Ausgabe 
22.1.1917 Erstes Blatt
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Interpellationen in der franzSfischen Kammer.

. Paris. 20. Jan. (WTB. Nichtamtl.) Die Kammer hat llLbevMrfttntnnmg nrrt der Regierung: die Bestwechlung der Inter-, Hasl-Frrry über die Lage des Expeditionskorps im Orient Mid die Interpellation Zlbrani über die Vorgänge in When am 1. und 2. Te-emb-er und die Politik der Regverun-g gegen über Griechenland auf den 25. Jannar festgesetzt- Der Sozialist Pressen! ane wünschte die Regierung über die Antwort der Alliierten an Wilson zu interpellieren. Ministerpräsident B r i g n d verlangte die Vertagung dieser Interpellation auf unbestimmte Zeit und erklärte:In der Bewrtwottung des loyalen .Ersuchens der großen amerikanischen Nation haben wir den Grund, warum wir kämpfen, und die Sühne ffanctions), Wieder- tzutmaichnngen und Bürgschaften, welche wir verlangen, freimütig ^nd bestimmt auseinandergesetzt und unsere .Kriegsziele genannt. Was können wir mehr sagen? Warum sollen wir in einen Mei- r^rn-ssau stau sch enrtreten und Gefahr laufen, die Wirksamkeit des Schriftstückes zu beeinträchtigen, dessen Freimut und Klarheit allen unabhängigen Ländern znm Bewußtsein gekommen ist?" (Lebhafter Beifall.) Die Kammer vertagte die Interpellation^ ans unbestimmte Zeit mit 437 gegen 57 Stimmen.

Der Adjutant Rivelles.

Bern, 21. Jan. (WTB.) H al lo uin ist znm Ad j u ta n Len des Oberbefehlshabers an der Nord- und Nordostfront, Niit v e l l e ernannt worden. Er soll diel Ausarbeitung aller vorberei senden Arbeiten für die allgemeine Kriegführung leiten.

Sasonow wird Botschafter in London.

Bern, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der Petersburger Be­richterstatter desTemps" meldet, wenn auch die Ernennung- lonows zum russischen Botschafter in London noch nicht offiziell bekannt gegeben worden sei, so sei sie doch richtig. Dill Wahl sei auf Sasonow gefallen, weil PokrowM darauf bestanden habe, daß Sasonoiw seine diploniaiifche DäRgkeit wieder:anfnehme. Auch der englische ,Botschafter in Petersburg habe wiederholt den­selben Wunsch in offiziellen Kreisen znm Ausdruck gebracht.

Englands Mannermangel.

London, 20. Jan. (WTB.)Daily Chronicle" meldet, daß die Mitteilung des Präsidenten des Ackerbauaintes Protye-ro, daß die Männer der Klasse C 3 in Bataillon unter militärischem Kommando verteilt würden, um die zum Militärdienst eirrberuferren Arbeitskräfte in der Landwirtschaft zu ersetzen, unter den Fachvereini- guuyen, besonders aber in der Fachvereinigung der Feld­arbeiter, große Entrüstung hervorgerufen habe. Die Mit-

e er dieser Mweinignug drohen mit drastischen Maßregeln, das KriyAsiamt bei dem Beschluß bleibt.

Explosion in einer englischen Munitionsfabrik

London, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtliche engli­sche Meldung. In einer Munitionsfabrik in der Nähe von London hat sich eine Explosion ereignet. Mau fürchtet, daß es zahlreiche Tote gegeben hat und daß großer Schaden angerichtet worden ist London, 20. Jan. ' (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterscheu Bureaus. Amtliche Meldung. Gestern abend 7 Uln feodr tn einer Fabrik in Gastland von London, die sich nrit Raffi­nieren. mm Munition (wörtlich: refinrng mnnition^ befaßte, ein Feuer aus. Es vergingen zwei Minuten, ehe eine Explosion er- fÄgte. Zahlreiche Arbeiter vermochten sich aus dem Gebäude, das vollständig sexstört wurde, zu retten. Es entstauben in der Nach- bcrrschatt in Warenhäusern und Fabriken Brände. Tie folgende Gxr^osion wurde auf weite Entfernung wahrgenommcn. Drei Reihen Keiner Däuser in der unmittelbaren Umgebung wurdest zerstört und es lvurde großer Schaden an Privateigentum ange- rfidjfcet. Als die Explosion sich ereignete, war eine Feuerspritze an Ort und Stelle. Zwei Feuerwehrleute wurden getötet, die Spritze wmde zertriunmert. Tie Zahl der Unglucksfälle ist noch nicht festgestellt, aber sie tehrfoe nicht so groß sein, als zuerst angenommen wunde. Unter den Eintet befindet sich der Leiter der chemischen

~ 3 Nieuvorts: Nr. 1334 Motor Le Rhone 3549, Nr. 1640 Motor ? Keine Nummer, Nr.?, Motor? 76 241.

Bon den Insassen waren nur die Namen der Leutnants Del- poch, Jean de Ballieres, Sorgt. Waid Lettre, Corpora! Mjercel Nural und Gustave Lausin festzustellen.

Englische Flugzeuge:

1. F. E. D. mit Leutnant Ivan Heäkd und Ltn, Johnson,

2. de Havilland Scout Nr. 5916 mit Oberkin. PH. Hunt,

3. Vikkers Nr. 5446, Leutnant .Georg Arey, anderer In­sasse tot,

4. Vikkers Nr. 7929, Leutnant Artur Gerold Knight,

5. Vikkers Nr. 5452, Leutnant C. H>. Windom und Leutnant F. A. Stalles,

6. B. E. Nr. 5782, Leutnant Cotton und Leutnant Levis,

7. B. E. Nr. 6245, Leutnant Jnsoll,

8. B. E. Nr. 4498, Leutnant Arnold,

9. B. E. Nr. 12 320, Leutnant E. L. Lews,

10. Arne Nr. 1679, Leutnant Herbert Spanner.

Der Seekrieg.

Noch emer spateren Mitteilung wurden bisher zwffchen 30 und 40 Leichen geborgen. 100 Personen wurden schwer verletzt Die Fabrik ist vollständig zerstört:

Amsterdam, 21. Jan. (WB.) Die gestttae Explosion tu Osi-L-vndon war eme der schrecklichsten, die sich je ereignet Hab?». In der ganzen Stadt, selbst in den entlegensten Vorstädten * ^ den beri-achbarten Städten und Dörfern war die Erschütte- '«m^'fuhl^. Kurz nach emem furchtbaren Knall erhellte eine ^»aLdge Gllrtsäule den östlichen Himmel. Im Umkreis von mehr *SLJ± Qu^mtmecken vMrsachten herumfliegmde brennende l I uer anbe in Fabriken, darunter einer Dampf- I aifi&le, und Wohnhäusern. Ein 3 bis 4 Tonnen großes Stück IZSU***" DMnpftessel wurde 400Yards weit geschleudert. Feuer- | ^lizei. Soldaten und Krankenwagen eilten der UnglücM- FJr * * * Aber d« Zahl der Toten und Verwundeten war so groß ZK es unmöglich war, sie alle mit Krankenwagen fortzuschaffen. Alle möglichen Fahrzeuge, auch Dcilitärambulanzen, wurden her- - Mavgezo^e a. Die Umallstelle hat einen entsetzlichen Anblick,' Massen ^Bissigkeiten und glühenden Eisens brachen überall ^Nwr. .Neuere Gebärde mußten niedergeriffen werden, uni den Bwnd ernzndammen. Beim Wegbringen der Frauen und Mädchen ^nen^b &remtÄn Gebäuden spielten sich herzzerreißende

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Feindliche Flugzeuge in deutscher Hand.

n 21. ^an. <"WTB. Amtlich,.) Von den laut Heeres- veimA vom 17. Januar im Monat Dezember in unseren Besitz gelausten 22 feindlichen Flugzeugen sind an der Westfront 18 in «nseve Harrd gefallen: nämlich 8 französische und 10 englische Die näheren Angaben gibt folgende Liste:

.Französische Flugzeuge:

G^Mls: Nr 2641, 3083: Nummer des dritten nicht wehr lestzustellM (vollkommen zertrümmert);

Nr. 1871 Motor Renault, 54016 Nr.Z Motor

Renault 71539

Ein deutsches Kaperschiff.

Bern, ID. Jan. (WTB.)Progvös de Lyvä' meldet aus Rio de Janeiro: Ein deutsches Schiff vom Typ der Möve" versenkte eine große Anzahl Schiffe. Der japanische DampferHudson Maru", der die Besatzungen der versenk­ten Schiffe an Bord nehmen mußte, wurde von dem Fahr­zeug gezwungen, bis zum 12. Januar in seinem Fahrwasser zu bleibeu. Erst dann wurde demHudson Maru" gestattet, nach Pernambuco zu fahren, wo er am 15. Januar' eintraf. Der Hafenkapitän von Pernambuco wurde benachrichtigt, daß Mannschaften anderer versenkter Schiffe, 441 an der Zahl, demnächst durch den DampferYarrowdale" gelandet werden sollten. Der DampferTheodor", der von den Deut­schen gekapert worden sei, sei bewaffnet worden und werde ähnlich wie dieApparn" benutzt.

London, 20. Jan. (WTB.) DerTimes" .wird aus pernambuco vom 18. Januar gemeldet: Der Dampfer Dramati st" kam am 18. Dezember in einer Entfernung von sieben Meilen in Sicht des deutschen Handels­kreuzers. Das deutsche Schiff kam längsseits, hißte die deutsche Kriegsflagge und signalisierteSofort stoppen". Gleichzeitig wurde ein Teil der Berschanzung am Vorderdeck niedergelassen, hinter der zwei Geschütze von 2 V 2 Zoll sichtbar wurden, die auf denDrarnatist" gerichtet waren. Dieser stoppte und ergab sich Hieraus kamen bewaff­nete Mannschaften an Bord desDramatist". Die Offiziere und ein Teil der Besatzung desDramattst" wurden nach dem Handelskreuzer gebracht. Der Rest der Besatzung blieb bis abends, als das Schiff nrit Sprengstoffen zum Sinken gebracht wurde, an Bord. Später wurde die ganze Besatzung mit Ausnahme von 27 indischen Heizern, nrit 257 Mann von anderen versenkten Schiffen auf denHudson Maru" gebracht. Wenn ein Schiff in Sicht kam, mußten alle, die sich an Bord befanden, in den Schiffsraum gehen, und es wurden die wasserdichten Schotten über ihnen geschloffen. Vor den Türen der Schotten wurde eine bewaffnete Wache ausgestellt.

Amsterdam, 21. Jän. (WTB.) DerTimes" wird aus Pernambuco telegraphiert, daß in den Straßen der Stadt Photographien von der Versenkung des französischen SchiffesN a n t es" und eine Photographie des d e u t s che n Händelskreuzers verkauft werden, die heimlich mit ernenr kleinen Photographen-Appavat ausgenommen worden waren.

Reuter meldet aus Rio de Janeiro: Man glaubt, daß die neueMöve" Kiel unter dänischer Flagge verlassen hat und eine Deckladung von Heu führte, unter der die Be­waffnung verborgen war. Als das Schiff zum ersten Male gesehen wurde, war es schwarz angestrichen und hatte vier Torpedo-Laneierrohre und mehrere Reserve-Laneier- rohre^ Man glaubt, daß es auch zum Minenlegen ein­gerichtet war. Außerdem führte das Schiff alle möglichen Kulissen und falsche Schornsteine nrit, um nach Belieben das ^Aussehen verändern zu können.

Haag, 21. Jan. (Privattel., zf.) Wie derProgres du Lyon" aus Rio de Janeiro meldet, ist das von dem deut­schen Kaperschiff erbeutete DampffchiffTheodore" mit einer Mannschaft und mit Waffen ausgestattet worden, so daß jetzt zwei Kaperschiffe unterwegs sind.

Bern, 21. Jan. (WTB. Nichtanttlich.) LautPetit Parrsren" heißt es in Washiugtmi, die amerikanischen Ver­sicherungsgesellschaften hätten durch die neueMöve" bereits 10 Millionen Dollars Schaden erlitten.

Hudson Maru deutsche Prise.

London, 20. Jan. (WTB.) Das Reutersche Bureau meldet aus Mo de Janeiro: Der Marinenrinister erklärte in einem Interview, daß der DampferHudson Maru" als deutsches Schiff bettachtet und deshalb nicht in Pernarn- bueo interniert werde. Es werde als deutsche Prise dort bleiben.

Basel, 19. Jan. (Privattel., zf.) Aus London wird gemeldet: Nach einem New Yor^r Telegramm derTimes" befanden sich unter den in Pernambuco gelandeten Fahr­gästen der versenkten Schiffe 13 9lmerikaner.

Washington, 20. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Mel- dnng des Reuterschen Bureaus. Der amerikanffche Konsul in

Pernambuco meldet, daß die neun Amerikaner von der Be­satzung desSt. Theodors, die hier von deni5Mdson Maru" gelandet worden finb, sich wie die anderen lleber- lebenden wohlbeftnden.

Ausgebracht.

Berlin, 20. Jan. (WTB. Amtlich) Unsere Torpedo­boote brachten am 19. früh den holländischen Postdampfer P r i n z H e n d r i k", von Vlissingen nach London bestimmt, zur Untersuchung nach Zeebrügge ein.

A m ft e r d a m, 20. Jan. (WTB. Nichtanitlich.) Aus Vliffingen wird gemeldet, daß sich an Bord des Dainpsers Prinz Hendrik" drei Belgier befanden. Es lvar das! erste Mal seit Aufbringung derKönigin Regentes", daß

der Zeelandgesellschast wieder Belgier zur Reise nach England zugelassen werden.

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.Rotterdam, 20. Jan. (WTB.) Hier sind gesterii zwei Kapitäne und 33 Mann der dänischen DampferGerd a^ undChassiemaersk' angekommen, die Mitte Dezem­ber bei Finifterre von einem deutschen U-Boot versepikt nmrden. Am 16. Dezember wurdeGerda" von einem deut­scheil U-Boot ohne Nummer angehalten. Das Schiss erhielt eine aus sieben Köpfen bestehende Prisenbesatznng und wurde darauf als Rettungsschiff benutzt. Ani selben Tage wurde Cyassiemaersk" angehalten und versenkt. Die Besatzung von 19 Mann wurde auf dieGerda" gebracht, dann ging das U-Boot auf die Jagd nach anderen -schiffen. Das nächste Opfer war der englische DampferBayhall", desseri Be­satzung von 30 Mann ebenfalls an Bord derGerda" ge­bracht wurde. Einige Stmiden später ereilte den japanischen DampferTaku 9Karu" dasselbe Los. Hieraus erhielt Gerda" Befehl, Finifterre anzulaufen. Dort wurden die verschiedenen Besatzungen gelandet, worauf dieGerda"- selbst außerhalb der territorialen Gewässer von der Prisew- besatzung mit Bomben zum Sinken gebracht wurde. In zwei Tagen hatte das deutsche U-Boot zwölf Schiffe torpediert, darunter norwegische und portugiesische Fahrzeuge.

Amsterdam, 20. Jan. (WTB.) Die Blätter melden, daß der holländische DampferWesterdijk" mit 4500 Tonnen Getreide fiir die niederländische Regierung schon 34 Tage in Störnway liegt. Das Schiff mußte den Hasen wegen Kohlenmangels anlaufen. V^an bedeutete dort dem Kapitan, daß er nur dann Kohlen bekorrunen !Vnnte, wenn seine Reederei sich verpflichtete, 30 Prozent ihres Lade^ raums der englischen Regierung zur Verfügung zu stellen oder wdes ihrer Schiffe eine Reise für englische Rechnung machen zu -lassen. Die Reederei konnte auf das AngebrN nicht eingehen, weil ihre Schiffe von der niederländischen Regie- ^ung für Getteideansuhr requiriert lvorden sind. Reederei und Regierung haben seitdem vergeblich alle möglichen Sck-ritte unternommen, um den Dmupfer freizubekommem Die einzige Möglichkeit, das Schiff herauszubetomnien, wäre, ^ durch Schleppdauipfer abholen zu lassen. Aber die Schleppdampfer der Reedereien weigern sich aus Furcht vor englischen Repressalien, diese Arbeit zu übernehmen, o- ^ ^ 1 1 f f i n g e rt, 19. Jan. (WTB.) Heiite früh ist auf der Fahrt nach Antwerpen der deutsche Dampferllrsulä Mischer" aus Zeebrügge passiert. Der Danipfer rvurde bei Terneuzen von einem niederländischen Marinefahrzeug an­gehalten und mußte nach Vliffingen zurückkehren.

Kristiania, 20. Jan. (Privattel.. zb.) 'Ji'acf) einer Meldung des Auswärtigen Amtes ist der noriveoische Damp- (1128 Brutto-Register-Donnen. mit 300000 Kronen in Norwegen kriegsversichert), mit Salz­heringen von .Hangesund nach England unterlvegs, anr 15. d ivr Flamboroughhead versenkt worden. Das Schiff sank osort. Der am 13. ds. versenkte norwegische Dampfer Solvaug" (2970 Bruttotons), mit Eisenerz von Almerig nach Narrow unterwegs, war mit 1 7.50 000 Kr. in Norwegen versichert, die Mannschaft ist gerettet. Der versenkte nor- wegische DampferTholma" (1896 Bruttoregistertons)- Mit Kohle von Cardiff nach Italien, wurde am 10. ds^ 90 Merlen nordwestlich von .Kap Finifterre versenkt. Die Mannschaft ist gexettet.

Kristiania, 21. Jarr (WTB. Nichtamtüch.) Das nor­wegische Vizekonsulat Plymouth drahtet: Der Dampft« ..Asp" (1759 Bruttoregistertonnen), aus .Kristiania von Barr nach ^yoyal mit Kohlen unterwegs, ist am 18. Jan. von einem U-Boot 45 Meilen nordwestlich von Bishop ^ock versenkt worden. Der Kapitän und die Mannschaft tvurden, 3V2 Stunden später von einem britischen Krieasschiff «je* borgen und in Plymouth gelandet.

Bern, 20. Januar. (WTB. Nichtamtlich.) aN h dem L.einps^' sind das französische SegelschiffLibe-r'to (466 Lonnen) aus Paimpol, nach Meldung desPettt Parisien"^ aus Brest der norwegische DampftrCity o f Tam pi c o'< (1513 Tonnen, und der SchonerEmeraude", dieser von einem U-Boot, sowie der DampftrFecamp", nach La Rochelles. unterwegs, versenkt und die Besatzungen gerettet wordemPettt Parisien" berichtet ferner, da ßder eng­lische DampferTeviot" am 19. Januar bei Havre mit einem unbekminten englischen Dampftr zusammenqeftosien und dann auf Strand gesetzt worden sei.

^ lWTB.)Progrös de Lyon" meldet

aus Madrid: 28 Matrose,i des versenkten französischen

Wie einst im Mai.

Posse von Mdolf Bernauer und Rudolf Schanz er / Ni den letzten beiden Jahren mit großem Erfolge auf-

i Sffühtte Pone2Äe euch: im Mhi" feierte gestern auch für die

* Aechahrrge Spielzeit als Sonickagsunterhaltung ihre Auferstehung.

! Man man es Vieler Posse lassen, daß man immer wieder einen ganz -fälligen Eindruck von ihr gewinnt, da bk Handlung durch die ooppeiie (^amckiengenhcchle gegenüber anderen öden Possenin halten, 'unnlerhin geschickt verknüpft ist und die Genrebildchen aus vier verschiedenen Zeiten mit ihren .Kostümen und Tänzen an sich ichon recht reizvoll sind.

Es verlohnt sich nicht, nochmals auf das Stück näher ein- Mgehen, zil beachten i,ti -aber die neue Besetzung Die »veibliiche ^uptrolle hatte Fisi Bort. Sie verstand es cmsgezeichnet, das Mumkri von vier Zeitepochen anzulegen, wobei allerdings das Auftreten als alte Dame ihrem Temperamente weniger gelegen war. ^n dieser Abmachung nahm sie auch ihre Gesanaseinlage M lerie. L>onst war sie, besonders als junges Gör eiUzückend und «ftercke durch eine recht sympathische Stimme. Ihr Partner, der <vchlofferlehrlmg^ mit der ungeahnten Zukunft, .Karl 'Stein­mayer, fühtte seine Rolle mit geschmackvollem Hnnwr dunh und erwarb sich warmen Beifall. (Wenfalls fand sich Adolf Falken sehr gut in den Ton des etwas dämlichen Ernst Cicerv von .Hw- Z? 7 01 ?$ n ^ ]0 o ty- 3iinge, wie als Lebemann. Vorzüglich war Ruools Goll als Stanislaus von Methusalem. Sein Spiel gab dem rm letzten Jahre durchaus nichts nach. Da er die Sviel- le^rng hatte, ist ihm für die Vezchessirung des zwtttkn Bahnen- blldes zu danken, wodurch der Tanzfaal bei Kroll endlich einen etwas vergnugun gs iokalahnlichen Charakter erhielt. Zu verwund dexn Nt mix, daß das erste und dritte Bühnenbild qamz ver^ idffaxn, vnd, vbwjM öfter betont wird, es sei uüvcrändett daq

gleiche Zim mer w ie früher. Hans Werthmann gab den Justiz- vat PevgamMder älterer und jüng-erer Auflage mit angemessener Charakteristik, Enist T h e i l i n g mit Geschick den Kommerzienrats- whn und Freiherrn. Luise T elo sea zeichnete mit kecken Sttichoi die ausländyche Gräsin, Hermine Wossidlo geschmackwllc Ge- Ho venith gab eine anmutige und graziöse Modistin. Eine Reihe von Nebenrollen war ebenfalls gut besetzt.

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Uraufführu ng einesWiela nd"-Dra- mas. Aus Bremen wird uns geschtteben: Das Schauspiel­haus am Ostertor brachte ein neues DramaWieland" ein Auferstehungsspiel in fünf Aufzügen VE Martin Frehse e' zur erfolgreichen llrausführung. Der Dichter hat die Vorgänge der alten Sage von Wieland den, Schmied, die er in die Zeit Attilas verlegt Nur insoweit dramatisch gestaltet, als sie seiner tieferen Absicht entiprachen, für dos Erleben lunserm- Zeit einen symbolischen' Ausdruck m finden. So effchemt denn sein Wieland als der Bertteter des Rutschen Volkstums, als weltfremder Dichter und -Kuns^r, um dessen Seele zwei Frauen ringen, Nidrun, die Fürstüi der Brllien, und Hoowava, die WalNre. Jene wirbt am ihn. mdem su chm die Weltherrschaft verspttcht, diese hat nur sich zu geben, opfttt chm aber ihre Unsterblichkeit, indem sie sieb ihr Muggewand mm chm nehmen läßt. Die verschmähte Nebenbuhlettn rächt nch, indem sie Hoomarä das Gewand tvicverbietet - diese steht damit wieder rm Dienste Wotans, Ml dem sie nun znrückkehtt aber mttder Bercheißiung, sie werde Wieland wiedersinden, wenn er E König der Sachsen auf dem Felde des Sieges' falle. Nun ist Wielands Sehnen nur noch auf dieses Wiedersehen gerichtet er schmvVet iich Waffen und .Krone und ein Flügelgewand, denn es ist chm verheißen, er werde fliegen können, sobald er das richtige ^sauverwott durch eigenes Sisiwen erraten habe. Mdcuns erneutes Wevben weifte npchimW^ftv ihosVuMden Hrrninen

Elklak, der sie für Attila zum Weibe verlangen soll die Seln« hinterrücks durchschneiden. Mer die Not gibt Wieland' Ries-enstätt er schlägt Elklak zu Boden, fesselt Nidrun Ld errätE ba§ ihm die Kunst des Fliegcns verschafft. In dieser Drchtnm bw bex aUex ,Kraft der dramatischen Konftüte freilich der indib duellen Ausgestaltung und zwingenden Motivierung entbehtt gi der Verfasser em gwß gesehenes und ergreifendes Sinnbild d.

Geschrch^ bis aus den heutigen Tag. Wieland ist dc deutsche Volk selbst mit seinem^ Träumersinn, seinen hohen Jdealc und ferner schlummernden Ueberkraft, die aber erst wach m\ Michals alles sich verschworen hat, sie zu zerschmettere Das ^ttuck fand namentlich dank des kraftvollm Spiels Robe Vogels in der Titelrolle und der sorgsam auf Ton mi Sttmm'ung des Ganzen eingehenden (Spielleitung des Direktor Dr. Zylon reichen Beifall: der Dichter, der der Aufführun beiwohnte, wurde am Schluß, des dritten Aktes hearusgerufen.

- Eine altrömische Totenstätte in Bari. I Barr wurde, als man in der Argirostraße mit der Röhrenleaun slir eine Wafferleitung beschäftigt war, eine römische Totenstät mngedeckt. Wie diestteue Zürcher Zeitung" berichtet, fanden fi« neben den Gräbern Skelette und Urnen, die mit Schuhziegeln b. deckt sind. Gewisse Brandmale an den Gebeinen weisen dara, hrn daß in Bari beide Forinen der Leichenbestattunq, das B, gravnrs und dre Verbrennung, gebräuchlich waren. Die Uebe^ reste der verbrannten Leichen wurden in Tonurnen oder in sek kostbaren gläsernen Vasen aufbewahrt. Die Archäologen, darunt« der ttalienifche Oberintendant der Museen und Ausarabunaer Professor Quagliati, sind der Ansicht, daß die Totenftätte von Bai aus dem Ende des ersten Jahrhunderts der Kaiserzeit herrühr und daß die Entdeckung für das Studium der Geschichte der alte Stadt Barr von großer Bedeutung sei. Die Ausgrabungen werde fortgesetzt.