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5.1.1917 Erstes Blatt
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Nr. 4

Der Sietzener »nzei-er

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Sietzener ^amilirnblatter; Ureisblatt

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Erstes Blatt

Srettüg, 5. Januar W

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sämtlich tlt Gießen.

Ein großer e

MTB.) Großes Haupt­quartier, 4. Jan. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei Regen und Nebel geringe Gesechtstätigkeit.

Oestlich er Kriegsschauplatz.

Front deS General-Feld­marschalls Prinzen Leo­pold von Bayern.

Nordwestlich von Dnuaburg drangen Kompagnien des Oldcu- burgischen Reserve - Infanterie- Regiments Nr. 259 über das Düna-Eis und entrissen den Russen eine Insel. Ueber vierzig Ge­fangene und mehrere Maschinen­gewehre wurden zurückgesührt.

Front deS Generaloberst Erzherzog Joses.

In den Waldkarpathen gelang es russischen Abteilungen, sich in der vordersten Stellung nördlich von Mesticanesci sestzusetzen.

Deutsche und österreichisch- ungarische Truppen nahmen nörd­lich der Ojtoz-Sttaße und bei Soveja (im Susita-Tal) mehrere .höhen im Sturme und hielten sie gegen starke Angriffe der Gegner.

Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls von Mackensen.

Oberhalb mm Odobesti (nordwestlich von Focsani) ist der Milcovul-Abschnitt überwunden.

Westlich der Bnzaulmündung mrsuchle starke russische Kavallerie vorzudringen. Sie wurde zurückgeschlagen.

Schulter an Schulter haben deutsche und bulgarische Regimenter die hartnäckig verteidigten Orte M a c i n und ijila gestürmt. Bisher sind etwa 1000 Ge­angene und 10 Maschinengewehre eingebracht.

Die Dobrudscha ist damit bis auf die schmale gegen Ga- latz verlaufende Landzunge, auf der noch russische Nachhuten halten, vom Feinde gesäubert.

MazedonischeFront.

Keine besonderen Ereignisse.

Der Erste Generalguartiermeisler Ludendorff.

Der Abendbericht.

Berlin. 4. Fan., abends. (WTB. Amtlich.)

Fm Osten und Westen keine besondere Gefechts- tatigkeit.

In Rumänien sind längs des S e r e t h die Kümpfe aufgelebt.

* *

Es sind in den letzten Tagen wieder törichte Gerüchte im Volke umgegangen. Da sollte eine große Seeschlacht ge­wütet haben, die altes Frühere in den Schatten stelle; mit Ziffern wurdegearbeitet", so daß, hätte sich das alles als nur halbwegs wahr erwiesen, in der Tat eine der wichtigsten Entscheidungen des Weltkrieges gefallen wäre. Nun ist aber an der ganzen Geschichte kein wahres Wort. Wie uns- aus Berlin berichtet wird, ist dort die ^Zeichtglänbigkeit aus noch ganz andere Wunder gestoßen. Wenn ein Marine-Offi­zier für einen bestimmten TagOrdre" erhält, gleich ist^die Schlußfolgerung da, daß sein Schiff zur Schlacht tu ^pec sticht. Sehr betrüblich war es auch, daß um tue Person Hindenburgs die Fama sich so unglückselig bemüht hat. Der Teure, uns allen im Herzen Unverlierbare, sollte schwer er­krankt sein, ja, andere wollten sogar- w4ffen, daß er bereits verstorben sei. Dann kam das Dementi: wieder kern wah­res Wort an der Geschichte! Es ist so natürlich, so rneilschlich schön, wenir um eine geliebte und verehrte Per­sönlichkeit sorgende Gefühle walten, aber üt diesem ^^aue handelt es sich doch wieder nur um etwas Kläglich^. Die Urheber der Falschmctduügon find zumeist beschrankte Seelen, die ihre Worte Inicht zu wählen wissen, die drauf losschwatzen, nur um dem Augenblick des Bedürfnisses zu genügen. Dann aber wird das fade Tagesgewäsch weiter getragen und es feiert Wiedergeburten in vielfachen Gestalten. Die Verbrei­ter und Träger dieser Geschichten sind ebenso kopflose Zeit­genossen, wie die Urheber selbst. Gewissenhaftigkeit und ein memo eigenes Nachdenken müßten alle diese blöden Ge­rüchte ganz unmöglich macl)cn. Aber auch die Erfahrungen, Oie mail un Verlaufe dieses Krieges machen konnte, mußten

k.

das ihrige tun, um die Sinne zu schärfen, die Urteile zu reinigen, die Leichtgläubigkeit zu verscheuchen. Leere Ge­rüchte und Lügen liegen auf ccklen Gassen, die Wahrheit über wichtige Geschehnisse ist seltener zu finden, weil aus militärischen Gründen die öffentliche Aussprache eingeengt ist, und weil Manches Geheimnis bleiben muß, da­mit das Ausland keinen Nutzen davon zieht. So­viel aber ist auf Grund der bisherigen Erfahrungen sicher: die Führer unseres Voltes, die Männer an der Spitze unserer Heeresleitung sind lautere, vertrauenswürdige Män­ner der Wahrheit! ©ie enthalten dem Volke nichts vor, was eS wissen Samt und muß Damit aber hat man sich, ab­zufinden. Das Alleswissenmögen ist eine Leidenschaft her Beschränkten. Der bekannte Ausspruch eines berühmten französischen Philosophs lautet:Alles was ich weiß, das ist, daß ich nichts weiß." Und er war doch ein weiser, wohl­unterrichteter Mann. So soll auch heute nicht derjenige am meisten gelten, der am Stammtisch den Mund am weitesten auftut, sondern der Besonnene, der durch die Lügengassen stille seines Weges geht. Denn auch die politische Falsch­münzerei setzt heute manches Wertlose und Schädliche in Umlauf.

* tk *

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

W i c n , 4. Januar. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 4. Januar 1916.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Die Dobrudscha ist mit Ausnahme der schmalen, gegen Galatz ziehenden Landzunge vom Feinde gesäubert.

In der- rumänischen Ebene außer erfolglosem Vorfüh- len russischer Kavallerie keine besonderen Ereignisse.

Westlich von Odobesti haben wir den Milcov über­schritten. bei Soveja und an der Oitoz-Sttaße feindliche Stellungen gestürmt. Westlich von Vateputna bemächtigten sich die Russen eines unserer Gräben.

Sonst im Nordosten nichts von Belang.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v.Hofer, Feldmarschalleutnant.

Besuche im deutschen Hauptquartier.

Wien, 4. Jan. (WTB. Nichtamtl.) Aus dem Kriegspresse-- quartier wird gemeldet: Seine k. und k. Hoheit der Feldmar­schall Erzherzog Friedrich und der Chef des General­stabes Feldmarschall Freiherr Conrad von Hötzendorff weilten am 3. Januar zu kurzen! Besuche im Feldhvflagcr Seiner Majestät des Deutschen Kaisers. Sic waren cm der Ltiserlickm! Mittagstafel zu Gast, an der auch Seine königliche Hoheit der Kronprinz Boris von Bulgarien, der Generalseld- marschall von Hindenburg. General der Infanterie Lu­de n d o r f f, Generalleutnant Iekow und zahlreiche l-ohe Militärs tcilnahmen. Am spaten Nachnrittag kehrten Seine k. m» k. Hv lieft und der Feldmarschall Freil-err von Eonvad wieder in den Stand­

ort des Oberkommandos zurück. Im Gefolge der beiden Feld- marschälle befanden sich Generalmajor Graf Herberstein, Oberst von Borx, Oberst Kund mann, Hauptmann Wagner und Oberstabs­arzt Tr. Bichl. Seine Majestät der Deutsche Kaiser verlieh Seiner k. >nnd k. Hoheit dem Feldmarschall Erzherzog Friedrich das Eichen- laub zum Orden pour le merfte.

* * *

Eine Aeußerurrg des Reichskanzler».

Wien, 4. Jan. (Zf.) Der deutsche Reichskanzler ermächtigte den Berliner Korrespondenten derNeuen Fr. Presse" zur Veröffentlichung folgender Aeußernngen:Wir haben im Verein mit unseren Bundesgenossen das Unsere getan, uns und der Welt weiteres Blutvergießen zu er­sparen. Wenn das neue Jahr uns dem Frieden noch nicht näher gebracht hat, so jft es die Schuld unserer Feinde. Wie bisher, ist Entschlossenheit und Siegesgewißheit unsere Parole. Was^ noch kommen mag, kann nur dazu führen, daß wir mit unseren Bundesgenossen noch fester aneinander­rücken. Deutschland und Oesterreich-Ungarn haben in dies«! Kriegsjahren in einen: Erleben von ungeheurer Wucht und gigantischem Maße bis aus den Grund erkannt, was sie einander sind und für alle Zukunft sein werden. Unser Bündnis hat sich als der eherne Fels erwies«:, an dem jeder Ansturm zerbricht. Sv wird es im neuen Jahre bleiben. Es weht ein jagend frischer Geist durch Oesterreich-Ungarn; er wird zu weiteren Erfolgen und zum «Glichen Siege führen."

Deutschland und die schweizerische Neutralität.

B e r n, 4. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) DerBund" bringt unter dem TitelDeutschland und die schweizerische Neutralität" folgende Mitteilung: Einer unserer Mitarbei­ten Hütte Gelegenheit, auf der deutsche:! Gesandtschaft die Gerüchte zur Sprache zu bringen, die gegenwärtig durch die französische Preise stehen, nach welchen man in Frankreich mit der Verletzung der schweizerischen Neutralftät durch Deutschland zu rechnen sck^ine. Unserem Mftarbeiter wurde folgende unzweideutige Antwort erteilt. M deren Veröffentlichung wir ausdrücklich ermächtigt wurden: Die Jnt^kvietvs, die der Bundes Präsident und Bundesrat .Hoffmann der ausländischen Presse gemährte, haben bereits mit dankeüs- inerter Deutlichkeit zum Lblsdrnck gebracht, daß die Schweiz nach wie vor volles Vertrauen in Deutschlands freundnachbarlicke Po­litik setzt, woz-u sie ihre korrekte Neutralität berechtigt. Nichts­destoweniger nehmen wir gerne die Gelegenheit währ, nrit allem NackHruck gegen die Artikel ziu protestieren, die in merkwürdiger Ucbereirfftimmiurg planmäßig in der gesamten französischen Presse verbreitet werden. Es sei liier daraus verzichtet, aus die Gründe einzugehen, die die, französische Presse und die französische Zensur veranlassen, der öffentlichen Meinung Frankreichs und des neu­tralen Auslandes den Gedanken einer Neutralitätsverletzung der Schweiz seitens Deutschlands zu suggerieren und die Anschauung zu fördern, als sei die Schweiz nicht fähig oder nicht gewillt, dir Neutralftät gegen jedermamr aufrecht zu erhalten. Es darf abei mit aller Klarheit nochmals ausgesprochen werden, ivas übrigens alle Schweizer wissen, daß Deutschland fest entschlossen ist. die Neutralität der befteundeten Schweiz aufs strengste zu respektieren Nichts in der bisherigen Haltung Deutschlands berechtigt die fran­zösische Presse, diesem andere Absichten zu unterschieben und den Versuch zu machen, die traditionellen und freundschaftlichen Be- zie'hungen zwischen Deutschland und der Schweiz zu trüben.

* * .

Die Antwort der Entente au Wilson.

Amsterdam, 3. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Antwort der Alliier­ten an Wilson wird vielleicht erst einige Tage, nachdem das Dokument den Präsidenten erreicht hat, veröffentlicht werden. Zurzeit unterliegt sie noch einigen leichten redak­tionellen Aendernngem Während die Antwort an Deutsch­land nochmals Bedingungen aufzählte, die nicht angenom­men würden, kann erwartet werden, daß die Antwort an Wilson weftergehen und in genauerer Fassung die einzigen Präliminarien angeben wird, unter welä)>en die Miietten bereit sind, zu verhandeln.

Amsterdam, 3. Jan. (WTB.) 9Neldunq des Reu­terschen Bureaus. Die Antwort der Alliierten an Wilson loirü vielleicht erst einige Tage, nachdem das Dokument den Präsidenten erreicht hat, veröffentlicht werden. Zurzeit unterliegt sie noch einigen leichten, redaktionellen Aenderungen. Während die Antwortt an Deutschland nochmals Bedingungen aufzählte, die nicht an ­genommen würden, kann erwartet werden, daß die Ant­wort an Wilson weitergehen und in genauerer Fassung die einzigen Präliminarien angeben wird, unter denen die Alli­ierten bereit sind zu verhandeln,

Rücktritt des englischen Botschafters in Washington?

Berlin, 4. Jan. DieB. Z. a. M." meldet aus Amsterdam: Dem Washingtoner Korrespondenten desDailn Chronicle" zufolge sind dort .Gerückte im Umlauf über den bevorstehenden Rücktritt von Sir Ce eit Spring Rice, der feit 1912 britischer Botschafter in Washington ist.

Eine Entente-Konferenz in Rom.

Basel, 4. Jan. (Zs.) Ein Telegramm ans Rom be­sagt, daß morgen der französische ArmisLerpvaifident Bri- attb, Mmiitionsminister Thomas, der englische Pre­mierminister Lloyd.George, Lord Miluer, Gcncail Robertson und der russisckw General Gal i tz i n in R o m ein treffen werden. (Frks. Zig?