4 9RtHumen Tomren zu vernichten. AVer daS UWöoot versenke nicht
nur, sondern schrecke auch ab. Frachten 7urch England zu über-, nehme».
Wir «Hütten die Mannschaften, das Mrberial und doppelt soviel U-Boote !vre vor eurem halben Jahre, um den U-Bootkrieg in verschärfter Form wrrchznsühten. Im Ausland sei eine schlechte Kornernte, besonders in England höre man diese Klage. Wenn heute schon täglich 10 000 Tonnen versenkt würden, so könnten wir diese Zahl ungeheuerlich vermehren. Auf dem Lande könnten wir nicht fertig werden, heute sei der günstigste Augenblick für den U-Bootkrieg, heute müsse er durchgesührt werden, ohne uns von Amerika in den Arm fallen zu lassen. Was Amerika gegen uns tun könne, habe es getan, es könne nicht inehr gegen uns Um, besonders Änrerikas Geld und Waffeuindnstrre köirne uns nicht mehr gefährlicher werden.
Wenn Amerika sehe, daß es Krieg führen müsse, werde es dies tun, ob wir den U-Boot-Krieg anwendeten, oder nicht. Von Amerika hätten wir daher nicht allzuviel zu fürchten. Mer wenn auch die Gefahr bestehe, daß Amerika gegen un£ gehe, so müßten wir doch mit dem rücksichtslosen U-Boot-Krieg einsetzen, bevor die Abwehr- maßregeln der Engländer durchgeführt seidN. (Bravo.)
Der Vernichttmgswllle der Gegner sei da und ohne U-Boote und Zeppeline könnten wir uns seiner nicht erwehren. Wenn wir unser Volk nicht vom Hungertode preisgeben wollten, müßten wir den Krieg durchführen, ob die Mittel völkerrechtlich seien oder nicht. Die Mittel mußten sofort angeweudet werden und rücksichtslos. Es liege im Natur recht, die Waffen des Feindes zu gebrauchen und ihn durch die Aushungerung zu vernichten. Nur so könnten wir den Aufstieg unseres Volkes erreichen.
Nach den Ausführungen des Redners, die mit stürmischem Beifall ausgenommen. wurden, verlas Lehrer Kling die schon gestern von uns mitqeteilte E n t s ch l i e ß u U g , die durch Landaufheben allgemein gntgeheißen wurde, und schloß mit einem dreifachen Koch auf das deutsche Vaterland.
Au» Stadt «nd Land.
Gießen, 23. Januar 1917.
Arbeitswechsel und militärische Einziehung Reklamierter.
An dieser schweren und doch so großen Zeit ist die Kraft eines jeden Mannes im Dienste der Kriegswirtschaft unbedingt notwendig. Nur die höchste Pflichterfüllung und größte Kraft- anstrensung des einigen Volkes wird den Frieden, den die Feinde mit Uebernntt und Sohn zurückgewiesen hüben, erzwingen.
Darum arbeite jeder mtt seiner ganz«! Kraft dort, wo er im Dienste der Kriegswirtschaft steht. Jeder Wechsels mindert die LeistungssAngkeit der Kriegsindustrie und damit die Schilagserttgkell unseres Leeres. Dessen muß sich! jeder bewußt sein, und nur aus einem wichtigen Grunde nach reiflicher Ueberlegnng darf daher ein zurückgestetlter Wehrpflichtiger seine Arbeitsstelle wechseln.
Tie für die Kriegswirtschaft zurückgestellten Wehrpflichtigen lntterficgeit nunmehr den Bestimmungen des Gesetzes über den vaterländischen Lilfsdienft. Sie dürfen demnach ihre Arbeitsstelle nur wechseln, wenn sie die schriftliche Einwilligungserlläruug (den Abkehrschein) von ihrem Arbeitgeber oder im Falle der Verweigerung von dem Schlichtungsausschuß erhalteu haben. Schlichtungs- ausschüsse sind in der Regel bei jedem Bezirkskvmmande errichtet. Näheres ist bei den Meldeämtern oder den Polizeibehörden zu erfahren.
Jeder vom Heeresdienst zurückqestellte Reklamierte, der ohne Melirschein und ohne den Schttckftuugsllusschuß anzurufen, die Arbeit in dem Betrieb, für den er zurückgezogen ist, niederlegt'/ wird zum Heeresdienst eingezogrn.
Ter Erlaß meines Herrn Vorgängers vom 24. 3. 15 — II b 26902 — wird bezüglich der Einziehung Reklamierter nach Maßgabe obiger Bestimmungen abgeändert.
Unberührt van diesen Bestimmungen bleibt die Einziehung aus militärischen Gründen.
Frankfurt a. M., den 18. Januar 1917.
Ter Stellv. Kontmondierende General:
Riedel, Geueralleutnant.
- - - -— «
•• Auszeichnung. Gefreiter Hermann Hoffe aus Gießen wurde zum Unteroffizier befördert und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. — Das Eiserne Kreuz erhielt Lehrer Ludwig Becker, Drzefeldwebel und Offiziersaspirant. — Dem Schützen Hermann Langsdorf auS Gießen, in der 1. Maschinengewehr- Komp, des 2. Landsturm-Bat. Bruchsal (14) wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. — Dem Geometer beim Stadt. Vermessungsamt Gießen Karl Lang, z. Zt. Zahlmeister Stellvertreter im Landwehr-Jns.-Regt. 116, wurde das Eiferne Kreuz 2. Klaffe verliehen.
*• Die Formulare der Besitzabgaben st euer sind, wie wir auf verschiedene Anfragen mitteilen können, auf dem Finanzamt zu erhalten.
** Diebstähle. In der Nacht zum 22. Januar wurden in hiesiger Stadt aus einem Spielwarenlager Kinemato- araphs, Karussells, Laternemagikas, Sparbüchsen, Griffet vasten usw. gestohlen und in letzter Zeit 7 kleinkariert^ Herren-Anzüge, Größe Nr. 50, von grauer, graublauer und blauer Farbe, sowie 8 Dutzend Krawatten, größtenteils aus
farbigen Selbstbindern bestehend, entwendet. ** Die Hess. Landes-Bezugs
ch e i n e f ü r Z u ck e r für den Monat Februar sind eingetroffen. Diese Scheine müssen spätestens bis zum 31. Januar durch einen zugelaffenen Groß Händler zum Umtausch vorgelegt sein. Siehe Bekanntmachung.
** Gießener Pädagogium. Zur Vorfeier des Ge burtstoyes unseres Kaisers vereinigte das Gießener Pädagogium!
«au
Neuen Aula der U
472 Uhr Gönner und Freunde in der ität. Die Ouvertüre zu Glucks „Iphigenie in Anlis", wacker gespiell vom Schülerorchester des Pädagogiums mit Unterstützung Gießener Musikliebhaber, eröfftrete die Reihe der Borträge, die in angenehmer Steigerung auf einander folgtefu. N«*ch einer Ansprache des.Direktors Bvackemarrn durchkbrauste ein « u «ör s ames „Deutschland, Deutschland über alles" bert Saal. Im Mittelpunkt des Programms standen die Deklamationen von Frau v. Wolzogen vom Grvßh. 5)oftheater in Darmstadt. ( Sowohl die ernfteu, von der Stimmung hes Tages getragenen Dichtungen im ersten Teil wie die heiteren Töne eines Lilienjeron ü- a. itn! zweiten brachte der Klinstlerin wohlverdieirten Beifall. Auch! Dir Bvackemcrnu trug selbst Wildenbruchs „.Hexenlied" (Musik v Schillings) vor, das Fräulein Schöttke geschickt und mit weiser Zurückhaltung begleitete. Das Schülerorchester, einstudiert durch Musiklehrer Gern har dt, geleitet von Dirigent Müller bot ferner Hahdnsck-e und Schubertsche Klänge in glücklicher und ansprechender Ansführung. Alles in allem war die Feier wolL- gelungen. Die Gesamteinnahmen fließen, da die Kosten andere wellig gedeckt werden, der Großherzog Ernst Ludwig-Jubiläums- stiftung ungekürzt zu. ^ ^ ■■■■■■■■■
Lichtspielhaus ^Bahnhvsstr. 34. Auf dem Programm vom 23. bis 26. Januar 1917 steht ein gewalttges Filmgemäkde in 4 Akten „Tie Zerstörung von Karthago", das mit großen Massenszenen und gsvalttger Ausstattung inszeniert ist. Ferner bringt das Programm die neuesten Kriegsberichte von sämtlichen Kampffronten, eine Komödie „Willi ist ungezogen", eine Burleske „Tie Folgen eines Irrtums", sowie die Humoreske „Fritzcken Han beit mit Gipsfiguren". Ab Samstag, 27. Januar wird Lomuneulus 4. Teil „Die Rache de6 Homuneulus" mit Olaf Fönß in der Hauptrolle gegeben.
** Das Schwarz-Weiß-Theater bringt von Drens tag bis Freitag die große dramatische Ehetragödie in wer Akten „Sklaven der Pflicht". Tie Lauptrollen spielen du beliebten Künstler Wanda Treumann und Vigo Larsen. Als zivertes Stück sei hervorzuheben ein sensationelles.Seedvama „Ans einsamer Insel", das mit herrlickien Szenerien ausgestattet ist Außerdem ein gutes Beiprogramm. _
** Das heutige Kreisblalt Nr. 11 enthält Bekannt machungen über Gemüsesamen; Ein- und Ausfuhr von Nutz- und Zuchtvieh; Einsendung von Gemeinderechuungen; Sterbfalls Nachweise und Aufnahme der taubstummen Kinder in die Taub stummen-Anstalten des Landes.
Landkreis Gießen.
.**• ^llendvrf a. d Lda., 23. Jon. Tie Hessische Töpfer-
kettsmedallle erhielten: Heinrichs Amend Knd Jvhannes Da m m. Amend ist 21 und Damm 20 Jahre alt. Johannes H o f m a n n, 21 Jahre alt, wurde zum Gefteiten befördert. Tie drei jugendlich^ Kampfer befinden sich, gnf dem westlichen Kriegsschauplatz. Tragoner Mfrtstoph Wallenfels wurde in Rumänien verwundet.
Alten-Buseck, 23. Jan. Mil dem 1. Januar 1917 als Elsenbahnassistent angestellt, wurde der bereits längere Jahre an der Biebertalbahn tätig gewesene Stationsdlätar Hch. H o s m a n n, ^-ohn des Landwirts Peter Hoimann von hier. Hofmaun, der als Kriegsbeschädigter im Juni vor. Js. aus dem Heeresdienst entlassen wgrde, ist seit dieser Zeit an der Trachenberg—Militscher Kreisbahn tätig, wo ihm die Verwaltung einer Station übertragen wurde.
L. Geilshausen, 23. Jan. Pionier-Gefreiter Philipp Müller, bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes, hat das Bulgarische Tapferkeitskreuz 4. Klaffe erhalten. Müller hat die Kämpfe in Belgien, Frankreich, in den Karpathen und Serbien.mitgemacht und befindet sich, seit Weihnachten verwundet, in einem deutschen Lazarett.
2X Obbornhofen, 23. Ion. Unsere Feld- Und Waldjagd, die sellher an Frankfurter Herren für 1450 Ätark verpachtet war, hat nun auch! etwas von den teueren Fleischpreisen verspürt. Sie ist bei der heutgien Neuvvrpclchltung auf 1730 Mark gestiegen, was wohl dem Gemeinde-Säckel zugute kommt. Höchstbietende blieben Oberamtmamr B o r n e ni a n n, Landwirt mid Rentner Ferdinand Philippi von hier, sowie Landwirt Ne hg eis von Wohnbach.
ffb W i e s e ck , 22. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt Lehrer Rein.
Kreis Büdingen.
4b Büdingen, 23. Jan. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Gefreite Jäger.
4b Düdelsheim, 23. Jan. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Fahrer Heinrich Lang.
Kreis Alsfeld.
4b Bernsseld, 22. Jan. Am 1. Dezember starb in einem Feldlazarett der hiesige Lehrer Ernst Bernhardt.
Kreis Lautvrbach.
tt. Schlitz, 22. Jan. Auf dem Felde der Ehre starb als jüngstes Opfer unserer Gemeinde der Musketier Adam B erng e s. Er stand erst kurze Zeit im Felde. *
Starkenburg und Rheinhessen.
ch. Bingen, 21. Jan. Im Bahnhof Bingen ist gestern vormittag ein Giiterzug mit einer Rangierlokomotive zusammen- gestoßen. Eine Anzahl Wagen und die Lokomotive des Güter- zuges entgleisten. Tie Störung des Betriebes hatte nicht die geringste Wirkung auf den Durchgangsverkehr und wllrde in kurzer Zeit beseitigt. Einige Bedienstete des Zuges trugen leichte Verletzungen davon.
X. O f f e n b a ch a. M., 22. Jan. Für die Erweiterung des H a u p t b a h n h o f e s O f s e n b a ch a. M. ist in dem Haushaltsplan der preußischen Eisenbahnverwaltung eingestellt für das Jahr 1917 ein fernerer Teilbetraa von 1000 000 Mk. Die Gesamtkosten sind veranschlagt aus 7 323 000 Mk., bis einschließlich 1916 sii«d bereitgestellt 3 400 000 Mk., für 1917 werden verlangt 1000 000 Mark, mithin sind ab 1918 noch bereitzustellen 2 923000 Mark.
Kreis Wetzlar.
ra. A u s dem H o h e n s o l m s e r Land. 23. Jan. Im ganzen Gebiet der Bürgermeisterei Hohensolms bis hinab zur Lemp qiugeu in der vorigen Woche riesige Schneesälle nieder. Fußhoher Schnee liegt bis in die Täler hinab. Viele Hohlwege sind meterties zligeschneit. In unserer Gebirgslandschaft muffen die Gemeinden jeden Tag Schnee fcfjaufeln, um wenigstens d(e Hauptverbindungswege s«"ir den Verkehr frei zu halten. Seit Jahren ist nicht mehr so viel Schnee gefallen. Das Wild, besonders die Rehe, kommen bis dicht an die Ortschaften heran.
Kreis Friebberg.
Q. Ba!d-N au hei m, 22. Jan. In der um Scrmstag übgehaltenen Hauptversammlung des Geflügel-, Vogel -und, Ka n i n ch en z ucht ve r e ins wurde mitgeteill, daß der Verein zurzell 225 Mitglieder umfaßte, von denen 115 zum Kriegsdienst eingezogen sirrd. Das Vereins vermögen hat .einschließlich des toten Besitzes einen.Wert von 1096 Mk. JÄ)es zum Kriegsdienst ein- berufene Mllglied erhält aus der Vereinskasse eine Unterstützung von 6 Mk. ausbezahlt. Für Anschaffung von Bruteiern wurde ein größerer Geldbetrag bewilttgt. Die Versammlung beschloß, von der Uebernahme der Landesausstellung für Kaninchen in Anbetracht ber schwierigen Verhältnisse abzusehen. — Der ständige Ortsausschuß für vaterländische Zwecke beschloß in seiner gestrigen Sitzung, für die Großherzog Ernst Ludwig-Sttf- tnng eine H a u s s a m m l u n g zu verausdalten und in der Stadt verschiedene Sammelstellen zu errichten. Der Vertreter der Großh. Bade- nnd Kurverwaltung, Herr Baurat v. Böhmer, stellte iu Aussicht, daß im Kurhaus zugunsten des patriotischen Zweckes verschiedene Veranstaltungen stattfinden sollen. — Für Ka i - sers Geburtstag bereitet die Erust-Ludwig-Schule eine einfache Schulfeier vor.
Hessen-Nassau.
Vom Fewderg.
Ter Sonntag brachte den tiefverschneiten Taumrshöhen einen Massenöefnch. Ungezählte Tausende strebten schon vom frühen Morgen an von den Eingangsstationen in die' Bergwelt. Da Sonderzüge nicht eingelegt wurden, mußten in Frankfurt viele auf den nächsten fahrplanmäßigen Zug warten, weil die Frühzüge keinen Platz mehr boten. Dem Schneeschuh- und Rodelsport wurde voir ftmg und alt in allen möglichen und unmöglichen Kostümen gehuldigt. Die drei Feldberghäuser waren ständig überfüllt, auch in allen vom Strom der Winterwanderer berührten Orten herrschte ein Verkehr, der nicht im mindesten an den Krieg gemahnte. Auf dem Feldberg zeigt das Tl^ermometer seit Tagen bei schiUeiden-i dem Ostwrnd eine Temperatur von 9 Grad unter Null. Die Schneedecke liegt im Durchschnitt 60 Zenttmeter hoch und bietet ausgezeicharetes Geläuf für den Wintersport. Bon besonderem Reiz sind die bizarren Reifbildungen. Von Unfällen ernsterer Natur ist bis jetzt nichts bekanrrt geworden.
= Franfurt a. M., 21. Januar. Vom 25. Jcmuar an wird sämtlichie auf den Frankfurter Bahnhöfen ankommmde Milch besch-lagnahntt und den städtischen Verteilungsstellen zugeführt. .Hier wird sie geprüft, gereinigt und dann durcki anttlich zugelassene Händler an die Bevölkerung abgegeben. Durch, diese Mehrarbnt wird eine Steigerung des Preises^ unvermeidlich,, so daß das Liter fortan 40 Pfg. kostet. Frankfurt hat damit die höchsten Milchpreise in Deutschland. Die Frankfurter Kriegsküchen gaben im Monat Dezember 360000 Portionen Mittagessen mcs. Die Herstellung einer Portion kam auf 39,8 Pfg. gegen 37,8 Pfg. im sILovember. Durch Zusatz von kirchlicher Nährhefe, Trockenmilch nnd einem Eiweißersatz, hat sich, den UnterfiMmgeu zufolge die Güte des Essens bedeutend verbessert. An den Schulspeisungen nehmen jetzt 4000 Kinder teil. Von Kriegerfamilien beteiligen sich« 65 Prozent gegen 59 Prozent im November'.
— Frauen st ein, 22. Jan. Dem Milchhändler Karl Demant wurden nachts aus dem Stalle vier ietteSchweine gestohlen und mit einem an anderer Stelle gestohlenen Schlitten fortgeschafft.
[1 Marburg, 22. Jan. Gestern nachmittag wurde der im Mer von 63 Jahren, verstorbene Gyntnasialdirektor Professor Dr. Fuhr unter zahlreicher Beteiligung zur letzten Ruhe gebracht. Bei der Trauerfeier in der Aula des Gymnasiums sprachen außer denr Geistlichen, Pfarrer Metz, Professor Scy-umarrn vom Lehrerkollegium der Anstalt, Oberrsalschrldirektor Geh. Sttkdienrat Dr. Knabe mtfr Professor Dr. SBrebe, letzterer im Namen der Gesellschaft der Freunde des humanistischm Gymnasiums. — Ein be- kamrter Marbnrgm Industrieller, der' Inhaber der Universrtäts- Jnstrumentenfabrik Wilhelm .Holzhauer, Fabrikant Jakob Holzhauer, .rsts nach kurzem^ Kranksein gestorben. _
vermischtes.
Eine Millionenfchüvindlcrrn.
* Berlin, 22. Jan. Die Blätter enthalten Einzelheiten über die S ch wind el eie u einer Frau Kupfer, deren Verhafttmg
gestern gemeldet wurde. Hiernach! gründete Frau Kupfer nr« Gesellschaft für Beschaffung von Nahrungsnrittelu und bekanl twn zahlreichen Persönlichkeiten, die teilweise der Aristokratie' und der Hochiftnanz angehören, auf Grund eines gesälschtzm Notarmtsartes größere Anteile, wovon sie bis zu 10 Pvozent Zinsen imd !.ohe Gewinnanteile bezahlte. Tixlz war von Warensendungen oder emem Warenlager keine Rede. Tie Polizei kam auf 'den Schwin cl Mr- läßlichi einer Haussuchung insolge übrigens uirbegründeter löe- rüchte, daß Frau Kupfer .Auslandsware eingeschmuggelt haoe. Tie „B. Z. a. M." teilt zu dem Mittronenschwindel der Frau Kupfer noch, mll, daß, als schon Kriminalbeamte in der MohrnoV der Frau Kupfer waren, uni dort eine TicrckInchang vorz'im.innen, nock? eine Dame erschien, die ihre Beteiligung mll 300 000 'Jeart an bot. Ter ganze Geschäftsbetrieb der Frmc Kupfer bestand darrn, daß sie mll gefälschten Stempeln und Druckformnlareu jar bmet e und so den Anschein erweckte, als ob man es mll den stempeln Und Schriftstücken einer Behörde zu tun habe. Tie Angabe, daß tu der Kommerz- und Diskontobank 530000 Mark vom Vermögen der Frau Krcpfer aufgefnuden wurden, ist fatsch«: dagegen wurden in der Wohmmg 450000 Mark in barem Gelde aus gefunden.
*
* Berlin, 22. Jan. (WTB. Amtlich.) Heute vormittag 5 Uhr 45 dNinuten ist auf Bahnhof Weimar Zug 203 vermutlich durch Ueberfahreu des Blocksiguals Ulle aur den Güter- z u g 1093 aufgefahren. Von beiden Zügen sind ruohrere Wagen entgleist und beschädigt. Drei von den E i s en bahn bedien steten sind tot', einer verletzt: von den Reisenden wurde rriemand verletzt. 9 Uhr 30 Minuten vormittags wurde eiuglettcger Betrieb zwischen Weimar und Erfurt eingerichtet. Untersuchung ist eingeleitet. _
UniveEtäts-Ncrckrichteir.
---- Frankfurt a. M., 22. Jan. Die Bezirkssynode des Konsistorialbezirks Frankfurt faßte , heute nach einem Bericht des Seniors Prof. O. Bornemann einstimmig einen Beschluß, in dem ie den Großen Rat der Universität Frankfurt bittet, der Errichtung einer theologischen Fakultät fein tätigstes Interesse zu- zu.oenden. Gleichzeitig soll zu dem Zweck die Sammlung freiwilliger Spenden in evangelischen Kreisen in die Wege gelettet werden. In erster Linie wird hierbei an die Ergebnisse der Re formations-Jubiläumsspende 1917 gedacht. Für die nötigen Vorbereitungen zur Errichtung der Fakultät durch Werbung usw. bewilligte die Synode 1000 Mk.
Letzte Nachnchte».
Dre neue „Möwe". ^
Newyvrk, 17. Jan. (WTB. Nichtamtl.) Wie der SSer* tretet des W.T.B. durch Funkspruch rueldet, kargen die hien^ gen Zellungen nicht mit ihrem Lob für dje Heldentaten der neuen „Mövül Die ihr gewidmeten Artikel tragen Ueberschriften. in den größten Lettern. Der von dem deutschen Hilfskreuzer dem Feinde zugefügte Schaden wird auf über 20 Millionen Dollars geschätzt. . „ r .j,. ,
Genf, 23. Jan. Wie der „Wattn" aus Newyork berichtet, enthalten die amerikanischen Blätter seit 36 Stunden nichts anderes, als Bettchte über die Taten des deutschen neuen Küpev- schiffes. Nach einer Meldung aus Rio de Janeiro übersteigt me Zahl der von dem deutschen Schiff versenkten Dampfer die bisher bekannt gegebene Ziffer. Die dortigen Blätter nennen diese Ziffer. Sie ist .aber in dem Telegramm des Pattser Blattes aus- gefallen. Die vermutliche Zahl der gekaperten Dampfer wird jetzt mll 9 angegeben. Die in Pernambuco gelandeten Besatzim^ gen der versenkten Dampfer bestehen aus 170 Engländern, 54 Franzosen und 17 Amettkanern.
Die U-Boote und Frankreich.
Genf, 23. Jan. Die von Admiral Degoup und anderen Marmekrittkern verttetene Auffassung, daß durch die bisherig U-Boot-Ersolge im Aermelkanal, in der Bretagne usw. die deutsche Mariuelellung die Beförderung von Truppen, Kriegsmaterial und Nahrungsmitteln nach der französischen Küste noch in höherem! Grade erschweren werde, bestättgt die heutige anscheinend auS amtlicher Quelle stammende „Mattu"-MeÜ»uug, danach befind^: sichl die deutsche Kriegsmarine gegenwärttg in der Lage, die wp- franzöfischen Gewässer, sowie den ganzen Umkreis des britischen Insel reich es als für die Schiffahrt gefährliche Zone zu erklären!
Maßnahmen zur Verschärfung des Seekrieges. Bern, 22. Jan. (WTB. Nichtamtlich) , Wie „Trrbuna^ meldet, ist der italienische Marin-eminister Corsi in London ein- getroffen, um au der Konferenz der Vertreter der alliierten Flotten teilzunehmen. Corsi wird von dem Unterstaatssekretär des Verkehrswesens Ancona begleitet. Die Konferenz soll Maßnahmen zur Verschärfung des Seekrieges prüfen.
Englands Lebcnsmittelfrage.
Berlin, 23. Jan. Wie der ,^Lokal-Anzeiger" schreibt,, be* ginnt die englische Lebens mittelftage sich bedenklich ^ zuzuspitzeru, England brauche russisches Getreide. In 'Saatkartoffeln bestehe eine große KnapPl)eit. . ^
Die „Freisinnige Zeitung" führt die wirtschaftlichen Verordnungen auf, die nach deutschem Muster iu stattlicher Zahl in England erlassen wurden, und sagt: „Man sieht, die Barbaras machen Sckmle in England!" ,
In mehreren amerikanischen Jndustriestcüiten sollen laut „Boss. Zeitung" englische« Werbebureaus entdeckt worden sein, in denen amerikaittsche Techniker, Ingenieure und Konstrukteure für die Wafsenfabriken der Entente angeworben werden.
Englands Männermangel.
Rotterdam, 22. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Das Lokal-Vcrwal- tnngsamt hat ein Rundschreiben an die Gerichtshöfe gerichtet, in dem ihnen mitgetoilt wird, daß alle für den Front- oder Garnison- dienst im Ausland tauglichen Männer, die cntbehtt werden können, ohne daß eine Arbeit von großer nationaler Bedeutung ernstlichen^ Schaden erleidet nnd bei denen auch keine der gewichtigen Ursachen ft'ir Befteiung vorliegt, so rasch als möglich und spätestens am 31. März zum Militärdieust eiugezogeu werden müssen. - „Daily Chronicle" bemerkt dazu, daß die Regierung offenbar beübsichttge. Männer unter 31 Jahren, die jetzt wichttge Arbeit verrichteten, an Stelle von Männern über 41 Jahren, die keine wichttge Arbeit verttchleten, in die Armee einzuftellen. Die Schwierigkeiten im bürgerlichen Leben würden dadurch nur zunebmer: und ellu Lage entstehen, der weder Chamberlain, noch irgeiid ein anderer Minister, der mit der Frage des Mannschaftsersatzes zu tun hat, gewachsen sein werde.
Mackensens Erfolge.
Ge nf, 23. Jan. Die französische Fachkritik glaubte aus der Stille der letzten Tage im Sereth-Abschnitt auf ein Eindämmen der deutschen Offensive schließen zu können. „Temps" muß die Bedeutung des eroberten Brückenkopfes zugestehen. Was die französische Besorgnis noch steigere, sei die russische Meldung, daß es Mackensen gelungen sei, während der Gefechtspause seine schwere Artillerie in Stellung zu bringen, deren überlegenem Feuer die Russen und Rumänen nicht widerstehen könnten.
Der Papst an Wilson.
i. Köln, 23. Jan. Die ^,Köln. Ztg." meldet ans Washington:
Der spanffcke Etesandte vermittelte mündlich formelle Glückw mschc sellens des Papstes an Präsidenten Wllson für seine Bemüwmgen um die Wiederherstellung des Friedens. Wllson sarrdte dlirck. Ber- mllllung des spanffch-en Gesmchten seinen Dank an den Papst.
Der Luftkrieg.
Bern. 22. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „Pettt Jmrrmll" meldet, ist der Fliegerleutnant Th an vu im Luftkampf abgesck-oss«, worden. Er hatte sich verschiedentlich ausgezeichner und tvar in einem Tagesbefehl genannt worden
London, 22. Jan. (WTB. Nichtamtlich?» Amtlich wttd mitgetellt: Unsere Flugzeuge Ixrbeit am 20. Jan. 600 Pftmd Bomben aus und rund um die türkische Munllionsfabttk in der .Zitadelle von Bagdad abgeworftn.


