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11/01/1917 Zweites Blatt
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Nr. 9 Zweiter

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Beilagen:Liehe,ter ZamUieiibliltler" und Nreirblatt für den Kreis Eichen".

Postscheckkonto: Frankfurt am Main Nr. U686. Vankverlehr: Gewerbebank Gießen.

Blatt J67. Jahrgang

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhejjen

Donnerstag, Januar W

ZwUltngsrundoruck und vertag:

Brü hl'fche UntoersttätS-Bnch-u.St indrockerei.

R. Lange, Gießen.

Schriftleitnng. Geschäftsstelle und Druckerei:

Schulst, aue 7. " eschäf.siteUeu. Benag: «MObl, djuli . umi»: WWW 112 .

Anschrtstsur Tn ht.'achrtchtenrAnseigevGiegen.

Line Erklärung der spanischen Regierung in der U-Vootfrage.

Das spanische Sbaatsininisterium hat sich veranlaßt ge­sehen, eine lange Erklärung über ihre Auffassung und Hat- rung gegenüber ben verschiedenen grasten ju veröffent­lichen, welche der U-Bootkrieg auf die Tagesordilung ae- bracht hat. Sie ist datiert vom 28. Dezember und dürste :m ioefcnttLdi.cn die Anfickten und Absichten des spanischen ^Ministerpräsidenten, des Grafen Roinanones, wid-erspiegeln. ->n dieser Darstellung fällt aus, daß sie längst überholte alte Vorwürfe gegen die deutsche Kriegführung wiederholt, ohne auf die Gegengründe urtd die aus der Natur des U-Boot- krieg es sich ergebenden besonderen Verhältnisse im min­desten Rücksicht zu nehmen. Sv z. B. wenn das Schriftstück schlankweg behauptet,daß die Zerstörung der Prisen im Seekrieg, wie sie die U-Boote vornehmen, unzulässig sei", so übersieht es doch in höchst ausfälliger Weise, daß die Londoner Deklaration von 1'909 die Versenkung von Prisen ausdrücklich gestaltet, sobald sie nicht in einen Hafen des kriegführenden Staates eingebvacht werden können.

Ein vollständiger Abdruck des langatmigen Schrift- stückeö, so schreibt dieKöln. Volksztg.", erübrigt sich unter diesen Umständen Mer man fühlt sich doch veranlaßt, jju fragen, was die spanische Negierung mit diesem Schriftstück gewollt hat. Der Zweck ist keineswegs klar. In der Tendenz und ^Rechtsfrage nimmt das Schriftstück durchaus denselben Standpunkt ern, welchen England gegen den deutschen ll Bvotkriog eingenommen hat nnd welcher in vielen Punk- ten bei Awerika Unterstützung gefunden hat. Hat die spa- nisck>e Regierung sich vor der Oeffentlichveit ihres eigenen Landes rechtfertigen wollen? Oder hat sie es für nötig ge­funden, ihre Stellung in der U Bootfrage gegenüber Eng­land nnd Frankreick), darzulegen? Das erfterc ist. wenig .»ahr schein lich, da die öffentliche Meinung in Spanien dem deutschen Standpunkt in der U Bootfrage uitb dem Rechte Deutschlands im allgemeinen - doch fühlbar freundlicher gegenüber steht, als das Schriftstück des Grafen RomanoneS. ,Vft das letztere der Fall, so ist abzuwarten, ob durch dieses Schriftstück eine Aeuderung in der Haltung der spanischen Regierung, eingeleitet werden soll, welche alsdann von der großen Mehrzahl des spanischen Volkes keineswegs gebilligt lverden würde.

Ans Stadt nnd Cand.

Gießen, 11. Januar 1917.

* Auszeich n nnge n. Dem Chefarzt des Reservelazaretts I Gießen Stabsarzt Professor Tr. Malter wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verlieben. Vom Großherzog von Hessen ist dem Zahl­meister-Stellvertreter Ludiviq Becker aus Gießen das Allgemeine Ehrenzeichen u'ir -KrieaSverdienste am Krugsbande verliehen worden.

Musketier Willy D e ch e r t beim Rej.-gns.-Rqt. 25-1 erhielt am lieiligen Abend das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Mit der Hessischen TapierkeitLinedaillc war er schon vor längerer.Zeit ausgezeichnet worden.

** Diebstahl. Ende Dezember 1916 wurden in einer hinter dem neuen Friedhof am Rodberg gelegenen Sand­grube 100 gebrauchte Eisenbahnschwellen entlvendet. Wer über den Verbleib derselben Auskunft zu geben vermag, wird gebeten, dies ans Zimmer Nr. 2 des Polizeiamts mit­zuteilen.

L. U. Von der L a n d e s u n i v e r s i t ä t. Ter ordentliche Professor an unserer LandeSuniversilät Dr. Trend elend urg, Direktor des physiolojiisch.en Instituts, hat den an ihn ergangenen Ruf ern die Universität Tübingen zum 1. April 1917 angenommen.

ReinhardtsTotentanz-Aufführung in Zürich.

Mit eiircr ferner intimsten Leistungen, mit Strind- bergsT o t e n t a n *" schloß R einhardt das Zürick-er Gast­spiel und trug gerade mit dies-eni Stück den brausendsterr Erfolg davon. Das Innere eines kleinen graum FestlmgsturutS mar ateni- beklemmend auf die Vül)ne gcpflartzt. Beängstigend rund ver­schlossen, nnetltrinnbar schien diese Welt, als liefen alle Radien in ei/rem Mittelpunkte des Hasses zusammen Mann imd Frau hausen darin, Edgar, Kapitän bei der schwedischen Artillerie, und seine Alice. Abgetrennt von irgendwer gesunden Auslüftuug in die freie 2Lelt, sind sie aufeinander crngennesen und zerfleischen sich'. Mit Kleinigkeiten anfangs, die aber in ihren Händen zu v-r- gifteten Messern und pulverg-kadenen Petarden werden. Wohl lebt in ihnen eine Sehnsuch! nach neuem Leben, nach Scheidung, nach Befreiung, aber als Gefangene der ehemaligen Liebe und der Oöewo'hnheit können sie gleichwohl sich und den Turm nicht ver­lassen. Wie ein paar arme, pfeifende Ratten stürzen ihre Seelen, einen Ausgang suchend, an den Quadern entlang, aber immer wieder treffen sie nur sich und schlagen sich die Zähne gierig in< den Hals.

Dieses durch Haß und Liebe znsammengeschmicdcle Ehepaar bildet, wie längst bckannt, eine künstlerisch».' Meistertcistung Paul Wegcners und Gertrud Evsoldts. Wegeuer, der Ultra­mann, mit breiten Stiefeln die Erde stampf-md: Eysoldt, die Ultra- frau, mit Nadelstich und Tücke jede Roheit vergeltend und über- trumpfend, K'otossa lisch Übermenschen groß waren die Beiden gegen­einander gestellt. Die Katastrophe bricht herein, als ein Vetter der Frau, von Werner Krauß angemessen verkörpert, den» Turm naht. Ein wilder Kampf der Vereinsamten um diese neue Seele beginnt. Sie gebrauchen ihn gegeneinander, sie fressen ihn sckkieschich auf, vertreiben ihn aus dem Turm imd sind am Ende des Stückes wieder allein, einsam für» alle Einigkeit gegeneinander gestellt. Dieser Kreislans eines Ehe-Elends wurde von R'änlmrdts Regie in seiner oanzen stummen nnd deftigen Schrecklichkeit dar-, gestellt. Die tiefe Beklommenheit der Zuschauer 'löste sicheln Schlüsse in brausende Verehrung für einer» solchien Grad von Seelen künde.

Eh r e n v o r st e l l n u g für Oscar Sauer. Aus Berlin wird uns geschrieben: Die Berliner Theaterwelt stand in der letzten Woche im Zeichen Oscar Sauers, des mensch­lichsten Künstlers der Otto Brahrn-Schecke, des erftzm Berkörperers so vieler Ibsen- und Hanpimann-tHestalten Osoar Sauer, der Seckzigsährig-.^der seinen Festtag an den Krank.mstuhl gefesselt beging, ist ein Symbol der bestlm Berliner Thea! crlu stur geworden, Kind Berlin tat alles, um ihm ehrenvolbm Dank zu erweisen. Der» Höhepunkt der Saner-Ehren aber bildete die Festaufführung der Strauß'schenFledermaus", die Montag nachmittag im Charlottenburger Deutschen Over n hause stattfand. Tie nahm Hastesten Künstler der Berliner Schauspiel- und Opern- bÜhnen hatten sich bereitwilligst in den Dienst des Unternehmens gestellt, um ihren großen Kollegen zu huldigen. Das große Haus war trotz dreifach) und vierfach) erhöhter Preise bis aus den letzten Platz ausverVauft nnd bot das Bild eines selten festlichen gesell-

A u s d e m S t a d t t b e a t e r b u r e a u. Da sich außer- ovbenllicii lebhafte leilnnljmc für das Gastspiel Konrad Dreher a»», San,Stag kundgibt. werden Interessenten, die sich noch nicht vorgesehen haben, gut tun, sich balstgst Plätze zu sichern

** D ie la ndwi r t s ch >2 ftl i ch! e n W i n t c r s chu l c n Ku r h e s s e n s i m dritten Kr i egs j a h r. Trotz der durch den Krieg hervorgcruseueu mißlichen Lage, in ioelcke auch die landwirt- schastlickieu Betriebe infolge Rcaugel au Arbeitskräften »lud sonstigen Schvierigleiten geraten >ind, hat sich die Besucherzahl der land wirtschastlichm Wiuterschulen Kurhesseus im dritten KriegSiviuler von 149 iin Vorjalwe auf 153 vermehrt. Eröffnet wurden bekannt- lich nur die Scluileu zu Eschkvsge, HerSfeld, Hofgeismar, Marburg und Melsmrgeu. An der Spitze steht Mapbnrg mtt 5-0. Tann folgen Eschivege und HerSseld mit je 27, Hofgeismar mit 26 und Mel sangen mit 2.9 Schülern. Ter Heimat nach stammen 148 Schüler auS .Kurhessen, 4 aus anderen preußischen Gebietsteilen, und 1 aus dem Großherzogttim Hesstm.

Lattdkrcis Gießen.

** Langsdorf, 10. Jan. Leutnant d. R. Otto Kneipp (Lehrer) cLhielt das Eiserne Kreuz l Klasse. Er tvar zuletzt als Ko m!pa gute führ er im Jus. Regt Kaiser Wilhelm tätig, >vuM" seltner verivuirdet und sieht zurzeit im Evangelischen Schwestern- l-ans Giessen seiner Genesung entgegen.

KrciS Schotteli.

0 Schotten, 10. Jan. Gcstenr fand im hiesigen Rat- liaussaal eine Sitzung des für den Kreis Schotten gebildeten Aus­schusses zur Förderung der G r o st h e r z o g s!j u b i l ä u m östif-> t ii n g statt. ES imtrde besch,lassen, bei sämllickiieic Bürgermeistcreieu des Kreises Sammelstellen zu errichten.

O Gedern, 10. Januar. Der Gemein berat b^villigte für die H e s s i sch, e O st p r e u st e. n h i l j e 20s) Rtark. Ter Vorschuß-- und Kreditverein (Ä. G.) stiftete für den gileich>en Zweck 100 Ms.

Kreis Friedberg.

* Aus der W e t t e r a u , 9. Jan. Vereinzelt ist der Bauers­mann immer noch aus dem Felde anzutreffen. Die ungünstige Wit tcrung des Jahres 1916 hat ihm keine Sorge erspart mrd Arbeit im Ueberflust geschaffen. So kommt es denn, das; man Heuer sieht, wie der Landmaicn noch draustell pflügt, um seinen Acker für die Früh jahrsausstellung vorzubereitcn. Das Fahren des Düngers will kein. Ende nehmen. Weil die künstlichen Düngemittel zum größten Teil fehlen, must für reichliche Düugimg durch Stalldling gesorgt lverden. Der Laudmaun darf keine Aäbeit scheuen, um die Produktion im Jahre 1917 auf der Höhe zu erhalten.

Starkrttburg und Rheinhessen.

Fc. M i ch e l st a d t , 10. Jan Zu einer E h r e n Halle für bic Gefallenen des ganzen K'irchj-mspicls soll nach einem Beschluß des Kirch)ieuporstandcs die Friedhofskapelle ciugerickstet werden. Es sollen zu diesem Zweck' Gedäckstuistafeln an den Wänden angebracht werden.

Kreis Wetzlar.

** Wißmar, 10. Jan. Der Gefreite Schwalb von l>ier wurde zum Unteroffizier befördert.

Hessen-Nassau.

Kassel, io. Jan. Im Jahre 1016 hatte die Stadt- verwaltu'ig 281 000 Quadratmeter 2ad als sogen. Kriegs­pacht l a i» d ii» Kleiicklächen von 2>>0 bi« 400 Quadratiueter zur Selbstbewirtschaftuug verpachtet, ^voraussichtlich »oerde»» iu dieseu» Satire noch »veitere GruudNücke sür Kriea4pactnlau!> ersclüosseu.

X Hanau, 10. Jan. Der Ausschuß für Kriegsbeschädigten' Fürsorge in» Stadt- und Landkreise Hanau hat auch eine Stelle sitt K r i c g s p a t c ils ch a s t eingerichtet, die, ehrenamtlich verwal > tet, billiger arbeiten wird wie Vmsicherilugsgesellschasieic und auch ein sehr ersprießliches Feld sür ilire Tätigkeit finden tuird.

Itn t>erfi ätfrfTlacforiciljteii,

][ Marburg, 10.Jan. Unter der Überschrift Vaterl än dis wer Hilssdi eust niacht der Rektor der Universität, Pros. Dr. Leonhard, am schioarzen Brett, folgendes b könnt: Da nach Auskunft der zustäudigeil Kriegsanltsstelle augenblicklich fciii drin

am ... u vBm*Ljmaii~wjzm -mman-amm-m-nvmmmmmmmmmmKmmmm

schuftlicheu Ereignisses. Tie Aufführung leitete ein von Julius B a b verfaßter Prolog ein, deir Friedrich, Kvyßler mit innerlichster Wärme sprcrch. Die Fledermausharstetlung selbst entstnach völlig ben durch das Versprochene äußerst hoch gespanrile.u Erwartuug«n. Am meisten Sensanon erregide Alvert B a s s e r m a n », der in der Rolle des Gefängnisdirettors sprüheicdim Humor u.nd eine geradezu verblüsfende. Vielseitigkeit zeigte ilnd wohl zum erstenmal als Sänger auf der Bühne stand. Ten besten Stranßichm Operettengeist verkörperte Fritzi M n s s a r y , derni Sonbretteitaeiiialität slinim lich nnd darstellerisch,M die Virtnosinneii der größten Operctt>'nzeit erinnerte Das Konzert in, ziveiten Akt ließ Eläre Dup, Hermann I a d l o w k e r und Paul K n ü p f er vom Kgl. Opernhaus er­scheinen und rief nich tendemvollen.de >» Beifall hervor. Auch TiUni Tnrieux und Guido Thiel s cher trugen das Il^e zu dem glänzenden Erfolge bei. (Gut, besonders gesanglich, war Julius L i e b a u als Frosch: eine Sonderleistuug bot Max P a l l c n b c r g in der Rolle des amueldeirden russischen Dieners, unuachahnilich komisch in jeder Bewegung, jedem Zucken des Gesichts, von Imprv visatiomm und Eiusällci, überguelleud Das Publikum, i» dessen Merrge man zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der Ltteratnr, des Theaters, der Hochfinanz und Industrie erblickte, dankte lebhaft für diesen seltencm Genuß.

T a r m st ä d t c r Gedächtnisausstellung j ü r K a r t T y l m a n n. Ter Tod ^deS achitiindzwanzigjährigen Graphikers Tylmann, der im Sommer seinen vorm Feind erl-al.enen Wrorder» erlegear ist, tvcrr ein Verlust, den die große deutsche Kirnst der Gegeinoart ertittzm fml D»'r feinglicdrige St ünfi. ter wurde weiteren Kreisen znnäch,st bc'kannt dnrch seine Buch illustrationen, zu denen ihn das pliautastische. Groteske und Metw physische in Dichlnngen Wielands, E. T. A. .Hoffm/rrms, Jean Pauls, Grabbeg auregte, inspiriert durch, das feiten,Medium in seinen) feinen Wesen: durch, das Wisstm um das Tragische und K "mische im Menschen, seine düster,".! Rätsel und seine Manen ersicheiuung. Tylnlaun war ein liarter Denker mit dem Stifr. Aber er begann als blauäugig lachender Philosoph mit der lichl,w Maske des Karikaturisten, in der GvoteSke, v.rs.ink dann ins Erotische und erhob sich ins Mystisckn, um n.xh kurz vor d»'»' Ende, aller Romanlik entrisserr, in die Wirslick,seit de" schrr-cklichstei, der Kriege gejagt, das Religiöse in jauch,v.-uben Visionen zu rr greisen. Ten auch der Qnantrtät nach frappiercmden Umfang diesem Schaffens vereinigt jetzt eine Ausstellung des Kunstoer- eins seiner Vaterstadt Dar m st a d t, die in dieser inkposanten und erschiütternden Ehrung die Erkenntnis eines aust'rgervöhulich-u Fleißes vermittelt, der iu manchen unbedingten (Gebärden plötzlich Genie l)at. Einflüsse und Turchgangsstadteu ftnb da nnd dort merkbar vorl-anden: aber die eigenarlige P rsöntichkeit, die stärkste Einprägnng anS dem K'reis ttzeorges^nnd der Stadt Münckc,, erfahren l>at, haftet als Ergebnis des Studiums dieser vielseitige-. Schau unmiitelbar im Besucher fest. Absolut möckche mau in späten Holzschnitten mi! Städtebilovorwurstn, di>^ noch ",I ornamen'al gedachte Grisfelkunst gemahnen, imd in unendlich zarten Landschaften das Wertvollste erblicken.

Kriegs-Exlibris. Selbst dem enllegewm und sriod- tkficn Gebiete der Blieherzeichen T>at der Krieg sein (tzepräge auf-

geuder Bedarf au hilsSdienstpslichtigett Studenten besteht, so mid) es sich empfehlen, nur aus Grund sorgsältiger Prüfung schon letzt eine Vlnstellung im Hilsödienst fest auzuuehmen. Auf dem Renorat tvird eine Beratungsstelle für alle Fragnr des HtlsAdrenstes einge­richtet. Dort wollen sich alle Siudenbenr. die sich znm Enttrltt m dku vaterländischen HilsMenst gemeldet habeil oder melden nwuen, aninelden, um ihre Wünsche bezüglich Art, Ort und Zeit der Bkr- ivenduug anzngeben. Die Kriegöamtsstclle wird diese Wünsche nach Möglichkeit berücksichtigen. Insbesondere wird sie St,"denten, vre in pder vor einer PrüflMg ittheui, n'nr in» gröstten NotsnUc ein-- berilsen. _ _

iVruiifcbtCf.

* Di e veredelt e He id e l b e er e. Wällir-end die garte»,- mästige Kultivierung der Erdbeere schon zu jedes Gartenbesitzers Nutz und Frommen dnrchgeführt ist, hat die ailspruchsloiestr und in kargen Felsen ritzen ebenso tvie (nt märkischen Föhreuwalde gv-' de!he»,de Heidelbeere bisl-er noch keine Veredelung er'sal)reil. Der Nutzen, der daraus erwachsen könnte, wird sck>on ans der starken Verbreitung der Beere, die allein in Delltschland ans ent halbes Dutzend Namen hört, ersick.tlich Die Schlvierigkeiteu bei rnt sprechenden Versuchen schienen jedoch uilüberwiiidlich, da alle ge­hr ä'uchliehen Kultiirmethodelk mit völligem Fiasko abschlossen, bis mau auf einen mitrostopischen Pilz aufmerksam lourde, an 001011 Gedeihen daö der Pflanze »pebimdeu scliieu. Er wäcl^t ans den Wuezeln und hat eitle eigenartig'' Vorliebe für saure. Boden, mit: stärksten für Nkischnngeil von Saild und Tonerde. Mtt dioer Erkenntnis ivareu aber anch, wie ans den von B. V. EovUle im.' ,/National Geographie Magazine" geschilderten amerikanljchlil Blw' furlieu deutli'h hervorgebt. alle. Wege in auffallender Weite geelniel. Es lvurde sestaestellt. daß die Beimehrung dinch Stecklinge der- jeuigelt dlirch Sämlinge liberlegeu ist, daß. die ^tecklmge lnner Mi-« Pflanzung verschiedener Pflailzeu angehören müssen, daß Dir Wtn- terkälte sür das nächste Blühen förderlich ist, so daß, ein Kultwieom ill Treibhäuscril sich von allein erübrig! Die Fuhren Heiden, also Boden, der sür sonstige laudwirtfchastliche Zwecke nwiilg gnnynet ist, stellen die aüusligsteu Vediug'llngen für Heidelbeerniltur dar. Die Pflauzeli brinnen schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit, spätestens nach.9 Jahren, Früchte und bleiben ein gutes Meufcl)en- alter lstudurch ertragfähig Die Beerel, treten au den veredelten, Pflanzen büschellvcise auf und werden gröster und lvohlschmerkellder, als hei der iuaU> ivachsenden Heidelbeere.

* Die P r 0 l, e p r c d i g l. Frievricl, der Groste liebte es, feinte Leute kräftig aus die Probe zu stellen, lind setzte manck> einen durch eine ungelvöhnlichc Frage oder eine überrascl»ende Handlung rn Verlegeuheil. Er freute sich, aber stets, wenn der Betressende fick) lilrfd irremachen liest, sondern sich als gcnstesgegcnloäi-tig, rot- sckilossen und tüchtig lil>ertvies. So prüfte er auf seine Weise auch Mimini einen tzraoigtamtSfLndidatat. Dieser >>>',- >" >n König eilt Gesncl, vorgelegt, in dein er sich beklagte, dast er mangels per­sönlicher Verbrühungen bisher stets bei de, Besetzung von Pfarrer- stelle» übergangen tvordeu wäre Friedrich beschied ihn. er solle zuuäckist eine Probepredigt in der Hoskirche halten, tun Text dazu fvlirde er ans der Kanzel vorfilideu. Ter Knudibtt stellte sich zur Predigt ein, bestieg die .ü'auzel und faitb dort eilt versiegeltes Blatt Als er es aber öffnete, stand nichts daraus geschrieben, Hier ist uichtS und da ist. nichts," sprach er zu der (tzenieinde, in­dem er das leere Blatt vor aller Angelt lvandte.So will ich denn meiner Belrachttmg das inhaltsschwere Wort liichtS zu­grunde legen." Darauf lstelt er eine Predigt über die Allmacht Gottes, die auS dem Nichts die Welt geschasst ',1 hat, und über die Torheit derer, die au die Nichtigkeit der irdislhe» Güter ilm Herz hängen, und sprach so vortrefsli>h, dast der König, der mit steigender Befriedigung zu gehört hatte, noch, am gleick-eu Tage das Konsistorium wissen liest, er lvüusche den M anbibaten in aller .Mrze i" einer guten Pfarrsb etle v ersorgt z u sehe n. ___________

Biührsche Universitäts-Druckerei. Schulstr. 7

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Abteilung, Kri g< bücherei ungegliedert habeit, und bei ilmeu ist der ganz begreiflich.' Wuitsch entstandc-n, dasü, auch ein besonderes Exlibris zu besitzen. So ist das Kriegs Exlibris entstanden, über das Arichivrat Dr. Rudolf Krause iu der bei b-r beiitfefri« BerlagS-- anstalt in Slntlgarl erscheinendm Wochenschriftlieber lstand nnd stAecr" einen Aussatz verüffeittließt. Schr verschiedener Art sind die Motive, die auf den Kriegs-Exlibris zur Darstellung gelangt sind. Mehr oder weuiper realistisch gehaltene Ausschnitte ans dein L-oldatciileden, kleine Kampsszenen kommen vor. Nur auS- ltahmsweise sind diese Bildcheeit bestimmt lokalisiert, meist siitd sie ganz allg'mein gelallten, und Mich, Geurczeichllingen friedsamen Eharak ers sind nicht selten. In einem Universal Exlibris führt Mathilde Ade eine junge Frau vor, die. einen Säugling neben stch, tu Tränen ausgelöst vor einem Kruzifix betet, lvährend nn, H tut erg runde ein brennendes Dorf sichtbar toird. Univi-rsal- KrreaS-ExltbriS gibt eS überhaupt in größerer Anzahl: es sind das solche die 1 ,ich' ans eilten bestiutmten Nanv-n lautem, sondern Itch für jedes Buch und ,ede Person eignen und imlcr schriftlicher Etitfetzung des. BesUteruniueits von jedermann venoi'rlet unnden können. Zu den Untver al-Exlibris zählen z. B die beiden Blätter, die der deutsch..- Küustlerhtlfsbitnd tu Kufvfei'druck Erstellen lteli und die z-, oem btlllgeu Einzekvreise von IO Psg. Massenw'rbnü- ui,g g'iitiid.-u haben. Dasein.-dav<n, hat Franz Dtaaseu gezeul.net:

Ä - ! f V cnu n ^ckdm ^Z"'g'n>tt, der das Sch.lloc-rt schvingt und S r ? rfn i b eme mit Harfe und Buch m.s^rüslete

Österreich, hat der Ausschuß bildender

.stüustl'l aus Grund eines Wettbewerbes ein, Anzahl gefälliger

m!ST*L\1r ^"Wtob Offct, ö. M («infe unb n IQiuin Künstle,., veröffentlicht. Zu Woblsahrtsziveckm ist ferner

re m)n Exemplaren das als Gravüre

60 ?frmrz Bayros für den Re vm. ein^n. v. Hötzendorf gl^ ülmet hat ^ es bringt

umramchte Gestalt des schloertschmiedendcm ihre .K riegs Exlibris .-igen buuü ... frfmürfe ,^fl V ^ ^ weniger dazu bestimmt fink ^UcfN-r bömTi??*'Ä? ' dlni Allspruch rrlM-fKi,, ganz .mabhingig

Itf-UeH rfi"L? , h ?c nuf ! rb l nt O rdert Als Kuriosum sei Roben ?a,iabein ^ erlvälmt, daS der Z,nchner,

raM^de Äwks^^^^ c ^ m} ^widmet 1jaf, es zeig! eine

Ungetüms frf mji.-u rschwere Fäuste eines geisterlmtte,! tugetums scheinen sich zermalmend darauf herabzitstmk.ol.

Ne^o'ck üJ r il an« r-St eines. Wie an«

B Holm dm Ä^L^E der dänisch- Forsch»ngüreisende Fritz reiifc\Xm,%« f Z tn - w I nc t n für c,m ' Millionen Mark mi eh»

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