. .3 ck; will ntcht sagen, daß irgend eine amerika- Regierung irgendwie sich irgendwelchen! F r ie de n s b e din Tun g en e n t g e g en stellen würde, tauf welche die gegenwärtig kriegführenden Regierungen sich einigen möchten, noch daß sie es versuchen würde, solche Vereinbarungen wenn räe geschlossen worden sind, u m z u st o ft c tl Dyn wek- dyer vlrt sie auch immer sein mögen, ich halte es lediglich für ausgemacht, das; bloße Faiedensvereinbarrrngen ztvischen detr Krieg- führenden riicht einmal die Kriegführendeii selbst befriedigen werden Bloße Vereilibarungen dürsten den Frieden nicht sichern. Es Wird unbedingt nötig sein, daß eine Kraft geschaffen wird, die imstande ist die Dauerhaftigkeit der A b m a chu rt gen z u Der bü r g e n, eine Kraft, weit größer als diejenige irgend einer der jetzt bisher gebildeten oder geplanten Bmidnisse, so daß leine Nation uird keine wahrscheinliche Vereinigungen von Nationen ihr die Stirn bieten oder ihr widerstehen könnta Wenn ^der jetzt zu schließende Frieden dauerhaft sein soll, sonruß es ein Friede rrsein, der gesichert erscheint durch eine organisierte größere Kraft der Menschheit.
Von den Bestimmungen des unmittelbaren Friedens, aus den «ran sich geeinigt haben wird, wird es abhängen, ob es ein Frieden yt, für den eine solche Bürgschaft gesichert werden kann. Die Frage, v n. der für die Zukunft Friede und Glück der Welt in ihrer Gänze abhäng., ist die: ist der gegenwärtige Krieg ein Kamps, um einen gerechten und sicheren Frieden oder rau; für ein neues Gleichgewi ein der Kraft? ?^ Wenn es nur ein neues Gleichgewicht ist, wer will, wer tann die Stabilität der neuen Vereinbarungen verbürgen! Nicht ein Gleichgewicht, sondern eine Gemeinsamkeit der Macht ist notwendig, nicht eine organisierte Nebenbuhlerschaft, Kmderm rät organisierter Gemein friede.
Glücklicherweise traben wir über diesen Punkt sehr ausführliche Versicherungen erlxilren. Die Erklärmrgen der beiden jetzt gegeneinander aufgeboleneit Völkergrnppen stellen in nicht mißzuver- stehender Weife fest!, daß es nicht in ihrer Ab
sicht liege, ihre Gegner zu vernichten. Aber« es mag vielleicht nicht allen klar sein, was diese Erklärungen mit sich bringen. Die Auffassung hierüber mag vielleicht auch nicht dieselbe aus beiden Seiten des Wassers sein. Ich denke, daß es oienlich sein möchte, wenn ich anseinaltderzusetzeft versuche, was n ach unserer M ein u n g in diesen Versicherungen begriffen ist. Es ist darin vor allem begriffen, daß es ein F r i e d e n w e r d ein muß ohne Sieg. Möge es mir gestattet sein, dies aus meine eigene Art ausznlegerä Möge es tviohl verstanden werden, das; ich keine andere Deutung im Sinne hatte. Ich suche, lediglich die Wirklichkeit ins Auge zu fassen, ohne Heimlichkeiten, die nicht am Platze wären. Der Sieg würde einen Frieden bedeuten, der dem Unterliegenden aufgezwungen wird. Das den Besiegten auserlegte Gesetz des Siegers würde als Demütigung und .Härte, als ein unerträgliches Opfer angenommen werden, es würde einen Stachel der Rachsucht und bitteres Gedenken hinterlassen, am dem dos^Friedensgebäude rächt in dauerhafter Weise, sondern! nur wie aus Flugsand ruhen würde. Nur eilt Friede unter gleichen Bedingungen kann Dauer haben. Nur ein 'Friede, dessen Grund- prmziv die Gleichheit und gemeinsame Teilhaberschaft an dem gemeinsamen Nutzen ist, verbürgt die richtige Geistesverfassung und die richtige Gesinnung unter den Nationein. Er ist für einen dauerhaften Frieden ebenso notwendig, wie die gerechte Lösung der streitigen Gebietsfragen oder der Fragen über Rassen- und Stammestreue. Die Gleichheit bdr Nationen, auf die der Friede, wenn er dauerhaft sein soll, gegründet sein soll und gegründet sein, müß, muß die Gleichheit der Re ch t e sein. Die gegenseitigen Bürgschaften dürfen einen Unterschied zwischen den großen und kleinen Nationen, mächtigen und schwachen Völkern weder ausdrücklich anerkennen, noch stillschweigend in sich begreifen. D as R e ch t muß gegründet iein aus die gemeinsame Kraft, nichst auf die individu el tcr N a ttonen, von deren Zu- ßwtm-enwirken der Friede abhängen wird. Eine Gleichheit der Gebiete oder Hilfsmittel kann es natürlich nicht geben, ebensowenig irgend eine anders Art der Gleichheit, die nickt in der gewöhn- lichen friedlichen gesetzmäßigen Entwicklung der Völker selbst erworben wttrde. Mer niemand verlangt oder erwartet irgend etwas/ das über die Gleichheit der Rechte hinausginge. Die Menschheit hält jetzt Ansschau nach der Freiheit des Lebens, nicht nach denr Gleichgewicht der Vdacht. Und etwas Tieferes kommt in Betracht, aks selbst die Gleichberechtigung tmter den organisierten Völkern. Kein Friede kann dauern, oder verdient zu dauern, der nicht den. Grundsatz anerkennt und annimmt, daß die Regierung alte ihre gerechte Macht von der Zustimmung der Regierten ableitcn, daß es nirgends ein Recht gibt, demzufolge die Völker von Macht- tzccker zu Machthaber abgetreten werden können, als wenn sie deren Eigentarm wären. Ich halte es, wenn ich.eilt einzelnes Beispiel wagen soll, für ausgemacht, daß die Staatsmänner überall darin vmig sind, daß es ein einiges, unabhängiges und selbständiges Polen geben sollte, daß iveiter die unverletzliche Sicherheit des Lebens, des Gottesdienstes, der individuellen und sozialen Entwickelung allen Völkern gewährleistet werden stillte, die bis jetzt unter der Macht von Regierungen gelebt haben, die einem Glauben und einem Zwecke gewidmet war, der ihrem eigenen feindlich ist. Wenn ich hiervon spreche, so geschieht dies nicht, weil ich wünsche, ein abstraktes politisches Prinzip zu be- fttnüitett, das denen, die die Freiheit in Amerika auszubauen gefstcht haben, immer sehr teuer war, sondern aus denselben. Gründen, aus denen ich von anderen Friedensbedingungen gesprochen labe, die mir in klarer Weite unerläßlich scheinen, weis ich aufrichtig wünsche, die Wirklichkeiten aufzudecken. Irgend ein Friede, der diesen Grundsatz nicht anerkennt und annimmt wird unvermeidlich umgestoßen werden. Er wird nicht aus den Neigungen der Ueberzeueung der Menschheit rußen. Der Geist ganzer Völker wird gegen ihn gewandt sein und beständig ankämpsen, die ganze Welt wird mit ihnen sympathisieren Die Welt kann nur dann friedlich« sein, tvenn ihr Leben aus einer dauerhaften Grundlage beruht, und eine dauerhafte Grundlage kann nicht vorhanden sein, wo der Wille sich auslehnt, wo keine Ruhe des Geistes und kein Gefühl der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Rechtes besteht.
Soweit möglich, sollte überdies jedes große Volk, das jetzt nach der vollen Entwicklung seiner Hilfsmittel strebt, eines direkten AuSganges zu den großen Heeresstraßen der See versichert sein. Wo dies durch Gebietsabtretungen nicht bewerkstelligt werden kann, wird es sicherlich durch Neutra lisielrung der Zu- gangsw e g e unter allgemeiner Garantie erreicht werden körnen, was an ttnd für sich eine Sicherung des Friedens bedeuten würde. Keine Nation braucht vom Zugang zu den offenen Wegen des Welthandels ferngehalten zu werden. Der Seeweg muß gleichfalls durch gesetzliche Bestimmungen, wie auch tatsächlich, frei sein. Die Freiheit der Meereist eine conditio sine gua non für den Frieden, eine Gleichheit der Zusammenarbeit. Viele derzeit in Geltung stehende Regeln internationaler Uebung werden zweifelsohne einer! radikalen Umarbeitung unterworfen werden müssen, um die Freiheit der Meere tatsächlich zu gewährleisten und deren gemeinsame Benützbarkeit für die Menschen unter allen Umständen zu sichern. Aber der Beweggrund zur Einsührrmg derartiger Aende- rungen ist überzeugend mrd zwingend: ohne diese Llenderung kann es kein Vertrauen und keine gv.ten Beziehungen unter den Völkern geben Der ununterbrochen freie unbedrohte Verkehr von Volks zu Volk ist ein wesentlicher Teil des Friedens und des Entwicklungsprozesses. Es braucht rächt schwer zu sein, die Freiheit des Meeres zu definieren oder sicherznstellen, wenn die Regierungen der Wblt den ausrichttgen Willen haben, hierüber zu einer Verstättdignng zu gelangen. Dies ist ein Problem, das mit der B e g r e n z u n g d e r maritimen Rüstungen und der Zusammenarbeit der Flotten der Welt, um die Meere sowohl frei als gesichert zu erhalten, enge verknüpft ist. Und die Frage der Begrenzung der maritimen Rüstungen bringt auch die größere und vielleicht schwierigere Frage aufs Tapet, wie die Lawdarmeen und jedes Programm militärischer Vorbereitungen eine Be s chrän ku n g erfahren können. So schwierig und heikel vrese Fragen auch sein mögen, sie müssen mit absoluter Un- vorerngcuommenheit betrachtet mrd im Geiste wirklichen Ent- Akgenkommens gelöst werden, wenn anders der Friede eine Besse- rnng brmgen und von Dauer sein soll. Ohne Opfer und Konzessio- nen tst der Friede unmöglich. Der Geist der Ruhe und Sicherheit wrrd memals unter den Vökkern heimisch werden, wenn große ichwernnegende Rüstungsmaßnahmen da und dort auch in Zukunft
Platz greifen und fortgesetzt racrtKn; sollten. Xie Staatsmannes ber Welt müssen für bsit Frieden arbeiten, und die Völker müssen ihre Politik diesem Gesichtspunkt artpassen, so wie sie sich bisher aus den Krieg, auf den erbarmungslosen Kamps und aus den Weltstreit vorbereitet haben. Tie Frage der Rüstungen, einerlei ob zu Wasser oder Lande, ist jette Frage, die ant unmittelbarsten und einschneidendsten mit deni künftigen Geschick der Völker und des Menschengeschlechts verkrtüpft ist. Ich habe über diese großen Dinge rückhaltlos mrd mit der größten Teuttichkeit gesprochen, weil mir ein solches Vorgehen nottvendig erschien, wemt anders der sehnliche Wunsch der Welt nach Frieden irgendwo frei zum Worte und zum Ausdruck gelangen sollte. Ich bin vielleicht der einzige Mensch in hoher verantwortungs v oller Stellung unter allen Völkern der Welt, der sich frei atrsspvechen kann Und nichts zu verschtveigeu braucht. Ick), spreche als Privatmann uird doch natürlich zugleich auch als verantwortlickies Haupt eiuer großen Regierung. Ich bin überzeugt, daß ich gesagt habe, was das Volk der Vereinigten' Staaten von mir erwartet. Darf ich noch hinzufügen, daß ich, wie ich hoffe und glaube, tatsächlich für die Freisinnigen und Freunde der Menschbeit und jedes freiheitlichen Programms in jedem Volke spreche. Gert: würde ich mich dem Glauben hingeben, daß ich auch im Sitme der stummen Vdasse der Menschheft allerorten spreche, die ttod) keine Gelegenheft hatte, ihren wirklichen Gefühlen über das .Hin st erbet t und dett Ruin Ausdruck zu geben, von dem sie Menschen nnd Staaten heimgesucht sieht, die ihren Herzen am teuersten sind. Wenn ich der Erwartung Ausdruck gebe, daß ftrfj Volk mrd Regierung der Vereinigten Staaten und die übrigen zivilisierten Völker der Erde zur Sicherung eines dauernden Friedens aus Grund der von mir dargelegten Bedingungen anschließen werden, so spreche ich mit um so größerer Kühnheit- und trat uptso größerer Zuversicht, da es für jedett Denkenden klar ist, daß in solcher Zusage kein Abivcichen, weder von unseren natimralen Ileberlieserungen, noch von unserer nationalen Politik, sondern vielmehr die Erfüllung alles dessen liegt, was wir verkündet, oder wofür wft gekämpft l-aben. Ich schlage daher vor, die Völker möchtest sich einmütig die Doktrin des Präsidenten Monroe als Doktrin der Welt zu eigert machen, daß (kein Volk danach streben sollte, seine Regierungssorm aus irgend ein'anderes Volk oder eine andere Nation zu erstrecken und daß es vielmehr einem jeden Volke, dem kleinen sowohl wie dein großen und mächtigen sreistehen sollte, seine Regierungs form tmd srären Entwicklungsgang unbehindert raid unbedroht unerschrocken .solbst 51 t bestimmen. Ich schlage vor, in Zukunft möchten es alle Völker nnt erlassen, sich in Bündnise zu verwickeln, die sie in den Wettbewerb um die Macht hineintreiben itnd in rät Netz von Intrigen und eigennütziger Nebenbtchtersckaft verstricken und ihre eigenen AngelegettHeiken durch Einflüsse verwirren, die von außen hineingetragen werden. In dem Konzert der Mackste gibt es keine verwickelnden Mlianzen, wenn sich alle vereinigen, uib in dein selben Geiste zu demselben Zwecke zu handeln und zu wirken alle in dem gemeinsamen Interesse zum Genießen der Freiheit und des eigenen Lebetts mtter genteinsamem Schutz. Ich schlage den Regierungen unter Zustimmutrg der Regierten jene Freiheit der Meere vor, die in der internationalen Konferenz auch andere Vertreter des Volks der Bereinigten Staaten mit Berärsamkeit als überzeugte Anbänger der Freiheit verfochten haben, und eine Beschränkung ^der Rüstungen, die ans dett Heeren und Flotten lediglich ein Werkzettg der Ordnung, nicht aber Werkzeuge für einen Angrift oder _ eigensüchtige Gewalttätigkeit macht. Ties sind amerikanische G r u n d s ä tz e und amerikanische Richtlinien. Für andere könntet^ tvir nicht räntreten. Es sind die Grundsätze und Richtlinien vorausschauender Männer tmd Frauen aller Ortett in jedem neuzeitlichen Volk und irbom aufgeklärten Gemeinwesen, es sind die Grundsätze der Menschheit; sie müssen zur Geltung gelangen.
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Berlin, 23. Jan. (WTB.) Den amerikanischen Botschaftern bei den Großmächten ist der Text der Botschaft zugegangen, die Präsident Wilson gestertt an den Senat gerichtet hat. Sie beschäftigt sich mit den Bedingungen, die es Amerika ermöglichen würden, dem künftigeir Friedensbund beizutreten. Wert uud fähig, dauernd erhalten zu werden, ist nach Artsicht des Präsidenten lediglich ein Friede ohne Sieg, ein Friede unter Gleichen. Ms utv erläßliche Bedingung für die Dauer des Friedens erklärt der Präsident außer der Gleichberechtigung der Nationen, die 'Ableitung alle Regierungsmacht aus der Zustimmung der Regierten, einen Ausgang zu den großen Heerstraßen der See für alle großen Völker, die Freiheit der Meere und Beschränkungen der Rüstungen zu Wasser und zu Lande.
Berlin, 23. Jan. (WTB.) Der Text der B 0 t s ch-a f t des Präsidenten Wilson an den Senat ist der deutschen Regierung von dem hiesigen amerikanischen Botschafter Gerard heute überreicht worden.
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Presseftimmen zur Botschaft Wilsons.
Oesterreich-Ungarn.
Wien, 23. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) In Besprechung der Botschaft Wilsons an den Senat erkennen die Blätter an, daß Wilson aufrichtig nnd ehrlich bestträt sei, für die Beendigung des Weltkrieges und die Vorbereitung des Weltfriedens einzutreten. Sie betonen, daß sich Oefterreich-Ungartr mit manchen seiner Grundsätze, insbesondere der Freiheit der Meere, einverstanden erkläre., Oesterreich-Ungarn wie auch feilte Verbündeten betrachteten den ungestörtetl Verkehr auf den Seftwege.n immer als eine Grundbedingung für den stetigen Fortschritt der Zivilisation, für den wachsenden Wohlstand der Völker und die Annäherung der Staaten. Ebenso weisen die Blätter darauf hin, daß die Anschauungen Wilsons über Nationalitäten und Mer die Zugehörigkeit zu Staaten Oesterreich-Ungarn gestatten, mit stolzem Bewußtsein zu sagen, daß die Nationalitäten, die im Staatsrahmert der österreichisch-ungarischen Monarchie vereinigt leben, sich nie von ihr fortgesehnt haben. Die Blätter verweisen schließlich darauf, daß manche Punkte in der Botschaft Wilsons der Aufklärung bedürfen. Wilson hält es fitt die Herstellung eines dauernden Friedens für notwendig, daß eswederSieger, nl 0 ch Be siegte im Weltkriege geben solle. Ta sich aber manche seiner Ausführungen deuten lassen, als ob er sich in viälen Fragen auf den Standpunkt der Antwort der Entente stellen würde, in der bekantttlich die Auslösurrg Deutschlands, die Vernichtttng der Türkei uttd die Zerstttckelung Oesterreich-Ungarns verlangt tvird, scheint hier ein kaum verständlicher Widerspruch vorzuliegen.
Tie „R e i ch s p 0 st" schreibt: Weuit Wilson der einzige Mensch ist, der die Gewalt besessen l>at und vieUeicht noch besitzt, den Krieg tatsächliche zu beendigen, itrdem er die riesigen Betriebe der amerikanischen Trusts und Geldkeller der New Horker Börsentönige, ans welchen der Krieg gespeist nürd, still egt, wenn Wilson die Freiheit, zu handeln, hatte, warum benutzte er diese Freiheft nicht? Wird nun seine Freiheit, zu reden, mehr fruchten?
Die „N e u e F r e i e P r e s s e" schreibt: Die Rede hat tnanches Korn vott Feingehalt, aber sie kann nicht überzeugen, weit sie voll unlöslicher Widersprüche ist. Wir bekommen Antveisungett auf die Zukunft, die in der Gegenwart nickst fällig und nicht einlösbar sind. Ter amerikanische Friede ist eine klingende Beredt- s a m k e i t 0 h n e n n m i t t e l b a r e B r a zt ch b a r k e i t. Er lvürde den Krieg nicht abrürzen, sondern verlängern, tveit er in wenig! verschleierten Anspielungen eine neue Teilung Europas vorschlägt und Umwälzungen, die noch weitere Millionen von Menschenleben kosten müßten.
Im „N euer« Wiener Journal" heißt es: Wftson enthüllt sein walwes Antlitz. Er will den „anderen Nationen" zu Hilfe kommen, wie er selbst sagt. Welch? d.'attonen meint er? Daß er darunter die Zerttralmäckste und ihre Bundesgenossen meint, ist nach dein ganzen Geiste, den die Botschaft atmet, wohl nicht mtzratehntett. Wilson ist nur für einen a nte r i kanisch e tt Frieden für Europa. Die Z en tra l in ä chle si n d n u r sür einen gerechten Frieden, der dent Ursprtmg und der Cmtwickelnng' des Krieges und der künftigen Sicherrmg unseres Eigenlebens entspricht. Zwischen diesen beideit Friedensarten scheint jedensakls ein großer Unterschied zu bestehen.
England und rlmerila.
New dort, 23. Jan. l WTB.) Fratkspruch vom Vertreter des Wolftchen Bureaus. Die „Evening Mail" erfährt aus Washington, daß vor zwei Wockstn der britische Botschafter dem Staatsdepartement eine Note überreichte, in der England atrssehenerregende Beschuldigungen gegett bie Vereinigten Staaten erljebc, weil sie es in grober Nack>- lässigkeit gestattet hätten, daß deutsche Verschtvörungen auf amerikanischent Boden geplant und zur Reise gebracht wordetr feien. Weiter wird gesagt, die Note lege den Grund, um nach denr Kriege riesige Schadenersatzansprüche gegen die Vereinigten Staaten vorzubringen wegen angeblicher Verletzung der Neutralität. Die Meldung schließt mit der Angabe, es sei nicht sicher, ob dieser englisck)e Sck>achzug den riesigen Schad-mersatz- ansprüchen gegen England vorgreifen solle, die wegen der utrgejetz- lichen Einmischung in den amerikanischen Handel beständen. Es sei allgemein bekannt, daß diese Ansprüche jetzt zwischen einer halben, und dreiviertel Milliarde betrügen. .
„New Pvrk American" meldet aus Washington, daß der A n g r i f s d e s amerikanischen Botschafters in Rttß- land ans die Beschlüsse der Miierten aus der Pariser Wirtschaf t s k 0 n f e r e n z , der aus den Telegrammen atts Petersburg gestertt bekannt wirrde, ungewöhnliches Interesse erregte ratd hier als eine ermächtigte Kundgebung Amerikas an^ese.hetr wird, das Hcutdelspvogramm der Alliierten .zu bekämpfen. .Halls versucht werden soll, es auszuführen.
Die neue englische Anleihe^
N e w D 0 rk, 22. Jan. (Fimkenspruch vom Vertreter des WTB.) Die Blätter bringen die fornrelle Ankündigung, daß die neue britische Anleihe nahe bevorsrehe. Matt erwartet, daß sie nahe an 300 Millionen Dollars betragen wird. Der Zinsfuß beträgt 5Prozent, und die Anleihe soll ein bis zwei Jahre Dauer haben.
Der Mannschastöersatz in England.
London, 23. Jan. (WTB. Oiichtamtlich.j Das Reuter- sche Burean meldet amtlich: Küustig werden die jungen Männer, statt wie jetzt im Alter v 0 7t 18 I a h r e u 7 Monaten im Mter Ocm 18 Jahren zur Ausbildung im militärischen Landesverteidigungsdienst a.ufgerufen. Es wird keiner bis zum 19. Jahre außer Landes vertvendet. Der Zweck der Maßnahme besteht einfach darin, das Bedürfnis nach älteren Männern aus gesundheitlich schwächeren Kate gorten einzuschränken.
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Französische Stimmen über die Haltung der deutschen
Arbeiter.
Paris, 23. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Anläßlich der Kundgebungen der deutschen Arbeiterschaft an den Reichskanzler schreibt das „Journal":
Tie deutschen Arbeiter unterstützen ihre Regierung, weil sie überzeugt sind, daß diese ihrer Sache dient. ^Ties ist verständlich, denn keine attdere Regierung hat mehr Fürsorge für die wahren Jnteressetr der Arbeiter gezeigt. In allen sozialen und Organisa tionsfragen stand Deutschland an der Spitze. Das Programm der Entente bedeutet für die deutsche Arbeitersck-ast die Rückkehr zum eisernen Zeitalter und einen Rückschlag um hundert Jahre.
„Temps" sagt:
Je lättger der Krieg dattert, um so bestürzter ist man über die Geistesverfassung Deutschlands.
Nachmusterungen in Frankreich.
Paris, 23. Jan. (WTB.) Nach dem nunmehr irn Wortlaut vorliegenden von der Regierung der Kammer eingerichteten Nachmusterungsantrag sollen nur die während des Krieges Schwerverwnndeten und Pensionsberechtigteu von der Nachmusteruirg befreit werden. Der Gesetzesautrag stößt auch in dieser Fomn aus lebhaften Widerstatä. „Journal" und „Evenement" erklären, Frankreich habe bedeutend tnehr Verluste gehabt, als seine Verbündeterr; deshalb sollten diese Soldaten schicken, statt daß man Frankreich nach- ruustere. General Materre schreibt in der „France Mili- taire", daß du.rch die Nachmnsterrurg kaum einige Tausend Mann gefunden werden würden.
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Zur Ermordung Rasputin».
Berlin, 23. Jan. (Privattelegramm.) Die „Voss. Ztg." meldet arrs Stockholm: Anläßlich des Mordes an R a s p u t i n sind der vielgenannte junge Füiftt Jnssrtpow, dessen Schwiegervater Großfürst Mexariiber Michailowftsch, sowie der junge Großfürst Dimitri Pawlowitsch auf Befehl des Zaren Petersburg bis auf weiteres zu verlassen, mittels Extrazuges nach der Krim abgereist.
Die Kohlennot in Norwegen.
Kristiania, 23. Jan. (WTB.) „AfteTrposten" zufolge hat eine von dern Verein privater Kohlenimportenre vorge- noutmene Zählung in den hiesigen Lagern irnd denen seiner Mitglieder ergeben, daß insgesaznt nur 5 000 Tonnen Kohlen und knapp 4000 Tonnen Koks vorhandert sind, was der Staatsminister dem Proviantierungsminister heute mitteilte. Außerdem hat der Verein bereits am 13. Januar bei der städtischen Proviantierungskommission angefragt, ob die staatlichen Rcservelager der städtischen Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden können. Außerdem hat der Verein arüh bei der Direktion des Gaswerks ange- sragt, ob sie 'zu Unterhandlungen über Maßrmhrnen zur Verminderung der Schwierigkeiten ^erdi sei.
Kristiania, 23. Jan. (WTB.) Das Proviantierungs- departement hat eine Preisregulierung für K 0 h l e n und Koks sowie die sofortige Feststellung von Höchstpreisen hierfür beschlossen.
Der §eekr!eg.
Japan und die Bewaffnung der Handelsschiffe.
Berlin, 23. Jan. Die „Voss. 3tg." meldet aus Genf: Wie das „Pariser Journal" aus Washiitgton meldet, teilte Japan der amerikanischen Regierung amtlich die Msicht mit, die japanischen Handelsschiffe zu bewaff- n eit. Japan fragte!gleichzeitig an, welche Sotlderbestimmun-« gen Amerika für die Durchfahrt derartiger bewaffneter Schiffe durch den Panamakanal aufstelle.
Bern. 23. Jan. (WTB.) Die französische Presse erklärt im allgemeinen, daß die von denr dentschett .Hilfskreuzer angewandten Aufbauten zur Unkenntlichmachuna Seeräuber ei seien. Der „Figaro" wendet sich scharf gegen diese Auslegung rurd sagt, inan solle sich in so ernsten Fällen nicht lustig machen, es handle sich um rechtlich durchaus zulässiae Kriegslisten.
Wie das Pariser „Journal" aus Rio de Janeiro meldet, haben der brasilianische Präsident und der Minister des Aeußern angesichts der verstärkten Kriegs tätig keit in der Nähe der Küste beschlossen, die U e b e r w a ch u n g der n 0 r d b r a s i l i a n i s ch e n K ü st e durch die sofortige Ent- sendurrg des Küstenpanzerftchiffes „Deodore" zu verschärsett.
Amsterdam, 23. Jan. (WTB.) „Allgerneen Haudets- blad" nennt die Zurückhaltung des holländischen Dampfers


