Die Verpflegung der Soldaten im Felde.
Berlin, 15 Jan. Uzhtr die den Soldaten im Felde &uiVb(*nbcn Gebührwis s e ist solsendes zu bemerken: Tie Soldaten draußen erl>alten seit dein 1. Juni 1916:
Genüsse: 125 Eftanun Iftns, Graupen, Gries, 300 Gramm Kartoffeln oder- 50 Granim Kartofselfliocken oder 60 Gramm Torr- kartoffeln nebst entsprechenden Teilen der anderere Gemüsesorten für den Ausfall <m Kartoffeln gegenüber dem Prozentsatz von 1500 Gramm.
Backobst: 125 Gramm.
Kasfee: 15 Gvamnr nebst 8 Gramm Zichorien.
an Brotaufstrich: 55 Gramm Butter oder Schmalz oder fettes Schweinefleisch in Dosen ft'rr den Westen, 65 Gramm Butter usw. für den Osten.
Käse: fiir den Kopf und Monat 200 Gramm.
an Genußmitteln: unter besonderen Voraussetzungen (Klima, Witterung usw.) 0,1 Liter Branntwein.
Fruchtsaft: 0,02 Liter.
an Brot: brs zu 40 Gramm Mahl.
Der Seekrieg.
Haag, 16. Jan. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt: Am Sonntag ncrchmitbag wurde etwa eine Seemeile imrerhalb der niederländischen Hoheitsgewässer ein deutsches Tauchboot arrgetroffen, das infolge Nebels und Flut aus dem Kurs geraten war. Durch ein Fahrzeug detz holländischen UntersucbungsdiensteS wurde dem Tauchboot befohlen, zu ankern und die Entscheidung der Regierung abzuwarten. Die IRegierun^gesüattete'dein Tauchboot, nachdem der Tauch- bsot-Koimnaräxrnt die schriftliche Erklxrrung abgegeben hatte, Jvofc er den ganzen Dag über nicht mit feindlichen Streit? 'kräften in Fühlung war und die Anwesenheit innerhalb der lHoheitsgewässer nicht die Folge einer Verfolgung durch .feindliche Streitkraste war, wieder in See ^u gehen. Die Regierung hat dies in der Erwägung getan., b*rf3 die Witte-, rungsverhältnisse die Ursache für die unbewußte Anwesen fcheit aus niederländischem Erbiet waren. — Aus Btissingen ^vrrd hierzu gemeldet, daß das Tauchboot von holländischeil «Marinefahrzeugeil wieder außerhalb der Hoheitsgewässer -gebracht wurde.
London, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Lloyds meldet 1 der britische Dampfer „Brovkwood" (3093 Tonnen) nnd der nor- weFuche Dampfer ,.Thelma" (1896 Tonnen) sollen versenkt worden senl, Ter nomZegische ^Dampfer „Graafjeld" stieß cuss eine Mine chrd flog in die Luft. Fünf Ddttroseu wurden gerettet, die anderen srnd verloren.
Aus dem Reiche.
Der Kaiser an den Reichstagspräsidenten.
Berlin, 16. Krn. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser »hat auf das Telegramm des Reichstagspräsidenken geantwortet:
Der freventliche Uebermut der Feinde, mit dem sie die Entgegengestreckte Friedenshand zurückgewiesen haben, hat ßauch Ihnen, als dem Präsidenten der erwählten Vertreter sdes deutscher! Volkes Veranlassung gegeben, mir die Ent- «üstung über das unerhörte Verhaltet! unserer Gegner und ßden entschlossenen Willen des deutschen Volkes zur sieg- eichen Durchführung des Kampfes für den Bestand nnd die nheit des deutschen Vaterlandes kundzugeben. Ich danke nen herzlich dafür. Gott segne und stärke die deutschen ffen und schenke uns Sieg und Frieden.
Die Regelung der Einfuhr.
Berlin, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.^ Tie heutige 9drm- .rner des ..Reichsgesetzblattes" ertthätt eine Verordnung des Brmdes- bvats nebst der Ausführnngsbebniarttrlachmrg des Reichskanzlers Regelung der Einfuhr. Hiernach ist die Einfuhr saQer Waren über die Grenzen des Deutschen Reiches nur noch fvrit Bewilligung des Reichskommissars für Aus-- und Einfuhr- ^bewrlligung in Berlin gestattet. Der Zweck der Verordnung ist, ^duoch jne Unterbindung der Einfuhr entbehrlicher Gegenstände isrmere Zahlungsbilanz nach Möglich feit m eittlasten und die für ^Auslands Zahlungen verfügbaren Mtttel, deren schärfere Kontrolle sangestrÄn wiüd, ausschließlich für die Beschaffung von nützlichen!
> Mnfuhrnxrren nach dem Grade ihrer Notwendigkeit vorzübehalten. An der Aussührungsbekanntmachung des Reichskanzlers sind die- !Mri-gen Fälle vorgesehen, in denen Waren auch fernerhin ohne besondere Bewilligung des Reichs koMmissars erngesührt werden dür- 'fen. Insbesondere werden alle Waren ohne Ehenehinrigung ein- lselassen, die spätestens am Tage nach dem Jnkorfttreten der Ver- »ordnurrg im Auslande yux Beförderung angenommen wurden. tOhne Bewilligung sind ferner zugelassen unter anderem die Einfuhr von Gegenständen im Reinen Grenzverkehr für die Benwhner Wer Grenzbezirke, Kriegsgefangenensendungen. Liebes gaben sendun- ;ööt, Schiffsproviant und Postpaketsendungen auf Grund konsularischer Äusnahmrescheine. Einfuhvantväge sind beim Reichs kommris- Jar für Aus- und Einfuhrbewilligung in Berlin, Lützowufer 8 sirnter Darlegung der Gründe ernKUveichen. FormiuLrre für Ein- cfuhrbttvilliglmgen sind bei den .Handelskammern erhältlich.
9
Berlin, 16. Jan. (WTB.) Die freie vaterländische Vereinigung richtete folgendes Telegramm an den Kaiser:
Ew. Majestät herrliche Botschaft an das deutsche Volk fand M'ch in der Freien vaterländischen Bereinigung, die den Geist ,der Einheit aus dem Zbriege in den Frieden tragen will, lebendigen Widerhall und löste eine flammende Begeisterung aus. Tief er- .griffen danken wir aus innerster Seele Ew. Majestät für dieses 'reierliche und kraftvolle Zeugnis von dem deutschen Recht vor j Gott und der Wellgeschichte. Wir erneuern dabei das heftige jGelMre der unerschütterlichen Treue zu Ew. Viajestät, der ver- , doppelten Kraft im Dienste des Baterlmrdes, des stahlharten Aus- - Harrens bis zum Siege für Kaiser und Reich. In tiefster Ehr-, erbiettmg
Tie Vorsitzenden:
Professor Kahl. Oberverwalttlngsgerichtsrat Schluttus.
Berlin, 16. Jan. (WTB. Nichtamtl.) Anläßlich des Aüf- ürufts an das deutsche Volk gehen dem Kaiser von allen Seiten ^Telegramme zu; so depeschierten die Kaiser-Wfthelms-Gesell- i schlaft, der Präsident der Reichsdeutschen Waffenbrüderlichen Ver- eini^una, der Vorstand des Deutschen Städtetages, der Honpt- «uchchuß der Nationalen Arbeiter- und Berufsverbände Deutsck? lands, die Hamburger und Bremer Handelskammer, der Verein per Reeder des Unterwesergebietes in Braunschweig.
Aus Stadt und Land.
Gießen. 17. Januar 1917. Ter Kaiser und die Jungmannen.
Unser oberster Kriegsherr hat durch, eine Kabinettsordre vom ■ T ' rötem vaterländischen Werk von höchster Be- ifrimftli , ^ An^nu^ng gezollt und allen denjenigen, die sich, kill ytnrhll -5?” ?, Jahren um unsere herairwachfendc Jugend 11% Ull.den Dienst in Heer nnd Flotte verdient ge-
»WtA ifcäxn, jcmtm taxfrei $*,{ ausilqpwchm.
Tie Allerhöchste Kabiucttsordre ifr am 13. Januar Durax ba:- Krregsni.inisterium im Arnreeverordnungsblatt veröffentlich^ worden und hat folgenden Wortlaut:
Ich I'abe von Ihrem Bericht über den Stand der militärischen Vorbildung und über den erfteulichm Verlaus der vom Kriegsminifterium in diesen: Herbst veranstalteten Wettkämpfe im Wehrturnen mit Genugtuung Kenntnis genommen.
Es erfüllt mich;« mit großer Freude, daß die zum Heeresdienst 'heranstehenden jungen Männer in einer Zell, in der alle Kräfte auch, in "der Heimat aufs höchste augespamtt sind, ihre geringe Freizeit der Kräftigung und Stählung des Körpers widmen in dem Bewußtlein, damit eine vaterländische Pflicht zu erfüllen.
Ich ern.ächtige Sie, Preußens Jungmannschaft für den bisher gezeigten Eifer und die erzielten guten Leistungen Meine Anerkennung auszusprechen. Ganz besonders aber ersuche ich Sic, den Vertrauensmännenr. Kompagnieführern, Zugführern und Ausbildern, sowie den beteiligten Jugendpftege- organisattonen Mcnnen Königlichen Tank für ihre aufopfernde Arbeit nnd die wertvollen Dienste, die sie danrit dem Vaterlande bisher geleistet haben, zum Ausdruck zrr bringen.
Großes Hauptquartier, den 8. Januar 1917.
gez. Will?elm
An den Kriegsurinister.
Unsere hiesige Organisation für die militärische Ausbildung der Jugend hat vor kurzem eine größere Anzahl ihrer Jung^ mannen zum Heer entlassen, die mehr als zwei Jahre nieist regelmäßig an ihren Hebungen teilgenommen hatten.
lEs wird, wie wir dieser Tage einem Urteil eines ihrer Vorgesetzten entnelmren konnten, ihnen und damit mrserer Organisation das beste Zeugnis ausgestellt. Darum -ergeht jetzt, wo unsre Feinde unser Friedensangebot hölyrisch znrückgewiesen haben und nun erst reckü alle Kräfte für den Dienst des Vaterlandes ang'e sparmt werden müssen, an alle die Jugendlichen, welche noch nicht an Uebungen teilgenommen haben, der Ruf, sich der Jungwehr anzuschließen und tüchtig mftzuüben in ihrem eigenen Interesse und in dem des Vaterlandes. Anmeldimgen werden jeden Mittwoch 8V4 Uhr in der Turnhalle des Realgymnasiums entgegengenommen.
*
** Der Winter hat endlich seinen vo-llen Einzug bei uns gehalten. Wohl 10 Zentimeter hoch liegt der Schnee auf Dächern, Straßen nnd Plätzen und noch scheint Fran Holle ihre Bettett luftig weiter schütteln zu wollen. Der Anblick, weißen, niakellvsen Schnee tagelang in verkehrsreichen Straßen liegen zu sehen, ist geradezu ungewohnt und unwahrscheinlich. Wunderbar ist aber jetzt bei festen! Schuhwerk ein Gang über den weichen Schneeteppich durch die glitzernden Wunder der Anlagen oder gar des Winterwaldes, um das feine (^lewirre der toeiß bestäubten Mste und Aest- chen, das schwere Pelzwerk der Tannen und die groteske Umformung dichter Heckensträucher zu llcstigen Gestalten zu bewundern. Bei deni Gang durch diese Märchenwelt mußt du dich aber wohl hüten, deine Aufmerksamkeit vom sicheren Boden unter den Füßen ablenken zu lassen, denn unversehens^ stellt dir eine offen daliegende oder schneeverwehts Schleife ein Bein und veranlaßt dich, dir die Welt vom weniger erhabenen Standpunkt und mit sehr wenig gehobenen Gefühlen zu betrachten. Das Schlimmste ist, du kannst dir den kleinen Missetäter, der dich so unbedacht zu Falle brachte, nicht einmal? beim Ohre nehmen und ihn auf die schlimmen Folgen aufmerksam machen, die aus seinein unbedachten Vergnügen harmlosen Spaziergängern, zumal älteren Leuten, erwachsen können. Eltern und Erzieher sollten daher nicht verfehlen, die Jugend darauf hinzuweisen, wie gefährlich solche Schleifen auf den Bürgersteigen sind. Fetzt, wo die Aufsicht auf der Straße nicht in dem Maße wie früher durchgeführt werden kann, ist für eine ungebärdige Jugend überhaupt freies Feld gegeben. Der Unfug, harmlosen Spaziergängern einen Schneeballen an den Kopf zu werfen, nimmt ebenfalls zu. Wer dies äst noch nicht so schlimm^ wie die böswillige Gepflogenheit halbwüchsiger Burschen, nachts friedliche Mitbürger aus oen! Schlafe zu läuten, eine Rücksichtslosigkeit, über die besonders die Einwohner der Bahrchofstraße lebhafte Klage führen. Es wäre sehr zu wünschen, daß ein derartiger sUebeltäter gefaßt üvürde. Einer exemplarischen Strafe dürfte er sicher sein uno das mit Recht. Durch solche unliebsamen Mißstände wollen wir uns aber nicht abhalten lassen, den seltenen Anblick echter Wirttertage freudig auszukosten und dein melodischen Geläute der Schlitten zu lauschen, das in der Ferne Vvrüberzieht.
" Amtliche Personalnachrichten. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom Grobherzog verliehen: Heinrich H 0' f m a n n , Friedrich B e i s e r V., Friedrich Zimmer, Ehristian H 0 f m a n n III., Jakob Mauer, Peter H 0 f m a n n III., Heinrich Hummel, Ludwig H 0 f m a n n VL, Friedrich Beiser IV., Karl Weiter, Jakob Schäfer, sämtlich zu St. Johann; Johann Jertz, Johann Kleinz und Peter Lang, sämtlich zu Weisenau.
M Auszeichnung. Artl.-Maat Karl Schlemm, Flakbatterie I, Schweres Korps -Artl. - Rgt. I, erhielt die Hessische Tapserkeitsmedaille.
** Die Frist zur Abgabe der Kriegs- und Besitz steuererklär ungen ist vom Grvßh. Ministe- rrmn der Finanzen bis zum 15. Februar 1917 erskvecLt worden. /
** HohF Fellpreise. Ganz nn-gewöhTftich! höbe Preise bieten in diesem Winter die Raiuhwarenhändler für Wildfelle Für Fuchisbälge werden bis zu 30 Mk., für Sternnurrder bis zu 50 M., für Iltisse 10 Mk., für Ottern 50 Mk., für Wiesel 2,50 Mt., für Dachse 5 Mk., für Hirsch ecken 15 Mk., für Relidecken, 4 Mk. und für Hasan 1,20 Mk. bezahll. Diese im Deutschen Rauch- Warenhandel noch, nicht dageweftvien Preise finden ihre Erklärung darin, daß die Zufuhr ausländischer Rauchwaren infolge des Krieges, völlig ins Stocken geraten nnd man deshalb zu den heimischen Fellen greisen muß. Und es geht auch, so.
** Seid s pars am mit Gas und Elektrizität! Die Beschaffung von Kohlen für das städttsche Gaswerk und Elek- trizftätswerk begegnet gegenwärtig Schwierigkeiten. Der Oberbürgermeister ersucht die iBürgerschaft, bei dem Derbrmrch von Gas und elektrischer Energie größte SparsanEt zu beachten.
** Der Vortrag des Admiral z. D. von Grapow fällt am Donnerstag ans. Näheres siehe Anzeige.
** Muschelfleisch. Morgen Donnerstag und am Samstag von vormittags 8 Uhr an findet in den Marktlauben Verkauf von Muschelfteisch und Fischmarinaden statt. dNuschelsleisch ist eine sehr nahrhafte Volksspeise.
** Import von Z u chl v ieh aus d e r S &<\vt i z Die Deutsche Landwirtsckaftsgesellschaft teilt der hessischen Landwirt- chaftskommer mit, daß im Frühjahr dieses Jahres voraussichtlich wieder Gelegenheit gegeben sein dürfte, größere Mengen Zuchtvieh aus der Schweiz zu importieren. Tie näheren Bedingungen sind dieselben wie beim Herbstimporte 1916 und können durch den Landwirlschaftskamnrer-Ausschuß Gießen bezogen werden. Bestel- llmgen sind bis zum 10. Februar d. Js. auf dem mit den Bezugsbedingungen auf Wunsch an Interessenten abgegebenen Bestellschein beim Laudrvirtschaftstämmer-Ansschuß in Gießen einM'- reichen. Es vnrd den oberhessisch,en Viehzüchtern empfohlen, von dieser Ankaufsgelcgenheit zur Blutauffrischung imd Verbesserung der Viehbestände Gebrauch zu machen.
Landkreis Gießen.
•* Hattenrod, 17. Jan. Dem Landsturmmann Heinrich Hahn III-, Jns-Rgt. 397, 8. Komp., wurde die Hessische Tapfer- keitsmedaille verliehen.
t Steinheim b. Hungen, 15. Jan. Mt dem Eisernen Kreuz ausgeAeickuret wurde der C^rrdrst Wfth. Hofrwaun V. von hier inr LechgMck^Jpf-lMtepl^R^ Nr. 115* Hpfmann, der
i des Scl, ihniau r::. c->ecs Johs. Horruaun. steht seit 2 Jahren im Feld. v u'öt er Dem Jnsanterie-Regünerrt Nr. 468 an
Tie Hessische Tapferllitsmvdaille erhielt der Gefreite Karl Wolf von hier beini Fernsprech,-Toppelzug 204.
Kreis Schotten. j
n. Schotten, 16. Jan. In unmittelbarer Nähe des an präch- ttgem Hochtvald gelegenen Lehrerl)eims, hat ein Mainzer .Herr von der Stadt Schotten Gelände erworben, um hier für seinen alljährlichen Sommer-Erl>olungsausenttiall ein Blockhaus bauen zu lassen.
i>. Betzenrod, 17. Jan. Dre Hessische Tav'erkettsmedaille erhielt der 6;efreite B 0 n d e r h e i d , Krankenträger in einer Sani- tätskompagnie. Das Eiserne Kreuz war ihm bereits schon früher verliehen worden.
n. Dt i t t e l - S e e m e n, 1«. Jan. Dem Bürgermeister P e p p e l von hier ist das KriegS-Ebrenzeichen verliehen ivordcn.
Kreis Frievberg.
u. R e i ch e l s h e \ m (Wetterau), 17. Jain Der Sohn des hiesigen Postsekrctärs Zinser, Gefreiter Edmund Zcnser, Re'.- Fnf.-Rgt. 253, 3. Komp., starb den Heldentod fürs Vaterland. Er war verheiratet und wohnte als Beamter der Höchster Farbwerke zu Soden i. T.
— Vilbel, 16. Jan. Ein hiesiger M e ß g e r wtirde dabei erwischt, als er am hellen Tage eine größere Menge F l e i s ch. das für die hiesige Bevölkerung bestimmt war, nach dein Bahlthol zu einem hier «vartenden .Kcmden" schassen wollte.
Starkeuburg und 9ihcinhessen.
— AIatnz, 16. Jan. Jin Ha»lvtbahnhoi wurde der verheiratete Schaffner Keller von einer Alaschine überfahren und getötet.
= Miltenberg a. M., 16. Jan. Die 22jährige Näherin Atathilde Schneider hat mit zahlreichen kriegsgesangenen Franzosen und Belgiern verbotenen Umgang qesiogen. Sie wurde dafür mit 8 Monaten Gefängnis bestraft. Slraiverschärfend fiel dabei noch der Umstand ins Gewicht, daß ihr Vater im Felde steht und ihr Bräutigam erst vor kurzen! gefallen ist.
n. Offenbach, 17. Jan. RegierunAs'baumeiste'r Rädern a ch e r , der bisher bei dem Umbau der hiesigen Bahnhofsanlagen tättg gewesen tvar, wurde als Betriebsdirektor der anatolischen Bahnen nach Konftantinopel versetzt.
Kreis Wetzlar.
— Wetzlar, 16. Jar, Für die Hrnterbltebenen der Kriegsteilnehmer aus dem Stadtteil Niedergirmes stellte Kaufmann Ludwig Orlenbach letztwillig 10 000 Mark zur
Verfügung.
ra. Ober tue {5, 17. Jan. Unser abgelegenes Dorf ist einer der wenigen Orte des Kreises, welcher noch keine Gemeinde- Umlage n erhebt. Dabei hat die Gemeinde in den letzten zwanzig Jahren ein neues Schulhacis gebaut. Wafferleitung angelegt nnd gerade vor dem Kriege die Zusammenlegung der gesamten Feld- inark durchgeführt. Besonders die letztere Maßnahme hat sich ge- rade im Kriege sehr bewährt, da viel Zeit und Arbeit gespart wird.
Hessen-Nassau. n
H Frankenberg, 17. Jan. In Grusen starb im Alter von Lö Jahren der dortige Einwohner I. Vöhl, der über 40 Jahre Genleindeschöffe war.
-- Frankfurt cu'M., 16. Jan. Den Folgen eines Schlag ansalles erlag heute früch der älteste Direktor der Frankfurter Hypothekenbank, Justizrat Dr. Hermann Haag. Er war einer der ersten Fachmänner in: Hypothekenwesen, manche seiner getrofftnen Maßnahmen ist später durch Gesetz oder Verordnung in Deutschland zur allgemeinen Geltung gelangt. An dem Zustandekommen des Hypothekenbankgesetzes hatte Dr. Haag hervmwaqenden dlnteil. Der Verstorbene, der ein Alter von 70 Jahren erreicht hat und der Bank 4,3 Jahre Vorstand, hat es sich verbeten, daß ihm seine Bank irgend welck-en Nachruf widmet.
n. Hanau, 16. Jan. Der Arbeitsausschuß der Kriegs- lHinterbliebenenfürsvrge für den Stadt- und Landkreis Hamrn lwt in seiner letzten Sitzung beschlossen, von der Juanspruchnahnic (der Kriegs Patenversicherung abzusehen. Nach seiner Ansicht stellt diese überhaupt keine Hinterbliebenenfürsorge dar, da die Leistungen erst nach 12—20 Jahren fällig werden, wähwnd gerade in dieser langen Zwischenzeit nichts geschieht, das Los der Kinder zu bessern.
= Limburg, 16. Jan. Der verstorbene Stadtverordnetenvorsteher Justizrat R i n t e l e n hat den OrtSarmen ohne Unterschied des Bekenntnisses 1000 Dtk. vermacht, weitere 3000 Mk. erhielt die Stadt.
--- Usingen, 16. Jan. Die Gememden des Kreises Usingen, die den H ö ch st e r M a in kra f twe r ken angeschlossen sind, sind infolge einer Störung von Samstag vis Dienstag ohne Licht ge- i^sem^Bermutli^^at^er^ark^Schne^al^^e^törung^verursacht^
Gerichtssaal.
X Hanau, 15. Jan. Vor der hiesigen Strafkammer batte sich heute ein Kriegsfchwtndler namen« Georg Frühwirth aus Helshof (Westerwald) zu verantworten, deffen Spezialität der Eier- und Butterfchwindel war. Er stellte sich den Hausfrauen als begüterter Landwirt vor, der in einem näher bezeich- neten Orte der Umgebung Eier und Butter in Hülle und Fülle habe. Er lud feine Opfer ein, sich per Bahn mit ihm in seine Heimat zu begeben. Während der Fahrt versetzte er sie dann, nachdem er diesen Vorschüffe bis zu 50 Mk. abgeschwindelt hatte. Das Gericht verurteilte den Schwindler zu 2 Jahren Gefängnis. Ter Schwindler schädigte leichtgläubige Personen in Limburg, Eichenau, BischosSheinr, Fulda usw. um Beträge bis zu 50 Mk.
Ij Marburg, 16. Jan. Das Schwlirgericht verurteilte heute den 45 Jahre alten, schon 35 mal vorbestraften Korbflechter Wilhelm Daus au» Laasphe, der am 1. November v. Js. ein junges Mädchen in der Nähe von Amöneburg in unsittlicher Absicht ansiel, zu 1 Jahr und 3 Monaten Zuchthaus, sowie 3 Jahren Ehrverlust. Ter Verurteilte ist verheiratet und Vater von 8 Kindern. — Der seit längerer Zeit steckbrieflich gesuchte Reisende C. Bart, der unter Adelsnamen auftrat und Hochstapeleien beging, ist jetzt auswärts festgenommen und ins hiesige Gefängnis etngeliefert worden. _
ver«nischte».
* Görlitz, 16. Jmi. Bei einem Brande in der Kolonie Königsfeld in dem im Kreise Laubcrn gelegenen Anwesen des Wirtschaft^besitzers Serb verbrannten die beiden sechs- und dreizehnjährigen Töchter und die achtzigjährige Großmutter. Bei den Aufväumungsarbeiten fand man die völlig verkohlten Leichname.
* Königsberg, 16.Jan Als erster sozialdemokratischer Stadtpat in Elbirng wurde der frühere Schmied Grabomski, Vorarbeiter in den Schichau-Wcrken, in den Magistrat gewählt.
* Magdeburg, 16.Jan. Der Ausstand der Magdeburger Straßenbahnschasfncrinnen ist veigelegt. Heute verkehren sämtliche Sttaßenbahnen wie früher. Die Schaffnerinnen erhalten bei neun Sttnrden Arbeitszeit einen Stundenlohn; von 40 Pfg.
9
* Das Lernvermögen der Ratten. Zahlreiche, durch lange Zeit systematisch betriebene Versuche haben zur Feststellung der Tatsache geführt, daß n-.anche niedere Tiere, wie z. B. die Frösche, ein verhältnismäßig iiberraschendes Lernvermögei^ besitzen. Die genauesten Ergebnisse wurden jedoch bei Ratten erzielt, und in besonders interessanter Weise bei den Versuchen, über die die naturwissenschaftliche Umschau der Chemiker-Zeitung berichtet. Um feslzustelleu, ob die Ratten überhaupt das besitzen, was man Lernvermögeu zu nennen vermag, wurde den zu dein Versuche verwendeten Ratten ihr Fressen inmitten eines an verschlungenen Gängen äußerst reichen Labyrinthes hingelegt, und zwar auf solche Weise, daß sie es anfangs nur auf umständlichen Irrwegen nnd sehr langsam zu finden vermochten Bei öfterer Wiederholung jedoch konnte man bald beinerken, daß die Ratten allmählich die Umwege vermeiden lernten und immer kürzere Wege einschlugen. Beim ersten Versuch z. B. benlltzte eine Ratte statt des nur 4'/, m lange» direkten Weges einen Umweg von


