Ausgabe 
5.1.1917 Erstes Blatt
Seite
2
 
Einzelbild herunterladen

Ter bulgarische Bericht.

Explosion in zwei Teile gespalten. Das Deck des Dampfers

Sofia. Jan. (MB.) Nichtamtlich.) Bericht des Ge- wurde in den Hafen von Dieppe geschleppt.

»eralüabes vom 4. Januar. I London, 3. Jan. (WTB.) Llolchs Agentur rneldet aus

Mazedonische Front: Im Cevna-Bogen und an der OPorto vom 2. Januar: Der norwegische DampferMo- Strmna lebhaftere Artillerietättakett. Eine feindliche KompanieI p ild f ir st" traf in Leixoe ein nnd landete 21 Mann der mckemem Zug Kavallern versuchte zn-ettnal, gegen das Dorf Besatzung der> persenkten norweqisckren DampfersBri Ägrt in der Ebene von Serres vo-ezurncken, wurde aber durch' -- - - - a '

fenXjr.nt: Oh der 2°brubs«° mürbe nach I

^Ä'Äfer^UrbeTSeSte 1 Sinken. Ae Ämmschaft des letzteren ist g»-

. __ v ____ E_.... ... London, 4. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet:

verbündeten bulgarischen, deutschen und türkischen Truppen zogen Ter französische DampferLeon" ist versenkt worden, nach einem blutigen, erbitterten Kampfe in Mrem ein. Bisher Die Besatzung wurde an Land gebracht.

wmden zehn Offiziere und 700 DLann als Gefangene mit sechs Maschinengewehren als Beute eingebracht.

Russischer Heeresbericht

vonl 3. Januar.

Westfront: Feindliche Flugzeuge waren sehr tätig und war fen an vielen Orte

B e r n, 4. Jan. ^WTB.) Die französischen ReglerQ u o- vadis (109 ^rcM-Z.),Marie Louise" (168 Br.-R- T) undC our lis" (181 Br.-R.-T.), der Fischdampfer R. 2162" und der FischkutterL. R 1007" sind durch Unterseeboote versenkt worden.

rren Bomben aft. Ein Flugzeug wurde durch unser l . h ag e n, 4. Jan. (WTB. Nichtamtlich.)Ber-

Artilleriefeuer getroffen nnd landete bei dem Torfe, Uj, südöstlich lurgske Trdende meldet ans Bergen: Hier srnd heute Offi- vom Vischnicwsce. Di? Flieger, ein Offizier und ein Soldat, wnr- Ziere des russischen DampfersTuskar" einge- den gefangen genommen. In der Gegend von Porska Wulka, süd-! troffen, der auf der Fahrt von Archangelsk nach London östlich Kowel, schos; einer unserer Flieger zwei feindliche Flugzeuge von einem deutschen Unterseeboot versenkt L . 5 er pefl« würben samt den Flugzeugen zerschmettert, wurde. Das Schiff sank bei schwerem Wetter sofort. Das S*?« T 9einb bi£ Umgegcttb ber eine Rettungsboot fenterte und auch die Laqe der übrigen

ör sst sm&xsrsiüs: Ä -* ?»«>" °«

an der genannten Front. Trotz unseres Goschützseuers gelang ci dem Feinde, in den Graben einer unserer Kompagnien einzudrin- gen, aber ein sofortiger Gegenangriff verdrängte ihn und warf ihn zurück. Gleichzeitig nwrde die Gegend des Dorfes Manilowka mit Granaten beschossen, die deine Springeri einen dichten gelben Rauch verbreiteten, der nicht sobald verzog. Am Dnjestr in der Gegend von Jcsupol zerstreute unser Geschützfeuer eine feindliche Arvetterabteilung. tvelchc Gräben zog und beschoß den Flecken Jesu-

oem norwegischen MotorschiffTalkvard" ausgenommen und in Bergen gelandet.

Aus dem Reiche.

Bundesrntsbeschlüsse.

Berlin, 4. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der B u n

pol wirksam. An der Grenze der Moldau ging der Feind in dem I d es rat hat folgenden Vorlagen zugestimmt: a) Verkehr mit Abschnitt von dem Dorfe Kotumbr bis zu dem Tale Sulla und Schuhsohlen, Sohlenschonern usw.; b) Entwürfe von Be­wegter südlich zwffnial zum Angriff über, wurde aber überall durch ! kanntmachungen betr. die Geltendmachung von Ansprüchen mrser Feuer zurückgoworfem Hier nahmen wir auf einer Höhe von Personen, die im Auslande ihren Wohnsitz haben so En Teilunier^ gestern verlognen Gräben wieder. wie betreffend die Fristen des Wechsel- und Scheckrechtes

Rum an n cke Front: E-re Rumänen smd nördlich von Elsast-Lotbrinaen- c Vorlaae bet ressend Nereitstellnner Nrin .dem Kasirm-Fl-ffse, att Werst östlich von der ungarischen Grenze Reicksmitteln ttir die MnnLe Sr , Ls

im Angriff Am Vormittag griff der Feind sie an der oberen 1017 <? an - U £!' und Marz

Susckitza an, ionrde aber Mrüclgeworfm und ging, von Kavallerie Unterstützung der Gemeinden und Gemerndever

deyolgr, westrvärts zurück. Im Laicfe des Tages wiederlwlte der "ande aus dem Gebiete der Kriegswohlsahrtspflege.

Unnd seinen Angriff mit. überlegmen .Kräften und warf die Rumänen auf ihr? nächste Stellung zurück. In dichter Front griff der -Feind unter dem Schutze von Feuerwellen seiner Artillerie an, Ivelcke Stickpasorrnaten ver f euerte. Im Abschnitt eines unserer

Tie hohen Preise für Süßigkeiten.

Süßigkeiten und Schokolade werden in der letzten Zeit vielfach zu Preisen gehandelt, die vielleicht

Regimenter an der Eisenbahn südwestlich- Facstrny wurde er aber ! dem Gesichtspunkt van Angebot und Nachfrage, aber !»on konzentrischem Feuer empfangen und floh in Unordnung nicht unter dem Gesichtspunkt der Hersbellunaskosten ge- !in seine Gräben zurück. Er wiederholte seine Angriffe nicht, rechtfertigt: sind. Das Kriegsernährungsamt hat deshalb Eines imserer Schüte-iregimenttr griff das Dorf Gulianke an der s bereits seit längerem mit der Zuckerzuteilungsstelle für das

eutsche Süßigkeitengewerbe in Würzburg Verhandlungen

Mündung des Km.neslusses stürmisch an, nahm es nnd mach!?

,sechs Offiziere und

ttmd erbeattct Ebenso wurden

Niwenu nnd \U.\ni/L\UViX WCl ÜICJUU. lürULLtlLUilUiUCU. ,4/lt I . «- f ._y. w c r . . .. ^

-sie besetzt -haltenden ?lbteilungen des Feindes wurden südwärts Ohe aber wlche Preisbindung erfolgt, dürfen die Prerse

brachte dem Feinde schverc Verluste bei. Dobrudscha: Während des I nicht mehr zugewiesen erhalten. Ta^es machte der Feind eine Rühe von Angriffen in der Gegend Macin, die sämtlich abgeschlagen wurden; der Feind ging.in Unokdnimq zurück.

K a u k a s n s s k 0 n t: Westliche Kalkit brachen unsere Auf 'klarer in türkisch? Feldwack^en ein, machten Gefangene und er beuteten Waffen.

Die neueste Note an Griechenland.

Paris, 4. Jait. WTB. Nichtamtlich.) DemJournab

Kriegsbriefe von der rumänischen Krönt.

Von nnserm zum südöstlichen KriegssckMiplatz entsandten Sonderberichterstatter.

Bukarester Nachtlänge.

Einfahrt.

Nun ja, ich, bin dabei gÄvesen. Aber moch hier wieder, wie

wird aus Athen gemeldet, die früheren Ministerpräsidenten ickion so oft in meimm Berufsleben, bestätigte sich für mich die und Parteiführer seien von denr König empfangen worden. I ^ Wahrnehmung, daß sogenannte bistorisck>? Ereignisse, in der

t -.. __c . r. t. evi < . c rr- In flliP nPlprvpn tnnff <vfm>rr JWfi,,- l.rtX. im

!-Alle seien der Ansicht gewesen, daß die Note der En Äente unannehmbar sei.

* * *

Kardinal Hartmann.

Nähe besehen, meist einen höchst nüchternen und nndramatischen Verlaus nehmen. Da hatten wir mts woch,enlang geplagt, waren für unsere Leser verschollen getoesen, waren Tag für Tag auf offenem Bagagewagen im Sturm und Regen im Lande herumge- gondelt, hatten in ungeheizzlen. kahlen Räumen auf Lagerstätten, ^ /cmo-cn > r , ^ . r , ,'wns besser als ^oie Mist, doch nicht schr viel," genäckstigt,

. *£\ n ' 4 - Jan. (WTB.) Gegenüber den Treibereien hatten uns, wo es nicht anders tvar, auch schlecht behandeln lassen,

ittnes Teiles der französischen Presse gegen Kardi- chles das um den großen Moment der Einnahme der feind-, mal Hart mann ist dieKölnische Vvlkszeitun^ in der lichen Hauptstadt nicht zu versäumen! Nun war es so lmt! Früh- Lage, zuverlässig mitzuteilen: morgens war ein Fort von Bukarest unser, nachmittags waren

1. In Belgiers hat der Kardinal überhaupt keine Pontiftkal- fiin) gewesen. Das hatte eine der jungen Waffen, nämlich

Handlungen ausgeübt, es lag also für Merster nicht der Schein eines bst RMahrerbrigaoc des Kcwallestekorps vor unsl, genmcht. In idem .Grundes zum Protestieren vor enie.n "ger? <rpf<*T,(»*+ Yrmr^wm hi s*»rn <m}v*r»>w ntA*if

einen Werk war Widerstand geleisl'et soorden, tu dem anderen nicht,

2. In Charleville und noch an anderen Orten Frankrstchs Z^z wie es sch traf. Das militärisch Bedeiltsame der Waffentch

übte .Hartmann Pontifikalffmktionen ans. Die Ausübung von batte tvemger im Niederzwingen der Verteidigung, als in der ZPontifikalfunktioneri in Charleville und noch an anderen Orten ^reistrgkstt gelegen, mit der sofort zngefastt worden war, als das Frankreichs war Hartmanns gutes Recht, da die Kardinäle nach Verhalten der Rumänen im Vorgelände einen etwas unsicheres hem kanonischen Regeln in der ganzen Welt ohne wstteres ponti- zu machen begann. Die Jnfanteste unseres Korps, d. h.

fixieren dürfen. .Fudetn hat er vom 5)stligen Stuhle die ausdrückliche Korps, das wir seit etwa einer Woche beglsttet hatten, war Wckaubnis erl-altm, in dem ganzen vom deutschen Heere besetzten darm in die Lücke bst Bahnhof Ehita hinerngestoßen, hatte die Gebiet der Wcßffont ohne jede Beschränkung bstm katholischen! feindlichen Nachhuten überrannt, war nach vorn dnrchgcgangen Militärgvttesdienst die Pontifikalien zu gebrauchen. nnd lyattc sich auf diese Wstse si^nsagen progvammwidrig nnd noch

3. hat sich Kardinal .Hartmann wiederholt wegen der Reimser vor Eintsttt in die Tagesott>mmg in den Besitz der Hmrptstadt Ru- 'Kathedrvle an den Deutschen Kaiser gewandt, hat zweimal ans- mäniens gefetzt. Es waren die Grenadiere des Korps Kühne von der

schließlich deswegen wstte Reisen geniacht nnd noch neuerdings ein Armee Falkenhayn. ?luf der Speisekarte hatte stgentlich

stgeichändigcS Schreiben des Papstes persönlich dem Kaiser über- vom Süden, also der Armee Mackensen, aus, statt vom,.. .

bracht, in welchem der Papst bittet, die deutsche Heeresleitung geständen. Tochl wenn Früchte reif sind, fallen sie eben, wie sie

«X r~i A f* Itvt+rtv Sv eW« -*4^ A4«« CilM .X« (- : . errv: .V ...fl . ..ft .ff. v . (Yl * . I f Ml

Einmarsch Norden her

möge unter den nötigen ävautelen die Wiederherstellung der Rstm ser Kathedrale schon während des Ksteges gestatten, da sie sonst ein- Mstürzen drohe.

Der Seefrfeg.

Englischer Truppentransportdampfer von 14 278 Tonnen im Mittelmeer versenkt.

fallen.

Es war bereits dunkel, als die Kurrde, daß es so weit war, an uns gelangte. Noch war die große Stadt nicht in allen Ecken und Winkeln durchforscht.Auf stgene Gefahtt' hin, wie es uns ans- driicklich zur Bedingung gemacht war, hielten wir also durch Ver­mittlung eines durch List Tüdc angelieferten Autos Einzug. Unser Fahrer wollte aus guten Gründen in die Stadt selbst noch nicht hinstn; bis an die Werchbildgrenze aber, etwa wo die Straßen- bahnglstse ihren Anfang nehTnen, durfte er uns bringen. Von da an wollten wir zusel^en, wie wir wstterkamen. Aufregendes, wie ge­sagt, mar nicht weiter an unserer Einfahrt, wenn man vom Wetter absieht. Das gebärdete sich allerdings so unfreundlich, wie mit

London,!. Inn. (WTB. Nichtamtlich.) Amtliche eng

rische Meldung^ D^er Transportdampfer Jver n ia (Cu _...._. _J __|...

nard-Linie 14 278 Brutto-Register-Tonnm) ist im Mittel- irgend möglich: Mbet versperrte die Aussicht, kalter Regen, ge- meer bei schlechtem Wetter am 4. Januar von einem feind- lischt mir Lasten kalkigen Straßenkotes, klatschten uns ms Ge lichen Unterseeboote versenkt worden. 120 Soldaten und 35 und der Sturm heulte. So wllten wir auf einer breiten, ge

Mann der Besatzung werden vermißt

Ein sranzöflsches Dementi.

diegenen, aber ganz alltäglichm Landsttaße dahin, als wenn es keineswegs etwas Besonderes gäbe. Anfangs hatten wir uns durch allerlei Belagerungstroß hindnrchwinden müssen. Dann war uns

F-ris' 3°«, (WTB, Nichtamtlich) Das Marine. ÄiÄÄÄiJjÄ

fninifterium gibt bekannt: Ein deutscher Funkspruch vmn

rückging; sie wurde nicht mehr gebraucht. Wieder ein Stückchen wei­ter flammten Lagerfeuer rechts und links des Weges; Jnfanteste

biwakierte da. Arme Teufel: hattet euch den Abend nnd die Nacht gelangten ylad)Tut)ten das 1 r a rt ^ a f t f d> e Lr- nach dem Siege wohl anders vorgestellt: doch Krieg ist Krieg. Ein nre n 1 chrf tB n ct t6 in der Nahe vmr Malta von einem Bataillon Radfahrer in Mrsttschasisstellung gab, soweit es sich er- deutschen Unterseeboot torpediert und schwer beschädigt wor- kennen ließ, wohl die Spitze des lagernden Korps ab. Bon da an den sei und unbeweglich im .Hafeit liege. Die Nachricht ist un- wurde es einsam; nur ab nnd zu sah man einen einsamen Reiter wahr ,Mrite", die zu dem nach. Griechenland entsandten| mit hochgeschLagenem Mantelkragen. Einmal wurde links stne G^chwade^' gehört, befindet sich gegenwärtig in einem Feuersbrunst sichtbar, von der gewaltige schwarze Qualmwolkcn

- -V / . > f , y , . m. I.P o . ^ .' I A1«(r4tA/MVH VttA V Kt IA ^A^Wl f S\TO Xtt' 1 1 mf/l H /I11 Vv.ll* Mt

zr

27. vtiftmü

nserer Flottenstützpunkte. Es ist ihr nicht das Geringste UAIttn: das die BLaugasfabnk die RumAen vor ihrem llgesioßen Seit der Tortrediernna des Mmtfnia" ^ Abrücken angesteckt l-achni. Von der beruhntten Fortlmie oder wn- 7 Dpr.pin. n J -Ä s ? m fttflen Berteidigungsanlagen war nichts zu entdecken; Dunst und

nftii*r+A lr" ist kein französtjches oder Regen verhüllten sie. Klstne Häuser rechts und links begannen

m erres - rle^fch^ss im Mittelmeer torpediert worden ! die Straße zu beglstten. Bald wurden sie größer; Straßenlaternen

leuchteten. Wir waren in Bukarest.

a n m" nieldat Die Laternen sind nach oben blau abgeblendet und werfen nur ker Ronen" üon unten etwas Licht auf den Weg. Aha! Zeppelingefahr! Völlig Iktt Dienst tat nnd Tkrpitrrn nach f Kit rch \ tot liegt die Vorstadt da Doch da poltert ein elektrischer Straßen- ml Tief Lrbr ^^ogert vorüber Wahrhaftig! Ein Straßenbahnwagen! Ganz

ttse ncr, wurde torpediert und durch ernei^ie im dicksten Frieden. Ern Königreich ist im Zusammenbrcck-cn,

Berlin ÜXL' GeUf: T der als Hilfskreuze

Aunkspruch um

i Jan "Prrvvttet.) DieB. französische Paketdamp

- : Tor -j! boiiii r . Kanonen, bi dven Machthaber fliehen,

Und neue lehren ein, aber die Bedürfnisse der Menschen und der Gromtadt bleiben dieselben. Das Kraftwerk ist dauerhafter als Königreich und Machthaber, es arbsttet. weiter, die Bogenlampen leuchten vor wie nach, und die Straßenbahn laßt ilire Wagen fahr» planmäßig laufen, in der Schicksalsstunde so gut Me am plattesten Alltag. Allerdings, besondere Geschäfte wird sie diesmal nicht machen. Nur zwei Fahrgäste oder drei sind im Wagen. . .

Eine dunkle Vorstellung nimmt in mir Gestalt an. Es ist doch nicht zum erstenmal, daß mir der merkwürdige Gegensatz zwischen der unveränderten Fortdauer des Sttaßenbahnverkehrs inmitten grundjtütender Umwälzung ringsum anfsällt?... Geioiß! Damals

war der Wagen nicht teer, er war gerammelt voll pon schwär- zen Gestalten. Polnische Juden waren es. Wo war es doch? Und- ram habe ich's. Ja, es tvar am Tage von Lok^. am unvergeßlichen o. Dezember 1914, und die Straßenbahn führte aus Lodz hin­aus nach Zdunska Wola. Damals ivar Mackensens Geburtstag. Hallo! Ist heute nicht wieder der 6. des Weihnachtsmonats? Und damtt wieder der .Geburtstag des Langfuhrer Husaren mit dem Marschallstab! Wahrhaftig, es ist so! Heil dem Sieger von &tb*. unt) (vorlice, von Belgrad und Dobrudscha! Möge es dem Reich, wo es ihrer bedarf, nie an lS)ldaten fehlen, die einen so glückhaften Geburtstag ihr eigen nennen! Schade, daß das Wetter nicht etwas lestlicher ausgefallen ist...

wahrhaftig, der Regen läßt nach! Unser Auto hält. Eigentlich ist es schon viel Wetter gefahren, als es verabredet war. Es ist höchste Zett für den Fahrer, Kehrt pi machen Wir haben Glück. Inmitten all der Einsamkeit, wie für uns bestellt, blinkt auf der anderen Sttaßensette das Licht einer Droschke. Keine stolze Karosm mtt russischem Kutscher, wie sie die Bukarester sonst 10 gern hatten, sondern ein elender alter Klapperkasten, mtt einem schatten von Gaul. Tut nichts, nur losDie Herren sind Dattsche?" fragt der Kutscher neugierig.JaNwhl! Sie sprechen auch deutsch? Sind Sie ein Landsmann?"Nein! E 'Jid!" ant­wortet er bescheiden. Auch recht! Tie Mähre stolpert an. So voll- ^eht sich, nicht gerade triumphatormäßig, unsere Einfahrt tif die Oxma Vtttoriei, die Siegesstraße, den Stolz Bukarests.

Die Feniter sind dunkel. Noch sind sie, der Polizeivorschrrft gemäß, von innen verklebt oder verhängt. Immer die Zeppe­line ! Wo aber ein Spalt sich auftnt, sieht Man, daß es an! Leben hinter ihnen nicht fehlt. Man spürt, tausend neugierige Augen liegen dort auf der Lauer, zu erspähen, was von den Vor­boten der nächsten Tage sich> dem Dm'ter der öden Straße nockr heute entbinden will. Vom Balkon der deutschen Gesarchtschaft klatscht, vom Regen durchtränkt, in Uebevlebensgröße das Schutz- bamrer der Vereinigten Staaten hernieder. Nach den Spuren der Zerstörung der halben Stadt durch Zeppelin- nnd Fliegerbomben halte ich vergeblich Umschau. Tatsächlich sind diese Zerstörungen Legende, so viel darüber gefabelt wurde. Die Angriffe aus der) Luft haben wähl ihre Wirkung getan; doch bestand diese nicht in der Vernichtung von Baulichkeiten. Uebrigrns hat sich der Zeppe­linangriff ziemlich ausschlieUich gegen die Fotts und nicht gegen die Stadt oder gar das Stadtinneve gerichtet; diese finb mehr von Fliegern heimgesucht worden.

Der Doppelposten am Königlichen Schloß ttägt die Pickel­haube. Allmählich werden Gruppen auf der Sttaße sichtbar. In ihrer Mitte steht immer ein deutscher Offizier oder Soldat und lacht und erzählt und befriedigt die Händeschüttler oder nimmt Blumen nnd Zigarren entgegen- Wo Zivilisten vorübergehen, sprechen sie deutsch miteinander. Die Rumänen sind zuhause ge­blieben nnd warten zunächst einmal ab, wie der Sieger sich be­nehmen wird. Unsere Landsleute dagegen haben lange genug zuhause sitzen müssen auch soweit sie nach ihrer ersten Inter­nierung auf sog. freien Fuß gesetzt wurden. Sic bekamen dannr einen UeberwachnngssckmtzmMM in ihre Wohnung, der diese Tag und Nacht nicht verließ, durften kerne Besuch eenrpfangen, ihrer­seits nicht ausgehen, und was sie brauchten, mußten sie ber'Ber- wendung eigenen Personals in der Zett von 79 Uhr morgens einholen lassen. War kern Personal vorhanden, so vermittelte der Schutzmann die Affchaffung. Was Wunder, daß sie sich^alle aufgemacht hatten, als es ernst wurde mit der Besetzung der Stadt durch die Deutschen, die ihre Befreiung war, und daß sie den Weg nach Hause incht so rasch fanden, obgleich die von der ver­flossenen rummnschen hohen Obrigkeit für den Verkehr m der Straßen angeordnete Polizeistunde bevetts vorüber mar.

Zwei Bengel von 11, 12 Jahren schwingen sich auf das Tritt­brett des Wagens:Hurra!" rufen sie.Wir sind auch Deutsche' Heute heißt es hier Hoch Hindenburg und Hoch der Kaiser, Hoch Falkenhayn und Hoch Mackensen! Hurra! Dies ist ein Tag der rFeude! So lange hat man nicht auSgehen und^kein Wort deutsch reden dürfen, und keiner verstand einen mehr! Scht hertte könneio die Rumänen auf einmal alle tvieder deutsch, und die Polizisten grüßen schon von weitem, wenn sie einen Deutschen scheu! Sie sind unsere Befreier, meine Herren! Der Deutsche Kaiser soll leben! Hurra! Hoch!" «

Das kleine Kerlchen, das mit großer Geläusigkeit der Zunge diese Begrüßungsansprack)e an uns richtet, heißt Müller, sein Ge­nosse, der sich hinter ihm festhielt, Schubert. Ihr Derttschtum ist unverdächtig; sie tragen mtt die deutschesten aller N amen . «L-chuberk tvar in Jnterniernngshaft, ist abeff, wie er stth rühmt, schon am zweiten Tage den Runiänen ausgerückt. Daß sie die deutsche Schule besuchen, ist selbstverständlich.Alle deutschen Kinder gehen hier in die Deutsche Schule!" '

All das spielt sich im Halbdunkel ab. Da hält imser Wagen vor einem dunklen, hermetisch geschlossenen Portal. Kaum erkenne ich in ihm den Eingang znm Kontinental-Hotel weder, so gut es mir von früher her in der Erinnerunlg ift'. Dock daS Vor hu' sich auf, und eine Fülle von Licht strömt uns entgegen. Man sieht gntgekleidete Menschen, Damen und Herren. Alle Augen richten sich aus uns. Wir sind die ersten Deuffchen von der Front, die das Haus betreten. Und man hat hier der Ankömmlinge geharrt, wie man jeder anderen Sensation geharrt haben würde. Großstadt bleibt Großstadt, und Bukarest, Bukarest.

Adolf Zimmermann. Kriegsberichterstatter.

Au» Stadt «nd Land.

Gießen, 5. Januar 1917.

Tie Donau, ihre völkergeschichtliche und Weltwirtschaft» liche Bedeutung und ihre landschaftlichen Schönheiten.

Aus Veranlassung des Gießen er Vortrag-Verbands (Ortsge- tverbeverern. Kaufmännischer Verein) hielt gestern abend im Saale der neuen Aula Herr Prof. Tr. Hart mann, Stuttgart, einen Lichtbilder Vortrag über das Thema:Die Donau, chr^ Völker- geschichtliche rmd weltwirtschaftliche Bedeutung und ihre landschaft­lichen Schönbeiten." ^

'Der Redner führte etwa Folgendes aus: Schon manche Ent­scheidung ist in diesem Kriege an der Donau gefallen; fett Riacken- sens de^lkwürdigeur Tonauübergmrg ist die alte Verkehrsstraße tvie- der ftei. Durch enP: Fühlung mit der Donaumonarchie wie durch die herrlichen Taten'nuferer Donauarmee^ haben wir nunmehr em erhöhtes Interesse an diesem gervaltigen Strom

Eine reiche Fülle geschichtlicher Erinnerungen knüpft sich zu- nächft an die Donau, siie von alters her berufen ist, ein Völkettveg zu sein. Wie der Laus des Füksses, so ist auch das Geschick der dort wohnhaften Völker in stetem Wecchel von Kämpf nnd Ruhe be­griffen. Die erste bedeutende Völkerb^vegung ist die Wanderung der Mtat, die sich längs der Donau ansiedelten. bis sie im ersten Jahrhundert v. Ehr. durch die Römer verdrängt wurden. Bei Be­ginn uilsever Zeittechnnng bildet die Donau die nördliche Grenze der beiden römischen Provinzen: Moricnm nnd Pannonia. bis Regina caftra (Regensburg) sogar die Reichsgrenze. Am Anfang des zweiten Jahrhunderts erobert Trojan jenseits der Donau Tazrcn idas l^eutige Rumänien), das er aber im Ialyre 72 an die vom Osten kommenden Goten abtreten muß. 100 Jahre später wcr- deii diese durch die Hunnen verdrängt. Die Westgoten weichai nach Süden aus, die Ostgoten besiegen den Hunnenkönig Attila auf den .Katalaunischen Feldern. Im seclfften Jahrhundert bemächtigen sich die Avaren, von Kaiser Justinian gerufen, des Tonaulandes, bis 5karl der Große 796 ihrer Herrscktaft ein End^' mack>t. 100 Jahre später sel-en »vir die Ungarn als Horror dieser Lßuder: Kwenz- fahrerhcere ziehen donauabloarts zum heiligen Land. 1241 lvcrden t»re Ungarn von den Mongolen besiegt, erhobm sich rasch, erliegen