Verniischt«».
* Der Hand- und Armi'ersatz für kriegsbesch ä* digte Landwirte. Tie Prothesentechnik Hai nicht nur die Aufgabe, überhaupt einen Ersatz für den Verlust von Gliedmaßen zu vielen, sondern ihre ganz erstaunlich große Entwicklung zielt darauf hin, möglichst für jeden Berits einen den betreffenden Anforderungen auch besonders entsprechenden Ersatz zu schassen. Von allergrößter Wichtigkeit ist dies auf dem Gebiete der Landwirtschaft, da ein großer Prozentsatz der Kriegsbeschädigten aus leicht einzusehenden Gründen rer. landwirtschaftlichen Arbeiten Verwendung findet. Tatsächlich sind auch bereits eine Reihe von Küusthänden und Kunst- armen geschaffen worden, die besonders für den landwirtschaftlichen.' Arbeiter bestimmt sind. Einen solchen künstlichen Arbeitsarm schuf z. B., nach den Mitteilungen von Th. Wolfs, der Königsberger Professor Hoestmann. Das an einer Stulpe zu befestigende „Ersatzglied^ besteht in diesem Falle aus einem metallenen Hohlzylinder, in welchem der Stiel des für die jeweilige Arbeit notwendigen^Werkzeuges gesteckt wird. So kann der einseitig Amputierte Spaten, Hacke, Schaufel, Harke usw. verwenden. Eine völlig andere Kou- strukttou stellt der sogen. Kellerarm dar, dessen Ersatzglied von einem armamputierten Landwirt August KÄler erfunden wurde. Sein Hauptvorteil besteht in der universalen Verwendungsfähigkeit, ohne daß bei den verschiedenen Werkzeugen auch verschiedene Prothesen eingesetzt werden müssen. Vielmehr gestattet der Kellerarm, ohne die bei anderen Konstruktionen zeitraubenden Pausen zur Uni* Wechslung der Ersatz stücke, ein ununterbrochenes Arbeiten mit den verschiedensteil Geräten. Die .Bonstruktiou hat die Gestalt eines Eisengeripves, bei dem drei Haken die Finger vertreten, eine Oese die Handwirrzel. Sehr wichtig sind die drei hakenförmig gekrümmten Eisenfinger, mit denen schwere Lasten gehoben werden rönnen, aber auch feine und leichte Arbeit ausgeführt werden kann. In den meisten Fällen wird das betreffende Werkzeug nur mit Hilfe der Äsenfinger nnd der eisernen Handwurzelöse durch emklemmen fest- gehalten. Beim Greifen hilft eine Lederschlaufe an der inneren Handfläche, die im Verein mit den anfangs erwähnten Kön- struktionsteilen ohne weitere Veränderung, Umschaltung usw. das Greifen jedes Gcbrauck)sgegeustandes ermöglicht, da die Größe der Schlaufe je nach Beda»f leicht und ohne Zeitverlust geregelt werden kann. Nach der sachverständigen Ansicht Th. Wolfss stellt der Keller- arm das bisher beste Ersatzmittel für den amputierten Landarbeiter dar, da sein Erfinder, der vor 25 Jahren durch einen Unglücksfall den Arm verlor, aus eigenem Bedürfnis zur Konstruktion schritt und alle Möglichkeiten jahrelang bis aufs letzte praktisch erprobte. Hierzu kommt, daß die K'ellerhand wegen der Einfachheit ihrer lÄnzelleile leicht und billig hergestellt wird. Tatsächlich stehen die Arbeitsleistungen der mit diesem (H^atzmittel ausgestatteten Kriegs- perletzten oft auf genau derselben Höhe wlie die unverletzter Landarbeiter
'* Zkl chthäusler als Erfinder. Das große New Norker Zuchthaus war kürzlich der Schauplatz einer eigenartigen! Amtshandlung. Fünf elegant mit schwarzem Gehrock und Zylinder bekleidete Herren wurden in die Zelle des Sträflings! Nr. 1026 geführt. Ter Zelleninsasse, ein wegen Raubinord verurteilter Mechaniker, hatte in seiner Kerkereinsamkeit eine geniale Methode ausgesonneu, die eine wesentliche Verbesserung im Tur- bineubau bedeutete. Er meldete seine Erfindung zum Patent an, fand Reflektanten, und ein Konsortium kaufte ihm die Erfindung für bare 220 000 Dollar ab. In Begleitung eines Notars begaben sich die vier Vertreter der Gesellschaft in die Zelle, und nach Erledigung der Formalitäten erhielt der Mechaniker das Geld ausbezahlt. Tie Geschichte erinnert an manche andere: es ist nämlich,gar nichts Seltenes, daß Sträflinge wichtige Erfindungen machten und machen. Sehr bekannt wegen seines Erfinderglückes nmrde der Einbrecher Filler. Er erhielt 20 000 Pfund- für den! Verkauf der englischer! Patentrechte einer neuen Nähnraschine, die er erfand, als er wieder einmal wegen Einbruchs im Gefängnis faß. Sein Gluck verdankte er feiner Faulheit: er wurde während seiner Einkerkerung in der Schneiderwerkstatt beschäftigt. Zu bequem, upr die reguläre Arbeit zu leisten, dachte er darüber nach, wie er sich davor drücken könne. Dabei kam er auf die Verbesserung der Maschine, wodurch es ihm gelang, das Pensum seiner Arbeit in einem Drittel der Zeit zu bewältigen, die zur Fertigstellung!
vorgeichrieben lvar. Eine Patentradkurbel wurde vor einigen Jahren von einem Agenten im Auftrag eines Sträflings namens Hammond verkauft und soll über 80 000 Mk. gebracht haben. Tie Erfindung hatte jedoch keinen geschäftlichen Erfolg und,kam trotz des Patents nicht auf den Markt. Hammond war Agent für Räder gewesen: nachdem er ruiniert war, hatte er den Straßenraub berufsmäßig betrieben. Mit dem Erlös feines Patents etablierte! er -ich dann, und da er nun geschäftlich vorankam, soll er die von ihm beraubten Personen entschädigt haben. Ter berüchtigte Falschmünzer John Williams erfand int Gefängnis eine neue Art Kleiderhaken und -äsen, die ein Fabrikant billig erwarb und an denen ec im Laufe eines Jahrzehnts riesige Summen verdiente. Nach Entlassung des Williams setzte der Fabrikant ihm eine Rente ans. Ter Raubmörder Thurtell saß lange im Zuchthaus und wurde endlich zum Tod durch den Strang verurteilt. Mittlerweile hatte er die Fehler der englischen Galgen entdeckt und einen der sog. Schnellgalgen erfunden. Diese Thurtell-Galgen sind heute noch in Gebrauch: am ersten, den man ausstellte, eichete der Erfinder selbst. Eine ganze Reihe raffiniert ersonnener Einbruchswerkzeuge, so das Quistiti, dessen sich die Hoteldiebe zum Oessnen der von! innen verschlossenen und mit Schlüssel versehenen Türen bedienen, tvurden von Sträflingen erfunden.
Wmmtl AedersiHt der Todesfälle i 6 . Statt Siche«.
1. Woche. Vom 1. bis 6. Januar 3917.
Einwohnerzahlangenommen au 33100 (infl. 1600 Mann Militär). Slerblichkeitsziffer: 23,56
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* Englische Sparregeln. Der englische Nationalverein für Sparsamkeit ist während des Krieges fleißig au der Arbeit. Wie der „Eorriere" berichtet, hat er neuerdings in allen Vierteln der Städte und in den kleinen Gemeinden auf dem Land Merkzettel folgenden Wortlauts «ibringen lassen: „Spart! 1. Weil Jhü durch Euer Sparen den. Soldaten und den Matrosen helfen werdet, den Sieg zu erringen. 2. Wei Ihr durch das Kausen überflüssiger Dinge den Deutschen helft. L. Weil Ihr, indem Ihr Geld ausgebt, andere für Euch beschäftigt, und die Arbeit jedes Einzelnen heute nötig ist, um den Kämpsetnden zu helfen, oder um Lebensmittel und andere für das Leben unbedingt erforderliche Dinge herzustellen. Macht möglichst wenig Einkäufe und beschränkt die Ausgaben auf das Notwendigste! Ihr vermindert dadurch die Arbeit, wie sie Schisse und Eisenbahnen, zu leisten haben, und verhelft dazu, die Transporte zu beschleunigen und zu verbilligen. Spart! o. Weil Ihr, indem Ihr Geld ausgebt, alles verteuert, besonders für diejenigen, die ärmer sind als Ihr. 6. Weil jeder gesparte Penny zweimal Gutes tut: das erstemal, wenn Ihr ihn nicht ausgebt und das zweitemal, wenn Jhlr ihn dem Vaterlande leiht."
* Eine neue französische Kriegsindustime. Aus eine zumindest «originelle Idee sind die französischen Kansleuto gekommen, die mit allen Mitteln aus den! Kriege ein Geschäft zu machen suchen. Eine Anzeige in der „Armee coloniale" besagt j nämlich: „Ankauf von Neger-Fetischen. Die Herren Offiziere und j Unteroffiziere der Kolonial-Armec werden daraus aufmerksam gemacht, daß die unterzeichneLe Pariser Finna alle Gegenstände aus > Holz, Metall und sonstigen Materialien kaust, die den Negern der Kolonial-Truppen als glückbringender Fetisch dienen. Demnach sollen also die weißen Franzosen die Fetische ihrer schwarzen Brüder kaufen, um das im Kriege so kostbar gewordene Glück zu erlangen.
Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen.
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Niederschlag 0,0 nsm.
Aum.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an. wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke komn!en.
Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen.
Dr. Wal g er, Med.-Rat.
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erwarten untere Angehörigen den regelmäßigen tingang des Heimat« blattes. Um eine Unterbredmng in der Zustellung m vermeiden, wolle man
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Aiie Foftämter nehmen die Bestellung entgegen. Oer monatliche Betug be« tragt mu. !.?.r einschließlich der Um« schlag-öebsthr. Außerdem vermttleli die veNellmigen wie bisher auch die
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