was wt* ML «Trierer Jtaigrtnrrt, KU unserer inneren Festigung UNS damit zur Erftillmig unserer europäischen Sendung praktisch go- leistet haben. Und das wird hoffeMbich nicht 'wenig sein.
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Die neueste Demütigung Griechenlands.
Piräus, 1. Januar. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Ag-enoe HavaS. Tie Gesandten der drei Schstitzmächte haben gestern, am 31. Dezember, folgende Note unterzeichnet, die der griechischen Rogrerung LberreW werden soll. ^ „ .. . _
Tie Gesandten FrankreickO, Großbritanniens und Rußlands als Vertreter der Schachmächte Griecs»enlcmds haben mit Genug- Lurmg von der Antwort Kenntnis genommen, die rhneu^au: ihre Mitteilung vom 1. Dezember 1916 gemacht worden ist. Sie haben die Ehre, der griechisclZen Regierung ^ im Aufträge ihrer Regierungen folgendes Bürgschaft-- und Genugtuungs- Forderungen zu unteärreiten:
Bürgschaften. ^
1. Tie griechischen Streitkräfte aus dem griechische:: ryestlande
Und in allen Gebieten austerhalb des Veioponues werden au> denjenigen Mannfchaftssümd l^rabgljetzt, der unumgänglich notig ist Kr den Ockmungü- und Dolizeidiellst. Me Waffen und- Munition, welche das diesen Stamme entspvochende Matz überschreiten, werden nach dem Peloponnes gebracht, wie auch alle Maschinengewehre und die gesamte Artillerie des ariecwschen. Heeres mit ihrer Munition, so daß nach! Beenüigmrg der slebersührmigj mißerhalb des Peloponnes weder Kanonen noch> Masäimengewehre noch) Material verbleiben. Tie Frist für die Ausführung wird :::: gemeinsamen Einvernehmen festgesetzt, sobald die griechriche Regierung die Truppen- und Materialvcrschiebungen im Gnrn.d,atz angenommen hat. ' „ „ , _ ,
Die so geschaffene mititärische Lage bleibt so lange bestehen, als die alliierten Regierimgen es für nötig Halter: und zwar unter Ueberwachung besonderer Delegierter, die von ihnen für diesen Zweck bei den griechischen Behörde:: beglaubigt werden.
2. Verbot aller Vereinigungen und Versammlungen von Re
servisten in Griechenland nördlich von oer Landesgrenzc von Korinth. Strenge Durchführung des Verbotes für alle Zivilisten, Waffen *u tragen. I . .
3. Wiederherstellung der verschiedenen Auffichlsbcsugnmc der Alliierten in einer Form, die im Einvernehmen mit der griechischen Regierung hergestellt wird, um sic so wenig lästig wie möglich zu gestalten.
Genugtuungen.
4. Alle aus politischen Gründen wegen Hochverrats. Verschwörung, Aufruhr und ähnlichen Dingen Festgehaltenen sind sofort frei-ulassen. Diejenigen, welche infolge der Ereignisse vom 1. und 2. Dezember und der folgenden Tage ungerechter Weise gelitten haben, werden nach der Entlassung, welche im Einvern chmen zwischen der griechischen Regierung und den Alliierten geführt wird, entschädigt.
5. Der Kommandierende General des ersten Armeekorps soll abgesetzt werden, sofern nicht die königliche Regierung zur Genugtuung der alliierten Regierungen seftsetzt, daß diese Maßregel au? einen cnrderen General angewendet werden soll, auf den dre Beantwortung für die am 1. Dezember gegebenen Befehle fiel.
6. Die griechisch^ Regierung soll den ß>esandten der Alliierten förmliche Entschuldigungen überreichen. Die englische, die französische, die italienische und die russische Flagge sollen auf einem öffentlichen Platz in Athen in Gegenwart des Kriegsministers :md der Garnison feierlich salutiert werden.
Gleichzeitg sind die Unterzeichneten Gesandten von ihren Regierungen beauftragt, die griechische Regierung daran zu erinnern, daß militärische Notwendigkeiten sie demnächst dazu werden zwingen können, Truppen in Jtea zu landen und sie mit der Larissa-Eisenbahn nach Saloniki zu bringen.
Die Schutzmächte setzen die griechische Regierung davon in .Kenntnis, dast sie sich volle ft cmblui cgs frei heit Vorbehalten, falls die Regierung Seiner Majestät des Körrigs neuen Anlaß zu Klagen geben sollte. Ihrerseits übernehmen sie gegen die griechische Regierung die förmliche Verpflichtung, den bewaffneten Streitkräften der Regierung der nationalen Verteidigung nicht zu gestatten, die Zurückziehung der königlichen Truppen aus Thessalien und Epirus dazu zu benutzen, das im Einvernehmen mit der königlichen Regierung festgesetzte neutrale Gebiet zu überschreiten.
Die Unterzeichnten haben die Ehre, den Befehl ihrer Regierungen mitzuteilen, dast die Blocks der griechischen Küsten aufrecht erhalten werden wrtt), bis in allen oben erwähnten Punkten (Genugtuung gewährleistet ist.
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Beschießung der Insel Tenedos.
Ko n st an ttino pc l, 30. Dezember. (WTB.) Bericht Vom 30. T^ember.
Die Insel Tenedos, die vom Feinde besetzt ist, wurde von unserer Artillerie unter wirksames Feuer genommen. Eins unserer Flugzeuge iiahm mit Erfolg an der Beschießung teil. Ter Ferud hißte die hellenische Flagge und das Rote Kreuz, um uns zur Einstellung des Feuers zu veranlassen.
Der Seekrieg.
Ein französische» Panzerschiff torpediert.
Köln, 31. Dez. (Nichtamtlich.) Die „Köln. Ztg." meldet von der schweizerischen Grenze: Das französische Marine- Ministerium gibt bekannt, das Panzerschiff „Gau- lvis" ist am 27. Dezember im Mittelmeeoe von einem Unterseeboot torpediert worden. Das Schiff sank in einer Heribert Stunde. Dank der bis zum letzten Augenblick herrschenden Disziplin rurd Kaltblütigkeit aller und des Eingreifens von Patrouillenschifsen an der Unglücksstätte betragt die Zahl der Opfer nur vier, wovon zwei durch (^)losion geMet wurden.
Der „Gaulois" war ein Linienschiff älteren Datums. Er ist 1896 vom Stapel gelaufen und verdrängte 11300 Tonnen.
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London, 30. Dez. (WTB.) Llohdsmeldung. Die englische Goelette „Spinawayl" und der englische Dampfer ,Hronsay" (3761 Tonnen) sind versenkt worden. Der schwedische Dampfer „Neveddio^ soll versenkt worden sein.
London, 31. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds melden: Der norwegische Segler „Kornmo" und die norwegischen Dampfer „Her./' und „Nysgrand" sollen versenkt worden sein.
London, 30. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds-Mel- duirg. Man glaubt, daß der englische Dampfer „Zor- caftex" versenkt worden ist. Der englische Dampfer „Ais- lebay" ist versenkt worden, seine Besatzung gelandet, der Kapitän als Gefangener an Bord das Unterseebootes gebracht.
Maasluis, 30. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der holländische Dampfer „Brunswyk" ist in der Nordsee aus eine Mine gelaufen. Er wird vom Dampfer „Noordwyk" unterstützt. Beide sind unterwegs nach Nieuwe Waterweg. Schlepper sind zur Hilfeleistung abgegangen.
Ferrol, 1. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Dms dänische Schiff „Danmark" wurde nachmittags auf der Höhe Vivers versenkt. Die Be- satzung wurde gerettet.
Donaueschingen, 1. Jan. (WTB.) Der jüngste Sohn des Fürsten zu Fürstenberg, Prinz Friedrich, fand gestern auf dem rumänischen Kriegsschauplatz den Heldentod.
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Aus dem Reiche.
Dresden, 30. Dez. (WTB. Amtlich.) Sc. Majestät der Deutsche Kaiser traf zur Erwiderung der Besuche Sr. Majestät des Königs im Großen .Hauptquartier au: Freitag mittag l/zl Uhr zu einem kurzen Besuch in Dresden ein. Um 3 Uhr reiste er wieder ab.
Aus Stadt rrnd Land.
Gießen, 2. Januar 1917.
** Auszeichnungen. Leutnant und Adjutant Stoerikc>, Jnf.-Rgt. 116, wurde mit den: Eisernen Kreuzer st erKlafse ausgezeichnet. — Den: sreiw. Krankenpfleger v. Münchow, Inhaber der Rote-Kreuz-Medaille 3. Klasse, wurde vom Großherzog das Hessische M i l i t a r - S a n i t ä t s k r e u z verliehen. - Musketier Heinrich Weitzel, Sohn des Johannes Weitzel, Müller von Gießen, im Jnf.-Rgt. 168, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
** Schloß Tarasp. Der Großherzog hat das ihm durch Vermächtnis des Wirklichen Geheimerates Dr. Lingner in Dresden angetragene Schloß T a r a s p im Unterengadin angenommen. Das in herrlicher landschaftlicher Umgebung aus st^jlem Hügel etwas über 1500 Meter hoch gelegene Schloß war noch vor einigen Jahren Ruine. Der Erblasser hat es, von Historikern und Kunstgelehrten beraten, als mittelalterliche Burg baulich Herstellen und es sodann innen im Stil des 16. und 17. Jahrhunderts unter ausschließlicher Verwendung von echten, vorzugsweise Schweizer Stücken wohnlich einrichten lassen. Die Burg Tarasp kan)i in ihrem jetzigen Zustand in: ganzen als ein einheitliches Kunstwerk von seltener Schönheit bezeichnet werden.
** Silvesier und Neujahrstag haben in diesem Jahre einen ziemlich stillen Verlauf genommen. Große Mitschuld daran hatte die Ungunst der Witterung. Die Regenschauer setzten zwar kurz vor Beginn des neuen Jahres in rücksichtsvoller Weise aus, aber da die Wirtschaften schon um 11 Uhr hatten schließen müssen, konnte sich kein regeres Leben entfalten. Nur Feuerwerkskörper wurden in großer Zahl in den Straßen abgebrannt, obwohl unseres Wissens der Verkauf und.das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verboten ist. Sv ruhig wie die Silvesternacht war auch der Neu- jährstag. Das Leben in den Straßen war geringer als an gewöhnlichen Sonntagen.
** Schlüs selwaren - V e r te il u ng. In «mfetcni heutigen Blatte befindet sich eine Bekcmntumchmlg über Schlüssel- Waren, Teigwaren, Hülsenfrüchte, Grieß, Graupen und Haferflocken, worauf wir besonders Hinweisen.
**Vortragsoereinigu ngKaufmännischer Verein, Ortsgewe'rbe-Verein. Am Donnerstag, bei: 4. Januar, abends 8Vi Uhr findet in der neuen Aula Bortrag Nr. 4 statt. Prof. Dr. H a r t m a n n aus Stuttgart wird sprechen über „Die Donau, ihre völkergeschichtliche mW weltwirtschaftliche Bedeutung und ihre landschaftlichen Schönheiten." Siehe Anzeige.
** Lichtspielhaus, B a h n h o f i: r a ß e 34. Aus dein Programm vom 5. Januar fleht: ,TaS unheimliche Haus",
oder: „Freitag der 13," Detektiv-Drama m 4 Akten, versaßt und inszeniert von Richard Oswald, sowie ein gutes Beiprogramm
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Hockwasser.
** Gießen, 2. Jan. Tie Regengüsse der letzten Tage hatten im Verein mit Schneesckmel^e in den benachbarten Gebirgen ein plötzlich austretendes Hochwasser mit sich geführt, wo es zumal für diese Jahreszeit völlig ungewohnt ist. Die Wieseck wälzte seit'Samstag abend gelbe Lehmfluten in ihrem Bette und als die Lahn ebenfalls Hochwasser erhielt, trat Stauwasser ein. Die tief gelegenen Gärten wurden überschwemmt und zwischen der Eisenbahn und Wieseck selbst bilibetc sich eine weite Seefläche. Seit gestern abend ist das Wasser wieder im Fallen begriffen und da der .Himmel allmählich aufzuklären scheint, wird bald wieder der normale Wasserstand eingetreten sein.
Kn. Nidda, 30. Dez. Eine schwere W a s s e r n o t hat heute das Niddatal heimgesucht. Durch den taget an gen Regen und die Schneeschmelze im Vogelsberg trieb die Nidda schon seit ein paar Tagen mit Hochwasser. Heute ftüh aber wurde der Fluß schnell reißend und bis zum Mittag war schon das ganze Tal samt Gärten imb Aeckern unter Wasser. Ta allem Anschein nach aber auch ein Hochwasserdcrmm riß, strömte die Flut auch in die Altstadt Und l)a.tte in kurzer Zeit ganze Straßen unter Wasser gesetzt. Um 5 Uhr stand die Raun, der Marktplatz und alle angrenzenden Straßenzüge bis zu dreiviertel Meter unter Wasser, so daß es nur mit vieler Mühe gelang, das Vieh und die Futter- 'bestäiü>e zu retten. An manchen Stellen tvar aber auch das nicht mehr möglich, da das Wasser mit ungeheurer Schnelligkeit wuchs -nd mit imgl-cmblicher Gewalt herein flutete. Zu vielen Häusern war der Zugang völlig versperrt, und mancher Heim kehrende mußte bei Nachbarn untergebracht werden, da cs schlechterdings unmöglich >var, ohne Gefahr cm die Häuser zu gelange,:. In mehreren Läden wurde großer Sckradeu an gerichtet, leider auch in Lebensmittelgeschäften. Wie lwch sich der Schaden beläuft, das ist zur Stunde noch nickst absehbar, MMal das Wasser immer noch im Wachsen ist. Wie viel Vieh umgekommen ist, steht natürlich auch noch nicht fest, es dürfte aber nicht tvenig serii, obwohl Einwohner Urlauber und Gefangene bei dem Rettungswerk wetteiferte:: und inanches Stück Bieb aus den Flicken zogen. Der Schaden in den überschioemmten Kellern dürfte recht erheblich sein und fällt augenblicklich auch wohl am meisten ins Geimcht.
Kn. Nidda, 31. Dez. Gegen 7 Uhr abends erreichte das Wasser seinen höchsten Stand. Jetzt ist es langsam im Zurück gehen. Ter Schaden ist sehr groß. Im Jahr 1871 war hier die letzte derartig schwere Ueberschwemmung.
Marburg. 31. Tez. (Priv.-Tel.) Die Lahn und ihre Nebenflüsse sind aus den Ufern getreten. Das Ohm-Tal bei Kirch- harn ist völlig überflutet.
= Frankfurt a. M., 1. Jan. Die anhaltend starken Regen güsse bemirfen ein überaus rasches Steigen der Flüsse in: Strom gebiet des Rheins. Der Main ist an vielen Stellen bereits ausge ufert und hat weite Landsttecken unter Wässer gesetzt. Die Wehre müßten bereits niedergelegt werden. Erheblichen Schaden richteten die Fluten an den Wehrbauanlagen bei Groß-Kwtzmburg, .Kesselstadt und Rumpenheim an, deren Baugruben völlig unter Wasser gesetzt sind. Diele Bauhölzer von diesen Werken rissen die Wasser mit fort. Die Schiffahrt ist eingestellt worden. Die noch auf de^ Fahrt beftndlichen Boote werden den nächsten bergenden Häsen zugeschleppt. Heute früh passierte ein Milttnbergcr Kohlenkahn ans der Bergfahrt Frankfurt. An der neuen Brilcke war die Strö Niimg von solcher reißenden Stärke, daß sechs Schlepp da mpfer kam imstande wgren, das von fünf Leuten gestmerte Boot durch die Baustelle zu bugsieren. — Das Anzigtal ist weithin unter Wasser gesetzt, die Station Wircheim vom Verkehr ab geschlossen Auch die Vo gelsberg-Flüssc führen gewalttge Wassermengen zu Tal, vor allem die N i d d a, die von der südlichen Wetterau ab bis zur Mündung an vielen Stellen das Ufer* aclättbc seenartig überschwemmt hat und leider auch an den Körn feldern mannigfachen Schaden anrichtet. , ^ . „
XHanau, 1. Jan. Die Kinz:g ist durch anl^alteude Regen aüsse und dicrcki SckMcschmelze im Gebirge zu einen: reltzenden! Sttome angcschwollen und meit über ihre Ufer getreten. Zwischen hier und Gelnhausen ist das Gelände auf große Md werte Strecken ilberschwemuck. — Der Main führt gleichfalls starkes Hochwasser Große Mengen Grubenholz sind angeschnm:m:t, mis dem bähen
schien Lande kommend. w ,
g Esch Wege (Tvahtn.), 2. Januar. Dre Werra uberflutet mit stark steigendem Hochwasser lveite Niedenmge:: des Werra-
E^iez 31. Dez. Das Hochwasser der Lahn ist seit gestern nachmittag'vm: 4,40 Meter auf 5,00 Meter gestiegeii. In den, tiefer gelegenen Häusern der Stadt stehen dre Keller völlig rmter Wasser. Äuch die Aar führt starkes Hochwasser. Seit hacke nachmittag steigt das Wasser nur noch langsam.
Letzte Nachrichten.
RadoslrUvow über die Lage.
Sofia, 31. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen-Ageatur. I:: der gestriger: Aberidschung der Sobranje gab der Ministerpräsident Radoslawow am Schüsse der Beratung über das Budget des Ministeriums des Aeußktztt folgende Erklärung über die allgemeim Lage Bulgariens ab:
Ich versichere, daß das Werk Bulgariens vollbracht ist. Denjenigen, welche behaupten, daß wir zu viel sorden:. antworte ich, daß wir keine Phantasten sind. Wir kennen die Ansprüche des bulgarischen Volkes aus dem königlichen Manifest anlässlich der Kriegserllärrmg. Sind Ihnen die Ansprüche Bulgariens bekannt? Ich halte mich nicht für verpflichtet, jedem Redner Antwort zu stehen. In einer Besprechung der .Kritik der Opposition, welche ich gegen die Ueberschreitting der Donau durch bulgarische Trilp- pen aussprach, erllärte der MinisterpräftdeM, daß dieser Ueber- gang gemäß dem Befehl des bulgarischen Oberkommandos durch- geftihrt worden sei, welches der Ansicht war, daß die rum mische Arniee jenseits der Donau geschlagen ^nd vernichtet werden müsse. Tie bulgarische Armee, ragte Radoslawow, leistete unseren Verbündeten wertvolle Unterstützung, welche diese auch voll anerkannten. Ter Ministerpräsident fügte hinzu: Wir sind mit unsere:: Verbüiibeten in allen Pimkten einig. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen bemerkte Radoslawow: Alle deutschen und österreichisch-ungarischen Offiziere, die sich in Bulgarien be ftnden, unterstehen dem bulgarischen Armeeoberkommando. Ich erkläre dies liamens der Regierung. Das Berkehrsleben im Lande besprechend, sagte Radoslawow, daß die Eisenbahnen, Post und Telegraph sowie die Bergwerke sämtlich militarisiert seien und im Dienste des gemeinsamen'Werkes ständen. In Erwiderung der Kritik verschiedener Regicrungshandlungen seitens mehrerer Redner sagte der Ministerpräsident'. Haben Sie Vertrauen zu uns. In Erwiderung einer Frage betreffend das Friedensangebot erllärte Radoslawow. daß das Angebot mit Begeisterung in den neutralen Ländern cuffgenommen tvvrden sei, nach der Schweiz ailch in den skandinavischen Ländern, und erklärte, ich bin informiert, daß auch Holland und Spanien sich anschicken, den Schritt Wilsons zu unterstützen. Wir sind bercck, fuhr der Minister- prüsideM fort, Frieden zu schließen, denn wir wolle:: den Krieg beenden. Wir werde:: Zugeständnisse machen im Namen der Menschlichkeit und zum Heile aller Nationen. Ter Ministerpräsi- beitt schloß: Ich bin im Besitz von Aktenstücken, die beweisen, daß unsere Gegner unser Recht und das, waswirver langen,anerkennen. Die Erllärungen Radoslawows wurden mit laiig anhaltendem Beifall aufgenonrmeTi. Sodann wurde das Budget des Ministeriums des Aeußern bewilligt.
Dr. Kämpf an den Kaiser.
Berlin, 31. Dez. (WTB. Nick.tamtlich.) Der Präsident des Reichstages Dr. Kämpf hat an den Kaiser das nachstehende Telegramm gerichtet:
Eicre kaiserliche und königlichie Majestät bitte ich am heutigen! Tage die ehrfurchtsvollsten und herzlichsten Glückwünsche des Reichstages entgegennehmen zu wollen. Schicksalsschwer schlägt die Stunde, die das deutsche Volk aus dem .alten in das itjuc Jahch hinüberführt. Noch ist die Antwort iräht bekannt, die auf Eurer Majestät und Eurer Majestät Verbündeten hochherziges Friedensangebot von de:: feindliche:: Mächten zu erwarte:: ist. Mit Euer Majestät ist das deutsche Voll zu einem Frieden bereit, der unsere Zukunft sicher stellt, aber gleichzeitig mit Euer Majestät enffchloffen, alls unsere Feinde die dargebotene Hand zurückweffen, den Krieg bis zu einem siegreichen Ende zu führen. Gott scgcne Euere kaiserliche und königliche Majestät. Gott segene das Vaterland.
Zur Antwortnote der Entente.
London, 1. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) „Daily Chronicle" chreibt: Die Antwort de:- Alliierten, die nicht nur an die Feinde, sondern an die ganze Welt gerichtet ist, weist auf die Tatsache hin, daß die Alliierten für das ideale Ziel kämpfen, Strafen zu verhängen, Wiedergutmachung und Bürgschaften zu erlangen. Da man es mit einer Macht zu tun hat, die sich weigert, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, ist es nutzlos, neue Vereinbarungen mit ihr zu treffen. Wenn die Alliierten, um Deutschland ihre Bedingungen auszn- zwingen, auch neue Opfer bringen müssen, so sollten sie sich doch dessen bewußt sein, daf> sie auf diese Wehr chrc Pflicht gegen die päteren Geschlechter erfüllen. Was das deutsche Volk anbelangt^ so wird es begreifen, daß es sich Dr die Folgen einer langen Mit-' chuld mit seinen Leitern nicht entziehen kann. Deshalb sehen :vick *. nrit Genugtuung die Note von norivendiger Sühne (sancttons Necessaires) spreche::. Damit aus internationale Verträge gegründet^ Beziehungen wieder angeknüpft werden können, muß vor allem die Achtung vor internationalen Abmachungen wiederhergestellt werden.
Der bulgarische Bericht.
Sofia, 31. Dez. (WTB. Nichtamtlich.^ Awtlicber Bericht des Generalstabes:
Mazedonische Front: In gewissen Frontabschnitten geringes Artillerieseuer. An der Struma unwiEame Tätigkeit der feindlichen Nachhuten.
Rumänische Front: In der Doknmdscha versenkten wir durch unser Artillerieseuer einen feindlichen Schlepper bei Tulcea. Ms den Hafen und Schiffe bei Sulrna wurden Bomben abgeworfen. Wir beobachteten einen guten Treffer auf ein feindliches Transportschiff. Die Offensive gegen den Brückenkopf von Macm geht weiter. Nach hartnäckigem Kampfe eroberten rvir die Höhe 169, östlich Macin. Wir brachten 200 Gefangene und vier Berg» gesck.ütze ein sowie füns Maschinengewehre. In der östlichen Wa- lachei stehen unsere Divisionen 8 Kilometer vor Braila.
Rücktritt Eadornas?
Berlin, 2. Jan. Wie die „Bossiscke Zeiturrg" aus London erfährt, tverde Eadorna demnächst den Oberbefehl dem Generäl Porro abtteten.
RasMtin ermordet?
Berlin, 2.Jan. Laut „Berliner Lokalanzeiaer" wäre der nffsische einflußreiche Wundernrönch Rasputin, der schon wiederholt totgesagt rvurde, einem Mordanschlag erlegen. Ein vornehmer Pinsker Aristokrat werde als 5>nipturlieber genamck.
Einschränkung der französischen Eisenbahnen.
Bern. 31. Dezember. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Tempo" ’ schreibt: Die französischen Effenbahnen schränken demnächst d:e noch bestehende Zahl von Personenzüg-en erheblich ein. Wie die Gesellschaft der Paris-Lyon Mediterance dem -„Temps" mitteilre, sind die Eisenbahnen infolge von Kohlen- und Personemnongel zu dieser Maßnahme gezwmigen. Die von Personen-ügen besabteneu Strecken waren in den beiden letzten Jahren gegenüber der Frie- denszcit bereits um 40 PvvzeM eingeschränkt.
Htite Schleier Blasen Schfirzen Crftpe Flore
Trauer
^TT/odchaus \ afomon .
0 - 9 w öie>$en^J'
Die feinsten Nordsee-
nnd Cabllnn,
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Anmeldungen an Herrn A. Karabach. Landgrafen^ ftraße 6. oder zu Beginn des Unterrtckttz erbeten.
Beginn des FortbildungS- unterrichtS Freitag, den 5. Januar, abends 9 Uhr. 26e. Der Borftaud.


