-in? 12 mmnmgr ErbShmkg btr ©taatäWntDTOJteitftente unlrf eine Crbvlning um ä Psemng rur 1000 Mark bei der Vermögenssteuer bcicWteBen mußten. Wie recht ft? daran taten, verschiede?? Nm- nakuicvvste» des vonÄrrgsn Etats wesemlich zu erhöhen acht schon aus der Tat,aön hervor, daß h. B. bet der Einkomnensteuer der ^ ^SEndekammern um 300 000 Mark erhöhte Gtnual meertraq ch noch erhcbltch st-ugern wrrd Die Denkschrift enthält darüber nb ^°ben. s,e teilt aber mit. das, für Zink°mm?n-
äur Veranschlagung für 1916 f 917 UsPi c ^ B ? n zusammen 1512000 Mark er- f, r Q ?7 Gesamtaufkommen aus direkten
Steuern ftrr 1917 auf 25 265000 Mark stellen wird.
II.[.„r 1 /, eff alünjenb aber gestalten sich unsere
[ilA.ilfV °us den Ertragnissen dm Preutzisch-Hes-- aben e ™ e t u f rf, a f t. Wahrend nach dem
gang der Grtragniijssc des Z-ahres 1914 das Jahr 1915 ^heblickx' Bcsjermlst brachte, konnte in Anlehnung an Zw'-m des preu^ch^l Voranschlags für das Jahr 1917 ein 1 13 643 (XX) Mark eingestellt lvcrdcn. Das finb me i )r Wl laufenden Voranschlag. Von an- trgeren ^rnnahmepvsten weisen gegen den laufenden Voramchlag VerbcsserungeiL aus, die Lotterie mit 160 170 Mark, der
Uw*™! a> ^ cr Mehrcinnahme an Holzgeld
ml Betrag von 254 800 Mk. steht eine Mehrausgabe von 915 000 li iX - an Dolz^inerlohn gegenüber, und erhebliche Mindereinnah- Mit Bad-Nauheim, die Oberrechmimiskammer, die Tech- nl,<ye .voaüchule u. a. aus, während nach andauernd die (behalte der ■< L m n'i .^drer. Svaatsdlenstanwätter usw. infolge Aufrückens in den Geleits und. Vergüttmgsstnfeii steigen. — Ter Vergleich WK Ausgaben ergibt einen Fehlbetrag' von I 957 000 Mk. ^erVerwalttmgsllil des Hcmptvoranschlags schließt m Einnahme und Ansgabe ab mit 82 314 725 Mk. der Vermö- 1 lw 9163 Mark, der Gesanrworanschlag mit S-T 8 o? rf n€lre - DaupttwvcmschLag hat int äußern eine wasEntliche Veränderung erfahren, als er jetzt nicht mehr aus einem HmttMeil imd einem besonderen Teil „Anlagen" besteht: alle Vor amchlage smd vielmehr zu einem Band vereinigt und dieser durch loesseve Raumausnutzung handlicher gemacht worden. Auf die bemerkenswertesten Em^lheiten des Hauptvoranschlags konrmen wir demnächst noch ausführlicher zurück.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 19. Januar 1917.
Die Stadt Glehen an den Kaiser.
Der Herr Oberbürgermeistrr hat heute nachstehende-
Telegramm abgrsandt.
Sr. Majestät dem Deutschen Kaiser.
Hauptquartier.
Euerer Majestät Aufruf an das Deutsche Volk hat in der Stadt Gießen lebhaften Widerhall gefunden. In gesegneter Ariedenszeit durfte bei Euerer Majestät An- wesenheit in Gießen die Bürgerschaft dem Friedenskaiser wiederholt zufubeln. Jetzt, da in aufgedrungenem Krieg empörende Pläne der Feinde Deutschlands Bestand und Freiheit vernichten wollen, bitten wir, das Treugelöbnis senden zu dürfen, in verstärkter Entschlossenheit und erneuertem Opfermut zu Euerer Majestät zu stehen, bis der Fr^de erzwungen ist, den feindliche Eroberungssucht schnöde zurückgewiesen hat.
Namens der Stadt Gießen:
Oberbürgermeister K e l l e r.
** Das Präsidium der Kriegerkamerad- schuft ,,L) a s s i a" sandte folgendes Telegramm an den Deutschen Kaiser:
Der Erlaß Euerer Majestät an das deutsche Volk hat in allen Hetzen gezündet. Das gesamte deutsche Volk wird in Treue und unerschütterlichem Mute Euerer Majestät Ruf folgen und die Bernichtungsabsichten unserer Feinde zu Schanden machen. Auch die 70000 Mitglieder der Kriegerkameradschaft „Hassia" werden bis zum Abschluß cinstehen für des Friedens Ruhm und Ehre. Freiherr von Hehl, Vorsitzender der Kriegerkameradschaft „Hassia".
- *
•* Beförderung. Verlagsbuchhändler Töpelmanw seit Kriegsausbruch Kompagniesiihrer im Landsturm-Jnf.-BataiUon Gießen, ist zum Hauptmann befördert worden.
X. Eisenbahnverwaltung. Im Irenen Etat der preußischen Eisenbahnverwattung sind für das Etatsjcchr 1917 an Ergänzungen im Bezirk der Eisenbahrrdirektiow Frankfurt a. M. vorgesehen: 42 000 Mk. für Herstellung des Kancllanschlnsses für 8 Doppelwohnhäuser und Dienst- gebände auf Bahnhof Gießen, 41 000 Mk. für Erweiterung des Güterschuppens auf Bahnhof Wetzlar, 36 000 Mark für Erweiterung der Geleise auf Bahnhof Ober- schmitten, 33000 Mk. für Verbesserung der Neigungs- oerhältnisse auf dem Borschiebebahnhof Wetzlar.
** Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Ter zweite Vortrag findet Morttag, den 22. Jan., abends & l / 2 Uhr, in der Neuen Aula der Universität statt. Professor Dr. Gerhard Schott, Hamburg, wird über den persischen Golf und seine Bedeutung für die Mittelmächte sprechen.
” Die Abgabe von Kartoffeln bei den Kartoffelhändlern der Stadt Gießen erfolgt: Montags, Mittwochs und SamstagS nachmitrags von 2 bis 6 Uhr. Näheres siehe im An- zeigenteil.
*• D i e Versütterung von Hafer an Einhufer und Zuchtbullen behandelt eine Bekanntmachung im heutigen Blatte. , >
** Saatgut f ü r Lupinen und Wicken. Eine Bekanntmachung des KriegsernährungsamteS setzt die Erzeuger-Höchstpreise beim Verkaufe von Saatgut für Lupinen auf 80, für Wicken auf 100 Mk. für den Doppelzentner fest.
** lieber Ausweiskarten f ür Heeresnäharbeiten findet sich eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil.
M Da3 Pädagogium veranstaltet, wie es uns schreibt, ani /.mtag, den 21. Januar 1917 in der Universitäts-Aula eine öffentliche .Kaisers-Geburtstagsfeier, die durch die Mitwirkung von Fräulein Pils vom Hostheater in Darmstadt einen besonderen Genuß zu bieten verspricht. Die sämtlichen Einnahmen fließen der Großherzog-Ernst-Ludwig-JnbiläumSstistung (Errichtung von Kriegererholungsheimen) ungekürzt zu.
*" Womit man hungernde Vögel füttert. Mau koche Kartoffelschalen ab, lasse sie erkalten und gebe sie den Tierchen. Fast alle Vögel nehmen dies Futter an. Faule Aepfel werden namentlich von den Amseln und Droffeln gern gefressen. Helfe jeder mit, unsere Vögel durch den Winter durchzusüttern.
Landkreis Gießen.
ü Allertshausen, 19.Jan. In letzter Zeit wllrden aus unserer Gemeinde folgende Feldzugsteilnehmer ausgezeichnet: Musketier Philipp Schnecker, von schwerer Verwundung genesen und erneut im Feldter, erhielt das Eiserne Kreuz. Gefteiter Balth. Römer, bei einer Marschinengeivehr-Abteilnng, Musketier Heinrich Kloos und Musketier Heinrich .tz i l l g ä r t n e r wurden mit der Hessischen Tapserkeitsnledaülc belohnt. Musketier Georg Waldschmidt, bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapferkeitsmedaille, ivurde zum Gefreiten befördert. Ihm gelang es, einen feindlichen Vorposten aufzuheben. Zurzeit liegt , er leicht vettmmdet in einem Lazarett.
ü. Geilshausen, 19. Jan. Der Gefteite Philipp Mül- Ut%j in einem Mmier-Bataillon, tpurde durch einen Beinschuß
leicht verwundet. Er steht seit Kckegsbeginn im Felde mckhat dte schweren Kämpfe in Galizien und das siegreiche Vordringen aus dem Balkan mitgemacht. .
)( Mainzlar, 17. Jan. Heute fand im Kern'schen Hause dahier eine D o p p e l h o ch z e i t statt. Der Arbeiter Karl Kern und seine Frau feierten ihre silberne und ihre älteste Tochter die grüne Hochzeit.
Kreis Lauterbach.
ü. O b e r - M o o s, 19. Jan. Landsturmmann Paul Rausch wurde durch einen Granatsplitter am Kopfe verwundet. Musketier Ostreich mußte wegen schwerer Erkrankung in ein Lazarett uberführt werden. <
Vo m hinteren Vogelsberg, 19.Jan. Die vergan- gene Januarwoche hat uns eine mächtige Schneedecke beschcert und noch immer wirbeln die Flocken fast täglich durch die Luft. Von Haus zu Haus muß am Tage oft zwei- bis dreimal Bahn ge- schauselt werden. Verschiedene Verbindungsstraßen zwischen den Doriern sind wegen Verwehungen gesperrt. An ein Ausschauseln ist vorläufig nicht zu denken, da es an männlichen Kräften fehlt. /Sj-J W* 1916/17 scheint uns mit einer ebensolch strammen Schneedecke beglücken zu wollen, wie sein Vorgänger in 1913/14. Einen schweren. Stand haben die Landbriefträger. Sie arbeiten sich wahrhatt im Schweiße ihres Angesichtes vorwärts und treffen mit mehrstündiger Verspätung ein. Selbst das Schlittenfahren ist nicht ganz ohne Gefahr. LeickA bleiben die Pferde in den Schneewehen stecken und fallen um. So konnte man dies am vergangenen Sonn- tap beobachten. Aus einem Dorfe mußte Hilfe geholt werden, um Pferd und Schlitten wieder flott zu machen.
Starkenburg und Rheinhessen.
r S\ ßan Q CT V 18 - Jan. In diesem Jahre sind es 25 Jahre, dag Lehrer Elarius in unserer 6)emeinde als Erzieher der Jugend wirkt. Er wurde damals von Lindheim i. Oberh. hierher versetzt, und er ist hier während dieses Vierteljahrhuuderls nicht nur in der Schule, sondern auch auf vielen anderen Gebieten im Dienste der Allgemeinheit tätig geivesen.
Hessen-Nassau.
= S r a n f f u r t a. M., 19. Jan. Freiherr Max v. Gold- schmidt-Rothschild überwies der Nationalstütung 100000 Mk. Hiervon bestimmte er 50 000 Dik. der Stadt Frankfurt und 50 009 Mk. dem Berliner Zcntral-Ausschuß.
™ r ; Frankfurt a. M., 19. Jan. In einer großen vaterländischen Feier, die Donnerstag abend in der historischen Paulskirche veranstaltet ivurde, brachten die Mitglieder aller Parteien und Konfessionen hiesiger Stadt den unbeugsamen Sieges- willen des deutschen Volkes zum Ausdruck. Die Versammelten hielken es für eine heilige Pflicht, ungeachtet der höhnenden Worte unserer Feinde durchznhalten, bis der Sieg errungen sei, den unsere Jeilide dann nicht himvegtäiischen können. — Mit überwiegend städtischem Kavital und unter Beteiligung derjenigen Betriebe, welche eine Tiesknhlanlage haben, wurde hier eine Gesellschaft mit beschränkter Haftimg unter der Firma ^Frankfurter Mllchversorgnng G. m. b. H." gegründet, mit dem Geschaitszweck, die sachgemäße Verarbeitung und gleichmäßige Verteilung aller nach Frankfurt kommenden Milch zn qewährlelslen. Freilich muß dann aber auch eine kleine Preiserhöhung in Kauf genommen werden.
Krtegs&ncfe aus dem Osten.
Bon unserem zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatter.
(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)
Die Kämpfe an der Riga-Front.
II.
Gefechte an der kurischen Aa.
Mi tau, Anfang Januar 1917.
Am Nachmittag des 6. und in der Nacht vom 6. znm 7. Ja- mmr zogen die Russen in einzelnen Konrnrandos immer stärkere Kräfte in die Lücke nordwestlich Vdangal. Die deutschen Verteidiger, die mtf der Düne und in der Kirchhossstellung von Wis- nurnn standen, waren frontal nicht zu erschüttern, aber immer stärker machte sich der russische Druck auf den rechten Flügel im Sumpf geltend. Tie Flügelkompagnie war bei dem ersten Ängrifs am 5. zurückgedrückt worden, hatte dann aber ihre Blockhäuser wieder erobert und nach Süden hin sich! gesichert. In der Nacht nach 12 Uhr kamen westlich der Aa gegen die Stellungen ans der Düne und im Sumpf stärkere rnssisthv Abteilungen vor. Gleich- zeittg entwickelte sich unter Einsatz starker russischer .Kräfte ein Waldgesccht weftlichl und nordwestlich von Mangal. Man lag sich dort am Sumpfgraben gegenüber. Zwei deutsche Maschinengeweche bekamen einen Vollttesfer, von einem dritten fiel die Besatzung. Tie Russen erreichten die Düne, die sich in l 1 /^—»2 Kilometer Entfernung parallel der Aa von Süden nach slävrden hinzieht und dann südlich von Wismann nachj Osten umschwenkt. Ruch setzten, loährend gleichzeitig die Vorstöße vom Rücken aus heftigen Chavakter armahmen, erbitterte Frontalangriffe gegen die Stellung östlich der Aa ein. Die Artillerie trommelte auf die Stellungen. Die Kirchhofskompagnie von Wismmrn ging Schritt für Schritt zurück, machte immer wieder Halt und brachte den Russen bluttge Verluste bei. Tie anderen Kräfte sammelten sich und ging«r rwrdwestlich aus das Westuser der Aa. Den Russen war die Lust zum scharfen Nachdcäugen vergangen. Am 7. setzten sie dann, als dre Truppe wieder auf das Ostufer gegmrgen war und längs der Aa Boden gewann, Kavallerie gegen die ermüdeten deutschen Linien an. Sie hatten sich getäi'scht. Tie ersten Züge ftelen, drei neue Schwadronen schwenkten zurück und griffen mit dem Karabiner an; sie nmrden zusammengeschvssen.
Südlich Pikke waren inzwischen deutsche Reserven gegen das „Russenlager" südlich Skudr vorgeaangen. Sie fanden die Einlage besetzt und ivurden bald von allen weiten angegriffen. Sie blldeteir einen Igel und schlugen während der Nacht alle Angriffe ab. Am Morgen des 7. Januar erneuerten die Russen dann ihre Angriffe aus der ganzen Linie. Um Uhr wurde ein starker Angrift bei Buobai und bei Olai abgerviesen. Reserven ttafen ein, die Linig wurde geschlossen. Trotz aller Ansttengungen konnten die Russen gegen die bewundernswerte Zähigkeit der Verteidigung nicht deni kleinsten Erfolg mehr erringen. Wohl lag die feuernde Schützenlinie aus dem geftorenen Sumpfboden, nur dünne Erdhäufchen vor sich, wohl froren die schncenassen .Kleider wieder fest, aber die Linie hielt gegen den starten Truck sehr vielfacher Uebermacht Am 8. folgten neue russische 9lngrifse, während die Dünen bei Kaluzem und die Schützenlinie längs der Straße Grabbe—Kaluzem unter schwerem Feuer lag. Am Llbend gingen die Russen wiederum in mehreren Wellen vor und wurden wiederum bllttig zusainmen- geschossen. Am 9. Januar folgen auf dem linken Aa-Ufer mehrere vergebliche russische Angrifte.
Am 10. Januar wird das alte russische Mittel beobackstct, daß Kavallerie die angriffsmüde russische Infanterie östlich Kaluzem vorwärts peitscht. Das russische Ermatten ist deutlich, ftesi lich werden neue Kräfte wohl herangezogen. Es ist augenscheinlich, daß der russische Oberbefehlshaber auf leichten Sieg gerechnet hatte. Seine Rechnung baute sich auf das Znsricren der Snnips- strecken und aus die Hoffnung, daß zn starke deutsche Kräfte in Rumänien eingesetzt seien. Die Rechnung mit dem gefrorenen Sumpf war nicht einmal falsch. Denn trotz erheblicher Verluste beim Ueberschreiten war er schließlich doch passierbar, das andere Exempel erwies sich als falsch. Die Widerstandskraft der deutschen Truppe war wieder einmal als viel zu gering in Rechnung gestellt worden. In einem oft nicht ungeschickten Armeebefehl auf das deutsche Friedensangebot hin, in dein nach reichlich äbgebvaucbter Methode die deutschen Soldaten als halbverhungert hingestellt werden, sagt der Führer der russisä>en Nordarmee Radko-Dimitriew, daß die Vorbereitungen der 12. russischen Armee mit größter Siegessehnsucht beeilt wurden. Bald werde der Feind ihre Kraft fühlen! Es ist festzustellen, daß der Russe nur wieder mizerbrechlickien Widerstand gefühlt hat Mid daß nach acht Mmpftagen seine Angriffskrast nach außerordentlich schweren Verlusten znm mindesterl wieder unterbrochen ist. Inzwischen ivurde in Rumänien die .Sereth-Linie erreicht: daß dort Erfolg um Erfolg möglich war, daran haben die unerschrrtter^ liehen Verteidiger hicr im Mrden ihren guten Anteil.
Rolf Brandt, Kriegsberichlerstattcr.
Schwere Bluttat.
= Dieburg, 18. Jan. Im Nachbarort Münster wurde heute sriih an der Fanrilre ern>es Arbeiters eine schwere Blut-« t a t verübt. Ms sich der Ehemann gegen 5 Uhr aus der Wohnung entfernt hatte, um sich! an seine Arbeitsstätte zu begeben, drang ern Mensch in die Wohnung ein und siel mit einem Beil über die Familie her. Ein Kind ist tot. Die Frau und deren alte Mutter sind lebensgefährlich! verletzt. Ms Täter vermutet man einenl hiesigen verheirateten Mann, der seit der Bluttat verschwunden ist. Man führt die Ursachen zu der Tat aus 'Rachsucht zurück, da der mutmaßliche Täter kürzlich einen Prozeß gegen die ^Arbeiterfamilie verloren hat.
*
* Ein deutsches Riesen-Alumininmwerk. Trotz der ungeheuren .Kriegsarbeit wird auch gegenwärtig das Bestreben gefördert, die deutsche Friedens Industrie zn stärken und bisherige Abhängigkeiten vom Ausland aus das möglichste Mindestmaß, einxu^ schränken. Von besonderer Bedeutung in dieser Beziehung erscheint das Aluminiumwerk, das in der Nähe des vberbayerischeu Städtchens Mühldorf am Inn bei Mtötting errichtet werden soll. Es ivird, mit Unterstützung der bayerischen Staatsregiernng gebaut, das größte Aluminium iverk in Deutschland darstellen. Nach einer Mitteilung der Umschau sind Kr den. Bau alles in allemj zwei Jahre in Aussicht genommen, aber die Errichtung der Anlagen soll erst im Frieden begonnen werden. Durch dieses neue und großarttge Unternehmen werden zum erstenmal die wegen ihres starken alpinen Gefälles iverwollen Wasserkräfte des Inn in großzügigem Maße ausgenutzt werden. Beabsichtigt ist arte Wasserkraftanlage von nicht weniger als 60 000 PS. Zu diesem Zweck will man das Wasser des Inn von einem Wehr in einen 125 Meter breiten und 20 Kilometer langen Kanal leiten, der mit fünf Schleusen im Durchmesser von je 17 1 / 2 Meter versehen sein soll. Der 7—8 Meter tiefe Kanal wird für «eine Höchftdvassermenge von 165 Kubikmeter genügen. Die zur Herstellung des Aluminiums notwendige gereinigte Tonerde soll im fertigen Zustand von auswärts bezogen und in dem Werk verarbeitet werden. Nach demi von der Umschau mitgeteillen Kostenvoranschlag werden für die Errichtung der Gesamtanlage ungefähr 30 Millionen Mark notwendig sein, doch rvird hierdurch die bisherige Mhängigkeft vom französischen Muni in ium in starkem Maße abgeschafft werden.
Letzte Nachrichten.
Dft zwritr Möve?
London, 18. Jmr. (WTB. Nichtamtl.) .,Taily Chrvnicle" schreibt in einem Arttkel über das deutsche Kaperschiff in dem Atlantischen Ozean, daß die Kriegsschiffe, die rrötig seien, um auf dieses Schiss-Jagd zu machen, anderer Art sein müßten, als die, die zur Be kam Mn ng von U-Booten benutzt werden, so daß die Operationen, gegen die Kaperschiffe durch den Krieg gegen bie U-Boote nicht behindert würden.
Maßnahmen gegen den U-Bootkrieg.
Paris, 18. Jan. lWTB. Nichtamttrch.) G o ud e, Deputter- ter von Brest, hat einen Beschlußanttag auf sofortige Bildung einer von dem Großen Generalstab unabhängigen Amtsstelle zur Organisation eines U-Boottriegcs für Angriff und Betteidigung, ferner aus Verwerttmg der .Kriegswerften jür den Bau von Patrouillenbooten urrd U-Booten und nötigenfalls für Handelsschiffe, endlich auf Desarmierung der militärisch wertlosen Kriegsschiffe und Verwendung ihres Materials auf dem Lande sowie auf Handelsschiffen, Pattouillenbooten und U-Bootjägern eingebracht.
Paris, 18. Jan. MTB. Nichtamtlich.) Auf dir von dem Mgeordneten Thissier geäußerten Bedenken gegen die Wirksamkeit des Erlasses, wonach künftig Schiffe von über 1000 Tonnen Tragfähigkeit von Privatpersonen nicht mehr gechartert werden dürfen, erwiderte der Minister Herriot, er hoffe, durch den Erlaß eine bessere Ausnützung des verfügbaren Schiffsraumes erzielen zu können. Im Dezember seien nur 1,4 Millionen gegenüber den geforderten zwei Millionen Tonnen Kohlen aus England eingeführt worden, lieber die Verwendung entscheide das Bureau der Alliierten in London, wohin alle Gesuche zu richten seien.
Die englische Reichskriegsbonferenz.
'Amsterdam, 18. Jan. (WTB. Mchtamllich.) Einem hiesigen Blatte zufolge lvird der „Times" aus Delhi telegraphiert, man erwarte, daß unter den Vertretern Indiens «ruf der Reichskriegskonferenz in Londoir auch ein eingeborener Inder vertretenj sein wird. Außerdem erwarte man die Einführung des milftäri- schen Uebungszwanges und der Tienstpfticht für Europäer und brittsche Inder.
Englischer Heeresbericht vom 17. Januar.
Heute früh besetzten wir nach vorangegangener heftiger Beschießung eine Linie feindlicher Posten nött>llcb von Beanmont an der Anne. Wir erreichten auf einer Front von 600 Pards, was wir beabsickttgt hatten und hatten dabei nur wenig Verluste. Tie eroberten Stellungen verbessern unsere Wahrnehmungen in dieser Gegend beträchtlich. Nachmittags brach ein feindlicher Gegenangriff in unserem Arttllerieseuer mit schweren Verlusten zusammen. Ter Ausbau der neuen Stellicngen schreitet fort. In der Nachbarschaft von Lens wurden von uns gestern und lMtt wichtige Streifzüge mit vollständigem Erfolg ausgefi'chrt. Gestern drangen wir unter dem Schutz einer heftigen Beschießung gm späten Nachmittag inj die deutschen Stellungen südlich von Citt Ealmrne, westlich von Lens, ein. Unsere Truppen erreichten die seindlickwn Verbindungslinien, beivarfeil die feindlichen Unterstände mit Bomben, zerstörten sie und siigten der feindlichen Besatzung zahlreiche Verluste zu. Unsere eigenen Verluste waren gering. In Verbindung mit dieser Unternehmung brachten tvir eine Mine zur Explosion. Heute früh wurde bei Tageslicht von kanadische Truppen nordöstlich von Eite Calonne, ein anderer sehr erfolgreicher Ueberfall durch geführt. Die 'Angreifer drangen über eine Front von 700 Pards in die feindlichen Laufgraben ein und brachen 300 Yards bis zur zweiten Linie durch. Auch hier fügten wir dem Feinde schwere Verlustt zn, machten 98 Mann zu Gefangmen und erbeuteten zw«n Maschinengewehre und einen LausgrabenmörsN^ Unsere Artillerie und MaschinengÄvebre arbeiteten sehr wirkungsvoll nnt der Infanterie zusammen und unsere Verluste waren wiederum gering. Die Artillerietättgkeit dauert aus beiden Setten an» verschiedenen Stellen der Front sott.
Die Kämpft im Westen.
Berlin, 19. Jan. Wenn der Kampf an der Somme von neuem beginne, erllätte laut „Berliner Lokal-Anzeiger" der Kronprinz Don öfljerii, dann werden die Engländer sehen, daß die Deutschen im Stande sind, noch kräfttgcren Widerstand zu leisten, als vordem.
dtorwegens Liebrswerk.
Kopenhagen, 18. Jan. MTB. Nichtamtl.) Nach den Auslassungen der Presse über die Kttegsgefangenenftage veröffentlicht das Ministerttmi des Aeußern eine Erklärung, in der ans die Ausführungen des Ministers des Aeußern vom 26. Oktober ver wiesen lvird, in denen dieser betoitte, daß der von der Regierung beschlossene Plan, der sich aus die von den kttegführeiwen Mächten ausgesprock)enen Wünsche gttinde, der einzig durchführbare sei. Derselbe betticksichttge Forderungen, welch- die Kttegsührendcnii betr. die Verpflegung und Bewachung der Kriegsgefangenen gestellt hätten und stellen mußten. Der Plan sei lvegen der Kosten, welche die Staatskasse tragen müßte, seinerzett den Haushaltungs ausschüssen der beiden .Kammern vorgelegt worden und habe enie sympathische Ausnahme gesimden. Daß die Staatskasse alle An- . gaben übernehmen solle, sei wegen der (^röße derselben nicht an gänglich. Auch die entsprecl>ende Ordnung in der Schweiz arimbe sich auf die Beihilfe der Kriegsilhrenden zum Unterhalt der Jittci niertcn. Unter dem Vorsitz des Prinzen Waldemar weich? vem nächst eine LandeShrnrmlung .für die Sache eingeleiteI werden um dem nattlrgemäßen Mttgesühl der dänischn Bevölkening nacb^ zukommen ilnd den Wunsch zu erWlen, mif einem ßstbiet w.» dies möglich ist, eimgen der Opfer des Krieges HUse zu Itt'stxn. ^


