Auf Wl jSetrier Majestät des Zaren teile ich mit, daß der rvn .Seiner Maie,tat, unserem geliebten obersten Kri^Äiarrn, mit den Herrsch,ern der verbündeten Mächte gemachte ^rredensvorschlag von unseren Feinden in ihrer unersättlickMl Grer^rocti weiter unichutdlges Miü zu vergießerr, abgelehnt worden Sr, ^ 1C It ^ ,i . nuc lurseren vor nicht langer Zeit befreiten
Lmrgern rn Mltzedvmen von neuem die Ketten der Sklaverei auf- crlegen, sondern mich, das geeinte bulgarische Voll vernichten: Offiziere, tentervffizieoe und Soldaten! Nur durch, die Schuld unserer gierigen Feinde wird der Krieg nodi weiter dauern, aber das bulgarische Volk hat viel schwerere Prüfungen bestanden, und es wird rn dem langen kommenden Kampfe triumphieren, den ihm unsere tückischen Feinde aus er l e g e^n. Eueren Händen ist das Geschick des bulgarischen Kolkes, dre Freiheit, Unabhängigkeit und Ehre Bulgariens an- m' I ( i lI n- n,€r ist heilig. Hierin beruht unsere- Kraft und
..'iacht. Euere betvährte Tüchtigkeit und Tapferkeit sind eine ge- nu^nde Bürgschaft für den Enderfolg des erhabenen Einigungs- wertes. ä^er Ml mächtige ist mit ims, denn das Recht ist auf unserer -Seite, £tc geeinigte bulgarische Nation sendet ihren würdigen.
treuen löhnen herzliche Grüfte und Wünsch? für die endgültige s.icrederlage der tückischen und gierigen Feinde. Es lebe das geeinte Bulgarien! m . Schickvw
Generalissimus.
Der bulgarische Bericht.
n ofia 14. Jan. (WTB. Nichtamtlich,.) Bericht des Generalftabes vom 14. Januar.
Mazedonische Front: Nur am Wardar lebhaftere Tä- ttgknt der feindlichen Artillerie. Der Feind griff südlich von dem L^orfe Stoiakowo an, aber sein Angriff wurde durch unser Feuer abgewtesen. Auf den übrigen Abschnitten der Front schwaches' Artillenefeucr.
m ^ ^ u m an ische Front: An der unteren Donau zwischen Galatz und Jsacceo vereinzelt Artilleriefeuer auf beiden Seiterr. Bon unserem Ufer aus bombardierten wir militärische Airlagen in Galatz sowie den Bahnhof und die Eisenbahnstation in der Nähe der Stadt. Im Bahnhof brach ein Brand aus. Unsere Flugzeuge warfen aus den St. Georg-Hafen nnd auf die nahe Flugzeugstation Bomben ab.
*
Der türkische Bericht.
* 12- Jan. (WTB.) Amtlicher Heeres
bericht. Wie festgeftellt worden ist, ist der englische Kreuzer, dessen Zerstörung gestern gemeldet wurde, der Kreuzer „Seap- lane^ und das schwerbeschädigte Wachtschiss ein feindliches Kanonenboot, wahrscheinlich ein italienisches.
Eine unserer Patrouillen von den Truppen, die in der Dvnau- ^^^kampsen, machte einen Ueberfall auf einen feindlichen Posten und brachte 21 Gefangene zurück. Eine Erkundungspatrouille, die zu den truppen an der mazedonischen Front gehört, schlug am ^anuar sudwefUich von Serres eine englische Erkundunqs- patrourlle zurück. Die Engländer flohen und wichen 12 Tote auf dem Platz, ^n derselben Gegend zerstörte eine andere unserer Patrouillen einen großen Teil des Drahtverhaues der Engländer. An den anderen Fronten kein bemerkenswertes Ereignis.
* * *
Der englische Admiral Jellicoe über den Seekrieg
? °wc} > °- n r i.2 I^n. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bu- E^.A»?nral Jellicoe sprach bei dem Festmahl in der City über dre Schwierigkeiten der modernen Seekriegführung und sagte, ibatzi chnlerseeboote und Minen eine dichte Blockade, wie man sie früher hatte, verhinderten. Ter ALnriral fuhr fort: Trotz- J*™ ^«Deutschen sich brüsten, daß ihre Flotte bei zwei Ge- l^enhertm bte Nordsee nach der britischen Flotte abgesucht habe, wagten sich unsere Feinde nur zweimal, mit ihrer Hauptslotte nur _3£ttüg-eni> weit vor, um uns Gelegenheit zu geben sie in ernen Kamps zu verwickln. Wcder neutrale uock) britische 'Sckffffe hal^u der irgend erner Ctelegenheit die Hochseeflotte in größeres Entfernung von ihren Hasen gesichtet. Richtig ist, daß am 19. Fe- ?™ v LE feindliche Flotte in beträchtliche Nahe der eng'- Ittchen Küste kam, aber nachdem sie von einem unserer Patrouillen- ichisfe Mchtet wowen war, kehrte sie offenbar um, weil durch ihre Lustau fllärer che Anwesenheit unserer Flotte gemeldet worden war Es wurden Uebersalte auf die britische Küste mit schnellen Kreuzern unternommen, aber bei allen diesen Gelegenheiten wurde die Uwersahrt von den deutschen Gewässern und offenbar unter dem Schutz der Nacht unternommen. Ter Feind erschien bei Tages- wffever Küste, um sich dann vor verhältnismäßig ichivachen Kräften zurückzuziehen. Solche Unternehmen waren in den Tageii der germgen Geschwindigkeit natürlich unmöglich und wurden letzt offenbar in der Hoffnung gemacht, uns zu einer falschen Strategie zu verleiten, nämlich dazu, unsere Streitkräfte zu zersplite tern, um alle verrvundbarünPunkte zu schützen. Ich kritisiere die *■ n <\ ^sen ihrer Strategie, oder rveil sic mit ihrer Flotte kern Risiko laufen, aber ihre Prahlerei, daß sie die Nordsee nach dem Fernde abgesucht mutz als nicht begründet bezeichnet werden.
/Notiz des WTB. ©6 handelt sich keineswegs um eine Prahlern, sondern um bte in den amtlichen deutschen Berichten ber* zeichnete einfach wiederholte Tatsache, daß Teile unserer Kriegsflotte weit in die Nordsee vvrgestoßen sind, ohne auf feindlickse Streit- kratte zu stoßen.)
^....^icoe sprach hieraus über die die ganze Welt umfassende Tätigkeit der Flotte, von der mühsam unterbrochenen Arbeit der Kreuzergesckiwader in den Heimatgewässeru, von der Riesenarbeit der Flotte aus der ganzen Welt und zollte der Arbeit der Handels- I™.™™ j£ ne ?L Tribut. Ueber 7 Millionen Mann, außerdem Ge- schutze, Munition und Borräte, wurden transportiert. 2500 Kapitäne der Handelsmarine sind für die Flotte tätig.
Ein englischer Ministerrat.
London, 13. Jan. (WTB. Mchtcuntlich.) Die „Times" berichten, daß gestern in Lvwningstreet ein wichtiger Ministerrat über die Verstärkung der Armee und dre allgemeine Dienstpflicht stattfand, an der George, Henderson, Chamüerlain, Prothero. Lord Ryondda und Hodge teilnahmen. Die bereits getroffenen Maßnahmen zur Anfüllurtg der Armee sollen noch aus- 6 eh nt werden. Man erwartet, daß jedermann unter 31 Zähren, der körperlich geeignet ist, zum aktiven Militär- drenst aufgerufen werden wird.
* * *
Griechenlands Antwortnote an Wilson.
, Athen, 13. Jan (WTB. Nichtamtl.) Amtl. Mldg. Die Kgl. Regierung hat mtt lebhaftem Interesse Kenntnis von dem Schritt ge- irommen, den der Präsident der Vereinigten Staaten bei den Kriegführenden unternommen hat in Hinsicht auf die Beendigung des langen grausamen Krieges, der aus der Menschheit lastet. Auß'er- fl-M ? empfänglich für die Mitteilung, die ihr gemacht wurde schätzt sie trt hohem Maße den edlen Schwung, wie den von Grund aus humanitären Geist, der diesen Schritt des weisen Staatsmannes diktierte, der die Geschicke! des großen amerikanischen Volkes leitet und einen ehrenhaften Frirchen für alle und die Stärkung einer Muen Lage der internationalen Beziehungen anstrebt. Dieser Schritt bedeutet eine erinnerungswürdige Seite im Buche der Ge- schichte Die Betrachtungen, die in der Note des Präsidenten enthalten sind m Hinsicht aus die Leiden der neutralen Na- \L° Ü C n J n !? l9C gewalttgen Kampfes und ebenso der Garantien, nm kriegsuhrendeil Parteien gegebell lverdeii sollen,
n.Nechte und Sicherheit aller Staateii zu sichern, haben in der Seele Gneck>enlands, ein ganz besonders sympathisches Echo gefunden. BN der Tat gn b t e s kein Land, das unter diesem ebenso gelitten hätte, wie Griechenland, ^o^l es dem Kampfe fenrgeblieben ist. Infolge seiner ganz besonderen geographischen Lage konnte Griechenland weniger als jedes neutrale ~cntb ftdj den direkten und verderblichen Einwii'r- der Feindseligkeiten zwischen den Kriegführenden entziehen ?elegramm ) In diesem Augenblick iwch seiner Flotte entwaffnet, ist unser Land beunruhigt nne künstliche Revolte, dre Geivinn zieht aus der fremden ^rlupatiom E^> ist eingeschlossen durch eine, fremde Blockade, die dre Verbindungeri unterbricht mrd die friedliche Bevölkerung dem ausliefert, inbegriffen der vollkommen fried- liJSlXiJ&l klonen wie Fr anen u nd.Kinder, die nach den Völkerrechts davon verschont sein müßten, im Kriege stünde. Dennoch bemüht sich Griechenland mit allen möglichen Mitteln neutral zu bleiben. Dies zur Genüge, zu Mgen, Me sehr jede Initiative, die den ll ^^ n konnte, ganz abgesehen von Humanitären Gvi- WS allgemeiner Art, geeignet ist, den Lebensintercsseip Grie- Sz h?J?n biaie *‘ ? ie kömgliche Regierung würde sich denn auch gewiß beeilen unter den ersten dem edlen Schritt des Präsidenten beizutreten nach Maßgabe ihrer ganzen Macht, damit er von Erfolg gekrönt wurde wenn sie nicht außerstande wäre, mit e i5tw n ppe der Kriegführenden zu verkeh- lre gegenüber der anderen Gruppe die Lösung anßer- 5 /bentlichcr Schwierigkeiten abwarten muß, die gegenwärtig die ^echenlands beherrschen, Mer die königliche Regierung ver- solgt mtt ganzem Herzen die kostbaren Bemühungen des Präsidenten ^ aufrichtigsten Wünsche s,ür deren Gelingen dar. Ä 1fci t bc i orsten Tagen des europäischen Krieges an die Herstellung des Kontaktes zwischen den neutralen Landern gedacht hat zu dem Zwecke, die gemeinsamen Jüteressen wahrzunehmeü, ist sie glücklich über die ihr gebotene Gelegenheit zu einem demnachsttgeii Mermrngsaustausch, wenn dies als opportun betrachtet werden konnte, und erklärt sich bereit, im gegebener Augcn-s blick teilzunehmen an einer Aktion, die die Schaffung eines dauerhaften Friedens bezweckt, der die Rechte aller Staaten sichern und ihre Souveränität und Unabhängigkeit' garantieren würden
sonerttarise durchschnittlich um 30 Prozent mit Einschluß der erhöy- ten FaMkavtensteuer heraufgesetzt werden. Im Güterverkehr jedoch ist me Einfülnung eines sogenannten Kriegs Zuschlages geplant, der zusammen mit der 15 prozentigen Frachtsteuer bei den Staatseisenbahnen 30 Prozent des Beförderungspreises ausmacht.
^er Wirkungsbeginn der angeführten Steuern ist irtt allgemeinen für den 1. Februar 1917 in Aussicht genommen. Der sahrluhe Mehrertrag für den Staatsschatz ans der Einführung der envähnten Abgaben, sowie des Kriegszuschlages auf den Staatsoahnen wird mit rund 300 Millionen veranschlagt.
Die ungarische Kriegsanleihe.
Budapest, 13. Jan. (WTB.) Meldung des ungarischen Telegraphen Korrespondenr-Burcaus. Obwohl die Endsumme der Zeichnungen auf die fünfte ungarische Kriegs- an noK noc ^ festzustellen ist, dürfte diese die Summe von ^300 Millionen Kronen übersteigen nnd so das Ergebnis der bisherigen Kriegsanleihen überflügeln.
* ch *
Tie Eröffnung des provisorischen Staatsratcs in Warschau.
, Warschau, 14. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Im historischen Sanlensaale des Stadtschlofles, in dem am 5. November die Begründung des Königreichs Polen stattgefunden hatte, wurde heute der provisorische Staatsrat durch die Generalgouverneure General der Infanterie v. Beseler nnd Feldzengmeister Knk feierlichst eröffnet.
Der §eekrieg.
Aus Nußland.
^Berlin, 15. Jan. In Petersburg soll eine Ge- ellschaft begründet worden sein, die sich „Ruß- l and-Konstantinopel" nenne und sich die Aufgabe scht, dre Oeffentlichkeit gegen jeden Ge-danken eines Verzichtes aus Konstantrnopek nnfznbringen.
* *
Neue Steuern und Tariferhöhungen in Oesterreich-ttngarn.
v. 1? ^S n -'e Tie morgige „Wiener Zeitung"
veröffentllcht eine kaiserliche Verordnung aber Steuer- und Ta r i f ma ß n a h m e n ^anläßlich der durch den Krieg geschaffenen besonderen Verhältnisse. Tic Verordnung bezweckt eine stärkere Heranzvehung des Eisenbahnverkehrs für Zwecke staatlicher Ern^ nahmen. Sie regelt die Berkehrsstenern im Eisenbahnbetriebe und ordnet Maßnahmen an, durch welche die Möglichkeit geboten wird, den Bahnen für die erhöhten Gestehungskosten erhöhte Einnahmen zu geivähren. Die Verordnung verfügt die Einführung einer 15 prozentigen Frachtsteuer vom Beförderungspreis ferner die Erhöhung der Fahrkartenstener für Hauptbahnen von 12 ans 20 Prozent und für Lokalbahnen von 6 auf 10 Prozent sowie die Einführung einer Gepäcksteuer tu dem gleichen Ausmaße wie die Faknckartensteuer. Um der Staatseisenbahnverwaltung die Möglichkeit der Deckung der durck) den Krieg bewirkten Betriebs- mehrausgoben der Staatseisenbahnen zu bieten, sollen die Per-
Der Untergang der „Regina Margherita."
Rom, 12. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Das Marine- Ministerium teilt mit: Da ernsthafte militärische Gründe gegen die Veröffentlichung der folgenden Mitteilungen weggefallen sind, kann bekannt gemacht werden, daß in der Nacht zum 11. Dezember das Linienschiff „Regina Mar- gherita" unterwegs auf zwei Minen gestoßen und gesunken ist. Das Ereignis vollzog sich in weiiigen Minuten wegen der schweren Zerreißungen des Schiffskörpers, infolge deren das Schiff mit Zug voran sank. Von 9 45 Mann, d i e s i ch an Bord befanden, wurden die meisten mit in die Tiefe gerissen nnd sind mit dem Schiffe verschwunden. Die ungünstigen Umstände machten die Rettung der Ueberlebenden sehr schwierig, von denen inrmer- hin 270 geborgen wurden. Ter Kommandant des Schiffes und vierzehn Offiziere sind unter den Vermißten. Außer den bisher veröffentlichten Schiffsverlnften ist kein weiterer Schifssverlust festgestellt worden. Seit einiger Zeit in der Oeffentlichkeit verbreitete gegenteilige Nachrichten sind durchaus falsch.
*
... Kopenhagen, 14. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der Dampfer „Thyra", der von Kopenhagen nach Norwegen ab gegangen war, ist der „Berlingske Ti- dende" zufolge an der schwedischen Küste bei Halmstad von etitem deutschen Wachtschiff aufgebracht worden. Er passierte gestern den Sund auf der Falsrt nach einem deutschen Hafen. — Die dänische KriegsVersicherung hat ein Telegramm erhalten, wonach der dänische Dampfer „Fu- b org" (2056 Tonnen) von einern deutschen Unterseeboot versenkt wurde. Der Dainpfer befand fick) aus einer englischen Pflichtreise mit Kohlen von England nach Lissabon.
Kopenhagen, 14. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) „Politiken" berichtet, der schwedische Dampfer „Jnge- borg" sei vorgestern in der Nordsee von einem deutschen U-Boot an gehalten und gezwungen worden, 700 Postsäcke, die für Rußland, Italien, Rumänieii nnd Japan bestimmt waren, über Bord zu werfen. Der Dampfer Otraf gestern in Goetheborg ein nnd hatte noch 200 Postsäcke an Bord, die,tzm sie für neutrale Länder besttirrmt, unberührt geblieben waren.
London. 13. Jan. (WTB.) Lloydsmeldung. Der britische Dampfer „Excellent" ich wie man qlanbt, qe- s unken.
Am dem Reiche.
Giefzener Stadttheater.
Gastspiel Konrad Dreher.
Der alte Feinschmecker.
Ein Münchener Schwank von Hans Georg Vogelfang.
Der Stert des Pseudonyms Hans Georg Vogelfang für unseren guten Ludwig Thoma ist höchstens noch symbolischer Art, denn nach der ersten Aufführung des „Alten Feinschmeckers" mußte es auch dem Nlchtkenner^ offensichtlich sein, wes Geistes Kind er vor lick hatte. Es märe rhm also nicht gelungen, unter fremdem Namen em literarisches Kuckucksei zu legen. Tie Absicht, das zu versuchen, mag wohl daher rühren, daß diesem Schwanke jeder literarische Anspruch, jede gewollte Bedeuffamkeit, jede größere Tragweite fehlt. Ludwig Thoma niag darin einen künstlerischen Mangel gesehen hoben für den er nicht verantwortlich zeichnen njoüte. Nun iteilt es sich aber heraus, daß er gerade mit seinem tungezwungenen Vogelfang ein Werk geschaffen hat, das höher einzuschätzen ist, als zum Beispiel „Dickchers Ehrentag", das wir vor kurzem hier sahen und in dem die literarische Satire trotz guter Ansätze nicht restlos gelößt worden ist. Das Problematische, auch wenn es sich in Form einer Sattre äußern soll, ist eben nicht -? ■ wie das ungezwungene Marionettenspiel mit den
ihm wohlvertrauten Typen des Süddeutschen und seines Gegen- tEtuh er Norddeutschen. Wo er die humoristischen Gegen- ILye dieser beiden gegeneinander ansspielen kann, wird er in ^ E^kuna immer ff eher gehen. Ebenso dann, wenn er in seiner gemütvoll karikierenden Art das behagliche Milieu Münck>ener Spcetzvüraerluhkeit mtt keiner anderen Äbsicht vor uns ausbrcitet.
^öulieren. Dann bedarf es keiner Probleme und !^.^oF^wvqenen literarischen Ziele, dann ist es nur der Ton, GoAvirltru»n! ^ welche Musik! - Ein Müalied der
a3tt bir Sr' dtattler, schlug in einem Zwischen-
s«n Instrument mit unglaublicher ® ,,fr sn b ^ Ochern hatte, als werde ein Cem. i^^ ^^EÄuerfen die ,„m Vortrag kämm, in ^"lge. Ti-rb chythmische Tänze, ,od- 'PjtewUcnDet Lebmslust, sinujermdes Da. hmttauinen. und dann wreder das schwärinerisch senttinentale.
Keine Remonteankäufe 1917.
Berlin, 14. Jan. (WTB. Amtlich.) Mit Rücksicht darauf, daß die jungen Pferde für fehlende ältere in der Landwirtschaft gebraucht werden, fällt der Remvilte- (1 n k a u f i m Jahre 1917 a u s. Wenn unter besonderen Umständen ein Züchter seine dreijährigen Renronten nicht als Arbeitspferde zu verwenden braucht nnd keine Gelegenheit findet, sie anderweitig abzusetzen, so wird die Heeresverwaltung, sofern die Verhältnisse es irgend wie gestatten, auf Antrag die Pferde ausmustern und alle Remonten ankaufen lassen. Allerdings muß es sich dabei um entsprechend große und gute Aufstellungen handeln.
ergreifende Schluchzen des Liedes von Abschied und Wiedersehen bald ein Sturm der Geffihle, bald das wehmütige Säuseln eines bei diesen Instrumente kaum für möglich zu haltenden Legato- spreles ^llinst aus dem Herzen und Gemüte eines deutschen Volkes, aber doch echte Kunst — genau so der „Alte Feinschmecker" von Oudwig Thoma, oder vielmelp: Hans Georg Vogelfang. Denn dre symbolische Bedeutung dieser Namenswahl wird nun ttar sein Es fft kein undeutsches Element in diesem Stt'icke, das frisch und fröhlich zu Ende gesungen wird, wie das unbekümmerte Lied eines Vogels, wobei aber das lauschende Ohr dennoch oftmals eine leise Schwermut heraushört.
Nach dem Gesagten wird es kaum verwundern, daß die Handlung so schlicht und einfach wie möglich ist In die gemütliche Behausung des pensionierten Schlächterincisters Blasius Kiernraier te.nett unvermutet eine Berlinerin von einer „g-eunsseii Noblesse nnd Eleganz" ^herein, die in Münch,en das Malen lernen soll. Durch diese Erscheinung wird Blasius Kiermaier, ein angehender 50 er, aus dem behaglichen Trott seiner Gefühle zu höherem Schwung geweckt, denn die Noblesse und Eleganz der Berlinerin hat es seiner pensionierten Schweinemetzgerseele angetan. Er träumt sich ttotz der Warnungen und Foppereien seiner Schwester Fanny und seines Freundes Xaver Fest! in die süßesten Räusche bräutlichen Glückes wenn noch Fritze Poppendieck, der Vater der Malerin, m München gelaiidet ist, in schmerzlichster Enttäuschung zu er- reirnen, daß Jnbchens Wähl schon längst auf einen anderen gefallen, und er selbst der Narr seiner Einbildung war
Aber das Molorit, die Gestalten und die Sprache. Wer einmal von der Terasse eines Münchener Bierkellers ans vor seinem Maß- trug über die abendliche Stadt mtt den hellerlenchteten Fenstern nach der rm Dämmern verschwimmenden Silhouette der Frauenturme lnnübergettäumt hat, der wffd die ganze Seligkeit dieser M^rn "And wieder vor sich auferstehen gesi'ihlt haben Gefühlsecht bis rns klemste war alles
Hierin liegt auch tws große Verdienst des Känigl. bayerischen Hoffchanspielers Konrad Dreher und seiner Gesellschaft, daß' sie gefühlsechte Gestalten schufen. Konrad Dreher 'selbst, dem die Rolle des Privatlers Blasius Kiermaier auf den Leib geschrieben' sem soll, ivar unbezahlbar. Auf der soliden Basis eines Mannes stehend, der kerne anderen Sorgen hat, als ob er Nockerln, Knödel
oder Spätzel zum Mittagsttsck wünscht, in 'behaglich behäbiger Bürgerlichkeit sein Leben verschleißend, zeichnete er seinen Auf- itmnmg zum Höhereii. sein Bemühen, den Schlächtermeister durch „Eleganz und Nobligkeit" vergessen zu machen, mit einer geradezu grotesken Komik, aber' vlMe merkliche Uebertteibnng. Dollsafttg war >alles an feinem Spiel. Sein gutmütiges Gepolter, sein verliebter Schrvung, seine vornehme Ueberlegenheit und die Miene der Enttäuschung, das sind alles mit so köstlick?em Humor wiedergegebene Situattonen, daß man sie so leicht nicht wieder vergessen wird. Neben ihm stand seine Schwester Fanny, ein alte tungferliches tztemüt in seiner schrulllmhaften Mischung von Schroff-
nick» Weichheit; von Tilly T scha ffon, aber mit einer chorak- teristeichen Scharfe wiedergegeben, die höchst ergötzlich war und sich nn Mienenspiel bis ans das bezeichnende Zuckest der Angcnllider erjtreckte. Sozusagen zur Familie rechnet noch der Privatier Xaver Fest!, der bierselige, biersidele Münchener, dessen derber lachender Humor vor keiner Situation Halt nmcht. Rudolf Raab gestaltete diese präckttge Figur aufs beste. Bon den Münchenern seien noch erwähnt der talentierte" Solm Pepi (Nanny Hackerh seini verlebter, schwärmerisch angehauchter Jnsttuktor Rochus Hingerl (Edwin von S a g a n) und die dralle Köck:iin Vöarie (Emnry W e i d.) Ebenso typisch und echt, Me die Vertreter Münchens, waren auch die Vertreter Berlins. Julchen Poppmdieck (Paula Müllerh die graziöse, selbstsichere und geniandtc Tockffer der Großstadt ihr Vater, Fritze Poppendieck (Gustav Conrad), der redselige, schnod- dcrrge Barlina, der aber trotz dieser schönen Eiaensck>aften und trotz der Gegensätzlichkeit zu den Münchenern es verstand nicht unangenehm zu wirten. Auch dieser Figur war, wie alle anderen bis «aufs J-tüpfelchen einheitliche dnrchgeführt und verdiente sich rückhaltlose Anerkennung.
Das ausverkaufte Haus konnte sich nicht Genüge fcm an ftnr- mffckiem Beifall, uno dieser Beifall war ehrlich verdient denn seit langem konnte man rricht mehr so befreit lachen, tvie an diesem Abend. * zz>
, Berlin, 13 Jan. (Priv.-TeU W« die AbenWlättcr melden, ist der Opernsänger A l b e r t N t c m a » n int Alter von 86 Jahren gestorben.


