Ausgabe 
30.1.1917 Erstes Blatt
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totr heute noch nicht kennen. (Stürmischem Lärm.) Ngch werteren Ausstellungen der Rechten, die jedoch für die Re- grerung zu stimmen erklärte, wurde die Tagesordnung unter andauernder Unruhe angenommen. Die nächste Sitzung findet Dienstag statt: Interpellation über die Kohlennot.

Die Lebensmittel- und Kohlennot in Frankreich.

m ? cr J t ' 28- Jan. (WTB.) Lyoner Blätter melden aus Paris: Der Allae meine Arbeiterverband in

Frankreich fordert in einem Manifest an Reaie- runc;, Parlament und Oeffentlichkeit schnelle und wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der Lebensmittel not, die skch durch die schlechte Ernte, die Tauchboot-Tätigkeit und E. ^"-aiseligkeit der Behörden zu äußerstem Ernste ver­schärft habe. Das Manifest fordert unter anderem Beschlag- nahine und Bestellung unbebauter Ländereien, sowie Ent- lasfung der zur Territorial-Armee einberufenen landwirt­schaftlichen Arbeiter.

Bern, 28. Jan. (WTB.) Tie Kohlennot in Paris dauert fort. Statt der täglich notwendigen 6000 Tonnen rönnen nur 3000 verteilt werden. Die Militärbehörde stellte dein Transportminister H e r r i o t tausend Lastautos und Arbeitskräfte zur Berfiigung, um die in Dieppe, Le Havre und Rouen lagernden Kohlen nach Paris schaffen und ver- teilen zu können. Es kam mehrfach zu neuen Kundgebungen, doch sind die 'Rachrichten darüber in der Presse außer 'den Ueberschriften von der Zensur gestrichen.

E;ne neue Konferenz in Petersburg.

Petersbur g, 29.Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die Peters­burger Telegraphen-Ageittnr meldet: Demnächst wird eine Kon- fere n z d er Al lijiert e n stattsinden. Die Regierungen werden lnerber durch ihre Botschafter und durch besondere Abgesandte ver­treten sein. Diese Konferenz ist bestimmt, die bisher in den anderen Hauptstädten abgchaltenen fortzusetzen mit dem Zwecke, durch Nebcr- ernkommen die kräftigsten Mittel zur Fortsetzung des .Krieges fest- ju)teilen imb die Ausnutzung aller für die Alliierten verfügbaren Hilfsmittel auf gemeinsamste Art $n regeln.

- ^ Berlin. 30.Jan. Nach einer Meldung derBoss Ztg >ol! du franzöjrsche Regierung eine aus (General de Castelnau und dem iruheren Ministerpräsidenten Donmergue und anderen be­stehende A b o r d n u n g nach P e t e r s b n x g entsa,idt habest, um den Zaren von der Notwendigkeit zu überzeugen, daß das Misti- sterrum nmgebildet und, wie «es in der Meldung heißt, in untadel­hatte Hände gelegt werden müsse.

Russischer Heeresbericht

^ ^ ft f r o n t: Nach starker Artillerievorbereitung griffen die

Deutschen unsere Abteilungen auf beiden Seiten der Straße .mrlutzen-^L>ch^ck, westlich Riga, an. Ter Angriff wurde abge- Wagen. Die Deutschen strömten in Unordnung zurück. Nach zwei stunden erneuerten die Deutschen den Angriff cntf dieser Front. >3ie ftmcbett ttnefccr ziwückgeschlagen. Nach Artillerievorbereitung Sff Gegner euren Angriff auf unsere Truppen, die eine Wellung 6 Werst iwrdwestlich des Torfes Kaintzen innehatten, "wer Feuer, zwang du Tentschen, sich niederzulegen. Am 25. Ja­nuar stellte sich ber emem unserer 0stge,n an griffe im Abschnitt des ^fnllumpstS der Feldgei st liche eines unserer Regimenter, Archaei nachdem alle Offiziere kampfunfähig geworden

waren, persönlich an die spitze der Angreifenden und riß sie nut sich vorwärts Da er selbst verwitridet war, wurde er kampf- In der Nacht zum 27. Januar machten kleine feindliche Abteilungen nach F^ierVorbereitung einen Angriff auf einen un- 125 l ofteTt am Schkschlwa-Fluß, in der Gegend der Bahn- strecke BvranowitschiLuunnetz, wurden aber in ihre Schützengräben zuruckgetrieben. Am 27. Januar wurde eines unserer Farman- NugzQige nnt demFliegerfähnrich Pluguin und dem Beobachter Hauptmann Kiselen ans der Rückkehr von einer Erkundung von einem deutschen Zerstörerflugzeug angegriffen. Es nachu den Kampf ultt ihm aus. Nach einem beiderseitigen Kampf mit Maschinen

Französische Hilfe für Italien.

Köln, 29. Jan. Wie dieKölnische Zeitung" berichtet, rechnet man in italienischen militärischen Kreisen damit, daß schtvere Artillerie vom Westen an die italienische Front ge- . am ** .W 6 die Ankunft mehrerer hoher fran zoftscher Offiziere in Rom in Zusammenhang. Unwahr­scheinlich sei die Absendung italienischer Truppen nach dem Westen.

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Aus Griechenland.

- En, 29. Jan. (WTB.) Meldung der 2lg«mce .Havas. Der M unsrer des Aoußern brachte am Samstag dem französischen Gesandtm zur Kenntnis, daß entsprechend den Forderungen der Ententenrste vom 18. Tezember General Kallaris, der zur ^ert der Ereignisse vom 1. und 2. Tezember Kommaildierender Oeneral des 1. Armeekorps war, seines Konrmandos enchoben wordeii ist. Ferner ivurde dem Gesandten mitgeteilt, daß die königliche Regierung vom König ermächttgt worden sei, alle Ber- orndimgen, die man als schädlich iür die Interessen des Staates betrachte, auszulösen, und daß die königliche Regierung gemäß der übernommenen Verpflichtung am Freitag zur Auflösung des Reservistenverbandes geschritten sei.

^ Birüus, 29. Jan. (WTB.) Melduirg der Agenee Havas. Der. Kommandant der auf Korfu garnisonierenden griechischen Division hat von der königlichen Regierung den Befehl erhalten, dre Druppen nach Patras zu führen. Auf der Insel verbleibt nur eure Abteilung von 200 mann. Ter Befehl über diese wird einem Offizier übertragen, dessen Loyalität gegenüber der Sache der Entente sicher ist.

Die Haltung der Schweiz.

Budapest, 29. Jan. (WTB.) Der Präsident der Schweizer Republik, Schultheß, äußerte zu einem Be­richterstatter ^desAz Est" auf die Frage, ob die Neutra­lität der Schweiz in Gefahr fei, unter anderem fol­gendes :

orrr-3^ nicht, daß irgend eine kriegführende Partei die

Absicht hat, Druppen durch schweizerisches Gebiet hindurck^u- fuhreii bin vielmehr überzeugt, daß keiner der Nachbarn die neutrale Lage der Schweiz- aufer ackst lassen wird. .Uebrigens wärx es ff'jr keine Pattei ein vorteilhafter Berffich, durch die Schweiz ziehen zu wollen, dann sie würde neben Geländeschwierigkeiten und bisherigen Feinden iich der ganzen Schweiz gegenüber sehen.

Was die Nationalitätenfrage betrifft, sagte Schultheß, so genießen alle Teile der Schweiz vollkommene Freiheit und denkt laum jemand daran, daß das Nationalilätciiprinzip in fprach- Mwr ^inne in der Schweiz geltend gemackst werden soll, da imser Bott, sei es deutsch, französisch oder italienisch, von dem un­erschütterlichen Willen durchdrungen ist, in ungeteilter Staats- gememschait beisammen zu bleiben.

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Ein Anschlag ans den.König von Spanien.

Madrid, 29. Inn. (WTB.) Meldung der Agenee Havas. Nach Zeitnngsmeldnngen haben Verbrecher ver­sucht, den K ö nigliche n Z n g bei EKanada znm Entgleisen zu bringen. Es fanden zwei Verhaftungen statt. Das Unrer- staatssekretariat des Innern soll den neuen Anschlags- Versuch amtlich bestätigt haben. '

gew^ren nng mHr Flugzeug Feuer und fiel in der Gegend des Lchtschara-Flunes, südöstlich Baranmvitschi vor unseren Draht­verhauen m^er. Die Leichen des Fliegers und Beobachters wur- öen am glichen geborgen. Ein deutsches Flugzeug warf

Äimben auf den Bahnhof Lamrrre, an der Bahn nach Alepan--. drowsr. Am 19. ^anuar lEpiphmnastag) durchwanderte einer unserer D l v i s i o n s g e i ,t l i ch e n, Erzpriefter Kl)olmagerosf, in der Gegend von Labuzy am Schtscharasluß die vorgeschobenen. "Schutzengraben mit einem Kreuz und segnete die Truppen Das vom Gegner eröffnete Geschütz- und Maschmengewehrfeuer hielt den Bater Äholmogeroff nicht auf. Eine der feindlick-en Minen ver­wundete den tapferen Priester und den ihn begleitenden Soldaten lodltch. Dieser starb eine Stunde darnach. Als Krankenträger herbcieilten wehrte sich der Pater, verbmiden zu werden Er vefabl, daß der Soldat vor ihm verbunden würde. Trotz deS starken Blutverlustes gab der Priester dem an seiner Seite sterbenden Dwldaten die letzte Wegzehrung, und erst als dieser fortgetragen war, ließ er sich verbindeii. Der Pater war im gleichen Tage am Verbandplatz der Division.

- twn Brodh machte der Gegner einen Angriff auf

unsere, Wachabteilungen. Durch unser Feuer und einen Gegen­angriff erlitt er starke Verluste und zog sich in Unordnung in die Schützengräben zurück. Nördlich von Kirlchaba wurde ein feind­licher Angriff abgeschlagen.

Rum ä n i s ch e F r v n t: Nach Artillerievorbereitung mach- ttn unfere Abteilungen zu oeiden Setten der Straße Kimpalmig ^akobenp einen Angriff und durchbracheii nach erbittertem Kampfe die besestigteii Stellungen des Gegirers auf einer Front von 3 Werst. Wir brachten Gefangene und Beute ein, deren Zahl noch nicht festgestellt ist. ^

Kaukasus-Front: Die Lage ist unverändert * * *

Eine italienische Ministerrede.

t /^bTB.) Meldungver Agenzia Stesani: Mi

Nister. Bianchi hielt eine Rede über die Verbrauchsbe- \ t T' 11 Ll n J? ng c ^ach den üblichen Ausfällen gegen den Feind, der Dmpruch darauf n-hebe, sich ^mlifiert nennen zu dürfen, aber die ^''^sliw.Michen Entdeckungen mir benutzt habe, um die Zerstörung der Zivilisation zu beschleuuigen, erklärte der Minister, die Lagg Italiens sei zwar in jeder Beziehung ermuttgend, das habe aber die Regierung mcht von der Verpflichtung befreien können, in die Zu­kunft zu schauen und rechtzeitig Vorsorge ju treffen. Der Friede lo ^ange :noch nicht möglich, Äs im deutschen Volke die über- spannte Vorstellung von Ichrrer Ktaft und Fähigkeit im Vergleich anderen Völkern der Welt herrsche, die sich nach Meinurrg Deutschlands seiner Herrschaft unterwerfen müßten. Diese Erob^ rimgs- und Herrschfucht l^s deutschen Volkes fei auch ein Bewe§ mr die Richtigkeit der Ueberzeugung, daß der Käieg von ichn ge­wollt sei und daß das Friedensangebot nur bezweckte, die Laae^ m ernn dauernden zu machen, die, auch für Italien eine Droh.mg für dre Zukunft bedeute. Dieses Friedensangebot sei deshalb vom Vier- verbande ab^elehnt worden Da letzt Italien durch die Notivendig-- keit der nattonalen Verteidigung gezwungen sei, den Krieg sortM- letzen,, verlangte der Minister strengste Disziplin im Lande denn diese ser «nne unumgänglich notwendige Bedingung, um den Siea zu errungen, und werde arrdererfeits die Gegner in Verwirruna 'Essen, wenn fre ihr Ziel mcht erreichten. Deshalb müsse Jta ien meinen Widerstand fortsetzen. Es sei notwendig, den Verbrauch ei^ Schranken und ein strenges Leben zu führen. Der Minister schloß m lt r-rl Italien an diesem Kriege ans völkischen

riSr^n '® rün ^ ctl tellnehme, hauptsächlich

der Selbsterhaltung. Er wünsch?

Wilson gmy klar werden möge, der bei aller edlen Yritberiu T sP 0 ??! 6 ? ltehenden Europa den Frieden l l l} n höchsten Sphären abstrakt humanitärer fÄTmgeÄV ^ büTt °us die Realität der

Der Seekrieg.

Wertvolle Beute unserer U-Boote.

Berlin, 29. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Ein dieser Tage von einer Unternehmung zurückgekehrtes Untersoe- boot hat elf Fahrzeuge mit 32 469 Tonnen, ein anderes acht Schiffe mit 22 244 Tonnen versenkt. Unter den neunzehn Schissen befanden sich sieben Dampfer mit Kohlentadung nach feindlichen Ländern, zwei Dampfer mit 13 200 Tonnen Weizen nach Frankreich und England, ein Dampfer mit Bleierzladung nach England: der Rest der versenkten Schiffe hatte u. a. Grubenholz, Fische, Flachs und sonstige Bannware geladen. Von dem ersten U-Boot wurde außer­dem ein 6-Ztm.-Geschütz erbeutet, durch das zweite U-Boot neun Gefangene eingebracht. Ein drittes Unterseeboot hat in den Tagen vom 12. bis 22. Januar insgesamt 13 Fahr­zeuge versenkt vvit zusammen ca. 12000 Tonnen. Unter ihnen befanden sich vier Schiffe mit Kohle, sechs mit Gru­benholz, eins mit Erz, eins 'mit Pech und eins mit ge­mischter Bannware. Schließlich hat eines unserer Untersee­boote drei englische Fischdampfer nähe der englischen Küste auf- und in den heimischen Hafen eingebracht. Die drei Dampfer werden der deutschen Seefischerei zur Verfügung gestellt werden.

Französische Geheimbesehle.

^ JL er Ü n : 28 Jam In der Denkschrift der Kaiserlich deutschen Regterung über die Behandlung bewaffneter Kauf­fahrteischiffe vorn 11. Februar 1916 sind die Geheiminstruk­tionen der britischen Admiralität veröffentlicht, die sich auf die Benutzung und Instandhaltung der Bewaffnung auf Kausfahrteischisfen, die zu Verteidigungszwecken bewaffnet srnd, bezrehen und auf den am 3. November 1915 im Mittel­meer versenkten bewaffneten englischen DampferWood- field" von einem ilnserer U-Boote erbeutet ivnrden Unter anderem besagen diese Instruktionen, daß der armierte Dainpfer auch dann das Feuer zu eröffnen hat, tvenn dasl feindliche U-Boot noch keine entschieden feindliche Hand­lung, wre z. B. Abfenern eines Geschützes oder Torpedos' begangen hat. Am 29. Oktober 1916 ist uns auf einem französischen Handelsschiff die Geheim­instruktion des französischen M a r i n e m i n i st e - rrums in die Hände gefallen, welche den gleichen Gegeri- stand behandelt. Aus dem Inhalt des Schriststtickes sind folgende Sätze von attuellem Interesse:

^Manöver im Falle des Angriffs

sobald ein U-Bovt, das aufgetaucht fährt, bemerkt wird, drehe ißarr Gm das Heck zu, bringe die Maschinen zur Entwicke- lung höchster Geschwmdlgkeit und schlage, wenn man sich auf ogenem Meere beiindet, einen solchen Kurs ein, daß das U-Boot gezwungen wird, um näher heranzukommen, gegen die See an- zulaufeit, wodurch seine Geschwindigkeit herabgedrückt und seine Artttlerrennrknng beemträckstigL wird. Man eröffne das " e y, e 1 b a l d das P - B o o t sich in guter S ch u ß ^ locttefc cft nbet. Wenn das Schiff gejagt wird und das U-Boot infolgs ferner größeren Geschwin- drgkeit naher kommt, zögere man nicht, bevor 5* 3[ u gekommen ist, nmzudrehen und das

U-Boot zu überlaufen.

Wenn ein getauchtes U-Boot auf uabe Distanz bemerkt wird bringe nwn ferne Majchrnen zur Entwickelung größter Geschwin­digkeit und drehe auf das U-Boot zu oder von ihm ab, je nach­dem man es weniger oder mehr als 6 Strich von vorn peilt, W^nn man ihm den Bug zudreht, bemühe rnan sich, es zu über­laufen Wenn das getauchte U-Boot in genügend weiter Entfer­nung bemerkt wird, manövriere man so, als 'wenn man ein auf- getaucates U-Boot vor sich hätte.

Die neueste MeereSfperrung England».

Rotterdam, 29. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der Nieuwe Rotterdamsche Courantt" meldet aus London: Die Times" schreibt: Obwohl hrerzulaiide iwch keine Berichte darüber veröffentlicht sind, wird aus Telegramnren ans Skandirl-avien, die die Zensur durchgclassen hat, geschlossen, daß die britische Regierung in der Nordsee neue maritime Maßregeln plane, und daß dazu die Legung eines Minen­feldes in der Höhe der jütischen Küste gehöre.

Aus Kopenhagen vom 26. Januar erfährt die neue Gefahrzone in der Nordsee wird aus die

r ^ geringen Einfluß haben. 4cur die Route

nach Holland wird verlegt werden müssen. Das neue Minen­feld wird aber die dänische Fischerei sehr behindern und es wird dadurch die Fahrt nach verschiedenen reichen Fisch- grunden erschwert. Man erwartet infolgedessen und infolge der bereits bestehenden Schwierigkeiten, mit deneir die Fischerei zu kämpfen hat, ein weiteres Steigen der Fisch­preise.

Nach einem Telegramm aus Kopenhagen an die Exchange Telegram Company erfährt die in Kristiania er- schetnende ZertnngTagbladet", daß die neue Maßregel für den Handel von Skandinavien nach Rotterdam, der dadurch werde ex ^ ,)vext lDer )ßn wird, von größter Bedeutung sein

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Kristiania. 29. Jan. (WTB.) Das Marinemintste- rrum gibt bekannt: Ein norwegisches Motorfahrzeuck fetzte gesteril bei Hammerfest die 34 Mann starke Besatzung ernes deutsche n Tauchbootes, das aus See ae- sunken wai', an Land. Da die Besatzung nach dem norweai- fcheit Hasen auf einem neutralen Schiffe gebracht wurde, ist sie gemäß der in ähnlichen Fällen erfolgten früheren Ent- - scherdungen in Freiheit gefetzt worden.

** ^otiz: Wie mir hierzu an zuständiger Stelle erfahren, hatte das Tauchboot am 27. Januar abends in der Nähe von Hammerfest ein Gefecht mit einem englischen Hilfs­kreuzer. Tie Besatzung des Bootes ist bis aus den Ingenieur Hermann gerettet.)

London, 29. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel­det, daß der e n g l i s ch e D a m p f e rI e v i n g t o n" (2947 Bruttoregistertonnelr) versenkt worden ist ,

London, 29. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel­det, daß die norwegischen DampferH c r o",Bi dar" und Dom stad" versenkt wurden. Die Besatzungen wurden gerettet. Derirusslsche DampferEgre t" soll versenkt wor­den sein.

Las Palmas, 29. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Reuter.

holländische DampferMailand" landete l 9 von der Besatzung des n o r w e g i s ch e n D a m p. jer-oDharaseland", der von einem deutsck^n U-Boot versen kt worden ist.

Safocfi über öie Ernährnngrsragen.

* Jan. Im Verein zur Förderung des Ge-^

hielt Herr v. Batocki einen Vortrag über die ^uahrung im Kriege, wobei ßr nach der Frkf. Ztg. u. a. aus-

... ^ie wichtigste Frage: Werden wir d u r ch k o m m e n kömren bi- zur Ernte?, kann, sorgsamste Verteilung und sparsamste Ver- w^uugder Errate vorausgesetzt, unbedingt mit Ja beantwortet neiden. Aber knapp wird das Auskommen sein, noch knapper ben Vorjahren. Für die menschliche nndti^

ryche Ernährung stehen im lailfeiiden' Jahre von Kartoffeln, in Aornerwerte umgerechnet, 2 Millivilen Tonnen Getreide weni- Zer als im Boriahre zu Gebote; deiln dem Ausfall von etwa "0 -- 1 l sonnen Kartoffeln steht ein Körnermchrertrag von

etiva 4 Millionen Tvnneii gegenüber und ffmf Zentner Kartoffel Etwa EEM Zdntner Körner. Tie Ernährung des, Viehes i,t wegen der infolge Knappheit der menschlichen Er- nahrnng nottg gewordenen Verfütterungsverbote aus das äußerste bejchronti mch demgemäß ist der Ertrag an tierischen Erzeugnissen stark ve^nuidert worden, ohne daß die Weide- uiid Grünfutterzeit darm ^essermig bringen wird. Sogar die Kohlrübe muß letzt der menschlrck>en Ernährung dielten. Sie geht dem Vieh ver- lvren. La em Zentner Kohlrübenverffttterung etwa 15 Liter Milch ^ ergM ffch ohne kveiteres, wie sehr durch die Verwendung der Kohlrübe zur mensAichen Ernährung dre Erzeugung von Milch und Butter beeinträchtigt wird. Da jedoch die Nahrungs- Ü dw der Mensch unmittelbar genießt, sich im allgemeinen doppelt 10 gut venoerten, als wenn sie erst den Tieren zngewiesen werden, müßten die scharfen Berffitter-migsbeschränkungen erfolgen Die Einfuhr aus nentoalen Ltaaten ist ein Posten, ben man mir rn Rechmmg stellen kann. Um so wertvoller sind die Zuschüsse zu unserer Berpslegung, die wir aus Rumänien, sreilich angenchts der Berkehrsschwierigkeiteu in dem von seiner Regierung vor der Räumung systematisch zerstörten Laude nur ganz allmählich erwarten dürfen.

In seinen weiteren Ausführungen witerwarf Batocki die Grundc. dre , die Gegner des Snsrtzms der öfscntttchen Bewirb, ichastung anführen, emer krittichen Prüfung. - Er erklärte- Mit Prer sdildung ist nichts mrzufangen. Die Än-- stckt daN dre Srzcugnng im Kriege durch freie Preisgestaltung wesentlich gesteigert Ivecden könne, ist ein Trugschluß Bis sum Ende des SW§ also an dem gegenwärtigen System U g ehalten , werden. .Höchstpreise vlMc Beschlagnahme, ohne zentrale Bewrrtschatiung und Verteilung vertreiben die Ware rwm Markt Je knapper dre Gesamtheit der Waren wird, desto mehr neust das System der öffentlichen Beloirtschastmig erngreisen. 8

Aus pefsen.

Die J-estfttzuns von Höchstpreisen für Snotkartoffeln.

Der Abg. Wiegand lHcppenheim) stellt in der Zwei­ten Kammer folgenden dringlichen Antrag-Großh. Regie­rung bitte ich alsbald angemessene Höchstpreise für veranlassen ^ " 'estzusetzen oder deren Festsetzung zu

In der Begründ nnq heißt es:

Nach dem von der LandwirffchafrsEanimer für das Mofherzoa- ttim Hesien erlassen Ausschreiben ,ollen für die in diesem J«^e zur 2 aat erfiorderttchen Kartoffeln ganz außerordentlich hohe gezahlt Iverden. Die Preij-e^ bewegen sich, je nachdem es sich um anerlannte oder br-sichttgte^-Erartoffeln oder um nicht mierkannde Laakkartoffeln oder um Saatkartoffelu aus den hessischen Saat-. baustellen lnindett, zwischen 10 bis 13 Mf. 50 Pfg für dencrent^!- Hierzu tritt teilweise ilvch die Fracht und unter Umständen ehr Ausschlag. Da ber Höchstpreis, welche,: bte MStefg ^on ihnen erzeugten Kartofselii erhalten, nur 4 Mf für den Zentner beträgt, haben die Pr-eisomsätze der Landwirffcha'ftÄamn^r ^^UefeErreMng und mnen gwßen Mißmut hervorgerufm insbesondere auch nt den Kreisen der kleinen Leute die mrr fiii ihren eigenen Bedarf Kartoffeln bauen. Vielfach werden Ä- ^ zcichnctn. Prnsansgtzc Wuchcrprmsc gononnt und ^hört von vwlcn sagen datz su-be, solchen Prcism und öngosichtz iwr Hohn) und bn der Rrrschanden LeulE >m? soviel Kartoffeln bauen werden, als sie Mbst bedürfen Mitteln ist ober darons hin^rrhm,' d^tzin Vem L

Kartoffeln als früher angebaut werden und daß kein Stückchen KaEanb-m eignet, unbebaut blZt

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