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Dre dänische hsvelette „Standard", der norwegische Dampfer ^otnnsjöll" und der englische Dampfer „Mahasfield" Wurden versenkt. Der Kapitän der „M-ahasfield" wurde gefangen genommen. 22 Mann sind untergegangen. Ferner wurde der schwedische Dampfer „Komma" versenkt.
London, 23. Januar. (WTB. Nichtamtliche Lloyds meldet: Tre Dampfer „C arlisle", Lonstane", Softwood" „Pout Nicholson" und „Matina" wurden versenkt. „Westerdyk" durch die englische Regierung, die für die Lieferung der nötigen Bunkerkohle als Gegendienst die Ueberlassnng von 30 Prozent des Schiffsraumes der Reederei verlangt, eine unfreundliche Handlung und eine Tat schlechter Nachbarschaft.
Kopenhagen, 23. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Bor dem Seehandelsgericht fand das Seeverhör über die Versenkung des dänischen Tangers „Tnborg", der aus einer Mlichtreise mit Kohlen vom Tyne nach Gibraltar unterwegs gewesen war, statt. Wie die Blätter berichten, wurde in dem Verhör allseitig das menschliche Verhalten des deutschen Dauchbootkommanbauten rühmend hervorgehoben. Nach der Versenkung hatte das Unterseeboot die Boote mit der Be- sieben Stunden im Schlepptau. Gegen Abend tauchte der norwegische Dampfer „Cuba" auf, der von dem Unterseeboot durch einen Warnungsschuß angehalten wurde. Als sich der norwegi.scl)e Kapitän auf dem Unterseeboot einfand, erklärte der KvrnmandMrt, daß er eigentliche den Dampfer versenken müßte, der seit einem halben Jahre zwischen England und Frankreich hin und her fahre und sich jetzt in Ballast «ruf der Rückreise nach England befände. Er wolle aber die Dampferbefatzungen nicht auf dem Meere nachts ihrem Schicksal überlassen und gebe daher den Dampfer frei. Der rrorwegisä-e Kapitän mußte sich schriftlich an Eidesstatt verpflichten, die dänische Besatzung aufzunehmen und niemals wieder- — weder er persönlich, noch sein Dampfer — mit Bannware für die Alliierten zu fahren. Darauf wurde der Dampfer von dem Unterseeboot freigegeben.
(Amtlich.) Berlin, 22. Jan. Sämtliche Tekaturanstalten und sonstige Betriebe, die Stoffe, dekatieren oder in ähnlicher Weise behandeln, sind verpflichtet, iede ihnen zur Dekatur übergebene Ware vor und nach der Vornahme der Dekatur zu wiegen Durch Auslieferung einer Ware, die nach der Dekatur mehr als 400 Gramm für den Quadratmeter iviegt und deshalb unter die Bekanntmachung W. M. 1000/11. 15 K.R.A. fällt, verstoßen sie gegen diese Bekanntmachung und machen sich strafbar.
B e rlin , 23. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Beiordnung der Aenderung der am 26. Mai 1916 bekanntgemachten Verordnung über die Bereitung von Backware, ferner die Abänderung der Ausführungsbestimmun- gen der Bekanntmachung betreffend die Einschränkung der Trink- branntwernerzeugung._
Aus Stabt und Lund.
Gießen. 24. Januar 1917.
Der persische Golf und feine Bedeutung für die Mittelmächte.
Der Vortrag, der Montag abend 8* , ll'hr auf Veranlassung der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in der Neuen Aula statt- sand, hatte leider nur eine geringe Anzahl Zuhörer. Ter Redner, Prof. Dr. Gerhard Schott, Hamburg, der eine gute geographische Schulung besitzt, und auch für Laien in recht anschaulicher Weise die Probleme darznleg-en versteht, ging zunächst auf die geographische Beschaffenheit des .persischen Golfes und der ihn begrenzenden Länder ein, um dann aus dem geographischen Problem heraus das politische Problem zu entwickeln. So wurde uns in Wart und Bild das angrenzende Persien, Mesopotamien und Arabien vor- geführt, die Bewässerungs- und Verkehrsverhältnisse geschildert und ihre klimatischen und gesundheitlichen Zustände' erörtert. Basra ist das natürliche Ende der Bagdadbahn, ist das Sprungbrett von Europa nach, Indien. 70 Prozent des Handels im persischen Golf sind bereits in englischen Händen, nur mit 7 Prozent war Deutschland beteiligt. Und dennoch waren'nur den Engländern nirgends auf der Welt mehr verhaßt, als gerade an diesem unscheinbaren Winkel. Mit weit voraus schauendem Blick erkannten sie die Bedeutung der Verbindung Ostende—Konstanti- Napel—Basra—Vorderindien. So wie sie schorr viel früher den Seeweg mit seinen wichtigsten Knotenpunkten: Gibraltar—Suez in ihre Gewalt brachten, suchten sie drrrch den Besitz von Kionstantnwpel und Basra auch, den Landweg ihrer Allmacht zu ^unterwerfen. Damit nun kreuzte ihre Handelspolitik die Lebensinteressen der Mittelmächte, die durch den Beitritt der Türkei auf eine Expansion nach Osten angewiesen sind. Leider ist Basra in englische Gewalt geraten, irnd cmch am Ausgang des Golfes haben fick, die Engländer festgesetzt, soll mm unser Bündnis mit der Türkei einen Sinn haben, wollen wir das vollenden, ivas tvir 7nit der direkten Verbindung Berlin—Konstantinopel erreicht haben und soll die Bagdadbähn nnt deutschem Kapital zu Ende geführt werden und unseren Interessen dienen, so müssen die Engländer ans dem persischen Golf verttieben und Basra wieder türkisch werden. Daher auch, unsere Anteilnahme an den Expeditionen nach denn Osten. Die strategische Entscheidung wird im Westen sollen, aber die entscheidende polittsche Frage im Osten! darf darüber nicht vergessen weroen. Die persische Küste ist ein unwegsames, wenig bevölkertes Gebirgs'land, die arabische Küste dagegen ein von reichen Oasen durchzogenes Flachland; seine Bewohner sind tätige Handelsmänner, geschickte Seefahrer und den Persern weit überlegen. In ihren Händen liegt auch, die einträgliche Perlenfischerei. Wichtiger noch, als der arabische Teil des Golfes, ist die Nindwestecke: Mesopotamien, das alte Knlttlrland zwischen Euphrat und Tigris. Und um seinen Besitz oder um den Besitz seiner wichtigsten Handelsstadt am Meer. um Basra, das persische Schanghai, dreht sich die große politische Frage, die jetzt nnt dem (rochwerte ansgesochten wird.
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Auszeichnung. Unteroffizier Christian K i e n z l e erhielt 1915 die ©roßt). Badische Silberne Verdienstmedaille und wurde jetzt mit dem Eisernen Kreuz 2 Klasse ausgezeichnet.
*" Zugeinschränkunq. Die in letzter » Zeit besonders starke Beanspruch»,nq der Eisenbahnverwaltung durch den Güterverkehr macht es notwendig, zur glatten Durchführung dieses Der. kehrS vom Mittwoch den 24. Januar an Pz. 635 Gießen ab 6" vorm., Betzdorf an 9" vorm, und Pz. 654 Betzdorf ab 9 08 abends, Gießen an 11'* abends Pz. 713, zwischen Gießen (Abs' 6" vorn,.) und Marburg (Ank. 7 84 vorm.) Pz, 732 zwischen Marburg (Abi. 2** vorm.) und Friedberg (Ank. 4" vorm.) vorübergehend aus- fallen zu lasten.
**Jnngwehr. Mittwoch, 24. Jan.: Antreten 81/4 Uhr. Komp. 621: Realgymnasium, Kornp. 620: 1. Mt. Ober-Real- schnle, 2. Abt. Gymnasium.
** M u s ch e l f l e i s ch wieder eingetroffen. Verkauf morgen, Donnerstag, und Saiustag von vormittag 8 Uhr an. Fisch, rnarmeladen kommen auch zum Verkauf.
Meisterkurs für Tamenschneiderinuen in Gießen. Der Ortsgewerbeverein Gießen hält im Atonal Februar im Gewebrehaus zu Gießen mit Unterstützung Großh. .Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadi einei, Meisterkurs für Damenschneiderei von etwa dreiivöchiger Dauer ab. Die Unter- richtserteilulig erstreckt sich insbesondere auf Maßnehmeu, Grundmodell-Zeichnen und Zuschneiden nach eiuenr auf misseuschaftlicher und vraktischer Grundlage beruhenden System. Der Besuch dieses Meisterkurses kann a,lch als praktische Vorbereitung für die Meisterprüfung dienen Das Unterrichtsgeld von 20 Mk. ist zu Beginn des Kurses zu entrichten. Siebe Anzeige.
*• Cale A m e n d. Es ist Herrn Amend gelungen, für sein (heute abend stattfindendes Famillenkonzert den zurzeit hier weilenden Direktor Hans Ramseyer für einige Vorträge zu gewiiinen. der zu diesem Behufe ein ganz spezielles Programm zusammengestellt hat. Herr Ramseyer ist noch vielen Gießenern durch seine Leistungen kin bester Erinnerung.
.. Q LuüottetS Gleyeru
.. ^' 2?- Jan. Dem Landsturmmann Hch. H iS g en von
^E ' welcher bei einem Landwehr-Reganent in Frankreich kämpft, wurde die Hessische Tapierkeitsmedaille verliehen .«„»•So , nzlar, 24. Jan. Die Hessische Tapserkeitsinedaille
verliehen dein Wehrmann Christian Le mm er von hier.
11 oer zehnte Krieger ans unserer Geineinde, welcher diese AuS- zeichnung erhalten hat.
' ® l .S lch * nhei m, 24. Jan. Adolf Wagner. Sohn des Illaurermelsters Konr. Wagner, der an der Sommeschlacht teil- 'laym, wurde am 28. Dez. 1916 mit der Hessischen Tapferkeit^ inedaille ausgezeichnet. Er steht seit Juli 0. Iß. im Felde und ist ivahrend dieser Zeit eininal verivundet worden.
Die Entführung aus dem Serail.
Iw Juli dieses Jahres sind 135 Jahve verflossen, seit Mozarts Entführung ans den: Serail „auf kaiserlichen Befehl" rm deutschen National-Sin gspi ei theater zu Wien ihre Erstaufführung erlebte. Eine wie groß^ Spanne ZeitNichtsdestoweniger i)t diese „erste wirklich« deutsche Oper" bei guter Wiedergabe ihres Erfolges noch' ebenso sicher, wie vor 100 Jahren. „Wegen ihrer wirkungsvollen Frische, aber anch schon um ihrer chrlvürdigen. Stellung willen, die sie in der Geschichte des nrusikalischcu Dramas einnimmt, verdient sie einen Ehrenplatz im Spielplan einer jeden deutschen Bühne. In den Melodien der Entführung, dem Werk aus Mozarts eigener Liebest und Bräutigamszeit. klingt all sein Liebes- sehnen wnch>er, und das verleiht der Musik eine Zartheit und Innigkeit, die er auch, in seinen größeren und bedeutenderen Werken nicht immer in gleichem Maße erreicht hat sMerianff".
Ter hiesige Theaterverein hat mit der Wahl gerade dieser Oper wiederum ein feinfühliges Verstehen für Zeit, Verhältnisse und Raun, bekundet. Wir danken es ihm. daß er von blendenden und rauschenden Dramen neuzeitlicher Komponisten absieht und den gesunden Sinn unserer Hörer init dem intim er eit .Man greiz einer vergangenen Epoche echter Meisterwerke der Volkskunst zu fesseln sucht. Daß ihm das vollkommen gelungen, bewies der dankbaren Herzens gespendete reiche Beifall, der zu gleichen Teilen der wackeren Künstlerschar und den unsterblichen Mozartschen Melodien ealt. Wie erkeirirtlich sind iüir_ doch in dieser schweren, eisernen. Zeit für 2 Sttinden des Bergeisens und des Schwelgens in reinem Wobtlant! Hier bedarf es nicht der Lösung verwickelter Probleme, hier findet man kein Tasten und Grübeln nach neuen, sinn v er - wirrenden Klängen, hier ouillt ein Born unversiegbarer Melodien in einfachster Form und höchster Vollendung. Diese Vollendung aber adelt auch den Text und hebt über ihn hinweg.
Freilich muß die Ausführung eine gute sein. Daß sie es gestern war, wollen wir von vornherein gern bestätigen. Mozart setzt neben glänzenden Stimmitteln ein derartiges technisches Können voraus, daß man in unserer Zeit des „Wagnergesanges" nicht immer geeignete Kräfte findet, die iu gleichem! Maße Stimmumfang und unbedingte Beherrschung der Koloratur Ihr eigen nennen. Fräulein Melitta H e i m ,aus Frankfurt) als Eonstanze suchte schlichte Würde mit Innigkeit zu einen und meisterte die anspruchsvollen Ton- siguren ihrer Partie größtenteils in anerkennenswerter Weise. Ich dem Belmonte des Herrn August Geßer «ebendaher) batte sie einen guten Partner, der schönes, von Wärme beseeltes Stimm- material aufwies. Ein gar reizendes, zierliches und mit einem ebensolchen Sopran begabtes „Blondchen" war Frau Margarete Beling-Schäfer aus Darmstadt. Sehr anregend wußte Herr Hermann Schramm, der beliebte Frankfurter Tenor, in Spiel und Sang den Pedrillo auszugestalten. Keck und frei erklang sein: „Frisch znm Kämpfe", fein abgetönt die Romanze: „Im
Mohrenlande". Die köstlich,? Baßbusfo-Relle des Osviin zugleich die Spielleittrug, — lag in den bewährten Händen des Herrn Herbert Stock uns Fr-ankfnrt, der dem teils derb-gutmütigen. teils boshaft-ingrimmigen „Haremswächter" immer von neuem charakteristische Züge abzugewinnen wußte uuv seine schwierige Partie mit prächtiger Stimme und wit Bravour durchführte. Das den Verhältnissen angepaßte, kleine Orchester, ebenso „der Chor" hielten sich wacker und solgteix ivillig der anfeuernden Leitung des Herrn Räthe ans .Heidelberg. Die Sprachrolle des Selim Bassa batte Herr Franz Kauer vom Neuen Theater Frankfurt übernontmen. Eine einfache, aber reizvolle Szenerie trug zur Vollendung des schönen Bildes in dem anheimelnden Rahmen unseres Theaters bei. In warmer ?tnerkennung für das Gebotene spendeten die Besucher des vollbesetzten Hauses reichen Beifall.
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Eingesandt.
(Für Form Und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redattion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Von der Eisbahn.
Man sollte doch annehmeu, daß in einer Stadt niie Gießen für einen Spott, der wie kein zweiter geeignet ist, der Jttgend im Winter gesunde Bewegung 511 verschaffen, genügend Gelegenheit geboten würde. Angesichts der Tatsache, daß in unserer Zeit alle verfügbaren Kräfte in immer weiterem Maße zur Arbeit lferan- gezogen werden, dürfte iinseres Erachtens die Eisbahn besonders in den 2lben.dstu.iwen dem Publikum zur Verfügung stehen. Wie sehr wir in dieser Ansicht das Richtige treffen, beweist die Tatsache, da^ gestern abend zahlreiche Sportssrenirde sich zur Rampe drängten. Aber sie alle mußten betrübten Herzens heimkehren. Da wäre es^ doch wirklich zu wünschen, daß die Eisbahn des 2lbends für diese Schlittschuhläufer geöffnet würde Daß die Beteiligung rege iväre, bewies ja der Montagabend zur Genüge.
T r e i E i s l ä u f c r^
Letzte Aachnchten.
Wilsons nkuestk Note.
Berlin, 24. Jan. Ter „Berliucr Lokal-Anzeiger" erklärt: In Deutschland, dessen größter Philosoph das beste geschrieben hat, was je über den Gedanken des ewigen Friedens gesagt loorven ist, wird man. ganz abgesehen davon, daß wir eine viel größere Zahl der Forderungen Wilsons critnehmen können, als unsere Feinde, dem von mcnsft«.ufteuirdlichem, aber recht weltfremde m Geiste durchweht.m Wältordnunasplau des Präsidenten Wilson der Vereinigten Staaten ab wartend gegenüberstehen. Zur entscheidenden Erörtermrg dieses Planes ist der Llugenblick wenig geeignet, in dem 10 Staaten die sich entgegen ihren Herrn Wilson gegebenen Versicherungen unsere Vernichtung zum Ziele gesetzt haben, zu einem furchtbaren gemeinsanteu Angriff riisten, der diese Vernichtung herbeiführen soll. In diesem Augenblick ist die Sprache der Kanonen die einzige, die uns angemessei! erscheint, weil es die einzige ist, die von unseren Feinden verstanden wird.
Das „Berliner Tageblatt" sagt: Kann Wilson glauben, die Verkündung der Cntentebedingungen habe uns der endgültigen Erötternng des Friedens, der den gegeuwärttgen Krieg beenden soll, näher gebracht? Wenn er ans Europa herniedersteigen würde, würde er begreifen, daß die Entente die Friedensmöglichkeiten unterminiert, in die Luft gesprengt hat, denn sie l>at Ziele genamrt, die jenseits eines Meeres von Blut, an einem nebell-aften Horizont stehen, und sie l>at auf der Gegenseite allen Widersachern einer Verständigung, all den Anhängern einer Evobettingspolitik, ftohe Begrüßnngstrümvse in die Hand gespielt.
Tie „B 0 s s i s ch e Zeit u n g" betont: ^ Wir verstehen die Leiden der Neirträlen, wir würden auch achtungsvolles Gehör dem amerikanischen Präsidenten schenken, wenn er uns seine Ideen darüber kundgibt, wie ihm die Beendigung des Krieges und die örnere Gestaltung der Welt am M^^ch^uensten wäre. Aber wir müssen es entschieden zurückweisen, den amenkanischeni Präsidenten als Gestalter d e r e u r 0 p ä i s ch e n Kart e an- znerkennen und uns v 0 r s ch r e i b e n z u lassen, daß wir diesen Krieg ohne Sieg zu beenden haben. Wir wollten, obwohl wir berefts Sicher sind, unseren Feinden einen verständigen Frieden bieten und find unter Umständen noch bereit, mit ihnen zu verhandeln, aber nur mit ihnei!, und gerade weil wir auf dem Boden der Monrve-Dokttin stehen, Amerika den Amettkanern!/
hatten luit Die äteyr,ecke oer jjuhiu^c-Z ouiui |iu w^tui« icwij.*/w- stündlich: Europa den Enropäern!
Englische Stimmen zu Wilsons Botschaft.
London, 23. Jan. «WTB. 9Uchtamtl.) Meldung des Reu-^ terschen Bureaus: lieber die Botschaft Wilsons schreibt die „M v r - ning Post": Sie schlägt eine Intervention vor, die die Amerikaner während des Bürgerkrieges und während des spanischen Krieges znrückgewiesen haben. Inden! Wilson die Neuttalität Belgiens verletzen ließ, setzte er zu, daß eine Nation das Recht habe, ihre Verpffichtungen zu brechen. Das wird für seine jetzigen Pläne verhängnisvoll. — Die „Times" schreibt: Wilsons Vorschlag annehmen, hieße lediglich dem Feftrde in die Hand spielen. „Daily News" schreibt: Wilsons Botschaft wird der Ver^ wirklichnng der Hoffftung Europas eher einen weiteren Antrieb geben, als sie verzögern. Wir müssen indessen abwatten, ob wir, wie Wilson glaubt, der sft:iedenskonferenz und der Bildung eines dauernden Bundes der Nationen so viel näher gekommen sind Verurleilung deutscher Beamter in Amerika.
Rotterdam, 23. Jan. Der deutsche Generalkonsul und der Vizekonsul von Scheit wurden eurer Depesch? aus San Franzisto^ zufolge wegen eines Komplotts zur Verletzung der amettkanischen Neuttälftät zu zwei Jahren Gesängnis und 10000 Dollars Geldstrafe verurteilt. Auch der Attache des Konsulats Georg WilWm von Brrncken erhielt die gleickZe Strafe.
Die Unlerseebootsgefahr
Genf, 24. Jan. Aus amerikanischen Blättern entnimmt der „Petit Parisieu", daß die echzlische-amerikanische Schiffsverbindung gegenwärtig auf die einzige Linie Liverpool—Halifax- beschränkt ist- Ms Ursache dafür wird angegeben, daß cs leichter sei, alle Vorsichtsmaßnahmen gegen U-Boote im Interesse der Sicherheit des Passagierverkehrs und der Güterbeförderung auf einer e-mzigeck Linie zu vereinigen.
Runüinischc Flucht.
G e n f, 24. Jan. Auf den nach Bessarabien führenden Straßen irren nach Berichten Lyoner Blätter aus Jassy noch nach Zehntausenden zählende rumänische Flüchllinge umher, darunter zahlreiche rumänische Pfadfinder im Knabenalter.
Bemerkenswertt russische Disziplinlosigkeit.
,,Berlin, 23. Jan. (WTB. Nichtaintlich.) Ein gefangener Rusje des 17. Sibirischen Sclfützenreglments sagt aus: Das 17. und ^Sibirische Schützen reg iment waren bei den letzten Kämpfen inr Brückenkopf van. Riga für den ersten Angriff besttnrnit. Sic weigerten sich jedoch vorzngehen, da das mtc Bataillon des 17. Si birischen Regiments nicht angreifen -vollte. Die Offiziere des Ba taillons machten keinen Versuch, die Leirtc nmznstin'.inen imd trafen auch wnst keine Vorbereitungen zu den! Angriff. Sie verblieben vielmehr in ihren Stellungen, so, als ob irre ein -Angriffsbefehl ge- geben worden wäre. Darauf lvurden die SibirrickMn Scl).ützenregi- menter Nr. 17 und 18 durch die Sibirischen Schützen reg imenier Nr. 19 und 20 abgelöst und kamen in Reservestellung. Dort wurde das erste Bataillon des 17. Sibittschen Schützen reg i men ts durch die. drei anderen Bataillone desselben Regiments entwaffnet. Dies gelang aber erst nach V .tägigen Verhandlungen, da die Mannscliaflrn des zweiten, dritten und vierten Bataillons sich weigerten aus ihre Kameraden zu schießen. Hierauf wurden noch; rrm selben Tage 24 Leute des ersten Bataillons kurzerhand erschossen. 40 weiteren Mannschaften steht noch dasselbe Los bevor. Das ganze Bataillon wurde darauf ohne Waffen in das Innere des Landes ttansportiert
Amtlicher Teil.
Vaterlöndisetzev Hilfsdienst! -
Auffordcrunst des Kriegsamts zur freiwilligen Meldung gemäß tz 7 Abs. 2 des Gesetzes über den vaterländischen Hilssdienst
Hilfsdienstpflichtige
iverden zur Verwendung bei Militärbehörden und Zivilverwal- tungen
im besetzten Gebiet
für folgende Beschäftignngsatten gesucht:
Gerichlsdienft,
Post- und Tclegraphendienst.
Maschinen- und Hilfsschreiber, Botendienst,
Technischer Dienst,
Kraftfahrdienst, Eisen-ahndienst,
Bäcker und Schlächter,
Handwerker jeder Art.
Land- und forstwirtschaftlicher Arbeitsdienst.
Anderer Arbeitsdienst jeder Art,
Pferdepflegcr, Kutscher, Viehmärter,
Sicherheitsdienst (B a h n s ch n tz, G e f a n g e n e n - und Gefängnisbewachung),
Krankenpflege.
Hilfsdienstpslichtigc mit französischen, v l ä m i s ch e n oder polnischen S p r a ch k e n n t n i s s e n werden besonder- berücksichtigt. Bis zur endgültigen Ueberweisung an die Bedarfs- stellen des besetzten Gebietes wird ein „vorläufiger Tienstvertrag' abgeschlossen.
Tie Hilfsdienstpflichtigen erhalten:
Freie Verpflegung oder Geldentschädigung für Selbstperpflegnng, freie Unterkunft, freie Eisen bahn sah rl znm Bestimmungsort und zurück,
freie Benutzung der Feldpost, freie ärztliche und Lazarettbehandlung,
sowie täglich 4 Mark für die Tauer des vorläuffgen Vertrages. Die endgültige Höhe des Lohnes oder Geeiltes kann erst bei Abschluß des endgültigen Tienstvertrages scstgesetzl werden und richtet ffch nach Art und Tauer der Arbeit sowie nach der Leistung; eine auskömmliche Bezahlung wird zugesichcrt Im Falle des Bedürfnisses werden außerdem Zulagen gewährt für in der Heimat zu versorgende Familienangehörige Tie Versorgung Hilssdienstpf'lichtiger. die eine Kriegsdienstbeschädigung erleiden, und ibrer L>interbliebenen wird noch be^ sonders geregelt.
Meldungen nimmt entgegen:
üar Bezirkskommanöo und hauptmelüeamt in Gießen
sowie dar Meldeamt in Alsfeld und die vezirks- tonipagnie in Schotten.
Es sind beiznbringen: polizeilicher Ausweis, etwaige MilitärpaPiere,
Beschästigungsausweis oder Arbeitspapiere, erforderlichenfalls eine Bescheinigung gemäß § 9 Abs. 1 des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst (Abkehrscheinh Angaben, wann der Bewerber die Beschäftigung antreten kann. Diejenigen Personen, die sich sckwn früher zu einem der vorbezeichncten Dienste gemeldet und die dazu benötigten ?lusn>eis.' Papiere eingesandt l>abcn, müssen mündlich oder schriftlich ihrem Bczirkskommando oder Meldeamt bezw. Bezirkskompagnic mit teilen, daß sic ihre Bewerbung auftecht erhalten. — Erfolgt eine solche MitteUung bis znm 28. Januar 1917 nickt, so gilt die frühere Bewerbung für erloschen.
me Ariegranttsstelle in Zrankfurt a. M.


