Ausgabe 
15.1.1917 Erstes Blatt
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Tkrtrffr mtt Sovmveryerftr rmd Hafrr zu Smttzwrcken.

Berlin 14-^an (WTB. Amtlich.) Ter Verkehr mit Saat Vttvon Sommergäste imb fcofa, der bis i<*t verboten mar. ist mornn^n vom KrriMrnährmrgSamt erlaubt imd bn cMüen

SSSSSL ultfe H2j? km- bereits fftr Bwtgetveide flitt

Veräußerung, Erwerb intb Lieferung von Saatgerste ober Hafer- zu Saat^wecken kann dliyei- nunmehr gegen Saatkarte vor sich fr^-.yc Znlasftms zum Handel mit nicht selbst gebauten! Saat erfolgt ber Hafer rmd Sottunrrgerste durch die Reichsfutter-' unttelstell^che ihre Befumnsse auf mrdcrc Stellerr Übertramm kann.

B estimmungen der Höchstpreisverordnimgen. nach denen yQä* Pöl^r und Gerst e, brc rn anerkannten Saatgütwi rtsckw sttm oder ru svlchcm Betriwen geigen wnrderr. die sich nachun'iülich in den Jahren l.N,! und 1914 rirrt dem Verkauf selbsbgezogenen Saatgutes lEDaht haben, rmd udchstpreisfrei sind, ist nichts geändert worden. Gegeri. uvernratzrye Preissteigerungen bei einein Saatgut bieten die allgemenrerr Bcsttmmungen eitle genügende Handl-abe.

Berlin, 13. Jan. (WTB. Amtlich.) Heute vormittag fand hier unter dein Vorsitz des Ministers der öffentlichen Arbeiten eine Konferenz der Präsidenten samt sicher p r e u tzischer Eifenbahndirektionen und der General di rektion der Reichseisenbahnen statt. Haupt­gegenstand der Tagesordnung war eine Aussprache über die gegenwärtige Betriebslage und über die Maßnahmen ihrer Erleichterung.

Ha n n over, 13. Jan. (WTB.) Der Reichstagsabgeord- nete v. Med rüg (Welfe) hat auf dem Felde der Ehre den

Tod gefunden.

Berlin, 15. Jan. Ans dem fortschrittlicheil Parteitag in Stuttgart sagte der Abgeordnete von Payer: Die fortschrittliche Politik unterstütze die Regierung aus sachlichen Gründen, ohne Nebenabsichten. Die politischen Parteien dürsten ihre Selbständigkeit nicht dadurch zeigen, daß sre der Regierung in dieser schweren Zeit Prügel ins Rad werfen.

ttriegsbriese aus dem westen.

Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.

(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.1

Andauernde Unruhe an den englischen Frontabschnitten!

Großes Hanptquartiev-West, 12. Jan.

Bei sehr wechselndem, aber meist zwischen Schneetreiben und Regeri schwankendem Wetter zeigten die Engländer auch gesterll längs dem von ihnen gehaltenen Teile der Weststollt eine gesteigerte Unruhe, die sich in lebhafterer Artillerie- und Minenbeschießnng und vereinzelten Teil- angriffen äußerte, im Gesamtbilde aber wieder dell Ein­druck plarckos gehäufter lokaler Unternehmungen macht. Das Artilleriefeuer schwoll an bei Re live Chapelle und Loos. fern er bei Lens, und war besonders stark im Sommegebiet, nördlich der Ancre bei Commeoourt, wo scholl gestern die Zunahme benlerkt wurde, sowie bei Serre und Beaueonrt, wo es zeitweilig die schwersten Grade des Somme-Trommel­feuers erreichte. Hier hielt die Beschießung die ganze Nacht hindurch an. Stark unter Feuer lageir ebenfalls die Ab schnitte Gauevurt-L'Abbaye, Sailly und Bouchavesnes. Auch bei FresneS nlld BeauvraigneH war die Zunahme des eng­lischen Munitionsanswandes unverkennbar. Die Franzosen ilnterhielten lebhafteres Feuer am nordwestlichen Teile der Berdllnfront westlich der Maas, in den Cötes Lorraines und in den Südvogeseil bei Obersept und mr der Doller. Die Engländer unternahmen heute früh, außer einem geschei­terten Patrouillellvorstoß im Artois bei Roclincourt, je einen Angriff bei Serve und zwei Stunden später bei Beau-- court beide mißlangen. Bei dem zweiten liehen sie . fünfzig Gefangene und zwei Maschinengewehre in unserer vand. Dagegen halten zwei unserer PatrouillenuMerneh- mungen in Lothringer! vollen Erfolg, ohne uns Verluste zu kosten.

W. Gcheuermann, Kriegsberichterstatter.

vie am l«. Januar veröffemlichte vekanntmachung über Sranntwein aus wein

dom 9. Januar 1917 bezweckt, das Brennen gezuckerter Weine einzu schränken, sowie überliaupt dem Abbrennen von Wein Sckranken zu setzen, der bei der herrschenden Weinknappheit in- ivlge der schlechten Ernte und des Wegfalles der ausländischen Zufuhr im allgemeinen Interesse zweckmäßiger als Trrnkweiu ver­wendet wird. Gleichzeitig soll ein Teil des Trinkbranntweinbedarfs des Heeres durch den Kognak aus den bereits abgebrannten, bezw. aus den während einer llebergangszeit noch! zum Brennen zugc- lassenen Weinen gedeckt werden.

Die Bekanntmachung verbietet, vom 11. Januar 1917 ab inländische Wein, sowie solchen ausländischen Rotwein mit einem Alkoholgehalt von weniger als 10 Gramm in 100 Kubikzentimeter zur Bearbeitung auf Branntwein zu erwerben. Solche Weine dürfen ferner vom 1. Februar 1917 ab nicht mehr zur Herstellung von Brannkweian Vertvendet werden. Für Wein, der sich am 11. Januar 19 l 7 bereits im Eigeirtum des Kognakbrenners befand, kann der Vorsitzende der ReÄsb rann twe in stelle (Berlin W. 9, Schellingstraße 14/15) auf Antrag gestatten, daß er in einer Ueber- gongszeil bis zum 1. April 1917 zur Herstellung von Vrannttvein verwendet wird. Diese Erlaubnis wird für .gezuckerten Wein uitb für Rotwein nicht, sonst nur in beschränkten! Umfange erteilt werden. Branntwein, der aus Wein lobet unter Zusatz von Wein hergestellt ist, darf vom 11. Januar 1917 ab nur mit der Ge­nehmigung des Vorsitzenden der Reichsbrcmntweiustelle abgesetzt werden und muß auf dessen Verlange gegen angemessenen Preis den von ihm bezeichueten Stellen überwiesen werden. Auf die alten Bestände soll, soweit sie von den Kognak'brennereien zur Ver­edelung des jungen Kognaks gebranchit werden, das Uebernahme- verlangen möglichst nicht gestellt werden. Es wird zunächst nur Lieferung an Heeresstellen in Betracht kommen.

Bis zum 20. Januar 1917 haben die Brenner der Reichs- branntweinstelle und dem zuständigen Hauptamt ihre mit Beginn des 11 Januar 1917 vorhandenen Bestände, gleichgültig ob ver­steuert oder unversteuert, anzuzeigen. Das gleiche gilt für andere Personen, die unversteuerten oder unverzollten Branntwein aus Wein mit Beginn des 11. Januar 1917 in Gewahrsam haben. Bon den Brennern sind außerdem monatliche Anzeigen über Erzeugung lind Absatz bis zum 5 des folgenden Monats zu erstatten.

Wegen der imverhälttnsmäßigen Steigerung der Wein- und Ä-'gnakyreise ist stkr eine angemessene Festlegung der Uebernahme- preise für Weindestillate und Verschnitt Sorge getragen. Der Uebernahmepreis wird endgültig von dem Vorsitzenden der Reichs- branntweinftelle nach Weisungen des Reichskanzlers festgesetzt. In- -^oieweit für sogenannte Qualitätsmarken ein höherer Preis als für Weindestillate zu gebilligt werden kann, wird von dem Vorsitzenden der Reicksbranntweinstelle jeweils geprüft werden Tie vor dem 11 Januar 191.7 mit den Heeres stellen abgeschlossenen Verträge sollen zu den vereinbarten Bedingungen noch erfüllt werden dürfen: vor der Lies<-rung ist jedoch die Genehmigung des Vor- sitzenden der Reichsbranntweinstelle emzulwlen. _

Ans Stabt unb Gattb.

Dießen. 16. Januar 1917.

Warenumsahftenipel und Qnittungsfteuer.

Am Samstag abend sprach im Saale desGroßherzog von ckhiessen" Fabrikant Reutlinger aus Ofsenbach in derBor- tragsvereinigu ng (KaufmäTmischer und Ortsgewerbe verein)" vor

einer gut besuchten Bersammkung üb«Warenumsatzstempel und Qurtttlngssterlcr^. Redner schilderte zunächst den Ewstehungs- M des Gesetzes, der, sich bis in daS Jahr 1881 zurückverfolgeu üilfl, um bann W zeigen, wie ein und derselbe Gegenstand bei setnem Welche gang vom llrpvodukt bis in die Hand des eigentlichen ^^^ruchcrs eine oft viclfaclie Belastung durch die Steuer

cr-

fährt. Dann, zum 9^'sch selbst übergel)enü, entwickelte er die beiden BegriffeWare und Warenlieferung" sowie den BegriffZal>- füll welche sich die Bestimmungen des Gesetzes aufbauen. m rclnen Händelsgcwcrbe drc ans WerklieferunaS- und -wierrverrrägen yervorgahenden Arbeiten und Liefenmgen einander gegenüber und zeigte an einer sehr großen Anzahl von praktischm ^us den verschiedensten Gewerben, lvas unter du Steuer-' Psllcht fällt und was ausscheidbar ist. Hier verweilte er längere Zeit ^Slegnnfl des BegriffsNebensachen oder Zutaten", er- n wen r ^ CI . 1 AuslegungSgnmdsätzen ersichtlichen Zutaten

und Nebensachen teils nach dem Wortlaut der Bestimmungen, teils ln praktischen Anwendungsbeispielcn, um dann die im Gesetz voraesehcuen Befreiungen zu erläutern. Auch die uutcr deil Be- griff der Zahlung fallenden Gegenleistungen, soweit solche nickst lm gewöhnlichen Zablunasverkehr geleistet werden, sondern in Form des Gegengeschäfts, der Dienstleistung, bei Aufrechnung, der Heiin arbcrt usw. zur Verrechnung kommen können, fanden eingehende Erörterung.

, Anschließend hieran folgten Ausführungen über die durch daS Gesetz dem Gewerbetreibenden crnferleatcn neuen Pflichten, Füh rung geeigneter Bücher und die Aufbewahrimgspslickst derselben, bel)andclte den auch im Gesetz vorgesehenen Fall des Fehlens von Buch^uj und lUnterlagen, um daun au der Wandtafel ein Sckstltzungsbcispicl sür^ svlck>e Fälle zu zeigen, und hieraus in zwei großen näseln eine sehr klare Form der Buchungen zu geben, ans denen am Schlüsse des Jahres entweder die zur Steuer crklärung uottvendigen Zahlungen oder die Lieferungen nnt Leich ügkeit zu ersehen ivaren, wobei auch hier wieder steuerpflichtige und ansscheidbare Zahlungen und Lieferungen bezw. Leistungen iauseinandergehalten wurden. Redner ging dann über zu der auch m das gesamte Privatleben eingreifenden QuittungSstcner, die unter Umständen auch den Gewerbetreibenden neben der Waren- 'umsatzsteuer treffen kann, sonst aber alle .'ihreise, Lelircr, Beamte, Mnsyter usw. ersaßt und allen gewisse Pflichten auserlegt und im ottchtboachttingsfalle hohe Strafen Vorsicht. Nachdem Redner noch die im Laufe des Januar nötige erstmalige Deklaration eingehend besprochen l-attc. gmp er zum Schluß noch etwas näher auf die Zurzeit von vielen Lreferanten geübte Abwälzung der Steuer auf den Empfänger ein, zeigte das Ungesetzliche dieser Maßregel, die nur in einem besonderen Fall gesetzlich erlaubt ist, und schloß mit dem Hinweis, daß die Steuer in ihrer geringen Höhe leicht zu ertragen, ein kleines Opfer für die großen Ausgaben unserer Zeit darstelle, das man der Nation nicht voreuthaltcir werde.

An die klaren Ausführungen, die mit großem Beifall aus­genommen wurden, schloß sich eine eingehende Aussprackie, die noch weiter klärend wirkte.

Lebensmittelmarken.

Für die Zeit vom 16. bis 21. Januar 1917 haben nach­folgende Lebensmittelmarken Gültigkeit:

Brotmarken der 3. Woche, gültig vom 15.-2'. Januar 1917 Buttermarken 3 16. 21 .

Fleiscbmarken , 3. , 15.-2i.

Kartofselmarken 3. ,. 16.21.

Zuckermarken Nr. 4 und 5, gültig bis 31. Januar 1917. Seilenmarken für den Monat Januar.

Alle früheren oder die zurzeit noch nicht gültigen Wlarken können nicht einqetauscht werden.

GefchäftSstnndeu deS Stadt. LrbeuSmittetamteS vou 9 12 Uhr vorm., 24 Uhr nachm.

Sonntags 1012 Uhr vorm. Wlarkenansgabe für Urlauber.

Beförderung. Friseur vanS Götz, seit Anfang des Krieges als Santtäls-Geireiter emein Feldlazarett zcigctcilt, iit nach vollendeter 6'/,jähriger Dienstzeit am l0. ds. 4)11$. jum SamtätS- Sergeanten befördert worden, nachdem er im Dezember 1914 znm Unteroffizier befördert wcirde und im legten Herbst daS Hessische SanilälSkrenz und das Eiserne Kreuz 2. Klasse ertzielr.

** 25jähriges Psarrjubiläum. Am 16. Januar 1917 ist Herr Dekan B a y e r 26 Jahre Pfarrer in Gießen. Da Herr Bayer mit Rücksicht aus den Ernst der Zeit jede außerkivckstiche Feier entschieden ablehnte, beschränkte sich das Fest auf eine, unter über- zahlreüker Beteiligung der Kirch'ngemeinde bereits gestern abge- gehaltene gottesdienstliche Feier, zu der die Geistlichen des Dekanats sowie Herr Prälat Dr. Selbst aus Mainz erschienen ivaren. Dr. Selbst hielt eine ergreifende Festpredig' und überbrachle dem Herrn Dekan seine Ernennung zum ,,Geistlicl:en Rat". Der Ober­bürgermeister brachte die Glückivünsche der Stadt Gießen in einem herzlich gehaltenen Schreiben zum Ausdruck. Herr Dekan Bayer l>at sich auch in den Kreisen der anderen Konfes­sionen durch die taktvolle Art seiner Amtsführung allgemeine Beliebtheit erworben.

** 3 6 j ci h r i g e S A r b e i t s j u b i l ä u m. Elektromonteur Wilhelm Wehn in der Heyljgenstaedt'schen'Fabrik beging an, 11. dl. Mts. sein 2'gährigeS Dienstjubilämn. Bo" der Firma, den Beamten und Arbeitern wurden dem Jubilar tffeschenke zuteil

AuS d e m S t a d t t h e a t e r b u r e a u. In bei morgigen Aufführung von JbienS SchauspielDie Stützen der Gesell schast" ist säst daS ganze Personal beschäftigt. Die Hauptrolle deS Konsuls Bernick wird voi, Herrn W e s o l o >v s k i geneben, dein auch die Spielleitting obliegt - 9tochinals sei ausdrücklich daraus hingeiviesen, daß die morgige Vorstellung wie külistig alle Albend- vorstelliingen schon um 7'/, Uhr beginnt.

** THeater-Verein. Montag, den 22. Januar 1917 findet ein Operil^Gastspiel:Tie Entführung aus dem SeraÜ" statt. Näheres siehe Anzeige.

** Philo so phenwakd. Gestern nachnrittag tmlrdc den, Publikum bei polllx'fetztrm Saale im Vhilosophemvald eine sehr anregende Unterhaltung geboten. Direktor Ramscher, der der Gießener Bevölkerung von früher her noch in gutem 5>edäch>ttliü' ist, fesselte die Zuhörer durch einige gut vorgetragene Melodramen und einen in allen Teilen gut durchgefülr-rteu ZweiakterIn Feindesland". Außerdem wurden den Anwesenden durch Jos. Vogt-Medini telepathische Rätsel aufyegeben, indem er hei verschiedenen Erperimenten die Gedanken einzelner Personen in unerklärlicher Weise ctriet und mlsführte. Allen Darbietungen wurde der gebührende Beifall gezollt.

** Ortsge Werbeverein. Ter Monat Januar ist für den Gewerbetreibenden bezw. dessen Stellvertreter um deSwill'-.n von b-esondcrer Bedeutung, tveil in dieser Zart eine Neil-e - tzlicher Berpslichttingen zu erfüllen sind, bei denen die Nickchbeachtung der in Frage kommenden Bestimmungen für den Hairdwerker empfind­liche 9üachlt'eilc zur Folge l-at. Es kommt dabei besonders tu Frage die U m s a tz st e u e r (letzter Termin 31. Januar 1917), die L o h n- nachweisung an die Berufsgenossenschaft (letzter Ter­min 11. Februar 1917), Antrag wegen besonderer Veranlagung zur Selb st Versicherung (letzter Termin 16. Februar 1917) usw. Um die Geiverbetreibeudcn nach Möglickikeit vor Nachtcilieu zu be­walden, hält der hiesige Ortügewerbeverein für seine Mitgliedes und deren Angehörigen am Dienstag, den 16. Januar l. Js., abends o l U Uhr im Gewerbchaus Kirchstraße, eine Besprechung der Aufgaben diw Handwerker im M o - nat Ianuarab. Eingeleitet wird diese durch ein kurzes Referat des Leiters der neuerrichteten Handwcrker-BeratungS^ stelle. Außerdem wird Reallehrer HaggeumMer über die Besitz- und Kriegssteuer bericht ein Anschließend an das Referat ist eine ent­gehende Aussprache vorgesehen. Auch der Besuch der Frauen der einberufenen Mitglieder ist besonders erwünscht.

M u s ch e l f l e t s ch. 'Morgen Dienstag findet von vor­mittags 8 Uhr au in den Marktlanben Verkauf von Muschelfleisch statt. Muschelfletsch ist eine nahrhafteste Volksspeise.

Landkreis Gießen.

** Hansen, 14. Jan Feldwebel F r e i t a a , ein geborener Hänfener, jetzt Steueraufseher in Vilbel, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

ro Hungen, 15. Jan. Die in unserer letzten Nummer

gebvachtr Notiz von dam Tov des Ersatzreservisten Julius Klip- stein, der laut vorliegendem ärztlichem Attest einer Lungenentziin- dnng erlag, ist dahin richtig zn stellen, daß der Verstorbene zwa. wt der ersten Verhandlung zu 4 Ja Irren Gefängnis verurteilt ivor- den nmr, diese Strafe aber insolae Revision vom Kriegsgercchr in Frankfurt auf 2 Jalne und 9 Monate reduziert wurde. lSerne Strafe lväre daher im nächsten Jahre verbüßt gewesen. Ter mis dem Leben Geschiedene lvar übrigens als guttmttiger junger '.'bann bekannt und als solcher auch beliebt. ,

LJ Lang-GAnß, 14. Jan. Dom Pionier Heh. Böller v., Maschinengewehr-Kompaguie 162, 3. Zug, 8. Ers. Div., wurde Dt« Hessische TapfeikeitSmedaille verliehen. DaS Eiserne Kreuz wurde ihm bereit« vor Weihnachten verliehen. , .

*' Lauter, 14. Jan. Pionier Wilhelm W t e ß n e r hat bei der 7V. Reserve-Pionier-Kompagnte daS Eiserne Kreuz und vte Hessische TapferkeilSinedaille er,vorben. Unteroffizier Ern!» Z ^ "i m e r von der Bing, der einen Bauchschuß erhielt, geht m einem bayrischen Lazarett seiner Genesung entgegen.

Oppenrod, 14. Jan. Dem Fahrer Heinrich n' 1' wurde am 22. Dezember 1916 das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

" Queckborn. 14. Jan. Als Meldereiter hat der Gefreite Heinrich Albert die TapserkeitSmedaiNe erhalten. - Unterossizler Johannes Röder, der wegen einer in seinem Beruf erworbenen Steifheit der Hand die ersten IX KrtegSjahre nur Rekruten aus­bilden und an Lazaretten dienen mußte, hat sich trotz deS Hand- iehlerS als tüchtiger Krieger bewährt und ist mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. Musketier Otto Werner, der in der 2. Komp. 117 steht, hat sich die Hessische Tapferkettsmedaille erworben.

-I- Stein bach. 16. Jan. Der Sohn unseres OrtSgeistlichen, Obermatrose Kurt Köhler, MesechtSrndcrgänger aus eitlem Unter­seeboot, erhielt zu Neiijahr die Hessische TapserkeitSmebaille, nach­dem er im September vor. Js. schon da« Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten hatte.

M. Treis a.L., 12. Jan. Borgrsteru abend fwitti' unsere 5K npcriibc die Freude, eilten großen Teil des für zwei läge zur Schresiübung ltzerl-ergekvnnneueu ErsatzbataiNous des Gießener Re-' ginrents in Notyuortteren aufzunehimm, um den Mannschaften den Weg rwch Gießen und zurück zu ersparen, Tie Soldaten tvlirdcn nt allen Häuseni aufs Beste crufgeuommen und bewistet. Gestern abend sprach m einem Adeudgottesdieust in der hiesigen Kirche der Vereinsgeistlick^' für Inner,' Mission, Pfarrer Memmert< Darmstadt, in l-öck)st anschauliche!' Weise üIttt die Arbeit der In» nereu Mission im Kriege, und wies besonders auf die Bestrehnngeu und Erfolge hin, die Kriegsbeschädigten durch Anlieririmg zit c>asfen- der Tättgkeit wiedi'r zu vollwel-tigeu Mitgliedi'rn des Staates zit wachm. Die zahlreich ^rsammelkm worin über das Gehörte, das ihueli eineu Blick in bisljü'r unbekannte Gebiete gcioährte, sehr be­friedigt und bezeugten ihre Dankbarkeit durch eine ansehulickiie Spende für die Krnppelfürsorge.

Kreis Lauterbgch.

§ L a n z e n h a i n , 16. Jan. Bo» schwere m Leid be­troffen ivurde die Familie drS Karl Jöckel I. hier. Vor weniaen Tagen wurde ilir die Nachricht zuteil, das; ihre beiden Söbne Otto und Vhilivp, welche beide in einem Regiment und in einer Koin- vagnie "anden, am dem Schlackitielde gleichzeitig den Heldentod fürs Vaterland aesnnden haben. Beide waren in früheren Kämpien jeder schon einmal verivnndet - der älteste beim Vormarsch im August 1914, der jüngste vor Koivno in 1916 und hatten sich nun znsannnen frenvillig znin Rcscrve.J>ifa,lterie-9tcgt. 9tr- 263 gemeldet.

Kreis Schotten.

8 H e r ch e n h a i n , 15. Jan. Laiidsturmmann Hch. Adolph in der 2. Komp. Jnf.-Rgt. 118 erhielt die Hessische TapfcrkeitS-

tnedaille.

n. Schotten, 1b. Jan. Unter den heimatloseu llrtaube-rn, die durch den VereinLelirerlieim VogelsbersH' für die Dauer ihres Urlaubes im Lchrerheim eine angenehme Heimstätte fanden. u>ar auch ein heimatloser Südungor, der sich als KriegSfrciivilliger dem R e s. - I u f. - Re g t. 1 16 angeslchLossen hattz'. Ter noch niclü 16jährige Kristos Höffner, in der KvillpaMie kurzweg der kleine Stefsan" genannt, pürschte sich bei dem Uebergang von Seinen^ dria 1915 an unsere mUmüttgen Hessen heran und ließ sich weder durch Gewalt noch durch gute Worte vertreiben. Seine Eltern, beide von deutsckn'r Mstammung, ivaren tot der Vater in Ser­bien als österreichisch-ungarischer Kämpfer gefallen, die Mutter gestorben. So machte der kleineStefsau" den Feldzug in Serbien und Mazedouieu mit und leistete als Dolmetscher er kann deutsch, iBigarisch, bulgarisch und serbisch der Kompagnie manch glttcn Tieilsß Nacktem er jetzt seinen erstcm Urlaub gehabt und im Lehrcrheim seine ersten deutschen Weihnachten gefeiert, ist er dieser Tage mit seinen Kameraden, die sehr um den kleinen Bundes- genossen besorgt waren, ivieder zn . seinem" Regiment abgereistl Kreis Fricdberg.

= Friedberg, 14 Jan Der Fachlehrer der hiesigen (^rosih. Obstbauschule, Garleniuspektor Karl John, ist nach schiverem Lstden aestorben. In !hin verlieren die Obstzüchler OberhessenS einen ihrer bewährtesten Berater, der in mehr als 25jähriner Tätigkeit lür den Obstbau Hervorragendes geleisiet hat. Auch als Schriitsteller und Redner ivar John in den delitschen Obslzüchterkreisen p,"p neschätztr Persönlichkeit.

Starkcnburg und Rheinhessen.

-- W o r m s ^ 14. Januar. Um ein Huhn. Der tvelt- ersA.ütterndl' Streit um das Eigentnnisl>'cht an enunn Huhn lx'- sckästigte daö bemück-ibarte Amtsgericht L. sckMi sott Monat.-.n Tnrct! sieben 5>c!-ick>tövcrl>astt>lungeu wurde das arnwHinkel" scklvu gescküepvt. Zivei Recküsanwälte, fünf Sackwerständig. und eine Legron Zeugen müht-Al sich, bis jetzt um das Tier vergebens' Nc>ch> immer ist die Eigentums,rage ungeklärt. Das Huhu das c\ua\ reellen Kciegswert von 3 Mark besitzen dürfte, lmt jetzt lu-rcita seinen Wert um 5900 Prozent gesbeigctt, da die Gericht.'ckvsten sch>on aus 159 Marck gesttegeu sind. In dieser Summe nicht inbe griffen, sind aber die Lckröme von Tinte, dit Dntz<mde von Federn die Berge von Papier und schließluh, die dabei nutzlos vergeudete Mensch,eickrast, alles um des .Hirhnes willxm. Und das alles m großer Zeit, wo inan dock! wülmhaftig mehr zu Urn hör. Hessen-Nassau.

Ein Hochstapler als Strnßenbalnischaffner

,s Marburg,.15.Jan. Ein gefährlicher Hochstavl.,- int u Schwindler hat hier eme Gastrolle gegeben. Vor 10 Ta, eil kau, Mann, der sich Bcrthold namuc, seinen Papieren «ach aus Kass/l fjicr an und sand Im städtisch,n ElcktrizitälÄmrk Anstatt n ! angeblicher Krlegckbesckichdigter trug er das Eiserne Kreuz und a.cki!/ dem war er noch mit der Oldenbnrgischen Verdien st',,u-1w,'s? schmückt, . Auf Grund seiner Bescheinigung als Auges, Z r

ckte i*r hnmt rtrtn Anr^»k,s m r . .!0 rr

Stadt besckpmndelte er dann eine Anzahl hiesiger Geschä z.B. auch einen Uhrmacher um eine goldene Uhr, ,ie! ^

seiner Wirttn bares Geld, stahl außerdem ettumi Wlleaen Mantel und verschivand, um jedenfalls in anderen Städten Botttellungen zu geben. Der Verkauf des 01 e m,> i r obstes brachte den LondgiMveinden des Kreises tm ^Knnr! inlv eine Einrrahmc von 31 957,99 Mk., gegen 30 314,35 Mk h ' iahre. An der Spitze steht wie gewöhnlich die Gemeinde »eHLHiu mit einer Einnahme von 3222,70 Mk. gegen 1846,10 TOM» unf Die Stadt Marburg erzielte aus dem Vt-rkaus des ftäbrtfrhnVV,r -. im Jalire 1916. wie schon früher mitgeteilt, die noch nicht ^ Summe von 2981,60 Mk. gegen 1927,10 fall, jm Jahr.- ^

Seit einigen Tagen sind hier und im ganzen oberln-sttsch^, m , ' "

lande erneut gewaltige Schneemassen Wild kommt aus den Wäldern bis in die Nähe der Ortsch^k. wurde bei Bracht im hiesigen Meise ein großer Keiler erleg "

ko. Aus dem R Hein g au. 14. Jan. Au« do... , gehenden Rhein wurde ln der Nähe von Eltville ein led-..!> . aufgesischt und von dem Metzgermeister Fas,Hauer aeschl»^. . Me & ra. Gladenbach. 16. Jan. Bereit« unter b*,n w», L r

n r andgrgst

Philipp I. dem Großinüttgen

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Gladenbach ein Silberbergwerk betrieben,

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erg i) P i

Ausbeute lieferte. Aus dem dort gewonnenen gute

Kassel ReichStaler geprägt worden, ^so tm Bergwerk b/«

bach gefallen-, lesen wir in einer alten Auszeichnung bladen-