Ausgabe 
23.1.1917 Erstes Blatt
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Die französischen Sozialisten.

Bern, 22. Fan. (WTB.) Au der Abstimmung über die Interpellation Pressemane vom Freitag stellt Rappel" fest, daß aus der bisherigen Mehrheit der sozialisti­schen Partei eine Minderheit geworden sei. da von hundert Sozialisten 57 gegen die Regierung und für die Jnterpella- tion stimmten

Höhere Eisenbahutarife in Frankreich.

B e r n, 22. Jan. (WTB.) Lyoner Blätter erfahren aus Paris, der Transportminister Herriot habe im Finanzausschuß des Se­nats mitteilen lassen, er wolle im Einvernehmen mit Ribot die Preise für Eisenbahnfahrkarten und Frachten um 15 Prozent erhöhen. Die Preissteigerung solle zur Deckung der durch die Kvhlentruerung verursachten Mehrkosten dienen.

* * *

Die italienische Anleihe.

< Rom, 22. Jan. (WTB.) Ein Erlaß gibt die Ermäch­tigung zur Ausgabe einer vierten nationalen Anleihe- die mit 5 Prozent verzinslich, für jetzt und in Zukunft von jeder Steuer befreit und bis Ende des Jahres 1931 ui**

konventierbar sein soll. Der Zeichnungspreis betragt 90 Pro- -zent. Die Zeichnung kann am 25. Februar erfolgen. Die 'Einzahlungen können sowohl in Gold als in Wertpapieren erfolgen, die von fremden Staaten ausgegeben sind.

Der Seekrieg.

Glänzende U-Bootleistungeu.

Berlin, 22. Jan. (Privattel.) Ein kürzlich zurück­gekehrtes Tauchboot hat in der Zeit vom 2. bis 6. Januar sechs Dampfer mit einer Gesamttonnage von 14728 Bruttoregistertonnen versenkt. Von diesen Dampfern waren zwei mit Kohlen, je eurer mit Holz und Erz und die übrigen mit Bannware verschiedener Art beladen.

Bern, 21. Jan. (WTB.) Lyoner Blatter melden aus Madrid, daß der norwegische DampferGeaea" (1002 Tonnen) versenkt, die Besatzung gerettet wurde. Der DreünasterLouis Fenisch" (197 Tonnen) aus Quim- per wurde gestern versenkt, die Besatzung gerettet.

Amsterdam, 22. Jan. (WTB.) Lloyds meldet: Der norwegische DampferEspe ran za" (4428 Br.-R-T.) soll versenkt worden sein.

Kopenhagen, 22. Jan. (WTB.) Der dänische Damp­ferK lamp erb org" (1795 Tonnen) ist nach einem Tele­gramm des Kapitäns an die Reederei am Samstag von einem deutschen Tauchboot versenkt worden. Me Be­satzung ist an der französischen Küste gelandet.

London, 22. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel den: Der javanische DampferK i s a g a t a M a r n" (2588 Tonnen) ist versenkt worden. Der englische Dampfer Baron Sempill" (1607 Tonnen) ist wahrscheinlich ver­senkt worden.

London, 22. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel­den: Der englische FischdampferCertus" ist versenkt wor-

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Mttrffber TtttU txrri» zur» Tekl tit Sperrfthrift ^er Aus­

blick nt die Zukunft, wie er in dem Voranschlag zaWennraßtg zum Ausdruck kommt, und insbesondere die ans den Ergebnis ~ der Eisenbahnen und der direkten Steuern zu entnehmende g u n - tige wirtschaftliche Entwicklung die Hoffnung be­gründet erscheinen läßt, daß nicht nur das Gleichgewicht rn unseren Finanzen selbst bei längerer Tauer des Weltkrieges erhalten, son­dern auch die Uebernahme nicht unerheblicher neuer Lasten, ttne die angekündigten Kttegsteurrungszulagen sür Beamte, Volis- chiullehrer usw.ohne einschneidende HiffsmaßnuhlE , d. h. ohne Steuererhöhung ertragen werden rann ^ie)e amt­liche Fesljstelltmg des Herrn Finanz Ministers wird überall tm Ätnde mit Freude und Genugtuung ausgenommen werden. Mit dieser zuversichtlichen Kennzeichnung unserer. MgMwartigen n- nMtzpolittschen Lage wird auch zugleich die Rtchttgkett unse^r rn den nraßgebenden Blättern des Großlscrzogtums zum Albdruck gebrachten Haltung vollauf bestätigt,^in der wir dringend vor einer allzu scharfen Anspannung der SteumchvÄübe warnten.

Ter Voranschlag sür 1916 schloß bekanntlich Mit dem enormen Fehlbetrag von 4 573 669 Mark und die.Regierung hatte vor­geschlagen, den größeren Teil der erforderlichen Deckungsmtttel durch eine Stenererhöhung und zlvar Von 20 Prozent der Ein­kommensteuer und von 5 Pfennig für ft 1000 Mark Vermögen zu beschaffen. Wir betortten dagegen nachdrücklich, daß schon m Ruct- ickst auf die ganze schwierige Lage des Erwerbs stand«s erne derartige hohe Neubelastung vermieden werden muffe, und legten mit sachlicher Begründung dar, daß der Voranschlag erne ganze Anzahl,' in der Kriegszeit nnnützbare oder doch', nicht acholut not­wendige Anforderungen enthalte und etwa die Halste t>ex an-

gesordetten Steilererhöhung zur Herstellung des Gleich lgewichts^m ( ~ VvrM -

den EimMm«. und AusArbm des States F-nügen werde. Dir I -nge-MEich m.Sftmm.

beiden Stäudekammern und ihre unermiwlich, tätigen Finanz­ausschüsse akzeptierten den größten Dell unserer BerbcherungS- vvrschläge, und so gelang es denn auch bekanntlich, den Voranschlag mit einer nur 12prozentigen Steuererhöhung und 5 Pfg. Zuschlag zur Vermögenssteirer zu verabschieden, durch welche jetzt nach dem amtlich«en Eingeständnis des Herrn Filranzminlsters in Verbindung mit der geistigen wirtschaftlichen Entwicklung die hessische mnanz- lage selbst bei längerer Undauer des Krieges gesichert nwrden ist. Eruer nocki stärkeren SteuererhöhuNg mußten wir auch schon mrs dem Grunde energisch entgegentreten, weil Hessen ohnedies bezug- Itc£, seiner Steueransorderungen mit an der Spitze der deutschen Bundesstaaten steht und auch die Steuerveranlagung m lcharffter Weise, bisweilen sogar rigoros, erfolgt. Dabei sind ja auch! dem Steuerzahler schon jetzt gaw; gewaftige Steuerlasten vonr Rerch ausgebürdet worden, wie Kriegssteuer und Besitzsteuer, wozu nrm auckl noch die Warenumsatzsteuer kommt, sowie fernerlstn der Um­stand, daß kein Abzug der Reichsstenern bei Berechnung der

Am dem Reiche.

Eine Rede Batockis.

Berlin, 22.Jim. (WTB.) In der Sitzung des B e i r a t s beim Kri e gsernährungsamt vom 19. und 20. Januar be­tonte der Präsident des Kriegsernährungsamtes, daß grund­sätzliche Aendernngen des Systems im neuen Wirtschaftsjahr nicht euttreten sollen. Auch wenn vor Beginn desselben Fttttren ge­schlossen werden sollte, werde für die folgende schwierige Ueberg an gszeit keine Aenderung eintreten können. Die Versorgungsschwierigkeiten dieses Jahres hätten ihren Grund in der schlechten Kartoffelernte. Auch die Transportverhältnisse wirkten sehr ungünstig ein. Die Schätzungen über dieGetreide - ernte gehen soweit auseinander, daß am 15. Februar 1917 eine neue Bestandsaufnahme nöttg werde. Die Kartoffelvorräte würden sich genau erst feststellvii lassen. Wenn die Mieten geöffnet seien und das Saatgut ausgelesen sei. Trotz der günstigen Körner­ernte ständen wir infolge der Kartoffelmißernte mit den gesamten! verfügbaren Nährwerten an Getreide und Kartoffeln schlechter als im Vorjahre. Der Ausgleich sei nur durch immer sorgfältigere und gerechtere Verteilung der verfügbaren Gesamtmengen und durch Ernschränkung des Gesamtoerbrauchs zu erreichen. Die Sparpolitik muß schon jetzt eingeleitel werden, damit bis zum Schluß des Wirt­schaftsjahres auch für den urigünstigsten Fall genügend Mittel zur Verfügung ständen. Die in Rumänien vorgestmdenm Vor­räte seien recht erheblich. Schwierigkeiten bereite jedoch die Transportfrage. Die Mittel, die uns bis zum Schluß des Ernts- -ahres zur Verfügung ständen, seien knapp, und es bedürft einer straffen Organisation bei Erfassung und Verteilung des Vorhände- nen. Die Errichtung des Kriegsamtes sei als Fortschritt auch für die Volksernährung zu begrüßen, da es dadurch gelingen werde, alle von der Militärgewalt abhängigen Faktoren zur Betriebs austechterhaltung zusammenzufassen und die Interessen der heimi scheu Wirtschaft und der Erfordernisse der Front gegeneinander ab zuwägen. Trotz der schweren Verhältnisse könnten wir die feste Zuversicht haben, daß !wir unbedingt durchhalten werden, wenn die Bevölkerung Erzeuger wie Verbraucher dem Ernste der Zeit Rechnung tragt. Die unverschämte Antwort unserer Feinde auf unser Friedensangebot erklärt sich durch ihre Hoffnung, daß wir in diesem Frühjahr oder Sommer wirtschaftlich zusammenbrechen würden.

Der Eisenbühnverflhr.

Berlin, 22. Jan. (WTB.) Infolge des gegen das Vorjahr stark angewachsenen Güterverkehrs läßt die Eisen bahnverwaltung ab 23. Januar noch eine Reihe von Schnell- und Personenzügen ausfallen, deren Bekanntgabe durch die heutige Tagespresse erfolgt.

Berlin, 22. Jan. (WTB. Amtlich.) In. nächster Zeit ist es erforderlich, eine Reihe von Gütern von der B a h n befördern na zurückzu stellen. Es wird daher all gemein empfohlen, bei beabsichtigter Aufgabe von Gütern sich vorher an den maßgebenden Stellen z,u erkundigen, ob sie entgegengenommen werden können. Für besonders drin gende Güter sowie für Militärgut und Privatgut sür die Militärverwaltung wendet sich der Absender am besten an die für den Verladeort zuständige Linienkommandantür Auch im Personenzugfahrplan treten Aenderurrgen ein. In dieser Beziehung wird auf die öffentlichen Bekanntmachun­gen Per Eisenbahnverwaltung in den Zeitungen verwiesen

ch

Berlin, 22. Jan. (WTB.) Me Parlamentsprä s i d e n t e n der Vierbundmächte iverden voraussichtlich morgen abend sich in das Große Hauptquartier be­geben, wo sie vom Kaiser empfangen werden. Auch werden sie Gelegenheit haben, Generalfeldmarschall v. Hindenburg und Generalquartiermeister Ludeudorff zu sprechen. Alsdann treten die Präsidenten die Rückreise in ihre Heimat an.

Ans Hessen.

Der neue hessische Ztaatsvoranschiag.

Der schon im Auszug von uns mitgeteilte Inhalt der Denk­schrift des Herrn Finanz Ministers Tr. Becker über die allge­meine Finanzlage im Großherzogtum Hessen bildet einen recht erfreulichen Lichtblick pi den jetzigen schweren Aagen« .Der. Herr

1379 vollziehe sich die Abkehr von RnUand. Es weudaj von Deutschland ob, das infokgcdesftn den Zweibuvd * bund erweitere, der allerdings seit 1910 schon hoi sch- -WvÄ, Eaprivischen Handelsverträge verabsäumt hätten, s« der A der deutschen Landwirtschaft. Das deutsch Volk hab e sich . j zwischen handelspolitisch und kolomalpolftisch enttvickelt und st es England gefährlich geworden. .Im gleichen Falle w« ir Caprivi die Llbkehr von Rußland erweitert worden yei, habe? Lausen um Englands Gunst begonnen. Die Einkreisungsp8 König Gmards habe trotzdem begonnen und sei weitschauendr erfolgreich gewesen. Dies habe sich zum erstenmal gezeigt, c&k Panther" vor Agadier erschienen sei. Ms Marokb» an Frantz gekommen war, ftel Italien über Tripolis her und die Ba- staaten waren logische Folge. Wir bekamen kein Land und u ten daher Militär- und Flotten Vorlagen einbrrngcn Bethor 4 betone ohne höhere politische Einsicht seine weltpolittsch - ' inteoessiertheit und so hätten wir auch die Kopfsdation der Bar­bahn verloren. .

Rußland strebe zum 10. Male nach dem Besitz der A- engen. Säßen aber Rußland und England im Osten fest, so t wir völlig eingekreist und mit dem völkischen Tode bedroht. land sei eine besonders große Gefahr für unsere Zukunft, wes in der Hauptsache ein Bauernstaat mit unbegrenzten Mch< kerteii sei. Die Gefahr trete aber erst dann eigentlich ein, kl Rußland in den Besitz von Häfen gelangt sei.

Frankreich sei durch alten Haß in dir Arme Rußls und Englands gedrängt worden Dieser Haß sei miüberwiN», das sei klar für jeden, der die Entwicklung der Völker und r Grenzen gegeneinander abwäge. Frankreich versuche auch dig- deren lateinischen Völker für seine Zwecke zu gewinnen und

Italien habe von jeher seine Extratouren geliebt, ß man diesem Staate so ungeheuerliche Angebote gemaickft e, zeige, wie wenig man an manchen Stellen die Dinge durchs ff habe. Durch derartiges Entgegenkomimen werde nur der^ E> rungswillen solcher Völker gestärkt. Außer diesen weltwirtf<- lichen und imperialistischen Momenten des Weltkrieges hn selbstverständlich noch andere Momente mitgespielt, die noch )t spruchreif seien.

Wenn es gelte, eine schöne Pose einzunehmen, babe E - land niemals versagt. Es sei eine der Aufgaben der Zukunft, ß wir im Reiche unabhängig würden von dem Wolfffchen Bip durck, ein staatliches Monopol wie in Oesterreich, und im Au^d nickst mehr auf Reuter angewiesen seien. Unser Auslandslft habe vielfach versagt, aber wir alle hätten uns mit der Auslat- polittk zu wenig befaßt.

'Daß irnsere Zeitungen Mn Teil, ganz besonders vor dem Sh>., dem Gegner draußen die Schlagworte gegeben hätten, das niemand 'bestreiten. Tiefer Teil der Presse suche auch jetzt«

Ldessteuern U Eine m°«lichsk^chE«

kraft der produkttven Ltande ist, wie wrr heute wiederholen' ", -- - - - -

wollen, nickt nur im Interesse der staatliche Finanzwirtschaft, sondern anchl im Hinblick aus die Erhalturig .und Entwicklung des Gewerbes und der Industrie Hesftns dringend geboten, dre aus dem Kriege vielsack keinen besonderen Gewinn ziehen konnte, trotzdem aber sich, zu vielfach ganz gewaltigen L-eistungen aus ozialem Gebiete für ihre Angestellten und Arbeiter entfch.lossen Mt, wie die mehrfachen statistischeir Beröfftnllichungen der großen industriellen Verbände beweisen. , .

Wie in der Denkschrift zum Hauptvoranschlag naher dargelegt wird, firti* im vorjährigen Etat unter Freilassung der die untersten Stufen von jeder Stenererhöhung nach der von den Landständen be- 'chlossenen geringen Steuercrhöhung auf die Restfonds 2.102 l 19 Mark übernommen worden. Damit wurde dresent allerdings em etwas höherer Bettag zu den lausenden Verwaltungskoften .auf­gebürdet, als sie unter gewöhnlichen Friedens Verhältnissen hätten ausbringcn müssen: sie werden aber doch Wohl ausreichen, der lau­fenden Verwaltung über den Krieg und die erste Zeit nach dem Krieg hinwegzuhelfen, so daß Wenigstens in dieser Zeit hofserttlich eine weitere Erhöhung der Steuerlasten unterbleiben kann. Me Rech­nung für 1916 wird mit eiiiem um mehrere hunderttausend Mark geringeren Fehlbettag . abschfli^ßen, als der Voranschlag annahm.

Neben den schon erwähnten Mehreinnahmen aus den direkten Steuern und der Eisenbahngemeinschaft sind im Vorjahr auch die Erträge der Erbschaftssteuer. und des Stempels, sowie die Ein­gänge an gerichtlich erkannten Sttasen gestiegen. Vor allem aber werden erfreulicherweise voraussichtlich nicht unerhMiche Erspar­nisse bei den Ausgaben zu verzeichnen sein. Diese Verbefsn:ungeN werden dem Restefonds I dahin zugute kommen, daß dre ihm zur Deckung des rechnungsmäßigen Fchlbettags zu entnehmende Sumtne sich etwas niedriger halten und somit der Bestand dieses Fonds Ende 1916 etwas höher sein wird, als voranschlagsmaßig angenommen war. Auch! bei dem Ausgleichs^ und Tilgungsfonds nimmt die schon 1915 Wieder eingetvetene Besserung weiter zu.

Da der Anteil am Ueberschuß der Eisenbahngemernschast, der 1914 10 045 000 Mk. und 1915 15 391000 Mk. bettnä, ftck für. 1916 ans 18 643 000 Mk. berechnet (er war ztl 17 255 000 Mk. veran­schlagt), so wird auch dem AuÄlleichs- und Tilgungsfonds wieder ein erheblicher, über die von ihm der laufestden Verwaltung auf zu bringenden zwei Millionen hinausgehender Betrag zugesührt werden können' und damit anch dieser Fonds wieder langsam an- wachsen. ^ ^ . t _ , Pl

Soviel über die bemerkenswerten Punkte rn der Denkschrift.

Aus die hauptsächlichsten Positionen des Staatsvoranschlags für 1917 behalten wir uns ein näheres Eiitgehen vor, bis der Vor­anschlag selber den Kammern Mgestellt ist.

Der Grotzherzoglichen Handelskammer zu Mainz

Der Krieg habe schwere Opfer gekostet. Es erhebe sich« Frage, ob diese Opfer auch zu großen Zwecken gefallen seien, s deutsch« Volk sei nicht gewillt, seine Opfer zu bringen, ioenn-r Sieg die Opfer nicht rechtfertige. England sei immer noch r Mächtige zur See mrd verstehe immer noch andere Staaten r sich marschieren zu lassen. Es frage sich, ob wir England besiw könnten.

Tie Friedensangebote Bethmann Hollwegs hätten nur,t Erfolg gehabt, die Ziele des Gegners erkennen zu lassen und r Willen des deutschen Volkes zu stählen, einen Frieden zw verlan», der der Opfer'wett sei. (Bravo.) Der Zchnverband habe die nichtung Deutschlands und Oesterreich-Ungarns auf seine^ Fae geschrieben. Es heiße jetzt Deutschlands Aufstieg oder Deutschlaz Niedergang. Ter Kaiser habe gesagt: Ihr werdet zu S.t c[ werden wid alle Deutschen hätten ihm begeistctt b-eigeitim. Stahlhart müßten aber auch die Mittel ausgenützt werden. 1- umstößlich sei das Vertrauen zwr Obersten Heereslr- tung. Es sei ein Zeichen des deutschen Genius, daß in groi. Augenblicken die großen Männer hervorttäten.

Bedauerlich, fei rtnr der Rücktritt Tirpi tz', der größere Z; verfolgt und niemals, wie der Reichskanzler, das Wott v- Verzicht an Belgien geprägt habe. Ter Reichskanzler habe die % geböte an Italien gemacht, habe ohne das deutsche Volk zu frag Polen gegründet, spreche nicht mehr von Flandern und hind nicht, daß andere die Parole auslprengttn, was französisch gehört zu Frankreich!, was belgisch ist, zu Belgien, ja sel was ftrbisch ist, zu Serbien.

Weiter sprach der Redner Über die Kreise, die sich gegen Politik des Reichskanzlers wendeten und dre die geistig höcl stehenden Männer des ReickMs umfaßten. Wenn freie Bahn^ den Tüchtigen geschaffen werde, >dann müsse auch ein Tirpitz wie! an die Spitze treteii, wo statt dessen der Vettreter der sozialden ttatischen Partei seine Ansichten als die des Reichskanzlers vettri Ein Friede sei nur möglich, wenn England oder Deutsch^' am Boden liege. Wir könnten sckion heute den Frieden Hab aber zu Bedingungeti, die Deutschland wittschafÜich Vernich 'müßteti. Wir müßten eineii Ftteden bekommen, wie wir i brauchen. Ter Krieg sei heute über den Vetteidigurlgszweck läv lstnausgewachsen, selbst wenn wir die realen Garantien in die Programm bineinbezögen. Belgien dürft nicht mehr der Tu melplatz der Engländer und Franzosen werden. Die hessisä Bauern seien nicht marschiett, um Polen zu gründen, sondern deutsche Polittk zu treiben. Wir hätten die Polen nur befreit, . möglickfft viele andere Völker zwischm uns und Rußland zu schieb um uns zu schützen und nicht der fremden Völker wegen.

Dem Ausland gegeirüber sei inan allzu gereclst, iricht aber s cheii Bürgern gegenüber, die alles vorausgeselstn hätten und ttc dem imterdttickt würden. Es sei vom Reichskanzler der Abbau \

als Vorort des Hessischen Handelskanrmerta-gs ist auf das Zensur zugesagt worden. Daß dies trickst der Fall

Huldigungstelegramm an den Kaiser folgende telegrapyifcye Ameise das Verbot der Goßlarschen Zeitung. Das zeige auch d Antwort zugegangen: c n ' !r v

Großherzogliche Handelskammer?

Den Verttetern hessischer Jridusttie und hessischen Han-

deutsche Friedensangebot und die Lösung der polnischeri Fra Unter dem Reichskanzler sei der Kampf gegen den Wucher ni mit der nötigen Kraft gefühtt worden. Er werde nur mäßig I

del« meinen wärmsten Dank für das Gelöbnis, im heiligen swast, statt man M nMer KriegsiE Mstellt HMe, Nun -ü Kampfe für das Vaterland das Aenßerfte^m Kraft und Opfer- \

freudiakeit einzusetzen, um Freiheit und Frieden zu erringen.

Wilhelm I. K."

Zu welchem Lude führen wir den Urieg?

Wie wir schon gestern kurz mitteüten, hatte der Wahlvorstand der deutsch-völkischen Partei sür Sonntctg- nachmittag 3Vz Uhr im Fürsteuhos zu einem Vortrag des Reick)s tagsabgeordneten Dr. Werner über das Thema:Zu welchem' Ende führen wir den Ktteg" eingeladen. Der Einladung war eine zahlreiche Zuhörerschaft gefolgt, die den Saal überfüllte und oft mit spontanen Beifallsäußerungen den Redner imterbrach.

Herr Lehrer Kling eröffnete die Versammlung mit dem Hinweis, daß die Antwort des 10-Verbandes auf die deutsche Friedensnote auch die, die dem Verständigungswahn huldigten^ habe erkeimen lassen, daß es sich um Deutschlands Sein oder Nichtsein handele. Große Opfer würden verlangt und gegeben. Do mit erhöbe sick die Frage, welches die Kttegsziele seien, die diese Opfer rechtfertigten. Tieft Antwort werde der Redner geben und die Versammlung solle eine gemeinsame Kundgebung für eine kraftvolle Fortführung des Krieges mit allen Mackstmitteln bis zu einem Ende sein, das der Opfer wett sei, die gebracht wurden und noch zu bringen seien.

Hieranf ergriff Reichstagsabgeordneter Tr. Werner das Wort und führte ttwa folgendes aus: Aus dem ungeheuren. Zu sammenbriich des alten deutschen Reiches tm 30jäl)ttgen Krieg blieben nur zwei kraftvolle Staaten übttg, Preußen und Oester­reich. Inzwischen stiegen England und Frankreich zur Macht ans, England mit dem Grundsätze, die Freiheft der MeSre für sich zu wahren und den jttveils stärksten Staat auf dem Feitlmrde nieder­zuringen. Deshalb sei es jedem klar gewesen, daß die deutsche Politik sich aus diesen Standpunkt Englands habe einrichteff müssen. Tie wettvollen Vorposten, die wir im 30jahrigen Kttege verloren, seien anscheirieud unwiederbrftrglich dahm. Der Wieirer. Kongreß habe eine weitere Schwächung der deutschen Gewalt ge­bracht. Allmählich sei die deutsche Frage aufgetaucht, Preußm oder Oesterreich und habe 1870 die Erfüllung des deutschen Traumes ohne Oesterreich gebtackst. Tie wirtschaftliche rcnd mMärischck Sicherheit sei durch Sen Zwechund gesöxdext worden

des Reichskanzlers seien Leute, die die Milftärmachlt behind uick> dem deutschen Volke im Lluslande geschadet hätten.

Ter amerikanische Botschafter Gevcrrd, der sich niemals deuts freundlich gezeigt und bisher dafür gesorgt habe, daß England t U-Bootkrieg -erspart bleibe, habe gesagt, solange der Reichskanz', und der Staatssekretär an der Spitze süchen, seien die Brz-iehnng zu Amettka nickt gefährdet. Das sei ein Zeichen i Zeit, daß ein ,meuttaler" Botschafter vor einer arider Besetzung der höchsten Stellen habe warnen dürft

Durch das Friedensangebot sei es jedem llar geworden, d der Ktteg rinter allen Umständen siegreich zu Ende gefühtt werd müsse. Ter Vernichtungswille der Gegner sei da, jetzt gelte , alle Mittel zum Siege rarzuwenden Gegenüber dem Vernichtunc willen -der Gegner müsse man in großen Versammlungen au sprechen, was das deutsche Volk wvlle. Im Osten hätdeil n nicht nur die Aufgabe, dre östlichen Völker &u befreien, sondern n müßten dort Land für uns mit Beschlag belegen. Gegenül Frankreich müßten lvir uns decken und das Belforter Lc zumackien. Belgien müsse mikitättsch nstttschastlich und po tisch in unsere Hand kommen mit einer eveirtriellen Erttchtung ein Königreichs Flandern. Belgiens Besitz bedeute eine wirtschaftlft Notwendigkeit sür uns. Antwerpen müsse ein deutscher Umschlag Hafen sein.

Mitteleuropa müsse wie Deittschland germanisch g ricktet sein. Enge Verbindung mft Oesterreich-Ungatti mld wft schaftliche Verbindung mit Bulgarien und der Türkei sei iu' wendig, aber keine Berininderung der Rassen. Durck:, Adftteleurv. können uns die Kolonien nicht ersetzt werden. W müßten den Schritt aufs freie Weltmeer wagen. Wenn st aber diesen Sckrftt tim wollten, müßten wir den schäi Neutrale den schiärfsten U-B-ootkrieg fordern. Der Verstä digungswalin mit England müsse aufhören.

Es -erhebe sich die Frage, ob wir die Kttegsmittel in der Hm hätten, um England niederzuzwingen. RLarinesachverständige seff dieser Ansicht, weil der U-Bootktteg möglich sei, falle uns Eli land durch Ainerika in den Arin. Tie rücksichtslose Torpedierust jedes Handelsschiffes in der Kriegszone sei noch nicht durchgefttz Wir führten jetzt mit unseren U-Booten nur einen Kreuzerkrie Alle mattnetechiftesche Sachverstäiidige stünden auf dem Stau Minkte, daß wir in der Lag« seien innerhalb! sechs, Acpnati