Arbeftgeber zwar keine Bestrafung, wohl ahn: Schadenersatzpflicht zur Folge. Die Ausdehnung der Berpftichtuna zur Erteilung von Abkelnscheinan, die in dieser Bestinmnmg liegt ist rm unteres,e der Llrbefter wie in bmt bev Kriegswirtschaft' deren Aufgaben kein zeillveftigeS Bracklieqen von Arl^ftskräften dulden, notwendig geworden. Da sich näullich jeder Arbeftgeber, lder einen aus picnfchetriabe ausgoWcHenen hilfs
dienstpflichtigen Arbefter ohne Abkehrschern eftrstellt, strafbar macht und da auf der . an deren Seite in sehr vielen Fällen nicht oder nicht rcych und mit Sicherheft festxnstellen ist, ob der Betrieb, auS dem der Arbefter kommt, zu den Hilssdienstbettieben ftn Sinne des Gesetzes gehvrt, haben die Arbeftgeber' vielfach die — voit ihbeni Standpunkt verständliche und richtige — PrcuiS angenom- nten. Hilfsdienitpslici'trge grimdiatztick nur nrft dlbkcbrschein ein- zustellen. Verallgemeinert sich dieses Verfahren — und das liegt feftr nahe — so würden hilfsdienstpftichttge Arbefter ohne Scheftr vor Abüuis der zloeuoöchigen Frist, rurch der in keinem Falle nreln ein schein gefordert z, werden braucht, (§ 9 dee' Gesetzes über- hanvl keine Arbeit finden. Tesl)alb soll also kimftig jeher Arbeitgeber den ?lbkehrschein erteilen. Freftich kann ihm dies billi- genveile nicht zugemiftet rverden, wenn er der Auflösung des Ar- beitsverhältnisseS mcht znstimntt. Aber auch in diesem Falle soll ein Feiern des ^Arbeiters in ieiltem imd im allgemeinwirtschaftx licken ^nterxsse vermieden werden. Einmal wird darum der Arbeitgeber, der sich weigert, den Abkehrscheui auszrrsveilen, verpflichtet, den HisiSdienstpslichtigen zu Arbeftsbediuguntien weittr- zubeichäftigen, die mfttdestens nicht mtgünstiger sftrd als die bisherigen. Außerdem kann der Hilssdienstpflickttge von dem Bvr- fttzenden des Ausschusses, der über Beschivcrden wegen Verweigerung des Mkehrscheins entscheidet, eine schriftliche Auskunft darüber verlangen, ob der Bettieb, aus deni er ausscheiden lvill, ein Hilfs-' dienstbetrieb im Sinne des Gesetzes ist. Verneint dies die Auskunft, so kann der Öilfsdienstpflichtige von jedem anderen Arbeftgeber sofort eingestellt werden, ohne daß letzterer sich sttasbar macht. Eine andere als diese Rechtswirkung hat der erwähmc „Borbescheck" nicht: der ordentlichen, durch das Gesetz geregelten Entscheidung! über den Hilfsdienstct)avakter des Betriebs greift er in keiner Werse vor.
Der Pflicht des Mbeitgebers, den hilssdienstpslichtigen Arbeiter, dem er den Abtehrschein verweigert, weiterzubesästiftigen, entspricht dre Pflicht des Arbefters, der gegen die Verweigerung Beschwerde einlegt, bis zur Enftchcidung der Beschwerde sein Beschäftigungs- verhältnis im Betriebe fortzusetzen, — es sei denn, daß ihm die <vort>ctzung nach den Umständen des Falles nicht zugenurtet werden kann (bei Vfißhandluitg, gröblicher Beleidigung, GesundheitSbedrv- hitng uiw.). Ob diese Voraussetzung vorliegt, entscheidet auf Anruf durch den 'Arbeftgeber oder Arbeftnehmer der Vorsitzende des Be-- fchwerdeausschusfes.
Der ?lbkehrschein muß auf einem besonderen Blatte, gettennt von den Arbeitspapieren des Hilssdienstpslichtigen ertellt werdend Er muß Atigaben über Name der Firma des Arbeitgebers oder der Organiiation, Ort, und Hausrmmmer der BesckKftigung^--
stelle, wo der Hilfsdienst pflichtige zuletzt tätig war, und über die Dauer der letzten Beschäftigung enthalte. Er ist ebenso wie die obenerwähnte Auskunft stempelsrei. Auch das Verfahren vor den verschiedenen Ausschüssen des (Gesetzes und vor deren Vorsitzenden soww vor der Zenttalstelle beim Kreisaint ist frei von Stempel- oder GebühreKbelastung.
Bestimmungen regeln das Verfahren vor den Aus- schilffen und der Zentralstelle. Es niag erwälint sein, daß die Vorsitzenden wegen unenlfchuldigten Ausbleibens oder unentschuldigtey ^ersaumms und wegen nnberechtigter Verweigerung einer Aus-
~ r ^ n . 1 ( in ^' , 95ldstrafen bis zu 100 Mart verhängen können. Die Zentralstelle und die Artssäxüsfe sind befugt, die Amtsgerichte um tne^ eidliche Vernehmung vou Zeugen und Sachverständigen zu er-
und Angestellten tvegen der Teilnahme an den Wählen zu den Av- 5*1 !®* r ^PHestelltenausschüssen der Betriebe oder wegen ihrer: Tätigkeit rn diesetl Ausschüssen vor. Arbeftgeber oder deren Beo- oder Angestellte im Zusammenhänge mit den Ausimußwahlen und der Ausschußrätigkeit beschränken oder benack)- teiligeu werden mit Geldstrafe bis zii 300 Mark oder mit Haft OHtrart. ,yur die Arbeitnehmer Vertreter in den Hilssdienstaus- der Zentralstelle beim Kriegsamt ist ein ähnlicher S auch^ berer^ durch 8 8 der Bewrdnung vom 21. Dezember 1916 geschaffen. /
ttyrlstlichen dllifsvrderung, sich eine Hllfsdienstbeschästigung zu su- solche gefunden l-aben, ist eine ÄTyeiqepflicht vorgesehen. t unverzüglich zu erstatten, an den Ausschuß, von
dem die Ausforderung ausgegangen ist, zu richten und vom Arbeitgeber dttrch seine Unterschrift zu bestätigen. Bei UMerlassung der Anzeige kann Geldstrafe b'is zu 20 Masrk verhmrgt werden. Bor- drucke mr die Anzeige werden dem Aufforderungsbeschecke bdigefügt.
Verordnung tritt sofort in Kraft.
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Berlin, 1. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) In der heu- trgen Sitzung des Bundesrates gelangten zur Annahme: der Errtwurf einer Bekanntmachung betreffend die Festsetzung der Jnlaudsverkausspreise für besttmmtt Sorten von Kalisalzen und die Borlage betreffend Anrechnung
des Kriegsdienstes auf die Ausbildungszeit der
Studierenden der Medizin, Zahnheilkunde, Tierheil, künde und Pharmazie.
Berlin, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kultus- mmlster hat artgeordnet, daß die für die unmittelbaren Staatsbeamten getroffenen Bestimmungen über die Erhöhung der laufenden Kriegsbeihilfen und Gewährung wei- t^er einrnaliger Kriegsteuerungszulagen auch auf die Bolks- fchullehrer und ^Lehrerinnen, sowie die ausiragsweise gegen eine feste monatliche Entschädigung beschäftigten Schulamtsbewerber und -Bewerberinnen Anweitdung finden. In der Mehrzahl ist die Auszahlung der einmaligen Zulagen bereits erfolgt. Die weiteren Auszahlungen werden aufs äußerste beschleunigt.
München, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der König von Sachsen ist heute nachmittag zum Besuche König Ludwigs hier eingetroffen. Nach l>erzliä)er Begrüßut^g fuhren die Majestäten nach der Residertz.
Aus Stadt und Land.
Gießen. 2. Februar 1917.
** Amtliche Personalm.achrichten. Durch Entschlie-- ßung Großh. Ministeriums des Innern wrrrden die LehkaintS- referendare Dr. Dldols Huth und Heinrich Klinge m ei er, beide zu Langar, zu LehraNttsassessoren ernanM. — Ter Groß- lterzog hat am 31. Januar d. Js. den ständigen Hilfsarbeiter bei denr Ministerium der Finanzen, Abteilung für Stewerwesen. Finanzrat Heinrich Lindenstruth mit dem Amtsfttel Ober- ftumrzrat zum Vortragenden Rat in dieser Slitfeihmg ernannt. — Der Großherzog hat am 31. Januar d. Js. den Forftassessvr Albert Bechtel, zurzeit im Felde, mit Wirkimg voin 1. Februar dieses Jahves ab zum Forstafsistenten ernannt.
•• Auszeichn »ing. Leutnant unb Bataillons-AbjMant im Jrft.-Rgt. 116 Franz Bauer, Sohn des Muscklehrers Franz Bauer von hier, wlirde am 27. Jan. mit dem Eisernen Kreuzt erster Klasse ausgezeichnet.
** Ihre goldene H ochz eit begehen nwrgen Zimmer- m<nrn Gbechord Fenster und Frau. Bruchstvaße 10.
^ReinigungderFußjieigevonSchneeund Eis. Es gilt in der heutigen Zeit, wo der größte Teil der sonst zur Berfiigung stehenden Anheitskräste draußen vor dem Feirrde steht, selbst die Hände zu rühren, um die Fußsteige vor den Grundstücken, ob befestigt oder uu- befestigt, von Schnee und Eis zu befreien, damit ein gesicherter Fußgängerverkehr auf ihnen auch jetzt möglich 'ist, dies um so mehr, als auch eine große Arrzahl verwundeter Krieger zurzeit die Fußsteige begeht. Es wird deshalb die dringende Llufsorderung an sämtliche Grundstückseigentümer, auch an diejenigen, die die Verpflichtung zur Reinigung der Fußsteige von Eis und Schatee einer Reinigungsanstalt übertragen haben, gerichtet, Schnee, Eis und Schlei -1 fen auf den Fußsteigen unverzüglich zu beseitigen. Da, wo die Grimdsffrckseigentümer dies nicht selbst tnv


